Schlechte Rezensionen und Skrupel :D

Benutzer150418 

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Hallo ihr Süßen :winkwink:
Puh... ich weiß gar nicht, wie ich in Worte fassen soll, was mir auf dem Herzen liegt, denn das Thema ist eigentlich so unwichtig. :grin: Trotzdem muss ich irgendwie loswerden, was mich seit einer ganzen Weile beschäftigt.
Ich lese im Moment sehr viel und oftmals hab ich dann niemanden, mit dem ich durch Gespräche "verarbeiten" kann, was ich gelesen habe. Ich dachte mir, würde ich einfach Rezensionen schreiben, könnte ich dieses "Problem" lösen.

Meistens gefallen mir die Bücher die ich lese auch außerordentlich gut, ich leiste mir selten mal Fehlgriffe. Und dann würde ich nicht nur mit einer Rezension mein Herz erleichtern sondern auch noch den Autoren glücklich machen. Ich schreib oft Rezensionen, wenn ich ein Buch klasse fand, wo einige Leser nur 1-2 Sterne vergeben haben um die Ehre des Buches zu retten. :grin:

Aber dann sind ja auch noch diese Fehlgriffe da... :unsure: Womit wir schon beim Thema wären.
Meine Frage richtet sich vor allem an Leute, die z. B. auf Amazon schon Rezensionen geschrieben haben mit 3 Sterne abwärts.
Im ersten Moment scheint das zwar sinnig - aber andererseits, ist das nicht absolut subjektiv? Klar, ich schreibe da nur meine Meinung möglichst sachlich auf und kritisiere, was mir nicht gefallen hat, um ggf. auch anderen Lesern eine Hilfe zu sein. Aber ist das unterm Strich nicht aufgrund dieser Subjektivität extrem unfair dem Autoren gegenüber? Mir kommt dann nämlich der Gedanke, dass meine Wahrnehmung vielleicht übertrieben sein könnte, weil ich die Dinge auf meine eigene Art und Weise wahrnehme und ein anderer Leser sich davon gar nicht stören ließe. Vielleicht schreckt potenzielle Kunden aber meine Rezension derart ab, dass ich sie damit vergraule... und dazu hat man, oder hab ich, ja genau genommen gar nicht das Recht, nur weil ein Buch mir nicht gefallen hat.
Deswegen lasse ichs dann eben auf sich beruhen und quäle meinen Partner mit meinen Ausführungen und meinem Unmut oder das gescheiterte Lesevergnügen. :seenoevil::speaknoevil:

Also... ich wollte mir irgendwie mal ein paar Gedanken machen über Rezensionen mit geringer Sterne-Vergabe, wie fair oder unfair man diese interpretieren kann.
:smile:

Kann mir da irgendwer mein schlechtes Gewissen nehmen, wenn ich die Absicht habe, ein mMn schlechtes Buch subjektiv zu kritisieren? :grin: Und was taugt eine subjektive Meinung überhaupt? :unsure:
 

Benutzer121281  (32)

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Na was taugt denn eine subjektive aber positive Meinung? :hmm:
Die ist dann genauso "unfair", weil sie vielleicht jemandem zum Kauf verleitet, der das Buch dann scheisse findet und umsonst Geld ausgegeben hat.

Ich schreibe Rezensionen dann, wenn mir etwas ausserordentlich gut oder schlecht gefallen hat und ich dies an konkreten Aspekten festmachen kann. Alles andere bekommt nur Sterne ohne Kommentar bei Goodreads. :grin:
 

Benutzer150418 

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Na was taugt denn eine subjektive aber positive Meinung? :hmm:
Die ist dann genauso "unfair", weil sie vielleicht jemandem zum Kauf verleitet, der das Buch dann scheisse findet und umsonst Geld ausgegeben hat.
Da ist was dran. :grin:
Allerdings triffts dann nicht den Autoren, dessen Selbstbewusstsein ich nicht unbedingt gern zerschmettern würde - der Geldbeutel unzufriedener Leser juckt mich da eher weniger. :grin:
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Off-Topic:
Da ist was dran. :grin:
Allerdings triffts dann nicht den Autoren, dessen Selbstbewusstsein ich nicht unbedingt gern zerschmettern würde - der Geldbeutel unzufriedener Leser juckt mich da eher weniger. :grin:

Das finde ich allerdings eine etwas seltsame Einstellung - aber vielleicht hab ich auch einfach zu viele schlechte Autoren getroffen, die Arschlöcher waren und Kritik nicht annehmen wollten und zu viele passionierte sympathische Leser.
 

