Freunde Online-Aussage meiner Ex treibt mich zur Weißglut

Benutzer70527  (31)

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Moin zusammen.

Vorweg: Ich muss mich auskotzen. Lösungsvorschläge und Handlungsanweisungen suche ich nicht, denn ich weiß schon, was ich tue: Nichts. Ich werde auf die Aussage, die ich gleich beschreibe, nicht reagieren. Antworten sind dennoch gerne gesehen. :zwinker:

Um die Aussage verständlich zu machen, muss ich die Entwicklung der Beziehung schildern; das wird lang. Ihr seid gewarnt.

Im Frühjahr 2014 lernte ich online eine junge Frau kennen, von der ich erst einmal nicht wusste, ob sie Männlein oder Weiblein ist. Wir verstanden uns recht gut, fanden Gemeinsamkeiten, hatten Spaß beim Zocken. Nachdem ich erfahren habe, dass es sich um eine Sie handelt und woher sie kommt (etwa 500 km Differenz), erzählte sie mir auch zwei Dinge, die später wichtig werden.

1. Sie hat eine grauenhafte Mutter, die sie schlecht behandelt und einen schlechten Einfluss hat. Durch eine Kindheit, in der sie immer an allem schuld war und sich nicht traute, Widerworte zu geben, ist sie psychisch angeknackst. Nicht meine Interpretation, sondern ihre eigene Meinung. Es fällt ihr schwer, jemandem zu vertrauen, und wenn sie als Schuldige hingestellt wird, akzeptiert sie das meist einfach.

2. Vor mir hatte sie nur eine Beziehung, in der sie lange ebenfalls schlecht behandelt wurde. Als ihr Ex sie zum ersten Mal nackt gesehen hat (mit 15, glaube ich), hat er ihr geraten, sich die Titten machen zu lassen. Außerdem hat er sie immer als zu fett dargestellt (leicht über Normalgewicht, definitiv nicht dick oder fett, also Schwachsinn) und ihr beim Sex sehr wehgetan.

Nach ein paar Wochen Spielen, Skypen und Videotelefonie kam sie von sich aus auf mich zu und sagte mir: "Du, ich glaub, ich hab mich in dich verknallt." Ich daraufhin: "Netter Zufall, geht mir ähnlich." Sofort kam aber das Aber: "Ich habe ein heftiges Jahr in meinem Studium vor mir, in dem ich keine Zeit für Freundschaften und erst recht nicht für eine Beziehung haben werde."

Ich habe nicht versprochen, auf sie zu warten oder ähnliches. Ich habe nur gesagt: Sollten wir nach diesem Jahr noch beide interessiert und single sein, kann man ja noch mal drüber reden. Dieses "Jahr" begann im August 2014. Im Dezember 2014 war ich, gerade den Status "Bester Freund" besitzend aber ihrer Aussage nach "nicht in der Friendzone" :smile:D), bei ihren Eltern eingeladen, über Weihnachten und Silvester. Einen Tag vor Weihnachten bat ich um ein Gespräch: "Dieses Jahr hat vor vier Monaten angefangen, und du hast noch so viel Zeit für mich wie bisher. Bist du sicher, dass deine Aversion gegen eine Beziehung von der Uni herrührt und nicht von der Angst, ich könnte so ein Arschloch sein wie dein Ex?"

Daraufhin erst einmal eine Diskussion, und letzten Endes die Einsicht, dass ich Recht habe. Ich habe sie nicht dazu gezwungen, zu dieser Einsicht zu kommen, und habe auch klargemacht, dass ich kein Ultimatum stelle, sondern einfach nur wissen will, ob das so ist. Nach der Unterhaltung waren wir zusammen und ich so happy, dass es nicht einmal Pharrell Williams ausreichend besingen könnte. Klar war: Das mit dem Sex dauert eine Weile wegen ihrer schlechten Erfahrungen, aber wir haben immer wieder darüber gesprochen und sichergestellt, dass wir beide dasselbe Ziel haben: Irgendwann eine "normale" Beziehung mit Sex. Aber kein Stress.

Im Januar 2015 hab ich Scheiße gebaut. Nein, ich habe sie nicht betrogen, aber ein Versprechen gebrochen, das ihr sehr wichtig war. Kann man hier im Forum nachlesen, muss man aber nicht; so relevant ist das nicht. Es war der einzige große Fehler, den ich in der Beziehung begangen habe, und ich habe ihn nach drei Tagen von mir aus gebeichtet. Allein hätte sie das nie rausgefunden. Mir war Ehrlichkeit aber wichtiger.

Die Beichte führte zu einem großen Vertrauensverlust. Geholfen hat nicht, dass wir uns erst ein paar Monate später wieder sehen konnten. Als ich dann im März 2015 bei ihr aufschlug, meinte sie nach dem Ende des ersten (halben) Tages meines Aufenthalts zu mir, sie fühle sich nicht wohl in der Beziehung und wolle sie beenden. Auch hierzu findet man hier im Forum was. Ich habe entschieden, wie von ihr gewünscht trotzdem erst mal dazubleiben. Die Entscheidung war von ihrer Seite als endgültig gedacht und ich habe sie akzeptiert. Es gab, was sie auch wusste, von einer Freundin von mir das Angebot, zu ihr zu fahren und den Kummer wegzuvögeln. Ich war zu dem Zeitpunkt über ein Jahr lang sexlos und das Angebot war verlockend, aber ich habe abgelehnt. Erst mal das Ende der Beziehung klären und für meine Ex-Freundin da sein, für die das auch nicht leicht war.

Dann kam die Kehrtwende. Sie hat der Beziehung noch eine Chance gegeben, weil das Verliebtheitsgefühl (vorher wohl wegen der Sache im Januar dahin) auf einmal wieder da sei. Ziemlich sprunghaft, aber ich beschwer mich da sicher nicht. Von da an lief die Beziehung relativ gut. Wir tasteten uns sexuell laaaaaangsam vor (auch hier: dazu steht was im Forum :grin:); zum Eigentlichen kam es nie. Wann immer wir etwas ausprobiert haben, kam von meiner Seite je zwanzigmal: "Ist das okay? Fühlst du dich unwohl? Soll ich aufhören?", einfach weil sie eine Vorgeschichte hatte, in der sie einfach alles mit sich machen lässt. Das wollte ich definitiv nicht.

