beziehungsunfähig Schaffe es nicht, Vertrauen wieder aufzubauen. Behindere mich selber. Hilfe.

Benutzer183202  (27)

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Hi,

ich (m#27) werde hoffentlich in diesem Sommer 3 Jahre mit meiner Freundin zusammen sein.
Vor ca. einem Jahr bin ich in eine Stadt ca. 40 Minuten von ihr entfernt gezogen, weil ich ein Studentenleben, welches ich nie hatte, nachholen wollte. Darunter verstehe ich, mir ein Leben in einer neuen Stadt und ein paar neue Freunde aufzubauen, und wenn es wieder geht, etwas feiern. (Bin ein Landkind).

Unsere Vergangenheit ist vielschichtig. Wir hatten extreme Probleme schon von zu Beginn an, weil ich sie für ein kleines Mädchen hielt, weil sie so lieb und süß, aber zurückhalten war. Das war sie wirklich, liebevoll und führsorglich, weshalb ich mich auch in sie verliebte. Aber ich war damals noch nicht beziehungsreif.
Zum einen hatte ich mit meiner Vergangenheit (einer Ex und einer Bettgefährten) nicht abgeschlossen. Zum anderen fehlte mir etwas der Reiz des Aufregenden bei ihr.

Trotzdem startete ich eine Beziehung mit ihr und sie ging durch dick und dünn mit mir (Studiumsabbruch, Beinahe-Depressionen).
Ich war dumm uns suchte die Schuld für den Studiumsabbruch bei meinen Eltern und vor allem bei ihr.
Ich begann nach anderen Frauen zu suchen, weil ich dachte, sie täte mir schlecht und der Grund, dass ich mich auf die Beziehung einließ hätte dazu geführt, dass ich versagt hatte. Ich war einfach ein Idiot, dass man es kaum fassen kann.
Aufgrund des Tiefs, welches nach dem Abbruch folgte, hatte ich mich oft mit meiner Familie gestritten. Das führte dazu, dass ich im Alleingang wie anfangs erwähnt auszog.
Sie war sehr verletzt, dass ich das ohne sie einzubeziehen tat, aber hatte es akzeptiert.

Ich hatte weitere Fehler gemacht. Fehler, wo jede andere Frau weg wäre.
Aber, noch immer, dank ihr, weil sie der vergebenste Mensch der Welt ist und mich wohl 1000x mehr liebt als ich es verdient hatte, sind wir zusammen.
Sie halt mir so oft, und ich schätzte es nicht immer. Ich riss mich zusammen, aber sie bot so oft Möglichkeiten an, mir zu helfen, dass ich es kaum mehr selber realisierte, ob ich es gerade ausnutzte, oder nicht. Versteht ihr? Ich wusste nicht, wie ich das jemals irgendwie aufwiegen sollte, um es wieder gut zu machen. Die Beziehung war sowieso schon so im Ungleichgewicht.

Jetzt, rund ein Jahr nachdem ich in der anderen Stadt lebte, möchte Sie in einer ländlichen Gegend zusammenziehen.
Weil sie endlich in ihrem Leben einen Schritt weiter gehen möchte.
Sie ist es Leid immer zurück zu stecken und beruflich kann Sie mit mir nicht in diese Stadt ziehen, sondern ist an die Gegend, wo sie her kommt gebunden.

Ich selber bin aber noch nicht soweit. Ich gestehe es mir mittlerweile ein, die vielen Fehler, die ich gemacht hatte in meiner Vergangenheit.
Fehler, ohne die Sie und ich viel weiter wären. Ich weiß dass ich an so viel Schuld bin, dass ich es teilweise nur durch verdrängen schaffe, mir nicht absolut schlecht vor zu kommen. Ich weiß, dass sie es verdient hat.

Ich möchte meine Zukunft mir ihr verbringen, habe aber total Angst davor, dass ich mich auf ein Leben einlassen, das mir in meiner aktuellen Lebenssituation zu langweilig wäre. So, dass ich es später bereuen würde. Und vor allem jetzt, wo ich allmählich mich wieder gerafft habe (und nach einem weiteren Studium, dass ich fast geschafft hatte nun endlich Zeit habe und evtl. Corona nachlässt) noch etwas schöne Zeit in der Stadt verbringen wollte.
Wie Anfangs erwähnt, ich wollte das Leben etwas nachholen, welches ich durch meine eigenen Fehler nie in dieser Form hatte.

Mein Mitbewohner und ich (ja, ich wohne in einer WG, das macht es auch nicht leicht für uns) hatten kürzlich Kontakt mit einer neuen Mädels-WG unter uns geschlossen. Für mich bedeutet das etwas mehr Anschluss in der Stadt und dass ich endlich (Corona bedingt) mich etwas mehr einleben könnte.
Meine Freundin ist aber aufgrund meiner Fehler teils komplett ohne Vertrauen und sie verlangt von mir, dass ich auf sämtlichen weiblichen Kontakt, bis es bei uns besser läuft, zu verzichten. Sie will, weil sie alle Verletzungen nur sehr langsam verdaut, Zeit zu zweit verbringen, und dann dabei ist.
Wir streiten uns aber aktuell so oft, dass wir gar nicht zuerst so viel schönes zu zweit erleben können. Es dauert gefühlt ewig, dass sie mal bereit wäre, mit z.B. dieser WG etwas zu machen. Genau das ist es aber, was ich möchte. Ich war schon immer ein offener Typ und ging auf andere zu, aber aktuell verlangt sie genau das Gegenteil.

Nun, da die Zeit sich begrenzt anfühlt, ist es noch schlimmer. Ich habe vollstes Verständnis für Sie, aber kann mich kaum zusammenreissen, weil ich mich eingesperrt fühle. Sie hat alles verdient, zusammenziehen mit ihr wollte ich auch, aber zuerst, wenn ich wenigstens ein wenig so leben konnte, wie ich es will.
Mit ihr zusammenziehen würde vieles besser machen, aber das ist eine Einbahnstraße und dann ist es vorbei. Die vielen Streits halten uns davon ab, dass es so gut wird, dass sie endlich wieder vertrauen aufbauen könnte. Wir beide können aber kaum voneinander los lassen.

Also zu meine Frage: Hilfe, was soll ich tun? Habt ihr Tipps, wie ich durchhalten könnte? Was ich tun sollte, dass es endlich mal 'klappt'? Wie kann ich mein Bild von ihr nachhaltig ändern und von meinen falschen Vorurteilen endlich mal abkommen (in den Anfängen hat sie mir schon so oft gezeigt, dass es anders sein könnte mit ihr, aber unser Alltag ist langweilig und sie kann es nicht mehr hören, dass ich es spannender will)? Wie kann ich ihr Misstrauen und ihre Verletzung heilen, sodass ich auch wieder mit anderen Frauen wenigstens reden kann (von Freundschaften bin ich noch weit entfernt)? Wie kann ich ihr klar machen, dass ich wirklich nur sie will, wenn ich noch nicht bereit bin, mit ihr zusammen zu ziehen?

Viele Grüße
Karl
 

Benutzer183191 

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Puh, aus dem was du schreibst...lese ich eher ein schlechtes Gewissen bzw. Mitleid ihr gegenüber als Liebe. Und das wäre weder ihr noch dir gegenüber fair. Setz dich erst mal mit dir auseinander...was Du WIRKLICH willst.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Das klingt irgendwie alles nicht so gesund...

Du schreibst immer wieder von verdienen, von Schuld, von wiedergutmachen...klingt nicht gerade nach einer Beziehung auf Augenhöhe.

Letztendlich liest es sich so, als hätte sie ewig immer alles von dir ertragen, immer wieder zurückgesteckt, und hat jetzt endlich mal genug Selbstwertgefühl aufgebracht, ihre Lebensplanung nach ihren Wünschen zu richten.
Und dann kommst du an, und deine Wünsche sind ziemlich konträr zu ihren, und jetzt musst du derjenige sein, der zurücksteckt, weil sie das ja auch gemacht hat.
Wenn du nur aus Schuldgefühl ihr gegenüber das Gefühl bekommst, ihr etwas geben zu wollen, wie soll sie dir da vertrauen?

Du stempelst das Leben mit ihr gleich als langweilig ab, als Einbahnstraße - sollte der Gedanke an eine gemeinsame Zukunft nicht eigentlich positivere Emotionen auslösen? Ich als Partnerin würde jedenfalls nicht mit jemandem zusammenziehen wollen, wenn ich das Gefühl habe, mein Partner sieht darin das Ende der Welt.

Liebe allein reicht in einer Beziehung halt nicht.
Entweder, man findet einen Kompromiss, wenn man so gegensätzliche Lebensvorstellungen und Bedürfnisse hat, oder eben nicht.
Welchen Kompromiss kannst du ihr anbieten? Welche kann sie anbieten? Reicht euch das?
Ansonsten tut euch beide den Gefallen und beendet diese Beziehung. Ihr könnt niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat, das funktioniert einfach nicht und macht letztendlich unglücklich.
 

Benutzer138994  (39)

Meistens hier zu finden
aber unser Alltag ist langweilig und sie kann es nicht mehr hören, dass ich es spannender will
Ich kann nachvollziehen, dass sie das nicht mehr hören kann. Wie sollte denn ein spannender Alltag aussehen? Warum ist Langeweile so ein Problem für dich?
 

Benutzer180833  (31)

Klickt sich gerne rein
Mit ihr zusammenziehen würde vieles besser machen, aber das ist eine Einbahnstraße und dann ist es vorbei.
Was ist dann vorbei? Das Leben?
Sie hat alles verdient, zusammenziehen mit ihr wollte ich auch, aber zuerst, wenn ich wenigstens ein wenig so leben konnte, wie ich es will.
Das heißt du willst gerade nicht so leben wie sie es will. Und das ziemlich klar.
aber unser Alltag ist langweilig und sie kann es nicht mehr hören, dass ich es spannender will)?
Hast du schon ihr Vorschläge gemacht wie ihr euren Alltag spannender gestalten könntet? Einfach nur zu sagen: "es ist langweilig" reicht halt nicht aus.
Wie kann ich ihr Misstrauen und ihre Verletzung heilen, sodass ich auch wieder mit anderen Frauen wenigstens reden kann
Khm. Wie kann ihr Verletzung (ich nehme an aufgrund von einem Betrug) heilen und ihr Vertrauen wiedergewinnen in dem ich mit anderen Frauen rede? Mann, du bist in einer Männer-WG und ihr habt regelmäßig Kontakt zu irgendwelchen Mädels, die auch noch wahrscheinlich regelmäßig bei euch chillen während sie in einer anderen Stadt alleine ist? In einer stabilen Beziehung ohne Vertrauensbruch wäre dies vielleicht machbar aber in eurer Beziehung kannst du es schlicht und ergreifend vergessen. Entweder konzentrierst du dich darauf ihr Vertrauen wieder zu gewinnen in dem du dich vertrauenswürdig verhältst, was anfangs leichte Einschränkung deiner Freiheit bedeutet, dies aber mit größerer Freiheit in der Zukunft belohnt wird, oder du lässt es von vornherein sein, beendest du Beziehung und flirtest so viel wie du willst rum. Bitte tue es dem armen Mädel nicht an, das sowieso schon viel für dich aufgeopfert hat.

Du hast Scheiße gebaut, willst aber keine Verantwortung dafür übernehmen. So wird nie was.
Wie kann ich ihr klar machen, dass ich wirklich nur sie will, wenn ich noch nicht bereit bin, mit ihr zusammen zu ziehen?
Wenn du nur sie wollen würdest, wäre für dich die Kontaktbeschränkung auf nur männliche Freunde auch kein Problem. Da dies aber ein Problem für dich ist, heißt dass du die Aufmerksamkeit von anderen Frauen brauchst.

Wenn du nicht mit ihr zusammenleben willst, sie es aber unbedingt will, musst du gehen und sie für jemanden freigeben der ihr dieses Bedürfnis erfüllen kann! Sie verliert nur deine wertvolle Zeit mit dir, weil du mMn zu der Sorte Menschen gehörst, die nie dafür bereit werden.

Im allgemeinen klingst du wie mein Exfreund, der bindungsängstlich war.
Nach außen hin sich den Bedürfnissen anderer Person anpassen wollen, nach innen sich aber rigoros abgrenzen. Du hast einen inneren Konflikt zwischen den Bedürfnissen nach Bindung und Unabhängigkeit, der höchstwahrscheinlich aus deiner Kindheit stammt. Das einzige was dir hilft ist eine Therapie. Was übrigens auch deine Freundin braucht, da sie schon mehrfach über ihre Grenzen gegangen ist und eure Beziehung langsam toxisch geworden ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer174045  (52)

Sorgt für Gesprächsstoff
Guten Morgen Karl
alleine Deinen Text zu lesen ist sehr anstrengend ich frage mich gerade wie es in Deinem Kopf und vor allem mit den Gefühlen steht.
Ich glaube es wäre sinnvoller wenn Ihr euch beide eine therapeutische Begleitung sucht. Und eine dann eine neue Beziehung mit anderen Partner aufbaut.
Nehme Dir Zeit für eine Analyse der Themen die in der aktiv sind um dann wieder nach vorne zu schauen.
Ich habe das Gefühl das ihr euch beide mit den Erlebnissen immer wieder am gleichen Punkt im Kreis drehen wird.
Von Liebe spüre ich in Deinem Text nicht viel.