Benutzer150418 

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Off-Topic:
Das finde ich allerdings eine etwas seltsame Einstellung - aber vielleicht hab ich auch einfach zu viele schlechte Autoren getroffen, die Arschlöcher waren und Kritik nicht annehmen wollten und zu viele passionierte sympathische Leser.
Naja... ich schreibe selbst seit einigen Jahren und reagiere daher vielleicht auch mit besonderer Empathie gegenüber Autoren, deren geistiges Eigentum ich durchaus achte und respektiere. Ich habe im Hinterkopf immer, dass man seine Protagonisten liebt und viel Herzblut in die Geschichte fließen lässt.
Autoren die Arschlöcher sind kenne ich allerdings auch... :ups: Ändert aber nichts an meiner Vorsicht, dass jemand ein Arschloch ist, löst nicht aus, dass es mir leichter fällt, der Person zu schaden. Kritik nicht annehmen zu können, drückt ja auch meist trotz allem Hochmut nur die eigene Empfindlichkeit und das fehlende Selbstbewusstsein aus, sonst hätte man doofe Reaktionen gar nicht nötig.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Als Mensch mit fehlendem Selbstbewusstsein ist es auch meiner Meinung nach nicht das klügste, seine Werke zu veröffentlich und damit auch negativer Kritik auszusetzen. Wer Bücher, Musik, Gemälde, seine Tanzkünste, Backwerke, whatever der Öffentlichkeit präsentiert, der muss zwangläufig auch mit den Reaktionen leben. Wenn ein "Mir hat das Buch aus den Gründen X, Y und Z nicht gefallen" an den Rand von Tränen und Depression stürzt, der hat dann schlichtweg den falschen Beruf erwählt - und je früher das bemerkt wird umso besser.
 

Benutzer150418 

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Das ist der Grund aus dem ich selbst meine Werke nicht veröffentliche. :grin:

Also gut... halten wir fest: Eigentlich könnte mir dann ein Autor ja sehr dankbar sein für eine negative Rezension - denn wenn er darauf sehr empfindlich reagiert, dann war ich ihm ja behilflich zu erkennen, dass er vielleicht den falschen Beruf hat. :grin: Also eine gute Tat von mir.
 
G

Benutzer

Gast
Wenn Du konstruktiv begründen kannst, warum Dir ein Buch nicht gefallen hat, wo ist das Problem? "Die Charaktere sind schablonenhaft ausgearbeitet" ist z.B. was ganz anderes als "boah, der Autor is' ma ne unfähige Pottsau, wa?" :zwinker:

Und wie Harley schon schrieb: Wenn ich meine kreativen Werke veröffentliche, muss ich damit leben, dass die nicht jeder geil findet. Außerdem bezweifle ich, dass ein Autor ausgerechnet über Deine Rezension so verzweifelt ist, dass er sich von der Brücke stürzt :zwinker:
 

Benutzer150418 

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Wenn Du konstruktiv begründen kannst, warum Dir ein Buch nicht gefallen hat, wo ist das Problem?
Also, wenn ich ein Buch lese, das ich überwiegend gut finde, dann habe ich kein Problem damit 2,3 Kritikpunkte anzubringen - aber wenn ich ein Buch überwiegend beschissen finde, dann kann man ja auch eigentlich davon ausgehen, dass ich für meinen persönlichen Geschmack komplett daneben gegriffen hab und damit einfach die Klappe halten sollte - die Kritik denen überlassen sollte, die die eigentliche Zielgruppe sind. Oder nicht? :confused:
Ist das dann noch konstruktiv?

(Also z. B. (wie aktuell :upsidedown: ) ich kaufe mir einen schwulen Roman und erwarte eine tiefgründige Geschichte nach der Inhaltsangabe und Leseprobe - und bekomme einen vulgären Porno. Ich kann mich dann in ner Rezension darüber auslassen, wie unschön ich das fand - oder aber, ich überlasse die Bewertungen denen, die auf vulgäre Pornos stehen. :confused: Bringt es dem Autoren was, wenn ich Sachen kritisiere, die höchstwahrscheinlich absichtlich eingebraucht worden sind? Solche Fragen stelle ich mir dann.)

