Partner fast an ├ťberdosis gestorben

M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo miteinander ­čî╗

ich bin gerade sehr verzweifelt und hoffe jemand kann mir helfen.

Erstmal ein paar Randinfos. Ich w, 26 bin seit 7 Jahren mit meinem Freund m, 27 zusammen. Wir wohnen bereits seit 7,5 Jahren zusammen. Vor einem halben Jahr sind wir in eine gr├Â├čere und l├Ąndlich gelegenere Wohnung gezogen, die wir selbst renoviert haben und auch viel Geld investiert haben.

Mein Freund hat sein Abi und Studium jeweils mit 1 abgeschlossen und hat einen verantwortungsvollen Beruf. Er hat schon immer sehr viel im Haushalt gemacht, sogar etwas mehr als ich. Au├čerdem bezahlt er die komplette Miete, damit ich mich auf mein Studium konzentrieren kann.

Weil er sich nicht mit seinem Stiefvater vertragen hat, ist er mit 16 zu seinem alkoholabh├Ąngigen Vater gezogen. Ihn hat er dann kurze Zeit sp├Ąter tot zu Hause aufgefunden. Das hat er nie wirklich verarbeitet. Er ist dann in einer WG bei Freunden untergekommen, wo er auch seine Ex-Freundin kennengelernt hat. Seine Ex hat eine Pers├Ânlichkeitsst├Ârung und ein Drogenproblem. Sie wurde selbst als Kind misshandelt und missbraucht und war daraufhin extrem abh├Ąngig von meinem Freund. Durch sie und ihre Freunde hat er dann selbst viele Drogen genommen. Er hat lange gebraucht, um sich aus der Beziehung zu ihr zu l├Âsen. Als ich ihn kennengelernt habe, war er ein Wrack, ist wenn er Zeit mit mir verbracht hat aber aufgebl├╝ht.

Unsere Beziehung ist jetzt 7 Jahre lang sehr harmonisch und sch├Ân verlaufen. Wir haben auch die selben Lebensvorstellungen und wollen auch Kinder zusammen haben. Er unterst├╝tzt mich in jeder Lebenslage und ist mein Fels in der Brandung. Vor einigen Wochen gab es einen weiteren Todesfall in seiner Familie. Die Person stand ihm nicht ganz so nahe wie sein Vater, aber der Tod hat die Erinnerung an seinen Vater wieder hochgeholt. Seitdem geht es bergab. Einmal hat er seitdem mit mir geredet. Er hat geweint, weil er als Kind niemanden hatte, der sich um ihn gek├╝mmert hat. Sein Vater war schon immer alkoholkrank und als 4. Kind hat er generell nie viel Aufmerksamkeit bekommen. Danach hat er sich mir aber nicht mehr ge├Âffnet. Er hat jeden Abend Bier getrunken und ist fr├╝h schlafen gegangen.

Gestern Abend ist dann etwas sehr schlimmes und f├╝r mich sehr traumatisches passiert. Er war im Arbeitszimmer und hatte die T├╝r verschlossen, was mir f├╝r Sonntag Abend komisch vorkam. Als ich nachsehen wollte was er da macht, hat er etwas versteckt. Es war Alufolie mit einem Alur├Âhrchen. Ich leb ja nicht hinterm Mond und mir war klar, dass er etwas geraucht haben muss. Auf Nachfrage hat er es verneint und wurde sogar pampig, dass ich ihm das unterstellen w├╝rde. Daraufhin ist er ins Bad gegangen. Ich dachte er geht auf Toilette und habe mich ins Wohnzimmer gesetzt. Nach 10 Minuten habe ich ein komisches Ger├Ąusch aus dem Badezimmer geh├Ârt. Also bin ich zur Badezimmert├╝r gegangen und habe angeklopft. Keine Reaktion. Er hatte (zum Gl├╝ck!) die T├╝r nicht abgeschlossen. Da lag er dann vor der Toilette.

Als ich ihn umdrehte waren sein Gesicht, sein Hals und die H├Ąnde lila verf├Ąrbt. Er hatte kein Bewusstsein mehr und war gerade dabei an seinem Erbrochenem zu ersticken. Nat├╝rlich wurde ich dann total panisch. Ich habe die 112 gerufen, ihn dabei in die stabile Seitenlage gelegt und das erbrochene mit meiner Hand versucht aus seinem Mund zu holen. Seine Halsschlagader hat aber noch pulsiert, weshalb ich Gott sei Dank nicht reanimierten musste. Bis zum Eintreffen von NA und Rettungsdienst hatte ich so gro├če Angst wie noch nie in meinem Leben. Ich dachte mein Freund stirbt mir gleich.

Als der Notarzt eingetroffen ist hat er Naloxon bekommen (ein Opioid-Gegengift) und ist seitdem auf der Intensivstation, die er heute Nachmittag wieder verlassen darf. Im Moment bekommt er noch erbrochenes aus seiner Lunge gesaugt. Er hat mich vorhin angerufen und mir gesagt er habe kein Heroin geraucht. Ich habe ihm kein Wort geglaubt. Im Entlassungsbrief, den er schon vor einer Stunde bekommen hat steht aber tats├Ąchlich, dass im Urin ausschlie├člich synthetische Cannabinoide gefunden wurden.

Ich habe die Nacht bei einer Freundin verbracht und bisher kein Auge zubekommen. Ich bekomme sein Gesicht nicht aus dem Kopf und ich bin so w├╝tend dar├╝ber, dass er jetzt tot w├Ąre, wenn ich nicht zu Hause gewesen w├Ąre. Dann h├Ątte ich ihn so vorfinden m├╝ssen wie er seinen Vater. Ich hatte noch nie solche Angst und f├╝hle mich gerade einfach hilflos und traurig. Das Vertrauen in ihn ist jetzt aktuell futsch. Er sagt er hat nichts genommen bzw. nimmt nichts und geht daraufhin direkt ins Bad, um etwas zu nehmen was ihn sogar umgebracht h├Ątte, wenn ich nicht nachgeschaut h├Ątte.

Seine Schwestern, beide Sozialp├Ądagoginnen meinten ich soll meine Sachen packen und gehen, wenn er keine Therapie machen m├Âchte, denn das muss ich mir nicht antun. Ich will ihn nach dem einen Vorfall auf keinen Fall im Stich lassen und hoffe einfach, dass er eine Therapie machen m├Âchte.

Der Vorfall hat meine Verlust├Ąngste jetzt verst├Ąrkt und ich habe jetzt k├╝nftig Angst aus dem Haus zu gehen, wenn mein Freund alleine ist. Ich w├╝sste im Falle einer Trennung aber auch gar nicht wie ich das alleine als Studentin finanziell hinkriegen soll.

Und nat├╝rlich liebe ich ihn auch.

Hat irgendjemand einen Ratschlag f├╝r mich?
 
Zuletzt bearbeitet:
SauerMachtLustig
Benutzer122781  Planet-Liebe ist Startseite
  • #2
uff das ist echt ne riesen schei├če und es tut mir leid, dass du sowas erleben musstest. ich stell mir das in der tat auch ziemlich traumatisch vor, seinen partner so zu sehen und das schlimmste bef├╝rchten zu m├╝ssen.

letztendlich bin ich da bei den schwestern von deinem freund. wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu ├Ąndern, k├Ąmpfst du gegen windm├╝hlen.

ihr m├╝sst da mal tacheless reden, wenn er wieder da ist. evtl. ist bei ihm ja nach dem vorfall auch die erkenntnis gereift, dass es so nicht weitergehen kann. wie sch├Ątzt du das denn ein?
 
