Mutter benimmt sich komplett daneben

Benutzer113487  (28)

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Hallihallo liebe Gemeinde,

ich brauche gerade einfach dringend Rat bzw. muss mir meinen Kummer von der Seele schreiben.

Vorab ein paar wichtige Informationen:
Ich bin ein absoluter Familienmensch und wurde auch sehr familiär und gutherzig erzogen.
Meine Eltern haben mich und meine Geschwister, trotz wenigem Geld, wirklich gut erzogen und uns alles gegeben, was wir wirklich brauchten: Liebe, Vertrauen, ein Heim zum Wohlfühlen.
Viele meiner Freunde beneiden mich für meine Eltern, die wirklich alles für ihre Kinder tun.
Mir wurden immer Werte wie Ehrlichkeit, Moral und Nächstenliebe beigebracht.
Wir haben insgesamt ein wirkliches gutes Verhältnis gehabt, meine Mutter war mir immer eine Vertrauensperson und eine Person, auf die ich mich im Notfall immer, ausnahmslos immer, verlassen konnte.

Mein Vater arbeitet sehr hart und hat sich seinen Körper kaputt geackert.
Mehrere gebrochene Wirbel. dauerhaft Rückenschmerzen und stark abhängig von unzähligen Medikamenten.
Diese Medikamante ziehen so einige Nachteile mit sich: Lustlosigkeit, Schlafstörungen, schlechte Laune.
Dadurch wirkt er sehr oft sehr mürrisch und eben schlecht gelaunt, hat keine Lust etwas zu unternehmen.

Vor ca. zwei Wochen kam meine Mutter zu mir und frug mich wie zuverlässig und gefahrlos Skype denn wäre.
Ich beruhigte sie in dem Gedanken und machte ihr klar, dass Skype absolut nichts schadhaftes ist.
In diesem Kontext erzählte sie mir dann auch, dass sie einen Mann in Schottland kennengelernt hat, mit dem sie eine Freundschaft aufbauen möchte.
Ich vertraute meiner Mutter grenzenlos, sodass ich ihr da nichts Böses angerechnet habe.
Sie erzählte mir, dass sie es meinem Dad dennoch vorerst verheimlichen möchte, da er sehr schnell unnötig eifersüchtig reagieren könnte und eine bloße Freundschaft doch vollkommen in Ordnung sei.

Nun frug ich sie gerade vor ca. einer Stunde, wie es ihr geht, so wie ich es ständig frage.
Ihre Antwort: "Naja, es geht so, bin im Gefühlschaos."
Sie erzählte mir darauf eiskalt, dass dieser Kerl nach Deutschland ziehen möchte, um sie näher kennenzulernen und sie gerne zur Frau nehmen würde.
Als ich ihr dann entgegnete: "Ja und? Ist doch sein Problem, du hast einen Mann und Kinder", antwortete sie nur: "Warum ist das sein Problem? Man kann doch mal schauen"...

Sie zieht nun ernsthaft in Erwägung meinen Vater zu verlassen für einen Kerl aus Schottland, den sie kaum kennt.
Ihre Gründe enttäuschen mich umso mehr:
Die Lustlosigkeit meines Vaters und seine schlechte Laune.
Das macht mich so wütend!
Der Mann hat sich für die Familie kaputt geackert, hat jeden Tag brutale Schmerzen und kann nichts dagegen tun.
Die Medikamente, die er jetzt nehmen MUSS, ziehen halt derartige Nachteile mit sich - aber ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass er vollkommen erträglich ist und sie maßlos übertreibt.
Wie gemein ist das bitte? Wo ist die Moral, die sie uns anerzogen hat?
Einen Mann verlassen, der sich für sie und die Familie kaputt geackert hat und sich jetzt einen frischen Mann suchen?

