Reinstürzen oder ablenken - Wie mit Kummer umgehen?

Benutzer149722  (32)

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Ich befinde mich momentan in einer relativ schlechten psychischen Verfassung. Irgendwie scheint es in keinem Bereich so zu laufen, wie ich gerne hätte, und ich fühle mich gerade etwas hilflos.

Zum einen meine berufliche Situation: Ich habe mein Studium vor einem Jahr abgeschlossen und mit seither durch zwei Praktika gekämpft, zu einem Lohn mit dem ich knapp über die Runden kam. jetzt sind meine Ersparnisse, die ich mit meinem Studentenjob und in Zwischenjahren angelegt hatte, praktisch aufgebraucht. Die positive Seite ist, dass ich nach dem Praktikum da bleiben kann, wo ich bin, so dass ich künftig einen normalen Lohn beziehen werde und sich die finanzielle Lage damit für den Moment entschärft hat. Die schlechte Nachricht: Ich fühle mich nicht so richtig wohl. Die Arbeit ist okay, das Team ist okay, aber innerhalb des Teams gibts Spannungen mit dem Chef, die nur allzu gut spürbar sind, da wir eine kleine Firma sind und uns ein Grossraumbüro teilen. Das Hauptproblem ist aber, dass ich eigentlich nicht weiss, was ich machen will - ich weiss nur immer mehr, was ich nicht will, und langsam gehen mir die Optionen aus. Ich würde mich nach was anderem umsehen, aber ich weiss gar nicht mehr, wonach ich schauen soll. Bei meinem Studium ist für fast alles eine Weiterbildung zwingend, die ich mir nicht leisten kann, ohne einen Kredit aufzunehmen oder meine Eltern um Unterstützung anzufragen - und ich will endlich unabhängig sein, zumal meine Eltern gerade meinem Bruder ein nachträgliches Studium mitfinanzieren und ich da nicht auch noch anklopfen will. Es wäre etwas anderes, wenn mich eine dieser Weiterbildungen zu meinem Traumjob führen würde, dann würde ich alles daran setzen, keine Frage. Aber ich fürchte fast, dass ich auch da nach einem Jahr nicht mehr will und dann jede Menge Geld zum Fenster rausgeschmissen habe - abgesehen davon, dass ich nicht gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz habe (andere Vertiefungsrichtung und zu viele Absolventen/zu wenige Stellen). Mein Plan bislang ist, solange bei meinem baldigen Job zu bleiben, wie ich es "aushalte" (was ich so mitkriege, ist dass kaum jemand länger als 1-2 Jahre in der Firma bleibt- das zeigt vielleicht, wie es da so ausschaut). Das fände ich auch völlig okay, aber ich krieg grad Torschusspanik - eigentlich wollte ich irgendwann mal noch eine grosse (6-12monatige) Reise machen, bevor ich einen "richtigen" Beruf habe, bei dem ich hoffentlich etwas länger bleiben will. Doch wenn ich auf Reisen gehe, habe ich danach wieder kein Geld für eine Weiterbildung, mache ich die Weiterbildung, muss ich den Plan der Reise aufgeben. Die Sache belastet mich jetzt nicht extrem stark akut, aber sie ist immer im Hinterkopf und verstärkt meine negativen Gedanken irgendwie noch um einiges.

