Partnerin möchte nicht wegziehen

Benutzer183957 

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Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:
ich bin 27 und seit acht Jahren mit meiner Freundin (gleiches Alter) zusammen, sie ist für mich die Frau fürs Leben, hab nie über eine Zukunft ohne sie nachgedacht und will das auch jetzt nicht.

Es ist so, dass es schon immer mein größter Traum war in die Berge zu ziehen, eigentlich ins Ausland aber wegen ihr (sagt sie könne kein richtiges Englisch, was nicht mal wahr ist) habe ich mich sehr bald auf das dt. Inland beschränkt. Von diesem Traum weiß sie von Anfang an und meinte immer, dass sie sich das sehr schön vorstelle und mit mir eines Tages auf jeden Fall mitziehen würde. Alleine würde sie das nie machen aber mit mir zusammen freue sie sich darauf. Wir haben auch regelmäßig darüber gesprochen und ich habe immer gesagt, dass es nicht bedeutet, dass ich nicht eines Tages vielleicht auch wieder lieber in Richtung Heimat zurückkommen würde.

Ich bin jetzt fertig mit meinem Studium und wollte mich in der Gegend nach Jobangeboten umsehen und da sagt sie auf einmal, dass sie nochmal nachgedacht hat und im Ort wohnen bleiben möchte direkt bei ihren Eltern und der ganzen Verwandtschaft (sind ja alle halbwegs nett, aber gehen mir ziemlich schnell auf den Zeiger, weil ich dieses gezwungene Familie-muss-sich-ständig-sehen sehr anstrengend finde und es von meiner Seite aus nicht kenne, bei mir wohnen alle sehr verstreut).

Sie wohnt noch bei ihren Eltern im Haus in dem Dorf wo sie auch geboren wurde, musste für die Ausbildung und den Beruf nie wegziehen. Ihre ganze Verwandtschaft wohnt da auch. Heimatverbundenheit kann ich nachvollziehen, aber das ist von 100% auf 0% und das Gegenteil was sie mir jahrelang immer sagte. Jetzt erwartet sie, dass ich auch in dieses Dorf ziehen soll, das keinerlei Anbindung an eine Stadt usw. hat, ich habe nicht mal ein Auto und finde da auch keinen Job ohne ewig zu pendeln.

Wenn sie nicht so weit weg möchte (wir sind aus der Nähe von Wolfsburg) verstehe ich das ja, finde es zwar nicht fair da nach so vielen Jahren plötzlich mit anzukommen aber ich bin bereit für sie Kompromisse einzugehen, nicht gleich ans andere Ende Deutschlands zu ziehen. Aber zu erwarten dass ich nur weil sie ihre Familie jeden zweiten Tag sehen will in dieses Kaff ziehe ohne eigene Zukunftsaussichten, das ist doch nicht okay, oder?

Wäre dankbar wenn jemand Ratschläge hätte, wie ich damit am einfühlsamsten umgehe und sie vielleicht umstimmen könnte (also einen Kompromiss zu finden), andere Gründe als die obigen habe sie nicht (also kein krankes Familienmitglied o.ä.).

Phil
 

Benutzer177622 

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde, da gibt es keinen wirklich guten Kompromiss.
Wenn es beiden Personen ernst ist mit ihrem Wunsch, wird einer immer zurückstecken und unglücklich sein.
Wenn denn alle Argumente bereits ausgetauscht und alles eine Zeit lang wohlbedacht ist und keiner der Beteiligten wirklich denkt "Ja okay, kann ich mit leben."

Möglichkeit wäre Fernbeziehung. Das ist aber nicht Jedermanns Sache.
 

Benutzer183957 

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Aufgrund meines Studiums führen wir schon seit vielen Jahren eine Fernbeziehung und sehen und eigentlich nur einmal pro Woche, hat bisher gut funktioniert aber ist natürlich nicht das, was wir uns beide als dauerhafte Option für die Zukunft vorstellen.
Ich möchte ja Kompromisse eingehen und bin bereit zurückzustecken weil sie mir eben so viel mehr bedeutet als der Ort, nur sie hat auf einmal ihre Meinung geändert und ich würde sie gerne davon überzeugen, es doch zumindest einmal auszuprobieren auszuziehen, sie führt ja bisher noch nicht einmal einen eigenständigen Haushalt, ist ja klar dass man da viel Zeit für Besuche bei Tante und Cousine hat, aber ich denke eben dass das später mal, wenn man auch eine eigene Familie hat, nicht mehr so ein zentrales Thema sein wird...
 