Meine Welt zerbricht gerade komplett.
Wer ist diese Frau?
Sie würde nicht wollen, dass ich, ihr Sohn, eine solche Frau kennenlernt, wie sie gerade eine ist.
Und wie hinterfotzig sie sich meinen Vater warm hält, falls das mit dem Kerl doch nichts wird.:cry:

Meine Eltern wollten demnächst mit mir in eine etwas kleinere Wohnung umziehen.
Ich habe mir jetzt eine relativ große finanzielle Baustelle eröffnet, in der Hoffnung noch ein 1-2 Jährchen mit meinen Eltern zusammen zu wohnen, weil ich da sehr kostengünstig wohne.

Das kann ich jetzt knicken.
Entweder ziehe ich mit meinem Vater alleine zusammen oder ich muss mir eine eigene Wohnung suchen, was mich in finanzielle Schwierigkeiten bringen wird.

Sie macht alles kaputt mit ihrem pubertierenden Verhalten! :cry:
Kann man nicht offen über Probleme reden?
Die Frau ist 47 Jahre alt und schmeisst 27 Jahre Ehe einfach so weg für irgendeinen ********** aus Schottland, der sich gefälligst aus meiner Familie raushalten soll! :mad:

Hinzu kommt ein noch viel größeres Problem:
Mein Vater hat entsprechend einen kaputten Körper, einen scheiss Job und nun auch noch eine scheiss Frau.
Alles, was ihm bleibt, sind seine Kinder und Enkelkinder.
Ich mache mir so Sorgen um ihn, ich habe Angst, dass er sich etwas antut sobald er davon erfährt. :cry:
Dabei würde ich es ihm so gerne sagen, damit er weiß woran er ist.:cry:

Sie würde doch auch nicht wollen, dass ich eine solche Frau kennenlerne.
Sie würde sie mir doch auch ausreden!
Sie hat mir sogar noch meine Ex schlecht geredet, weil sie mich 'ne Zeit lang warm gehalten hat.
Wortwörtlich: "Eine solche Schlampe musst du dir nicht antun"
Ist sie jetzt auch eine Schlampe?! :realmad:

Ich weiß nicht mehr, wie ich ihr entgegen treten soll.
Sie macht alles kaputt, die ganze Familie zerbricht daran, sofern das mal ans Tageslicht kommt.
Eine meiner Schwestern weiß ebenfalls davon und hat mir auch gerade mitgeteilt, dass sie sich das nicht lange anschauen wird und zur Not den Kontakt zu unserer Mutter abbrechen wird.

Was eine Textwand...
Was soll ich denn nun machen? :cry:
Habe ich falsch/ungerecht reagiert?
Ist ihr Verhalten in Ordnung?


Versus
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich fürchte, da muss man ja leider sagen, das ganze ist schon vorher irgendwo auf der Strecke geblieben. So verständlich das Verhalten deines Vaters aufgrund der gesundheitlichen Situation ist, so unerträglich ist das ganze wahrscheinlich trotzdem für deine Mutter geworden.

Letztlich stehst du da ja leider ziemlich zwischen den Stühlen und das ganze ist leider nicht wirklich deine Baustelle. So verlockend es ist, mit deinem Vater über die Situation zu reden, so würde ich dir doch davon abraten. Es ist einfach völlig ungewiss, ob du dadurch irgend etwas besser machst. Letztlich sind deine Eltern erwachsene Menschen und sollten ihre Angelegenheiten selber in die Hand nehmen.
Ich würde da an deiner Stelle niemandem grundsätzlich die Schuld geben.
 

Benutzer95651  (35)

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Wie redest du hier eigentlich über deine Mutter? :what:
Sie ist eine Frau, ein normaler Mensch und hat Bedürfnisse, nach Liebe, Zuneigung usw.
Sie scheint unglücklich zu sein, soll sie sich kaputt machen, nur um eine heile Familie vorzuspielen?

Ich sehe in eurem Verhalten (der Kinder) nichts gutherziges.

Klar hat dein Vater sich "kaputt" geschuftet, aber darunter leidet nun eure Familie, besonders eure Mutter.
Gab es schon Versuche deines Vaters, deiner Eltern zusammen, dagegen etwas zu tun?

Als Kind weiß man man auch nicht so genau, was zwischen den Eltern abläuft, auch wenn man sich das immer denkt. Sie haben auch ein eigenes Leben neben euch Kindern.

