Pille abgesetzt-bisschen Frust los werden und Erfahrungen austauschen

Benutzer105719  (36)

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Hallo Leute,

ich habe nun vor knapp drei Wochen aufgehört die Pille zu nehmen. Ich "war auf" der Yasminelle, was lange gut geklappt hat auch im 3-Monats-Zyklus, dann in den letzten Monaten nervten immer öfter Zwischenblutungen.
Also musste ich mich entscheiden: Neue Pille probieren oder absetzen.

Ich habe mich fürs Absetzen entschieden da ich die Pille bereits seit 10 Jahren ohne Pause (also schon mit 1-Wochen-Pausen, aber eben nie mit einer längeren) nehme und gar nicht mehr weiß, wie mein Körper ohne so drauf ist.

Abgesehen davon steht in den nächsten 1-2 Jahren Nachwuchs an, wir verhüten ohnehin zusätzlich mit Kondom und wenn "es" vorher passieren sollte, dann ist das nicht schlimm und auch willkommen. Also, alle Zeichen auf grün, weg mit der Pille.

Und jetzt gehts mir leider gar nicht gut. Seit 9 Tagen habe ich ununterbrochen starke Kopfschmerzen. Ich leide ohnehin an Migräne, hatte gehofft, dass dies ohne die Pille evtl. besser werden würden. Momentan ist es einfach nur heftig. Am Anfang habe ich mir mit Formigran weitergeholfen, das Zeug ist aber auch stark genug, dass ich es mir auf keinen Fall jeden Tag einschmeissen kann. Die Kopfschmerzen sind so schlimm, dass ich von der Arbeit nur noch ins Bett krieche, die Rollos runtermache, ein Kühlpack auf die Augen lege und versuche zu schlafen. Meine üblichen Tricks wie Joggen oder Schwimmen gehen nützen nichts, denn ich kann kaum gerade aus gucken, geschweige denn laufen. Jetzt gerade geht es einigermaßen, meine 1000 mg Ibu hab ich aber auchs chon drin und das ist ja kein Zustand.
Kennt das Jemand vielleicht? Ich habe Angst "einzuknicken" und dann doch wieder ne Pille zu nehmen, nur damit die Schmerzen weg sind. Ich hoffe noch auf die Zeit und dass es besser wird, sobald mein Körper sich wieder richtig eingestellt hat, zu ertragen ist es aber kaum noch.

Zudem leide ich gerade unter furchtbaren Stimmungstiefs. Mir geht es richtig dreckig, inkl. grundloser Heulattacken und einer Art zu Jammern, die ich sonst nie habe. Zugegeben, in meinem Leben ist grad viel im Aufbruch, gerade jobmäßig, aber das erklärt doch nicht diese Tiefs, gerade weil sich alles zum Besseren kehrt und ich objektiv gesehen gerade genau das bekomme, was ich möchte.

Das bisschen unreine Haut, dass ich bekommen habe und das auchs chon besser wird stört mich kaum, aber ich mag nicht dieses depressive kopfschmerzige Wesen sein, dass um 7 im Bett liegt und auf nichts mehr Bock hat.

Mein Schatz hat Verständnis und ist ein wahrer Engel, aber mir fehlt es ja selbst, einfach mal mit meinen Kumpels Essen gehen, mit Elan bei meinen Feuerwehr-Übungen mitmachen oder einfach nur abends ein Filmchen gucken...geht alles nicht. Bin zu mies drauf und wenn ich nicht mies drauf bin, dann töten mich die Kopfschmerzen.

Noch kurz zu den Schmerzen: Es handelt sich um eine Kombination aus Migränetypischen Schmerzen und Spannungskopfschmerzen. Das Schmerzzentrum liegt hinter den Augen, das ist ungewöhnlich, denn sonst habe ich eine klassiscche Migräne, die sich an den Schlefen konzentriert. Manchmal habe ich ne mächtige Aura, mein Gesichtsfeld ist sehr eingeschränkt und die Lichtempfindlichkeit enorm (gerade im Büro habe ich ne Sonnenbrille auf, weil ich das Bildschirmlicht sonst nicht ertrage).

