Meine Beziehung und der böse Alkohol.

Benutzer60100  (33)

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Hallo ihr lieben,

Lange bin ich immer nur stille mitleserin oder gebe anderen anderen beziehungstips. Nun bräuchte ich mal eure Meinung.

Mein Freund (26) und ich sind seit knapp vier Jahren ein paar und haben einen tollen Sohn zusammen. So lange wie wir zusammen sind, wohnen wir auch schon zusammen, das hatte sich so ergeben und war auch nie ein Problem.

Wir führen ansich eine harmonische Beziehung wenn er nicht Grade mit seinen Jungs unterwegs ist. Damit habe ich eigentlich kein Problem, Grade durch unseren kurzen und meiner zeitintensiven Arbeit gönne ich ihm die seltenen Abenden mit seinen Jungs schon sehr. Nur leider ist es so, dass sobald er getrunken hat, nicht mehr der Mann ist, den ich kenne und liebe. Das war von Anfang an ein Streitthema bei uns.

Nun haben wir uns so geeinigt, dass wenn er trinkt, bitte bei seinen Freunden schläft, damit wir uns nicht ständig in den Haaren haben wenn er wieder mal voll nach Hause kommt. Das läuft auch soweit ganz gut, allerdings übertreibt er es in letzter zeit immer sehr mit dem Alkohol.

Wir haben bestimmte Vereinbarungen getroffen. Er darf so lange feiern wie er will, wenn er mir vorher nur sagt, wo er ist und den nächsten Tag zum Mittag nach Hause kommt. Allerdings wurde auch vereinbart, dass er dann bei seinen Jungs bleibt und nicht noch in eine Diskothek zieht, wenn es vorher nicht abgesprochen wurde, da er es dort immer übertreibt und zum Teil ohne Geld, ohne Handy, ohne Jacke nach Hause kommt und nix mehr weiß. Das war soweit auch ok für ihn. Nun war es vor drei ornaten schon mal so, dass er dies missbraucht hat und es trotzdem getan hat, ohne jegliche Meldung. Wenn er's ich wenigstens zusammengerissen hätte, aber es müsste wieder was kommen. Er hat unser halbes Konto geplündert und das versoffen. Er hat sich entschuldigt, ich habe ihm gesagt ( nachdem in der Vergangenheit schon mehrere solche Sachen passiert sind) dass ich das nicht nochmal mitmache, da er wieder mal mein Vertrauen missbraucht und ausgenutzt hat.

Das soweit zur Vorgeschichte. Nun war er gestern wieder bei seinen Jungs zu einem Pokerabend. Alles soweit gut, habe ihm nochmal gesagt, dass ich ihm den Abend gönne aber er sich bitte an unsere Vereinbarungen halten soll und es mit dem Alkohol nicht übertreiben soll, da immer irgendwas passiert ist.

Nun kam er pünktlich nach Hause und erzählte mir, dass seine Jacke, sein Handy und sein Schlüssel weg ist und er nicht weiß wo die Sachen sind. Da ich eins und eins zusammen zählen kann, wusste ich dass er es mal wieder übertrieben hat und beim nachbohren wo er dann noch war, sagte er in der Diskothek. Alles klar, meine Lampen sind wieder angegangen und so habe ich ihn vor die Tür gesetzt. Keine Entschuldigung, kein einsehen, auf einmal war alles wieder vergessen und doch angeblich nicht so schlimm. Nun hat er den ganzen Tag nix von sich hören lassen, bis vor zehn Minuten, dass es ihm ja so leid täte und er sich nun ändern möchte und er mich Nicht verlieren will usw. Wenns das erste oder zweite mal wäre, koennte ich vielleicht noch drüber hinweg gucken, aber es das vierte (!!!) mal und so langsam verliere ich das Vertrauen in ihn. Er sieht es immer erst dann ein, wenn es fast zu spät ist und das ist diesmal auch. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Trennung durch zu ziehen. Das Problem ist einfach, wir haben ein gemeinsames Kind, ich liebe ihn trotzdem noch und er ist ein liebevoller wundervoller Vater und auch Freund, wenn er nicht trinkt.

