Schwules Blut und schwule Organe

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Vornweg: Ich glaube, wir sind uns darüber einig, dass weder Blut noch Organe irgendwelche sexuellen Präferenzen aufweisen. Zumindest nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft.

Die von mir gewählte Ausdrucksweise "schwules Blut" und "schwule Organe" sollten lediglich einer einfachen und schnellen Schreibweise dienen. Ich kann auch jedesmal schreiben, dass ich das Blut eines Homosexuellen oder noch genauer, eines Mannes, der Sex mit Männern hat meine. Aber ich wollte hier kein Buch verfassen. Letztlich bezeichne ich das Riechwerkzeug im Gesicht eines Menschen ja auch als Nase... :zwinker:


Ich hab einen Zwillingsbruder, der schwul ist. Da würd ich jedes Organ und Blut nehmen, hoffe aber, dass ich das nie muss.
Das kann ich verstehen. Bei einer bestimmten Person würde ich auch eine Ausnahme machen.

Vor einer Organtransplantation muss so viel gecheckt werden... Und solche Transplantationen kommen ja auch wesentlich seltener vor als Bluttransfusionen.
Das ist aber genau ein Punkt, den ich nicht so nachvollziehen kann. Bei einer Organtransplantation dürfte den Beteiligten doch viel weniger Zeit zur Verfügung stehen, bzw. ist da ein viel höherer Druck, als bei einer einfachen Blutspende?!

- Sind die geltenden Ausschlusskriterien für Blut- und Stammzellenspende noch zeitgemäß?
Hm. Waren die je zeitgemäß? Ist wirklich eine reine Interessensfrage. Ich kenn mich nicht aus
Ich denke schon. Diese Regelung resultiert aus Zeiten, als HIV noch als Schwulenpest galt. Allerdings war das Mitte/Ende der 80er.

Nur wenn man dabei auch darauf verzichtet Organe anzunehmen. Für mich sind alle anderen Haltungen nicht vertretbar.
Nun, das ist halt so eine grundsätzliche Frage. Warum sollte jemand keine Organe bekommen, nur weil er selbst keine spenden will? Mal abgesehen vom Grundsatz der Fairness wäre dieses Vorgehen moralisch ebenso nicht vertretbar.

Also willst du jetzt behaupten, man wird durch dein Blut schwul?! Das widerum würde bedeuten schwulsein ist eine Krankheit und man kann sich damit anstecken. Ich dachte immer, über diese Art von Denken sind wir lange hinweg. :ratlos:
Na, ich hab's ja schon geschrieben. Nein, vermutlich wird man weder durch mein, noch durch das Blut anderer Homos irgendwie schwul. Es war nichts weiter wie eine vereinfachte Schreibweise.

Wobei ich - ehrlich gesagt - die Frage nicht mal zu 100% beantworten kann. Mir ist zumindest kein Fall bekannt, bei dem sich die sexuelle Orientierung nach Bluttransfusionen mit übertragen hätte.

Irgendwelche Ausschlusskiriterien, um das Risiko bezüglich teilweise nicht nachweisbarer Krankheitserreger (wie z.B. HIV kurz nach der Infektion) in Blutkonserven zu minimieren, muss es einfach geben... und egal, wie man diese Regeln gestaltet, fühlen sich immer ein paar Ausgeschlossene dadurch ans Bein gepinkelt.
Von daher sehe ich zumindest keinen dringenden Bedarf, diese Kriterien zu ändern.
Da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Aber wenn das Risiko möglichst gering gehalten werden soll, dann muss der individuelle Lebensstil berücksichtigt werden. Alles andere gibt jedem, welcher nicht einer der Risikogruppen angehört, einen Freibrief.

- Sollte nicht viel mehr der individuelle Lebensstil eines Einzelnen berücksichtigt werden?
Dann würde sofort wieder gejammert, dass das ein viel zu großer Eingriff in die Privatsphäre der Blutspender ist, es gäbe große Probleme in Sachen Datenschutz und Vertraulichkeit, usw.
Würde da gejammert werden? Letztlich bleibt doch die Entscheidung bei jedem selbst, ob er seine Daten da zur Verfügung stellt und spendet, oder ob er aus Datenschutzgründen nicht spenden möchte.