Also, worauf ich wohl tatsächlich hinaus will:
Wenn ich ein Buch richtig unterdurchschnittlich finde, dann ist vielleicht nicht das Buch das Problem, sondern ich selbst? Vielleicht hab ich dann die Kunst dahinter einfach nicht verstanden und jede Kritik wäre deplatziert? Ich würde von was reden, wovon ich nichts verstehe? Soll ich dem Autoren dann wirklich meine Kritik zumuten?
Ich glaube, ich kann nicht gut einschätzen, was hilfreich ist und was nicht. :grin:

Außerdem bezweifle ich, dass ein Autor ausgerechnet über Deine Rezension so verzweifelt ist, dass er sich von der Brücke stürzt :zwinker:
Von der Brücke eher nicht... aber mir gehts da auch um (neue) Autoren die weder übermäßig bekannt noch übermäßig erfolgreich sind. Die Autoren kleiner (Selbst)-Verlage z. B. Ich denke, da nimmt man sich Kritik, die überwiegend nicht gut ist, schon eher zu Herzen.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wenn ich sowas schreibe wie

Charakter X gefiel mir nicht, da ich sein prägendes Motiv Y für ausgelutscht und langweilig halte. Außerdem ist Szenario Z unplausibel, weil...

Dann heißt das ja nicht, dass die Geschichte unbedingt schlecht sein muss. Sie hat meinen Geschmack nicht getroffen, aus Gründen die ich verständlich darlege. Leser 1 legt vielleicht ähnliche Maßstäbe an wie ich und denkt sich "Nein, dann ist das nichts für mich." Ihm habe ich dadurch geholfen. Leser 2 hingegen denkt sich: "Ja und? Was soll daran so schlimm sein?" weil er einen anderen Geschmack hat, und beachtet meine Rezension nicht.

Damit ist meine negative Rezension also nicht für jeden ausschlaggebend, sondern idealerweise nur für den, der meinen Geschmack teilt.
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Rezensionen sind immer subjektiv. Solange du einigermaßen verständlich und sachlich begründest, was du weshalb nicht gut fandest, kann sich ja auch jeder, der sie liest, selber überlegen, ob das für ihn oder sie ein Grund wäre, das Buch nicht zu kaufen.
Es kann ja auch sein, dass jemand einen völlig anderen Geschmack hat als du und sich durch deine negative Beurteilung bei der Wahl bestätigt fühlt, weil er genau das sucht, das du bemängelst.

Ganz abgesehen davon finde ich Rezensenten, die nicht nur positive (oder negative) Bewertungen verfassen, im Normalfall auch viel authentischer.

(Also z. B. (wie aktuell :upsidedown: ) ich kaufe mir einen schwulen Roman und erwarte eine tiefgründige Geschichte nach der Inhaltsangabe und Leseprobe - und bekomme einen vulgären Porno. Ich kann mich dann in ner Rezension darüber auslassen, wie unschön ich das fand - oder aber, ich überlasse die Bewertungen denen, die auf vulgäre Pornos stehen. :confused: Bringt es dem Autoren was, wenn ich Sachen kritisiere, die höchstwahrscheinlich absichtlich eingebraucht worden sind? Solche Fragen stelle ich mir dann.)

Ich würde sagen: ja, es bringt was. Ob der Autor die Kritik zu schätzen weiß, kann man nie wissen, aber anderen Kunden kannst du dadurch weiterhelfen und dazu dienen die Rezensionen auf Amazon ja auch in erster Linie.
Wenn du keinen vulgären Porno haben wolltest, aber einen bekommen hast, weil dich Inhaltsangabe und Leseprobe getäuscht haben, kann man ja eigentlich damit rechnen, dass das auch anderen Leuten passieren kann, die du mit deiner Rezension vor einem Fehlkauf bewahren könntest. Wer sowieso auf vulgäre Pornos steht, lässt sich davon dann ja nicht abschrecken.
 