Ich wünsche Dir viel Kraft
Deine Karin
 

Benutzer183107  (21)

Ist noch neu hier
hört sich so an als wäre eure beziehung nur gewohnheit und ihr wärt jeder für euch alleine besser dran
 

Benutzer178789 

Sorgt für Gesprächsstoff
Denke, sie hat Dich immer schon mehr geliebt als Du sie.
Sie war Dir gegenüber stets loyal, trotz Deiner Alleingänge und der Fehler, von denen Du sprichst..

Du willst sie nicht verlieren weil sie eine Konstante in Deinem Leben ist, sie gibt Dir Halt, Bestätigung, Sicherheit.
Aber auf Augenhöhe siehst Du sie nicht und behandelst sie entsprechend.
Du möchtest Deine Freiheit und Distanz von Ihr (40km weit weg).
Du willst was erleben, Dich austoben, Party machen. Im Grunde lieber ohne sie aber so ganz ohne dann auch nicht. Da würde dir ja wieder die Konstante fehlen.

Das sie mittlerweile wenig Vertrauen hat, ist nachvollziehbar. Du hast auch nie richtig viel getan um Ihr Vertrauen zu stärken.

Deinen Wunsch nach Freiheit verstehe ich schon. Ist auch okay.
Vielleicht solltest Du wirklich mal einige Zeit auf die Wiese, dir die Hörner abstossen, Party machen, selbstständig sein.
Momentan hältst Du sie fest und stösst sie dann wieder weg von Dir. Du hältst sie warm. Möchtest beides. Freiheit UND das Wissen dass da eine liebende Freundin wartet. Das ist nicht fair.
Sie sollte auch die Chance haben sich weiter zu entwickeln.
 

Benutzer183202  (27)

Ist noch neu hier
Hallo zusammen,
vielen lieben Dank für eure Rückmeldung. Ich weiß aber noch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll.
Puh, aus dem was du schreibst...lese ich eher ein schlechtes Gewissen bzw. Mitleid ihr gegenüber als Liebe. Und das wäre weder ihr noch dir gegenüber fair. Setz dich erst mal mit dir auseinander...was Du WIRKLICH willst.
Ich habe ein schlechtes Gewissen und auch Mitleid, wer hätte das auch nicht, bei so vielen Fehlern. Ich denke schon, dass ich sie liebe, aber wohl nicht so sehr wie sie mich. Aber das Ungleichgewicht habe ich noch auch mit in der Hand, oder?
Ich weiß, es ist nicht fair. Aber ich tue mich wirklich hart, weil ich das Gefühl habe, mich nur nicht gut genug zusammenzureißen (mich zurückzuhalten) und daher noch nicht alles Mögliche gemacht habe.
Was ich will? Tja, das weiß ich nicht. Für mich gab es immer nur berufliche Ziele und ich dachte mir Familie so ab Anfang 30. Ich möchte viel reisen, aber das sind ja keine wirklichen Ziele.

Wenn du nur aus Schuldgefühl ihr gegenüber das Gefühl bekommst, ihr etwas geben zu wollen, wie soll sie dir da vertrauen?
Hi Fantasy, ich verstehe deine Ansicht, aber ich würde doch z.B. als offener Typ nicht den Kontakt zu anderen Vermeiden, wenn ich es nicht ihr zuliebe müsste, oder wie meinst du das? Ich stemple das Leben mit ihr nicht pauschal als langweilig ab, aber unsere früheren Ziele z.B. beide nach Stutgart zu ziehen sind gelaufen. Ich bin mir oft nicht sicher, ob sie auch nur aus Angst dann nicht mehr woanders hin wollte und es sich so schön geredet hatte. Ich verstehe, dass ich ihr ein besseres Gefühl geben muss, aber dafür muss ich ja auch das Gefühl haben, so leben zu können (mit ihr zusammen), dass ich das ausstrahlen kann, oder? Und dafür müsste ich mich zuerst zurücknehmen, dass sie ihr Vertrauen aufbauen kann, damit ich mich dann so wohlfühle mit ihr, dass sie das Gefühl hat, ich will das auch.

Ich komme mir schlecht vor, und will sie nicht gehen lassen, weil es Gefühlt nur eine kurze Zeit noch für mich so sein sollte, dass ich mich ein wenig ausleben kann (aber so, dass es für eine Beziehung in Ordnung wäre), und dann eh so weit wie sie wäre.. rede ich mir zumindest ein. Aber ja, ich muss mich mit ihr unterhalten.

Ich kann nachvollziehen, dass sie das nicht mehr hören kann. Wie sollte denn ein spannender Alltag aussehen? Warum ist Langeweile so ein Problem für dich?
Das kann ich auch nachvollziehen, ich wusste bloß nicht wie ich es anders ausdrücken sollte, dass es mir aktuell was fehlt. Ich stelle mir darunter neben regelmäßigen Aufmerksamkeiten und Unternehmungen vor, dass man sich ein wenig neckt, viel Spaß hat, viel lacht. Gemeinsam Sport macht, sich Zeit zu zweit nimmt, aber auch viel gemeinsam mit Freunden macht. Dass man sich Lustiges zuschickt. Nicht nur über die Familie und Nachrichten redet, sondern evtl. etwas über Klatsch und sich mal evtl. über anderes lustig macht. Ich weiß nicht, ob ich da zu unrealistisch bin, gebt mir da bitte Feedback. Ich weiß, evtl. wird alles langweiliger mit der Zeit, aber es muss doch nicht sein, dass man sich gefühlt immer nur darüber unterhält, wie man was besser macht (auch wenn sie mir noch etwas beim Erwachsenwerden helfen musste).

Was ist dann vorbei? Das Leben?
Weil Sie beruflich so sehr an den Standort gebunden ist, könnten wir nicht mehr z.B. in eine Stadt ziehen.
Harte Worte von dir, aber die habe ich wohl verdient. Ich habe schon mal daran gedacht, eine Therapie zu machen. Ich habe auch ihr schon häufiger eine Paartherapie angeboten, aber wollte sie nie, sondern es selber schaffen.
Ich verstehe, dass ich mich zurücknehmen müsste. Aber selbst dann, wenn ich alles richtigzumachen scheine, hatte sie nicht schnell genug aufgehört, mir Sachen vorzuwerfen, wodurch ich wieder den Glauben verlor, es könne sich was ändern. Ab da geht es dann wieder von vorne los. Ich frage mich dann, ob es wirklich nur mein Fehler ist, aber theoretisch ist es egal.

Ich will nicht nur sie. Ich bin der Überzeugung, dass ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit dadurch charakterisiert wird, dass ich leicht Freundschaften schließen und diese auch Suche. In den letzten drei Jahren hatte ich aber eher Freundschaften verloren statt neue Aufgebaut. Daher habe ich mittlerweile ein großes Bedürfnis. Mit den Mädls hatten wir tatsächlich 2x Kontakt, wobei ich mich aber eher zurück hielt und klarstellte, dass ich eine Freundin habe, indem ich positive Dinge über sie erzählte.

Denke, sie hat Dich immer schon mehr geliebt als Du sie.
Sie war Dir gegenüber stets loyal, trotz Deiner Alleingänge und der Fehler, von denen Du sprichst..

Du willst sie nicht verlieren weil sie eine Konstante in Deinem Leben ist, sie gibt Dir Halt, Bestätigung, Sicherheit.
Aber auf Augenhöhe siehst Du sie nicht und behandelst sie entsprechend.
Du möchtest Deine Freiheit und Distanz von Ihr (40km weit weg).
Du willst was erleben, Dich austoben, Party machen. Im Grunde lieber ohne sie aber so ganz ohne dann auch nicht. Da würde dir ja wieder die Konstante fehlen.

Das sie mittlerweile wenig Vertrauen hat, ist nachvollziehbar. Du hast auch nie richtig viel getan um Ihr Vertrauen zu stärken.

Deinen Wunsch nach Freiheit verstehe ich schon. Ist auch okay.
Vielleicht solltest Du wirklich mal einige Zeit auf die Wiese, dir die Hörner abstossen, Party machen, selbstständig sein.
Momentan hältst Du sie fest und stösst sie dann wieder weg von Dir. Du hältst sie warm. Möchtest beides. Freiheit UND das Wissen dass da eine liebende Freundin wartet. Das ist nicht fair.
Sie sollte auch die Chance haben sich weiter zu entwickeln.
Hi Milla,
danke dir auch für deinen Text. Du hast schon recht damit, dass sie meine Konstante ist. Das sagt sie selber. Ich habe keine Bezugsperson mehr im Leben, außer sie. Ich finde (mittlerweile) an jedem Menschen etwas auszusetzen, an mir allem voran etwas. Durch negative Erfahrungen bin ich wohl schon eher zu einem Pessimist geworden, obwohl ich früher immer super drauf war. Wahrscheinlich weil ich immer zu sehr geträumt hatte, statt realistisch zu sein, und irgendwann ist mir eben doch das Leben auf die Füße gefallen. Ich habe einen Wunsch nach Freiheit, aber wollte und will diesen immer mit ihr ausleben. Ich habe aber das Gefühl, als würde der Ruck, den sie braucht nie mehr kommen und sie spricht selber von so vielen Sachen, bei denen sie früher bereit war sie zu machen, aber jetzt aktuell nicht. Ich klammere mich an die Sachen, die sie sagt, wofür sie bereit wäre, wenn es besser wäre. Sie klammert sich an meine Aussagen, dass ich mich ändern will, und bereit bin, mich zurück zu nehmen für sie.

Ich weiß, man sollte nichts weiter machen, nur weil es schon so lange geht. Ich weiß auch, dass ich das Mädl nicht verdient habe und sie nicht weiter verletzen will. Ich meine nur ich habe noch nicht alles probiert, weil ich einfach zu kurzfristig denke. Dadurch versaue ich mir immer Gelegenheiten und wegen mir drehen wir uns im Kreis. Ich würde es wirklich gerne noch einmal probieren und mich dafür komplett zurück nehmen, bis es ihr besser geht.
 

Benutzer142252 

Verbringt hier viel Zeit
K Karl132 klingt irgendwie, als wenn euch die Gesprächsthemen und Gemeinsamkeiten fehlen?! Ist das so?
Ich komme nicht ganz mit, aber ihr könntet doch so umziehen, das ihr die Vorteile der Stadt in der Nähe habt und trotzdem in der Nähe ihrer Arbeitsstelle seid? Irgendwo auf halbem Weg? Und dann langsam anfangen neue Freunde zu finden und neue Hobbys zusammen finden. Ihr könntet es probieren, gemeinsam zu wohnen und euch so wieder anzunähern.
 

Benutzer178789 

Sorgt für Gesprächsstoff
Schön, dass Du nochmal Rückmeldung gibst!
Ich lese allerdings auch aus diesem Text dass Deine und Ihre Wünsche nicht so einfach zusammen gehen. Einer müsste zuviel zurückstecken.

Ich verstehe Euch beide. Und auch besonders deinen Wunsch,Dich mal so richtig auszuleben bevor es ernst wird. Das würde sie natürlich sehr verletzen.
Auf der anderen Seite wirst Du es ihr für immer und ewig vorwerfen, wenn sie Dich jetzt festkettet.
Puh, ich glaube da käme wirklich nur ne Auszeit oder gleich die vollständige Trennung in Frage und ein Ausleben von Wünschen und das dürfte sie natürlich dann auch tun. Gleiches Recht für alle.
Wenn sie dann zwischenzeitlich einen Partner zum Familie gründen findet, hättest Du Pech gehabt, aber es wäre dann so.
Genauso umgekehrt.
Vermutlich hat sich eure Liebe irgendwie totgelaufen, ihr ward zu lange nur auf Euch fokussiert und das fällt euch jetzt vor die Füsse.

Ich finde die Situation durchaus schwierig, es wird wohl nicht DIE Lösung geben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer183202  (27)

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Klingt irgendwie, als wenn euch die Gesprächsthemen und Gemeinsamkeiten fehlen?! Ist das so?
Naja, mir kommt es schon häufig so vor. Sie macht zwar viele Vorschläge. Mein Gott, wir haben ganze Listen (gemeinsame), was wir alles machen könnten. Und trotzdem läuft es immer gleich ab, weil sie zuerst Zuneigung braucht, um sich irgendwie im Stande zu fühlen, etwas mit mir zu machen.