Aber ich wäre sicherlich nicht begeistert, wenn ich durch eine Blutkonserve mit HIV oder sonst irgendwas inifziert werde nur weil man Schwule hier nicht diskriminieren wollte.
Aber damit nährt man wieder das Vorurteil, dass ein FREIWILLIGER schwuler Spender sehr wahrscheinlich HIV+ ist und nur deswegen spendet, um andere zu infizieren...

- Könnt Ihr verstehen, wenn Schwule aus dem genannten Grund keine Bereitschaft zur Organspende zeigen?
Nein. Das ist nicht mehr als eine Trotzteaktion, die ich nur bei kleinen Kindern irgendwie verstehen kann - aber nicht bei erwachsenen Menschen, die eigentlich dazu in der Lage sein sollten, ein wenig weiter zu denken.
Rein objektiv und sachlich betrachtet ist das sicher nicht nachvollziehbar. Aber glücklicherweise beeinflussen Emotionen doch das Verhalten von uns Menschen. Das mag in dem Beispiel nicht so günstig sein, aber wie würde die Welt aussehen, wenn wir nur rein sachlich agieren würden...

Off-Topic:
Sorry für die dumme Frage, aber: Wird das Blut nicht sowieso getestet, bevor es eingesetzt wird?
Ich glaube schon. Es ist aber denkbar, dass man da aufgrund des Kostendrucks nicht zu sehr ins Detail gehen will...

Die Frage ist das beim Hetero ONS besser als beim Homosexuellen ONS
Ja, genau darum gehts. Wer ungeschützt vögelt, wird sich früher oder später sowohl als Hete, wie auch als Homo infizieren. Außer man gehört zu dem kleinen auserwählten Kreis von Menschen, die HIV einfach nicht bekommen können.

- Würde Ihr selbst schwules Blut oder schwule Organe haben wollen? Ich lerne den Spender nicht kennen. Wenn Organe mir einen Teil der "Seele" weitergeben würden, nein.
ACHTUNG, PROVOKATIV: Also lieber sterben, als schwul zu werden? :zwinker:

Nein, ich bin mir nicht sicher ...

... ob Du ein durchschnittlicher Forentroll mit zufälliger sexueller Präferenz für Menschen gleichen Geschlechts bist, oder ob Deine Lebensgeschichte und -erfahrung als Mensch mit homosexueller Prädilektion Dich gelehrt hat, selbst gegenüber Dir wohlgesonnenen linken Gutmenschen auf Konfrontation zu gehen.

:hmm:
Wenn ich mich zwischen den von Dir zur Auswahl gestellten Gruppen entscheiden müsste, dann eher zweitere. Wobei ich das nicht als Provokation sehe.

Ich kann aber nachvollziehen, dass Du damit nicht viel anfangen kannst. Ja, Erfahrungen prägen einen Menschen. Wenn Du Dich mit der Geschichte in Bezug auf Homosexualität etwas näher befassen würdest, selbst mitbekommen würdest, wie unsinnig solche Systeme sein können, weil dadurch einem sehr nahe stehende Menschen einfach drauf gehen und wenn Du etwas besser über HIV Bescheid wüsstest - dann würde Dir das vielleicht klarer erscheinen.

Ansonsten wäre es hilfreich, wenn Du zum Thema was beitragen könntest. Ich streite mich auch mal gerne, aber wenn Du da Interesse hast, dann sollten wir das auf anderen Wegen machen - sowas ist hier im Forum nicht so gern gesehen. :bussi:

Das ganze System ist vollkommen verlogen! Vor ein paar Jahren sind Leute reihenweise umgefallen, weil sie Organe von einer mit Tollwut infizierten Patientin bekommen haben. Da wurde auf tausend STD geprüft, aber auf sowas simples zu kommen, dass jemand, der von 'nem Hund gebissen wurde, vielleicht auch was anderes haben könnte, kam man nicht.
Ja, auch sowas kann dabei rauskommen. Wenn man immer nur verkrampft auf irgendwelche "Risikogruppen" schaut, ist die Gefahr groß, dass die naheliegenden und realistischen Risiken nicht mehr gesehen werden...
 