Aber ich komme damit einfach nicht mehr klar und kann ihm in der Hinsicht nicht mehr Vertrauen und habe auch keine Lust auf ein zweites Kleinkind in der Hinsicht. Wir haben schon so oft geredet. Er weiß wie sehr er mich damit verletzt und deswegen haben wir kompromisse gefunden. Aber er hält sich unter Alkohol einfach nicht dran. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Es ist wirklich ein Problem fuer mich und ich kann damit nicht mehr umgehen. Allerdings ist unsere Beziehung, ohne Alkohol, fast perfekt. :frown: was würdet ihr tun oder könnt ihr mir Raten? Ich weiß dicht wie oft ich noch darüber mit ihm reden soll.

Ich danke euch jetzt schon mal fürs lesen und die Ratschläge. Er wird voraussichtlich in einer Stunde wieder da sein und bis dahin würde ich mir gerne einigermaßen sicher sein. :frown:

// Sorry für die Rechtschreibfehler,aber auf dem iPad funkt das irgendwie nicht so, wie ich das möchte und ich bin gerade auch ein bisschen durcheinander.
 

Benutzer115862 

Benutzer gesperrt
Was kann man da großartig zu schreiben. Wenn er beim Feiern einen so herben Kontrollverlust erleidet, sollte er einfach nichts (NIE MEHR) was trinken. Gerade als Vater darf er sich so einen Scheiß nicht mehr leisten.

Wenn die Beziehung ansonsten ganz gut läuft, hätte ich ihm längst vor die Wahl gestellt: Entweder Beziehung oder sein Alkohol.
 

Benutzer44777  (38)

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Warum trinkt er dann überhaupt Alkohol?
Also bevor es zur Trennung kommt, würde ich ihm die Option bieten aufzuhören.

Hat er ein Alkoholproblem? Also trinkt er auch einfach so?
 

Benutzer60100  (33)

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Ich will von ihm nicht verlangen, dass er nix mehr trinkt sondern einfach weniger. Ein, zwei Bier sollten doch auch ok sein. Für ihn scheint dass die Art sein abzuschalten. Allerdings werde ich ihn wohl indirekt so vor die Wahl stellen bzw dass er gerne ein bis zwei Bier trinken kann aber nicht mehr. Wenn ich das alles überhaupt noch will, aber ich denke das wird das Gespräch auch entscheiden bzw ob er mich diesmal mal ernst nimmt und mich auch versteht. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass sich das für einen Vater nicht gehört.

---------- Beitrag hinzugefügt um 20:19 -----------

Zu j: nein er hat er kein Problem mit dem Alkohol. Er trinkt nicht oft. Das kam falsch rüber. Nur bei seinen Jungs.
Ja ich denke die Option scheint auch erstmal die einzige und beste Lösung zu sein.
 

Benutzer105795 

Verbringt hier viel Zeit
Ich würde ihn nur unter der Bedingung zurück nehmen, dass er zu einer Beratungsstelle geht oder eine Therapie macht.
Selbst wenn er noch nicht die Kriterien für einen Alkoholiker erfüllen sollte, zeigt er klares Suchtverhalten.
Er scheint sich nicht unter Kontrolle zu haben, obwohl er weiß, wieviel für ihn auf dem Spiel steht.

Du hast jedes Recht, wütend zu sein. Du hast ihm viele Freiheiten eingeräumt und mehrere Chancen gegeben.
Jetzt ist er im Zugzwang hzu zeigen, wie ernst es ihm ist.
 

Benutzer60100  (33)

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Ich bin schon mal wirklich froh, dass ihr das nachvollziehen könnt. Ich habe nämlich auch schon oft zu hören bekommen, dass ich mich da mal nicht so anstellen soll und der arme junge ja auch mal abschalten muss.

