Nightdreamers Nachtlied

nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Und was geschieht mit einem Traum
der auseinanderbricht?
Worin sieht sich der Träumende,
erwacht,
gefangen?

Du stehst im Dunkeln
und erwartest voller Angst das Licht
Denn klarer Blick zeigt Dir,
Du wirst das Eiland nie erlangen.

Mir träumte, Deine Hand sei
irgendwo mir nah und voller Güte
Im Traum, da konnte ich
im Takte Deines Atems wehen

Doch auch im Traume schon
erahnte ich den leisen Tod,
und sah doch Deine Füße,
lachend noch,
schon gehen.

Und eiseskalt ist Wissen, und
der Hoffnung Ende
Ich bin umschlungen,
atme noch,
doch voller Not

Ich reiche leeren Schatten
meine Hände
und totenglockengleich bestreicht mich
hartes Morgenrot

Und was geschieht mit Träumenden,
wenn sie erwachen?
Und sehen sich
im Spiegeldiamant

von ferne, immer leiser
klingen ihre Lieder
Sie ziehen fort, für stets
aus ihrem Traum verbannt.

* * * * *
 
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Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Im kleinsten Garten

Wogt die schönste Blütenpracht

So blüht auch mein Herz

* * * * *
 
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Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Du stolze Königin der Nacht

Dein Blick geht einmal noch zum Horizont

Du weißt, das Tageslicht erwacht

Du weißt, was dann von Osten kommt



Und dennoch wagst Du nicht,

den Blick von jener Linie abzuwenden

die erst entsteht, ersteht das Licht

und wenn es aufsteigt, wirst Du enden



Ich ahne wohl, warum Dein Herz so bebt

Und höre auch Dein ungesagtes Flehn

Und sehe, wie sich erstes Leben regt

Und werde schließlich mit Dir gehen

* * * * *
 
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nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Ich stehe vor und rede mit

Dem alten Weidenbaum

Die langen Zweige weben sich

Zu einem Teppich wunderlich

Den Stamm, den sieht man kaum



Ich frage ihn auf feine Art

Nach seinem Wohlbefinden

Und ob das Wetter ihm gefällt

Und was er auch ansonsten hält

Vom Wahlkampf unter Linden



Dann klag ich ihm mein Altersweh

Und ob ich’s wohl noch bringe

Da hält er mir sein Astwerk hin

Damit ich endlich leise bin

Und zeigt mir seine Ringe.

* * * * *
 
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Verbringt hier viel Zeit
Ich lausche leise

Ob wohl der Sommer noch schläft

Doch da, es raschelt.

* * * * *
 
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Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Es ist nun Herbst, und jeden Abend

Geht mir die Sonne früher unter

Ich winke noch das letzte Stück,

doch sie schaut nicht zu mir zurück



Sie nimmt ihr rotes Gold von mir

Es ist, als zög sie Luft und Leben

Und alle Hoffnung zu sich her

Und mir, mir fällt das Atmen schwer.



Der Horizont ist nun durchschritten

Mir frieren alle Tränen ein

Zwar gibt’s im Weltall viele Sonnen

Doch sie wird niemals wiederkommen



Und neben mir, da liegen Steine,

sind noch lebendiger als ich

und nun, bei Nacht, im Mondenschein

werd‘ einer ich von ihnen sein.

* * * * *
 
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Verbringt hier viel Zeit
9.jpg

Kein echtes Ikebana - aber es atmet den Geist.
 
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Verbringt hier viel Zeit
BuTaWa

Ein Plakat hängt am Wegesrand

Drängt sich in den Blick

Und abgebildet: Nichts!



Es ist wohl ein Mensch darauf

Er guckt irgendwohin

Sieht aber: Nichts!



Steht da ein Satz? Jedenfalls

Sind Buchstaben zu sehen

Sie bedeuten mir: Nichts!



Ich gähne im Hinterkopf

Denn genau das soll

man hier denken: Nichts!

* * * * *
 
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3 Woche(n) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Wie ein Ritter alter Zeiten

Sich aufs Roß trug, um zu streiten

Sitze ich an meinem Tisch

Und ich will der Minna winken

Doch es will mir nicht gelinken

Denn mein Arm schmerzt fürchterlisch




Und es ist der Sternenhimmel

Schwarz, kein nächtliches Gewimmel

Und ich kann nicht, wie ich will

Weil im Dunkel, ach und weh

Ich ja niemanden mehr seh‘

All mein Winken bleibt ganz still




Deine Schritte beben leise

Auf der allerletzten Reise

Winken darf ich Dir nicht mehr

Meinen sehnsuchtsvollen Blicken

Wendest Du den kalten Rücken

Und siehst nimmer zu mir her

* * * * *
 
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Verbringt hier viel Zeit
11.jpg

Blumen mit Philosophie
 
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1 Woche(n) später
nightdreamer

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Verbringt hier viel Zeit
Wie sich Äste biegen können

Wie die Zweige wütend tanzen

Wie die Blätter in den Himmel

Und mir in den Kragen springen



Welch ein Sturm in meinen Haaren

Will er mich denn wohl skalpieren?

