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Partner fast an Überdosis gestorben

M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • #1
Hallo miteinander đŸŒ»

ich bin gerade sehr verzweifelt und hoffe jemand kann mir helfen.

Erstmal ein paar Randinfos. Ich w, 26 bin seit 7 Jahren mit meinem Freund m, 27 zusammen. Wir wohnen bereits seit 7,5 Jahren zusammen. Vor einem halben Jahr sind wir in eine grĂ¶ĂŸere und lĂ€ndlich gelegenere Wohnung gezogen, die wir selbst renoviert haben und auch viel Geld investiert haben.

Mein Freund hat sein Abi und Studium jeweils mit 1 abgeschlossen und hat einen verantwortungsvollen Beruf. Er hat schon immer sehr viel im Haushalt gemacht, sogar etwas mehr als ich. Außerdem bezahlt er die komplette Miete, damit ich mich auf mein Studium konzentrieren kann.

Weil er sich nicht mit seinem Stiefvater vertragen hat, ist er mit 16 zu seinem alkoholabhĂ€ngigen Vater gezogen. Ihn hat er dann kurze Zeit spĂ€ter tot zu Hause aufgefunden. Das hat er nie wirklich verarbeitet. Er ist dann in einer WG bei Freunden untergekommen, wo er auch seine Ex-Freundin kennengelernt hat. Seine Ex hat eine Persönlichkeitsstörung und ein Drogenproblem. Sie wurde selbst als Kind misshandelt und missbraucht und war daraufhin extrem abhĂ€ngig von meinem Freund. Durch sie und ihre Freunde hat er dann selbst viele Drogen genommen. Er hat lange gebraucht, um sich aus der Beziehung zu ihr zu lösen. Als ich ihn kennengelernt habe, war er ein Wrack, ist wenn er Zeit mit mir verbracht hat aber aufgeblĂŒht.

Unsere Beziehung ist jetzt 7 Jahre lang sehr harmonisch und schön verlaufen. Wir haben auch die selben Lebensvorstellungen und wollen auch Kinder zusammen haben. Er unterstĂŒtzt mich in jeder Lebenslage und ist mein Fels in der Brandung. Vor einigen Wochen gab es einen weiteren Todesfall in seiner Familie. Die Person stand ihm nicht ganz so nahe wie sein Vater, aber der Tod hat die Erinnerung an seinen Vater wieder hochgeholt. Seitdem geht es bergab. Einmal hat er seitdem mit mir geredet. Er hat geweint, weil er als Kind niemanden hatte, der sich um ihn gekĂŒmmert hat. Sein Vater war schon immer alkoholkrank und als 4. Kind hat er generell nie viel Aufmerksamkeit bekommen. Danach hat er sich mir aber nicht mehr geöffnet. Er hat jeden Abend Bier getrunken und ist frĂŒh schlafen gegangen.

Gestern Abend ist dann etwas sehr schlimmes und fĂŒr mich sehr traumatisches passiert. Er war im Arbeitszimmer und hatte die TĂŒr verschlossen, was mir fĂŒr Sonntag Abend komisch vorkam. Als ich nachsehen wollte was er da macht, hat er etwas versteckt. Es war Alufolie mit einem Aluröhrchen. Ich leb ja nicht hinterm Mond und mir war klar, dass er etwas geraucht haben muss. Auf Nachfrage hat er es verneint und wurde sogar pampig, dass ich ihm das unterstellen wĂŒrde. Daraufhin ist er ins Bad gegangen. Ich dachte er geht auf Toilette und habe mich ins Wohnzimmer gesetzt. Nach 10 Minuten habe ich ein komisches GerĂ€usch aus dem Badezimmer gehört. Also bin ich zur BadezimmertĂŒr gegangen und habe angeklopft. Keine Reaktion. Er hatte (zum GlĂŒck!) die TĂŒr nicht abgeschlossen. Da lag er dann vor der Toilette.

Als ich ihn umdrehte waren sein Gesicht, sein Hals und die HĂ€nde lila verfĂ€rbt. Er hatte kein Bewusstsein mehr und war gerade dabei an seinem Erbrochenem zu ersticken. NatĂŒrlich wurde ich dann total panisch. Ich habe die 112 gerufen, ihn dabei in die stabile Seitenlage gelegt und das erbrochene mit meiner Hand versucht aus seinem Mund zu holen. Seine Halsschlagader hat aber noch pulsiert, weshalb ich Gott sei Dank nicht reanimierten musste. Bis zum Eintreffen von NA und Rettungsdienst hatte ich so große Angst wie noch nie in meinem Leben. Ich dachte mein Freund stirbt mir gleich.

Als der Notarzt eingetroffen ist hat er Naloxon bekommen (ein Opioid-Gegengift) und ist seitdem auf der Intensivstation, die er heute Nachmittag wieder verlassen darf. Im Moment bekommt er noch erbrochenes aus seiner Lunge gesaugt. Er hat mich vorhin angerufen und mir gesagt er habe kein Heroin geraucht. Ich habe ihm kein Wort geglaubt. Im Entlassungsbrief, den er schon vor einer Stunde bekommen hat steht aber tatsĂ€chlich, dass im Urin ausschließlich synthetische Cannabinoide gefunden wurden.

Ich habe die Nacht bei einer Freundin verbracht und bisher kein Auge zubekommen. Ich bekomme sein Gesicht nicht aus dem Kopf und ich bin so wĂŒtend darĂŒber, dass er jetzt tot wĂ€re, wenn ich nicht zu Hause gewesen wĂ€re. Dann hĂ€tte ich ihn so vorfinden mĂŒssen wie er seinen Vater. Ich hatte noch nie solche Angst und fĂŒhle mich gerade einfach hilflos und traurig. Das Vertrauen in ihn ist jetzt aktuell futsch. Er sagt er hat nichts genommen bzw. nimmt nichts und geht daraufhin direkt ins Bad, um etwas zu nehmen was ihn sogar umgebracht hĂ€tte, wenn ich nicht nachgeschaut hĂ€tte.

Seine Schwestern, beide SozialpÀdagoginnen meinten ich soll meine Sachen packen und gehen, wenn er keine Therapie machen möchte, denn das muss ich mir nicht antun. Ich will ihn nach dem einen Vorfall auf keinen Fall im Stich lassen und hoffe einfach, dass er eine Therapie machen möchte.

Der Vorfall hat meine VerlustĂ€ngste jetzt verstĂ€rkt und ich habe jetzt kĂŒnftig Angst aus dem Haus zu gehen, wenn mein Freund alleine ist. Ich wĂŒsste im Falle einer Trennung aber auch gar nicht wie ich das alleine als Studentin finanziell hinkriegen soll.

Und natĂŒrlich liebe ich ihn auch.

Hat irgendjemand einen Ratschlag fĂŒr mich?

ANMERKUNG: Der Vorfall ist inzwischen 8 Monate her. Seine Therapie lĂ€uft super und er arbeitet dabei auch ordentlich mit. Seit ein paar Monaten ist er tĂ€glich am meditieren und Sport treiben. Unsere Beziehung lĂ€uft auch gut und ich habe wieder mehr Vertrauen gefasst. Ich dachte schon nach dem Vorfall kann ich nicht mehr abends in Ruhe weggehen, wenn er alleine zu Hause ist, aber zum GlĂŒck ergeht es mir nicht so. Wir waren seitdem beide schon getrennt im Urlaub und ich gehe abends mit gutem GefĂŒhl ohne ihn weg und umgekehrt.
 