Norddeutsch1705
Benutzer192555  (50) Klickt sich gerne rein
  • #3
Ihr braucht beide externe Unterst├╝tzung. Kann das Krankenhaus das initiieren?
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #4
uff das ist echt ne riesen schei├če und es tut mir leid, dass du sowas erleben musstest. ich stell mir das in der tat auch ziemlich traumatisch vor, seinen partner so zu sehen und das schlimmste bef├╝rchten zu m├╝ssen.

letztendlich bin ich da bei den schwestern von deinem freund. wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu ├Ąndern, k├Ąmpfst du gegen windm├╝hlen.

ihr m├╝sst da mal tacheless reden, wenn er wieder da ist. evtl. ist bei ihm ja nach dem vorfall auch die erkenntnis gereift, dass es so nicht weitergehen kann. wie sch├Ątzt du das denn ein?
Vielen Dank f├╝r deine Antwort. Ich glaube auch, dass es f├╝r ihn selbst ein Aufwachmoment war. Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmei├čen.
 
krava
Benutzer59943  (42) Verh├╝tungsberaterin mit Herz & Hund
  • #5
Dein Freund hat ein Suchtproblem, will aber nichts daran ├Ąndern.
ihm ist es sogar egal, dass du ihn halbtot findest und den Schock deines Lebens bekommst.
Er l├╝gt dir ins Gesicht!

das einzige was du machen kannst ist, dich in sicherheit zu bringen!
so schwer das ist, so wichtig ist es. F├╝r dich!

Er entscheidet selbst, ob er vor die Hunde gehen will oder nicht.
viel Kraft f├╝r dich

Vielen Dank f├╝r deine Antwort. Ich glaube auch, dass es f├╝r ihn selbst ein Aufwachmoment war. Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmei├čen.

also an diese Hoffnung solltest du dich bitte nicht klammern!
sp├Ątestens beim n├Ąchsten Entzug hat er das vergessen und es war mal wieder eine L├╝ge.
seine Problematik l├Âst das nicht, da muss er viel viel mehr tun!
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #6
Mr. L*
Benutzer168169  Meistens hier zu finden
  • #7
Ich habe die Nacht bei einer Freundin verbracht und bisher kein Auge zubekommen. Ich bekomme sein Gesicht nicht aus dem Kopf und ich bin so w├╝tend dar├╝ber, dass er jetzt tot w├Ąre, wenn ich nicht zu Hause gewesen w├Ąre. Dann h├Ątte ich ihn so vorfinden m├╝ssen wie er seinen Vater. Ich hatte noch nie solche Angst und f├╝hle mich gerade einfach hilflos und traurig. Das Vertrauen in ihn ist jetzt aktuell futsch. Er sagt er hat nichts genommen bzw. nimmt nichts und geht daraufhin direkt ins Bad, um etwas zu nehmen was ihn sogar umgebracht h├Ątte, wenn ich nicht nachgeschaut h├Ątte.
Ich denke, genau das solltest Du ihm sagen, da er es selbst erlebt hat, m├╝├čte er es ja einigerma├čen nachvollziehen k├Ânnen, vielleicht hilft es ja...

Seine Schwestern, beide Sozialp├Ądagoginnen meinten ich soll meine Sachen packen und gehen, wenn er keine Therapie machen m├Âchte, denn das muss ich mir nicht antun. Ich will ihn nach dem einen Vorfall auf keinen Fall im Stich lassen und hoffe einfach, dass er eine Therapie machen m├Âchte.
Vielleicht mu├č gehen nach einem Gespr├Ąch nicht Deine erste Reaktion sein, sollte er jedoch nicht innerhalb k├╝rzester Zeit etwas ├Ąndern wollen und darin standhaft bleiben, sehe ich es wie seine Schwestern, dann passiert meines Erachtens n├Ąmlich das, was SauerMachtLustig SauerMachtLustig bereits schrieb...
wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu ├Ąndern, k├Ąmpfst du gegen windm├╝hlen.
 
krava
Benutzer59943  (42) Verh├╝tungsberaterin mit Herz & Hund
  • #8
Seine Schwestern werden Hilfsangebote vermitteln. Eine von beiden arbeitet bei der Drogennothilfe.
Ich dr├╝ck dir die Daumen, dass er einen Entzug macht, einen Platz bekommt und das dann auch durchh├Ąlt.
An deiner Stelle w├╝rde ich aber zumindest nicht sofort damit rechnen und auch einkalkulieren, dass er noch nicht tief genug unten ist, um aufzuwachen.

Immerhin hat er Ansprechpartner, wenn er welche m├Âchte.
 
SauerMachtLustig
Benutzer122781  Planet-Liebe ist Startseite
  • #9
Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmei├čen.
das w├Ąre ja zumindest mal ein erster schritt. ich denke, du wei├čt, dass dann noch mehr (therapie) folgen muss.
aber es ist ja auch schonmal eine gute voraussetzung, dass eine der schwestern so tief im thema ist! sowohl f├╝r ihn, als auch f├╝r dich.
 
S
Benutzer199400  (45) Ist noch neu hier
  • #11
Er hat ein Suchtproblem, du ein Helfersyndrom. Passt ziemlich gut f├╝r eine toxische Beziehung.

Du versuchst, seine Sucht mit seiner Kindheit zu erkl├Ąren. Das ist schon mal falsch, denn eine schwierige Kindheit muss nicht in sowas enden, es ist tats├Ąchlich nur eine Entschuldigung, ein angeblicher Fremdeinfluss. Genau so wie die Ex es war. Aber schlussendlich nimmt man Drogen selbst und entscheidet sich f├╝r das Spiel mit dem Feuer.

Solange er das nicht versteht und einsieht, dass nur er das in der Hand hat, solange sehe ich schwarz f├╝r ihn und die Beziehung.
Und mir scheint es, es ist ihm auch ganz Recht, dass du dich so um seine Probleme k├╝mmerst.

Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
 
krava
Benutzer59943  (42) Verh├╝tungsberaterin mit Herz & Hund
  • #12
Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
ich kann leider nur zustimmen.
Zwei schwache Menschen stabilisieren sich nicht gegenseitig, sondern ziehen sich gegenseitig runter.

Ihr habt beide Baustellen, jeder f├╝r sich und unabh├Ąngig voneinander und diese Baustellen bleiben auch in einer vermeintlich gl├╝cklichen Beziehung. Weder bist du f├╝r seine Kindheit zust├Ąndig noch f├╝r seine Konsequenzen daraus. Es ist sein Leben!
Du bestimmst nur, ob du ein Teil davon sein willst und wie lange.
 
Spongella
Benutzer187907  (33) Verbringt hier viel Zeit
  • #13
Sag ihm genau das, was du oben geschrieben hast, wie es f├╝r dich war ihn so zu finden und dann geh, so schwer es ist und m├Âglicherweise nicht f├╝r immer, aber alles was jetzt folgt zieht dich entweder mit runter oder l├Ąsst dich abstumpfen.
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #14
Er hat ein Suchtproblem, du ein Helfersyndrom. Passt ziemlich gut f├╝r eine toxische Beziehung.