Das finde ich auch schlimm, und noch mehr, dass es so scheint, als wären es fast ihre einzigen Ziele, mit mir zusammen zu ziehen und später eine Familie zu gründen. Ich weiß auch nicht recht viele Ziele für mich selber, aber ich dachte immer, das kann doch nicht das einzige sein. Für die Themen, für die sie sich interessiert, interessiere ich mich nicht soo sehr. Sie sagt immer, man muss sich eben damit beschäftigen, sie würde sich auch nicht für alles interessieren. Tierliebe und ihr Vater machen gefühlt die Hälfte ihrer Gesprächsthemen aus. Die finde ich zwar schön, und ich finde es auch süß, dass ihr für mich banale Sachen reichen, um glücklich zu sein, aber ich will immer irgendwie mehr.

Ihr könntet doch so umziehen, das ihr die Vorteile der Stadt in der Nähe habt und trotzdem in der Nähe ihrer Arbeitsstelle seid? Irgendwo auf halbem Weg? Und dann langsam anfangen neue Freunde zu finden und neue Hobbys zusammen finden. Ihr könntet es probieren, gemeinsam zu wohnen und euch so wieder anzunähern.
Das stimmt schon, aber ich fühle mich halt so eingeschränkt, durch das, dass sie von mir (zunächst) verlangt, alle weiblichen Kontakte z.B. sein zu lassen (habe mittlerweile eh keine weibliche Freundin mehr). So ist es schwierig für mich, meinem Unterbewusstsein beizubringen, dass es später anders würde. Zudem drängte sie (verständlicherweise) immer mehr auf zusammenziehen.

Ich finde die Situation durchaus schwierig, es wird wohl nicht DIE Lösung geben.
Auch danke für die Rückmeldung. Ich weiß, es hört sich auswegslos an. Ich hatte ihr schon mal vorgeschlagen, mit ihr eine Auszeit zu machen. Sie auch, aber in wirklichkeit und das sagte sie auch schon früher, ist sie ein Mensch, da gibt es bloß ganz oder gar nicht. Wenn es pausiert werden würde, dann wäre es ganz vorbei, sie schließt dann mit mir ab und dann gibt es kein zurück.
Das möchte ich aber überhaupt nicht, weil ich das Gefühl habe, so einen 'goldigen' Menschen gibt es keinen zweiten auf dem Planeten. Das, was sie mir erzählt, wie sie sich verhalten und leben würde, was sie mitmachen würde, wenn sie sich gut fühlen würde, stimmt eh mit meinen Vorstellungen überein. Aber sie hat es satt mir etwas beweisen zu müssen und bei der kleinsten Bitte meinerseits in diese Richtung flippt sie regelrecht aus und macht das Gegenteil. So ist es schon schwer, mir vorzustellen, dass ich nicht nur einem Traum hinterher laufe.
 

Benutzer183202  (27)

Ist noch neu hier
Ich habe euch mal die komplette Geschichte hier rein kopiert, wie ich sie mir mal selber zusammen geschrieben habe, falls es wen interessiert. Es ist sehr lange, um Gottes willen, ihr müsst das nicht lesen, nur wer will, dass ihr mich evtl. besser Verstehen könnt, warum wir so aneinander hängen:

Meine Freundin (24) und ich (27) kennen uns seit über 3 Jahren.

Damals, als ich sie kennen lernte, wollte ich noch nicht wirklich eine Freundin.

Ich hatte meine alte Beziehung noch lange nicht verarbeitet, war zuvor beruflich fast das ganze Jahr im Ausland und hatte dadurch nach der vorherigen, gescheiterten Beziehung sexuell viel nachgeholt, weshalb ich noch nicht wirklich nach etwas Festem suchte, sondern mehr erleben wollte.

Ich wusste damals, dass ich sehr wahrscheinlich für ein besonderes IT-Masterstudium nach Stuttgart ziehen würde. Sie studierte damals ca. 3h entfernt von unserer Heimat Textildesign.

Wir hatten uns eines Abends in einer Diskothek in unserer beider Heimatstadt kennen gelernt. Ich hatte ihre Nummer abgestaubt, sie war für mich damals nur eine Nummer von vielen, jedoch eine superliebe und sehr hübsche.

Ich fing an mit ihr zu schreiben, sie beendete damals während dieser Zeit ihre Beziehung zu ihrem Exfreund und hatte auch direkt damit abgeschlossen.

Wir trafen uns noch einige Male beim Weggehen, ich schrieb ihr ununterbrochen, um sie kennen zu lernen und sie anzuwerben.

Eigentlich wollte ich sie aber nur ins Bett bekommen, da ich sie so umwerfend hübsch fand.

Sie war auch nicht ganz blöd und wusste, dass sie mir nicht alles geben sollte.

Mit der Zeit freundete ich mich mit dem Gedanken an, mit ihr eine Beziehung einzugehen, weil sie in etwa genau meiner Traumfrau entsprach (super lieb, fürsorglich, verständnisvoll und wunderhübsch), mit der ich später mal eine Familie gründen wollte.

Ich fragte sie über Details zu ihren Zukunftswünschen aus und hatte Erwartungen, die man sonst nur äußern konnte, wenn man bereits mit dem Menschen eine Beziehung eingegangen wäre.

Wir trafen uns auch immer wieder beim Feiern. Ich hielt es fast für selbstverständlich, auch noch nach anderen Frauen Ausschau zu halten, warf es ihr aber total eifersüchtig vor, sich an Typen heranzuwerfen, obwohl sie nur mit alten Schulfreunden sprach. Diesen Abend war ich so stark alkoholisiert, dass ich mich an Einiges was passiert, nicht erinnerte. Am nächsten Tag hatten wir ein Date vereinbart und sie traf sich mit mir, ging aber stark auf Abstand.

Ungefähr so kann man sich erklären, warum ich mir schon zu Beginn der Beziehung massive Vorurteile über ihre Zurückhaltung aufgebaut hatte und sich ihre Verhaltensweisen (ob sie wirklich ihr entsprechen oder nicht) verankert hatten.

Über die Zeit und Dates folgten noch weitere Missverständnisse, sie kam mir langweilig vor, weil sie sich nicht öffnete. Sie war von meiner Art abgeschreckt, aber erkannte wohl tief in mir doch einen guten Kerl (für den ich mich damals auch hielt).

Ich suchte nach (auch sexuell) aufregenden Situationen und wollte in dieser Zeit mein Studentenleben nachholen (ich war während meines Bachelors nie ausgezogen und pendelte für das Studium von meinen Eltern aus).

Obwohl es wie eine On-Off-Beziehung bereits vor der Beziehung war, ließ ich und sie irgendwie auch nie voneinander los. Ich hatte ein anderes Mädl kennen gelernt, welches mir etwas lebensfreudiger und vor allem offener erschien. Äußerlich wie ich bin, hatte ich mich aber damals eben für diese Beziehung entschieden, und weil mir Jana, einfach noch lieber erschien und mir das wichtig war. Ich schrieb auch zu diesem Zeitpunkt noch hin und wieder mit einer ehemaligen Bettgefährten aus dem Ausland und redete mir ein, dies sei mittlerweile nur noch freundschaftlich. Sie wusste davon und lies mich dies aber.

Ich zog schließlich für das Studium nach Stuttgart (und sie wollte nachkommen, für sie hätte es einen ihrer Traum-Arbeitsplätze in Stuttgart gegeben).

Es folgte eine kurze Zeit in einer Fernbeziehung, in der ich mich aber eher auf mein Studium als auf sie konzentrierte und mir gelegentlich schäbig vorkam, weil sie mehr in unsre Beziehung steckte als ich. Es kam mir vor, als wäre es schon von Beginn an unausgewogen gewesen.

Das Studium verlief bereits im ersten Semester nicht gut. Ich war überfordert und mir meiner Zukunft alles andere als sicher (ich kündigte dafür aber ein sicheres Arbeitsverhältnis). Ich verlor mich in Grübelei und dachte, das Studium sei wegen meiner Erfolgsaussichten und der zu krassen Spezialisierung doch nichts für mich. Ich erlebte Heimweh in einer starken Form und zerstreute komplett. Ich lernte kaum mit und begann Alternativen zu suchen.

Während ich mich Stück für Stück mehr verlor und nur noch ‚durchdrehte‘, war Jana das Licht auf der anderen Seite. Sie opferte Zeit und Nerven (während ihres Studiums, das sich in einer ebenfalls stressigen Endphase befand), und telefonierte mit mir täglich stundenlang. Ich überforderte Freunde und Familie (sodass sie sich von mir abneigen zu schienen), jedoch war Jana immer für mich da.

Sie half mir mich zu fokussieren. Kam mit nach z.B. Nürnberg, wo ich eine Alternative ansah (obwohl ihr Traum vom Zusammenziehen in Stuttgart damit gestorben wäre).

Schließlich gab mir eine Fortbildung von einem Studentenjob kurz vor der Prüfungsphase den Rest und ich schmiss das Studium.

Ich zog zurück zu meinen Eltern und vergrub mich unter einem Berg von negativen Gefühlen. Ich verwandelte mich zurück zu einem Kleinkind, war superempfindlich (und meine Familie teils sehr rau).

Ich begann, den Fehler bei meiner Familie und vor allem bei ihr zu suchen. Meine Familie hätte mich schon immer abgehalten, das zu tun was ich wollte.

Sie hätte mich aufgehalten und hätte ich die Zeit, die ich mit ihr Telefoniert habe, in das Studium investiert, wäre ich nicht so zerstreut geworden und hätte das Studium geschafft, dass mir rückblickend doch super gefallen hätte.

Redete ich mir zumindest ein.

Ich hielt an meinem Plan, einen Master zu absolvieren fest, nachdem ich so viel dafür aufgegeben und verloren hatte. Schaffte es aber nicht, mich für eine Alternative zu entscheiden, weil ich alle für nicht so exzellent hielt und Angst davor bekam, erneut allein wohin zu gehen.

Jana, unabhängig von dem, was ich ihr an den Kopf warf, war für mich da und versuchte mich aufzubauen. Sie war der Engel an meiner Seite und half mir (wie sie es sagt) mich nicht total mit meiner Familie auseinander zu streiten. Mein Vater vor allem hat einige narzisstische Züge und war sehr hart zu mir und dachte mich mit Druck zu einer Entscheidung zwingen zu können. Er verlor mich noch mehr.

Da mir nichts anderes über blieb suchte ich zunächst eine neue Vollzeitstelle, bekam aber von meinem studentischen Nebenjob eine Vollzeitstelle angeboten (IT für Maschinenbau mit viel Reisetätigkeit).

Ich musste viel umherreisen und fühlte mich aber depressiv. Ich schaffte es kaum mich in positiven Gedanken zu halten. Auch hier unterstütze mich meine Freundin sehr und half mir, mich bei Laune zu halten.

Gleichzeitig äußerte ich ihr Gegenüber, dass mir die Beziehung zu langweilig wäre und stellte mir auch vor ihr die Frage, ob ich sie wirklich lieben würde.

Jana gab mehr als sie konnte und obwohl wir beide uns auch in dieser Phase oft trennen wollten, kam es nicht dazu.

Ich hatte Angst ohne Sie und sie stellte für mich auch immer noch eine Frau dar, die so hingebungsvoll war, ein so guter Mensch, dass ich es nicht über das Herz gebracht hätte, mich von ihr zu trennen, obwohl Sie jemand anderes, der sie besser Behandeln würde, verdient hätte.

In der Zeit, in der ich mich beruflich unterwegs war, kam es wie gesagt oft zu depressiven Phasen. Ich suchte mir später auch etwas Hilfe (in Form einer Psychologin).

Die hatte aber aufgrund einer früheren Beratung zu meiner vergangenen Beziehung einen bitteren Beigeschmack.

Ich fing an, mich viel mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen, in der ich meiner Meinung nach glücklicher zu sein schien. Ich fing an, mit der ehemaligen Bettgefährten zu schreiben.

Über die Zeit viel ‚krasseres‘, als in einer Beziehung ok wäre.

Jana war in der Zwischenzeit mit ihrem Studium fertig und zog in unsere Heimat zurück. Sie gab wie gesagt einen ihrer Träume auf und nahm eine Arbeitsstelle an, welche nur 40 km von unserer Heimat entfernt war.

Durch ihr Studium war dies beinahe die einzige Stelle, die es weit und breit mit diesem Einkommen gab. Sie hätte auch nach Rosenheim gehen können (ca. 200 km südlich), blieb aber mir zuliebe da.

Wir stritten und häufig (wie eben auch schon zu Beginn der Beziehung). Ich suchte, selbstzerstörerisch wie immer, Gründe, weshalb ich meinte, dass wir nicht so gut zusammenpassen würden (wünschte mir aber das Gegenteil).

