Postkoitale Dysphorie oder weshalb muss ich fast weinen nach unserem Sex

Benutzer179788  (23)

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Guten Abend,

ich würde mich sehr über Tipps und Meinungen freuen.

Mein Problem:

Seit einiger Zeit muss ich weinen, nachdem mein Freund und ich Sex hatten. Ich verkneife es mir und stattdessen schlafe ich einfach ein. Es ist dann eine tiefe Schwere in mir und ich fühle mich wie benebelt. Das ist für uns beide dann etwas verstörend, wenn ich entweder "ins Koma falle" oder nur traurig in der Gegend rumgucken kann. Weiß jemand, ob das nur dieses Syndrom ist ober ich es ernst nehmen sollte.

Einen konkreten Gedanken habe ich in diesem Stimmungstief teilweise,- manchmal fühlt es sich für mich komisch an, dass mein Freund immer kommt und quasi durch meinen Körper einen Orgasmus bekommt. Damit ich komme, müsste er mich immer ausreichend oral befriedigen und das passiert eben nicht so oft und ich muss auch in der richtigen Stimmung sein. Bisher bin ich nie gekommen und er immer. Manchmal fühle ich mich dann so als bräuchte ich immer eine Extrawurst (nicht wörtlich :grin:) und müsste ihn immer extra fragen, ob er es macht. Ich bin manchmal schon fast eifersüchtig, dass er immer einen Orgasmus hat und ich ihn auch zusätzlich gerne verwöhne, aber andersrum kommt es mir immer so als würde er extra für mich alle 2 Wochen ein aufwändiges, langes Vorspiel machen, so wie wenn man jemanden einen Gefallen tut. Wenn er bei mir Oralsex macht ist das auch das schönste überhaupt er kann das sehr gut, aber ich denke danach dann, dass er es bestimmt nicht wieder machen wird oder ich ihm auf jeden Fall etwas zurückgeben möchte und das stresst mich dann. Ich will auch nicht abhängig davon sein, dass er bei mir was macht, damit ich komme. Ich musste zu Beginn das Vorspiel auch sehr erkämpfen, er hat es immer wieder übersprungen, daher weiß ich, dass er lange Oralsex-Sessions eher mir zu liebe macht.

Hat jemand einen Tipp, wie ich diese negativen Gedanken zum Thema Vorspiel / Orgasmus überwinden kann? Könnte diese Traurigkeit auch dieses Postkoitale Syndrom sein? ( hatte ich noch nie zuvor, erst seit wenigen Wochen ). Sollte ich mich vielleicht einfach mal "zusammenreissen" und nicht immer so viel nachdenken? Vor dem Sex bin ich auch sehr erregt und freue mich, weil Sex für mich auch ein Liebesbeweis ist. Aber nach dem Akt fühle ich mich wie niedergeschlagen physisch und psychisch. Bin echt fertig, könne schon wieder anfangen zu weinen deswegen, wenn ich an dieses emotional schmerzhafte Gefühl nach dem Sex denken.

Ich freue mich über Hilfe.

LG
 

Benutzer179331  (23)

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Hast du das mal so ausführlich deinem Freund erzählt? Wenn nicht, dann tu es. Und tu es am besten in einem nicht-sexuellen Kontext. Also nicht während, kurz bevor oder kurz nachdem ihr Sex habt/hattet.

Oder hast du das schon getan? Was sagt er dazu?
 

Benutzer179788  (23)

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Hast du das mal so ausführlich deinem Freund erzählt? Wenn nicht, dann tu es. Und tu es am besten in einem nicht-sexuellen Kontext. Also nicht während, kurz bevor oder kurz nachdem ihr Sex habt/hattet.

Oder hast du das schon getan? Was sagt er dazu?
Danke für deine Antwort. Also er weiß, dass ich keinen Orgasmus bekomme und, dass es bisher fast durch Oralsex geklappt hätte. Aber was soll ich ihm denn sagen, das setzt ihn dann so voll unter Druck, wenn ich das so emotional ausbreite, oder?
 

Benutzer174836 

Verbringt hier viel Zeit
Zuerst die Fragen:

Könnte diese Traurigkeit auch dieses Postkoitale Syndrom sein? ( hatte ich noch nie zuvor, erst seit wenigen Wochen ).

Nein, dieses "Syndrom" wird in der Regel durch Mißbrauchserfahrungen oder grausame Sexualerziehung verursacht, bei dir geht es um was anderes, siehe unten.

Sollte ich mich vielleicht einfach mal "zusammenreissen" und nicht immer so viel nachdenken?