Bist du dir sicher, dass das schon ein Suchtverhalten darstellt? Wie gesagt, das passiert nicht immer und dicht oft. Aber es darf meiner Meinung nach gar nicht passieren. Zumindest nicht, wenn er weiß dass es dicht abgesprochen war und er mich verletzt und damit seine Familie aufs spiel setzt. Nur das wird ihm immer erst bewusst wenn er ausgenuechtert hat und das kann's nicht sein. Und wie gesagt, er ist sonst wirklich ein wunderbarer Vater und trinkt natürlich auch nie in der Gegenwart von dem kurzen. Es geht dabei wirklich nur um uns.
 

Benutzer30735 

Sehr bekannt hier
Ich persönlich sehe das jetzt nicht so dramatisch, gehe selbst extrem gerne mit meinen Freundinnen feiern und das ist auch meistens sehr alkohollastig :ashamed:

Das mit dem gemeinsamen Konto geht aber gar nicht, da würde ich auch ausflippen - hat er denn kein eigenes (zusätzlich zu eurem gemeinsamen) Konto? Ansonsten, wenn sein Handy, etc. weg ist - ist doch sein Problem?! Klar, für einen Vater "gehört" sich das ganze vl. weniger, aber solange er dir und eurem Kind damit nicht schadet finde ich das nicht so schlimm. Er schläft ja auch auswärts (find' ich übrigens dann für euch eine gute Lösung), damit wird die Situation schon mal gut entschärft. Beenden würde ich eine ansonsten gut funktionierende Beziehung deswegen wohl nicht.
 

Benutzer60100  (33)

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Als wir noch kein Kind hatten war ich da auch total entspannt. Aber meiner meinung kann man sich doch ab einem bestimmten alter als Vater mal ein bisschen einschränken, zumal er weiß dass er mich damit verletzt und auch genau weiß dass er damit alles aufs Spiel setzt. Er kann sich bei seinen Jungs gerne wegbechern, aber dann auch bitte dort bleiben, dann weiß ich zumindest dass nix passieren kann. Und das ist eigentlich auch der Punkt. Natürlich schadet er dem kurzen nicht, das steht fest, das wäre auch keine Diskussion mehr Wert aber wir haben einfach zusammen diesen Kompromiss beschlossen und dann sollte das doch drin sein?!

Zum Konto: wir haben ein gemeinsames weil dass für uns die beste Lösung war und auch nie Probleme sonst Damit gegeben hat. Wir finden es einfach praktischer und eigentlich koennen wir uns da auch Vertrauen.
 

Benutzer105795 

Verbringt hier viel Zeit
Bist du dir sicher, dass das schon ein Suchtverhalten darstellt?.

Naja, ich bin natürlich keine Expertin auf dem Gebiet.
Was ich aber wirklich bedenklich finde, ist, dass er so oft bis zum Filmriss trinkt.

Die Häufigkeit allein betrachtet mag nicht alarmierend sein, aber die Menge schon.
Vor allem, dass er sich vornimmt oder verspricht, weniger zu trinken, es aber nicht einhalten kann. Er scheint sein Maß nicht zu kennen und betreibt dann richtiges Binge-Drinking.
(Davon geh ich mal aus, da man für einen Filmriss ja schon größere Mengen zu sich nehmen muss, vor allem, wenn man regelmäßig trinkt)

Woran liegt das denn? Fühlt er sich so besser? Oder überreden seine Freunde ihn und er kann nicht nein sagen?

Was mich vor allem nerven würde, wäre diese Inkonsequenz.
Und außerdem ist es nicht ungefährlich. Wer so betrunken ist, kann auch schnell böse stürzen oder sich anderweitig in Gefahr bringen.
Aber er hat dir und deinem Sohn gegenüber eine Verantwortung, da muss man sich anders verhalten.
 