Was will ich nun von Euch?
Ich wollte mir den Frust was von der Seele schreiben und etwas jammern, ohne dass mein Schatz oder meine besten Kumpels es wieder abbekommen. Ich bin den Jungs ja sehr dankbar, aber wenn ich Jemals enge weibliche Freunde vermisst habe, dann jetzt. Wie soll man diesen Hormonkrieg einem Mann erklären?

Ich würde auch gern wissen, ob Jemand das ähnlich heftig hatte. Ich habe zwar schon den Thread zum Thema Pille absetzen gelesen, aber diese heftige Reaktion, wie ich sie habe, habe ich dort nicht gesehen.

Würdet ihr es jetzt "durchziehen"? Gesund kann es ja auch nicht sein, wenn ich jetzt wieder ne Pille nehme, oder? Abgesehen davon muss ich ja irgendwann da durch, wenn ich nochmal Nachwuchs will. Ach so ein MIst, am liebsten würde ich den ganzen Tag zu Hause bleiben...
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Seit ich die Pille abgesetzt habe (vor bald 11 Wochen), habe ich auch fast täglich Kopfschmerzen, allerdings kann ich nicht genau sagen, ob es nun an der Hormonumstellung liegt, am Wetter, an meinem dauerverspannten Nacken oder an den phytotherapeutischen Tropfen, die ich nehme. Bei mir ist es auch bei weitem nicht so schlimm wie bei dir, keine Migräne oder sowas, ich komme ohne Schmerzmittel aus.

Die grundlosen Heulattacken und hin und wieder depressive Phasen hatte ich erst durch die Pille entwickelt. Stimmungsmäßig bin ich seit dem Absetzen eigentlich gut drauf, nah am Wasser gebaut bin ich allerdings immer noch.

Einerseits würde ich bei dir nun sagen, du bist erst seit 3 Wochen pillenfrei, also ist das vielleicht jetzt nur anfängliches Hormonchaos und dein Körper fängt sich bald wieder. Andererseits scheint es dir ja wirklich richtig schlecht zu gehen mit deinen Depris und den Kopfschmerzen, und nur du kannst wissen, ob und wie lange du das noch aushalten würdest.

Hast du schon mal mit deinem FA gesprochen?
 

Benutzer105719  (36)

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Ich wollte mir heute telefonischen Rat in meiner alten FA-Praxis holen, leider müsste ich dafür in der Praxis vorbeikommen und erstmal Chipkarte etc einlesen lassen. Da ich meinen Job gekündigt habe und noch ein großes Projekt weitergeben muss kann ich momentan einfach nicht früher von der Arbeit abhauen um zum Arzt zu gehen...ich bin auch auf ein gutes Arbeitszeugnis angewiesen, so dass ich jetzt, wo ich gekündigt habe, nicht durch Fehlen auffallen will. Ich weiß, es klingt seltsam, aber leider ist bei uns der Umgang mit Mitarbeitern derart, dass ich erst zur FÄ gehen werde, wenn ich kurz vorm Vom-Turm-Springen stehe...dazu kommt noch, dass ich meine FÄ gerne wechseln möchte, da "meine" Ärztin aus der Gemeinschaftspraxis ausgeschieden ist und ich die andere nicht mag. Aber ob eine neue FÄ mir helfen kann, wenn sie meine ganze Vorgeschichte nicht richtig kennt, sondern nur aus meinen Erzählungen? Und dann muss ich erstmal eine finden, die ich mag...das hat das letzte Mal schon so lang gedauert. Naja, hier ist es wieder das Gejammer...wahrscheinlich sollte ich einfach die Arschbacken zusammen kneifen und zum Telefon greifen....