Meiner Meinung nach solltest du mal einen Gang runterschrauben und die Gefühle deiner Mutter akzeptieren. An so einer Sache sind immer zwei Schuld - deine Mutter UND dein Vater!
 

Benutzer113487  (28)

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Mir ist bei allem Respekt und subjektiver Wahrnehmung nicht so ganz bewusst, wie mein Vater eine große Schuld trägt.
Er steht unter dem Einfluß von Medikamenten, humpelt den gesamten Tag unter starken Schmerzen und hat eben obendrauf die Medikamente, die ihn depressiv machen.
Starke Schmerzen, Schlaflosigkeit und Depressionen - das alles, weil er für die Familie gearbeitet und Geld verdient hat.
Meiner Mutter geht's supi!
Keine Medikamente, ein generell super funktionierender Körper, keine Schmerzen - und möchte jetzt meinen Vater verlassen, eben weil er diese Nachteile mit sich bringt.

Ich sehe da nicht die Schuld meines Vaters.
Was hat er denn getan?
Ich stelle mir soein Leben grausam vor.
Ackerst dir den Körper kaputt, um dann Jahre später von deiner Frau für eben genau die daraus entstehenden Nachteile verlassen zu werden.

Es wäre auch etwas Anderes, wenn sie mit offenen Karten spielen würde und direkt sagen würde, was sie stört.
Aber Nein, sie hält den Mund, spielt meinem Vater eine tolle Beziehung vor und plant hinterrücks eine Beziehung mit einem anderen Mann.
Sie lässt meinen Vater komplett auflaufen, weil sie Angst hat alleine zu sein.
Sie weiß ganz genau, dass mein Vater sie verlassen würde, wenn sie die Wahrheit rausposaunen würde.
Und von uns Kindern verlangt sie eben stillschweigen, wir sollen uns das gesamte Spektakel anschauen und zusehen, wie unser Vater langsam aber sicher lachend in eine Klinge läuft.

Erwartes du dann wirklich, dass ich es ihr nicht übel nehme und "Rücksicht auf ihre Gefühle" nehme?

Ich habe meine Mutter wirklich sehr lieb, nur kann es doch nicht dein ernst sein, dass dieses Verhalten in Ordnung ist?
Ich bezweifle sehr stark, dass du das einfach so hinnehmen würdest, wenn dein Freund/Mann dich so behandeln würde und du es halt erst im Nachhinein erfährst.


Um noch eine Frage aufzugreifen:
Ja, es gab Versuche etwas daran zu ändern.
Arzt-Termine, unzählige, alle mit dem selben Ergebniss: Eine Operation der Wirbel birgt eine ca. 50%ige Chance, dass er danach querschnittsgelähmt wäre.
Tabletten zur Stimulation der Lust haben gewirkt, hatten nur irgendwie den Nachteil, dass mein Vater nachts geschlafwandelt ist und merkwürdige Dinge getan hat, an die er sich nicht mehr erinnert.
(Schuhe in den Tellerschrank gestellt, meine Mutter im Schlafzimmer eingesperrt, die Fernbedienung im Waschbecken gewaschen)


Klar hat meine Mutter es auch verdient glücklich zu sein, aber doch nicht so und nicht für diesen Preis!
Niemand kann mir erzählen, dass das der richtige Weg ist und das dieser Weg in Ordnung sei!
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich will mal noch was anfügen: Es würde Dir denke ich auch herzlich wenig bringen, wenn Deine Mutter nur Dir zu liebe bei Deinem Vater bleiben würde, in einer Situation, in der sie komplett unglücklich ist. Es bringt Dir nichts, wenn sie sich für Dich selbst komplett vergisst. Von daher würde ich auch davon absehen, sie irgendwie überreden zu wollen oder anderweitig Druck zu machen. Sie muss selbst herausfinden was sie will. So grausam es für dich auch ist - es ist nicht Deine Entscheidung sonder ihre. Es ist scheisse, da dazwischen zu stehen und nichts machen zu können - aber Dir bleibt wenig anderes übrig, als ihre Entscheidung wenn sie sie dann fällt zu akzeptieren. So richtig vorwerfen kannst Du's ihr nämlich nicht.
 