Benutzer124226 

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Ich frage mich, wieso ihr im Laufe der Beziehung nie weiter darüber gesprochen habt und sie jetzt aus heiterem Himmel gesagt hat, dass sie nicht wegziehen möchte. Das Thema muss doch im Laufe der Zeit immer mal wieder aufgekommen sein? Oder habt ihr das Thema immer verdrängt?

Es wird in der Sache keinen Kompromiss für beide geben. Sie möchte nicht wegziehen, da ist es egal ob es 100km oder 500km sind. Sie kann von dir nicht erwarten, dass du dorthin ziehst. Im Gegenzug dazu kannst du aber auch nicht erwarten, dass sie wegzieht.

sie führt ja bisher noch nicht einmal einen eigenständigen Haushalt, ist ja klar dass man da viel Zeit für Besuche bei Tante und Cousine hat, aber ich denke eben dass das später mal, wenn man auch eine eigene Familie hat, nicht mehr so ein zentrales Thema sein wird...
Wenn man sehr familienbewusst und heimatverbunden ist wird sich das nicht ändern. Das ist ein Zusammenhalt und Verbundenheit in der Familie, die man nicht unbedingt nachvollziehen kann, wenn man es selbst in der eigenen Familie nicht so erlebt.

Gibt es die Möglichkeit, dass ihr in die nächste größere Stadt zieht, die vielleicht nicht so weit entfernt ist? Hast du dich schon über die Jobaussichten informiert? Wie ist der Arbeitsmarkt? Du sagst du hast kein Auto, das lässt sich kaufen. Wie weit ist der nächste Bahnhof entfernt? Vielleicht besteht die Möglichkeit als Kompromiss nach Wolfsburg zu ziehen, wenn es nicht zu weit weg ist?
 

Benutzer183521 

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Mit Bergen wird es in der Umgebung von Wolfsburg natürlich schwierig (wobei der Brocken ja nicht weit ist), aber ich denke schon, dass da Kompromisse möglich sind, wenn beide sich drauf einlassen.
Wenn Dir vor allem wichtig ist, nicht genau in dieses Dorf ziehen zu müssen und sie aber in der Nähe ihrer Familie bleiben will, könnte die nächste Stadt ja ein Kompromiss sein.
Dass sie erst jetzt, wenn es konkret wird, "kalte Füße" bekommt beim Thema Wegziehen, finde ich nicht so ungewöhnlich.
 

Benutzer180426  (27)

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Naja der einzige Kompromiss, womit vielleicht beide leben könnten, ist vielleicht auf halbe strecke zusammen zu ziehen. Ich kenne zwar deine Momentane Wohnsituation nicht, kenne aber von manchen dass es garnicht so verkehrt ist erst einen eigene Wohnung zu haben und anschließen zusammen zu ziehen. Ich meine, klar ihr seid schon länger zusammen und wollt natürlich i.wann zusammen ziehen aber so ein gemeinsamer Haushalt ist da schon mal was anderes als ein wöchentlicher besuch.
 

Benutzer183957 

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Ich frage mich, wieso ihr im Laufe der Beziehung nie weiter darüber gesprochen habt und sie jetzt aus heiterem Himmel gesagt hat, dass sie nicht wegziehen möchte. Das Thema muss doch im Laufe der Zeit immer mal wieder aufgekommen sein? Oder habt ihr das Thema immer verdrängt?
Wir haben regelmäßig darüber gesprochen, auch weil es ja ein so großer Traum von mir war, das Thema kam sogar sehr oft auf.