Ich weiß ja, wie meine Kopfschmerzen sind, wenn sie wettergetriggert sind. Diese Schmerzen sind halt anders, als das, was ich bislang so hatte. Ich weiß nicht,w ie lange ich das noch aushalte, vor allem da ich gerade viel Leistung bringen muss. Ich habe wieder zu viel gegoogelt und von Frauen gelesen, die Monatelang diese Pillen-Absetz-Kopfschmerzen hatten und ich krieg langsam kalte Füße.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Dein Körper stellt sich jetzt gerade um. Wenn man neu mit der Pille anfängt, sind Kopfschmerzen auch sehr typische Beschwerden. Beim Absetzen ist es umgekehrt eben oft ähnlich.
Dazu können die Kopfschmerzen natürlich auch andere Ursachen haben und es kann einiges zusammen spielen. Das Wetter ändert sich im Moment ja gerne und heftig, darauf reagieren viele. Und Stress scheinst du ja auch mehr oder minder zu haben. Manchmal macht man sich diesen auch unbewusst und ist eben angespannt, weil man jetzt nach 10 Jahren die Pille absetzt und will auf jedes Detail und auf jede Veränderung achten. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes zu Kopfzerbrechen führen.

Außer Durchziehen sehe ich keine Alternative, denn spätestens wenn ihr Nachwuchs wollt, musst du die PIlle ja auch absetzen und sie ein Leben lang zu nehmen, ist ebenfalls unrealistisch.
Also so unangenehm es ist, aber es sollte nur vorübergehend sein. :zwinker:
 

Benutzer105719  (36)

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Danke, ja das denke ich auch, irgendwann muss ich da durch.

Ich habe gerade folgendes gelesen:
"Was jedoch klassifiziert wird, ist der Östrogenentzugskopfschmerz (auch Koffein macht keine Kopfschmerzen, nur der Koffeinentzug!). Dieser kann immer dann Auftreten, wenn Östrogene mindestens 3 Wochen ununterbrochen eingenommen wurden. Hierzu gehört z.B. die menstruelle Migräne bei Einnahme der klassischen Pille mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen. Wird diese Pille als Langzyklus - wie bei Ihnen zuletzt - eingesetzt, ist der „Entzugskopfschmerz“ meist noch hartnäckiger, als sowieso schon. Vom Bild handelt es sich um eine Migräne oder einen Kopfschmerz vom Spannungstyp oder eine Kombination von beidem. "

Ist Euch vielleicht etwas bekannt, was so einen Entzugsschmerz "besser" machen kann. Evtl Nahrung, welche die Östrogenproduktion fördert o.ä.?
Ich bin grade wirklich bisschen mit dem Latein am Ende, jetzt fangen meine Augen schon wieder an zu brennen und ich kann sicher sein, dass es gleich wieder mit voller Bandbreite los geht.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Puh so aus dem Stegreif fällt mir jetzt leider nichts ein. :ratlos:
Müsstest du mal googeln, ob man die Östrogenproduktion per Nahrung steuern kann. Kann ich mir aber schwer vorstellen, sonst wären ja so manche HOrmonpräparate überflüssig.
 

Benutzer105719  (36)

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Ja stimmt schon. Ich angel grad nach Strohhalmen.

Ich habs ja schon immer mit dem Köpfchen und grade Migräne ist ja so eine Krankheit, die schwer nach Außen vermittelbar ist. Man gilt dann schnell als Simulant, deshalb beiss ich meist die Zähne zusammen. Man hat ja mit der Zeit auch seine kleinen Tricks, wie gesagt, bei mir hilft lockerer Sport, viel Trinken, Magnesium, Kühlen, ne Infusion Kochsalzlösung (als Sani kann ich die mir selbst setzen) und Vitamin C, am besten in frischer Fruchtform. Aber all das nützt momentan einfach nichts und wenn ich dann so mit Sonnenbrille vorm PC hocke, bin ich oft kurz vorm Verzweifeln.

Mir schon klar, dass hier keiner ein Zaubermittelchen hat, aber ich genieß es gerade auch einfach mein Leid zu klagen. :zwinker: Mir graust es jetzt schon vor der Fahrt nach Hause, vollgestopfte Autobahn, helles Licht und ich mit zusammengekniffenen Äuglein im stickigen, klimaanlagenlosen Auto. Hmpf.
 

Benutzer56469  (36)

Beiträge füllen Bücher
Ich würd mich mal beim Hausarzt oder ggf. FA erkundigen welche Alternativen Mittelchen es gegen Kopfweh/Migräne gibt.