Benutzer113487  (28)

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Ich will mal noch was anfügen: Es würde Dir denke ich auch herzlich wenig bringen, wenn Deine Mutter nur Dir zu liebe bei Deinem Vater bleiben würde, in einer Situation, in der sie komplett unglücklich ist. Es bringt Dir nichts, wenn sie sich für Dich selbst komplett vergisst. Von daher würde ich auch davon absehen, sie irgendwie überreden zu wollen oder anderweitig Druck zu machen. Sie muss selbst herausfinden was sie will. So grausam es für dich auch ist - es ist nicht Deine Entscheidung sonder ihre. Es ist scheisse, da dazwischen zu stehen und nichts machen zu können - aber Dir bleibt wenig anderes übrig, als ihre Entscheidung wenn sie sie dann fällt zu akzeptieren. So richtig vorwerfen kannst Du's ihr nämlich nicht.

Aber man kann doch mit offenen Karten spielen.
Sie wählt doch den komplett hinterfotzigen Weg, meinen Vater warm halten als Backup und wenn es mit dem neuen Kerl nicht klappt - super, hat man ja noch einen ahnungslosen daheim.
Gut, ich verstehe es, dass ich nicht versuchen sollte ihr das Thema auszureden, aber ich kann doch wenigstens verlangen, dass sie wenigstens ehrlich mit meinem Vater umgeht.
Sie hat Glück verdient - ja!
Aber nicht auf einem solchen Weg! :cry:
 

Benutzer102673 

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Tja...also das Wort "Schuld" sehe ich bei sowas auch nicht.

Ich sehe es wie Schweinebacke Schweinebacke aber verstehe auch die Tragik für Euch. Ihr wisst es und könnt nichts dagegen tun. Von Deiner Mutter finde ich es nicht in Ordnung, Euch Kinder dafür eingespannt zu haben, den Kontakt aufzubauen und nun auch noch so nebenbei die Familienkonstellation in Frage zu stellen.

Gibt es denn keine Freunde Eurer Eltern, die es vielleicht übernehmen könnten, Euren Eltern dabei zu helfen, wieder klarzukommen oder mal mit dem einen oder anderen zu reden? Das gehört nämlich eher in die Ohren von Freunden als von den Kindern.
Evtl. könnte auch der Hausarzt miteinbezogen werden, dass man sich auf die Suche nach Medikamenten begibt, die die Lebenqualität nicht so beeinflussen oder andere Wege sucht (Schmerzpumpe...keine Ahnung, was da so möglich ist), die Schmerzen zu behandeln.

Ansonsten würde ich sagen: erstmal abwarten ...Midlife-Krisen können schon zu Kurzschluss-Handlungen verführen, aber Deine Mutter wird sich wohl auch selbst viele Gedanken machen.

Edit: Oh sorry ich hab wohl einige Beiträge nicht gesehen oder wir haben alle gleichzeitig getippt...

Edit II: Vielleicht solltet Ihr mal ganz genau nachforschen und den Arzt nerven, dass man mit Cannabis behandelt.
 

Benutzer113487  (28)

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Die Idee Hausarzt finde ich ziemlich gut.
Leider ist der jahrelange Hausarzt unseres Vertrauens vor ca. einem Monat verstorben. :schuettel:

Beim Thema Freunde sehe ich ein Problem:
Die beiden haben ziemlich getrennte Freundschaften.
Meine Mutter hat ihre beste Freundin, mein Vater seinen besten Freund.
Ansonsten gibt es da nurnoch "familiäre Freunde", die wohl auch relativ parteiisch sind.
Was man bräuchte wäre soeine Art "neutraler gemeinsamer" Freund, der zu beiden gleich steht und das entsprechend besser klären könnte.

Ich habe parallel auf einer anderen Plattform gelesen, dass man sich möglichst neutral halten soll, so schwer das auch fällt. :schuettel:
Somit werde ich versuche meine Anschuldigungen sein zu lassen, bin gleichzeitig aber auch nicht mehr dazu bereit mir ihre Probleme anzuhören, solange sie nicht mit meinem Vater geredet hat.