Zuletzt bearbeitet:
SauerMachtLustig
Benutzer122781  Planet-Liebe ist Startseite
  • #2
uff das ist echt ne riesen scheiße und es tut mir leid, dass du sowas erleben musstest. ich stell mir das in der tat auch ziemlich traumatisch vor, seinen partner so zu sehen und das schlimmste befĂŒrchten zu mĂŒssen.

letztendlich bin ich da bei den schwestern von deinem freund. wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu Ă€ndern, kĂ€mpfst du gegen windmĂŒhlen.

ihr mĂŒsst da mal tacheless reden, wenn er wieder da ist. evtl. ist bei ihm ja nach dem vorfall auch die erkenntnis gereift, dass es so nicht weitergehen kann. wie schĂ€tzt du das denn ein?
 
Norddeutsch1705
Benutzer192555  (51) Öfter im Forum
  • #3
Ihr braucht beide externe UnterstĂŒtzung. Kann das Krankenhaus das initiieren?
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #4
uff das ist echt ne riesen scheiße und es tut mir leid, dass du sowas erleben musstest. ich stell mir das in der tat auch ziemlich traumatisch vor, seinen partner so zu sehen und das schlimmste befĂŒrchten zu mĂŒssen.

letztendlich bin ich da bei den schwestern von deinem freund. wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu Ă€ndern, kĂ€mpfst du gegen windmĂŒhlen.

ihr mĂŒsst da mal tacheless reden, wenn er wieder da ist. evtl. ist bei ihm ja nach dem vorfall auch die erkenntnis gereift, dass es so nicht weitergehen kann. wie schĂ€tzt du das denn ein?
Vielen Dank fĂŒr deine Antwort. Ich glaube auch, dass es fĂŒr ihn selbst ein Aufwachmoment war. Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmeißen.
 
krava
Benutzer59943  (43) VerhĂŒtungsberaterin mit Herz & Hund
  • #5
Dein Freund hat ein Suchtproblem, will aber nichts daran Àndern.
ihm ist es sogar egal, dass du ihn halbtot findest und den Schock deines Lebens bekommst.
Er lĂŒgt dir ins Gesicht!

das einzige was du machen kannst ist, dich in sicherheit zu bringen!
so schwer das ist, so wichtig ist es. FĂŒr dich!

Er entscheidet selbst, ob er vor die Hunde gehen will oder nicht.
viel Kraft fĂŒr dich

Vielen Dank fĂŒr deine Antwort. Ich glaube auch, dass es fĂŒr ihn selbst ein Aufwachmoment war. Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmeißen.

also an diese Hoffnung solltest du dich bitte nicht klammern!
spĂ€testens beim nĂ€chsten Entzug hat er das vergessen und es war mal wieder eine LĂŒge.
seine Problematik löst das nicht, da muss er viel viel mehr tun!
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #6
Mr. L*
Benutzer168169  Meistens hier zu finden
  • #7
Ich habe die Nacht bei einer Freundin verbracht und bisher kein Auge zubekommen. Ich bekomme sein Gesicht nicht aus dem Kopf und ich bin so wĂŒtend darĂŒber, dass er jetzt tot wĂ€re, wenn ich nicht zu Hause gewesen wĂ€re. Dann hĂ€tte ich ihn so vorfinden mĂŒssen wie er seinen Vater. Ich hatte noch nie solche Angst und fĂŒhle mich gerade einfach hilflos und traurig. Das Vertrauen in ihn ist jetzt aktuell futsch. Er sagt er hat nichts genommen bzw. nimmt nichts und geht daraufhin direkt ins Bad, um etwas zu nehmen was ihn sogar umgebracht hĂ€tte, wenn ich nicht nachgeschaut hĂ€tte.
Ich denke, genau das solltest Du ihm sagen, da er es selbst erlebt hat, mĂŒĂŸte er es ja einigermaßen nachvollziehen können, vielleicht hilft es ja...

Seine Schwestern, beide SozialpÀdagoginnen meinten ich soll meine Sachen packen und gehen, wenn er keine Therapie machen möchte, denn das muss ich mir nicht antun. Ich will ihn nach dem einen Vorfall auf keinen Fall im Stich lassen und hoffe einfach, dass er eine Therapie machen möchte.
Vielleicht muß gehen nach einem GesprĂ€ch nicht Deine erste Reaktion sein, sollte er jedoch nicht innerhalb kĂŒrzester Zeit etwas Ă€ndern wollen und darin standhaft bleiben, sehe ich es wie seine Schwestern, dann passiert meines Erachtens nĂ€mlich das, was SauerMachtLustig SauerMachtLustig bereits schrieb...
wenn er keine bereitschaft zeigt etwas zu Ă€ndern, kĂ€mpfst du gegen windmĂŒhlen.
 
krava
Benutzer59943  (43) VerhĂŒtungsberaterin mit Herz & Hund
  • #8
Seine Schwestern werden Hilfsangebote vermitteln. Eine von beiden arbeitet bei der Drogennothilfe.
Ich drĂŒck dir die Daumen, dass er einen Entzug macht, einen Platz bekommt und das dann auch durchhĂ€lt.
An deiner Stelle wĂŒrde ich aber zumindest nicht sofort damit rechnen und auch einkalkulieren, dass er noch nicht tief genug unten ist, um aufzuwachen.

Immerhin hat er Ansprechpartner, wenn er welche möchte.
 
SauerMachtLustig
Benutzer122781  Planet-Liebe ist Startseite
  • #9
Er meinte er will zu Hause alles davon wegschmeißen.
das wĂ€re ja zumindest mal ein erster schritt. ich denke, du weißt, dass dann noch mehr (therapie) folgen muss.
aber es ist ja auch schonmal eine gute voraussetzung, dass eine der schwestern so tief im thema ist! sowohl fĂŒr ihn, als auch fĂŒr dich.
 
S
Benutzer152906  (46) BeitrĂ€ge fĂŒllen BĂŒcher
  • #10
S
Benutzer199400  (46) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • #11
Er hat ein Suchtproblem, du ein Helfersyndrom. Passt ziemlich gut fĂŒr eine toxische Beziehung.

Du versuchst, seine Sucht mit seiner Kindheit zu erklĂ€ren. Das ist schon mal falsch, denn eine schwierige Kindheit muss nicht in sowas enden, es ist tatsĂ€chlich nur eine Entschuldigung, ein angeblicher Fremdeinfluss. Genau so wie die Ex es war. Aber schlussendlich nimmt man Drogen selbst und entscheidet sich fĂŒr das Spiel mit dem Feuer.

Solange er das nicht versteht und einsieht, dass nur er das in der Hand hat, solange sehe ich schwarz fĂŒr ihn und die Beziehung.
Und mir scheint es, es ist ihm auch ganz Recht, dass du dich so um seine Probleme kĂŒmmerst.

Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
 
krava
Benutzer59943  (43) VerhĂŒtungsberaterin mit Herz & Hund
  • #12
Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
ich kann leider nur zustimmen.
Zwei schwache Menschen stabilisieren sich nicht gegenseitig, sondern ziehen sich gegenseitig runter.

Ihr habt beide Baustellen, jeder fĂŒr sich und unabhĂ€ngig voneinander und diese Baustellen bleiben auch in einer vermeintlich glĂŒcklichen Beziehung. Weder bist du fĂŒr seine Kindheit zustĂ€ndig noch fĂŒr seine Konsequenzen daraus. Es ist sein Leben!
Du bestimmst nur, ob du ein Teil davon sein willst und wie lange.
 