Im August 2015 klagte sie, während ich da war und sie Semesterferienprüfungen hatte, darüber, dass sie sich in meiner Anwesenheit nicht aufs Lernen konzentrieren und nicht schlafen könne. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon diverse Termine, mal mit zu mir zu fahren, entweder verplant oder aus verständlichen Gründen abgesagt. In der zweiten Septemberwoche wollte sie zusammen mit mir zurückfahren und endlich mal meine Familie kennenlernen, nachdem ich schon zweimal ihre tolle Mutter ausgehalten hatte. Obwohl es mir so gar nicht passte, das schon wieder verschieben zu müssen, fragte ich: "Willst du, dass ich heimfahre? Ich will dir nicht das Studium versauen, und nur aus schlechtem Gewissen musst du mich sicher nicht noch zwei Wochen hier aushalten." Es wurde überlegt und diskutiert, dann meinte sie: "Ja, fahr bitte heim."

Ich musste meinen Dad um Spritgeld anpumpen und bin heimgefahren. Als Rausschmiss habe ich das aber nicht erlebt, sondern als gemeinsame Entscheidung und als Rücksicht meinerseits. Ich war ihr nicht böse, höchstens etwas enttäuscht.

Im September 2015 schrieb sie mir dann im Skype: "Ich glaub, ich hab Asperger."

Erst mal: Wie? Wat? Hä? Das war zu dem Zeitpunkt eine der einfühlsamsten Personen, die ich kannte, die immer darauf bedacht war, dass es mir gut ging, mit der ich über alles reden konnte. Und jetzt diagnostizierte sie bei sich selbst eine Krankheit, die sich unter anderem durch fehlende oder stark eingeschränkte Empathie äußert? Was'n nu kaputt?

Ihre Erklärung: Während ihrer Kindheit habe sie gelernt, die von der Gesellschaft vorgeschriebenen Reaktionen auf bestimmte Situationen zu fälschen. Wenn sie Mist gebaut hat und sagte: "Tut mir leid", dann hieß das: "Ich empfinde keine Reue, aber ich muss das sagen, damit's keine negativen Konsequenzen für mich gibt". Wenn es mir schlecht ging und sie sagte: "Das tut mir leid für dich", dann hieß das: "Ich weiß, dass das scheiße für dich ist. Mich juckt das nicht, aber vielleicht hilft's ja, wenn ich sage, es tut mir leid". Wenn sie meine Fotografie oder Musik lobte, hieß das: "Interessiert mich nicht die Bohne, das Zeug, aber wenn ich was Tolles mache, will ich auch das jemand Yaaaaaaaay, tooooooll sagt."

Sie hat mich über Monate hinweg belogen. Nicht bewusst, nicht böswillig, aber im Effekt schon. Jede Reaktion, die sie zeigte, war ein einstudiertes Schauspiel. Und doch fühlte ich mich nicht beschissen, sondern betroffen. Ich wusste jetzt, warum es ihr schwerfällt, mich für längere Zeit bei sich zu haben: Sie musste sich ständig verstellen.

Ihr Vorschlag war: "Können wir das einfach weiter so machen? Wenn ich immer sage, was ich wirklich denke, dann bin ich gemein, und ich will nicht gemein sein. Ich lüg dich einfach weiter an, okay?" (Sinngemäß.)

Ich hatte ihr bis dahin nie ein Ultimatum gestellt. Kein "Wird das mit dem Ficken jetzt mal was, oder soll ich mich verpissen?" Kein "Hör auf, dir immer die Schuld an allem zu geben; ich hab keine Lust, dir immer wieder zu sagen, dass du nicht so scheiße bist, wie du denkst". Aber jetzt kam das Ultimatum: Sei ehrlich zu mir, oder ich verpiss mich.

Das haben wir so probiert. Das "Ich liebe dich" vor dem Schlafengehen wurde zu einem Smiley, denn "Ich liebe dich" hieß bis dahin für sie: "Das Ich-Viech ist mir nicht böse, ich habe nichts falsch gemacht, er verlässt mich nicht". Wir haben uns die drei Wörtchen aufgespart für Gelegenheiten, in denen sie das auch wirklich fühlte. Und die gab es, sagte sie. Ich habe immer wieder bei verdächtigen Sätzen gefragt: "Meinst du das so, oder ist das eine Asperger-Metapher für was anderes?" Oft kam raus, dass es ein Ersatz für etwas ganz anderes war.

Ich habe gefragt, was sie mir sonst noch verschwiegen/vorgespielt hat. Antwort: "Das Sex-Zeug war für mich immer ganz grausig". Bämm. Voll in die Fresse. Ich kannte ihr "Wir fummeln jetzt"-Gesicht, diese skeptische, ängstliche Miene. Ihre Erklärung bis dahin: Angst, etwas falsch zu machen, aber trotzdem Neugierde. Ihre Erklärung jetzt: Penisse sind komisch, anfassen ist komisch, will ich alles gar nicht.

Aha. Ich habe die Beziehung trotzdem nicht aufgegeben und ihr gesagt, wir können das gerne noch weiter aufschieben. Gut, was heißt gerne? Wenn's sein muss. Begeisterung habe ich nicht geheuchelt, nur gesagt: Ich will irgendwann Sex mit dir haben, aber wenn's dauert, dauert's. Zwing dich nicht zu irgendwas, sonst bin ich am Ende der Vergewaltiger oder so.

Noch im selben Monat, Mitte/Ende September, kam sie dann auf eine glorreiche Idee: "Schreib mir mal eine Liste mit Sachen, die ich ändern muss, damit du mich nicht verlässt."

Nö. Sowas mache ich nicht. Ich setze keinen Beziehungsvertrag mit dir auf, in dem steht: 2017 laufen meine Kondome ab, bis dahin bitte Knickknack, denn wenn ich die wegwerfen muss, werf ich dich auch weg. Was ich machen kann, ist: Dir eine Liste schreiben mit Dingen, von denen ich persönlich glaube, dass du sie ändern bzw. daran arbeiten solltest, damit du ein zufriedenes Leben führen kannst. Mit mir, ohne mich, mit wem anderen, allein, egal. Diese Liste sollte ich also schreiben. Darauf waren acht große Punkte, darunter Ehrlichkeit, Selbstakzeptanz etc. pp.

Ihre Reaktion auf diese Liste: "Puh, das ist viel. Ähm... Ich hab dir ja versprochen, dass ich (anders als beim letzten Mal) länger darüber nachdenke, ob ich eine Trennung will. Ich denk jetzt mal nach. Melde mich morgen."