Ich hoffe einfach, dass sie relativ schnell wieder zur Vernunft kommt.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Mir ist bei allem Respekt und subjektiver Wahrnehmung nicht so ganz bewusst, wie mein Vater eine große Schuld trägt.
Er steht unter dem Einfluß von Medikamenten, humpelt den gesamten Tag unter starken Schmerzen und hat eben obendrauf die Medikamente, die ihn depressiv machen.
Starke Schmerzen, Schlaflosigkeit und Depressionen - das alles, weil er für die Familie gearbeitet und Geld verdient hat.
Meiner Mutter geht's supi!
Keine Medikamente, ein generell super funktionierender Körper, keine Schmerzen - und möchte jetzt meinen Vater verlassen, eben weil er diese Nachteile mit sich bringt.
Ihr geht es wohl ziemlich offensichtlich seelisch nicht super in der Situation. Ist vielleicht nicht so ganz einfach nachzuvollziehen, aber psychische Probleme des Partners können für einen selbst eine enorme Belastung sein.
Natürlich ist es nicht toll, wie deine Mutter das mit dem anderen Kerl handelt, das geht feiner. Man sollte aber nicht vergessen, dass sie da vermutlich auch in einer ganzen schönen Extremsituation steckt, unter der das rationale Handeln leiden kann.
 

Benutzer102673 

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Ja - es ist leider das schwierige Los der Kinder, hier weder Paartherapeut noch Über-Ich noch Seelentröster zu spielen. Das ist Eure Aufgabe und sie ist schwer. Aber sie ist für Euch selbst extrem wichtig. Passt auf, dass Ihr Euch nicht vereinnahmen lasst.
Und nehmt innerlich (einigermaßen) Abstand.

Ihr seid als Familie auch wohl so langsam in einer Phase, in der Ihr "Kinder" (Ihr seid ja schon erwachsen) langsam aus dem Haus geht. Und das ist ein ganz immenser Einschnitt - der ein paar Jahre dauert - aber es ist erfahrungsgemäß ein sehr schwieriger Prozess für die Eltern, die sich auch langsam gedanklich damit befassen, wieder zu zweit zu sein.

Das mit den Freunden ist also schwierig. Wäre aber meiner Meinung nach schon gut, wenn sich da halt jeder mit seiner/m besten/m Freund/in unterhalten würde.

Oder halt aber Paartherapeut, aber dazu müssen erstmal beide auf demselben Stand sein und gewillt, so etwas zu machen.
 
G

Benutzer

Gast
Meine Mutter, war auch unglücklich und hat sich einen neuen Mann gesucht. Ohne dass mein Vater davon was wusste. Aber sie hatte für mich nachvollziehbare Gründe (hätte ich auch so gamcht).

Meine Mutter hat im Gegensatz zu meinem Vater nie ein schlechtes Wort über ihn verloren. Mein Vater dagegen nur über Sie hergezogen. Was sehr belastend war.

Ich habe meinem Vater immer gesagt: Es interssiert mich nicht, was wer von Euch gemacht hat. Meine Mutter bleibt meine Mutter und du mein Vater.
Es gibt immer zwei Seiten der Medallie. Und ich würde es mir nie erlauben über eines meiner Elternteile zu urteilen.

Was ich damit sagen will. Entspanne dich erstmal. Du kannst da nichts machen. Aber sage deiner Muttter in einem vier Augen Gespräch wie du dich dabei fühlst und dass du es nicht gut findest.

Was bei so Geschichten meist raus kommt, ist, dass die Frau sich seit langem mal wieder begehrt fühlt, Zuneigung bekommt, die sie lange nicht erfahren hat.
Das ist erstmal eine rosarote Brille.
Oft ist es aber so, dass man damit auf die Schnauze fällt und erst später realisiert und zu schätzen weiß, was man zu Hause hat.
 