Du versuchst, seine Sucht mit seiner Kindheit zu erkl├Ąren. Das ist schon mal falsch, denn eine schwierige Kindheit muss nicht in sowas enden, es ist tats├Ąchlich nur eine Entschuldigung, ein angeblicher Fremdeinfluss. Genau so wie die Ex es war. Aber schlussendlich nimmt man Drogen selbst und entscheidet sich f├╝r das Spiel mit dem Feuer.

Solange er das nicht versteht und einsieht, dass nur er das in der Hand hat, solange sehe ich schwarz f├╝r ihn und die Beziehung.
Und mir scheint es, es ist ihm auch ganz Recht, dass du dich so um seine Probleme k├╝mmerst.

Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
Ich studiere Psychologie und wei├č daher, dass Drogensucht nie selbst verschuldet ist, sondern ein Zusammenspiel aus biologischen, soziokulturellen und psychologischen Faktoren. Das n├Ąher auszuf├╝hren w├╝rde aber jetzt den Rahmen sprengen. Du kannst zwar der Ansicht sein S├╝chtige w├Ąren selbst Schuld an ihrer Krankheit und zur Stigmatisierung von Abh├Ąngigen beitragen, das ├Ąndert aber nichts daran, dass die Fachwelt da im Konsens anderer Ansicht ist.
Ich habe aber nichts mit seiner Kindheit ,,entschuldigt '', sondern lediglich erz├Ąhlt welche Faktoren an der Entstehung mit beteiligt waren und wie das alles angefangen hat.


Er hat zu Hause alles in die Tonne geschmissen und bereits f├╝r Donnerstag einen Termin f├╝r ein Erstgespr├Ąch bei einem Psychotherapeuten vereinbart.

Inwiefern k├╝mmere ich mich um seine Probleme? Das ich ihn nicht sterben lassen habe? Er hat sich in den letzten Stunden seitdem er hier ist selbstst├Ąndig und ohne mein dr├Ąngen oder bitten einen Psychotherapeuten gesucht und f├╝r Donnerstag bereits ein Erstgespr├Ąch vereinbart.
 
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M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #16
ich kann leider nur zustimmen.
Zwei schwache Menschen stabilisieren sich nicht gegenseitig, sondern ziehen sich gegenseitig runter.

Ihr habt beide Baustellen, jeder f├╝r sich und unabh├Ąngig voneinander und diese Baustellen bleiben auch in einer vermeintlich gl├╝cklichen Beziehung. Weder bist du f├╝r seine Kindheit zust├Ąndig noch f├╝r seine Konsequenzen daraus. Es ist sein Leben!
Du bestimmst nur, ob du ein Teil davon sein willst und wie lange.
Er hat bereits f├╝r Donnerstag ein Erstgespr├Ąch bei einem Psychotherapeuten bekommen. Das hat er selbstst├Ąndig und ohne mein bitten vereinbart und mir eben die Terminbest├Ątigung gezeigt. Morgen will er in einer psychiatrischen Einrichtung bei uns um die Ecke anrufen. Ich werde nicht nach diesem einen Vorfall das Handtuch werfen und meinen Partner nach 7 Jahren verlassen. Es ist ja nicht so als w├Ąre sowas in der Art auch nur ann├Ąhernd schonmal vorgekommen. Wenn ich schon zum 10. mal h├Âren w├╝rde, dass das nicht wieder vorkommt, w├Ąre es was anderes und ich w├╝rde gehen, aber nicht bei einem Mal.

Ich muss jetzt die n├Ąchsten Wochen bis Monate schauen wie sich das alles entwickelt und wie wir mit der Situation umgehen.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #19
Hey du..

tut mir wirklich Leid...so ein Erlebnis bleibt einem lange Zeit "erhalten" und ist emotional schwer wieder loszuwerden / zu verarbeiten.

Ich habe mir deinen Eingangsbeitrag durchgelesen und mir f├Ąllt dabei eine Sache auf. Vielleicht irre ich mich auch, aber...wie redet ihr eigentlich generell miteinander?
Ich meine....ihr habt scheinbar beide so eure Probleme...aber redet ihr auch offen dar├╝ber?
Leider ist es in vielen Beziehungen der Fall, dass die Menschen glauben, dass man einfach nur miteinander lachen und auf "einer Wellenl├Ąnge" sein muss, dann geht das schon. Sch├Ânwetterbeziehung eben. Aber wenn es wirklich mal an die Dinge geht, die man schwerer ├╝ber die Lippen bringt, bleiben selbige verschlossen.

Ich schreibe das, weil du sehr sch├Ân beschreibst wie es dir geht und was vorgefallen ist. Du schreibst, dass ihr 7 Jahre zusammen seid und die gleichen Ziele habt, du schreibst ├╝ber die Traumata deines Partners...aber wie offen redet ihr ├╝ber Gef├╝hle wenn sie da sind oder nachdem sie wieder gegangen sind? Wie trefft ihr Vereinbarungen?

Du hast geschrieben, dass er die Drogen weg geworfen hat (was vern├╝nftig ist, wenn ich mir jetzt dazu nochmal den Beitrag von SauerMachtLustig SauerMachtLustig durchlese...wer wei├č das da drin ist... aber wie kam es dazu? Hat er seine Pl├Ąne mit dir geteilt? Habt ihr diese vielleicht sogar zusammen gemacht?

Mir fehlt in der Geschichte so ein bisschen das Miteinander...
 
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Mrs. Brightside
Benutzer140332  (35) Planet-Liebe ist Startseite
  • #29
Also wenn ich an deiner Stelle w├Ąre, ich w├╝rde klipp und klar sagen, dass ich ihn unterst├╝tzen w├╝rde aber nur unter der Bedingung, dass er ab jetzt schonungslos ehrlich ist. Zu sich selbst, aber vor allem auch zu dir.

Ein Entzug bzw. die Entscheidung sich Hilfe zu suchen ist richtig und wichtig, das scheint er schon mal erkannt zu haben. Aber der Weg wird mies, emotional, nervenaufreibend, anstrengend - da braucht es Ehrlichkeit und gute Kommunikation. Eine Drogentherapie macht ja nicht nur was mit dem Menschen, der das Suchtproblem hat, sondern vor allem mit den Menschen, die ihn lieben.

Mein Ex war Kiffer, ich kenne einige Situationen und ich wei├č auch, was das mit einem selbst machen kann und ich war ÔÇ×nurÔÇť dabei. Es erfordert viel St├Ąrke und Durchhalteverm├Âgen. Aber vor allem ist es wichtig, die eigenen Grenzen abzustecken und zu wahren.

Ich w├╝nsche dir viel Kraft f├╝r die kommende Zeit und hoffe, es entwickelt sich positiv. Aber das Suchtproblem ist ja auch nicht mit einer Therapie gel├Âst, das begleitet denjenigen sein ganzes Leben. Und erfordert immense Disziplin und Durchhalteverm├Âgen. Nicht umsonst ist die R├╝ckfallquote so hoch.