Und ich so: :eek: ... :ratlos:

"Nein, du meldest dich nicht morgen. Heute ist Donnerstag. Am Montag hast du deinen Psychodoc-Termin zur Asperger-Diagnose. Bevor der war, kannst du dich eh nicht auf was anderes konzentrieren. Meld dich Montag und sag mir dann, ob du noch Zeit zum Nachdenken brauchst."

Okay, machen wir so. Donnerstagabend hab ich mich allein daheim besoffen. Freitag dachte ich mir: Allein daheim besaufen ist scheiße. Also habe ich mich mit einem Freund in einer Kneipe besoffen. Samstag konnte mein Freund nicht, also hab ich mich mit meinem Dad in einer Kneipe besoffen. Am Sonntag habe ich Yoga gemacht... Ach, nee. Richtig. Ich wollte mich mit dem Freund meiner Mutter in einer Kneipe besaufen. Nach dem ersten Bier eine Whatsapp-Nachricht:

"Meine Mum hat den Diagnose-Termin abgesagt, und die brauchen wen aus meiner Kindheit für die Diagnose. Ich krieg monatelang keinen Termin mehr. Können jetzt reden."

Ich also zum Freund meiner Mutter: "Ich geh mal Mit-mir-schlussgemacht-werden, bin in fünf Minuten wieder da."

Habe sie angerufen. Ihre Entscheidung: Die Beziehung ist für sie Stress und sie möchte sie beenden. Okay. Habe ich mir gedacht. Ich wollte immer eine Hilfe sein, den Stress zu senken - nicht noch mehr Stress machen. Dann ist das jetzt so. Ich habe um Kontaktstopp gebeten und gesagt, ich melde mich, wenn ich weiß, ob ich die Freundschaft aufrechterhalten möchte. Dass das nie gut geht, war mir auch klar, aber sie hat immer wieder betont, dass sie mich nicht als besten Freund verlieren möchte und all das.

Nach einer Depri-Phase habe ich das Ganze akzeptiert und mich soweit gefestigt. Wir haben uns also im Oktober 2015 auf eine Freundschaft geeinigt. Das funktionierte auch ganz gut, mit einem einzigen großen Problem: Ich bin so anhänglich geblieben, wie ich während der Beziehung war. Wir waren beide Menschen, die den Großteil ihres Tages mit einem Menschen verbracht haben, nämlich miteinander. Ich bin höchstens einmal die Woche mit Freunden oder Familie unterwegs gewesen, sie so ziemlich gar nicht. Allerdings lernte sie dann neue Freunde kennen und ich hatte ein Problem.

Das Problem, immer das Gefühl zu haben, "vom Thron gestoßen" zu werden. Wann immer sie mit jemandem unterwegs war, ging das Gedankenkarussell los: "Mag sie da jemanden lieber als mich? Wird da jetzt wer ihr neuer bester Freund? Hat sie da mehr Spaß als beim Zocken und Quatschen mit mir?" Ich habe ihr gegenüber offen kommuniziert, dass ich da Probleme habe, aber an mir arbeite. Habe sie mehrfach gebeten, mir Bescheid zu sagen, wenn sie die Freundschaft doch nicht mehr haben will, denn Mitleidskontakt brauche ich nicht.

Das Ganze wurde nur sehr langsam besser. Es hat auch nicht geholfen, dass sie dreimal die Woche mit Leuten weg war, mit ihrem "besten Freund" aber alle drei Wochen mal eine halbe Stunde telefoniert hat. Geschrieben haben wir viel, aber ich persönlich brauche den verbalen Kontakt. Wusste sie auch.

Im April 2016 wurde es dann schlagartig besser. Da war sie von Mittwoch bis Sonntag durchgehend weg, ohne Kontaktmöglichkeit, bei einem LARP-Wochenende. Normalerweise hätte am ersten Tag der übliche Gedankengang losgehen sollen: "Sie lernt da ganz viele tolle Leute kennen und ich bin abgeschrieben. Die Freundschaft ist vorbei. Ich werde weggeworfen."

Kam aber nicht. Ich hab ab und zu an sie gedacht und sonst mein Leben gelebt. Für mich war das eine Offenbarung. Endlich frei von dieser selbstzerstörerischen Angst, ersetzt zu werden. Endlich nicht mehr klammern wie eine Dreizehnjährige in ihrer ersten Beziehung. Endlich nicht mehr so ein paranoides Weichei, das Magenschmerzen kriegt, wenn eine Person ihm keine Aufmerksamkeit schenkt. Ich fühlte mich schlagartig wie der Mensch, der ich sein wollte: Ein guter Freund, aber nicht so sehr angewiesen auf ständiges Bauchpinseln und Liebhaben.

Für mich ein gewaltiger Erfolg. Den wollte ich nicht wieder einbüßen, weswegen unser erster Kontakt nach diesem Wochenende eher kühl war. Ich habe sie nicht ignoriert oder links liegen gelassen, das nicht. Ich habe einfach nicht mehr so an ihr geklammert.

Einfach mal ein "Moin!" statt "Wie war's? Hast du mich ersetzt? Erzähl mir alles! Hast du mich noch lieb? Ich hab dich vermisst!"

Statt "Oh, du hast Muskelkater? Das tut mir leid. Ruh dich aus, schon dich, willst du zocken?" einfach mal: "Oh, das ist doof."

Ihre Interpretation des Ganzen war aber nicht: "Oh, er klammert nicht mehr. Sehr gut. Hat mich eh genervt, und das hab ich ihm tausendmal gesagt." Ihre Interpretation war: "Er straft mich mit Missachtung, weil ich so lange weg war."

Diese Interpretation hat sie mir ein paar Tage später auch mitgeteilt. Ich habe ihr daraufhin gesagt, wie ich das wirklich empfinde. Das, was ich hier gerade geschrieben habe. Dass alles gut ist und sie immer noch meine beste Freundin, aber dass ich eben kein nerviger Klammeraffe mehr bin, weil ich wundersamerweise das Wochenende über keine Angst hatte, in der Freundschaftsmülltonne zu landen. Es war eine lange Unterhaltung - schriftlich, weil sie sich noch nicht einmal dafür überwinden konnte, mal mit mir zu reden. Sie endete von ihrer Seite mit einem "Okay", das mir sagte: Sie muss noch drüber nachdenken, hat's aber kapiert.