Ja, unbedingt. Stimmungsregulierung ist eine Aufgabe die jede/r meistern muß und die meisten auch unbewußt von sich aus meistern - wenn du aber damit schon Probleme hast, ist "zerdenken" genau das Falsche.

Nun des Pudels Kern:

Der Grund deiner eigenartigen Stimmungsausbrüche ist im Wesentlichen unberechtigter Groll (das in der Fachsprache übliche resentment trifft es besser). Du machst andere für deine Gefühle verantwortlich, bzw wirfst deinem Partner innerlich vor dass er zum Höhepunkt kommt und du nicht.

Dieser aufgestaute Groll entlädt sich dann post coitum.

Hat jemand einen Tipp, wie ich diese negativen Gedanken zum Thema Vorspiel / Orgasmus überwinden kann?​

Ja: Reiß dich zusammen!

Ich meine es ehrlich und gut mit dir, wenn ich dir das sage. Der Weg auf dem du bist ist kein guter, nicht nur für euer Sexleben (das du damit mit Sicherheit ganz und gar und total zerstören wirst), sondern auch für die Beziehung und dich selbst.

Denn das Muster das du dir entweder gerade beibringst oder schon in dir trägst und zulässt - andere für deine Gefühle verantwortlich zu machen und sich dann in Groll hineinzusteigern - exzediert immer wenn man dem nicht früh und grob und direkt Schranken setzt - das Muster funktioniert wie Jähzorn. Und ganz genau wie man Borderlinern (deren Grundproblem genau dieses Muster ist) niemals nie nachgeben darf, darfst du dir hier auch nicht nachgeben, denn du trainierst dein Gehirn quasi neurochemisch darauf, dieses Muster immer wieder zu reproduzieren.

Dazu kommt, daß du dich extrem verkopfst und in verschachtelte Denkkerker hineingräbst. Das ist ebenfalls keine gute Sache, weder im Bett noch für dich selbst generell.

Daher würde ich dir folgende konkrete Schritte anraten:

1. Entweder mit ihm darüber reden, daß für dich geleckt werden wichtig ist - es ist völlig okay, vom Partner oder der Partnerin Großzügigkeit im Bett zu erbitten, also daß er dich leckt auch wenn es ihm nichts gibt, oder umgekehrt daß du ihm einen bläst auch wenn es dir nichts gibt. Die Grenze sollte dort sein wo es schmerzt, graust, ekelt, oder sonstwas - aber im Großzüzgigket bitten darf man ohne sich in den Keller zu deknen.

2. Oder aber eine andere Form von Vorspiel finden, die dir über den Berg hilft und bei der du nicht auf etwas angewiesen bist was er nicht will oder mag. Auch das ist okay, und da kannst du auch selbst probieren.

3. Generell mehr emotionale Disziplin und weniger Zerdenken. Das ist etwas, was man üben kann - im hier und jetzt zu bleiben, keine passive Aggression aufkommen zu lassen, sich nicht erlauben, andere für Dinge verantwortlich zu machen oder ihnen zu zürnen was in Deiner Verantwortung und Macht liegt, Dinge auch mal ohne Gedankenmühle auf die leichte Schulter nehmen.
 

Benutzer176818 

Sorgt für Gesprächsstoff
Bin echt fertig, könne schon wieder anfangen zu weinen deswegen, wenn ich an dieses emotional schmerzhafte Gefühl nach dem Sex denken.

Liebe W wasp97 , dieser Satz hat mich aufhorchen lassen.

Du verwendest in Deiner Überschrift einen Fachbegriff. Da hast Du Dich also schon etwas belesen. Sicherlich im Internet, oder? Und interpretiere ich das richtig, dass die Quellen, die Du bisher gefunden hast, Dir nicht oder nur wenig weitergeholfen haben. Erzähl mal, warum?
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ist er dein erster Sexpartner?
Wenn nein, wie wars mit anderen Männern?

Warum ist Sex ein Liebesbeweis?

Warum sagst du deinem Partner nicht, was du möchtest?
und bist stattdessen sauer, weil er kommt und du nicht?
 

Benutzer176818 

Sorgt für Gesprächsstoff
aglaia aglaia : Deine Beiträge in diesem Forum lese ich sehr gerne. Aber dieses Mal kann ich Dir weder in Interpretation und Schlussfolgerung, noch in Deinem Rat an die Themenerstellerin folgen. Im Gegenteil.

Die tatsächlichen Ursachen für dieses Phänomen sind trotz ausführlicher Studien nicht eindeutig geklärt. Postkoitale Dysphorie kann ein Hinweis auf traumatische Erfahrungen, wie Du sie nennst, sein. Es gibt aber auch noch andere Ursachen, die davon unabhängig sind.
 
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