Naja der einzige Kompromiss, womit vielleicht beide leben könnten, ist vielleicht auf halbe strecke zusammen zu ziehen. Ich kenne zwar deine Momentane Wohnsituation nicht, kenne aber von manchen dass es garnicht so verkehrt ist erst einen eigene Wohnung zu haben und anschließen zusammen zu ziehen. Ich meine, klar ihr seid schon länger zusammen und wollt natürlich i.wann zusammen ziehen aber so ein gemeinsamer Haushalt ist da schon mal was anderes als ein wöchentlicher besuch.
Halbe Strecke fände ich super, aber sie hat auf einmal so einen Tunnelblick, sich auf nichts Neues einlassen zu wollen, als hätte sie riesige Angst vor irgendetwas, das sie nicht sagt. Und eigentlich reden wir über alles. Hat jemand Ideen was das sein könnte?
Dass man sich zuerst eine eigene Wohnung mietet hatte ich vor zwei Jahren einmal angesprochen aber da hat sie sehr sauer reagiert, weil sie es aufgefasst hat als würde ich es ihr nicht zutrauen, was natürlich Quatsch ist.
 

Benutzer183521 

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Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es sehr gut tut, Mal von zu Hause wegzuziehen, was anderes zu sehen, selbst wenn man dann merkt, dass es zu Hause doch am schönsten ist.
Ein guter Zeitpunkt dafür sind sicherlich Ausbildung oder Studium, da seid ihr schon drüber hinaus. Das erklärt vielleicht, weshalb es ihr jetzt noch schwerer fällt.
Wie weit weg von der "Heimat" wohnst du denn derzeit?
 

Benutzer180426  (27)

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Halbe Strecke fände ich super, aber sie hat auf einmal so einen Tunnelblick, sich auf nichts Neues einlassen zu wollen, als hätte sie riesige Angst vor irgendetwas, das sie nicht sagt. Und eigentlich reden wir über alles. Hat jemand Ideen was das sein könnte?
Dass man sich zuerst eine eigene Wohnung mietet hatte ich vor zwei Jahren einmal angesprochen aber da hat sie sehr sauer reagiert, weil sie es aufgefasst hat als würde ich es ihr nicht zutrauen, was natürlich Quatsch ist.
naja kannst ja auch alleine auf halbe strecke ziehen. Mir gehts mir der Familie ähnlich wie dir und weis nicht wie sie das sieht aber hätte ich die Wahl zwischen der Wohnung meines Freundes und der Wohnung meiner Eltern dann würde ich mir doch öfter den Weg auf mich nehmen damit wir zu zweit ungestörter sind. Wer weis vielleicht zieht sie ja irgendwann zu dir oder ihr sucht danach etwas gemeinsames. Sie kann nicht von dir erwarten dass du dich nur nach ihren Bedürfnissen richtest. Ich hoffe ihr findet ein Kompromiss mit dem Ihr beide leben könnt.
 

Benutzer172636 

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Das, vor dem ihr steht, ist eine schwierige Situation und ich glaube, ihr habt das vorher nicht so klar abgesprochen, wie es auf dich jetzt wirkte. Das fängt an mit ihrem „ich kann kein Englisch“. So hart das klingt: das kann man lernen. Wenn man will. Hier zeigte sich aus meiner Sicht bereits die erste Ablehnung zu „ich verlasse das Nest“. Ein erstes Offenbaren eines Mindsets, dem sehr viel an statischen Verhältnissen und am Verbleiben bei Altbewährtem liegt.
Dass es jetzt mit dem Schock „es könnte bald losgehen“ dann zu Tage kommt, halte ich demnach nicht für einen Sinneswandel, sondern eher für eine Stellungnahme für etwas, das vorher schon da war.
Ich halte es für schwierig, dass sie auch das Wegziehen für einige Jahre bereits ablehnt, allerdings passt das eben ins Bild — und falls es ihr im Ausland wirklich gefallen würde, würde sie danach daheim wahrscheinlich auch nicht mehr reinlassen, da der intensive Bezug in dieser Zeit wahrscheinlich verlorengehen würde. Die Frage sollte also sein, ob du dir vorstellen kannst, in dieses Dorf zu ziehen. Ob du glaubst, damit glücklich werden zu können — oder ob es womöglich sinnig wäre, weiterzuziehen. Das sagt sich hier natürlich leichter als es in Realität ist, aber es gehört ganz klar zum „kann ich mit diesem Mensch an meiner Seite dauerhaft glücklich sein?“. Wenn du dich mit engem Familienleben nicht arrangieren kannst, sie das aber braucht, dann wird auch das auf Dauer zu Reibung führen, insbesondere wenn du es eben in den letzten Jahren nicht miterleben musstest, Zeit hattest, ein Leben zu führen, dass mehr die selbst entsprach.
Letztendlich wirst du wohl abwägen müssen, ob du diese dauerhafte Nähe zur Familie und das Leben in dem Dorf erträgst oder ob du versuchst, mehr ein Leben nach deinen Vorstellungen zu führen. Ich glaube nicht, dass du sie „mitnehmen“ können wirst.
 