Benutzer60100  (33)

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Ich denke einfach für ist es die Art mal richtig abzuschalten und dem Alltag zu entkommen. Alles um sich herum zu vergessen. Dabei muss man erwaehnen, dass er sich unter der Woche zum Teil alleine um unser Kind kümmert nach und vor seiner Arbeit. Ist für einen Mann jetzt nicht unbedingt selbstverständlich. Und er hat seine Arbeit natürlich auch noch. Er tut auch sehr viel für mich und unseren Sohn, da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Aber wenn er dann trinkt kommt er einfach dicht mehr klar und vergisst dabei auch mich. Er würde mich nicht betrügen, da bin ich mir eigentlich sehr sicher, aber kommt auf dem Alkohol anscheinend Chr richtig klar. Man muss dazu sagen, dass er ein Mensch ist, der schlecht bis gar nicht nein sagen kann. Vor allem in seinem Freundeskreis. Er möchte wohl nicht als Langweiler dastehen und macht dann einfach mit ohne Rücksicht auf Verluste. Er ist einfach ein total harmoniebedachter Mensch. Allerdings leider auch ein Mitläufer.

Ich in auch sicher, dass er in dem Moment auch nicht dran denkt, was er aufs Spiel setzt. Ich weiß dass er mich liebt und sonst alles für mich tut. Aber unter Alkohol denkt er einfach nicht mehr nach.
 

Benutzer37900 

Teammitglied im Ruhestand
Mir fällt grad auf, dass du viele Entschuldigungen für ihn suchst und findest. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das an eine Co-Abhängigkeit grenzt. Des Weiteren denke ich schon, dass er ein Problem mit Alkohol hat.

Fakt ist doch, dass er sich nicht an eure Vereinbarungen hält, sich verantwortungslos verhält und du auch kein oder kaum noch Vertrauen in ihn hast.

Du musst dir nun überlegen, ob du auf dieser Basis weiterhin eine Beziehung mit ihm führen möchtest.

Ehrlich gesagt, ich könnte es nicht (mehr).
 

Benutzer114120  (29)

Benutzer gesperrt
Verloren hab ich zum Glück bislang noch nichts beim Saufen, allerdings wollte ich mich am Samstag mit nem Türsteher prügeln, weil er mich nicht inne Disko lassen wollte. :ashamed: Versteh also schon deinen Freund, was es heißt, ausgelassen zu feiern.

Dass er aber ständig seine Sachen verliert, ist höchst peinlich und eigentlich sollte er solche Sachen garnicht erst mitnehmen - vorallem eure EC-Karte nicht. Finde aber auch, dass er sich als Vater mal zusammenreißen sollte und aufpassen, was er tut. Nicht, dass sein Sohn irgendwann Halbwaise ist. Gerade das sollte ihm langsam klar werden, dass er hier eine Verantwortung für Andere trägt und somit keine unnötigen Risiken mehr eingehen darf.

Kann er es nicht - und das hat er jetzt mehrfach bewiesen - stehst du in der Verantwortung mal selbst konsequent zu sein und ihm keine Drohungen mehr auszusprechen, wenn du diese dann am Ende eh nie einhälst, sondern es wirklich mal durchziehen.
 
M

Benutzer

Gast
nein er hat er kein Problem mit dem Alkohol. Er trinkt nicht oft. Das kam falsch rüber. Nur bei seinen Jungs..
Natürlich hat er ein Problem mit dem Alkohol. Er ist vielleicht kein Alkoholiker in dem Sinne, dass er sich jeden Abend volllaufen lässt, aber wenn er nicht weiß, wo seine Grenze ist, dann HAT er genau in diesem Moment sehr wohl ein Problem mit dem Alkohol!

Stell Dir doch mal die Frage, warum es immer wieder passiert, obwohl er doch ganz genau weiß, was dann im Laufe des Abends passiert - und vor allen Dingen, was auf dem Spiel steht, nämlich seine Familie.