Spongella
Benutzer187907  (34) Meistens hier zu finden
  • #13
Sag ihm genau das, was du oben geschrieben hast, wie es fĂŒr dich war ihn so zu finden und dann geh, so schwer es ist und möglicherweise nicht fĂŒr immer, aber alles was jetzt folgt zieht dich entweder mit runter oder lĂ€sst dich abstumpfen.
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #14
Er hat ein Suchtproblem, du ein Helfersyndrom. Passt ziemlich gut fĂŒr eine toxische Beziehung.

Du versuchst, seine Sucht mit seiner Kindheit zu erklĂ€ren. Das ist schon mal falsch, denn eine schwierige Kindheit muss nicht in sowas enden, es ist tatsĂ€chlich nur eine Entschuldigung, ein angeblicher Fremdeinfluss. Genau so wie die Ex es war. Aber schlussendlich nimmt man Drogen selbst und entscheidet sich fĂŒr das Spiel mit dem Feuer.

Solange er das nicht versteht und einsieht, dass nur er das in der Hand hat, solange sehe ich schwarz fĂŒr ihn und die Beziehung.
Und mir scheint es, es ist ihm auch ganz Recht, dass du dich so um seine Probleme kĂŒmmerst.

Wie gesagt, sowas endet in der Regel nicht gut.
Ich studiere Psychologie und weiß daher, dass Drogensucht nie selbst verschuldet ist, sondern ein Zusammenspiel aus biologischen, soziokulturellen und psychologischen Faktoren. Das nĂ€her auszufĂŒhren wĂŒrde aber jetzt den Rahmen sprengen. Du kannst zwar der Ansicht sein SĂŒchtige wĂ€ren selbst Schuld an ihrer Krankheit und zur Stigmatisierung von AbhĂ€ngigen beitragen, das Ă€ndert aber nichts daran, dass die Fachwelt da im Konsens anderer Ansicht ist.
Ich habe aber nichts mit seiner Kindheit ,,entschuldigt '', sondern lediglich erzÀhlt welche Faktoren an der Entstehung mit beteiligt waren und wie das alles angefangen hat.


Er hat zu Hause alles in die Tonne geschmissen und bereits fĂŒr Donnerstag einen Termin fĂŒr ein ErstgesprĂ€ch bei einem Psychotherapeuten vereinbart.

Inwiefern kĂŒmmere ich mich um seine Probleme? Das ich ihn nicht sterben lassen habe? Er hat sich in den letzten Stunden seitdem er hier ist selbststĂ€ndig und ohne mein drĂ€ngen oder bitten einen Psychotherapeuten gesucht und fĂŒr Donnerstag bereits ein ErstgesprĂ€ch vereinbart.
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #15
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M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #16
ich kann leider nur zustimmen.
Zwei schwache Menschen stabilisieren sich nicht gegenseitig, sondern ziehen sich gegenseitig runter.

Ihr habt beide Baustellen, jeder fĂŒr sich und unabhĂ€ngig voneinander und diese Baustellen bleiben auch in einer vermeintlich glĂŒcklichen Beziehung. Weder bist du fĂŒr seine Kindheit zustĂ€ndig noch fĂŒr seine Konsequenzen daraus. Es ist sein Leben!
Du bestimmst nur, ob du ein Teil davon sein willst und wie lange.
Er hat bereits fĂŒr Donnerstag ein ErstgesprĂ€ch bei einem Psychotherapeuten bekommen. Das hat er selbststĂ€ndig und ohne mein bitten vereinbart und mir eben die TerminbestĂ€tigung gezeigt. Morgen will er in einer psychiatrischen Einrichtung bei uns um die Ecke anrufen. Ich werde nicht nach diesem einen Vorfall das Handtuch werfen und meinen Partner nach 7 Jahren verlassen. Es ist ja nicht so als wĂ€re sowas in der Art auch nur annĂ€hernd schonmal vorgekommen. Wenn ich schon zum 10. mal hören wĂŒrde, dass das nicht wieder vorkommt, wĂ€re es was anderes und ich wĂŒrde gehen, aber nicht bei einem Mal.

Ich muss jetzt die nÀchsten Wochen bis Monate schauen wie sich das alles entwickelt und wie wir mit der Situation umgehen.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #19
Hey du..

tut mir wirklich Leid...so ein Erlebnis bleibt einem lange Zeit "erhalten" und ist emotional schwer wieder loszuwerden / zu verarbeiten.

Ich habe mir deinen Eingangsbeitrag durchgelesen und mir fÀllt dabei eine Sache auf. Vielleicht irre ich mich auch, aber...wie redet ihr eigentlich generell miteinander?
Ich meine....ihr habt scheinbar beide so eure Probleme...aber redet ihr auch offen darĂŒber?
Leider ist es in vielen Beziehungen der Fall, dass die Menschen glauben, dass man einfach nur miteinander lachen und auf "einer WellenlĂ€nge" sein muss, dann geht das schon. Schönwetterbeziehung eben. Aber wenn es wirklich mal an die Dinge geht, die man schwerer ĂŒber die Lippen bringt, bleiben selbige verschlossen.

Ich schreibe das, weil du sehr schön beschreibst wie es dir geht und was vorgefallen ist. Du schreibst, dass ihr 7 Jahre zusammen seid und die gleichen Ziele habt, du schreibst ĂŒber die Traumata deines Partners...aber wie offen redet ihr ĂŒber GefĂŒhle wenn sie da sind oder nachdem sie wieder gegangen sind? Wie trefft ihr Vereinbarungen?

Du hast geschrieben, dass er die Drogen weg geworfen hat (was vernĂŒnftig ist, wenn ich mir jetzt dazu nochmal den Beitrag von SauerMachtLustig SauerMachtLustig durchlese...wer weiß das da drin ist... aber wie kam es dazu? Hat er seine PlĂ€ne mit dir geteilt? Habt ihr diese vielleicht sogar zusammen gemacht?

Mir fehlt in der Geschichte so ein bisschen das Miteinander...
 
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Mrs. Brightside
Benutzer140332  (36) Planet-Liebe ist Startseite
  • #29
Also wenn ich an deiner Stelle wĂ€re, ich wĂŒrde klipp und klar sagen, dass ich ihn unterstĂŒtzen wĂŒrde aber nur unter der Bedingung, dass er ab jetzt schonungslos ehrlich ist. Zu sich selbst, aber vor allem auch zu dir.

Ein Entzug bzw. die Entscheidung sich Hilfe zu suchen ist richtig und wichtig, das scheint er schon mal erkannt zu haben. Aber der Weg wird mies, emotional, nervenaufreibend, anstrengend - da braucht es Ehrlichkeit und gute Kommunikation. Eine Drogentherapie macht ja nicht nur was mit dem Menschen, der das Suchtproblem hat, sondern vor allem mit den Menschen, die ihn lieben.

Mein Ex war Kiffer, ich kenne einige Situationen und ich weiß auch, was das mit einem selbst machen kann und ich war „nur“ dabei. Es erfordert viel StĂ€rke und Durchhaltevermögen. Aber vor allem ist es wichtig, die eigenen Grenzen abzustecken und zu wahren.