Will die Häuser er rasieren, will er

Reißen aus die Türen?



Fliegt ein Mensch an mir vorbei,

fliegen ganze Straßenbahnen

breit ich meine Schwingen aus

kannst Du mich am Elbstrand finden.

* * * * *
 
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2 Woche(n) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Ja, faß mich an,

so sag ich Deinem Blicke

laß Deine Finger

gleiten über meine Haut

mach, daß ich meinem

Hier und Jetzt entrücke

Und daß sich alles mir

an Deiner Nagelspitze staut



Dein Atem schlägt so

wunderbare Wellen

ich schwebe sacht

und zwischen Deinen Händen

auf und nieder

und spüre meine Sinne

wachsen, quellen

und süßer Tod umbrandet

meine Glieder



und so gestorben liege ich

in Deinen zarten Armen

und nach dem Sturm

setzt sanfter Regen ein.

Und eins mit Dir, in

Deinen warmen

Herzschlag fließt auch

mein Atem ein

* * * * *
 
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nightdreamer

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Verbringt hier viel Zeit
IMG_4830D.JPG

Liebhaberkunst - dieser Mund, diese Lippen. Wen haben sie vor 2000 Jahren geküßt?
 
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nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Wer spann das Gold,

welch märchenhafte

Müllerstochter

Flocht es in alle Bäume drein?



Es ist ein Abschiedsgold,

denn morgen ziehn

die Kraniche schon

in den Süden ein.



Doch leuchtet herbstengold

Der stille Gang der Dinge

Wer legte Silber dann

Auf beide Schläfen mir?



Ich seh im dunklen Fenster

Eine krumme Silhouette,

sie löscht das Licht so leise

und geht und schließt die Stubentür.



* * * * *
 
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4 Monat(e) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Wenn so eine Spinne selbst sich

ansieht in dem Spiegelglas

denkt sie sich wohl ‚Was

bin ich denn für ein tolles Tier

Beine hab ich,

zwei mal vier

und diese vielen schönen Augen

könnten glatt den Atem rauben

Komm' her, Du sexy Schmetterling

damit ich Dir mein Schlaflied sing'


Wenn ich die Spinne anseh', wie

sie vor dem Glase kniet, dann

denk ich: ihh,

nur hinfort, Du greulich Vieh!

Was weiß ich denn,

was sie denkt,

wenn sie so vor

dem Spiegel hängt



Sieht die Spinne mich dann stehen

achtmal Schatten auf den Augen

wird sie es wohl selbst kaum glauben

daß dieser Berg ein Ich auch ist

allerhöchstens denkt sie ‚Mist,

warum steht der mir im Licht?

Kann er nicht zur Seite gehen

Eingeschränkt ist mir die Sicht.



Und so sehen wir uns dann

einander unverstanden an

nimmer noch wird es uns glücken

durch fremdes Aug' auf uns zu blicken.


Spinne rennt auf Beinen acht

Mein Pantoffel hinterher

Dunkel kommt herbei die Nacht

Und die Augen werden schwer

Träume kommen angeflogen

Zwei mal vier, verwebt, verwoben

Sind ihre Augen,

sind mein Blick


Unsre Fessel heißt Gewohnheit

Ist dem Ich ein Strick

Im Betrachten liegt die Schönheit

* * * * *
 
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1 Monat(e) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
IMG_5047 Kopie.jpg

Bestrafte Lust - Bild zu Dantes Inferno von Ebba Holm (1889–1967)
 
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1 Monat(e) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Samtschwarze Decke

umhüllt die Nacht die Sterne

ob sie mich auch schützt?

* * * * *
 
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2 Woche(n) später
nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Wenn ein unglücklicher mensch
Einem glücklichen Menschen
Beim Glücklichsein zusieht

Kann er dann das Glücklichsein
Lernen oder wird er dadurch
Noch mehr an sein Unglück gekettet

Wenn ein Schatten stärker wird
Je mehr Licht ihn umgibt
Warum schwindet er dann völlig
Wenn das Licht auf ihn fällt

Wenn ein einsamer mensch
Durch die Straßen geht
Und wird von niemanden gesehen

Ist er dann frei von allen Sorgen
Die das Miteinander inneträgt
Oder ewig gefangen im größten Nichts

* * * * *
 
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nightdreamer

Benutzer121902  (48)

Verbringt hier viel Zeit
Das Licht schläft nun schon
Geräusche atmen durch die
Stille Nacht nur mehr

* * * * *
 
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