Sie war von meinem Verhalten schon über allen Maßen verletzt, hielt aber auch an mir fest, weil ich es erkannte, dass ich mich ändern musste.

Eines Abends suchte sie in meinem Handy und fand die Konversation mit der ehemaligen Bettgefährten. Ich schrieb heftig mit dieser (ich rechtfertigte es mir selbst irgendwie mit, dass ich mich wieder lebendig fühlen würde).

Jana verlor den Rest an Vertrauen, den Sie wieder zu mir gefunden hatte. Über unseren schönsten Urlaub, den wir miteinander verbracht hatten, fand sie heraus, dass ich ebenfalls mit dieser Frau damals schrieb (etwas, was ich gar nicht mehr wusste zu diesem Zeitpunkt). Sie klammerte sich fast immer an schöne Erinnerungen, aber ich hatte fast alle zerstört

Sie ist und war ein Mensch, den ich darum bewundere, wie sie mit so viel negativen Erfahrungen umgehen konnte. Wie ich mich selbst im Spiegel ansehen kann? Ich weiß es nicht. Ich redete es mir runter und verdrängte meine Fehler und redete es mir ein, dass es gerechtfertigt wäre, weil sie ja langweilig wäre.

Mittlerweile schrieben wir das Jahr 2020. Ich zog im Frühjahr nach Regensburg, etwa 40 Minuten von ihr und meinen Eltern entfernt. Ich wollte meine Vergangenheit hinter mir lassen, endlich das Leben zu leben, welches ich schon so lange wollte und dachte mir, entweder es funktionierte mit ihr und sie würde sich so weiterentwickeln, ‚dass es mir reichte‘ oder nicht. Jana fand sich hilflos, sie ließ mich machen, aber war verletzt, dass ich das im Alleingang machte. Sie blieb extra für mich ‚in der Heimat‘, doch ich zog in eine andere Stadt, um ein Leben nachzuholen, weil ‚sie mir ja nicht reichte‘.

Anfangs suchte ich sogar nach anderen Frauen, dachte mir wirklich immer noch ab und zu, es lag an Jana, weshalb ich so unglücklich war. Letzten Endes war es aber nur ich selbst, der nicht spannend war und nicht mit seiner Vergangenheit abschloss, narzisstisch war, ein Träumer war und nicht realistisch wäre.

Mit der Zeit wurde es wieder besser. Corona kam kurz nach meinem Umzug und wir hatten viel Zeit zu zweit. Sie versuchte das positive in meinem Umzug zu sehen und eine neue Chance. Nach einigen Auseinandersetzungen und viele Diskussionen über was ich in der Stadt suchte ließ ich mich auch darauf ein, noch einmal alles für die Beziehung zu geben. Zu versuchen, Vertrauen aufzubauen, und mit ihr glücklich zu werden.

Dann aber kam es anders. Im Herbst 2020 musste ich (während Corona) beruflich nach China verreisen. Genau dorthin, wo ich bereits in der Vergangenheit war, und wo ich auch meine damalige Bettgefährtin, die ich so aufregend fand und welche uns das restliche Vertrauen kostete, kennen gelernt hatte.

Ab da drehte sich nur noch alles um den Aufenthalt. Jana hatte riesengroße Angst davor, und ich konnte ihr diese nicht wirklich nehmen, da ich mich insgeheim darauf freute. Ich freute mich darauf, endlich wieder etwas zu ‚leben‘ und an mein früheres Leben anzuschließen. Sie hatte Angst davor, dass sich alles wiederholen würde. Jetzt, wo ich mich endlich etwas mehr auf die Beziehung einzulassen schien.

Sie erschien mir immer wieder noch langweilig, jedoch dachte ich mir (und so ist es immer noch), es läge nur an ihrer extremen Unsicherheit. Jana ist ein einfacher Mensch. Während ich es superschön finde, mit ‚wie wenig‘ sie ein glücklicher Mensch sein kann und wie einfach sie ist (benötigt nur viel Liebe und Zuneigung), umso langweiliger fand ich es, dass sie nichts besonders aufregendes hatte. Hobbies wie Radfahren und sich über ihr Familienleben auszutauschen war nie genügend spannend für mich. Ihre Freundinnen alle zu ruhig.

Jedenfalls konnte ich den Auslandsaufenthalt nicht absagen und wollte dies auch kaum. Ich verbrachte 1 ½ Monate in der Nähe von Shanghai. Sie begleitete mich am Tag vor dem Abflug nach Frankfurt, wir hatten einen superschönen letzten Tag und sogar aufregenderen Sex (als eine lange Zeit zuvor). Überhaupt erzählte Sie mir häufig, wie viel aufregender der Sex mit anderen vor mir ablief, ich schien ihr nur einfach nicht genügend Bestätigung und Zuneigung zu geben, dass dies reichte.

In China befand ich mich dann zunächst 2 Wochen in Quarantäne. Ich überbrückte die Zeit gut und ich hatte keinerlei psychische Probleme mehr. Ein berufsbegleitendes Studium (welches ich mittlerweile schon 1 Jahr studierte), und ein paar Filme und Videospiele und ein australischer Balkonnachbar sorgten für genügen Unterhaltung. Auch Jana versuchte mich in den 7 Stunden Zeitunterschied zu erreichen. Sie schrieb mir regelmäßig, wie es mir geht, wie das Essen war. Mir waren die Themen alle zu langweilig, aber ich wusste, sie brauchte nur etwas Zeit und meinte es superlieb. Sie machte sich sogar Gedanken, wie sie sexuell aufregende Sachen schreiben hätte können und machte aufreizende Bilder (warf sie mir in einem späteren Streit an den Kopf), es kam aber nie dazu, dass sie mir etwas schickte. Ich war zu wenig aufmerksam und konnte ihr kein Gefühl über die Ferne vermitteln, dass sie sich wohl genügend fühlte. Überhaupt habe ich das Gefühl, das ich ihr nur ein gutes Gefühl durch (meistens körperliche) Zuneigung geben konnte.

Stattdessen machte ich noch einen viel größeren Fehler. Ich suchte auf einer Onlineplattform nach meiner ehemaligen Bettgefährtin. Diese hatte aufgrund meines früheren Fehltritts (dem Geschreibe) Kontakt mit Jana gehabt und ich hatte seitdem nie wieder Kontakt mit ihr. Ich versprach es Jana , dass ich auch nie wieder mit dieser schreiben würde. Trotzdem suchte ich nach dieser, mit wohl nicht so guten Absichten. Ich suchte das Aufregende, um mich endlich wieder lebendig zu fühlen. Ob ich ein Sexproblem habe und unrealistische Vorstellungen? Mit Sicherheit, aber ich schaffe es anscheinend nicht davon weg zu kommen.

Nach einer ‚Freundschaftsanfrage‘ zu der Ehemaligen schrieb diese Jana direkt an, dass ich Kontakt gesucht hätte. Jana war super enttäuscht und erneut am Boden. Alle meine Versprechen, alle ihre Hoffnungen, die sie seit Frankfurt aufgebaut hatte, waren zerstört. Ich fühlte mich auf furchtbar und hatte volles Verständnis dafür. Ich konnte mir aber nicht wirklich erklären, weshalb ich dies überhaupt tat. Bin ich sexsüchtig? Ist Jana zu verschieden zu mir oder zu langweilig für mich? Was möchte ich im Leben? Bin ich ein Narzisst? Wenn ja, wie ändere ich das?

Es folgten zahlreiche Streits. Jana redete es sich schön, ich erklärte ihr, dass ich mich bei der ehem. Bettgefährten nur entschuldigen wollte, wie alles ablief, was zum Teil sogar stimmte.

Trotzdem war ihr Vertrauen wie gesagt noch mehr am Boden. Ich war zusätzlich langsam von der Arbeit (nach der Quarantänephase) super gestresst. Ich musste teils 70 Stunden die Woche arbeiten und war nach kurzer Zeit schon überlastet. Der Druck der Arbeit war so groß, dass ich kaum Pausen machte. Das wollte ich auch kaum, weil ich sonst nur mit Jana telefonierte, die Abwechselnd ihre angestaute Wut und ihre Verbitterung ausdrückte. Für ihr schlecht fühlen brachte ich Verständnis auf, für ihre Wut nicht. Ich redete mir ein, wenn sie früher ‚spannender‘ gewesen wäre, wäre es gar nicht so weit gekommen.

Sie schickte mir Artikel, mit denen ich mich selber einlesen sollte, wie man Vertrauen aufbauen könne. Während dieser Zeit schloss ich mehrmals den Beschluss, mich komplett zu ändern und ihr endlich das zu geben, was sie wollte, weil dadurch unsere Beziehung hoffentlich auch endlich aufregend genug werden könne, dass es mir reicht. Ich gestand ihr, 2019 in einem Club ein anderes Mädchen geküsst zu haben (mein einiger physischer Fehltritt). Ich sagte ihr dies, weil ich ihr mein Ändern beweisen wollte, indem ich ihr das letzte gestand, was zwischen ihr und mir verborgen war. Meine letzte Schandtat.

Obwohl sie stark damit zu kämpfen hatte, war sie in Wirklichkeit dankbar dafür. Sie forderte schon längere Zeit totale Offenheit, weil dies ihr eine Gelegenheit bieten würde, Vertrauen aufzubauen.

Ihre Forderungen, mich von sämtlichen Freizeitaktivitäten zurückzuziehen, die ich dort erleben wollte, schienen mir aber trotzdem unmöglich.

Ich fühlte mich auch schlecht und wollte ein wenig wie früher leben, um mich besser zu fühlen.

Ich fühlte mich eingeschränkt und wollte ausbrechen.

Ich ging ihr nicht fremd, freundete mich aber mit einer Rezeptionistin an, welche zumindest am Anfang attraktiv erschien.

Ich ging mit einem Arbeitskollegen ein wenig feiern und sah z.B. einige leicht bekleidete Mädls in Clubs, welche dort schon offen hatten.

Ich weiß ich holte mir darüber wieder unrealistische Vorstellungen in meine Beziehung, wollte mich aber eben nicht einsperren lassen und wollte auch nichts anstellen.

Jana wollte, dass ich das alles unterließ, aber ich machte es teilweise trotzdem und behalf mich einiger ‚Notlügen‘ da ich meinte, mir sicher zu sein, dass nichts passieren würde. Das tat es auch nicht, bis an dem letzten Abend.

Dort reiste ich mit meinen Arbeitskollegen zurück nach Shanghai für den Rückflug. Ich zeigte ihm im Schnelldurchlauf schöne Anlaufstellen aus meiner Vergangenheit, ‚durchlebte alles im Schnelldurchlauf nochmal‘ und wir landeten in einer Bar, in der ich damals auch einige Mädls kennen lernte.

Jana wusste von meinen Plänen und sie bat mich zuhause zu bleiben, oder mir wenigstens Artikel durchzulesen, dass ich so geprimt war, dass ich nichts anstellen würde.

Mir war es zu anstrengen und ich startete den Abend eben ohne dies.

In der Bar landeten mein Kollege und ich bei mehreren Gruppen mit Frauen. Ich hielt mich anfangs sehr zurück und überlies ihm, dem vorsichtigen Single, alle Gespräche.

Später aber, unter Alkoholeinfluss, begann ich auch mit einer attraktiven Chinesin zu sprechen. Mein Augenkontakt war mehr als eindeutig und diese fühlte sich scheinbar zu mir hingezogen.

Kurz bevor mein Kollege und ich die Bar verließen, begann ich mit dieser erotisch zu tanzen. Ich war einerseits sehr angezogen und fühlte mich in meiner Attraktivität bestätigt, schloss aber andererseits doch den Gedanken, ich müsst dies abbrechen.

Ich ging auf die Toilette und wusch mir das Gesicht aus. Ich kam zurück und offenbarte der Chinesin, dass ich vergeben war. Diese, enttäuscht und verletzt, verweilte noch kurz, und suchte sich jemanden anderes. Kurze Zeit später verließen wir die Bar.

Zurück im Hotel nach einigen unterdrückten Anrufen ließ ich Jana endlich mit mir sprechen.

Alkoholisiert warf ich ihr einige Sachen an den Kopf unter anderem, dass sie selbst schuld sei, wenn sie sich nicht attraktiv genug machen würde. Ich war ein Arsch. Ich kam mir im Recht vor, da ich meiner Meinung nach wenigstens rechtzeitig stoppte, und mich dadurch gebessert hatte.

Für Jana war ich aber zum letzten Mal zu weit gegangen. Die Zeit meiner Auslandsreise, die ich nutzen sollte, um ihr zu beweisen, dass ich mich änderte, hatte ich vergeigt.

Zurück in Deutschland redeten wir viel. Sie redete mir oft ein, ich hätte alle Chancen vertan und nur ein sehr kleiner Teil von ihr überlege sich, ob sie mir überhaupt noch verzeihen könnte.