Ich wĂŒnsche dir viel Kraft fĂŒr die kommende Zeit und hoffe, es entwickelt sich positiv. Aber das Suchtproblem ist ja auch nicht mit einer Therapie gelöst, das begleitet denjenigen sein ganzes Leben. Und erfordert immense Disziplin und Durchhaltevermögen. Nicht umsonst ist die RĂŒckfallquote so hoch.

Und noch zum Schluss: Drogen und generell alle SĂŒchte sind so scheiße. Das bleibt oft ein lebenslanges Thema, dessen muss man sich als Angehöriger bewusst machen. Ich habs damals fĂŒr mich beendet, ich wollte einfach nicht mehr. Mich hats auch zunehmend immer wĂŒtender gemacht, wie man sein Leben so wegwerfen kann. Ich habs nicht mehr ertragen, hat mich aber auch 1 Jahr gekostet, mir dessen bewusst zu werden.

Alles Gute!
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #32
Wir haben gestern sehr viel miteinander gesprochen. Da hat er sich mir auch geöffnet. Er will auch ehrlich sein und nichts mehr verheimlichen-heute morgen hat er eine Vollmacht geschrieben, in der er jegliches medizinische Personal mir gegenĂŒber von der Schweigepflicht entbindet und ich eingeschrĂ€nkte Einsicht in seine Gesundheitsakte und Befunde erhalten soll.
Nur hierzu: Du ĂŒbernimmst hiermit sehr viel Verantwortung. GefĂŒhlte wie auch zugeschobene.
Und womöglich damit auch ĂŒber Erfolg und Niederlage der Therapie und des Entzuges, obwohl du das nicht zu verantworten hast, du hast lediglich Einsicht in die Indikatoren fĂŒr Erfolg/Nicht-Erfolg bekommen.

Dazu passt auch sein „du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben“. Damit wĂ€lzt er ein StĂŒck weit auch seine emotionalen Probleme auf dich ab, denn du könntest ihn dann ja auch verlassen und damit sehr unglĂŒcklich machen. Lass‘ dir diesen Schuh bitte nicht anziehen.
Der erste Schritt zur SelbstbefĂ€higung ist einzusehen, dass es seine Entscheidung ist und er sich entscheiden kann und das selbst auch tun muss, um dieses Kapitel voranzutreiben und vielleicht irgendwann auch soweit abzuschließen, dass es im Alltag keine Belastung mehr darstellt.
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #33
Erstmal vielen lieben Dank an alle fĂŒr die hilfreichen Nachrichten, eure lieben Worte und eure Zeit! Ich werde auf jeden Fall noch auf die letzten Antworten eingehen, die ihr geschrieben habt, allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen.

Nicht wundern, aber ich habe meinen Eingangspost etwas gekĂŒrzt bzw. eher nebensĂ€chliche Randinformationen, bei denen man RĂŒckschlĂŒsse auf mich als Person schließen kann, wenn man mich gut kennt entfernt, weil ich kein Risiko eingehen möchte. Ich hatte ja schon sehr viele Infos ĂŒber mich reingepackt.

Meine und seine engsten Freunde, sowie seine engsten Familienmitglieder wissen zwar Bescheid, aber es gibt auch Leute, die das nicht wissen mĂŒssen.
 
B
Benutzer420  Verbringt hier viel Zeit
  • #34
Ich studiere Psychologie und weiß daher, dass Drogensucht nie selbst verschuldet ist, sondern ein Zusammenspiel aus biologischen, soziokulturellen und psychologischen Faktoren. Das nĂ€her auszufĂŒhren wĂŒrde aber jetzt den Rahmen sprengen. Du kannst zwar der Ansicht sein SĂŒchtige wĂ€ren selbst Schuld an ihrer Krankheit und zur Stigmatisierung von AbhĂ€ngigen beitragen, das Ă€ndert aber nichts daran, dass die Fachwelt da im Konsens anderer Ansicht ist.
Ich habe aber nichts mit seiner Kindheit ,,entschuldigt '', sondern lediglich erzÀhlt welche Faktoren an der Entstehung mit beteiligt waren und wie das alles angefangen hat.


Er hat zu Hause alles in die Tonne geschmissen und bereits fĂŒr Donnerstag einen Termin fĂŒr ein ErstgesprĂ€ch bei einem Psychotherapeuten vereinbart.

Inwiefern kĂŒmmere ich mich um seine Probleme? Das ich ihn nicht sterben lassen habe? Er hat sich in den letzten Stunden seitdem er hier ist selbststĂ€ndig und ohne mein drĂ€ngen oder bitten einen Psychotherapeuten gesucht und fĂŒr Donnerstag bereits ein ErstgesprĂ€ch vereinbart.
Was du schreibst ist prinzipiell richtig. Es geht bei einer AbhÀngigkeit nicht um ein moralisches Versagen sondern um eine Krankheit. Dein Freund ist suchtkrank.

Diese Tatsache allein entlĂ€sst ihn allerdings nicht aus seiner Verantwortung. Vor allem musst du jetzt schauen, dass du nicht zur Co– AbhĂ€ngigen wirst.

Auch wenn du Psychologie studierst und dadurch sehr viel mehr davon verstehst als viele Laien, kannst du nicht seine Therapeutin sein.

Wenn er eine Chance haben will, seine Suchtkrankheit zu ĂŒberwinden und du eine Chance haben willst, weiterhin eine gute Beziehung zu fĂŒhren, muss er sich professionell helfen lassen.

Ähnlich wie bei einem Suchtkonzept bei einem professionellen Arbeitgeber gehören dazu auch Vereinbarungen zwischen euch, an die auch du dich strikt halten musst.

Er muss eine Chance haben, aber er muss auch seine Grenzen aufgezeigt bekommen.

Ich denke nicht, dass du ihn wegen dieses einmaligen Ereignisse verlassen solltest. Dann hĂ€tte er niemanden mehr, der ihn trĂ€gt und er wĂŒrde ganz tief abstĂŒrzen. Das könnte schlimmstenfalls sein Ende sein.

Dass er dich belogen hat, ist natĂŒrlich sehr enttĂ€uschend fĂŒr dich. Du solltest aber auch das nicht als Zeichen seines Charakters sehen, sondern als Zeichen seiner Erkrankung.

Anders wĂ€re es allerdings, wenn er sich zukĂŒnftig nicht an Vereinbarungen mit dir hĂ€lt. Vielleicht solltet ihr die Vereinbarungen sogar schriftlich festhalten.

Auch dazu mĂŒsst ihr euch unbedingt beraten lassen.

Wenn er weiss, dass du ihn verlassen wirst, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen hÀlt, tust du das nicht, weil du ihn Àrgern möchtest, sondern weil du ihn liebst.

Die Rolle der Partnerin ist bei einer Suchtkrankheit fast immer die aller schwierigste. Wenn du es schaffst, das durchzuhalten, hast du bestimmt mehr fĂŒr ihn getan als jemals jemand sonst in seinem Leben.

Ich wĂŒnsche dir viel Kraft dabei und hoffe sehr fĂŒr euch, dass er die Sucht ĂŒberwinden kann.

Die Chance dazu hat er.

Vor allem, mit einer tollen Partnerin an seiner Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #35
Also wenn ich an deiner Stelle wĂ€re, ich wĂŒrde klipp und klar sagen, dass ich ihn unterstĂŒtzen wĂŒrde aber nur unter der Bedingung, dass er ab jetzt schonungslos ehrlich ist. Zu sich selbst, aber vor allem auch zu dir.