A

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Übrigens hab ich letzte Nacht geträumt, ich bekam eine Bluttransfusion. Bei vollem Bewusstsein allerdings. Und kaum ist das Blut geflossen, gings mir besser und mein Puls war viel kräftiger :grin:

Bluttransfusionen kriegt man ja nicht nur bei OPs, hab schon öfter Leute gesehen, die bei vollem Bewusstsen Blut bekommen haben


@Topic

Wenn es um mein Leben ginge, würde ich sogar das Blut und die Organe von Transgendern und... sogar Ausländern :O annehmen!!
 

Benutzer71796 

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Wie seht Ihr das?
- Sind die geltenden Ausschlusskriterien für Blut- und Stammzellenspende noch zeitgemäß?
- Sollte nicht viel mehr der individuelle Lebensstil eines Einzelnen berücksichtigt werden?
Nein, ich kenne genug Heteros, die einfach ohne Gedanken wild in der Gegend rumvögeln, und ich kenne genug Homosexuelle die auf Verhütung acht geben.
Da man sowiso davon ausgehen muss, dass der Fragebogen vor jeder Spende korrekt ausgefüllt wird, sollten auch Homosexuelle spenden dürfen, da sie bei "falschem" Lebensstil dann ja automatisch nicht zugelassen werden

- Findet Ihr solche Regelungen diskriminierend?
Bin mir nicht sicher, ob dies das richtig Wort ist, ich finde es in erster Linie einfach nur dämlich: Man hatt zuwenig Spender, schliesst aber einen Teil der Bevölkerung absichtlich aus, obwohl sich da doch einiges verändert hat in den letzten Jahren..

- Würde Ihr selbst schwules Blut oder schwule Organe haben wollen?
Sollte ich Organe brauche, ist mir total egal, von wem die Organe kommen!

- Könnt Ihr verstehen, wenn Schwule aus dem genannten Grund keine Bereitschaft zur Organspende zeigen?
Irgendwie schon, auch wenn ich es sehr schade finde
 

Benutzer12784  (39)

Sehr bekannt hier
ACHTUNG, PROVOKATIV: Also lieber sterben, als schwul zu werden? :zwinker:

Hehe in der Situation denkt man vielleicht anders, oder gar nicht.
Aber ich wär ja dann nicht schwul sondern nur ein Teil von mir, und dann stell dir mal vor jedesmal wenn ich Sex habe bekomm ich Schmerzen in den Nieren. :zwinker:
Eigentlich ists mir wurscht und ich denk es ist nur Fleisch.
Aber auch wenn es attraktive Männer da draussen gibt, möcht ich aus meinem Leben heraus trotzdem nicht schwul werden.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Das ist aber genau ein Punkt, den ich nicht so nachvollziehen kann. Bei einer Organtransplantation dürfte den Beteiligten doch viel weniger Zeit zur Verfügung stehen, bzw. ist da ein viel höherer Druck, als bei einer einfachen Blutspende?!
Aber die Leute die ein neues Organ bekommen sind grundsätzlich auch deutlich kränker als Leute die eine Blutspende bekommen. Blutspenden werden ja nicht nur bei Schwerstkranken eingesetzt, sondern zT auch bei Leuten mit einer Blutarmut oder vor/nach einer Operation. Das heisst, dass sich diese Leute häufig nicht in lebensbedrohlichen Situationen befinden. Daher wäre es für diese Leute auch deutlich problematischer wenn sie sich durch eine Spende mit einer schweren Krankheit infizieren würden. Muss jemand z.B. eine Herztransplantation bekommen befindet sich der Patient so oder so in einer lebensbedrohlichen Lage, da nimmt man dann lieber das Herz und behandelt nachträglich noch auf Infektionskrankheiten als dass man auf das Herz verzichtet, schlicht weil die zugrundeliegende Krankheit deutlich schlimmer ist.