Benutzer114808  (34)

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Leider hast du nicht geschrieben, wie lange dein Vater schon krank ist. Deine Mutter wird unter der Situation genauso leiden wie er und sich vermutlich nichts mehr wünschen als eine gesunde und heile Familie. Dass das Verhalten ihres Mannes dazu führt, dass sie sich immer weiter von ihm zurück zieht und sich in die Arme eines anderen Mannes träumt, finde ich im gewissen Rahmen nachvollziehbar. Ehen gehen aus diversen Gründen kaputt, wer wieviel Schuld hat ist für das Ergebnis egal.

Bezüglich deines Vaters würde ich nochmal unzählige Arzttermine mit Spezialisten ausmachen, einmal wegen einer OP ansich und einmal wegen der Medikamente. Ihm fehlt Lebensqualität und zwar unabhängig von deiner Mutter.

Ich finde es sehr schade, dass du deine eigene Mutter als hinterfotzig und als Schlampe bezeichnest. Niemand ist unfehlbar. Allerdings würde ich sie auch bitten, dich mit ihrer Schwärmerei für einen anderen Mann nicht weiter zu belasten.

Ob und in welcher Form sie das Gespräch mit deinem Vater sucht, solltest du ihr überlassen. Es ist ihre Beziehung, ihre Ehe.
 

Benutzer154044 

Verbringt hier viel Zeit
Man kann deiner Mutter nicht vorwerfen, dass ihr was fehlt und sie womöglich einen Weg wählt, mit dem am Ende niemand glücklich ist. (Anscheinend muss sie es selbst herausfinden). Aber man kann ihr sehr wohl vorwerfen, dass sie nicht mit offenen Karten spielt, falls sie tatsächlich erst den anderen Typen "probieren" will, und dabei der Ehe(!)gatte zuhause ahnungslos sitzt.

Dass sie bestimmte Dinge satt hat, das kann in den besten Familien passieren. Aber auf zwei Stühlen sitzen wollen um zu gucken welcher auf Dauer angenehmer ist, dass kann man als 16-Jähriger Single(!) tun, um sich zwischen zwei Kandidaten zu entscheiden, aber nicht nach 27 Jahren Beziehung.

Trennung, dann kann sie zu wem sie will. Oder Ehe, dann aber bitte auch(!) mit den weniger schönen Dingen leben. Mit anderen Worten: Ehe retten, alles dafür tun oder sich trennen und genug Arsch in der Hose haben mit offenen Karten zu spielen.

Deine Aufgabe ist es nicht, deinem Vater was zu sagen. Es ist ihre Aufgabe. Und dazu drängen sollte man sie nicht. Sie muss und sollte es von alleine wollen.

Wurde alles ausgeschöpft um ihm körperlich/psychisch zu helfen? Wurde alles ausgeschöpft ihre Unzufriedenheit zu beseitigen? Wenn nein, dann mal los. Wenn ja, aber hilft nicht... dann müssen zwei Erwachsene (!) sich hinsetzen und reden. Wirklich offen reden.

Es ist immer das Selbe: man kennt sich seit Jahrzehnten aber flüchtet vor Problemen, vor Konfrontation. Als würde alles wieder in Ordnung sein, wenn man die Augen zu macht.

Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Punkt.
 

Benutzer113487  (28)

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Ich finde es sehr schade, dass du deine eigene Mutter als hinterfotzig und als Schlampe bezeichnest. Niemand ist unfehlbar. Allerdings würde ich sie auch bitten, dich mit ihrer Schwärmerei für einen anderen Mann nicht weiter zu belasten.

Ich bezeichne sie nicht als Schlampe. Das tut sie selbst.
Sie beschrieb das Verhalten meiner Ex-Freundin als total herzlos und betitelte sie als Schlampe.
Und genau jenes Verhalten zeigt sie nun selbst.
Daher wäre meine Frage an sie selbst:
Ist sie jetzt auch eine Schlampe?

Hinterfotzig? Jap, ist es doch.
Was genau ist das denn?
"Absichernd"?
Lass uns nichts beschönigen, ihr Verhalten ist daneben und nunmal genau das: hinterfotzig.
Das hat kein Mensch verdient.