Benutzer183521 

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Das, vor dem ihr steht, ist eine schwierige Situation und ich glaube, ihr habt das vorher nicht so klar abgesprochen, wie es auf dich jetzt wirkte. Das fängt an mit ihrem „ich kann kein Englisch“. So hart das klingt: das kann man lernen. Wenn man will. Hier zeigte sich aus meiner Sicht bereits die erste Ablehnung zu „ich verlasse das Nest“. Ein erstes Offenbaren eines Mindsets, dem sehr viel an statischen Verhältnissen und am Verbleiben bei Altbewährtem liegt.
Dass es jetzt mit dem Schock „es könnte bald losgehen“ dann zu Tage kommt, halte ich demnach nicht für einen Sinneswandel, sondern eher für eine Stellungnahme für etwas, das vorher schon da war.
Ich halte es für schwierig, dass sie auch das Wegziehen für einige Jahre bereits ablehnt, allerdings passt das eben ins Bild — und falls es ihr im Ausland wirklich gefallen würde, würde sie danach daheim wahrscheinlich auch nicht mehr reinlassen, da der intensive Bezug in dieser Zeit wahrscheinlich verlorengehen würde. Die Frage sollte also sein, ob du dir vorstellen kannst, in dieses Dorf zu ziehen. Ob du glaubst, damit glücklich werden zu können — oder ob es womöglich sinnig wäre, weiterzuziehen. Das sagt sich hier natürlich leichter als es in Realität ist, aber es gehört ganz klar zum „kann ich mit diesem Mensch an meiner Seite dauerhaft glücklich sein?“. Wenn du dich mit engem Familienleben nicht arrangieren kannst, sie das aber braucht, dann wird auch das auf Dauer zu Reibung führen, insbesondere wenn du es eben in den letzten Jahren nicht miterleben musstest, Zeit hattest, ein Leben zu führen, dass mehr die selbst entsprach.
Letztendlich wirst du wohl abwägen müssen, ob du diese dauerhafte Nähe zur Familie und das Leben in dem Dorf erträgst oder ob du versuchst, mehr ein Leben nach deinen Vorstellungen zu führen. Ich glaube nicht, dass du sie „mitnehmen“ können wirst.
Naja, aber es gibt ja schon noch Abstufungen zwischen "Im Heimatdorf/ Elternhaus wohnen" und "Ins Ausland ziehen". Wenn sie natürlich auf das eine besteht und er auf das andere, wird es schwierig. Aber im Sinne einer gemeinsamen Zukunft kann es da aus meiner Sicht und meiner Erfahrung gute Kompromisse geben.
 

Benutzer124226 

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Naja, aber es gibt ja schon noch Abstufungen zwischen "Im Heimatdorf/ Elternhaus wohnen" und "Ins Ausland ziehen".
Das sehe ich auch so. Es gibt durchaus Kompromisse.

Hast du denn schon konkret Jobs gesucht in der näheren Umgebung? Wie weit wäre die Strecke zum Pendeln?
 

Benutzer30735 

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Puh, also für jemanden der mit 27 noch zu Hause bei den Eltern wohnt und sein Dorf nie verlassen hat/verlassen musste, ist so ein Schritt natürlich ein Großer.

Für mich ist es fraglich, ob sie überhaupt je bereit wäre, größere Schritte mit dir zu wagen, vorallem räumlich betrachtet. Ihr hattet bis jetzt eine Fernbeziehung und für sie war das praktisch, sie musste nie aus ihrer Komfortzone raus.

Ich bezweifle ehrlich gesagt auch stark, dass es überhaupt so gut funktionieren würde, mit jemanden (in einem fremden Ort) zusammen zu ziehen der noch nie auf eigenen Füßen gestanden ist und noch nie einen eigenen Haushalt geführt hat.
 