Und noch zum Schluss: Drogen und generell alle S├╝chte sind so schei├če. Das bleibt oft ein lebenslanges Thema, dessen muss man sich als Angeh├Âriger bewusst machen. Ich habs damals f├╝r mich beendet, ich wollte einfach nicht mehr. Mich hats auch zunehmend immer w├╝tender gemacht, wie man sein Leben so wegwerfen kann. Ich habs nicht mehr ertragen, hat mich aber auch 1 Jahr gekostet, mir dessen bewusst zu werden.

Alles Gute!
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #32
Wir haben gestern sehr viel miteinander gesprochen. Da hat er sich mir auch ge├Âffnet. Er will auch ehrlich sein und nichts mehr verheimlichen-heute morgen hat er eine Vollmacht geschrieben, in der er jegliches medizinische Personal mir gegen├╝ber von der Schweigepflicht entbindet und ich eingeschr├Ąnkte Einsicht in seine Gesundheitsakte und Befunde erhalten soll.
Nur hierzu: Du ├╝bernimmst hiermit sehr viel Verantwortung. Gef├╝hlte wie auch zugeschobene.
Und wom├Âglich damit auch ├╝ber Erfolg und Niederlage der Therapie und des Entzuges, obwohl du das nicht zu verantworten hast, du hast lediglich Einsicht in die Indikatoren f├╝r Erfolg/Nicht-Erfolg bekommen.

Dazu passt auch sein ÔÇ×du bist der wichtigste Mensch in meinem LebenÔÇť. Damit w├Ąlzt er ein St├╝ck weit auch seine emotionalen Probleme auf dich ab, denn du k├Ânntest ihn dann ja auch verlassen und damit sehr ungl├╝cklich machen. LassÔÇś dir diesen Schuh bitte nicht anziehen.
Der erste Schritt zur Selbstbef├Ąhigung ist einzusehen, dass es seine Entscheidung ist und er sich entscheiden kann und das selbst auch tun muss, um dieses Kapitel voranzutreiben und vielleicht irgendwann auch soweit abzuschlie├čen, dass es im Alltag keine Belastung mehr darstellt.
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #33
Erstmal vielen lieben Dank an alle f├╝r die hilfreichen Nachrichten, eure lieben Worte und eure Zeit! Ich werde auf jeden Fall noch auf die letzten Antworten eingehen, die ihr geschrieben habt, allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen.

Nicht wundern, aber ich habe meinen Eingangspost etwas gek├╝rzt bzw. eher nebens├Ąchliche Randinformationen, bei denen man R├╝ckschl├╝sse auf mich als Person schlie├čen kann, wenn man mich gut kennt entfernt, weil ich kein Risiko eingehen m├Âchte. Ich hatte ja schon sehr viele Infos ├╝ber mich reingepackt.

Meine und seine engsten Freunde, sowie seine engsten Familienmitglieder wissen zwar Bescheid, aber es gibt auch Leute, die das nicht wissen m├╝ssen.
 
B
Benutzer420  Verbringt hier viel Zeit
  • #34
Ich studiere Psychologie und wei├č daher, dass Drogensucht nie selbst verschuldet ist, sondern ein Zusammenspiel aus biologischen, soziokulturellen und psychologischen Faktoren. Das n├Ąher auszuf├╝hren w├╝rde aber jetzt den Rahmen sprengen. Du kannst zwar der Ansicht sein S├╝chtige w├Ąren selbst Schuld an ihrer Krankheit und zur Stigmatisierung von Abh├Ąngigen beitragen, das ├Ąndert aber nichts daran, dass die Fachwelt da im Konsens anderer Ansicht ist.
Ich habe aber nichts mit seiner Kindheit ,,entschuldigt '', sondern lediglich erz├Ąhlt welche Faktoren an der Entstehung mit beteiligt waren und wie das alles angefangen hat.


Er hat zu Hause alles in die Tonne geschmissen und bereits f├╝r Donnerstag einen Termin f├╝r ein Erstgespr├Ąch bei einem Psychotherapeuten vereinbart.

Inwiefern k├╝mmere ich mich um seine Probleme? Das ich ihn nicht sterben lassen habe? Er hat sich in den letzten Stunden seitdem er hier ist selbstst├Ąndig und ohne mein dr├Ąngen oder bitten einen Psychotherapeuten gesucht und f├╝r Donnerstag bereits ein Erstgespr├Ąch vereinbart.
Was du schreibst ist prinzipiell richtig. Es geht bei einer Abh├Ąngigkeit nicht um ein moralisches Versagen sondern um eine Krankheit. Dein Freund ist suchtkrank.

Diese Tatsache allein entl├Ąsst ihn allerdings nicht aus seiner Verantwortung. Vor allem musst du jetzt schauen, dass du nicht zur CoÔÇô Abh├Ąngigen wirst.

Auch wenn du Psychologie studierst und dadurch sehr viel mehr davon verstehst als viele Laien, kannst du nicht seine Therapeutin sein.

Wenn er eine Chance haben will, seine Suchtkrankheit zu ├╝berwinden und du eine Chance haben willst, weiterhin eine gute Beziehung zu f├╝hren, muss er sich professionell helfen lassen.

├ähnlich wie bei einem Suchtkonzept bei einem professionellen Arbeitgeber geh├Âren dazu auch Vereinbarungen zwischen euch, an die auch du dich strikt halten musst.

Er muss eine Chance haben, aber er muss auch seine Grenzen aufgezeigt bekommen.

Ich denke nicht, dass du ihn wegen dieses einmaligen Ereignisse verlassen solltest. Dann h├Ątte er niemanden mehr, der ihn tr├Ągt und er w├╝rde ganz tief abst├╝rzen. Das k├Ânnte schlimmstenfalls sein Ende sein.

Dass er dich belogen hat, ist nat├╝rlich sehr entt├Ąuschend f├╝r dich. Du solltest aber auch das nicht als Zeichen seines Charakters sehen, sondern als Zeichen seiner Erkrankung.

Anders w├Ąre es allerdings, wenn er sich zuk├╝nftig nicht an Vereinbarungen mit dir h├Ąlt. Vielleicht solltet ihr die Vereinbarungen sogar schriftlich festhalten.

Auch dazu m├╝sst ihr euch unbedingt beraten lassen.

Wenn er weiss, dass du ihn verlassen wirst, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen h├Ąlt, tust du das nicht, weil du ihn ├Ąrgern m├Âchtest, sondern weil du ihn liebst.

Die Rolle der Partnerin ist bei einer Suchtkrankheit fast immer die aller schwierigste. Wenn du es schaffst, das durchzuhalten, hast du bestimmt mehr f├╝r ihn getan als jemals jemand sonst in seinem Leben.

Ich w├╝nsche dir viel Kraft dabei und hoffe sehr f├╝r euch, dass er die Sucht ├╝berwinden kann.

Die Chance dazu hat er.

Vor allem, mit einer tollen Partnerin an seiner Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #35
Also wenn ich an deiner Stelle w├Ąre, ich w├╝rde klipp und klar sagen, dass ich ihn unterst├╝tzen w├╝rde aber nur unter der Bedingung, dass er ab jetzt schonungslos ehrlich ist. Zu sich selbst, aber vor allem auch zu dir.