Nun, das ist halt so eine grundsätzliche Frage. Warum sollte jemand keine Organe bekommen, nur weil er selbst keine spenden will? Mal abgesehen vom Grundsatz der Fairness wäre dieses Vorgehen moralisch ebenso nicht vertretbar.
Ich finde es moralisch nicht vertretbar sich zu weigern anderen Leuten zu helfen, aber "ja, bitte" zu sagen wenn es dann um einen selber geht. Wenn jemand religiöse Vorstellungen hat, die darauf hinauslaufen dass man einen "unversehrten" Körper haben sollte, dann ist das ok, weil diese Leute nehmen dann selber auch keine Organe an. Aber grundsätzlich: es nützt doch niemandem aus Protest eine Spende zu verweigern?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Würde da gejammert werden? Letztlich bleibt doch die Entscheidung bei jedem selbst, ob er seine Daten da zur Verfügung stellt und spendet, oder ob er aus Datenschutzgründen nicht spenden möchte.
Sicherlich würde da gejammert. Aber es gäbe noch weitere Probleme:
1. würden sicherlich viele derzeitige Spender nicht mehr spenden, weil sie keine Lust haben, derart private Dinge von sich preis zu geben nur um Anderen etwas Gutes tun zu dürfen.
2. gibt es rechtliche Bestimmungen zum Umgang mit sensiblen Daten, an die sich nun mal Jeder halten muss, so dass die Abfrage derart sensibler Daten mit einem erheblichen Aufwand und somit auch hohen Kosten verbunden wäre.

Oder um es mal ein wenig plakativ auszudücken:
Ich überlege es mir doch zwei mal, zur Blutspende-Aktion meiner DRK-Ortsgruppe zu gehen, wenn die Gefahr besteht, dass ich dem bekannten Tratschweib Lieschen Müller von allen möglichen privaten und intimen Dingen erzählen muss, um Blut spenden zu dürfen.

Aber damit nährt man wieder das Vorurteil, dass ein FREIWILLIGER schwuler Spender sehr wahrscheinlich HIV+ ist und nur deswegen spendet, um andere zu infizieren...
Meine Aussage war sicherlich ein wenig überzogen.

Aber ich halte nun mal den Schutz vor der Übertragung schlimmer Krankheiten (wie z.B. HIV) über Bluttransfusionen für deutlich wichtiger als die Gefühle von Leuten, die aus diesem Grund von der Blutspende ausgeschlossen werden, obwohl sie gesund sind.

Sollte es eine Möglichkeit geben, das Übertragungsrisiko dieser Krankheiten durch eine andere Regelung mindestens genau so klein zu halten, ohne Schwule möglicherweise damit pauschal zu diskriminieren, ohne die Kosten für die Blutspende extrem in die Höhe zu treiben und ohne viele derzeitige Spender vom Spenden abzuhalten, wäre ich aber selbstverständlich dafür, das derzeitige Ausschlusskriterium zu kippen.
Solange es keine derartige Möglichkeit gibt, halte ich aber das derzeitige Ausschlusskriterium und die damit verbundene mögliche Diskriminierung für absolut inakzeptabel.

Ich glaube schon. Es ist aber denkbar, dass man da aufgrund des Kostendrucks nicht zu sehr ins Detail gehen will...
Das Problem ist zumindest bei HIV ein Anderes:
Wenn Jemand erst kurz zuvor infiziert wurde, kann man das mit den gängigen Tests nicht feststellen, obwohl die Viren im Blut vorhanden sind und sich der Empfänger des Blutes somit anstecken kann.
 

Benutzer12784  (39)

Sehr bekannt hier
Das Problem ist zumindest bei HIV ein Anderes:
Wenn Jemand erst kurz zuvor infiziert wurde, kann man das mit den gängigen Tests nicht feststellen, obwohl die Viren im Blut vorhanden sind und sich der Empfänger des Blutes somit anstecken kann.

Infizieren sich nur schwule? Dieses Risiko ist doch so wie so gegeben.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Ausserdem hat keiner der verwendeten Tests eine Sensitivität von 100%, das heisst es wäre möglich dass auch positives Blut nicht erkannt wird. Das heisst, man muss versuchen die Wahrscheinlichkeit für positives Blut von vornherein zu senken. Das macht man nun mal indem man alle grossen Risikogruppen ausschliesst.