Hat sie aber nicht. Mir war mulmig, und ich folgte meinem Bauchgefühl. Es gibt ein "Ernährungstagebuch" von ihr in einem Low-Carb-Forum, in dem ich lange (hat sie mir so angeboten) mitlesen "durfte". Wir haben uns dann aber (noch während der Beziehung) darauf verständigt, dass ich das nicht mehr lesen soll. Meine Bitte hierfür war, dass sie da nichts schreibt, was mit mir zu tun hat, außer sie beredet das auch mit mir. Kann man sehen, wie man will, aber ich persönlich finde, wenn mich etwas angeht (also wie sie über mich denkt, welche Probleme ich gerade womöglich verursache), dann sollte das mit mir besprochen werden, nicht hinter meinem Rücken. Sie hat zugestimmt: Sie schreibt da nur über mich, nachdem sie mit mir darüber geredet hat. Dafür lese ich es nicht.

Mein Bauchgefühl war jetzt: Sie verschweigt mir was. Bin ich stolz darauf, nachgelesen zu haben? Nein. War es eine schlechte Idee? Auch nicht. Denn:

Vor unserem Gespräch über das Thema "kühler Empfang" und "Bestrafung für Abwesenheit" hat sie in diesem Forum (das voller Jasager ist, die Nicht-Mitglieder immer für die Schuldigen halten - nicht so wie hier!) deutlich weniger freundlich geschrieben, ich sei kindisch, würde schmollen und ich solle mal machen, sei ihr egal. Das ist an sich schon enttäuschend, aber nicht mein großes Problem. Mein großes Problem war: Nach dem Gespräch hat sie reingeschrieben, dass sie mir kein Wort glaubt.

Ich fasse zusammen: Sie holt sich in einem Forum von Kopfnickern und Jasagern die Bestätigung, dass ihre (falsche) Interpretation meines Verhaltens die einzige Möglichkeit ist, es zu interpretieren. Dann spricht sie mich, mit gefestigter falscher Meinung, darauf an; ich sage die Wahrheit. Sie glaubt mir daraufhin kein Wort und schließt innerlich schon mit der Freundschaft ab.

Da ist mir der Kragen geplatzt. Das (erneut schriftliche) Gespräch, in dem ich ihr sagte, dass ich keine "beste Freundin" brauche, die mir kein Wort glaubt und über mich herzieht, weil ich sie "für ihre Abwesenheit bestrafe", war von meiner Seite nicht sehr nett. Wann immer wir Meinungsverschiedenheiten hatten, habe ich versucht, möglichst rational und "geerdet" zu reagieren. Hier war nichts mehr geerdet, hier war Polen offen. Ich habe ihr vor den Latz geknallt, dass die Nummer durch ist. Ihre Reaktion: Ich solle dann bloß nicht wieder angekrochen kommen.

Ihr Verstoß gegen das Versprechen, da nicht über mich zu schreiben, bevor ich weiß, was das Problem ist, war nicht das Problem. Das Problem war, dass sie mich dann angesprochen und mir nicht geglaubt hat. Ein Gespräch über etwas Essenzielles, darüber, dass eine Eigenschaft an mir, die sie nervt, jetzt endlich verschwindet - und sie glaubt mir nicht.

Klar war das sofortige Beenden der Freundschaft eine Überreaktion. Aber es ging mir danach sehr viel besser. Wir haben uns nicht mehr gegenseitig wahnsinnig gemacht, ich habe nicht mehr geklammert, ich hatte keine Angst mehr, ersetzt zu werden. Das Ende der Freundschaft war für beide Parteien das beste, was passieren konnte. Und damit sollte die Sache eigentlich durch sein.

Eigentlich.

Dumm wie ich bin, lese ich in einem anderen Forum (nicht dem mit dem "Leseverbot") ab und zu noch nach. Ja, das ist dämlich. Nein, das ist nicht nötig. Aber ich tue es. Sie hat einen neuen Freund gefunden. Freut mich. Ehrlich! Ich will sie um Gottes Willen nicht zurück, und wenn sie jetzt einen Freund mit Ausbildung im psychologischen Bereich hat, der viel besser mit ihr umgehen kann: Find ich super! Ich habe die Entwicklung verfolgt und mich gefreut, dass es ihr jetzt besser geht - so, wie es mir ohne sie auch besser geht.

Gestern dann ein neuer Beitrag über ihre neue Beziehung. Eigentlich sehr positiv. Nur: Da ist ein Satz über mich drin, der mich halb umbringt.

Sie schreibt, sie habe vor dieser tollen Beziehung nur zwei andere gehabt. Beide Männer seien "schreckliche Personen" gewesen, die "ihr Leid und ihre Probleme zu ihrem Vorteil genutzt hätten."

... wat.

...

Ernsthaft. WAT?!

...

Okay, ich war kein Heiliger. Ja, ich hatte Probleme mit Klammern (die jetzt immer noch weg sind, juhu! :grin:). Nein, das Ende der Freundschaft war von meiner Seite nicht optimal, auch wenn ich nicht beleidigend, sondern nur überdeutlich geworden bin.

Aber... Ich stehe jetzt auf einer Stufe mit einem Kerl, der sie aus meiner Sicht schon fast vergewaltigt hat? Ich stehe auf einer Stufe mit einem Kerl, von dem sie sagte, er habe ihre psychischen Probleme erkannt und daraus ein Netz gestrickt, mit dem er sie klein halten und sich selbst hassen lassen konnte? Ich bin jetzt einer der zwei Personen, die sich an ihrem Leid bereichert haben?

Himmelherrgottsakrament! Ich bin ein sehr sexueller Mensch (ja, Nevery Nevery , echt! :grin:), der neun Monate Beziehung ohne Geficke trotzdem okay fand, weil es einen guten Grund gab. Ich bin der Mensch, zu dem sie sagte: "Es ist so schön, nicht für jeden kleinen Scheiß bestraft zu werden". Ich bin der Mensch, der ihr gezeigt hat, dass Meinungsverschiedenheiten mit einem Gespräch statt mit Gebrüll und fliegendem Geschirr gelöst werden können. Ich bin der Mensch, der Abstriche gemacht, Rücksicht gezeigt und sich selbst hintenan gestellt hat, um mit ihr zusammen sein zu können.

Ein nervig anhänglicher Mensch? Damals leider ja. Ein manchmal irrational ängstlicher Mensch? Ja doch. Aber ich bin keine schreckliche Person, die ihre Schwäche ausgenutzt hat. Bin ich nicht, werde ich nie sein. Wenn überhaupt, dann bin ich zu wenig Arschloch, aber doch nicht zu sehr.