Zweites Problem: mein Beziehungsstatus. ich bin seit rund 3 Jahren "offiziell" Single und anfangs auch sehr glücklich darüber. Meine letzte Beziehung war die Hölle und ich war so froh, da endlich den Absprung geschafft zu haben. Mein Exfreund hat mich danach noch gute zwei Jahre "gestalkt" und mit Nachrichten terrorisiert, das hat sich inzwischen Gottseidank erledigt - womöglich hat er sich auch wie angedroht tatsächlich das Leben genommen, aber ich denke, dass hätte ich mitgekriegt. Aufgrund schlechter Beziehungserfahrungen (in meiner vorletzten Beziehung wurde ich mehrfach betrogen) wollte ich dann auch wirklich mal eine Zeitlang keine mehr eingehen. Ich hatte dann während gut 1.5 Jahren eine Affäre, die faktisch aber zumindest nach dem ersten halben Jahr quasi doch eine Beziehung war, nur ohne offizielle Treue. Ich war auch verliebt, aber wir hatten beide Auslandpläne, die sehr aneinander vorbei gingen - erst war ich im Ausland und kaum zurück ging er und die Firma bei der er war wollte ihn dann auch übernehmen nach seinem Studium. Eine Fernbeziehung hatte ich nicht gewollt, und ich wollte auf keinen Fall, dass er diese einmalige Chance für mich sausen lässt (und mit dem Gedanken spielte er), da hätte ich mich ewig schuldig gefühlt. Daher war ich auch in dieser Verbindung nicht glücklich. Während seinem Auslandaufenthalt bin ich dann einem Kollegen nähergekommen, der mir für einmal das Gefühl gab, dass alles nicht so schwer war, wie es mir dort vorkam, und ich hab mich wohl etwas verschossen. ich gab meine Affäre wegen der nicht-vorhandenen Zukunftsaussichten auf und begann zwei Monate später eine neue mit dem anderen, die faktisch bis gestern anhielt. Unser Verhältnis war zu beginn sehr gut, wir verstanden uns toll, es war mir aber klar, dass das nicht auf eine Beziehung rauslaufen würde, aufgrund verschiedener Dinge. Und dann wurde es immer sporadischer und unpersönlicher und ich war damit nicht glücklich. Wenn wir uns aber sahen war halt wieder alles wie immer und ich hab mir eingeredet, dass das schon alles okay ist für mich, und ich wenigstens ab und zu jemanden habe. Deswegen hab ich es nicht beendet. Bis gestern. Nachdem wir uns auf einer Party richtiggehend ignoriert hatten, schrieb ich ihm, ob wir vielleicht doch mal miteinander reden sollten oder ob wir die Sache gleich bleiben lassen sollen, weil mir das irgendwie zu seltsam geworden wäre. Nach einigem Hin- und Her sagte er mir dann, dass er vor zwei Wochen jemanden kennengelernt hätte, mich aber sehr gerne als platonische Freundin behalten würde, da er mich lieb hätte.Ich lehnte schlussendlich ab, da wir ja im letzten halben Jahr kaum eine richtige Freundschaft hatten, ich kam mich eher wie sein Notnagel vor, wenn ich ehrlich zu mir bin. Und da gabs die Neue ja noch nicht, also wird das nicht der Grund gewesen sein für die fehlende zwischenmenschliche Beziehung. Und Freunde bleiben ohne wirklich Freunde gewesen zu sein macht wohl nicht allzu viel Sinn.
Ich weiss, dass diese Entscheidung richtig war und mir gut tun wird, langfristig. Momentan fühle ich mich aber einfach scheisse. Weil es mir vorkommt, als hätte er mir zu Beginn Freundschaft vorgespielt, damit ich mit ihm ins Bett gehe, weil ich es längst hätte mir selbst eingestehen müssen und nicht getan habe. Vielleicht bin ich auch noch etwas verknallt, aber ich hätte mir wie gesagt ohnehin keine Beziehung vorstellen können, daher belastet mich das mit der Neuen nicht mal so richtig. Ich bin nicht eifersüchtig auf sie - ich bin eifersüchtig auf ihn. Weil er jemanden gefunden hat, den er offenbar wirklich will, und das auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Er hat gefunden, was ich schon so lange wieder suche. Bisher war er trotz allem irgendwie mein "Verbündeter", Single unter einem Haufen Päärchen und unzufrieden mit seinem Leben, aus ähnlichen Gründen wie ich. In den Nächten mit ihm war ich einfach weniger allein mit dieser Situation, und heute fühle ich mich so unendlich allein. DAS wurmt mich, gar nicht, dass er mich nicht mehr will. ich hätte so gern wieder eine Beziehung, aber ich hab höchstens verkorkste Affären. Und um mich rum werden die Leute glücklich und heiraten.