Sie überlegte sich dies auch, weil ich ein Meister in (von mir in diesen Zeitpunkten ernst gemeinten) Versprechen war. Wir redeten schon vor meiner Abreise über das zusammenziehen und auch danach, jetzt, 2021 redeten wir darüber.

Obwohl ich der Meinung war, dass allgemein Zusammenziehen keine Verbesserung für Beziehungen bringen kann, dachte und denke ich, bei uns wäre es evtl. anders.

Bei uns ist es doch in Wirklichkeit so, dass sie mir als Person evtl. genauso passen würde und mir auch aufregend genug wäre, würde ich es endlich schaffen, ihr eine genügend Lange Zeit Aufmerksamkeit und Zuneigung geben. Ohne Streits, ohne Kontakte zu anderen.

Aber genau dies war das Problem, und ist es noch immer.

Ich bin noch immer der Überzeugung, ich hätte mich noch nicht genügend ausgelebt (nicht im Sinne von sexueller Auslebung, sondern sich in einer anderen Stadt erfolgreich ein Leben und Freunde aufzubauen).

Mit ihr zusammen zu ziehen würde zwar evtl. unsere Beziehungsprobleme lösen, jedoch ist sie beruflich ebenso an diesen Ort gebunden (auch dauerhaft), dass ich wohl nie wieder in eine Stadt ziehen könnte.

Ich suche aber den Kontakt zu jungen Leuten, einem abenteuerlustigen Leben mit vielen Freunden. Ich weiß ich bin 28 und mit Sicherheit ist dies zu viel geträumt.

Jana möchte aber spätestens Mitte dieses Jahrs zusammenziehen. Sie ist es leid, immer ihre Ziele zu verwerfen und hat so lange gegeben, dass sie endlich was möchte, sonst würde sie mich verlassen.

Ich habe Verständnis für sie und möchte diesen Weg auch mit ihr gehen, aber mir wenigstens in der Zeit, die mir bleibt, noch möglichst viele Kontakte ‚als ein zweites Standbein‘ aufbauen. Kontakte, wo ich trotz des ländlichen Lebens mit ihr ab und zu etwas Zeit verbringen kann. Aufgrund ihres (verständlicherweise) mangelnden Vertrauens sortiert sie jedoch aktuell z.B. alle weiblichen Kontakte aus.

Aktuell gäbe es da z.B. sehr kommunikationsfreudige Nachbarinnen, denen ich klar gemacht habe, dass ich eine Freundin habe.

Jana und ich streiten uns aber aktuell zu oft, als dass wir mal gemeinsam was machen würden. Ich denke auch, das würde sich so bald nicht ändern.

Männliche Kontakte habe ich nur sehr wenige und Männer suchen den Kontakt auch weniger, Corona stellt mir zusätzlich ein Bein.

Ich fühle mich eingeengt und weiß ich müsste zusätzlich aber mein Bild von Jana und meiner Beziehung zu ihr ändern.

Kürzlich hatten wir einen heftigen Streit, da ich zudem in einer WG lebe und in eine Einzel-Wohnung in derselben Stadt ziehen wollte, der Beziehung zuliebe, und weil ich meinen Traum noch nicht aufgeben wollte.

Sie war nur noch mehr verletzt, weil dies bedeuten würde, ich würde evtl. noch länger bleiben.

Ich kämpfe wirklich mit meinen persönlichen Zielen, meine Art wie ich leben will, meiner Vorstellung vom Leben. Ich habe Angst, dass das Leben mit ihr nur langweilig sein könnte (nur Radfahren, Film schauen usw.). Ich habe teilweise viele Interessen in Sportarten, IT und Forschung, welche Sie nicht teilt. Sie interessiert sich für Einrichtung, Familienleben und Mode. Beide lieben wir das Reisen. Ihr geht es aber darum, etwas Schönes zu sehen, sie war bisher noch nicht außerhalb Europas und möchte viele meiner Ziele aufgrund meiner Vergangenheit aktuell nicht bereisen. Ich möchte jedoch z.B. zu diesen Zielen, ich möchte Backpacken und Leute kennen lernen. Am liebsten Lange am Stück verreisen, um ein intensiveres Gefühl zu bekommen. Zugleich sind wir aber beide beruflich gebunden. Sie mehr als ich.

Ich weiß nicht, wie ich meine Ziele umformulieren kann, dass ich mit einem Leben mit ihr zufrieden sein könnte, selbst wenn die Art und Weise nicht dem Entspricht was ich will. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich es nicht schaffe, mich über so Kleinigkeiten zu freuen, wie Jana versucht mir beizubringen, was einen freuen könnte. Ich möchte immer alles, und weiß nicht, was zu viel und zu sehr geträumt ist. Ich habe ein Problem mit meinem Alter (werde demnächst 28 und möchte auch mit spätestens 34 eine Familie starten). Beide wollen wir in etwas dasselbe Leben, nur ich bin gefühlt einen Schritt später dran als sie.

Ich habe mich ab und zu mit Freunden beraten, sehe aber mittlerweile meistens davon ab, weil ich mich für mein chaotisches Leben schäme. Da ich auch mit meiner Familie negative Erfahrung sammeln musste, habe ich beinahe keinen Ansprechpartner mehr als meine Freundin Jana, mit der ich dieses Problem nicht beraten kann. Ich fühle mich ab und zu einsam, denke, aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb ich mit ihr zusammen sein möchte.

Ich wünschte mir, ich könnte mich endlich zusammenreißen und könnte Jana all die Bestätigung geben, damit sie lockerer lässt und wir beide zusammen so leben können, wie wir wollen und schließlich zusammen ziehen, weil ich weiß, es ist doch besser geworden und nicht schlimm, zusammen zu ziehen. Mit sämtlichen Ex-Beziehungen habe ich mittlerweile abgeschlossen, diese Stellten früher durch meine darauf basierende Erwartungshaltung ein Problem dar.

Ich denke aber immer so kurzfristig, meine Vorurteile behindern mich immer, dass ich meine zu wissen, was sie denkt. Ich suche trotzdem den Kontakt z.B. auch zu anderen Frauen, weil ich es mir teilweise nicht einreden kann, man müsste genau das Gegenteil zuerst tun, damit dann freundschaftlicher Kontakt möglich ist.

Euer Karl
 

Benutzer178789 

Sorgt für Gesprächsstoff
Das stimmt schon, aber ich fühle mich halt so eingeschränkt, durch das, dass sie von mir (zunächst) verlangt, alle weiblichen Kontakte z.B. sein zu lassen (habe mittlerweile eh keine weibliche Freundin mehr)
Wenn es pausiert werden würde, dann wäre es ganz vorbei, sie schließt dann mit mir ab und dann gibt es kein zurück.
Du, der zweite Text ist so megalang, ich kann einfach nicht auf alles eingehen.
Die beiden oben zitierten Sätze sind für mich am wichtigsten.

Zu 1.
Du solltest Dich mal auf ne grüne Wiese setzen und in Ruhe nachdenken. Anfangen zu Dir selber und vor allem auch zu ihr ehrlich zu sein.
Es fängt damit an:
Es geht Dir doch gar nicht um platonische, weibliche Kontakte an sich. Also um Frauen/ Freundinnen mit denen Du Dich mal nett unterhältst auf einer Party oder in der Clique. Das ist was völlig normales und ich glaube die meisten, erwachsenen Frauen haben mit damit auch kein Problem.

Aber: Sei ehrlich.
Du suchst Freiheit und Abenteuer.
Du willst sie ( die Frauen ) auch ausprobieren. Ich will damit nicht sagen, dass Du den Plan hast, bewusst fremd zu gehen aber dass du weibliche Kontakte „nur so“ zum quatschen, Kaffee trinken etc möchtest kaufe ich Dir auch nicht ab.
So kommt es mir beim lesen vor. Weil Du Dir das selbst nicht eingestehen kannst verpackst du es bei Jana in „was soll an harmlosen weiblichen Kontakten denn schlimm sein?“ und stellst dich doof, wdenn sie eifersüchtig reagiert. Aber, sie hat schon den richtigen Riecher. Du willst was Neues. Du willst rausaus der Beziehung, den endgültigen Absprung aber nicht schaffst weil Du Angst hast, deine Konstante, Deine Sicherheit mit Jana zu verlieren. Vielleicht ist es ihr nicht klar aber sie merkt dass da was nicht stimmt. Solange Du ihr gegenüber aber nicht ehrlich bist, ihr vielleicht sogar noch was von Liebe erzählst, wird sie sich immer weiter an Dich klammern. Was soll sie denn auch glauben? Auf der einen Seite hältst Du sie fest auf der anderen stört sie Dich und das lässt Du sie spüren.Sie kann es nicht einordnen und fängt an zu klammern. Sie tut mir leid, ehrlich gesagt.
Es wäre an der Zeit fair zu spielen.

zu 2.
Und genau das ist deine Angst, richtig? Du möchtest Dich ausprobieren, ausleben, andere Frauen kennenlernen und sie ist der Störfaktor
(natürlich) dabei. Gleichzeitig möchtest Du Dich absichern, dass, wenn Du Dich ausgelebt hast und nichts besseres gefunden oder Dir dieses Leben schlicht doch nicht zusagt, immer noch die liebe, nette Jana in der Heimat wartet, die Dich mit offenen Armen zurücknimmt. Du hast Angst, wenn Du Jana jetzt verlässt, dass Du eben nicht mehr zurück kannst. Weil Jana dann jmd. anderen gefunden hat und diese Vorstellung gefällt Dir auch wiederum nicht.
Aber das ist eben das Risiko und ich finde, wenn Du es eingehst, solltest Du Jana auch wirklich ziehen und in Ruhe lassen damit auch sie sich umorientieren kann. Sie könnte wohl auch noch ein paar mehr Erfahrungen vertragen denn sie scheint insgesamt etwas naiv und unbedarft zu sein (per se nichts schlechtes).

Ich unterstelle Dir nix damit, wahrscheinlich ist es Dir nicht mal selbst klar.
Aber da musst Du jetzt erwachsen werden und eine Entscheidung treffen, gut geht es Euch beiden doch nicht damit.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich stelle mir darunter neben regelmäßigen Aufmerksamkeiten und Unternehmungen vor, dass man sich ein wenig neckt, viel Spaß hat, viel lacht. Gemeinsam Sport macht, sich Zeit zu zweit nimmt, aber auch viel gemeinsam mit Freunden macht. Dass man sich Lustiges zuschickt. Nicht nur über die Familie und Nachrichten redet, sondern evtl. etwas über Klatsch und sich mal evtl. über anderes lustig macht. Ich weiß nicht, ob ich da zu unrealistisch bin, gebt mir da bitte Feedback.
Unabhängig von all den ganzen Ereignissen in der Vorgeschichte, sind diese Wünsche an eine Beziehung nicht unrealistisch. Wenn das mit deiner Freundin nicht möglich ist, solltest du dich trennen. Das wäre auch fair für sie, damit sie ihre Ziele verfolgen kann.
 

Benutzer174652 

Benutzer gesperrt
Ich habe euch mal die komplette Geschichte hier rein kopiert, wie ich sie mir mal selber zusammen geschrieben habe, falls es wen interessiert. Es ist sehr lange, um Gottes willen, ihr müsst das nicht lesen, nur wer will, dass ihr mich evtl. besser Verstehen könnt, warum wir so aneinander hängen:

Meine Freundin (24) und ich (27) kennen uns seit über 3 Jahren.

Damals, als ich sie kennen lernte, wollte ich noch nicht wirklich eine Freundin.

Ich hatte meine alte Beziehung noch lange nicht verarbeitet, war zuvor beruflich fast das ganze Jahr im Ausland und hatte dadurch nach der vorherigen, gescheiterten Beziehung sexuell viel nachgeholt, weshalb ich noch nicht wirklich nach etwas Festem suchte, sondern mehr erleben wollte.

Ich wusste damals, dass ich sehr wahrscheinlich für ein besonderes IT-Masterstudium nach Stuttgart ziehen würde. Sie studierte damals ca. 3h entfernt von unserer Heimat Textildesign.

Wir hatten uns eines Abends in einer Diskothek in unserer beider Heimatstadt kennen gelernt. Ich hatte ihre Nummer abgestaubt, sie war für mich damals nur eine Nummer von vielen, jedoch eine superliebe und sehr hübsche.

Ich fing an mit ihr zu schreiben, sie beendete damals während dieser Zeit ihre Beziehung zu ihrem Exfreund und hatte auch direkt damit abgeschlossen.

Wir trafen uns noch einige Male beim Weggehen, ich schrieb ihr ununterbrochen, um sie kennen zu lernen und sie anzuwerben.

Eigentlich wollte ich sie aber nur ins Bett bekommen, da ich sie so umwerfend hübsch fand.

Sie war auch nicht ganz blöd und wusste, dass sie mir nicht alles geben sollte.