Wenn es wirklich so sein sollte, dass er nur wegen den Kumpels noch ein paar Bierchen mehr als normal kippt - gut, das kann ich zwar nicht so ganz glauben, er ist ja kein Teenie mehr, der sich profilieren muss, aber mal dahingestellt, dass die ihn derart mitreißen, dann soll er sich andere Freunde suchen! Und wenn die Jungs was taugen, warum macht er es nicht genau umgekehrt und sagt: "Leute, ich krieg das mit dem Alkohol nicht auf die Reihe, könnt ihr mich bitte zurückhalten, wenn ich genug habe, anstatt gleich mal nachzubestellen"? Sind das richtige Freunde oder nur - im wahrsten Sinne des Wortes - Saufkumpanen? Die müssten doch wissen, dass er Frau mit Kind Zuhause hat und die alles andere als begeistert sein dürfte, wenn ihr Mann sternhagelvoll durch irgendwelche Clubs zieht.

Ich würde mal damit aufhören, ihm diese "Jungs-Abende" immer aus vollem Herzen gönnen zu wollen, denn die scheinen ja - zumindest in der aktuellen Gestaltung - schließlich Quell allen Übels zu sein. :hmm:
 

Benutzer109674 

Sorgt für Gesprächsstoff
Es gibt aber auch andere Methoden um mal richtig abzuschalten. Ich halte das Argument für eine Ausrede. Und wenn er ernsthaft daran glaubt, dann hat er vermutlich doch ein (Sucht-)Problem mit Alkohol. Er kennt ja anscheinend seine Grenzen nicht und macht denselben Fehler immer wieder. Bei einem oder zwei Vorfällen dieser Art könnte ich noch etwas Verständnis aufbringen. Aber wenn er dir schon mehrmals versprochen hat, dieses Verhalten zu ändern und sich verantwortungsvoller zu benehmen, dann würde ich langsam aber sicher an der Glaubwürdigkeit seiner Aussagen zweifeln.
Ist er immer betrunken, wenn er mit seinen Kumpels was unternimmt? Oder machen die auch mal andere Sachen zusammen?
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Also ich stimme meinen beiden Vorrednerinnen da auch zu. Der Mann hat definitiv ein Problem mit dem Alkohol, wenn er ständig so über die Strenge schlägt und das ganz offensichtlich nicht kontrollieren kann. Ob er jetzt selber trinkt oder ob seine Freunde ihn anstiften und er dann nicht nein sagen kann - beides ist nicht okay. Da muss er einfach mal ein wenig Selbstbewusstsein lernen, auch mal nein sagen können. Ich denke auch, dass es das Beste ist, wenn er diese Jungsabende und das Trinken an sich ganz aufgibt. Offensichtlich führen die ihn ja auch immer wieder in Versuchung. Wenn er Jungsabende verbringen will, kann man das auch tun, indem man Fußball guckt, Kegeln geht, quatscht oder was auch immer. Das muss doch nicht jedes Mal saufen sein, was ist das denn für eine Beschäftigung?!