Ein Entzug bzw. die Entscheidung sich Hilfe zu suchen ist richtig und wichtig, das scheint er schon mal erkannt zu haben. Aber der Weg wird mies, emotional, nervenaufreibend, anstrengend - da braucht es Ehrlichkeit und gute Kommunikation. Eine Drogentherapie macht ja nicht nur was mit dem Menschen, der das Suchtproblem hat, sondern vor allem mit den Menschen, die ihn lieben.

Mein Ex war Kiffer, ich kenne einige Situationen und ich weiß auch, was das mit einem selbst machen kann und ich war „nur“ dabei. Es erfordert viel StĂ€rke und Durchhaltevermögen. Aber vor allem ist es wichtig, die eigenen Grenzen abzustecken und zu wahren.

Ich wĂŒnsche dir viel Kraft fĂŒr die kommende Zeit und hoffe, es entwickelt sich positiv. Aber das Suchtproblem ist ja auch nicht mit einer Therapie gelöst, das begleitet denjenigen sein ganzes Leben. Und erfordert immense Disziplin und Durchhaltevermögen. Nicht umsonst ist die RĂŒckfallquote so hoch.

Und noch zum Schluss: Drogen und generell alle SĂŒchte sind so scheiße. Das bleibt oft ein lebenslanges Thema, dessen muss man sich als Angehöriger bewusst machen. Ich habs damals fĂŒr mich beendet, ich wollte einfach nicht mehr. Mich hats auch zunehmend immer wĂŒtender gemacht, wie man sein Leben so wegwerfen kann. Ich habs nicht mehr ertragen, hat mich aber auch 1 Jahr gekostet, mir dessen bewusst zu werden.

Alles Gute!
Danke fĂŒr deine lieben Worte und Anregungen! Da stimme ich dir voll zu, Ehrlichkeit und Kommunikation sind da sehr wichtig. Ich habe ihn gefragt, warum er ausgerechnet diesen MĂŒll geraucht hat. Er meinte, dass er einen starken Drang nach generell einem Rausch hatte. Da er das letzte mal vor einigen Monaten gekifft hat, hatte er kein Gras mehr zu Hause und wir hatten auch keinen Tropfen Alkohol im Haus (es war 23:30 Uhr). Das Zeug war das einzige, was da war. Einfach nur die dĂŒmmste Entscheidung, die er je getroffen hat-ebenfalls laut eigener Aussage.

Ich bin kein Mensch, der andere verurteilt und mit dem Finger drauf zeigt und das weiß er eigentlich auch. Wenn er mal ein Bier trinkt, weil das Craving zu stark wird, oder an einem Joint zieht, dann möchte ich halt nicht, dass er das verheimlicht. Ich wĂŒrde ihm dafĂŒr nicht den Kopf abreißen.

Wenn er allerdings speziell diese Substanz bzw. synthetische Cannabinoide generell konsumiert und ich bekomme das raus, dann bin ich definitiv erstmal weg. Und das hab ich ihm auch gesagt.
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #36
Nur hierzu: Du ĂŒbernimmst hiermit sehr viel Verantwortung. GefĂŒhlte wie auch zugeschobene.
Und womöglich damit auch ĂŒber Erfolg und Niederlage der Therapie und des Entzuges, obwohl du das nicht zu verantworten hast, du hast lediglich Einsicht in die Indikatoren fĂŒr Erfolg/Nicht-Erfolg bekommen.

Dazu passt auch sein „du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben“. Damit wĂ€lzt er ein StĂŒck weit auch seine emotionalen Probleme auf dich ab, denn du könntest ihn dann ja auch verlassen und damit sehr unglĂŒcklich machen. Lass‘ dir diesen Schuh bitte nicht anziehen.
Der erste Schritt zur SelbstbefĂ€higung ist einzusehen, dass es seine Entscheidung ist und er sich entscheiden kann und das selbst auch tun muss, um dieses Kapitel voranzutreiben und vielleicht irgendwann auch soweit abzuschließen, dass es im Alltag keine Belastung mehr darstellt.
Da hast du vollkommen Recht, danke fĂŒr die Anregungen!
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #37
Was du schreibst ist prinzipiell richtig. Es geht bei einer AbhÀngigkeit nicht um ein moralisches Versagen sondern um eine Krankheit. Dein Freund ist suchtkrank.

Diese Tatsache allein entlĂ€sst ihn allerdings nicht aus seiner Verantwortung. Vor allem musst du jetzt schauen, dass du nicht zur Co– AbhĂ€ngigen wirst.

Auch wenn du Psychologie studierst und dadurch sehr viel mehr davon verstehst als viele Laien, kannst du nicht seine Therapeutin sein.

Wenn er eine Chance haben will, seine Suchtkrankheit zu ĂŒberwinden und du eine Chance haben willst, weiterhin eine gute Beziehung zu fĂŒhren, muss er sich professionell helfen lassen.

Ähnlich wie bei einem Suchtkonzept bei einem professionellen Arbeitgeber gehören dazu auch Vereinbarungen zwischen euch, an die auch du dich strikt halten musst.

Er muss eine Chance haben, aber er muss auch seine Grenzen aufgezeigt bekommen.

Ich denke nicht, dass du ihn wegen dieses einmaligen Ereignisse verlassen solltest. Dann hĂ€tte er niemanden mehr, der ihn trĂ€gt und er wĂŒrde ganz tief abstĂŒrzen. Das könnte schlimmstenfalls sein Ende sein.

dass er dich belogen hat, ist natĂŒrlich sehr enttĂ€uschend fĂŒr dich. Du solltest aber auch das nicht als Zeichen seines Charakters sehen, sondern als Zeichen seiner Erkrankung.

Anders wĂ€re es allerdings, wenn er sich zukĂŒnftig nicht an Vereinbarungen mit dir hĂ€lt. Vielleicht solltet ihr die Vereinbarungen sogar schriftlich festhalten.

Auch dazu mĂŒsst ihr euch unbedingt beraten lassen.

Wenn er weiss, dass du ihn verlassen wirst, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen hÀlt, tust du das nicht, weil du ihn Àrgern möchtest, sondern weil du ihn liebst.

Die Rolle der Partnerin ist bei einer Suchtkrankheit fast immer die aller schwierigste. Wenn du es schaffst, das durchzuhalten, hast du bestimmt mehr fĂŒr ihn getan als jemals jemand sonst in seinem Leben.

Ich wĂŒnsche dir viel Kraft dabei und hoffe sehr fĂŒr euch, dass er die Sucht ĂŒberwinden kann.

Die Chance dazu hat er.

Vor allem, mit einer tollen Partnerin an deiner Seite.
Vielen vielen Dank! đŸ„ș Du hast wirklich sehr liebe und aufbauende Worte gewĂ€hlt.
 
Menas295
Benutzer176818  Öfter im Forum
  • #38
Ich studiere Psychologie [...]
Seine Schwestern, beide SozialpÀdagoginnen [...]
Seine Schwestern werden Hilfsangebote vermitteln. Eine von beiden arbeitet bei der Drogennothilfe.

M Madeleine0797 , ist das Zufall, dass die drei Frauen, die Deinem Freund vermutlich am nÀchsten stehen, Berufe haben, die darauf ausgerichtet sind, Menschen kompetent zu beraten und zu helfen?