Ich habe überlegt, ihr zu schreiben. Tu ich nicht. Ich habe überlegt, im Forum öffentlich zu antworten. Tu ich nicht. Denn es gibt zwei Arten, wie ich das tun könnte.

1. Ich könnte rational darlegen, was mich daran stört. Das würde sie nicht jucken.

2. Ich könnte, und dazu habe ich gute Lust, eine Tirade an Schimpfwörtern loslassen. Ist aber erstens unter meiner Würde und würde zweitens ihre Meinung von mir bestätigen.

Ich hätte schon vor langer Zeit aufhören sollen, mir den Scheißdreck überhaupt durchzulesen. Mach ich jetzt auch endlich mal. Ich hätte das Ende der Freundschaft vielleicht anders gestalten oder natürlich auslaufen lassen sollen, statt mit einem Knall wegen einer Kleinigkeit (?). Aber diese Einschätzung verletzt mich.

Ich habe nie etwas getan, was auch nur andeutet, ich hätte sie klein gehalten. Ich habe sie nie absichtlich verletzt oder ausgenutzt. Ich habe nicht - so wie sie - die Beziehung beendet, kurz nachdem sich das eigentliche Problem, das man hätte lösen können, offenbart hat. Ich habe immer versucht, ihr zu helfen. Oft hat das funktioniert.

Ich war ein großer Faktor, als sie es geschafft hat, sich von der Tyrannei ihrer Mutter zu lösen. Sage nicht ich, sagte damals ihre Therapeutin. Die auch sagte, meine bodenständige, rationale Art bei Streit und Meinungsverschiedenheiten täte ihrer Patientin sehr gut. Und jetzt bin ich der schreckliche Mensch.

Aha. Ich weiß: Ich sollte das nicht an mich ranlassen. Ich sollte darüber lachen und mir denken, die Alte soll zur Hölle fahren. Aber ich denke gerade darüber nach, und es pisst mich an. Erst war ich traurig und enttäuscht, jetzt könnte ich ihre Wohnung in Schutt und Asche legen.

Tu ich natürlich nicht. Ich will die Frau nicht mal mehr sehen.

Naja. Danke fürs Lesen? Oder so? :grin:
 

Benutzer121182  (35)

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Ich finde es schon ziemlich krass, was sie da abgezogen hat, ganz gleich wie empathisch sie aufgrund ihrer Krankheit ist. Hat sich die Selbstdiagnose denn nun bestätigt?

Du hast wirklich viel Geduld mit ihr bewiesen und alles versucht. Das sie das nun nicht zu schätzen weiß, nur weil du sie mit der Kündigung der Freundschaft offenbar verletzt hast, sagt nichts darüber aus, was für ein toller Partner du wärst.
Ihr Verhalten ist kindisch in meinen Augen.

Vergiss sie einfach!
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ähh... geschickt getaggt :tongue:

ernsthaft: sie dreht sich doch nicht zum ersten mal die welt so, wie es ihr am besten passt. was meinst du, wie sie sich fühlen würde, wenn sie sich eingestehen müsste dass ihr nicht-glauben das ende eurer freundschaft herbeigeführt hat? da ist es doch viel einfacher, zu behaupten "mein böser ex" und dir alle schuld in die schuhe zu schieben - sie ist das arme, unschuldige opfer, du der böse typ der sie am ende angelogen und die freundschaft gekillt hat.

ich geb dir brief und siegel: wenn diese beziehung die sie jetzt grade führt mal zu ende ist, dann wird auch ihr aktueller "einer von drei männern..." gewesen sein.
 
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Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Kurz und hart: Sie ist ein totaler Psycho - gib doch nicht so viel auf ihre verqueren Meinungen und lass dich da um Himmels Willen nicht rein- oder von runterziehen :ninja:

Sei mal lieber froh, dass du da den Absprung geschafft hast. Das schrie ja schon fast nach Coabhängigkeit.
 

Benutzer15352 

Beiträge füllen Bücher
*DurchdenRomanwühl*

Ich erinnere mich noch vage an die alten Threads von dir zu dieser Dame. Schon damals dachte ich mir: "Warum tut der Junge sich das an?" und auch jetzt checke ich es nicht so ganz. Es sei denn, du hast selbst nicht alle Latten am Zaun und neigst deshalb dazu, dich auf solche masochistischen Beziehungen einzulassen, weil du der Meinung bist, nichts Besseres verdient zu haben :knuddel:. Euer beides Verhalten die ganze "Beziehung" hindurch und darüber hinaus verursacht bei mir nur Kopfschütteln. Ihres sowieso, aber deine verständnisvolle Art und dein permanentes Es-ihr-recht-Gemache sind für mich fast genauso wenig nachvollziehbar. Klar, die Antwort lautet natürlich: Du warst verliebt und konntest nicht anders. Du warst geprägt von den schlimmen Erzählungen über ihren Ex und hast alles daran gesetzt, nicht wie er zu wirken. Und jetzt versetzt sie dir den Todensstoß, indem sie genau das behauptet. In irgendeinem Forum, im Internet, in dem du selbst nicht mal aktiv bist :cautious:.

Klar ist das nicht pralle, aber mei, du kennst die Leute nicht, sie kennen dich nicht. Lass es "einfach" nicht an dich ran. Und: Vergiss die Tante. Lösch alle ihre Kontakte. Get. Over. It. Denn dass euer Verhältnis nie gesund war, sollte dir inzwischen klar sein. Such dir bitte eine normale Freundin, wenn's geht ohne allzu großen psychischen Knacks. Eine, die in der Nähe wohnt, eine, die Sex mag, eine, die ein gesundes Maß an Egoismus verträgt. Und du selbst hör bitte auf, deine Angebetete auf einen Thron zu stellen, sie in Watte zu packen, dein Leben nach ihr auszurichten, keine anderen Götter...äh...Freunde neben ihr zu haben und vor allem: derart klammeraffig zu sein. Kriegst du das hin :smile:? Ansonsten würde ich dir zu professioneller Hilfe raten. Deinem Seelenheil zuliebe. Du wirkst nämlich eigentlich (!) wie ein grundsympathsicher, interessanter, intelligenter und liebenswerter Kel :knuddel:.
 