Mit der Zeit freundete ich mich mit dem Gedanken an, mit ihr eine Beziehung einzugehen, weil sie in etwa genau meiner Traumfrau entsprach (super lieb, fürsorglich, verständnisvoll und wunderhübsch), mit der ich später mal eine Familie gründen wollte.

Ich fragte sie über Details zu ihren Zukunftswünschen aus und hatte Erwartungen, die man sonst nur äußern konnte, wenn man bereits mit dem Menschen eine Beziehung eingegangen wäre.

Wir trafen uns auch immer wieder beim Feiern. Ich hielt es fast für selbstverständlich, auch noch nach anderen Frauen Ausschau zu halten, warf es ihr aber total eifersüchtig vor, sich an Typen heranzuwerfen, obwohl sie nur mit alten Schulfreunden sprach. Diesen Abend war ich so stark alkoholisiert, dass ich mich an Einiges was passiert, nicht erinnerte. Am nächsten Tag hatten wir ein Date vereinbart und sie traf sich mit mir, ging aber stark auf Abstand.

Ungefähr so kann man sich erklären, warum ich mir schon zu Beginn der Beziehung massive Vorurteile über ihre Zurückhaltung aufgebaut hatte und sich ihre Verhaltensweisen (ob sie wirklich ihr entsprechen oder nicht) verankert hatten.

Über die Zeit und Dates folgten noch weitere Missverständnisse, sie kam mir langweilig vor, weil sie sich nicht öffnete. Sie war von meiner Art abgeschreckt, aber erkannte wohl tief in mir doch einen guten Kerl (für den ich mich damals auch hielt).

Ich suchte nach (auch sexuell) aufregenden Situationen und wollte in dieser Zeit mein Studentenleben nachholen (ich war während meines Bachelors nie ausgezogen und pendelte für das Studium von meinen Eltern aus).

Obwohl es wie eine On-Off-Beziehung bereits vor der Beziehung war, ließ ich und sie irgendwie auch nie voneinander los. Ich hatte ein anderes Mädl kennen gelernt, welches mir etwas lebensfreudiger und vor allem offener erschien. Äußerlich wie ich bin, hatte ich mich aber damals eben für diese Beziehung entschieden, und weil mir Jana, einfach noch lieber erschien und mir das wichtig war. Ich schrieb auch zu diesem Zeitpunkt noch hin und wieder mit einer ehemaligen Bettgefährten aus dem Ausland und redete mir ein, dies sei mittlerweile nur noch freundschaftlich. Sie wusste davon und lies mich dies aber.

Ich zog schließlich für das Studium nach Stuttgart (und sie wollte nachkommen, für sie hätte es einen ihrer Traum-Arbeitsplätze in Stuttgart gegeben).

Es folgte eine kurze Zeit in einer Fernbeziehung, in der ich mich aber eher auf mein Studium als auf sie konzentrierte und mir gelegentlich schäbig vorkam, weil sie mehr in unsre Beziehung steckte als ich. Es kam mir vor, als wäre es schon von Beginn an unausgewogen gewesen.

Das Studium verlief bereits im ersten Semester nicht gut. Ich war überfordert und mir meiner Zukunft alles andere als sicher (ich kündigte dafür aber ein sicheres Arbeitsverhältnis). Ich verlor mich in Grübelei und dachte, das Studium sei wegen meiner Erfolgsaussichten und der zu krassen Spezialisierung doch nichts für mich. Ich erlebte Heimweh in einer starken Form und zerstreute komplett. Ich lernte kaum mit und begann Alternativen zu suchen.

Während ich mich Stück für Stück mehr verlor und nur noch ‚durchdrehte‘, war Jana das Licht auf der anderen Seite. Sie opferte Zeit und Nerven (während ihres Studiums, das sich in einer ebenfalls stressigen Endphase befand), und telefonierte mit mir täglich stundenlang. Ich überforderte Freunde und Familie (sodass sie sich von mir abneigen zu schienen), jedoch war Jana immer für mich da.

Sie half mir mich zu fokussieren. Kam mit nach z.B. Nürnberg, wo ich eine Alternative ansah (obwohl ihr Traum vom Zusammenziehen in Stuttgart damit gestorben wäre).

Schließlich gab mir eine Fortbildung von einem Studentenjob kurz vor der Prüfungsphase den Rest und ich schmiss das Studium.

Ich zog zurück zu meinen Eltern und vergrub mich unter einem Berg von negativen Gefühlen. Ich verwandelte mich zurück zu einem Kleinkind, war superempfindlich (und meine Familie teils sehr rau).

Ich begann, den Fehler bei meiner Familie und vor allem bei ihr zu suchen. Meine Familie hätte mich schon immer abgehalten, das zu tun was ich wollte.

Sie hätte mich aufgehalten und hätte ich die Zeit, die ich mit ihr Telefoniert habe, in das Studium investiert, wäre ich nicht so zerstreut geworden und hätte das Studium geschafft, dass mir rückblickend doch super gefallen hätte.

Redete ich mir zumindest ein.

Ich hielt an meinem Plan, einen Master zu absolvieren fest, nachdem ich so viel dafür aufgegeben und verloren hatte. Schaffte es aber nicht, mich für eine Alternative zu entscheiden, weil ich alle für nicht so exzellent hielt und Angst davor bekam, erneut allein wohin zu gehen.

Jana, unabhängig von dem, was ich ihr an den Kopf warf, war für mich da und versuchte mich aufzubauen. Sie war der Engel an meiner Seite und half mir (wie sie es sagt) mich nicht total mit meiner Familie auseinander zu streiten. Mein Vater vor allem hat einige narzisstische Züge und war sehr hart zu mir und dachte mich mit Druck zu einer Entscheidung zwingen zu können. Er verlor mich noch mehr.

Da mir nichts anderes über blieb suchte ich zunächst eine neue Vollzeitstelle, bekam aber von meinem studentischen Nebenjob eine Vollzeitstelle angeboten (IT für Maschinenbau mit viel Reisetätigkeit).

Ich musste viel umherreisen und fühlte mich aber depressiv. Ich schaffte es kaum mich in positiven Gedanken zu halten. Auch hier unterstütze mich meine Freundin sehr und half mir, mich bei Laune zu halten.

Gleichzeitig äußerte ich ihr Gegenüber, dass mir die Beziehung zu langweilig wäre und stellte mir auch vor ihr die Frage, ob ich sie wirklich lieben würde.

Jana gab mehr als sie konnte und obwohl wir beide uns auch in dieser Phase oft trennen wollten, kam es nicht dazu.

Ich hatte Angst ohne Sie und sie stellte für mich auch immer noch eine Frau dar, die so hingebungsvoll war, ein so guter Mensch, dass ich es nicht über das Herz gebracht hätte, mich von ihr zu trennen, obwohl Sie jemand anderes, der sie besser Behandeln würde, verdient hätte.

In der Zeit, in der ich mich beruflich unterwegs war, kam es wie gesagt oft zu depressiven Phasen. Ich suchte mir später auch etwas Hilfe (in Form einer Psychologin).

Die hatte aber aufgrund einer früheren Beratung zu meiner vergangenen Beziehung einen bitteren Beigeschmack.

Ich fing an, mich viel mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen, in der ich meiner Meinung nach glücklicher zu sein schien. Ich fing an, mit der ehemaligen Bettgefährten zu schreiben.

Über die Zeit viel ‚krasseres‘, als in einer Beziehung ok wäre.

Jana war in der Zwischenzeit mit ihrem Studium fertig und zog in unsere Heimat zurück. Sie gab wie gesagt einen ihrer Träume auf und nahm eine Arbeitsstelle an, welche nur 40 km von unserer Heimat entfernt war.

Durch ihr Studium war dies beinahe die einzige Stelle, die es weit und breit mit diesem Einkommen gab. Sie hätte auch nach Rosenheim gehen können (ca. 200 km südlich), blieb aber mir zuliebe da.

Wir stritten und häufig (wie eben auch schon zu Beginn der Beziehung). Ich suchte, selbstzerstörerisch wie immer, Gründe, weshalb ich meinte, dass wir nicht so gut zusammenpassen würden (wünschte mir aber das Gegenteil).

Sie war von meinem Verhalten schon über allen Maßen verletzt, hielt aber auch an mir fest, weil ich es erkannte, dass ich mich ändern musste.

Eines Abends suchte sie in meinem Handy und fand die Konversation mit der ehemaligen Bettgefährten. Ich schrieb heftig mit dieser (ich rechtfertigte es mir selbst irgendwie mit, dass ich mich wieder lebendig fühlen würde).

Jana verlor den Rest an Vertrauen, den Sie wieder zu mir gefunden hatte. Über unseren schönsten Urlaub, den wir miteinander verbracht hatten, fand sie heraus, dass ich ebenfalls mit dieser Frau damals schrieb (etwas, was ich gar nicht mehr wusste zu diesem Zeitpunkt). Sie klammerte sich fast immer an schöne Erinnerungen, aber ich hatte fast alle zerstört

Sie ist und war ein Mensch, den ich darum bewundere, wie sie mit so viel negativen Erfahrungen umgehen konnte. Wie ich mich selbst im Spiegel ansehen kann? Ich weiß es nicht. Ich redete es mir runter und verdrängte meine Fehler und redete es mir ein, dass es gerechtfertigt wäre, weil sie ja langweilig wäre.

Mittlerweile schrieben wir das Jahr 2020. Ich zog im Frühjahr nach Regensburg, etwa 40 Minuten von ihr und meinen Eltern entfernt. Ich wollte meine Vergangenheit hinter mir lassen, endlich das Leben zu leben, welches ich schon so lange wollte und dachte mir, entweder es funktionierte mit ihr und sie würde sich so weiterentwickeln, ‚dass es mir reichte‘ oder nicht. Jana fand sich hilflos, sie ließ mich machen, aber war verletzt, dass ich das im Alleingang machte. Sie blieb extra für mich ‚in der Heimat‘, doch ich zog in eine andere Stadt, um ein Leben nachzuholen, weil ‚sie mir ja nicht reichte‘.

Anfangs suchte ich sogar nach anderen Frauen, dachte mir wirklich immer noch ab und zu, es lag an Jana, weshalb ich so unglücklich war. Letzten Endes war es aber nur ich selbst, der nicht spannend war und nicht mit seiner Vergangenheit abschloss, narzisstisch war, ein Träumer war und nicht realistisch wäre.

Mit der Zeit wurde es wieder besser. Corona kam kurz nach meinem Umzug und wir hatten viel Zeit zu zweit. Sie versuchte das positive in meinem Umzug zu sehen und eine neue Chance. Nach einigen Auseinandersetzungen und viele Diskussionen über was ich in der Stadt suchte ließ ich mich auch darauf ein, noch einmal alles für die Beziehung zu geben. Zu versuchen, Vertrauen aufzubauen, und mit ihr glücklich zu werden.

Dann aber kam es anders. Im Herbst 2020 musste ich (während Corona) beruflich nach China verreisen. Genau dorthin, wo ich bereits in der Vergangenheit war, und wo ich auch meine damalige Bettgefährtin, die ich so aufregend fand und welche uns das restliche Vertrauen kostete, kennen gelernt hatte.

Ab da drehte sich nur noch alles um den Aufenthalt. Jana hatte riesengroße Angst davor, und ich konnte ihr diese nicht wirklich nehmen, da ich mich insgeheim darauf freute. Ich freute mich darauf, endlich wieder etwas zu ‚leben‘ und an mein früheres Leben anzuschließen. Sie hatte Angst davor, dass sich alles wiederholen würde. Jetzt, wo ich mich endlich etwas mehr auf die Beziehung einzulassen schien.

Sie erschien mir immer wieder noch langweilig, jedoch dachte ich mir (und so ist es immer noch), es läge nur an ihrer extremen Unsicherheit. Jana ist ein einfacher Mensch. Während ich es superschön finde, mit ‚wie wenig‘ sie ein glücklicher Mensch sein kann und wie einfach sie ist (benötigt nur viel Liebe und Zuneigung), umso langweiliger fand ich es, dass sie nichts besonders aufregendes hatte. Hobbies wie Radfahren und sich über ihr Familienleben auszutauschen war nie genügend spannend für mich. Ihre Freundinnen alle zu ruhig.

Jedenfalls konnte ich den Auslandsaufenthalt nicht absagen und wollte dies auch kaum. Ich verbrachte 1 ½ Monate in der Nähe von Shanghai. Sie begleitete mich am Tag vor dem Abflug nach Frankfurt, wir hatten einen superschönen letzten Tag und sogar aufregenderen Sex (als eine lange Zeit zuvor). Überhaupt erzählte Sie mir häufig, wie viel aufregender der Sex mit anderen vor mir ablief, ich schien ihr nur einfach nicht genügend Bestätigung und Zuneigung zu geben, dass dies reichte.