Die SozialpÀdagogik hat zum Ziel, die Eigenverantwortung eines Menschen und damit seinen selbststÀndigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen in der Gesellschaft zu stÀrken. Die Psychologie unter anderem Verfahren zu VerÀnderung menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklÀren.
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #39
M Madeleine0797 , ist das Zufall, dass die drei Frauen, die Deinem Freund vermutlich am nÀchsten stehen, Berufe haben, die darauf ausgerichtet sind, Menschen kompetent zu beraten und zu helfen?

Die SozialpÀdagogik hat zum Ziel, die Eigenverantwortung eines Menschen und damit seinen selbststÀndigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen in der Gesellschaft zu stÀrken. Die Psychologie unter anderem Verfahren zu VerÀnderung menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklÀren.
Was genau willst du damit sagen? SozialpĂ€dagogen, Psychologen oder Psychotherapeuten sollten nie ihre Angehörigen beraten oder therapieren, da eine emotionale Bindung besteht und keine Distanz gewahrt werden kann. So eine Therapie wĂ€re einerseits nicht zielfĂŒhrend und andererseits sogar gesetzlich verboten.

Man braucht einen klaren emotionalen Abstand von seinen Klienten oder Patienten, denn ohne eine emotionale Distanz ist eine Therapie unmöglich.

Ich bin nicht seine Psychotherapeutin (zumal ich ja noch nichtmal PsychologIn bin), sondern seine Partnerin. Hilfe fĂŒr einen Angehörigen muss von einer fachlichen Person kommen, die professionellen Abstand wahren kann.

Oder hab ich deinen Post falsch verstanden?
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #40
Man kann den Beitrag von axis mundi axis mundi gar nicht genug unterstreichen...
Der passt sehr gut und deckt sich auch mit dem was ich geschrieben hÀtte.

Das Ganze ist aus meiner Sicht (und bitte nicht vergessen, die ist sehr beschrÀnkt), ein zweischneidiges Schwert und es fÀllt mir schwer etwas "richtiges" zu raten.
In meinen Augen kommt es jetzt sehr SEHR darauf an was er wirklich macht und ob er wirklich anfÀngt an sich zu arbeiten.
Keine Symptom BekĂ€mpfung, keine großen Versprechungen, keine AlleingĂ€nge. Ich wĂŒrde erwarten, dass er fĂŒr sich versteht, dass er etwas Ă€ndern muss, dass er das fĂŒr sich selbst tun muss und dass er dich mit einbezieht und DANN auch direkt los legt. Kein "ich guck mal nĂ€chste Woche ob ich vielleicht mal einen Therapeuten anrufe, damit es dir wieder besser geht".
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #41
Man kann den Beitrag von axis mundi axis mundi gar nicht genug unterstreichen...
Der passt sehr gut und deckt sich auch mit dem was ich geschrieben hÀtte.

Das Ganze ist aus meiner Sicht (und bitte nicht vergessen, die ist sehr beschrÀnkt), ein zweischneidiges Schwert und es fÀllt mir schwer etwas "richtiges" zu raten.
In meinen Augen kommt es jetzt sehr SEHR darauf an was er wirklich macht und ob er wirklich anfÀngt an sich zu arbeiten.
Keine Symptom BekĂ€mpfung, keine großen Versprechungen, keine AlleingĂ€nge. Ich wĂŒrde erwarten, dass er fĂŒr sich versteht, dass er etwas Ă€ndern muss, dass er das fĂŒr sich selbst tun muss und dass er dich mit einbezieht und DANN auch direkt los legt. Kein "ich guck mal nĂ€chste Woche ob ich vielleicht mal einen Therapeuten anrufe, damit es dir wieder besser geht".
Er hatte gestern den ersten Termin beim Psychotherapeuten. Dort darf er jetzt auch fest bleiben, weil es so akut ist. Die Hauptziele der Therapie sind TrauerbewÀltigung, Emotionsregulation und Strategien gegen Cravings aufbauen bzw. wenn das Craving da ist, wie man damit umgehen kann.

Er hat sowohl Einzel-, also auch Gruppentherapie. Nach der Sitzung gestern ging es ihm schlecht und er hat heute morgen schon viel geweint-er hat schon vorher mal vor mir geweint, aber noch nie so. Man merkt, dass er die letzten Jahre viel verdrÀngt hat.

Ich habe ihm ĂŒbrigens diesen Post gezeigt und ihn alle Nachrichten von euch lesen lassen. Wir haben danach ĂŒber alle davon gesprochen. Auch ĂŒber deinen, ob wir genug miteinander sprechen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich das GefĂŒhl habe er redet nicht ĂŒber seine Empfindungen, weil er sich selbst nicht damit auseinandersetzt und sie lieber verdrĂ€ngt. Er hat mir auch bestĂ€tigt, das dem so ist. Sich mit seinen Empfindungen auseinanderzusetzen und damit auch umgehen zu können, daran wird er gemeinsam mit dem Therapeuten arbeiten.

In erster Linie ist jetzt aber erstmal am wichtigsten, dass er auch körperlich wieder gesund wird. Durch die Aktion hat er nĂ€mlich eine Aspirationspneumonie entwickelt. Ich hoffe sehr, dass seine Lunge wieder voll funktionsfĂ€hig wird. Er liebt es nĂ€mlich wandern zu gehen
aber das muss erstmal warten. Vielleicht ist es in ein paar Wochen wieder möglich.

Schönen Tag euch đŸŒ»đŸŒž
 
Ana Nass
Benutzer202349  (37) Ist noch neu hier
  • #42
Ich bin bei sowas wie Drogenkonsum, Alkoholsucht, etc. total radikal.
WÀre mir auch pumpe, ob ich gerade noch Studentin wÀre oder nicht, MEINE Gesundheit (physisch und psychisch) gehen immer vor!

Und wenn dein Freund meint, sich mit Drogen wegschießen zu mĂŒssen, ist das die eine Sache.
Die andere Sache ist, dass er dich damit auch in den Abgrund zieht.
Und du solltest dir wirklich sehr sehr gut ĂŒberlegen, ob du bereit bist, da runterzuspringen.

SĂŒchtige versprechen dir ALLES, sie wĂŒrden ihre eigene Mutter verkaufen, um ihr Zeug finanzieren, bzw. ihre "Ehrlichkeit" unter Beweis stellen zu können.

Sprich mit ihm, wenn er zu Hause angekommen ist.
Nimm dir Zeit, um dir was eigenes zu suchen und geh.
WENN er ernsthaft fĂŒr sich selbst vor allen Dingen clean und klar auf sein Leben kommen will, braucht er dich nicht dafĂŒr in seiner NĂ€he. Du kannst auch woanders wohnen und aus der Ferne sehen, wie es mit ihn lĂ€uft.

Und nein, du lĂ€sst ihn nicht im Stich, wenn du sich selbst schĂŒtzt, ganz im Gegenteil.
Aus dieser Suppe muss er von allein kommen. Entweder macht er das und ihr habt eine Zukunft, oder er bleibt drin stecken, beides entscheidet er allein.

Du bist noch so jung. Bitte mach dich nicht selbst kaputt fĂŒr jemanden, der nicht mehr er selbst ist.

Ja, es ist hart und es tut weh, jemand geliebtes gehen zu lassen, aber einen anderen Weg gibt es (meines Erachtens) nicht.