Der dritte Punkt: Freundschaften und mein Umgang mit meinem Kummer. Seit ich denken kann, hatte ich eigentlich immer Freundinnen, es ging mir dahingehend immer gut und ich fühlte mich aufgehoben in meinem Freundeskreis. Aber seit einigen Jahren muss ich mir eingestehen, es gibt ihn nicht mehr. Wir sehen uns noch, die einen häufiger, die anderen weniger, aber wir sind keine Truppe mehr, wir planen keine gemeinsamen Urlaube, sie haben entweder Beziehungen oder neue Freunde, und ich bin dabei irgendwie auf der Strecke geblieben. Meine "Wiederbelebungsversuche" zeigen keinen anhaltenden Effekt. Ich kenne viele Leute, ich sehe viele Leute, doch richtig tiefe Freundschaften sind das nicht mehr. Dementsprechend ist es für mich gerade noch schwieriger, mit der Situation umzugehen. Etwas mit ihnen zu unternehmen, um mich von beruflicher und beziehungstechnischer Situation abzulenken, lenkt den Blick gleichzeitig auf dieses andere Problem. Ich fühle mich einfach so schrecklich allein gelassen. Ein weiteres Problem dabei ist, dass ich extrem nah am Wasser gebaut bin. Ich erzähle auch kaum noch, wie es mir geht, weil ich weiss, dass da gleich die Sturzbäche fliessen, und ich will auh nicht ständig losheulen. Aber dementsprechend vertraue ich mich auch nicht wirklich jemandem an. Die Tränen machen das alles noch viel schlimmer (und zwar wörtlich - ich heule auch total los bei Dingen, die ich eigntlich gar nicht (mehr) so tragisch finde, es erweckt aber den Eindruck, als stehe ich deswegen total am Abgrund).

Meine eigentliche Frage: Wie gehe ich mit dem allem um? Letzten Herbst, nach der Beendigung meiner "Affären-Beziehung" habe ich mich wild entschlossen in Ablenkung gestürzt, fast täglich Sport gemacht, neue Hobbies aufgenommen, möglichst viele Leute getroffen. Und es ging mir damit relativ gut. Jetzt, knapp 10 Monate später, bin ich wieder im gleichen Loch. Als wäre alles für nix gewesen. Soll ich mich jetzt wieder krampfhaft ablenken und bloss nicht daran denken? Ich steigere mich total rein, wenn ich mir anfange, Gedanken zu machen, und es geht mir dann wirklcih schrecklich. Ich kann dann tagelang praktisch nichts essen, schlafe nicht und mir ist ständig übel. gleichzeitig will ich die Probleme ja lösen und nicht einfach zu Seite schieben. Aber bei keinem einzigen habe ich einen Lösungsansatz und damit liege ich zum Schluss nur wieder heulend im Bett und fühle mich verzweifelt.

Was meint ihr? Ablenken und mich nicht verrückt machen lassen? oder volle Fahrt den Speer durchs Herz und mich damit beschäftigen?

Das ist jetzt lang geworden. Danke fürs Durchlesen!
 

Benutzer133110  (44)

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Puhhh.... das ist natürlich harter Stoff... die Frage ist doch: Was sagt Dein Herz Dir?

Du musst ja nicht immer die Extreme wählen, sondern kannst auch einen Mittelweg nehmen. Z. B. nette Leute hier kennen lernen, ohne Dich gleich durch die Betten zu vögeln. Oder den nicht perfekten Job als Möglichkeit begreifen, relativ entspannt nach einem besseren Job zu suchen.

Was allerdings die Geschichte mit dem Reinsteigern und nicht schlafen können und so angeht... hast Du schon mal überlegt mit einem Therapeuten zu reden? Aus sowas werden ja gerne mal, ich sag mal unschöne Tendenzen. Und ein Therapeut kann Dir helfen, wieder die goldene Mitte zu finden.... Und meistens kommt der Rest dann nach. ;-)
 

Benutzer149722  (32)

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Puhhh.... das ist natürlich harter Stoff... die Frage ist doch: Was sagt Dein Herz Dir?