In China befand ich mich dann zunächst 2 Wochen in Quarantäne. Ich überbrückte die Zeit gut und ich hatte keinerlei psychische Probleme mehr. Ein berufsbegleitendes Studium (welches ich mittlerweile schon 1 Jahr studierte), und ein paar Filme und Videospiele und ein australischer Balkonnachbar sorgten für genügen Unterhaltung. Auch Jana versuchte mich in den 7 Stunden Zeitunterschied zu erreichen. Sie schrieb mir regelmäßig, wie es mir geht, wie das Essen war. Mir waren die Themen alle zu langweilig, aber ich wusste, sie brauchte nur etwas Zeit und meinte es superlieb. Sie machte sich sogar Gedanken, wie sie sexuell aufregende Sachen schreiben hätte können und machte aufreizende Bilder (warf sie mir in einem späteren Streit an den Kopf), es kam aber nie dazu, dass sie mir etwas schickte. Ich war zu wenig aufmerksam und konnte ihr kein Gefühl über die Ferne vermitteln, dass sie sich wohl genügend fühlte. Überhaupt habe ich das Gefühl, das ich ihr nur ein gutes Gefühl durch (meistens körperliche) Zuneigung geben konnte.

Stattdessen machte ich noch einen viel größeren Fehler. Ich suchte auf einer Onlineplattform nach meiner ehemaligen Bettgefährtin. Diese hatte aufgrund meines früheren Fehltritts (dem Geschreibe) Kontakt mit Jana gehabt und ich hatte seitdem nie wieder Kontakt mit ihr. Ich versprach es Jana , dass ich auch nie wieder mit dieser schreiben würde. Trotzdem suchte ich nach dieser, mit wohl nicht so guten Absichten. Ich suchte das Aufregende, um mich endlich wieder lebendig zu fühlen. Ob ich ein Sexproblem habe und unrealistische Vorstellungen? Mit Sicherheit, aber ich schaffe es anscheinend nicht davon weg zu kommen.

Nach einer ‚Freundschaftsanfrage‘ zu der Ehemaligen schrieb diese Jana direkt an, dass ich Kontakt gesucht hätte. Jana war super enttäuscht und erneut am Boden. Alle meine Versprechen, alle ihre Hoffnungen, die sie seit Frankfurt aufgebaut hatte, waren zerstört. Ich fühlte mich auf furchtbar und hatte volles Verständnis dafür. Ich konnte mir aber nicht wirklich erklären, weshalb ich dies überhaupt tat. Bin ich sexsüchtig? Ist Jana zu verschieden zu mir oder zu langweilig für mich? Was möchte ich im Leben? Bin ich ein Narzisst? Wenn ja, wie ändere ich das?

Es folgten zahlreiche Streits. Jana redete es sich schön, ich erklärte ihr, dass ich mich bei der ehem. Bettgefährten nur entschuldigen wollte, wie alles ablief, was zum Teil sogar stimmte.

Trotzdem war ihr Vertrauen wie gesagt noch mehr am Boden. Ich war zusätzlich langsam von der Arbeit (nach der Quarantänephase) super gestresst. Ich musste teils 70 Stunden die Woche arbeiten und war nach kurzer Zeit schon überlastet. Der Druck der Arbeit war so groß, dass ich kaum Pausen machte. Das wollte ich auch kaum, weil ich sonst nur mit Jana telefonierte, die Abwechselnd ihre angestaute Wut und ihre Verbitterung ausdrückte. Für ihr schlecht fühlen brachte ich Verständnis auf, für ihre Wut nicht. Ich redete mir ein, wenn sie früher ‚spannender‘ gewesen wäre, wäre es gar nicht so weit gekommen.

Sie schickte mir Artikel, mit denen ich mich selber einlesen sollte, wie man Vertrauen aufbauen könne. Während dieser Zeit schloss ich mehrmals den Beschluss, mich komplett zu ändern und ihr endlich das zu geben, was sie wollte, weil dadurch unsere Beziehung hoffentlich auch endlich aufregend genug werden könne, dass es mir reicht. Ich gestand ihr, 2019 in einem Club ein anderes Mädchen geküsst zu haben (mein einiger physischer Fehltritt). Ich sagte ihr dies, weil ich ihr mein Ändern beweisen wollte, indem ich ihr das letzte gestand, was zwischen ihr und mir verborgen war. Meine letzte Schandtat.

Obwohl sie stark damit zu kämpfen hatte, war sie in Wirklichkeit dankbar dafür. Sie forderte schon längere Zeit totale Offenheit, weil dies ihr eine Gelegenheit bieten würde, Vertrauen aufzubauen.

Ihre Forderungen, mich von sämtlichen Freizeitaktivitäten zurückzuziehen, die ich dort erleben wollte, schienen mir aber trotzdem unmöglich.

Ich fühlte mich auch schlecht und wollte ein wenig wie früher leben, um mich besser zu fühlen.

Ich fühlte mich eingeschränkt und wollte ausbrechen.

Ich ging ihr nicht fremd, freundete mich aber mit einer Rezeptionistin an, welche zumindest am Anfang attraktiv erschien.

Ich ging mit einem Arbeitskollegen ein wenig feiern und sah z.B. einige leicht bekleidete Mädls in Clubs, welche dort schon offen hatten.

Ich weiß ich holte mir darüber wieder unrealistische Vorstellungen in meine Beziehung, wollte mich aber eben nicht einsperren lassen und wollte auch nichts anstellen.

Jana wollte, dass ich das alles unterließ, aber ich machte es teilweise trotzdem und behalf mich einiger ‚Notlügen‘ da ich meinte, mir sicher zu sein, dass nichts passieren würde. Das tat es auch nicht, bis an dem letzten Abend.

Dort reiste ich mit meinen Arbeitskollegen zurück nach Shanghai für den Rückflug. Ich zeigte ihm im Schnelldurchlauf schöne Anlaufstellen aus meiner Vergangenheit, ‚durchlebte alles im Schnelldurchlauf nochmal‘ und wir landeten in einer Bar, in der ich damals auch einige Mädls kennen lernte.

Jana wusste von meinen Plänen und sie bat mich zuhause zu bleiben, oder mir wenigstens Artikel durchzulesen, dass ich so geprimt war, dass ich nichts anstellen würde.

Mir war es zu anstrengen und ich startete den Abend eben ohne dies.

In der Bar landeten mein Kollege und ich bei mehreren Gruppen mit Frauen. Ich hielt mich anfangs sehr zurück und überlies ihm, dem vorsichtigen Single, alle Gespräche.

Später aber, unter Alkoholeinfluss, begann ich auch mit einer attraktiven Chinesin zu sprechen. Mein Augenkontakt war mehr als eindeutig und diese fühlte sich scheinbar zu mir hingezogen.

Kurz bevor mein Kollege und ich die Bar verließen, begann ich mit dieser erotisch zu tanzen. Ich war einerseits sehr angezogen und fühlte mich in meiner Attraktivität bestätigt, schloss aber andererseits doch den Gedanken, ich müsst dies abbrechen.

Ich ging auf die Toilette und wusch mir das Gesicht aus. Ich kam zurück und offenbarte der Chinesin, dass ich vergeben war. Diese, enttäuscht und verletzt, verweilte noch kurz, und suchte sich jemanden anderes. Kurze Zeit später verließen wir die Bar.

Zurück im Hotel nach einigen unterdrückten Anrufen ließ ich Jana endlich mit mir sprechen.

Alkoholisiert warf ich ihr einige Sachen an den Kopf unter anderem, dass sie selbst schuld sei, wenn sie sich nicht attraktiv genug machen würde. Ich war ein Arsch. Ich kam mir im Recht vor, da ich meiner Meinung nach wenigstens rechtzeitig stoppte, und mich dadurch gebessert hatte.

Für Jana war ich aber zum letzten Mal zu weit gegangen. Die Zeit meiner Auslandsreise, die ich nutzen sollte, um ihr zu beweisen, dass ich mich änderte, hatte ich vergeigt.

Zurück in Deutschland redeten wir viel. Sie redete mir oft ein, ich hätte alle Chancen vertan und nur ein sehr kleiner Teil von ihr überlege sich, ob sie mir überhaupt noch verzeihen könnte.

Sie überlegte sich dies auch, weil ich ein Meister in (von mir in diesen Zeitpunkten ernst gemeinten) Versprechen war. Wir redeten schon vor meiner Abreise über das zusammenziehen und auch danach, jetzt, 2021 redeten wir darüber.

Obwohl ich der Meinung war, dass allgemein Zusammenziehen keine Verbesserung für Beziehungen bringen kann, dachte und denke ich, bei uns wäre es evtl. anders.

Bei uns ist es doch in Wirklichkeit so, dass sie mir als Person evtl. genauso passen würde und mir auch aufregend genug wäre, würde ich es endlich schaffen, ihr eine genügend Lange Zeit Aufmerksamkeit und Zuneigung geben. Ohne Streits, ohne Kontakte zu anderen.

Aber genau dies war das Problem, und ist es noch immer.

Ich bin noch immer der Überzeugung, ich hätte mich noch nicht genügend ausgelebt (nicht im Sinne von sexueller Auslebung, sondern sich in einer anderen Stadt erfolgreich ein Leben und Freunde aufzubauen).

Mit ihr zusammen zu ziehen würde zwar evtl. unsere Beziehungsprobleme lösen, jedoch ist sie beruflich ebenso an diesen Ort gebunden (auch dauerhaft), dass ich wohl nie wieder in eine Stadt ziehen könnte.

Ich suche aber den Kontakt zu jungen Leuten, einem abenteuerlustigen Leben mit vielen Freunden. Ich weiß ich bin 28 und mit Sicherheit ist dies zu viel geträumt.

Jana möchte aber spätestens Mitte dieses Jahrs zusammenziehen. Sie ist es leid, immer ihre Ziele zu verwerfen und hat so lange gegeben, dass sie endlich was möchte, sonst würde sie mich verlassen.

Ich habe Verständnis für sie und möchte diesen Weg auch mit ihr gehen, aber mir wenigstens in der Zeit, die mir bleibt, noch möglichst viele Kontakte ‚als ein zweites Standbein‘ aufbauen. Kontakte, wo ich trotz des ländlichen Lebens mit ihr ab und zu etwas Zeit verbringen kann. Aufgrund ihres (verständlicherweise) mangelnden Vertrauens sortiert sie jedoch aktuell z.B. alle weiblichen Kontakte aus.

Aktuell gäbe es da z.B. sehr kommunikationsfreudige Nachbarinnen, denen ich klar gemacht habe, dass ich eine Freundin habe.

Jana und ich streiten uns aber aktuell zu oft, als dass wir mal gemeinsam was machen würden. Ich denke auch, das würde sich so bald nicht ändern.

Männliche Kontakte habe ich nur sehr wenige und Männer suchen den Kontakt auch weniger, Corona stellt mir zusätzlich ein Bein.

Ich fühle mich eingeengt und weiß ich müsste zusätzlich aber mein Bild von Jana und meiner Beziehung zu ihr ändern.

Kürzlich hatten wir einen heftigen Streit, da ich zudem in einer WG lebe und in eine Einzel-Wohnung in derselben Stadt ziehen wollte, der Beziehung zuliebe, und weil ich meinen Traum noch nicht aufgeben wollte.

Sie war nur noch mehr verletzt, weil dies bedeuten würde, ich würde evtl. noch länger bleiben.

Ich kämpfe wirklich mit meinen persönlichen Zielen, meine Art wie ich leben will, meiner Vorstellung vom Leben. Ich habe Angst, dass das Leben mit ihr nur langweilig sein könnte (nur Radfahren, Film schauen usw.). Ich habe teilweise viele Interessen in Sportarten, IT und Forschung, welche Sie nicht teilt. Sie interessiert sich für Einrichtung, Familienleben und Mode. Beide lieben wir das Reisen. Ihr geht es aber darum, etwas Schönes zu sehen, sie war bisher noch nicht außerhalb Europas und möchte viele meiner Ziele aufgrund meiner Vergangenheit aktuell nicht bereisen. Ich möchte jedoch z.B. zu diesen Zielen, ich möchte Backpacken und Leute kennen lernen. Am liebsten Lange am Stück verreisen, um ein intensiveres Gefühl zu bekommen. Zugleich sind wir aber beide beruflich gebunden. Sie mehr als ich.

Ich weiß nicht, wie ich meine Ziele umformulieren kann, dass ich mit einem Leben mit ihr zufrieden sein könnte, selbst wenn die Art und Weise nicht dem Entspricht was ich will. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich es nicht schaffe, mich über so Kleinigkeiten zu freuen, wie Jana versucht mir beizubringen, was einen freuen könnte. Ich möchte immer alles, und weiß nicht, was zu viel und zu sehr geträumt ist. Ich habe ein Problem mit meinem Alter (werde demnächst 28 und möchte auch mit spätestens 34 eine Familie starten). Beide wollen wir in etwas dasselbe Leben, nur ich bin gefühlt einen Schritt später dran als sie.