Benutzer150418 

Verbringt hier viel Zeit
Wobei ich sowas...
Charakter X gefiel mir nicht, da ich sein prägendes Motiv Y für ausgelutscht und langweilig halte. Außerdem ist Szenario Z unplausibel, weil...
allerdings schon sehr unhöflich finde. :eek:
Ausgelutscht und langweilig ist mMn irgendwie nicht sachlich. Wenn ich schreibe, ich habe mich beim Lesen gelangweilt, ist das sichtlich subjektiv - aber die Behauptung, das Motiv sei ausgelutscht und langweilig mutet irgendwie leicht anmaßend an und klingt durchaus so, als sei die Geschichte schlecht - würde mich als Autor kränken. :confused: Denn selbst wenn das Motiv ausgelutscht ist, kann ja die Umsetzung immernoch neu sein. :grin:

Aber ansonsten hast du Recht, ja. :grin:
"Ja und? Was soll daran so schlimm sein?" ist auch mein häufigster Gedanke beim verständnislosen Lesen schlechter Rezensionen, die damit für mich äußerst hilfreich sind - für den Autoren tuts mir aber immer irgendwie Leid in dem Fall.

Es kann ja auch sein, dass jemand einen völlig anderen Geschmack hat als du und sich durch deine negative Beurteilung bei der Wahl bestätigt fühlt, weil er genau das sucht, das du bemängelst.
Ja... trifft auf mich 100% zu. :grin:
Ich finde positive Rezensionen oft nichtssagend, eher gedacht als Bauchpinselei für den Autoren. Ich lese immer die Negativen und schaue dann, ob die Kritikpunkte mich stören oder nicht.
Was mich von dieser Taktik Abstand nehmen ließ, war dann aber die Tatsache, dass ich mir dann doch mal trotz "hilfreicher" Negativ-Rezensionen Bücher gekauft hatte und die Kritik kein bisschen nachvollziehen konnte und das Gefühl hatte, wir hätten wohl unterschiedliche Bücher gelesen. :ratlos::geknickt:

Sowas verunsichert mich dann schon - grad in meinem aktuellen Porno-Fall. :grin:
Vielleicht bin ich einfach nur prüde und schreie empört "Porno", obwohl alle anderen das sinnlich-erotisch fänden. Das Buch hat im Übrigen ausschließlich 5 Sterne. :what: Eine Sexszene hat durchschnittlich 3-5 Seiten, es gibt eine pro kurzes Kapitel und jedes zweite Wort Ständer, Steifer, Prügel, Sahne... :flennen::argh::sick::depri:
Komisch, dass das nur mir unangenehm auffällt.
Aber ich kann ja dann in der Rezension genau das schreiben, damit künftige Leser entscheiden können, ob ihnen das zu pornös und ausschweifend ist oder ob sie genau das erwarten.

Okay. Ich hab schon etwas Mut gefasst. :ashamed:
 
A

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Gast
Na ja, das hat auch damit zu tun, wie qualifiziert man sich fühlt. Ich kann nicht viel mit moderner Lyrik anfangen, aber ich würde die jetzt nicht auf Amazon schlecht bewerten, weil mein Kunstverständnis dafür einfach zu begrenzt ist. Wenn ich aber z.B. ein Massenprodukt kaufe, das für Leute wie mich gemacht ist, dann traue ich mir ein besseres Urteil zu. Es stimmt, dass solche Bewertungen immer subjektiv sind; aber das heißt nicht, dass Kunstwerke sich deshalb jeder Bewertung entziehen können. Es gibt beispielsweise sehr klare Indikatoren dafür, was anspruchslose bzw. anspruchsvolle Kompositionen ausmacht, oder wie nervtötend der Schnitt eines Actionfilms ist o.ä., daran kann man sich orientieren. Aber ehrlich gesagt halte ich das Schreiben von Bewertungen für verschwendete Zeit, außer man will jemanden/etwas wirklich fertigmachen, oder umgekehrt, so weiterverbreiten, dass es einen größeren Einfluss auf die Gesellschaft hat, weil einem das Thema wichtig ist. Ansonsten gibt es ja genügend professionelle Kritiker, die die Medien heute für einen einordnen; ich wüsste nicht, was ich da Neues beizutragen habe.
 
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G

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Gast
Also, wenn ich ein Buch lese, das ich überwiegend gut finde, dann habe ich kein Problem damit 2,3 Kritikpunkte anzubringen - aber wenn ich ein Buch überwiegend beschissen finde, dann kann man ja auch eigentlich davon ausgehen, dass ich für meinen persönlichen Geschmack komplett daneben gegriffen hab und damit einfach die Klappe halten sollte - die Kritik denen überlassen sollte, die die eigentliche Zielgruppe sind. Oder nicht? :confused:
Ist das dann noch konstruktiv?