Du musst ja nicht immer die Extreme wählen, sondern kannst auch einen Mittelweg nehmen. Z. B. nette Leute hier kennen lernen, ohne Dich gleich durch die Betten zu vögeln. Oder den nicht perfekten Job als Möglichkeit begreifen, relativ entspannt nach einem besseren Job zu suchen.
Durch die Betten hab ich mich ohnehin nie gevögelt, ich war immer mehr der Affären-Typ, das scheint mir allerdings nicht besonders gut zu bekommen und hat eigentlich jedesmal schlecht geendet.
Entspannt nach einem besseren Job zu suchen, wäre eigentlich auch der Plan. Nur weiss ich eben nicht mal mehr, wonach ich eigentlich suchen soll:cry:

Was allerdings die Geschichte mit dem Reinsteigern und nicht schlafen können und so angeht... hast Du schon mal überlegt mit einem Therapeuten zu reden? Aus sowas werden ja gerne mal, ich sag mal unschöne Tendenzen. Und ein Therapeut kann Dir helfen, wieder die goldene Mitte zu finden.... Und meistens kommt der Rest dann nach. ;-)
Nunja, ich habe schon einen Hang zu unschönen Tendenzen, zumindest glaube ich, nach meinem ersten Freund (dem notorischen Fremdgeher) in eine sehr lange depressive Phase gerutscht zu sein. Damals habe ich mich sehr reingesteigert, mich richtiggehend in ihn betreffende Fantasien vergraben und es ging sehr, sehr lange, bis ich darüber hinweg war. Ich wollte damals nicht in Therapie, obwohl meine Eltern mich dahin schicken wollten. Damals fing auch das mit der Übelkeit han und ist bis heute nicht weggegangen. Geht es mir psychisch schlecht, könnte ich mich ständig übergeben, und nachts liege ich wach, hab Hunger und negative Gedanken. Ich glaube momentan aber nicht, dass mir ein Therapeut wirklich helfen könnte. Den diese Symptome kommen einfach durch den Kummer, und ich hatte nach dieser langen Depri-Phase relativ gut gelernt, mich dagegen zu schützen, indem ich negative Gedanken gar nicht mehr soweit reinzulassen versuche. Dementsprechend war die Taktik immer ablenken, und das ging relativ gut, auch ohne Therapie.
Was mich besorgt ist halt einfach, dass ich immer wieder an diesen Punkt komme, und nie wirklich länger glücklich bin. Aber das unglücklich sein hat ja jeweils einen konkreten Grund, ich sehe eigentlich kein dem zugrunde liegendes "tieferes" Problem oder eine negative Einstellung, an die ich mit einem Therapeuten arbeiten könnte. Es ist ja nicht so, dass ich zb niemanden an mich ranlasse, und deshalb keine Beziehung finde, ich glaube, ich sehe das schon realistisch. es scheint halt einfach nicht zu laufen, wie ich gerne hätte, irgendwie ist immer der Wurm drin:frown:
 

Benutzer133110  (44)

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Entschuldige, Du siehst genau einen Punkt nicht realistisch:
Aber das unglücklich sein hat ja jeweils einen konkreten Grund, ich sehe eigentlich kein dem zugrunde liegendes "tieferes" Problem oder eine negative Einstellung, an die ich mit einem Therapeuten arbeiten könnte.
Genau das wäre ja Aufgabe des Therapeuten, mit Dir gemeinsam heraus zu arbeiten. Ich weiß, man glaubt immer, dass man genau weiß was in einem vorgeht - bis einer kommt der Dir zeigt, dass Du da eine "Kleinigkeit" übersehen hast.

Ein Freund sagt immer: Wenn der Job scheisse ist, muss das ficken gut sein. Ist das auch scheisse, hast Du ein Problem.