Ich sehm auch seit 2 Jahren keine Pille mehr, ich muss aber sagen dass ich genauso viel Kopfweh habe wie mit Pille. :tongue: Die Stimmungsschwankungen wurden allerdings besser seit ich keine Pille mehr nehme.

Mit der Zeit pendelt sich das ein, wirst schon sehen!
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hey,

geh doch echt mal zu einem Arzt und kümmer dich um eine vernünftige Schmerzbehandlung. Das heißt, es gibt auch noch alternative Schmerzmittel, zb Novalgin. Oder zum Frauenarzt und gucken, ob man das Ganze nicht irgendwie langsam ausschleichen kann. Wenn es nur um das Östrogen geht, bzw um die Hormone, und nicht um die empfängnisverhütende Wirkung, dann gibt es vielleicht einen Weg, die Pille nur jeden zweiten Tag zu nehmen? Oder nur die Hälfte? Also ein langsames Absetzen.
Aber es kann doch echt nicht sein, dass du solche Schmerzen hast und dir nicht mal Rat bei deinem Arzt/deiner Ärztin holst? Natürlich kann dich eine andere Ärztin zur Pille beraten. Und es gibt genug Ärzte, die auch arbeitszeitenfreundliche Sprechstunden haben. Zur Not gehst du Samstags zum Notarzt. Die meisten Städte haben einen Notdienst, der einen ärztlich versorgt, wenn keine normalen Sprechstunden sind, also nicht die Notaufnahme im Krankenhaus. Mit solchen Schmerzen kannst du da locker hingehen. Die haben dann vielleicht keine Zeit für eine ausführliche Beratung, aber einen Tipp zum Thema Schmerzmittel + Rezept sollte es schon geben.

Dein Körper macht jetzt den Hormonentzug durch und es liegt an dir, dich entsprechen darum zu kümmern, dass du das irgendwie durchstehst. Meiner Meinung nach ein legitimer Grund, sich vernünftige Medis zu besorgen, sich Rat zu holen und nicht tagelang rumzukriechen, bis man psychisch völlig fertig ist. Gönn dir mal was! Akzeptier, dass es dir grade scheiße geht und kümmer dich um dich selbst! Verdrängen hilft da nicht.
 

Benutzer105719  (36)

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Hey Kaya, danke für die Tipps, aber die "alternativen" Schmerzmittel habe ich alle durch, gegen meine Migräne scheint kein Kraut gewachsen. Novalgin wirkt lange schon nicht mehr (schmerzmittelgewöhnung), ich habe auch schon Antidepressiva, Beta-Blocker und Triptane durch. Deshalb ist sozusagen die letzte "Lösung" die Pille abzusetzen, weil sie eine Konstante ist, welche die ganze Zeit, die ich MIgräne habe, vorhanden war.

Arbeitszeitfreundliche Sprechstunden haben meine Ärzte leider nicht, die machen um 8 auf und um 17 Uhr zu. Zur ner Notsprechstunde zu gehen ist natürlich eine Idee, aber ich denke, dass ichs chon dezidiert zu einem Gyn müsste, damit er mir helfen kann, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es am Absetzen der Pille liegt.

Ich bin in Behandlung bei einem Neurologen, mit dem habe ich auch kurz telefoniert, aber der sagte ganz klar, dass er auch auf Pille tippt und er mir deshalb nicht weiterhelfen kann/will. Ich darf auch keine der "härteren" Shmerzmittel mehr nehmen, da ich damals schon Entzugsschmerzen bekommen habe (Migränepatienten kriegen das gerne mal, wenn sie zu regelmäßig Novalgin und Co nehmen), deshalb hangel ich mich halt mit Ibu und Formigran durch.

Wahrscheinlich kann ich wirklich nichts anderes machen als abwarten oder doch mal zum Gyn gehen...auch wenns mir bei dem Gedanken nicht gut geht...ich seh schon, wie mein Chef mich versuch runterzumotzen, wenn ich die Arztbescheinigung einreiche...
 