Danke für all eure Antworten.
Ich halte mich nun erstmal aus dem Thema (meiner Mutter) raus und werde ihr gegenüber neutral auftreten, soweit ich es kann.
 

Benutzer70315  (32)

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Nun, wie soll ich sagen. Ich kann sowohl dich und deine Wut als auch deine Mutter verstehen. Wobei du ganz recht hast, sie sollte mit offenen Karten spielen.
Generell ist es nicht verwerflich, wenn man sich nach vielen Jahren Ehe und gerade in einer sehr anstrengenden Situation neu verliebt. Das muss mal einfach so festgehalten werden.

Die "Art und Weise" ist wahrscheinlich der Knackpunkt. Sie hat dich eingespannt. Du befindest dich nun in einer Misslage und natürlich wird deine Loyalität ganz entschieden in Frage gestellt.
Ich würde nun nicht mit deinem Vater darüber reden, sondern nochmal mit deiner Mutter und ihr in einem ruhigen Gespräch klar machen, dass du es fairer fändest, wenn sie es deinem Vater sagt. Es ist und bleibt dann natürlich ihre Entscheidung. Du hast aber das Recht, deinen Standpunkt klarzumachen!

Eins noch: Lass den Begriff "Schlampe" aus dem Spiel, wenn du noch einen Funken Respekt vor deiner Mutter hast.
 

Benutzer154044 

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Das ist ein sehr sehr schwieriges Thema. Da sind zwei Menschen, die sich eigentlich noch lieben. Aber sie sind sowohl in ihren eigenen Problemen und Bedürfnissen gefangen, als auch in denen des Partners.

Auf der einen Seite der Mann, dem es körperlich und psychisch beschissen geht und in erster Linie sich darauf konzentrieren muss, und das derzeitige Sexualleben für ihn womöglich auch so nicht zufriedenstellend ist, aber er dafür nichts kann (?). Er muss bestimmt spüren, dass seine Frau seine Launen und die Flaute im Ehebett nicht (mehr) erträgt.

Auf der anderen Seite die Frau, die das Begehrtwerden und die Unternehmungen vermisst, vielleicht auch am Älterwerden zu knabbern hat und nervlich längst nur ein leichtes Kostüm trägt und irgendwo zwischen Trauer, Mitleid und Wut schwankt. Dann sich noch von den Kindern nicht verstanden fühlt. Das ist alles ein warmes aber pieksendes Korsett.

Beide vereinen die Erinnerungen und die Sehnsucht, dass es so wird wie früher. Aber das Leben ist immer ein Kompromiss und man muss Vielem irgendwie gerecht werden. Beide müssen auf sich hören und den andere. Es ist im besten Fall ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Wenn einer oder beide dieses Gleichgewicht nicht mehr sehen, kann es der Anfang vom Ende sein.

Es ist auch ein Unterschied wie man als Paar vor den Nachbarn wirkt, vor den Kindern wirkt und wie man die Zweisamkeit verbringt, sie erträgt (?), und wie man im Kopf über sich, den Partner, die Welt etc. denkt.

Wie, wo und mit wem will ich (weiter)leben?, das kann sich wie eine lebensbedrohende, unwirkliche Frage anhören. Die gewohnten Pfade will man vielleicht verlassen, aber man kann es nicht einfach, weil es sich richtig und falsch anhört. Und ohne Glasscherben auf dem Boden geht es vielleicht auch nicht.
[DOUBLEPOST=1439221028,1439220494][/DOUBLEPOST]Vielleicht vermissen alle das Lachen, Fröhlichsein im Haus. Wenn sich alle Kinder und Enkelkinder versammeln, kann man das vielleicht für ein paar Stunden ändern.
 