Ein Entzug bzw. die Entscheidung sich Hilfe zu suchen ist richtig und wichtig, das scheint er schon mal erkannt zu haben. Aber der Weg wird mies, emotional, nervenaufreibend, anstrengend - da braucht es Ehrlichkeit und gute Kommunikation. Eine Drogentherapie macht ja nicht nur was mit dem Menschen, der das Suchtproblem hat, sondern vor allem mit den Menschen, die ihn lieben.

Mein Ex war Kiffer, ich kenne einige Situationen und ich wei├č auch, was das mit einem selbst machen kann und ich war ÔÇ×nurÔÇť dabei. Es erfordert viel St├Ąrke und Durchhalteverm├Âgen. Aber vor allem ist es wichtig, die eigenen Grenzen abzustecken und zu wahren.

Ich w├╝nsche dir viel Kraft f├╝r die kommende Zeit und hoffe, es entwickelt sich positiv. Aber das Suchtproblem ist ja auch nicht mit einer Therapie gel├Âst, das begleitet denjenigen sein ganzes Leben. Und erfordert immense Disziplin und Durchhalteverm├Âgen. Nicht umsonst ist die R├╝ckfallquote so hoch.

Und noch zum Schluss: Drogen und generell alle S├╝chte sind so schei├če. Das bleibt oft ein lebenslanges Thema, dessen muss man sich als Angeh├Âriger bewusst machen. Ich habs damals f├╝r mich beendet, ich wollte einfach nicht mehr. Mich hats auch zunehmend immer w├╝tender gemacht, wie man sein Leben so wegwerfen kann. Ich habs nicht mehr ertragen, hat mich aber auch 1 Jahr gekostet, mir dessen bewusst zu werden.

Alles Gute!
Danke f├╝r deine lieben Worte und Anregungen! Da stimme ich dir voll zu, Ehrlichkeit und Kommunikation sind da sehr wichtig. Ich habe ihn gefragt, warum er ausgerechnet diesen M├╝ll geraucht hat. Er meinte, dass er einen starken Drang nach generell einem Rausch hatte. Da er das letzte mal vor einigen Monaten gekifft hat, hatte er kein Gras mehr zu Hause und wir hatten auch keinen Tropfen Alkohol im Haus (es war 23:30 Uhr). Das Zeug war das einzige, was da war. Einfach nur die d├╝mmste Entscheidung, die er je getroffen hat-ebenfalls laut eigener Aussage.

Ich bin kein Mensch, der andere verurteilt und mit dem Finger drauf zeigt und das wei├č er eigentlich auch. Wenn er mal ein Bier trinkt, weil das Craving zu stark wird, oder an einem Joint zieht, dann m├Âchte ich halt nicht, dass er das verheimlicht. Ich w├╝rde ihm daf├╝r nicht den Kopf abrei├čen.

Wenn er allerdings speziell diese Substanz bzw. synthetische Cannabinoide generell konsumiert und ich bekomme das raus, dann bin ich definitiv erstmal weg. Und das hab ich ihm auch gesagt.
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #36
Nur hierzu: Du ├╝bernimmst hiermit sehr viel Verantwortung. Gef├╝hlte wie auch zugeschobene.
Und wom├Âglich damit auch ├╝ber Erfolg und Niederlage der Therapie und des Entzuges, obwohl du das nicht zu verantworten hast, du hast lediglich Einsicht in die Indikatoren f├╝r Erfolg/Nicht-Erfolg bekommen.

Dazu passt auch sein ÔÇ×du bist der wichtigste Mensch in meinem LebenÔÇť. Damit w├Ąlzt er ein St├╝ck weit auch seine emotionalen Probleme auf dich ab, denn du k├Ânntest ihn dann ja auch verlassen und damit sehr ungl├╝cklich machen. LassÔÇś dir diesen Schuh bitte nicht anziehen.
Der erste Schritt zur Selbstbef├Ąhigung ist einzusehen, dass es seine Entscheidung ist und er sich entscheiden kann und das selbst auch tun muss, um dieses Kapitel voranzutreiben und vielleicht irgendwann auch soweit abzuschlie├čen, dass es im Alltag keine Belastung mehr darstellt.
Da hast du vollkommen Recht, danke f├╝r die Anregungen!
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #37
Was du schreibst ist prinzipiell richtig. Es geht bei einer Abh├Ąngigkeit nicht um ein moralisches Versagen sondern um eine Krankheit. Dein Freund ist suchtkrank.

Diese Tatsache allein entl├Ąsst ihn allerdings nicht aus seiner Verantwortung. Vor allem musst du jetzt schauen, dass du nicht zur CoÔÇô Abh├Ąngigen wirst.

Auch wenn du Psychologie studierst und dadurch sehr viel mehr davon verstehst als viele Laien, kannst du nicht seine Therapeutin sein.

Wenn er eine Chance haben will, seine Suchtkrankheit zu ├╝berwinden und du eine Chance haben willst, weiterhin eine gute Beziehung zu f├╝hren, muss er sich professionell helfen lassen.

├ähnlich wie bei einem Suchtkonzept bei einem professionellen Arbeitgeber geh├Âren dazu auch Vereinbarungen zwischen euch, an die auch du dich strikt halten musst.

Er muss eine Chance haben, aber er muss auch seine Grenzen aufgezeigt bekommen.

Ich denke nicht, dass du ihn wegen dieses einmaligen Ereignisse verlassen solltest. Dann h├Ątte er niemanden mehr, der ihn tr├Ągt und er w├╝rde ganz tief abst├╝rzen. Das k├Ânnte schlimmstenfalls sein Ende sein.

dass er dich belogen hat, ist nat├╝rlich sehr entt├Ąuschend f├╝r dich. Du solltest aber auch das nicht als Zeichen seines Charakters sehen, sondern als Zeichen seiner Erkrankung.

Anders w├Ąre es allerdings, wenn er sich zuk├╝nftig nicht an Vereinbarungen mit dir h├Ąlt. Vielleicht solltet ihr die Vereinbarungen sogar schriftlich festhalten.

Auch dazu m├╝sst ihr euch unbedingt beraten lassen.

Wenn er weiss, dass du ihn verlassen wirst, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen h├Ąlt, tust du das nicht, weil du ihn ├Ąrgern m├Âchtest, sondern weil du ihn liebst.

Die Rolle der Partnerin ist bei einer Suchtkrankheit fast immer die aller schwierigste. Wenn du es schaffst, das durchzuhalten, hast du bestimmt mehr f├╝r ihn getan als jemals jemand sonst in seinem Leben.

Ich w├╝nsche dir viel Kraft dabei und hoffe sehr f├╝r euch, dass er die Sucht ├╝berwinden kann.

Die Chance dazu hat er.

Vor allem, mit einer tollen Partnerin an deiner Seite.
Vielen vielen Dank! ­čą║ Du hast wirklich sehr liebe und aufbauende Worte gew├Ąhlt.
 
Menas295
Benutzer176818  ├ľfter im Forum
  • #38
Ich studiere Psychologie [...]
Seine Schwestern, beide Sozialp├Ądagoginnen [...]
Seine Schwestern werden Hilfsangebote vermitteln. Eine von beiden arbeitet bei der Drogennothilfe.

M Madeleine0797 , ist das Zufall, dass die drei Frauen, die Deinem Freund vermutlich am n├Ąchsten stehen, Berufe haben, die darauf ausgerichtet sind, Menschen kompetent zu beraten und zu helfen?