(Also z. B. (wie aktuell :upsidedown: ) ich kaufe mir einen schwulen Roman und erwarte eine tiefgründige Geschichte nach der Inhaltsangabe und Leseprobe - und bekomme einen vulgären Porno. Ich kann mich dann in ner Rezension darüber auslassen, wie unschön ich das fand - oder aber, ich überlasse die Bewertungen denen, die auf vulgäre Pornos stehen. :confused: Bringt es dem Autoren was, wenn ich Sachen kritisiere, die höchstwahrscheinlich absichtlich eingebraucht worden sind? Solche Fragen stelle ich mir dann.)
Warum schreibst Du dann nicht einfach sowas wie: "Wer nach der Leseprobe eine homoerotische Liebesgeschichte mit Tiefgang erwartet, sollte sich den Roman nicht kaufen. Tatsächlich bekommt man nämlich Hardcore-Gay-P0rn nach Schema F"? :upsidedown:
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Wenn ich ein Buch richtig unterdurchschnittlich finde, dann ist vielleicht nicht das Buch das Problem, sondern ich selbst? Vielleicht hab ich dann die Kunst dahinter einfach nicht verstanden und jede Kritik wäre deplatziert? Ich würde von was reden, wovon ich nichts verstehe? Soll ich dem Autoren dann wirklich meine Kritik zumuten?
Und wenn du in die Einleitung schreibst das das diese Art von Buch nicht das war, was du erwartet hast (auf dein Beispiel bezogen).
Es kann ja wie du sagst wirklich sein das der Auto genau in diese Richtung, die du nicht magst, gehen wollte. Da wäre der Hinweis das der Klappentext und die Leseprobe in deinen Augen ein bisschen am tatsächlichen Inhalt vorbeigehen gar nicht schlecht. Schließlich möchte der Autor doch auch das dem Leser sein Werk gefällt und das ist nunmal wahrscheinlicher wenn ein potentieller Leser das vor dem Kauf korrekt einordnen kann.
 
A

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Gast
Wenn Autoren nur Bücher schreiben, die anderen gefallen sollen, hat die Literatur ein Problem. Gleiches gilt für alle anderen Medien, über die Menschen/KünstlerWissenschaftler/Politiker mit der Öffentlichkeit kommunizieren...es kommt halt darauf an, an welches Publikum man sich richtet. Vielleicht will man ja gerade, dass eine bestimmte demographische Gruppe mit etwas konfrontiert wird, was sie sonst nicht interessiert.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir helfen durchaus auch negative Rezensionen - solange sie eben begründen, was ihnen nicht gefallen hat. Manchmal denke ich mir dann nämlich "Joa, kann sein, dass ihm das nicht gefallen hat, dass die Story so seicht ist - ich such aber genau so etwas, um schön abzuschalten." Genauso in deinem erwähnten Beispiel: Es gibt durchaus Leute, die einen vulgären Porno lesen wollen. Wenn du also schlecht bewertest, weil es dir nicht gefallen hat, ist das dein gutes Recht. Mit der Argumentation hingegen hilfst du Unentschlossenen, einzuordnen, ob sie dieses Buch lesen wollen oder nicht. Denn nur positive Rezensionen á la: "Total gut, hat mir gefallen, konnte nicht aufhören zu lesen" helfen VIEL weniger, als ein "Ich hatte eine romantische, vielschichte Liebesgeschichte erwartet - stattdessen habe ich einen vulgären Porno erhalten, auf dem es nur um Gelüste, aber nicht um Gefühle geht". Damit ist ja allen geholfen. :smile:

Was ich grundsätzlich nicht ernst nehme, sind Rezensionen, die nur zerreißen. Ich lese mir bei Amazon grundsätzlich auch die schlechtesten Kritiken durch, diese helfen mir aber nicht. Alles schlechtreden kann jeder, konstruktive Kritik ist aber immer angebracht (auch bei nur einem Stern).

Ich hab auch so den ein oder anderen Klassiker, den ich am liebsten verreißen würde - wenn ich mich mit einer Freundin über das Buch unterhalte, ist meine Meinung auch direkter und wertender. In einer Buchrezension würde ich mir die Mühe machen zu erklären, was mir nicht passt.

Also keine falsche Scheu :smile: Dir traue ich genügend Empathie zu, deine Worte nicht zu verletzend zu formulieren.
 