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Benutzer111070 

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Ich kann gut verstehen, dass dich diese Aussage wütend macht. Aufgrund ihres Verhaltens kannst du dir schlicht nicht mehr sicher sein, was sie während der Beziehung und auch eurer Freundschaft überhaupt ansatzweise ernst gemeint hat und was nicht. Das tut weh und verursacht womöglich auch Selbstzweifel.
Aber sieh es positiv - mal ganz davon abgesehen, dass du die ganze Angelegenheit sowieso sehr gekonnt zu reflektieren scheinst, hast du nun etwas in der Hand, das dich davon abhalten wird, je wieder in Versuchung zu geraten, das Verhältnis zu dieser Frau zu vertiefen. Und das kann nur gesund sein. :thumbsup:
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aus so einem Hickhack kann man sehr viel lernen ... nämlich, dass man sich nicht mehr darauf einlässt, ob jetzt mit der gleichen oder einer anderen Person, die so schräg ist. Das bringt einfach nix ...
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Allen vielen lieben Dank für die Antwort! Ich gehe nicht auf jede Antwort gesondert ein, aber sie waren alle hilfreich. Das Knöpfchen hab ich auch brav gedrückt :tongue:

Ich finde es schon ziemlich krass, was sie da abgezogen hat, ganz gleich wie empathisch sie aufgrund ihrer Krankheit ist. Hat sich die Selbstdiagnose denn nun bestätigt?

Mann, bin ich doof :grin: Das habe ich ganz vergessen. Beim Diagnosetermin kam ein ganz klares "Keine Ahnung" raus :grin: Entweder gaaaanz leicht irgendwo im Spektrum oder eben doch irgendwas anderes als Asperger. Also definitiv nicht so, wie sie ursprünglich dachte.

Vergiss sie einfach!

Bin dabei!

ähh... geschickt getaggt :tongue:

Du wusstest doch, dass da irgendwann noch was kommt! :grin:

sie ist das arme, unschuldige opfer, du der böse typ der sie am ende angelogen und die freundschaft gekillt hat.

Ja, das sehe ich ähnlich. Mich würde nur mal interessieren (auch wenn ich es nie erfahren werde), ob sie das tatsächlich denkt, oder ob sie das absichtlich so behauptet. Ersteres wäre enorm bedenklich für sie und die Leute, mit denen sie zu tun hat (inklusive meinem Nachfolger), zweiteres einfach nur ein Beweis dafür, dass die ein oder andere Beleidigung, die ich im Kopf habe, sehr zutreffend wäre... :grin:

Nur eine Frage: Können Dritte Rückschlüsse auf Deine Person ziehen, also erraten, wer Du bist?

Öööh... Wie jetzt, wo jetzt? Da, wo sie geschrieben hat? Oder hier? Ich komme gerade nicht ganz mit.

Ich erinnere mich noch vage an die alten Threads von dir zu dieser Dame. Schon damals dachte ich mir: "Warum tut der Junge sich das an?" und auch jetzt checke ich es nicht so ganz. Es sei denn, du hast selbst nicht alle Latten am Zaun und neigst deshalb dazu, dich auf solche masochistischen Beziehungen einzulassen, weil du der Meinung bist, nichts Besseres verdient zu haben :knuddel:.

Ehrlich gesagt war sie während unserer Beziehung zwar leicht angeknackst, aber nicht "schädlich" oder boshaft. Klar, ich hätte wegen der Sex-Nummer abspringen können. Oder wegen der etwas prekären Beziehungssituation. Aber damit hätte ich mich schlecht gefühlt. Auch ich habe Eigenschaften, die in einer Beziehung schwierig für den Partner sind. Wie würde ich mich fühlen, wenn man mir deswegen den Arschtritt verpassen würde?

Mit der Zeit kam immer mehr dazu, und da hätte ich vermutlich die Notbremse ziehen sollen. Habe ich dann aber erst nach dem Ende der Beziehung, als es eben eine Sache zu viel wurde. Spät, aber immerhin.

Euer beides Verhalten die ganze "Beziehung" hindurch und darüber hinaus verursacht bei mir nur Kopfschütteln. Ihres sowieso, aber deine verständnisvolle Art und dein permanentes Es-ihr-recht-Gemache sind für mich fast genauso wenig nachvollziehbar. Klar, die Antwort lautet natürlich: Du warst verliebt und konntest nicht anders.

Bedingt. Die Antwort lautet eigentlich: Ich bin ein toleranter Mensch, der andere erst dann "fallenlässt", wenn mir tatsächlich was "getan" wird. Verständnis ist für mich Grundvoraussetzung, und bis zu einem gewissen Punkt war das auch kein "Ihr recht machen". Während der Beziehung hat sie nie Regeln für mich aufgestellt oder mich absichtlich verletzt. Wir haben gemeinsam Regeln gefunden. Dass ich bei diesen Regeln oft derjenige war, der sich eingeschränkt hat, war mir zunächst nicht bewusst und auch nicht wichtig.


keine anderen Götter...äh...Freunde neben ihr zu haben und vor allem: derart klammeraffig zu sein. Kriegst du das hin :smile:?

Kriege ich hin. Gerade weil ich das am Ende hingekriegt habe, kam es ja zu dieser letzten Situation, die dann zum Ende der Freundschaft führte.
Ich kriege das aber eher aus der Not heraus hin. Hier streiten sich Vernunft und Herz, denn letzteres will eigentlich so eine "Wir haben nur einander"-Nummer ohne Störung von außen. Mein Verstand sagt mir: Verabschiede dich von dem Wunsch, eine "Wir gegen die Welt"-Beziehung zu führen, denn sowas findest du nicht. Könnte ich sowas finden und auf gesunde Weise ausleben, dann wäre ich voll dabei. Kann ich aber nicht, weil jeder Mensch ein Leben vor (und nach) mir hat, und weil niemand "nur eine Person" im Leben braucht.