Was ich damit sagen möchte: Du hast nicht einen Bereich an Deinem Leben an dem Du arbeiten möchtest. Sondern eigentlich ist in allen Bereichen etwas, das Dich belastet. Und das sich anhäuft und dafür sorgt, dass Du schlaflos und kotzend durch die Nacht kommst.

Ich finde, Du solltest in Erwägung ziehen, Dir mal einen kompetenten Ansprechpartner zu suchen. Vor allem wegen:
Den diese Symptome kommen einfach durch den Kummer, und ich hatte nach dieser langen Depri-Phase relativ gut gelernt, mich dagegen zu schützen, indem ich negative Gedanken gar nicht mehr soweit reinzulassen versuche. Dementsprechend war die Taktik immer ablenken, und das ging relativ gut, auch ohne Therapie.
Das klingt mir sehr nach klassischem Verdrängen und ich nehme an ich muss Dir nicht sagen wo das enden kann.

Keep smiling. Wird schon wieder :smile:
 

Benutzer155391  (25)

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Heey :smile: ich weiß genau wie du dich fühlst das habe ich blöderweise auch schon durch.
also ganz ehrlich? Du solltest dich jemandem öffnen so wie hier auch. Erzähl es jemandem bei dem du weißt dieser Person vertrauen zu können. Es hilft schon ein wenig wenn sich jemand deine Probleme anhört und dazu seine Meinung äußert, denn es ist eine außenstehende person und solche haben wieder eine andere Sichtweise.
zu deinem ersten Problem: es ist wirklich eine missliche lage und das du unabhängig sein willst verstehe ich voll kommen. Aber wie wäre es dich damit mal zu befassen und jedes Problem einzelne anzugehen, denn alles auf einmal schaffst du nicht, das schafft keiner und man macht sich nur kaputt. Was du dir vorstellst oder was du beruflich machst, auch was du dir vorgestellt hast wie deine berufliche Laufbahn aussehen wird weiß ich nicht daher kannst nur du das schlussendlich entscheiden, weil du auch damit leben musst.
zu deinem zweiten Problem: mir ist letztens so richtig klar geworden was liebe eigentlich genau mit uns macht. Das Problem ist sobald es in der liebe nicht gut läuft bzw nicht so läuft wie man es gerne hätte so kommt einem so ziemlich alles blöd vor im leben. Daher gehe einfach aus, lerne Leute kennen ganz offen ohne irgendwelchen zwang und suche nicht. Es mag sich blöd anhören und es ist auch leichter gesagt als getan, aber was besseres fällt mir nicht zu deiner Situation ein.
zu deinem dritten Problem: es ist furchtbar dieses Gefühl alleine zu sein. Vielleicht gibt es ein paar aus deiner Vergangenheit die du sehr mochtest aber ihr euch auseinander gelebt habt oder so (was durchaus immer wieder vorkommen kann), und versuchst wieder kontakt aufzubauen. :smile:

schlussendlich solltest du dich damit befassen, aber nicht alleine. Denn stätig wegzulaufen und es verdrängen macht es nicht besser und das Päckchen das du zu tragen hast wird immer größer!

ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen. Viel Glück :smile:
 

Benutzer149722  (32)

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Genau das wäre ja Aufgabe des Therapeuten, mit Dir gemeinsam heraus zu arbeiten. Ich weiß, man glaubt immer, dass man genau weiß was in einem vorgeht - bis einer kommt der Dir zeigt, dass Du da eine "Kleinigkeit" übersehen hast.

Ein Freund sagt immer: Wenn der Job scheisse ist, muss das ficken gut sein. Ist das auch scheisse, hast Du ein Problem.

Was ich damit sagen möchte: Du hast nicht einen Bereich an Deinem Leben an dem Du arbeiten möchtest. Sondern eigentlich ist in allen Bereichen etwas, das Dich belastet. Und das sich anhäuft und dafür sorgt, dass Du schlaflos und kotzend durch die Nacht kommst.