Benutzer183957 

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Aktuell pendle ich immer ca 50km zu ihr nach Hause, meine "Heimat" ist irgendwie an mehreren Orten, meine Eltern wohnen 50km in die andere Richtung, alte Freunde habe ich noch recht viele, die aber ebenfalls wegzogen zum Studieren, bin in meiner Kindheit auch umgezogen.
Ich würde ihr einfach nur gerne die Angst vor Neuem nehmen und wie gesagt, eine Entfernung, wo nicht jeden zweiten Tag ein Verwandter unangekündigt auf der Terrasse wartet wenn man Feierabend hat, würde mir ja schon "reichen".

Ich bezweifle ehrlich gesagt auch stark, dass es überhaupt so gut funktionieren würde, mit jemanden (in einem fremden Ort) zusammen zu ziehen der noch nie auf eigenen Füßen gestanden ist und noch nie einen eigenen Haushalt geführt hat.
Und weshalb genau? Jeder zieht doch irgendwann mal aus, bei ihr wäre es etwas später als bei anderen aber wieso soll das heißen, dass es nicht funktionieren würde? Sie ist ordentlich und organisiert, nicht gerade Charakterzüge die auf ein Haushaltsproblem hindeuten würden...
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Und weshalb genau? Jeder zieht doch irgendwann mal aus, bei ihr wäre es etwas später als bei anderen aber wieso soll das heißen, dass es nicht funktionieren würde? Sie ist ordentlich und organisiert, nicht gerade Charakterzüge die auf ein Haushaltsproblem hindeuten würden...
Ich bin der Meinung dass es einfach zum "Erwachsen werden" dazu gehört, dass man selbstständig wird. Das inkludiert zB Miete bezahlen, Versicherungen abzuschließen, einfach auf eigenen Beinen stehen. Und nicht mit knapp 30 noch bei den Eltern zu wohnen. Ist meine Einstellung, mag vielleicht nicht auf alle Leute zutreffen. Wenn man "so etwas" erst mit Ende 20 lernen muss... kann das sehr mühsam sein. Wenn du das entspannt siehst, ist das doch super :smile: mir _persönlich_ würde das Bauchschmerzen bereiten, mit einem Partner (in dem Alter) zusammen zu ziehen/weg zu ziehen, der noch nie alleine gelebt hat.
 

Benutzer183957 

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Hast du denn schon konkret Jobs gesucht in der näheren Umgebung? Wie weit wäre die Strecke zum Pendeln?
Ich müsste jeden Tag mit dem (bisher nicht vorhandenen) Auto mind. 45 min einfach fahren bei wenig Verkehr. Nur wenn ich dort eine Stelle bekommen würde, alles andere wären mind. 1h. Noch dazu ist der Beruf keiner, der ein geregeltes Arbeitsleben zulässt, ein Haufen Überstunden stehen da quasi schon im Vertrag mit drin und da möchte ich mit meiner Freizeit einfach schöneres anfangen als im Auto sitzen.
 

Benutzer64981  (34)

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Aktuell pendle ich immer ca 50km zu ihr nach Hause, meine "Heimat" ist irgendwie an mehreren Orten, meine Eltern wohnen 50km in die andere Richtung, alte Freunde habe ich noch recht viele, die aber ebenfalls wegzogen zum Studieren, bin in meiner Kindheit auch umgezogen.
Ich würde ihr einfach nur gerne die Angst vor Neuem nehmen und wie gesagt, eine Entfernung, wo nicht jeden zweiten Tag ein Verwandter unangekündigt auf der Terrasse wartet wenn man Feierabend hat, würde mir ja schon "reichen".
Uff. Da würde ich wahnsinnig werden, wenn laufend Familie vor der Tür stehen würde. Aber das ist eine Sache, die man besprechen kann und der Familie muss dann klar ein Riegel vorgeschoben werden, unangekündigt ist dann halt nicht mehr. Wird aber wahrscheinlich schwierig...
Und weshalb genau? Jeder zieht doch irgendwann mal aus, bei ihr wäre es etwas später als bei anderen aber wieso soll das heißen, dass es nicht funktionieren würde? Sie ist ordentlich und organisiert, nicht gerade Charakterzüge die auf ein Haushaltsproblem hindeuten würden...
Ja. Das dachte ich auch schon mal. Mein halber früherer Freundeskreis ist im unmittelbaren Umfeld ihrer Eltern geblieben. Im Dorf. Das Eigenheim auf dem Nachbargrundstück. Die kamen nicht mal auf die Idee, auszuziehen/wegzuziehen und das bis heute nicht. Arbeiten auch alle in direkter Umgebung. Anschluss an den nächstgrößeren Ort ohne Auto auch schwierig. Das mag logisch klingen, aber das muss man auch so wollen.
Wollte ich nie, meine komplette Familie verteilt sich in ganz Deutschland, ebenso wohnen wir 300km+ von unseren Eltern weg.