Ich bin mitten im Prozess, das zu begreifen - und sehr optimistisch, dass das auch alles klappt. Aber: Die Beziehung war, wie sie war, weil ich da diesen Prozess noch nicht begonnen hatte. Ich wollte das "Für mich gibt's nur dich, für dich gibt's nur mich". Dass das absoluter Schwachsinn war, weiß ich jetzt auch. :grin:

Aber sieh es positiv - mal ganz davon abgesehen, dass du die ganze Angelegenheit sowieso sehr gekonnt zu reflektieren scheinst, hast du nun etwas in der Hand, das dich davon abhalten wird, je wieder in Versuchung zu geraten, das Verhältnis zu dieser Frau zu vertiefen. Und das kann nur gesund sein. :thumbsup:

Jesus, Maria und Josef - das Verhältnis vertiefen? Hätte ich schon vor dieser aktuellen Nummer nicht mehr getan. Siehe oben. Der Reflexionsprozess hat stattgefunden und angeschlagen. :grin:
 

Benutzer121182  (35)

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Mann, bin ich doof :grin: Das habe ich ganz vergessen. Beim Diagnosetermin kam ein ganz klares "Keine Ahnung" raus :grin: Entweder gaaaanz leicht irgendwo im Spektrum oder eben doch irgendwas anderes als Asperger. Also definitiv nicht so, wie sie ursprünglich dachte.

Dann ist sie einfach nur gefühlskalt, um es mal auf Gutdeutsch zu sagen!? Ich kenne auch solche Exemplare, die einfach null empathisch sind und mehr oder weniger nur an sich selbst und ihre Gefühle denken. Am besten ist dabei, dass sie aber immer Veständnis für ihre Gefühle von anderen ertwarten, obwohl sie dies selbst nicht tun. Sorry, aber mit mir nicht mehr. Ich habe sowas viel zu lange mitgemacht und kommt in Zukunft auch keinesfalls mehr in Frage.

Mein Verstand sagt mir: Verabschiede dich von dem Wunsch, eine "Wir gegen die Welt"-Beziehung zu führen, denn sowas findest du nicht.

Doch, ich denke schon, dass es sowas gibt. Ist nur leider fast unmöglich zu finden..
 

Benutzer11466 

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Aus ihren Beiträgen ist meine Identität (noch?) nicht ablesbar.
Solange das so bleibt, vergiß sie einfach - hast Dich viel zu lange mit ihr rumgeärgert.

Sollte sie irgendwann Lötzinn à la "Mein Ex-Freund Markus Mustermann, wohnhaft in der Musterstraße in Musterdorf, ist ein @!#*§$%&!" öffentlich äußern, helfen Bildschirmfoto und der Gang zum nächsten Polizeirevier.
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Solange das so bleibt, vergiß sie einfach - hast Dich viel zu lange mit ihr rumgeärgert.

Sollte sie irgendwann Lötzinn à la "Mein Ex-Freund Markus Mustermann, wohnhaft in der Musterstraße in Musterdorf, ist ein @!#*§$%&!" öffentlich äußern, helfen Bildschirmfoto und der Gang zum nächsten Polizeirevier.

Ist mir klar. Hoffentlich kommt es nicht soweit.
Wär scheiße für Markus. Der ist echt lieb... :tongue:
 

Benutzer157222 

Benutzer gesperrt
Ich kann dein Empfinden nachvollziehen.
Mit solchen Personen habe ich auch meine Erfahrungen machen "dürfen".
Mit Sicherheit haben viele Menschen kein einfaches Leben gehabt aber wenn sich jemand durchgehend als Opfer stilisiert, pauschalisiert, wirklich immer anderen den schwarzen Peter zuschiebt und das auch ungefragt erzählt, dann steckt oftmals kaum mehr als Prestige dahinter.
Oftmals bauen diese Personen ihr Selbstwertgefühl damit auf dass sie als Antworten zu hören bekommen wie "stark" und toll sie trotz allem sind.
Zumeist kommen dabei viele Halbwahrheiten oder Lügen zustande.
So wie du es gerade selbst erfahren musst.
Dass sie nun so über dich redet, zeigt schon dass sie gerne Unwahrheiten in Kauf nimmt, solange sie damit ihr Selbstwertgefühl über Dritte aufwerten kann.
Würdest du mit ihrem Exfreund sprechen, kämen mit Sicherheit auch andere Dinge an's Tageslicht.

Oftmals verstricken sie sich dabei auch so sehr in ihre Halbwahrheiten, dass sie es sich selbst glauben.
Das macht die Aussagen sebstverständlich nicht authentischer.

Betreffend deiner Idealvorstellung einer Beziehung, kannst du weiterhin daran festhalten.
Diese Seelenverwandtschaft existiert wirklich.
Wenigen ist sie vergönnt aber es gibt sie.
Ich wünsche dir dass du sie findest.

Liebe Grüße
 
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Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
N Nebel : Vielen Dank für deine sehr liebe Antwort. Zum Als-Opfer-Stilisieren: Da steckt bei ihr auch Veranlagung dahinter. Ihre Mutter ist (undiagnostiziert, aber recht offensichtlich) narzisstisch veranlagt. Meine Ex-Freundin hat "Andere sind schuld" und "Alle, bloß nicht ich" schon in der Kindheit mit auf den Weg bekommen - auch, wenn sie damals noch Teil dieser "anderen" und "alle" war.

Ich glaube, sie befindet sich noch im Einpendel-Vorgang. Wenn man ohne Selbstbewusstsein und als die Schuldige aufwächst (negatives Extrem) und danach versucht, das loszuwerden, schwingt man erst einmal in das andere Extrem, bevor man die Mitte findet. Offenbar ist sie gerade im "Ich bin nicht Opfer, sondern alle anderen"-Extrem angekommen und noch nicht so wirklich zurückgeschwungen...
 

Benutzer157222 

Benutzer gesperrt
N Nebel : Vielen Dank für deine sehr liebe Antwort. Zum Als-Opfer-Stilisieren: Da steckt bei ihr auch Veranlagung dahinter. Ihre Mutter ist (undiagnostiziert, aber recht offensichtlich) narzisstisch veranlagt. Meine Ex-Freundin hat "Andere sind schuld" und "Alle, bloß nicht ich" schon in der Kindheit mit auf den Weg bekommen - auch, wenn sie damals noch Teil dieser "anderen" und "alle" war.

Ich glaube, sie befindet sich noch im Einpendel-Vorgang. Wenn man ohne Selbstbewusstsein und als die Schuldige aufwächst (negatives Extrem) und danach versucht, das loszuwerden, schwingt man erst einmal in das andere Extrem, bevor man die Mitte findet. Offenbar ist sie gerade im "Ich bin nicht Opfer, sondern alle anderen"-Extrem angekommen und noch nicht so wirklich zurückgeschwungen...