Ich fände es immer noch besser nur auf die wechselnden Sexualpartner einzugehen in den Fragen, aber offenbar wurde in den letzten Jahren an den Fragebogen generell nicht viel geändert.
 

Benutzer20277 

Meistens hier zu finden
Ich hoffe, in meinem ganzen Leben nicht drauf angewiesen zu sein aber: Ich würde sowohl Blut als auch Organe SOGAR von einer FRAU annehmen. :tongue:

Die Frage nach der sexuellen Präferenz auf entsprechenden Fragebögen mutet durchaus wie ein Anachronismus an. Entscheidend ist eher die Frage nach möglichem ungeschützen Geschlechtsverkehr. Und da verhalten sich Homo- als auch Heterosexuelle mitunter nicht so, dass man sich da sehr sicher fühlen würde.

Unabhängig davon, gesteh ich jedem einzelnen zu, für sich abzulehnen, dass die eigenen Organe gespendet werden. Und sei es "nur" aus dem Grund, dass die Person sich bei dem Gedanken, nicht in einem Stück unter die Erde zu kommen, nicht wohl fühlt.
 

Benutzer86665 

Verbringt hier viel Zeit
Wer im Notfall selbst Organe von anderen Menschen möchte, der solte die Frage nach Organspende auf jedenfall mit ja beantworten.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Infizieren sich nur schwule? Dieses Risiko ist doch so wie so gegeben.
Da unter Schwulen der Anteil Infizierter nun mal signifikant größer ist als im Rest der Bevölkerung, wird das Risiko infizierter Blutkonserven nun mal kleiner, wenn man Schwule als Risikogruppe von der Spende ausschließt.
Das heißt aber natürlich nicht, dass dieser Ausschluss dafür sorgt, dass das Risiko gleich Null ist.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ich finds durchaus unfair, dass Homosexuelle vom Blutspenden pauschal ausgeschlossen werden.
Trotzdem finde ich es unangebracht, wenn diese dann aus Trotz und Protest Organspenden verweigern, obwohl sie grundsätzlich zur Spende bereit wären.

Zumindest ich könnte damit nicht leben, dass ich praktisch nur aus Protest ein Menschenleben aufs Spiel setze, denn derjenige hat mit den Blutspenderegelungen ja nichts zu tun. Also warum sollte ein potenzieller Organempfänger dann der Leidtragende sein?

Blutspenden zu dürfen oder eben nicht zu dürfen ist ja kein Statussymbol bzw. sagt nichts über den Stand in der Gesellschaft aus. Ich darf spenden, steh doch aber deswegen nicht anders da als meine homosexueller Nachbar, der nicht spenden darf. :hmm:
 

Benutzer113955 

Beiträge füllen Bücher
Ich finde jeder sollte spenden können was auch immer man will, hauptsache man ist gesund.
Die sexuelle Neigung ist dabei doch vollkommen irrelevant.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Man hat doch kein Recht, Blut zu spenden...

Ist ja nicht so, als gäbe es zu viele Blutspender und man würde Homos da aus irgendwelchen böse motivierten Gründen ausschließen. Kommt mir so vor, als fühlten sich manche da persönlich angegriffen.

Wenn man das Risiko bei Homesexuellen in Zukunft geringer bewertet, wird sich da in Zukunft sicher etwas ändern, da man ja doch eher zu wenig als zu viel Spenderblut hat.

Wie ist es eigentlich bei Lesben? Das müssten ja dann die Premiumspender sein, da das Risiko für STDs hier sicherlich geringer ist als bei Heteros.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Wie ist es eigentlich bei Lesben? Das müssten ja dann die Premiumspender sein, da das Risiko für STDs hier sicherlich geringer ist als bei Heteros.

Die dürfen spenden. Es werden Männer, die mit Männern Sex haben und Personen mit gewerbsmässigen Sexualkontakten ausgeschlossen. Zudem solche die in der letzten Zeit einen Partnerwechsel hatten.
 

Benutzer62841  (34)

Meistens hier zu finden
Ich finde diesen Ausschluss idiotisch und diskriminierend - und er sorgt definitiv nicht dafür, dass ich mich im Falle eines Falles sicherer fühlen würde.