WĂŒnsche dir viel Kraft und Mut. ❀
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #43
Ich bin bei sowas wie Drogenkonsum, Alkoholsucht, etc. total radikal.
WÀre mir auch pumpe, ob ich gerade noch Studentin wÀre oder nicht, MEINE Gesundheit (physisch und psychisch) gehen immer vor!

Und wenn dein Freund meint, sich mit Drogen wegschießen zu mĂŒssen, ist das die eine Sache.
Die andere Sache ist, dass er dich damit auch in den Abgrund zieht.
Und du solltest dir wirklich sehr sehr gut ĂŒberlegen, ob du bereit bist, da runterzuspringen.

SĂŒchtige versprechen dir ALLES, sie wĂŒrden ihre eigene Mutter verkaufen, um ihr Zeug finanzieren, bzw. ihre "Ehrlichkeit" unter Beweis stellen zu können.

Sprich mit ihm, wenn er zu Hause angekommen ist.
Nimm dir Zeit, um dir was eigenes zu suchen und geh.
WENN er ernsthaft fĂŒr sich selbst vor allen Dingen clean und klar auf sein Leben kommen will, braucht er dich nicht dafĂŒr in seiner NĂ€he. Du kannst auch woanders wohnen und aus der Ferne sehen, wie es mit ihn lĂ€uft.

Und nein, du lĂ€sst ihn nicht im Stich, wenn du sich selbst schĂŒtzt, ganz im Gegenteil.
Aus dieser Suppe muss er von allein kommen. Entweder macht er das und ihr habt eine Zukunft, oder er bleibt drin stecken, beides entscheidet er allein.

Du bist noch so jung. Bitte mach dich nicht selbst kaputt fĂŒr jemanden, der nicht mehr er selbst ist.

Ja, es ist hart und es tut weh, jemand geliebtes gehen zu lassen, aber einen anderen Weg gibt es (meines Erachtens) nicht.

WĂŒnsche dir viel Kraft und Mut. ❀
Hallo und vielen Dank erstmal fĂŒr deinen Kommentar!

Anhand der Aussage ich soll mit ihm sprechen, wenn er wieder zu Hause ist, gehe ich davon aus du hast nur den Eingangspost und nicht die restlichen Kommentare gelesen. Ich werde gleich nochmal zusammenfassen, was seitdem passiert ist.

Die Aussage Suchtkranke lĂŒgen immer und wĂŒrden ihre Mutter fĂŒr ihre Sucht verkaufen finde ich etwas hart. Das fĂŒhrt auch leider nicht dazu, dass AbhĂ€ngige weniger stigmatisiert werden. Die Schizophrenie und AbhĂ€ngigkeitserkrankungen sind die Störungen, die in der Gesellschaft am meisten mit Vorurteilen und Stigmata behaftet sind.

Menschen die im fortgeschrittenen Stadium von Heroin oder Crack abhĂ€ngig sind, auf der Straße sitzen und alles verloren haben-die wĂŒrden eventuell fast alles machen, um an Stoff zu kommen. Das Suchtverhalten meines Freundes bewegt sich aber zum GlĂŒck in ganz anderen SphĂ€ren.

Eine versehentliche Überdosierung und eine (schwere) AbhĂ€ngigkeit sind erstmal zwei Paar Schuhe. Wenn bspw. ein 16-jĂ€hriger aus Neugierde Kokain ausprobieren möchte und sich ausversehen ĂŒberdosiert, dann ist er im Anschluss auch nicht KokainabgĂ€ngig.

Mein Freund hat ein Problem mit Alkohol und Cannabis und das sollte man auch gar nicht beschönigen. Seine zentralen Probleme liegen allerdings nicht in der Sucht, sondern in einer lĂ€nger zurĂŒckliegenden, aber nie behandelten Posttraumatischen Belastungstörung, emotionaler VernachlĂ€ssigung in der Kindheit und Gewalt durch seinen Stiefvater. Dadurch hat er dysfunktionale BewĂ€ltigungsstrategien entwickelt (Konsum).

Das ist der typische Verlauf einer PTBS. Bis zu 92% der Betroffenen entwickelten dadurch eine Folgestörung. Bei Suchterkrankungen ist eine hohe erbliche Komponente an der Entstehung beteiligt. VĂ€terlicherseits waren alle suchtkrank, aus soziokultureller Hinsicht waren die VernachlĂ€ssigung und Gewalt ein entscheidender Faktor. Auch die psychologischen Faktoren passen bei ihm zu den Risikofaktoren fĂŒr die Entstehung einer AbhĂ€ngigkeit.

Es gibt Menschen, die sind der Meinung man dĂŒrfe eine AbhĂ€ngigkeit nicht mit der Kindheit entschuldigen. Und das ist einfach nicht richtig. Speziell die Entstehung einzelner psychischer Störungen hab ich erst vor 3 Wochen im Studium abgeschlossen. Kindheitserfahrungen sind fĂŒr die Entstehung von fast allen psychischen Störungen von großer Bedeutung. Auf jeden Fall kann sich kein Mensch gegen eine psychische Störung entscheiden. Nie. Und dabei ist man weder verlogen, noch hat man Spaß daran andere zu verletzen oder runterzuziehen.

In seiner Therapie stehen jetzt Trauer-, und TraumabewĂ€ltigung, sinnvoller Umgang mit Emotionen und Strategien bei Cravings im Vordergrund. Basierend auf den Kriterien einer AbhĂ€ngigkeitserkrankung nach DSM-5 erfĂŒllt er genau 2 Kriterien seit mehr als einem Jahr und 4 Kriterien seit knapp 4 Wochen. DefinitionsgemĂ€ĂŸ liegt bei ihm diagnostisch noch eine leichte AbhĂ€ngigkeitsstörung vor. Das mag zwar nach dem Vorfall kaum zu glauben sein, aber versehentliche Überdosierung und (AusprĂ€gungsgrad der) AbhĂ€ngigkeit sind wie gesagt zwei Paar Schuhe.

Zum Punkt er soll die Suppe alleine auslöffeln. Ich bin nicht nur 7 Jahre mit jemandem zusammen, wenn alles Friede Freude Eierkuchen lĂ€uft, sondern auch wenn man gemeinsam schwierige und steinige Zeiten durchstehen muss. Seine AbhĂ€ngigkeit hatte bis auf den Vorfall am Sonntag-der natĂŒrlich heftig war, keine negativen Auswirkungen auf unsere Partnerschaft. Er hat bisher nie irgendwelche wichtigen Funktionsbereiche seines Lebens vernachlĂ€ssigt.

Mein Freund war bis vor einigen Tagen meine große StĂŒtze und mein Fels. Er hat mich immer unterstĂŒtzt, wenn ich an mir selbst gezweifelt habe, er hat mich immer aufgebaut, wenn ich unzufrieden mit mir und meinem Äußeren war und alle Zweifel aus dem Weg gerĂ€umt (ich hatte mal Bulimie), er war mein Halt, als ich eine Angststörung hatte (die mittlerweile deutlich besser ist), ohne ihn hĂ€tte ich nicht mit meinem Studium anfangen können, denn er unterstĂŒtzt mich auch finanziell schon immer wo es geht.

Im Endeffekt war er es, der mir eine so große StĂŒtze war, dass ich aus einem labilen Menschen ein heute relativ emotional gefestigter Mensch geworden bin. Und diese Kraft nutze ich jetzt und werde ihm dafĂŒr etwas zurĂŒckgeben und zwar meine UnterstĂŒtzung in einer fĂŒr ihn dunklen Zeit.