Benutzer72433 

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objektiv gesehen ist das verhalten deiner mutter definitiv fürn arsch, das ist richtig. subjektiv gesehen: wer hätte etwas gewonnen wenn sie es jetzt deinem vater erzählt, die zwei sich trennen, am ende beide unglücklich sind...? ist das wirklich die bessere alternative? manchmal muss man bei aller wahrheitsliebe auch mal überlegen mit welcher variante es allen beteiligten personen denn letztlich besser geht. wenn sie jetzt was sagt ist die ehe definitiv hinüber, oder? noch überlegt sie nur, das wäre in meinen augen ein zu früher zeitpunkt um es anzusprechen.
apropos anzusprechen: was würde es denn bringen wenn sie deinen vater noch zusätzlich ansprechen würde? nichts, oder? er hat sichs ja nicht ausgesucht, es ist keine böse absicht von ihm die er mal eben ändern kann. es würde ihm nur noch mehr kummer bereiten.

auch wenn dein vater nichts dafür kann: kannst du dir vorstellen wie belastend so eine situation ist? es ist ja nicht nur dass sie mit einem mürrischen, depressiven mann leben muss, es ist obendrein noch so dass ihr eigener sohn ihr für etwas vorwürfe macht was nicht schön ist, vielen menschen aber so geht, vor allem wenn sie so jung heiraten. wenn sie deinen vater nicht mehr liebt, nicht mehr glücklich mit ihm ist, sich aber in der pflicht fühlt bei ihm zu bleiben - was meinst, wie es ihr damit geht? absolut macht- und hilflos, keine chance etwas zu ändern, eingesperrt in einem leben was sie längst nicht mehr will? dass sie dir, ihrem kind gegenüber, möglichst immer eine heile welt vorgespielt hat hat in dem sinne wenig bis nichts zu bedeuten.

atme erstmal tief durch und dann sprich nochmal mit ihr. frag sie, wieso das soweit kam und wie es nun weitergehen soll. und, bitte, hör auf sie zu verachten oder zeig es ihr zumindest nicht... diese frau ist immernoch deine mutter, wenn du grade in einem gefühlschaos steckst überlege, wie viel schlimmer es ihr gehen mag. sie wird jetzt sicher niemanden brauchen der ihr vorwürfe macht und sie gedanklich als schlampe bezeichnet.

hilflosigkeit ist eines der allerschlimmsten gefühle, die man in einer beziehung haben kann. hilflosigkeit kann jede kleinste spur von liebe abtöten, hilflosigkeit kann einem jeden lebensmut nehmen, jede zuversicht. die situation mit ihrem mann ist beschissen und sie kann sie nicht ändern ohne sich selber und anderen weh zu tun - frag dich wie sehr du verzweifeln würdest mit einer frau, die (ohne absicht) scheisse zu dir ist, mit der du unglücklich bist, die du aber nicht verlassen kannst weil dein gewissen dich zwingt zu bleiben. bei der aussicht, dass das so den rest deines lebens weiter geht. denk darüber nach und fordere nichts von deiner mutter, was du nicht selber geben würdest.
 

Benutzer72433 

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aber sag mal.. hast du deine mum mal gefragt was das für nen typ ist? er will nach deutschland ziehen und sie heiraten... ohne sie je gesehen zu haben? also bei mir schrillen da alarmglocken, die nichts mit deinem vater zu tun haben.
 

Benutzer113487  (28)

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aber sag mal.. hast du deine mum mal gefragt was das für nen typ ist? er will nach deutschland ziehen und sie heiraten... ohne sie je gesehen zu haben? also bei mir schrillen da alarmglocken, die nichts mit deinem vater zu tun haben.
Exakt das habe ich sie auch gefragt, worauf hin sie mir nur antwortete:
"Ja, eben, deswegen mach doch nicht soein Fass auf, daraus wird wohl leider eh nichts".
Mich schockiert auch die Trockenheit, mit der sie es mir erzählt.

Ich bin gerade zufällig meiner Mum begegnet, die mir nur sagte: "Dein Vater weiß jetzt bescheid".
Mein Vater selbst ist auch total gelassen, wobei ich nicht glaube, dass sie ihm die ganze Wahrheit erzählt hat.
Er meinte gerade nämlich nur: "Ist doch okay, der ist doch eh soweit weg, da habe ich keine Angst".
Ich bezweifle, dass er das gesagt hätte, wenn er von ihren Gefühlen wüsste...

Naja, was soll's...
 
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