Ich habe mich ab und zu mit Freunden beraten, sehe aber mittlerweile meistens davon ab, weil ich mich für mein chaotisches Leben schäme. Da ich auch mit meiner Familie negative Erfahrung sammeln musste, habe ich beinahe keinen Ansprechpartner mehr als meine Freundin Jana, mit der ich dieses Problem nicht beraten kann. Ich fühle mich ab und zu einsam, denke, aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb ich mit ihr zusammen sein möchte.

Ich wünschte mir, ich könnte mich endlich zusammenreißen und könnte Jana all die Bestätigung geben, damit sie lockerer lässt und wir beide zusammen so leben können, wie wir wollen und schließlich zusammen ziehen, weil ich weiß, es ist doch besser geworden und nicht schlimm, zusammen zu ziehen. Mit sämtlichen Ex-Beziehungen habe ich mittlerweile abgeschlossen, diese Stellten früher durch meine darauf basierende Erwartungshaltung ein Problem dar.

Ich denke aber immer so kurzfristig, meine Vorurteile behindern mich immer, dass ich meine zu wissen, was sie denkt. Ich suche trotzdem den Kontakt z.B. auch zu anderen Frauen, weil ich es mir teilweise nicht einreden kann, man müsste genau das Gegenteil zuerst tun, damit dann freundschaftlicher Kontakt möglich ist.

Euer Karl

stop!
cut!
getrennt von einander erwachsen werden!
da passt gar nichts -
ausser der illusionen
über sich selbst
und den jeweils anderen.

(empfehle dir auch therapeutische begleitung bei deiner selbstfindung.)
 

Benutzer183202  (27)

Ist noch neu hier
Ich werde mich mit ihr nächstes Wochenende treffen und mit ihr reden.

Aktuell muss ich noch etwas für mein Studium machen. Sie ist sauer und erwartet, dass ich mir nächstes Wochenende Mühe gebe. Ich denke sie würde mir noch eine Chance geben wollen, aber durch eure Meinungen sehe ich es selber kaum mehr realistisch. Ich weiß aber nicht wie ich sie darauf vorbereiten soll.

Ich frage mich immer noch zu einem kleinen Teil, ob ich mir nicht klar machen kann, was alles an ihr Toll is, damit ich auf mein 'Ausleben' verzichten kann und wir evtl doch eine Chance haben. Ob ich mir mit ihr etwas aufbauen kann, dass ich zufrieden bin mit allem.

Ich würde es mir so sehr wünschen und sie in Wirklichkeit auch, da bin ich mir sicher. Aber ich habe Angst, sie auch nur noch minimal zu verletzen.

Denkt ihr ich liebe sie überhaupt? Ich bin mir manchmal nicht sicher. Ich denke regelmäßig an Sie. Wenn ich ein Bild von ihr sehe, welches von einer schönen Zeit stammte, schmelze ich innerlich dahin. Im Alltag aber überwiegt wegen meiner Fehler ein negatives Gefühl. Ich kann kaum mehr mein eigenes Gefühl spüren.
Ich dachte immer, ich liebe sie, aber sie hat sich von Anfang an zurück gezogen (wegen dem miesen Kennenlernen) und ich hatte daher ein falsches Bild von ihr bekommen.

Meint ihr, wir haben mit einem Paartherapeuten eine Chance?
Ich würde sie jetzt schon schrecklich vermissen. Sie ist so perfekt. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht auch mit so Kleinigkeiten und in meinen Augen 'langweiligem' glücklich geben kann wie sie. Ich weiß sie ist nicht das Problem 😭
 

Benutzer174652 

Benutzer gesperrt
Ich werde mich mit ihr nächstes Wochenende treffen und mit ihr reden.

Aktuell muss ich noch etwas für mein Studium machen. Sie ist sauer und erwartet, dass ich mir nächstes Wochenende Mühe gebe. Ich denke sie würde mir noch eine Chance geben wollen, aber durch eure Meinungen sehe ich es selber kaum mehr realistisch. Ich weiß aber nicht wie ich sie darauf vorbereiten soll.

Ich frage mich immer noch zu einem kleinen Teil, ob ich mir nicht klar machen kann, was alles an ihr Toll is, damit ich auf mein 'Ausleben' verzichten kann und wir evtl doch eine Chance haben. Ob ich mir mit ihr etwas aufbauen kann, dass ich zufrieden bin mit allem.

Ich würde es mir so sehr wünschen und sie in Wirklichkeit auch, da bin ich mir sicher. Aber ich habe Angst, sie auch nur noch minimal zu verletzen.

Denkt ihr ich liebe sie überhaupt? Ich bin mir manchmal nicht sicher. Ich denke regelmäßig an Sie. Wenn ich ein Bild von ihr sehe, welches von einer schönen Zeit stammte, schmelze ich innerlich dahin. Im Alltag aber überwiegt wegen meiner Fehler ein negatives Gefühl. Ich kann kaum mehr mein eigenes Gefühl spüren.
Ich dachte immer, ich liebe sie, aber sie hat sich von Anfang an zurück gezogen (wegen dem miesen Kennenlernen) und ich hatte daher ein falsches Bild von ihr bekommen.

Meint ihr, wir haben mit einem Paartherapeuten eine Chance?
Ich würde sie jetzt schon schrecklich vermissen. Sie ist so perfekt. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht auch mit so Kleinigkeiten und in meinen Augen 'langweiligem' glücklich geben kann wie sie. Ich weiß sie ist nicht das Problem 😭

antwort:
siehe beitrag
über diesem deinem.
 

Benutzer174045  (52)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo Karl
für solch ein Gespräch gibt es leider niemals den richtigen Zeitpunkt. Es geht nicht ohne das sie sich verletzt fühlt jedoch ist es immer wichtig bei sich selbst zu bleiben .
Jedoch müsstest Du Dir zunächst klar darüber werden was Du für Dich willst.
 

Benutzer180833  (31)

Klickt sich gerne rein
Ich habe mir Mühe gegeben deine Geschichte vollständig zu lesen und ich muss sagen, dass meine Vermutungen sich komplett bestätigt haben. Du bist Punkt genauso wie mein Ex. Ich hatte genau die gleiche Geschichte erlebt, nur aus der Sicht der Jana. Teilweise habe ich mich gefragt, ob du mein Ex-freund bist. Es stimmt alles: von "sich langweilen" bis zum "freundschaftlichen rumflirten" bis hin zu "das blaue vom Himmel versprechen aber nichts einhalten". Dann immer wieder aus der Beziehung weglaufen zu wollen, sich aber doch nicht trennen können. Sich den Bedürfnissen von deiner Partnerin anpassen wollen aber eigentlich ein komplett unabhängiges Leben führen zu wollen.

Meinen Ratschlag kann ich nur wiederholen: mache Schluss und begebe dich in Therapie. Du bist nicht bindungsfähig. Keine Frau wird gut genug für dich sein, weil das Problem nicht darin besteht. Dein Problem ist dass du eine tiefe und unbewusste Angst vor einer engen Bindung hast, weil du in der Kindheit zu stark von deinen Eltern unterdrückt würdest. Daher kannst und willst du dich nicht komplett auf diese Beziehung einlassen, weil du Angst hast genauso wie damals von deinen Eltern auch von Jana unterdrückt zu werden und nur noch ihre Wünsche befriedigen zu müssen.

Innerlich kannst du dich nicht von ihren Wünschen abgrenzen und lebst im Gefühl für ihr Glück verantwortlich zu sein und es ihr das zu geben "was sie verdient", unabhängig davon ob du es willst oder nicht. Deswegen machst du dich zwar fertig "ich müsste eigentlich", gleich danach kommt "aber will ich nicht". Da du dich nicht von ihren Wünschen innerlich abgrenzen kannst, fühlst du dich ihr unterlegen und eingeengt. Deswegen willst du aus dieser Beziehung ausbrechen. Würdest du innerliche Freiheit spüren ihr Nein sagen zu dürfen, würdest du vielleicht auch von selbst zusammenziehen wollen. Weil du dann eure Beziehung nicht als eine Belastung und Verpflichtung wahrnehmen würdest, die dafür sorgt dass "dein Leben vorbei ist", sondern als deine freiwillige Entscheidung und Bereicherung. Kannst du aber nicht, weil du immer innerlich die Verpflichtung spürst ihr alles Recht machen zu müssen, wehrst dich deswegen auch so wehement dagegen (gegen dein inneres Gefühl wohlgemerkt, sie ist dafür gar nicht verantwortlich!).

Gleichzeitig bist du von ihrer Zuneigung und Bestätigung abhängig, weil du keine echte Selbstliebe besitzt. Da du dies aber nicht sein willst, versuchst du zumindest äußerlich unabhängig zu bleiben. Dafür suchst du dir "moderate" Fluchtmöglichkeiten" in Form von anderen Frauen und einem weiter entfernten Wohnort, was du als "zweites Standbein" bezeichnest, in Wirklichkeit aber nur eine Absicherung ist, um sich nicht zu stark abhängig von Jana zu fühlen und notfalls immer schnell in die Arme einer anderen abhauen zu können. Du rechnest sowieso damit von ihr verlassen zu werden, weil du dich innerlich sowieso nicht gut genug für sie fühlst, gleichzeitig aber durch dein Vermeidungsverhalten tatsächlich ihr genug Gründe zum gehen gibst.

Auch die Abwertungen von Jana dienen dem Ziel, sich emotional nicht zu stark auf sie einzulassen um die 1. die Beziehung nicht zu eng und abhängig werden zu lassen 2. Im Falle einer Trennung nicht zu stark zu leiden.

Da du sowohl Angst vor Einsamkeit als auch vor einer Bindung hast, befindest du dich in einem inneren Konflikt: du willst diese Beziehung nicht komplett, willst aber auch nicht alleine sein. Daher pendelst du immer zwischen zwei Extremen: erst Bindung suchen (Love Bombing für Jana) , wenn die Beziehung aber eine gewisse Tiefe erreicht, bekommst du Angst davor und suchst wieder Unabhängigkeit. Dann hast du Angst, von Jana verlassen zu werden und kommst wieder zurück und versuchst dich "anzustrengen", schaffst es aber nicht, weil der Grund dafür: deine unterbewusste Bindungangst - ist nicht aufgelöst worden. Damit verurteilst du Jana und sich selbst immer leiden zu müssen und die Beziehung ist einem Teufelskreis gefangen.

Um diesen zu durchbrechen musst du dich ausführlich mit deinen inneren Ängsten auseinander setzen. Da du selbst viel verdrängst, umdrehst, rationalisierst und projizierst, wirst du es alleine ohne einer Therapie nicht schaffen. Du versuchst zwar immer einen rationalen Grund für dein Verhalten zu finden ("Jana ist zu Unattraktiv/unsicher/ langweilig", "mit meiner Ex war ich glücklicher", "ich habe mich nicht genug ausgetobt", "in Regensburg wollte ich endlich alles von vorne anfangen"), du weißt aber selbst, dass dies Ausreden sind. Du verstehst es einfach nicht, warum du von dieser Beziehung wegläufst, obwohl Jana eigentlich deiner Traumfrau entspricht.

Ergo: sie ist nicht schuld (außer daran dir viel zu viele Chancen gegeben zu haben und sich selbst dabei zu vergessen), sondern das Problem liegt sehr eindeutig bei DIR. Deswegen musst DU es auch lösen. Mit professioneller Hilfe.

Ihre Entscheidung dich im Sommer zu verlassen, sollte sich bis dahin nichts ändern, kann ich voll und ganz unterstützen. Sie verdient wirklich eine ganz andere Beziehung. Sie gibt dir 100% Prozent und bekommt nur Brotkümmel + Abwertungen zurück. Und du nutzt es aus und merkst es nicht mal. Ich hoffe sie durchschaut irgendwann deine Versprechungen alles von Grund auf zu ändern als eine Manipulation und wird ihr Glück woanders suchen. Seitdem ich meinen Ex verlassen habe, bin ich viel glücklicher und habe endlich einen verbindlichen Partner an meiner Seite gefunden. Mein Selbstwertgefühl, das sehr in der Ex-Beziehung gelitten hat, ist wieder aufgebaut und ich bin froh dass dieser Alptraum endlich vorbei ist. Das wünsche ich auch für Jana!

Und dir wünsche ich aufzuhören Ausreden zu finden, deine Verantwortung auf andere abzuwälzen und endlich DEIN Problem anzugehen. In erster Linie DIR zuliebe.

Als Leselektüre empfehle ich dir das Buch von Stefanie Stahl "von Jein zu Ja", einer Psychologin die sich auf Bindungsangst spezialisiert, dort ist alles sehr ausführlich beschrieben.
 
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