Jetzt zu gehen fĂŒhlt sich fĂŒr mich persönlich sehr falsch an.

Übrigens:
-er ist seit Montag wieder zu Hause
-wir haben seitdem extrem viel geredet
-er hat durch die Dringlichkeit bereits einen Therapeuten (die Ziele der Therapie habe ich oben ja schon erwÀhnt)

Er hat mir heute meine Lieblingsblumen im Garten gepflanzt, mir einen Brief geschrieben und mir gesagt, dass wir doch alles zusammen hinkriegen. Ich versuche nach vorne zu blicken.

Die Zeit wird zeigen, wie sich alles entwickelt đŸŒ»

Ich danke dir auf jeden Fall fĂŒr deine WĂŒnsche an mich (Kraft und Mut) ❀
 
Zuletzt bearbeitet:
Ana Nass
Benutzer202349  (37) Ist noch neu hier
  • #44
Dein Freund hat sich ĂŒberdosiert. Wieso, weshalb, warum, ist völlig irrelevant.
Denn so gut wie alle Suchtkranken haben eine Vorgeschichte, ein oder mehrere Traumata, die sie in diese Situation gebracht hat.
Du entschuldigst meines Erachtens nach ganz schön viel, gehst fast therapeutisch an die Sache, allein wie du ins Details erklÀrst, was alles wohinter steckt.
All das ist Nebensache, denn niemand außer dein Freund entscheidet, wie es mit ihm weitergeht.
Und nur du allein entscheidest, wie es mit dir weitergeht.
Woanders zu wohnen und zu sehen, wie er sich nun verhÀlt, bedeutet keinen Kontaktabbruch, sondern Eigenschutz.

Am Ende wÀhlst du, mit welchem Menschen du dein Leben verbringen möchtest.
Aber wenn ich mir vorstelle, mein Freund hĂ€tte hinter meinem RĂŒcken Drogen genommen, mich angelogen und wĂ€re verreckt, wĂ€re ich nicht anwesend gewesen...
Dein Wohl scheint ihm jetzt nicht wirklich so wichtig zu sein wie dir seins.
Und das ist nur eine Facette von vielen, die du sehr wahrscheinlich noch kennenlernen wirst.

Trotzdem wĂŒnsche ich dir natĂŒrlich, dass ich falsch liege.
 
G
Benutzer Gast
  • #45
Hallo liebe TS,

da schon ziemlich viel gesagt wurde, das mit meiner Meinung ĂŒbereinstimmt, fasse ich mich kurz:

Mein persönlicher Eindruck ist, dass du gerade alles vernĂŒnftig und richtig machst. Ich wĂŒrde mich an dieser Stelle auch nicht trennen.
Ich habe zwar in einer Beziehung keine Erfahrungen mit Drogen- AbhĂ€ngigkeiten gemacht, aber in naher Verwandtschaft (Alkohol) und habe deshalb viel VerstĂ€ndnis fĂŒr deine Lage. Passt gut auf euch auf, jeweils und aufeinander, ich wĂŒnsche euch alles Gute! Die Voraussetzungen, dass alles gut wird, scheinen ja gegeben zu sein, das ist toll. Meine Erfahrung ist auch positiv ausgegangen.🙂 Unter anderem WEIL so zusammengehalten wurde. NatĂŒrlich muss man auf sich selbst Acht geben (wie immer beim Umgang mit psychischen Problemen Angehöriger, man muss auch eigene Kraft sammeln und vernĂŒnftig sein), aber ich denke, du hast das auf dem Schirm.
 
Menas295
Benutzer176818  Öfter im Forum
  • #46
Oder hab ich deinen Post falsch verstanden?

Hmm, wir könnten uns darauf einigen, dass ich meinen Post zu knapp formuliert habe und er damit fĂŒr Dich unverstĂ€ndlich sein musste. Nachdem Du nun etwas mehr dazu geschrieben hast, gehe ich mit meinen Gedanken ein bisschen ĂŒber meine ursprĂŒngliche Frage hinaus.

Wie Du aus Deinem Studium weißt, gibt es verschiedenartige BewĂ€ltigungsstrategien. Eine davon ist, in eine Kompetenzrolle zu gehen, in der man anderen (!) helfen kann. Aus Deiner Antwort an Ana Nass lese ich heraus, dass Du Dich mit einer Ess- und einer Angststörung auseinandersetzen musstest. Auch die haben in Deinem Leben irgendwo eine Wurzel.

Dein Freund bearbeitet mit seinem Psychotherapeuten seine Themen. Wie Du geschrieben hast, ist das vollstÀndig seine Sache. Als Partnerin hÀltst Du Dich da vollkommen heraus. Auch wenn Du wissenschaftlich fundiertes Fachwissen dazu hast.

"Deine große StĂŒtze und Dein Fels" wĂ€re fast gestorben und muss sich jetzt sehr intensiv um sich selbst kĂŒmmern. FĂŒr Dich ist dieses Ereignis und seine Nachwirkungen vermutlich also ein ganz gewaltiger Test Deiner psychischen StabilitĂ€t bzw. FlexibilitĂ€t. Wenn Du Deinen Blick von Deinem Freund löst und in Dich selbst schaust, wie sieht es da aus? Könnte dieses schreckliche Ereignis gleichzeitig auch zu einem hilfreichen Anstoß dazu werden, dass Du Deine eigenen Themen weiterbearbeitest?
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #47
Hi M Madeleine0797
Das klingt doch erstmal gut!

Es klingt sogar gut, dass er so aufgelöst von seinem ersten Termin kommt. (Psycho-)Therapien, von denen man entspannt und lĂ€chelnd nach Hause kommt, sind wie "Streichelmassagen". Man wurde mal gestreichelt und es hat sich gut angefĂŒhlt und diese Art der Massage hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, aber wenn man fies verstpannt ist und echt Probleme hat, dann muss die Behandlung tiefer wirken und das tut weh.
So ist das auch bei einer Psychotherapie, wenn man ernsthafte Probleme hat...im ersten Schritt muss alles benannt werden und das kocht die GefĂŒhle hoch. Es gibt aber einen Trost. Es sind eben nur GefĂŒhle., die gehen vorbei.

DrĂŒcke euch beiden fest die Daumen!
 
M
Benutzer202653  (27) Sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff
  • Themenstarter
  • #48
Hi M Madeleine0797
Das klingt doch erstmal gut!

Es klingt sogar gut, dass er so aufgelöst von seinem ersten Termin kommt. (Psycho-)Therapien, von denen man entspannt und lĂ€chelnd nach Hause kommt, sind wie "Streichelmassagen". Man wurde mal gestreichelt und es hat sich gut angefĂŒhlt und diese Art der Massage hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, aber wenn man fies verstpannt ist und echt Probleme hat, dann muss die Behandlung tiefer wirken und das tut weh.
So ist das auch bei einer Psychotherapie, wenn man ernsthafte Probleme hat...im ersten Schritt muss alles benannt werden und das kocht die GefĂŒhle hoch. Es gibt aber einen Trost. Es sind eben nur GefĂŒhle., die gehen vorbei.

DrĂŒcke euch beiden fest die Daumen!
Ja genau das hab ich ihm auch gesagt, dass er nach der Therapie nicht gut drauf sein könnte. Bisher lÀuft alles gut. Wir verstehen uns auch besser, als vor dem Vorfall und sind noch etwas mehr zusammengewachsen.
 
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