Hier wird eine Menschengruppe unter Generalverdacht gestellt und praktisch als potentielle Lügenbarone hingestellt. Dem Hetero wird grundsätzlich unterstellt, dass er korrekte Antwort auf die Risikofragen gibt. Dem Homo wird grundsätzlich unterstellt, dass eine von ihm getroffene Aussage "Ich gehe keiner Risikobeschäftigung nach, bin meinem Partner treu (und er mir) und kann einen frischen, negativen HIV-Test vorlegen." nichts wert ist.

Nein, ich fühle mich nicht sicher, wenn dem heterosexuellen Dorfbesamer mehr vertraut wird als dem langjährig monogamen Schwulen.

Trotzdem werde ich wohl - wenn die Frage nach der Bereitschaft zur Organspende kommt - diese mit ja beantworten. Ein potentieller Organempfänger soll nicht unter der Dummheit anderer leiden.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Also ich kann es nicht nachvollziehen. dass schwule Männer kein Blut spenden dürfen. Dann die Organe zu nehmen ist natürlich schon etwas heuchlerisch und für mich auch nicht unbedingt mit sachlichen Erwägungen nachvollziehbar.

Wie auch immer, ich finde es jedenfalls immer unangebracht, wenn man das Organspendeverhalten anderer Leute bewertet, egal, aus welchen Gründen sie das tun wollen oder nicht. Das ist und bleibt eine höchstpersönliche Entscheidung und wenn jemand seine Organe behalten möchte, weil er das dahinterstehende System scheiße findet, dann ist das sein gutes Recht.

Da mit Kindergarten und Trotzreaktion zu kommen, finde ich einfach unpassend. Ich kann mir gut vorstellen, wie man sich fühlt, wenn heterosexuelle Menschen vom Grundsatz her immer Blut spenden dürfen, homosexuelle Männer aber nie. Kriterium sollte nie die sexuelle Orientierung sein, sondern der individuelle Umgang mit dem Thema Verhütung und Schutz vor Krankheiten.

Ich finde es schon erschreckend, wie viele Leute Blutspenden als eigene gesundheitliche Kontrolle missbrauchen - und wenn man dann noch Leute ausschließt, die womöglich nachweislich gesund sind, finde ich das nicht unbedingt mit sachlichen Gründen zu rechtfertigen.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hmmm... je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, umso verwirrter wird man...

Homosexuelle Männer gelten als Risikogruppe, da Analverkehr bei ihnen stärker verbreitet ist als in der Gruppe der Heterosexuellen.
Von daher würden Fragen in diese Richtung Sinn machen - besonders unter Berücksichtigung, dass heute viele Praktiken nicht mehr rein schwule Domänen sind...

Die sogenannte CHAT-Survey-Studie[38] des schweizerischen Bundesamtes für Gesundheitswesen (BAG) – eine Nachbefragung von Menschen, die im Verlauf eines Jahres positive HIV-Tests erhielten – ergab, dass 49 Prozent aller Neuinfizierten die Infektion von ihrem festen Sexualpartner erhielten; 38 Prozent wurden von einem zwar bekannten, aber nicht festen Gelegenheitspartner infiziert.
Na da gerät das Weltbild bissel durcheinander. Primär scheinen hier aber Heten gemeint zu sein, denn weiter heißt es...
Nur 13 Prozent der Heterosexuellen steckten sich bei anonymen sexuellen Begegnungen an. Bei Homosexuellen spielten die Infektionen durch feste Partner eine geringere Rolle – anonyme Sexualkontakte machten 26 Prozent der Infektionen aus.
Das würde bedeuten: Sinnig wäre es, Heten mit festen Partner und Homos mit häufig wechselnden Partnern zur Risikogruppe zu erklären. Single-Heten und Homos in Partnerschaften sind deutlich risikoärmer...

Quelle: Humanes Immundefizienz-Virus ? Wikipedia
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:

Die von mir gewählte Ausdrucksweise "schwules Blut" und "schwule Organe" sollten lediglich einer einfachen und schnellen Schreibweise dienen.