Benutzer49570 

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hi,

also mir gings ähnlich wie dir. hab die pille nach 8 jahren abgesetzt und bin jetzt seit knapp 8 wochen pillenfrei. ich leide auch an starker migräne. mit pille waren das mal locker 12-15 schmerztage im monat und es hat auch nichts geholfen außer haufenweise triptane schlucken, aber das bringts ja auf dauer auch nicht. zuerst hatte ich auch eine woche dauerkopfschmerzen, aber dann im juli hatte ich nur 4!! attacken und ich bin gespannt wies weiter geht und hoffe, dass es so bleibt oder sogar noch besser wird. also nicht aufgeben! es dauert bis der körper merkt dass das was ihm fehlt eigentlich überflüssig ist.
 

Benutzer105719  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Also bei dirs hat ca eine Woche gedauert?
Ich hoffe, dass es bei mir auch bald besser wird. Am 12. gehts in Urlaub und da muss ich locker mal 15 Stunden am Steuer sitzen, mit Kopping unmöglich.
Ich versuch mich mal im positiv Denken, letztlich wirkt die Psyche ja deutlich mit aufs Schmerzempfinden. Heute war ich trotz Kopfschmerzen meine morgendlichen Schwimmrunden ziehen und ich glaube, dass es ein bisschen besser geworden ist.
Negativ wirkt natürlich das vorm PC sitzen und ich hab auch noch so ne schlechte Haltung dabei, auch wenn ich mich versuche darauf zu konzentrieren grade zu sitzen. Ist ja alles nicht gerade förderlich. Aber was nützt das Jammern, es scheint ja wirklich normal zu sein und eine Frage der Zeit. :smile:
 

Benutzer20579  (37)

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Mann du Arme, das tut mir aber leid! Fühl dich mal gedrückt... :frown: Klingt ja echt übel...

Ich würde sagen, da musst du leider durch. Irgendwo muss man ja auch ohne Pille lebensfähig sein, es kann ja - gerade bei anstehendem Kinderwunsch - keine Dauerlösung sein. Und bevor du hinterher auch noch in dem Zustand eine Schwangerschaft planen möchtest, halte ich es für besser, das jetzt schon durchzuziehen.

Letztendlich ist das natürlich jetzt echt eine miese Situation. Ich frage mich aber auch, wieso dein Neurologe das jetzt nur auf die Pille schiebt - das klingt nach "Igitt, ein Frauenproblem, damit kann ich nix zu tun haben" :zwinker: - dabei ist es doch eine Migräne und dass sie hormonell bedingt ist, muss ein Neurologe doch kennen und entsprechend reagieren können.

Ansonsten würde ich jetzt erstmal die Ärzte durchtelefonieren, ggf. auch mal die Chance für eine zweite Meinung einholen. Denn irgendwas sollte man da schon versuchen.

Meine laienhafte Einschätzung wäre einfach, dass dein Körper nach 10 Jahren Pille die Sache einfach nicht alleine gemanagt bekommt und jetzt völlig überfordert ist. Eventuell wäre in absehbarer Zeit auch mal ein Hormonstatus beim Endokrinologen angezeigt, nur um zu schauen, dass alles okay ist (oder eben nicht und dagegen vorzugehen). Denn natürlich kann eine lange Pilleneinnahme hormonelle Probleme auslösen, manche Frauen entwickeln in der Zeit z.B. eine Schilddrüsenfehlfunktion, die behandelt gehört. Und natürlich kann davon auch eine Migräne ausgelöst werden, die Ursachen sind ja vielfältig.

Also, Job hin oder her, es lohnt ja nicht, wenn du die Schmerzmittel bis zum Nierenversagen schluckst, in dem Zustand auch noch Auto fährst (Bist du eigentlich lebensmüde!?) und aus mangelnder Zeit keinen Arzt aufsuchst.

Meine Anlaufstellen wären: Gynäkologe (und zwar einer, der mehr kann, als zu sagen "Nehmen sie die Pille!", Zweitmeinung beim Neurologen, Hormonstatus beim Endokrinologen. Und in jeder freien Sekunde Ruhe gönnen, Autogenes Training machen (da gibt es z.B. bei Youtube Videos mit Musik, einfach anmachen und hinlegen) und ich hoffe, du bist bald wieder fit!
 