Ich finde, Du solltest in Erwägung ziehen, Dir mal einen kompetenten Ansprechpartner zu suchen. Vor allem wegen:
Das klingt mir sehr nach klassischem Verdrängen und ich nehme an ich muss Dir nicht sagen wo das enden kann.
Das Auftreten der körperlichen Symptome muss ich vielleicht etwas präzisieren: schlecht wird mir bei "aktuen" Situationen, wie jetzt wegen der Sache mit meiner Ex-Affäre. Weil das jetzt frisch vorbei ist, und da kommen halt negative Gedanken wie "er hat dich eh nie gemocht", "du warst ohnehin nur für sex gut", "freunde bleiben will er bloss, damit er nicht schlecht dasteht". Diese Gedanken probiere ich dann möglichst gleich wenn sie anfangen wegzudrängen, denn die haben ja wohl wirklich keinen fördernden Nutzen, sogar wenn sie wahr sein sollten. Meine Entscheidung bezüglich unseres Verhältnis habe ich ja bereits getroffen.
Es ist also nicht so, dass ich seit Monaten nichts mehr essen und schlafen kann, das geht dann über einige Tage und dann beruhige ich mich körperlich wieder - ausser eben, ich spiele die Situation ständig wieder in meinem Kopf durch, was ich eben zu "verdrängen" versuche.

Mir ist bewusst, dass die Situation insbesondere scheisse ist, weil sie eben quasi jeden Aspekt meines Lebens irgendwo betrifft. Aber die berufliche Sache wäre ja eher ein Fall für die Berufsberatung, die kann mir ein Psychotherapeut auch nicht lösen (und Berufsberatung hatte mir damals nicht viel gebracht). Die zweite Sache sehe ich durchaus als Fall für den Therapeuten, wenn sie wieder so wird, wie das eben mit 18 Jahren schonmal der Fall war - das ich mich nicht von einer Person oder aus einer Situation lösen kann. Momentan sehe ich da aber (noch) keinen Grund, der Tritt in die Magengegend ist ja erst einen Tag her. Und da ist die klassische Verdrängung oder eben Ablenken ja durchaus, was man gerne mal empfielt, weil drüber nachgrübeln, wie er jetzt wirklich zu mir stand, hilft mir auch nicht mehr weiter, denn jetzt ist die Situation halt wie sie ist. Und bei der dritten Sache wüsste ich jetzt auch nicht, wie man da an meinem Verhalten oder meiner Einstellung rumschrauben könnte - ich verschanze mich ja nicht sozial, ich unternehme mehrmals die Woche was und pflege viele Kontakte, ich habe halt einfach den engen Kreis verloren, was mich belastet. Trotzdem hält mich das ja zb nicht davon ab, neue Freundschaften zu schliessen.

Ich gebe dir schon recht, dass eine professionelle Aussensicht sicher nie schaden kann. Aber irgendwie fehlt mir bislang doch das unterschwellige Problem. Ich halte mich nicht für depressiv, ich habe auch kein schlechtes Selbstbewusstsein oder soziale Bindungsängste. Ich gehe durchaus davon aus, dass ich mich irgendwann schon wieder verlieben werde und dass mich nicht jeder Job fertigmachen wird. Es gurkt mich nur jetzt eifach grad ganz schaurig an.

Keep smiling. Wird schon wieder :smile:
Die Hoffung hab ich auch noch nicht aufgegeben:smile:

Heey :smile: ich weiß genau wie du dich fühlst das habe ich blöderweise auch schon durch.
also ganz ehrlich? Du solltest dich jemandem öffnen so wie hier auch. Erzähl es jemandem bei dem du weißt dieser Person vertrauen zu können. Es hilft schon ein wenig wenn sich jemand deine Probleme anhört und dazu seine Meinung äußert, denn es ist eine außenstehende person und solche haben wieder eine andere Sichtweise.
zu deinem ersten Problem:
Danke dir. Mit dem öffnen hätte ich glaube ich gar nicht wirklich so grosse Probleme, wenn eben das ständige Geheule nicht wäre. Ich hab das jetzt schon, über meine Unzufriedeneheit mit meiner beruflichen Situation sind beispielsweise so ziemlich alle meine mehr oder weniger regelmässigen Kontakte aufgeklärt. Aber schon da steigen mir bei jeder Nachfrage die Tränen in die Augen, obwohl ich zuhause auch nicht ständig darüber heul. Und dann kommen diese besorgten Blicke, zu mir, untereinander, die alles gleich noch schlimmer machen.:frown: Vertrauen tue ich vielen Personen trotz abnehmendem Kontakt schon, aber weil ich nicht nüchtern drüber reden kann, wird die Sache gleich noch mehr aufgeblasen und damit gings mir dann immer noch schlechter:cry:
zu deinem zweiten Problem: mir ist letztens so richtig klar geworden was liebe eigentlich genau mit uns macht. Das Problem ist sobald es in der liebe nicht gut läuft bzw nicht so läuft wie man es gerne hätte so kommt einem so ziemlich alles blöd vor im leben. Daher gehe einfach aus, lerne Leute kennen ganz offen ohne irgendwelchen zwang und suche nicht.
da hast du recht. bis gestern waren die andern beiden Dinge irgendwie noch erträglich, es hat mich zwar beschäftigt aber ich lag jetzt nicht den ganzen Tag heulend rum. Heute sieht das gerade ganz anders aus, dabei wollte ich die Sache ja ohnehin beenden:schuettel: bislang hatte ich eigentlich wirklich nicht gross "gesucht". es hat sich immer irgendwie etwas affärenmässiges ergeben und ich wollte ja lange gar keine Beziehung. seit einem halben Jahr ist das irgendwie anders. Nur interessiert mich auch kaum jemand ernsthaft, den ich kennenlerne (nicht mal für Sex - sonst hätte ich wohl mehr ONS gehabt als Affären). und ich hasse diese typischen Dates, wo man bei einem Bier überlegt, ob man romantisch und sexuell kompatibel ist, sowas mochte ich nie. meine (Sex-)Partner hatte ich immer über die Uni oder Freunde kennengelernt. Daher bin ich auch nicht sonderlich motiviert zur "Suche". Da ist natürlich noch ein weiteres Probem: sobald man jemanden frisch kennenlernt, kommt auch immer gleich die Frage nach dem Job etc. Und da muss ich mich dann auch jedes Mal erklären. Ich will ja nicht begeistert erzählen wie toll mein Job ist, wenn es nicht der Wahrheit entspricht, aber mein Dilemma jede Woche mehrmals auszubreiten ist auch mühsam:X3: Daher hab ich inzwischen kaum noch Interesse an den üblichen Kennenlern-Gesprächen...

zu deinem dritten Problem: es ist furchtbar dieses Gefühl alleine zu sein. Vielleicht gibt es ein paar aus deiner Vergangenheit die du sehr mochtest aber ihr euch auseinander gelebt habt oder so (was durchaus immer wieder vorkommen kann), und versuchst wieder kontakt aufzubauen. :smile:
ich habe mit vielen Menschen aus der Vergangenheit Kontakt, auch wieder neu aufgenommenen. Wie gesagt, ich sehe unterschiedliche Leute aus unterschiedlichen Ecken (aus der Schule, Uni und Nebenjobs), meine "Kernfreunde" waren halt eben die aus der Schule - und da hat sich ja so vieles verändert. Ich muss mich jetzt halt immer aktiv um Treffen bemühen, früher wars einfach klar, dass wir uns sehen. Jetzt kommt in unserem Gruppenchat manchmal nichtmal ne Antwort:cautious: Und die anderen Leute haben halt ihre eigenen Kerngruppen, die sie seit klein auf kennen - da geh ich durchaus auch mit, werde auch eingeladen, aber es ist halt nicht dasselbe...
 

Benutzer155391  (25)

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Ja das verstehe ich. Es ist wirklich eine blöde Situation, gelinde gesagt.

ich würde dir echt gerne helfen, aber ich weiß wirklich nicht wie :/

wir lernen uns einfach kennen und stelle dir jemanden vor :grin: alles easy :grin: nein Spaß bei Seite.
 
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