Die Sozialp├Ądagogik hat zum Ziel, die Eigenverantwortung eines Menschen und damit seinen selbstst├Ąndigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen in der Gesellschaft zu st├Ąrken. Die Psychologie unter anderem Verfahren zu Ver├Ąnderung menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erkl├Ąren.
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #39
M Madeleine0797 , ist das Zufall, dass die drei Frauen, die Deinem Freund vermutlich am n├Ąchsten stehen, Berufe haben, die darauf ausgerichtet sind, Menschen kompetent zu beraten und zu helfen?

Die Sozialp├Ądagogik hat zum Ziel, die Eigenverantwortung eines Menschen und damit seinen selbstst├Ąndigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen in der Gesellschaft zu st├Ąrken. Die Psychologie unter anderem Verfahren zu Ver├Ąnderung menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erkl├Ąren.
Was genau willst du damit sagen? Sozialp├Ądagogen, Psychologen oder Psychotherapeuten sollten nie ihre Angeh├Ârigen beraten oder therapieren, da eine emotionale Bindung besteht und keine Distanz gewahrt werden kann. So eine Therapie w├Ąre einerseits nicht zielf├╝hrend und andererseits sogar gesetzlich verboten.

Man braucht einen klaren emotionalen Abstand von seinen Klienten oder Patienten, denn ohne eine emotionale Distanz ist eine Therapie unm├Âglich.

Ich bin nicht seine Psychotherapeutin (zumal ich ja noch nichtmal PsychologIn bin), sondern seine Partnerin. Hilfe f├╝r einen Angeh├Ârigen muss von einer fachlichen Person kommen, die professionellen Abstand wahren kann.

Oder hab ich deinen Post falsch verstanden?
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #40
Man kann den Beitrag von axis mundi axis mundi gar nicht genug unterstreichen...
Der passt sehr gut und deckt sich auch mit dem was ich geschrieben h├Ątte.

Das Ganze ist aus meiner Sicht (und bitte nicht vergessen, die ist sehr beschr├Ąnkt), ein zweischneidiges Schwert und es f├Ąllt mir schwer etwas "richtiges" zu raten.
In meinen Augen kommt es jetzt sehr SEHR darauf an was er wirklich macht und ob er wirklich anf├Ąngt an sich zu arbeiten.
Keine Symptom Bek├Ąmpfung, keine gro├čen Versprechungen, keine Alleing├Ąnge. Ich w├╝rde erwarten, dass er f├╝r sich versteht, dass er etwas ├Ąndern muss, dass er das f├╝r sich selbst tun muss und dass er dich mit einbezieht und DANN auch direkt los legt. Kein "ich guck mal n├Ąchste Woche ob ich vielleicht mal einen Therapeuten anrufe, damit es dir wieder besser geht".
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #41
Man kann den Beitrag von axis mundi axis mundi gar nicht genug unterstreichen...
Der passt sehr gut und deckt sich auch mit dem was ich geschrieben h├Ątte.

Das Ganze ist aus meiner Sicht (und bitte nicht vergessen, die ist sehr beschr├Ąnkt), ein zweischneidiges Schwert und es f├Ąllt mir schwer etwas "richtiges" zu raten.
In meinen Augen kommt es jetzt sehr SEHR darauf an was er wirklich macht und ob er wirklich anf├Ąngt an sich zu arbeiten.
Keine Symptom Bek├Ąmpfung, keine gro├čen Versprechungen, keine Alleing├Ąnge. Ich w├╝rde erwarten, dass er f├╝r sich versteht, dass er etwas ├Ąndern muss, dass er das f├╝r sich selbst tun muss und dass er dich mit einbezieht und DANN auch direkt los legt. Kein "ich guck mal n├Ąchste Woche ob ich vielleicht mal einen Therapeuten anrufe, damit es dir wieder besser geht".
Er hatte gestern den ersten Termin beim Psychotherapeuten. Dort darf er jetzt auch fest bleiben, weil es so akut ist. Die Hauptziele der Therapie sind Trauerbew├Ąltigung, Emotionsregulation und Strategien gegen Cravings aufbauen bzw. wenn das Craving da ist, wie man damit umgehen kann.

Er hat sowohl Einzel-, also auch Gruppentherapie. Nach der Sitzung gestern ging es ihm schlecht und er hat heute morgen schon viel geweint-er hat schon vorher mal vor mir geweint, aber noch nie so. Man merkt, dass er die letzten Jahre viel verdr├Ąngt hat.

Ich habe ihm ├╝brigens diesen Post gezeigt und ihn alle Nachrichten von euch lesen lassen. Wir haben danach ├╝ber alle davon gesprochen. Auch ├╝ber deinen, ob wir genug miteinander sprechen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich das Gef├╝hl habe er redet nicht ├╝ber seine Empfindungen, weil er sich selbst nicht damit auseinandersetzt und sie lieber verdr├Ąngt. Er hat mir auch best├Ątigt, das dem so ist. Sich mit seinen Empfindungen auseinanderzusetzen und damit auch umgehen zu k├Ânnen, daran wird er gemeinsam mit dem Therapeuten arbeiten.

In erster Linie ist jetzt aber erstmal am wichtigsten, dass er auch k├Ârperlich wieder gesund wird. Durch die Aktion hat er n├Ąmlich eine Aspirationspneumonie entwickelt. Ich hoffe sehr, dass seine Lunge wieder voll funktionsf├Ąhig wird. Er liebt es n├Ąmlich wandern zu gehenÔÇŽaber das muss erstmal warten. Vielleicht ist es in ein paar Wochen wieder m├Âglich.

Sch├Ânen Tag euch ­čî╗­čî×
 
Ana Nass
Benutzer202349  (36) Ist noch neu hier
  • #42
Ich bin bei sowas wie Drogenkonsum, Alkoholsucht, etc. total radikal.
W├Ąre mir auch pumpe, ob ich gerade noch Studentin w├Ąre oder nicht, MEINE Gesundheit (physisch und psychisch) gehen immer vor!

Und wenn dein Freund meint, sich mit Drogen wegschie├čen zu m├╝ssen, ist das die eine Sache.
Die andere Sache ist, dass er dich damit auch in den Abgrund zieht.
Und du solltest dir wirklich sehr sehr gut ├╝berlegen, ob du bereit bist, da runterzuspringen.

S├╝chtige versprechen dir ALLES, sie w├╝rden ihre eigene Mutter verkaufen, um ihr Zeug finanzieren, bzw. ihre "Ehrlichkeit" unter Beweis stellen zu k├Ânnen.

Sprich mit ihm, wenn er zu Hause angekommen ist.
Nimm dir Zeit, um dir was eigenes zu suchen und geh.
WENN er ernsthaft f├╝r sich selbst vor allen Dingen clean und klar auf sein Leben kommen will, braucht er dich nicht daf├╝r in seiner N├Ąhe. Du kannst auch woanders wohnen und aus der Ferne sehen, wie es mit ihn l├Ąuft.

Und nein, du l├Ąsst ihn nicht im Stich, wenn du sich selbst sch├╝tzt, ganz im Gegenteil.
Aus dieser Suppe muss er von allein kommen. Entweder macht er das und ihr habt eine Zukunft, oder er bleibt drin stecken, beides entscheidet er allein.