Es geht da auch nicht unbedingt um das Haushaltsproblem. Wenn sie sich aber keinen Umzug vorstellen kann, wird sie sich vlt auch mit dir dort nicht wohl fühlen. Und das wäre doch das wichtigste an der Sache, oder?
 

Benutzer172636 

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Naja, aber es gibt ja schon noch Abstufungen zwischen "Im Heimatdorf/ Elternhaus wohnen" und "Ins Ausland ziehen". Wenn sie natürlich auf das eine besteht und er auf das andere, wird es schwierig. Aber im Sinne einer gemeinsamen Zukunft kann es da aus meiner Sicht und meiner Erfahrung gute Kompromisse geben.
An und für sich hast du völlig recht. Es gäbe Abstufungsmöglichkeiten. Der TS wirkt aber deutlich kompromissbereiter als seine Freundin. Er hat sich bereits schon auf Deutschland „runterhandeln“ lassen, jetzt fällt auch die Option „nur für ein paar Jahre ins Ausland, gemeinsam etwas Neues sehen/sich gemeinsam in ein anderes Leben stürzen“ ebenfalls weg, genauso wie die Option, generell weiter wegzuziehen. Hierbei ist sie sehr klar: sie will in dem Dorf bei ihren Eltern bleiben. Wahrscheinlich will sie auch die auftauchenden Verwandten, die geringe Abgrenzung, etc. und dann geht es eben nicht mehr nur um einen für beide gut tragbaren Kompromiss, sondern um konträre Interessen — und hier ist halt die Frage, ob P Philipp848 das alles mitmachen und gleichzeitig langfristig glücklich sein kann. Das, was er abzulehnen scheint, ist wohl ihre Natur, das, wie sie leben will — und sie will nicht so leben wie er das gerne würde (und eventuell auch braucht?). Schwierig, ja. Ich halte es nur für sehr eingeschränkt lösbar, denn mir würde kein Kompromiss einfallen, der beide glücklich macht — und dann sollte man prüfen, ob die Vorstellungen an ein gemeinsames Leben sich tatsächlich miteinander vereinbaren lassen oder nicht. Ganz ehrlich, ganz friedlich und jeder darf dabei seine Bedürfnisse äußern. Nichts davon ist falsch oder schlecht — aber manchmal reicht ein Kompromiss eben nicht aus und dann muss man Lösungen finden und Prioritäten setzen. Ich wünsche dir P Philipp848 viel Kraft bei diesem Prozess.
 
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Benutzer124226 

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Du solltest für dich ganz klar abstecken, welche Kompromisse du eingehen würdest und welche nicht. Aber dir dann auch klar darüber sein, welche Konsequenzen es hätte, wenn sie kaum/gar nicht kompromissbereit wäre. Das ist eine wirklich schwierige Situation und ich kann mich axis mundi axis mundi nur anschließen. Ich sehe da eigentlich auch eigentlich keine geeignete Lösung und denke eure Lebensplanung und die Vorstellungen geht einfach zu weit auseinander.

Jeder von euch müsste sich mit den Kompromissen wohlfühlen und gut damit leben können. Wenn es für sie in dem Fall keine Kompromisse gibt, dann darfst du ihr da aber auch keine Vorwürfe machen und musst für dich die Konsequenzen (zB. die Trennung) daraus ziehen. Versuche sie auf keinen Fall zu überreden, es ist ihr Lebensentwurf sehr nah bei der Familie wohnen zu wollen und das ist völlig in Ordnung. Es ist aber genau so in Ordnung, wenn du das nicht möchtest.

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