Diese Argumentation ist natürlich nachvollziehbar, entschuldigt jedoch nicht ihr Verhalten.
Ich verfasse diese Zeilen auch nicht mit der Absicht sie zu diffamieren.
Trotz dessen denke ich persönlich dass sie es sich, bei allem Verständnis, einfach macht und ihr Wohl über das aller anderen stellt.
Natürlich resultiert dies aus ihren Erfahrungen, allerdings schwingt dabei auch viel blinder Trotz mit.
Am Ende des Tages tut sie nämlich nichts weiter als diesen Kreislauf der Abwertung weiterzuführen.
So schlecht es jemandem auch geht, wenn einem etwas an seinem Gegenüber liegt, verletzt man diesen nicht nur um sein eigenes Ego aufzubauen.
Dies wäre nichts anderes als Doppelmoral.
Selbst wenn man die Gefühle dir gegenüber außer acht lässt, sollte man doch so integer sein und nicht gegen sein eigenes Weltbild handeln.
Da scheint es ihr aber an Idealismus zu mangeln.

Um es zu verdeutlichen, könnte ich folgendes Beispiel anführen:
Ich lernte im vergangenen Jahr zwei Menschen kennen, welche es auch nicht einfach im Leben hatten.
Einer von beiden verlor sich so sehr in seiner Egozentrik, dass er sein Leiden über das aller anderen stellte und sich schon zum Märtyrer stilisierte.
Ewige haltlose Schuldzuweisungen, das Negieren des Leides anderer und weinerliche Aggression.
Er reflektierte sein Verhalten kein Stück, wälzte stets alles auf andere ab und baute sein Selbstwertgefühl dadurch auf dass er sich vor Dritten als Opfer darstellte.
Dass er viel davon selbst verschuldete, ließ er oftmals unter den Tisch fallen.

Im Kontrast dazu stand die andere Person.
Sein Schicksal war härter.
Aber in all der Zeit hat er sich beinahe nie beschwert.
Natürlich hatte auch er seine schwachen Momente, verfluchte die Welt und war auf einige Menschen nicht gut zu sprechen.
Jedoch ging er damit weder hausieren, noch suchte er die Schuld ausschließlich bei anderen.
Stattdessen reflektierte er und war so idealistisch, dass er seine nahestehenden Menschen nicht ausbaden ließ was andere angerichtet haben.
Es dauerte seine Zeit bis er sich mir, nach und nach, anvertrauen konnte und gestand auch dass er seine Fehler gemacht hatte.
Trotz dessen dass er intensivere Erfahrungen machte als die erste Person, dachte er stets zuerst an die anderen.
Am Ende hat er den Kreis durchbrochen, indem er seinen Frust nicht an anderen ausließ, sondern ihn auf sich nahm und in Menschlichkeit transformierte.
Und davor habe ich noch immer großen Respekt.
Stille Wasser sind wirklich tief.

Eventuell findet deine Verflossene einmal zu dieser Einsicht.
Aber bis dahin wünsche ich dir aufrichtig, dass du über diese Erfahrung hinweg kommst und dich nicht wieder auf jemanden einlässt, welcher so egozentrisch ist und dich für seine Misere verantwortlich macht.

Liebe Grüße
 

Benutzer96776 

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Liebes Das Ich-Viech Das Ich-Viech ,

es ist natürlich nicht die feine Art von dieser Dame, dich hinterrücks wie den letzten Deppen darzustellen, gar keine Frage.
Ich will ihr Verhalten nicht herunterspielen, aber vielleicht sind ihre Gedanken aufgrund ihrer Krankheit nicht "ganz klar". Was ich damit sagen will: Ich bin nicht sicher, ob du diese Worte so ernst nehmen kannst, als würden sie aus der Feder einer psychisch gesunden Person stammen.

Es wäre wohl trotzdem für alle Beteiligten besser gewesen, wenn du erst gar nicht geschnüffelt hättest. Das lässt sich jetzt im Nachhinein jedoch auch nicht mehr ändern, vielleicht notierst du dir das fürs nächste Mal. :grin:
Welche Frage sich hier jedenfalls aufwirft, ist, wieso dich ihr Verhalten so dermaßen zur Weißglut bringt? Bist du sicher, dass du mit ihr vollkommen abgeschlossen hast?
Klar würde ich mich an deiner Stelle auch ärgern und war es eine sehr miese Nummer, aber wenn mir jemand wirklich egal wäre, würde es einen wohl nicht so sehr und nachhaltig berühren.
Ganz nach dem Motto "Lass die Leute reden"
Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist, ich könnte auch aus der Haut fahren, wenn ich ungerecht behandelt werde, aber es nützt ja nichts.

Große Tipps kann man dir sonst leider keine geben, denn du hast ja selbst schon gut erkannt, dass ein kompletter Kontaktabbruch wohl am besten für alle Beteiligten ist.
Glaub mir, so ein (vermutlich aus Bitterkeit und Frust heraus) geschriebener Kommentar ist es nicht wert, sich darüber ewig aufzuregen, denn daran ändern kannst du nun sowieso nichts mehr.

Alles Gute!
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
girl_next_door girl_next_door : Ja, ich habe mit ihr abgeschlossen. Definitiv. Natürlich erinnert man sich an die guten Seiten genau wie an die schlechten (wenn man nicht gerade sie ist :grin:), aber vermissen oder zurück wünschen wäre zu viel gesagt. Viel zu viel. Ich habe einfach einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und kenne meine positiven und negativen Seiten. Wenn jemand, egal wer, diese positiven Seiten kennt und dann vergisst, verleugnet oder irgendwie ausklammert, dann regt mich das einfach auf.

N Nebel : Ich weiß schon, was du meintest, und unterstelle dir auch gar nicht, dass du sie diffamieren willst. Ich nehme sie auch nicht in Schutz, sondern erkläre, woran das liegen könnte. Dass es trotzdem scheiße ist, bestreite ich sicher nicht. :smile:
 
G

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Wenn jemand, egal wer, diese positiven Seiten kennt und dann vergisst, verleugnet oder irgendwie ausklammert, dann regt mich das einfach auf.
Ich glaube es regt jeden normalen Menschen auf, wenn man grundlos schlecht hingestellt wird.

Es freut mich zu lesen, dass es noch Menschen gibt, die solche unnötigen Ungerechtigkeiten einfach hinnehmen können.
Viele würden wohl ihrem Ärger Luft machen und den Gegenüber ungespitzt in den Boden stampfen, egal ob das was bringen würde oder nicht.
Mein Respekt, dass du so kontrolliert bleibst, eine eher seltene Eigenschaft heutzutage.
 
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