Du bist noch so jung. Bitte mach dich nicht selbst kaputt f├╝r jemanden, der nicht mehr er selbst ist.

Ja, es ist hart und es tut weh, jemand geliebtes gehen zu lassen, aber einen anderen Weg gibt es (meines Erachtens) nicht.

W├╝nsche dir viel Kraft und Mut. ÔŁĄ´ŞĆ
 
M
Benutzer202653  (26) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #43
Ich bin bei sowas wie Drogenkonsum, Alkoholsucht, etc. total radikal.
W├Ąre mir auch pumpe, ob ich gerade noch Studentin w├Ąre oder nicht, MEINE Gesundheit (physisch und psychisch) gehen immer vor!

Und wenn dein Freund meint, sich mit Drogen wegschie├čen zu m├╝ssen, ist das die eine Sache.
Die andere Sache ist, dass er dich damit auch in den Abgrund zieht.
Und du solltest dir wirklich sehr sehr gut ├╝berlegen, ob du bereit bist, da runterzuspringen.

S├╝chtige versprechen dir ALLES, sie w├╝rden ihre eigene Mutter verkaufen, um ihr Zeug finanzieren, bzw. ihre "Ehrlichkeit" unter Beweis stellen zu k├Ânnen.

Sprich mit ihm, wenn er zu Hause angekommen ist.
Nimm dir Zeit, um dir was eigenes zu suchen und geh.
WENN er ernsthaft f├╝r sich selbst vor allen Dingen clean und klar auf sein Leben kommen will, braucht er dich nicht daf├╝r in seiner N├Ąhe. Du kannst auch woanders wohnen und aus der Ferne sehen, wie es mit ihn l├Ąuft.

Und nein, du l├Ąsst ihn nicht im Stich, wenn du sich selbst sch├╝tzt, ganz im Gegenteil.
Aus dieser Suppe muss er von allein kommen. Entweder macht er das und ihr habt eine Zukunft, oder er bleibt drin stecken, beides entscheidet er allein.

Du bist noch so jung. Bitte mach dich nicht selbst kaputt f├╝r jemanden, der nicht mehr er selbst ist.

Ja, es ist hart und es tut weh, jemand geliebtes gehen zu lassen, aber einen anderen Weg gibt es (meines Erachtens) nicht.

W├╝nsche dir viel Kraft und Mut. ÔŁĄ´ŞĆ
Hallo und vielen Dank erstmal f├╝r deinen Kommentar!

Anhand der Aussage ich soll mit ihm sprechen, wenn er wieder zu Hause ist, gehe ich davon aus du hast nur den Eingangspost und nicht die restlichen Kommentare gelesen. Ich werde gleich nochmal zusammenfassen, was seitdem passiert ist.

Die Aussage Suchtkranke l├╝gen immer und w├╝rden ihre Mutter f├╝r ihre Sucht verkaufen finde ich etwas hart. Das f├╝hrt auch leider nicht dazu, dass Abh├Ąngige weniger stigmatisiert werden. Die Schizophrenie und Abh├Ąngigkeitserkrankungen sind die St├Ârungen, die in der Gesellschaft am meisten mit Vorurteilen und Stigmata behaftet sind.

Menschen die im fortgeschrittenen Stadium von Heroin oder Crack abh├Ąngig sind, auf der Stra├če sitzen und alles verloren haben-die w├╝rden eventuell fast alles machen, um an Stoff zu kommen. Das Suchtverhalten meines Freundes bewegt sich aber zum Gl├╝ck in ganz anderen Sph├Ąren.

Eine versehentliche ├ťberdosierung und eine (schwere) Abh├Ąngigkeit sind erstmal zwei Paar Schuhe. Wenn bspw. ein 16-j├Ąhriger aus Neugierde Kokain ausprobieren m├Âchte und sich ausversehen ├╝berdosiert, dann ist er im Anschluss auch nicht Kokainabg├Ąngig.

Mein Freund hat ein Problem mit Alkohol und Cannabis und das sollte man auch gar nicht besch├Ânigen. Seine zentralen Probleme liegen allerdings nicht in der Sucht, sondern in einer l├Ąnger zur├╝ckliegenden, aber nie behandelten Posttraumatischen Belastungst├Ârung, emotionaler Vernachl├Ąssigung in der Kindheit und Gewalt durch seinen Stiefvater. Dadurch hat er dysfunktionale Bew├Ąltigungsstrategien entwickelt (Konsum).

Das ist der typische Verlauf einer PTBS. Bis zu 92% der Betroffenen entwickelten dadurch eine Folgest├Ârung. Bei Suchterkrankungen ist eine hohe erbliche Komponente an der Entstehung beteiligt. V├Ąterlicherseits waren alle suchtkrank, aus soziokultureller Hinsicht waren die Vernachl├Ąssigung und Gewalt ein entscheidender Faktor. Auch die psychologischen Faktoren passen bei ihm zu den Risikofaktoren f├╝r die Entstehung einer Abh├Ąngigkeit.

Es gibt Menschen, die sind der Meinung man d├╝rfe eine Abh├Ąngigkeit nicht mit der Kindheit entschuldigen. Und das ist einfach nicht richtig. Speziell die Entstehung einzelner psychischer St├Ârungen hab ich erst vor 3 Wochen im Studium abgeschlossen. Kindheitserfahrungen sind f├╝r die Entstehung von fast allen psychischen St├Ârungen von gro├čer Bedeutung. Auf jeden Fall kann sich kein Mensch gegen eine psychische St├Ârung entscheiden. Nie. Und dabei ist man weder verlogen, noch hat man Spa├č daran andere zu verletzen oder runterzuziehen.

In seiner Therapie stehen jetzt Trauer-, und Traumabew├Ąltigung, sinnvoller Umgang mit Emotionen und Strategien bei Cravings im Vordergrund. Basierend auf den Kriterien einer Abh├Ąngigkeitserkrankung nach DSM-5 erf├╝llt er genau 2 Kriterien seit mehr als einem Jahr und 4 Kriterien seit knapp 4 Wochen. Definitionsgem├Ą├č liegt bei ihm diagnostisch noch eine leichte Abh├Ąngigkeitsst├Ârung vor. Das mag zwar nach dem Vorfall kaum zu glauben sein, aber versehentliche ├ťberdosierung und (Auspr├Ągungsgrad der) Abh├Ąngigkeit sind wie gesagt zwei Paar Schuhe.

Zum Punkt er soll die Suppe alleine ausl├Âffeln. Ich bin nicht nur 7 Jahre mit jemandem zusammen, wenn alles Friede Freude Eierkuchen l├Ąuft, sondern auch wenn man gemeinsam schwierige und steinige Zeiten durchstehen muss. Seine Abh├Ąngigkeit hatte bis auf den Vorfall am Sonntag-der nat├╝rlich heftig war, keine negativen Auswirkungen auf unsere Partnerschaft. Er hat bisher nie irgendwelche wichtigen Funktionsbereiche seines Lebens vernachl├Ąssigt.