Benutzer105719  (36)

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Das mit der Schilddrüsenfehlfunktion wusste ich nicht. Werde ich definitiv abklären lassen.
Ich habe mich jetzt mal auf die Suche nach einer neuer Gyn gemacht, aber irgendwie gibt es bei mir im Umkreis nur Männer (zu nem Mann möchte ich nicht) und die Frauen, bei denen ich angerufen habe, sind alle im Urlaub (immerhin drei Praxen). Ich würde natürlich gern eine Gyn finden, bei der ich auch längerfristig bleiben kann und da ist es unschön lange fahren zu müssen. Na, ich telefonier noch was rum.

Das mit der Ruhe ist de facto ein Problem. Ich könnte nach der Arbeit natürlich ruhig machen, dann wär ich immerhin um 20 Uhr zu Haus und könnte abschalten. Aber ich habe das Gefühl meine Freunde zu vernachlässigen, heute wollte ich etwa bei Kumpels vorbei und wenn ich schon wieder absage, dann krieg ich auch wieder keine Ruhe, weil ich ein schlechtes Gewissen habe und das Gefühl etwas zu verpassen. Dann morgen wollte ichw ieder bei anderen Leuten vorbei bisschen Musik machen. Ich fühl mich halt mies dauernd abzusagen, grade Migräne ist so ne dumme Begründung, da kommt man sich immer wie ein Simulant vor.

Ja ich weiß, wo ein Wille, da ein Weg, aber ich hab normalerweise so einen vollen Terminplan und jetzt müsste ich grade alle schönen Aktivitäten streichen um auch was Ruhe zu haben.
 

Benutzer4590 

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Das mit der Ruhe ist de facto ein Problem. Ich könnte nach der Arbeit natürlich ruhig machen, dann wär ich immerhin um 20 Uhr zu Haus und könnte abschalten. Aber ich habe das Gefühl meine Freunde zu vernachlässigen, heute wollte ich etwa bei Kumpels vorbei und wenn ich schon wieder absage, dann krieg ich auch wieder keine Ruhe, weil ich ein schlechtes Gewissen habe und das Gefühl etwas zu verpassen.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Ja, man sagt ungerne mehrmals Verabredungen ab, man will nichts verpassen und fühlt sich irgendwie schlecht dabei. Aber erstens haben richtige Freunde dafür Verständnis, wenns einem nicht gut geht (die legen ganz sicher keinen Wert drauf, dass du dich zu Unternehmungen quälst), und zweitens tust du dir schlicht und einfach keinen Gefallen, wenn du gegen deinen Körper arbeitest und ihn zu Aktivitäten zwingst, obwohl er eigentlich Ruhe bräuchte.

Man muss bei sowas ein wenig gesunden Egoismus lernen und Prioritäten setzen, auch wenns schwer fällt.
 

Benutzer37284 

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Ich kann dir jetzt zwar nicht wirklich helfen weil ich selbst den Schritt zum Absetzen noch nicht gewagt habe aber erstmal will ich dir meinen Respekt zollen, dass du das durchziehst :smile: Ich habe das bisher leider noch nicht geschafft...

Das mit den Kopfschmerzen empfinde ich als völlig normal, den östrogenbedingten Kopfschmerz habe ich sogar schon in der Pillenpause! Wenn ich 3 Tage keine Pille genommen habe, dann gehts so richtig los....Auch ein Grund weshalb ich die Pille immer im LZZ nehme, was natürlich auch irgendwo einfach eine falsche Reaktion ist aber momentan bin ich noch nicht bereit für das Absetzen.:zwinker:
Ich denke auch, dass sich das sicher bald wieder legen wird, gib deinem Körper Zeit, er ist jetzt auf Entzug und versucht damit irgendwie umzugehen...
 