Benutzer150418 

Verbringt hier viel Zeit
Aber ehrlich gesagt halte ich das Schreiben von Bewertungen für verschwendete Zeit, außer man will jemanden/etwas wirklich fertigmachen, oder umgekehrt, so weiterverbreiten, dass es einen größeren Einfluss auf die Gesellschaft hat, weil einem das Thema wichtig ist. Ansonsten gibt es ja genügend professionelle Kritiker, die die Medien heute für einen einordnen; ich wüsste nicht, was ich da Neues beizutragen habe.
Also meine Motivation für Rezensionen ist bei Büchern, die ich sehr mochte, dem Autoren etwas zurück zu geben für die schönen Stunden, die man mir geschenkt hat mit dem Buch.
Die Motivation für schlechte Rezensionen und Rezensionen im allgemeinen ist (und da muss ich aufpassen mich nicht in unnötigem Geschwafel über meine eigene Meinung zu verlieren :grin:) ein wenig von dem zu "verarbeiten", was das Buch in mir ausgelöst hat. Ich platze, wenn ich meine Gefühle dann für mich behalten muss (ich nehme die Charaktere und ihre Geschichte immer so ernst, als wären sie meine Freunde :depri:), naja, aber habe eben niemanden zum Reden, weil mein Schatz seine Nase oftmals nicht freiwillig in die Bücher steckt, die ich verschlinge. Und anderswo wirds mühsam qualifizierte Gesprächspartner aufzutreiben. :upsidedown:

Also macht das Schreiben von Rezensionen für mich eben schon Sinn. :grin:
Es kann ja wie du sagst wirklich sein das der Auto genau in diese Richtung, die du nicht magst, gehen wollte. Da wäre der Hinweis das der Klappentext und die Leseprobe in deinen Augen ein bisschen am tatsächlichen Inhalt vorbeigehen gar nicht schlecht. Schließlich möchte der Autor doch auch das dem Leser sein Werk gefällt und das ist nunmal wahrscheinlicher wenn ein potentieller Leser das vor dem Kauf korrekt einordnen kann.
Das stimmt... danke für den Gedankenanstoß. :grin:
Freundlich wie ich bin, würde ich die fertige Bewertung auch mehrfach nach Formulierungen absuchen, die irgendwie unsachlich oder beleidigend sein könnten.
Ich richte mich (bei deutschen Büchern) nämlich auch lieber mit der Bewertung an den Autoren selbst, also formuliere so, dass dem Autoren geholfen ist, nicht den potenziellen Käufern.

Was ich grundsätzlich nicht ernst nehme, sind Rezensionen, die nur zerreißen.
Ja, genau. Das passiert (schätze ich) wenn man ein Thema sehr persönlich nimmt und deswegen emotional reagiert. Ist mir vor vielen Jahren mal passiert in einer Rezension, aber die wurde gar nicht erst frei geschaltet. :ROFLMAO:
Schade eigentlich... die war ja nicht irgendwie beleidigend, sondern vermutlich einfach zu politisch inkorrekt und unsachlich. Naja. :ashamed:

Also keine falsche Scheu :smile: Dir traue ich genügend Empathie zu, deine Worte nicht zu verletzend zu formulieren.
:ashamed::knuddel: Ist so.
Deswegen ja auch überhaupt erst mein Zögern.
Hab hier auch aktuell keine dieser Fehlgriffe liegen, die mich emotional derart aufwühlen, dass ich dem Schmierfink auf den Schlips treten muss. :grin: Alles nur Bücher die mir aus verschiedenen geschmackstechnischen Gründen nicht gefallen haben und ich der Meinung bin, der Autor sollte das wissen. :unsure:

Mal gucken, ob ich nachher noch ein bisschen Zeit entbehren kann. :link:
Zumindest der Porno :X3: ist ja schnell abgewickelt.
 

Benutzer84435 

Meistens hier zu finden
Wenn einer Müll produziert soll er das ruhig wissen.

Bei Amazon vergebe ich selten einen Stern, aber manchmal ist es notwendig. Beispielsweise habe ich vor längerer Zeit ein unterirdisches Sachbuch gelesen, in dem es eigentlich nur darum ging, das Sachbuch eines anderen offen schlecht zu machen. Geworben wurde mit einer kritischen Analyse, was durchaus interessant klang. Tatsächlich waren die Argumente für jeden Fachmann erkennbarer Bullshit, der Stil beleidigend und offensichtlich hat er den anderen Autoren nicht mal vollständig oder aufmerksam genug gelesen.

In solchen Fällen ist die Holzhammer-Methode die beste.
 
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