In dem Kontext ziehe ich auch den Troll- und Provokationsverdacht zurück. Die Phrase "schwules Blut" klang für mich nur wieder nach dieser typischen Form der betonten Abgrenzung, die vor allem von jenen ausgeübt wird, für die das Ausgegrenztsein zur Lebensidentität gehört. Also Leute, die sich als Alice Schwarzer der Homosexualität hochstilisieren und für die es eine Katastrophe wäre, eingestehen zu müssen, dass ihre Lebensweise zur gelebten, gesellschaftlich akzeptierten Normalität gehört. (Ungefähr so wie Hella von Sinnen - eigentlich finde ich sie gut, aber sie nervt mich damit, dass sie - ganz gleich, bei welchem Thema - nochmal klarstellen muss, dass sie ja eine monogam lebende Lesbe, somit diskriminierte Randgruppe ist; als ob sie Angst hätte, im TV keine Bedeutung mehr zu haben, weil keiner mehr über ihre Homosexualität nachdenkt...)

Ich denke schon. Diese Regelung resultiert aus Zeiten, als HIV noch als Schwulenpest galt. Allerdings war das Mitte/Ende der 80er.

Ich denke, dass da so langsam mal eine Neubewertung fällig wäre.

Warum sollte jemand keine Organe bekommen, nur weil er selbst keine spenden will? Mal abgesehen vom Grundsatz der Fairness wäre dieses Vorgehen moralisch ebenso nicht vertretbar.

Hmm... ich will ja nicht mit Logik verwirren, aber eignet sich überhaupt jemand, der so krank ist, dass ihm Organe gespendet werden müssen, danach (oder überhaupt) noch selbst als Organspender?

Da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Aber wenn das Risiko möglichst gering gehalten werden soll, dann muss der individuelle Lebensstil berücksichtigt werden. Alles andere gibt jedem, welcher nicht einer der Risikogruppen angehört, einen Freibrief.

Damit fliegt wohl auch die Gruppe der heutigen Unter-25-Jährigen komplett raus, weil doch immer wieder festgestellt wird, dass ungeschützter Sex heute trotz eigentlich aufgeklärter Gesellschaft gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder vermehrt vorkommt.

Wie gesagt: Eine Neubewertung wäre insgesamt angebracht.

Ansonsten wäre es hilfreich, wenn Du zum Thema was beitragen könntest.

Ich hoffe, das tue ich hiermit. Immerhin ist ein Missverständnis nun aus dem Weg geräumt. :bier:

Das ganze System ist vollkommen verlogen! Vor ein paar Jahren sind Leute reihenweise umgefallen, weil sie Organe von einer mit Tollwut infizierten Patientin bekommen haben. Da wurde auf tausend STD geprüft, aber auf sowas simples zu kommen, dass jemand, der von 'nem Hund gebissen wurde, vielleicht auch was anderes haben könnte, kam man nicht.

Da geb ich Dir vollkommen recht. Das System ist verlogen. Es ist verkrustet. Und gelenkt von dem, was nicht als veränderliche Realität wahrgenommen wird, sondern als "historische Wahrheit". :schuettel:

Um es klar zu sagen: Im Moment habe ich zu Organspenden noch ein gespaltenes Verhältnis - generell begrüßenswert, aber ob ich dazu bereit wäre, weiß ich nicht. (Nicht mal, ob ich Fettsack mich dazu überhaupt eignen würde.) Irrational, ich weiß. Blutspende immerhin ja.

Aber sollte ich in die Bredouille kommen, auf ein Spenderorgan oder Blutkonserven angewiesen zu sein, dann zählte für mich nur, ob der Spender dahingehend gesund war und die Blutgruppe passte.
Ob es sich beim Spender um einen schwanzlutschenden oder mösenleckenden Mann handelte, ob es eine klitorisschrubbende oder rohrreitende Frau wäre, wäre mir scheißegal. Was der oder diejenige im Bett, auf dem Küchentisch oder im Schulwald getan hat und mit wem, würde mich unter den beiden gegebenen Voraussetzungen null interessieren.

Was zählt: Mensch, gesund, kompatibel.

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