Benutzer105719  (36)

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Hallo nochmal Leute,

eine Woche später und immer noch unter Dauerkopfschmerzen. Ich war brav und habe nen Haufen Ärzte abgeklappert:
Gyn.: Sie sagte, da ich ohnehin zu Migräne leide, wäre das nicht unüblich. Die möchte mir aber keine Hormonpräparate zur Überbrückung geben. Da ich eine Kombi aus Migräne und Spannungskopfschmerzen habe, hat sie mich zum Orthopäden geschickt.
Orthopäde: Er sagt, ich hab nen prima Rücken nur paar blöde Verspannungen, sehr wahrscheinlich von meiner krummen Haltung vorm PC. Ich hab jetzt son komisches Dreieck-Kissen unterm Arsch und krieg warme Bestrahlungen. Nach dem Urlaub soll ich ne Physio anfangen.

Ich: Mist, jetzt hab ich ganz viele Therapieansätze, aber nix was mir den Kopf wieder klar macht vorm Urlaub am Freitag. Ich muss da halt 15 stunden und mehr Auto fahren und da Triptane und Novalgin die Reaktionsgeschwindigkeit verringern, fallen sie als Mittel der Wahl weg. Also geh ich zu meiner Hausärztin, von der ich rein zufällig weiß, dass ihre Tochter auch unter Migräne leidet.

Hausärztin: Sie meint, die Pille sei nur das Tröpfelchen gewesen, das das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Sie schlägt mir Migräneprophylaxe mit Beta-Blockern vor. Diese habe ich bereits vor 8 Jahren zu Beginn meiner Migränekarriere genommen, damals wirkte es gut, hat mich aber dauernd ausgeknockt, weil ich so niedrigen Blutdruck hatte und zum Umkippen neigte. Das Rezept hab ich jetzt vor mir.

Was haltet ihr davon?
Schmerzmittel habe ich ja alle durch, trizyklische Antidepressiva habi ch durch, Triptane führen auf Dauer ja auch nur zu Medikamenten induzierten Kopfschmerzen und Akupunktur hatte ich auch schon und hat nix gebracht.

Die Ärztin meinte ihre Tochter hätte vom ersten Tag der Einnahme an deutlich weniger und deutlich schwächere Migräne gehabt. Gibts da Erfahrungswerte?

Ich habe schoN Respekt vor den Betablockern, vor allem da ich bei den Antidepressiva so krasse Nebenwirkungen hatte, habe ich den Glauben an die Götter in Weiß echt verloren. :zwinker:

Ich weiß auch nicht so recht, ob mir das zu Freitag schon hilft. Fakt ist, dass ich langsam echt dauerheulen könnte, weil ich das ganze Jahr noch keinen Urlaub hatte und einfach so glücklich sein sollte dass es bald soweit ist, aber nur daran denken kann, dass mir die Migräne alles versaut. Die letzten zwei Wochen liege ich jeden Tag um 7 oder 8 Uhr abends im Bett, normalerweise kriegt man mich vor 24 Uhr nicht zum schlafen. Es ist einfach scheiße. Naja, das war der für mich nötige Jammerabsatz. :frown:
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich würde das mit den Betablockern versuchen. So wie ich das sehe, hast du bis auf "Abwarten" doch sonst eh keine andere Möglichkeit?

Kann man die Betablocker nicht auch ganz niedrig dosieren? So, dass die Migräne in Schach ist aber du nicht gleich umkippst?
 

Benutzer105719  (36)

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Ja, die Dosierung ist wohl die kleinste dies gibt, 25 mg pro Tag. Die Ärztin meinte die Nebenwirkungen seien so gering, dass man sie vernachlässigen könnte. Früher hätte es einfach daran gelegen, dass Mädchen in der Pubertät ohnehin oft niedrigen Blutdruck haben, das habe ich jetzt nicht.
Ich neige schon dazu sie jetzt zu nehmen, wenns schädlich wäre, würde sies ir ja wohl nicht verschreiben. Ein bisschen Restzweifel bleibt aber.
 

Benutzer18889 

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Rein vom Bauchgefühl her würde ich Betablocker kritisch sehen und mit der Einnahme auf keinen Fall vor einem Urlaub beginnen, zu dem du auch noch stundenlang selbst hinfahren musst.

Kann es gar nicht richtig begründen, aber Betablocker sind schon nicht ohne,
 
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