Mein Freund war bis vor einigen Tagen meine gro├če St├╝tze und mein Fels. Er hat mich immer unterst├╝tzt, wenn ich an mir selbst gezweifelt habe, er hat mich immer aufgebaut, wenn ich unzufrieden mit mir und meinem ├äu├čeren war und alle Zweifel aus dem Weg ger├Ąumt (ich hatte mal Bulimie), er war mein Halt, als ich eine Angstst├Ârung hatte (die mittlerweile deutlich besser ist), ohne ihn h├Ątte ich nicht mit meinem Studium anfangen k├Ânnen, denn er unterst├╝tzt mich auch finanziell schon immer wo es geht.

Im Endeffekt war er es, der mir eine so gro├če St├╝tze war, dass ich aus einem labilen Menschen ein heute relativ emotional gefestigter Mensch geworden bin. Und diese Kraft nutze ich jetzt und werde ihm daf├╝r etwas zur├╝ckgeben und zwar meine Unterst├╝tzung in einer f├╝r ihn dunklen Zeit.

Jetzt zu gehen f├╝hlt sich f├╝r mich pers├Ânlich sehr falsch an.

├ťbrigens:
-er ist seit Montag wieder zu Hause
-wir haben seitdem extrem viel geredet
-er hat durch die Dringlichkeit bereits einen Therapeuten (die Ziele der Therapie habe ich oben ja schon erw├Ąhnt)

Er hat mir heute meine Lieblingsblumen im Garten gepflanzt, mir einen Brief geschrieben und mir gesagt, dass wir doch alles zusammen hinkriegen. Ich versuche nach vorne zu blicken.

Die Zeit wird zeigen, wie sich alles entwickelt ­čî╗

Ich danke dir auf jeden Fall f├╝r deine W├╝nsche an mich (Kraft und Mut) ÔŁĄ´ŞĆ
 
Zuletzt bearbeitet:
Ana Nass
Benutzer202349  (36) Ist noch neu hier
  • #44
Dein Freund hat sich ├╝berdosiert. Wieso, weshalb, warum, ist v├Âllig irrelevant.
Denn so gut wie alle Suchtkranken haben eine Vorgeschichte, ein oder mehrere Traumata, die sie in diese Situation gebracht hat.
Du entschuldigst meines Erachtens nach ganz sch├Ân viel, gehst fast therapeutisch an die Sache, allein wie du ins Details erkl├Ąrst, was alles wohinter steckt.
All das ist Nebensache, denn niemand au├čer dein Freund entscheidet, wie es mit ihm weitergeht.
Und nur du allein entscheidest, wie es mit dir weitergeht.
Woanders zu wohnen und zu sehen, wie er sich nun verh├Ąlt, bedeutet keinen Kontaktabbruch, sondern Eigenschutz.

Am Ende w├Ąhlst du, mit welchem Menschen du dein Leben verbringen m├Âchtest.
Aber wenn ich mir vorstelle, mein Freund h├Ątte hinter meinem R├╝cken Drogen genommen, mich angelogen und w├Ąre verreckt, w├Ąre ich nicht anwesend gewesen...
Dein Wohl scheint ihm jetzt nicht wirklich so wichtig zu sein wie dir seins.
Und das ist nur eine Facette von vielen, die du sehr wahrscheinlich noch kennenlernen wirst.

Trotzdem w├╝nsche ich dir nat├╝rlich, dass ich falsch liege.
 
E
Benutzer202301  (28) Ist noch neu hier
  • #45
Hallo liebe TS,

da schon ziemlich viel gesagt wurde, das mit meiner Meinung ├╝bereinstimmt, fasse ich mich kurz:

Mein pers├Ânlicher Eindruck ist, dass du gerade alles vern├╝nftig und richtig machst. Ich w├╝rde mich an dieser Stelle auch nicht trennen.
Ich habe zwar in einer Beziehung keine Erfahrungen mit Drogen- Abh├Ąngigkeiten gemacht, aber in naher Verwandtschaft (Alkohol) und habe deshalb viel Verst├Ąndnis f├╝r deine Lage. Passt gut auf euch auf, jeweils und aufeinander, ich w├╝nsche euch alles Gute! Die Voraussetzungen, dass alles gut wird, scheinen ja gegeben zu sein, das ist toll. Meine Erfahrung ist auch positiv ausgegangen.­čÖé Unter anderem WEIL so zusammengehalten wurde. Nat├╝rlich muss man auf sich selbst Acht geben (wie immer beim Umgang mit psychischen Problemen Angeh├Âriger, man muss auch eigene Kraft sammeln und vern├╝nftig sein), aber ich denke, du hast das auf dem Schirm.
 
Menas295
Benutzer176818  ├ľfter im Forum
  • #46
Oder hab ich deinen Post falsch verstanden?

Hmm, wir k├Ânnten uns darauf einigen, dass ich meinen Post zu knapp formuliert habe und er damit f├╝r Dich unverst├Ąndlich sein musste. Nachdem Du nun etwas mehr dazu geschrieben hast, gehe ich mit meinen Gedanken ein bisschen ├╝ber meine urspr├╝ngliche Frage hinaus.

Wie Du aus Deinem Studium wei├čt, gibt es verschiedenartige Bew├Ąltigungsstrategien. Eine davon ist, in eine Kompetenzrolle zu gehen, in der man anderen (!) helfen kann. Aus Deiner Antwort an Ana Nass lese ich heraus, dass Du Dich mit einer Ess- und einer Angstst├Ârung auseinandersetzen musstest. Auch die haben in Deinem Leben irgendwo eine Wurzel.

Dein Freund bearbeitet mit seinem Psychotherapeuten seine Themen. Wie Du geschrieben hast, ist das vollst├Ąndig seine Sache. Als Partnerin h├Ąltst Du Dich da vollkommen heraus. Auch wenn Du wissenschaftlich fundiertes Fachwissen dazu hast.

"Deine gro├če St├╝tze und Dein Fels" w├Ąre fast gestorben und muss sich jetzt sehr intensiv um sich selbst k├╝mmern. F├╝r Dich ist dieses Ereignis und seine Nachwirkungen vermutlich also ein ganz gewaltiger Test Deiner psychischen Stabilit├Ąt bzw. Flexibilit├Ąt. Wenn Du Deinen Blick von Deinem Freund l├Âst und in Dich selbst schaust, wie sieht es da aus? K├Ânnte dieses schreckliche Ereignis gleichzeitig auch zu einem hilfreichen Ansto├č dazu werden, dass Du Deine eigenen Themen weiterbearbeitest?
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #47
Hi M Madeleine0797
Das klingt doch erstmal gut!

Es klingt sogar gut, dass er so aufgel├Âst von seinem ersten Termin kommt. (Psycho-)Therapien, von denen man entspannt und l├Ąchelnd nach Hause kommt, sind wie "Streichelmassagen". Man wurde mal gestreichelt und es hat sich gut angef├╝hlt und diese Art der Massage hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, aber wenn man fies verstpannt ist und echt Probleme hat, dann muss die Behandlung tiefer wirken und das tut weh.
So ist das auch bei einer Psychotherapie, wenn man ernsthafte Probleme hat...im ersten Schritt muss alles benannt werden und das kocht die Gef├╝hle hoch. Es gibt aber einen Trost. Es sind eben nur Gef├╝hle., die gehen vorbei.

Dr├╝cke euch beiden fest die Daumen!
 
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