Und mal ganz allgemein: Wer Alkohol braucht, um abzuschalten, hat ein Problem. Und ja, so jemand ist süchtig. Ob das jetzt nur ein Bier nach Feierabend ist oder am Wochenende saufen bis zum geht nicht mehr. Entspannen und Abschalten geschieht durch Hobbies, Sport, Ausruhen, etc, da verarbeitet man aktiv das, was man erlebt hat. Wenn man sich betrinkt, schaltet man doch einfach nur aus. Das ist nichts anderes, als ne Pille zu nehmen oder sonst was, da schaltet keiner ab, da trinkt man. Sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Da wäre doch eher mal zu gucken, wo der Druck in seinem Alltag so groß ist, dass er meint, er muss das unbedingt ausschalten.
Feiern mit Alkohol, wie einige das hier beschreiben, finde ich auch nicht okay. Ja, ich weiß, mag jetzt eine Grundsatzdiskussion sein. Aber meiner Meinung nach ist alles, was dazu führt, dass man nicht mehr Herr seiner Sinne ist, nicht okay und nicht normal. Ich hab doch auch eine Verantwortung für mich selbst und für mein eigenes Wohlbefinden. Und für meine Sachen, wie Geld und Schlüssel. Besonders Schlüssel, wenn da noch andere Leute mit im Haus wohnen. Ich finde es definitiv nicht normal, wenn man sich regelmäßig so zusäuft, dass man völlig die Beherrschung verliert und ich finde solche Stories auch nicht lustig.
Sowas passiert mal, wenn man mal feiern war (also wirklich was mit Anlass, wie eine Hochzeit) und/oder man sich selbst nicht einschätzen kann, bzw. vertan hat. Aber regelmäßig saufen gehen? Das hat doch mit Feiern an sich nichts mehr zu tun, Saufen ist keine Beschäftigung. Austoben und abschalten kann man auch anders.
Ich versteh jedenfalls nicht, wie man sich mit sowas auch noch brüsten muss und das witzig findet.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hi,

ja, ich würde Deinen Freund auch ganz klar in die Süchtigen-Ecke stellen. Aus drei Gründen:
- er hat Null Kontrolle über seinen Konsum
- er braucht das Koma-saufen, um abschalten zu können (Umkehrschluss: er kann ohne Alk nicht abschalten!)
- er bricht für den Alkohol Absprachen mit Dir, bricht Versprechen, die er Dir (und letztlich auch Eurem Sohn, auch wenn der das noch nicht mitbekommt) gegeben hat, um zu saufen. Damit hat der Alk eine größere Wichtigkeit in seinem (Gefühls-)Leben bekommen, als Du und Euer Sohn.

Ich habe ja sehr lange in einer Kneipe gearbeitet und hatte sie da alle vor der Theke: die viel-und-häufig-Trinker, die wenig-und-immer-Trinker, die Quartalssäufer und die Wochenend-Alkis. Nicht nur einen von denen sehe ich heute täglich auf dem Bahnhofsvorplatz auf den Bänken hocken... Nicht nur einer ist mittlerweile, viel zu jung, gestorben. Einer saß wegen häuslicher Gewalt im Knast, ein anderer ist immer wieder in der Psychiatrie, weil er nicht damit klarkommt, dass er besoffen eine 14jährige Fahrradfahrerin totgefahren hat.
Aber alle waren vor der Theke immer der festen Meinung, dass sie kein Alkoholproblem haben, dass sie jederzeit und sofort für immer aufhören könnten. Und alle waren damals in Beziehungen, waren verheirat, hatten einen Job, hatten Kinder usw...

Um nochmal auf Dich zurückzukommen: habe ich das richtig verstanden, dass er in letzter Zeit häufiger unterwegs ist als früher? Kommt es denn auch in letzter Zeit vermehrt zu den "Ausfällen"?
Warum eigentlich soll er nicht zu Hause sein, wenn er besoffen ist? Wird er aggressiv?

Ich finde es toll, dass Du eigentlich (erst einmal) an ihm und der Beziehung festhalten willst. Dazu, denke ich, solltest Du Dich aber schnellstens genauer über Alkoholsucht informieren. Im iNet findest Du da 'ne ganze Menge Seriöses. Und dann ihn genau beobachten, v.A. auf Veränderungen achten.
Dann denke ich, solltest Du ihm nochmal klar und deutlich Eure Abmachungen vor Augen führen.
Eine weitere Idee, die ich hätte, wäre, das Geld aufzuteilen. Eine gemeinsame Kasse für Euch Drei und zwei einzelne "Taschengeld"-Kassen. Das gemeinsame Geld muss für seine Sauftouren, für neuen Jacken und Handies absolut tabu sein. Vielleicht wird ihm darüber etwas klarer, dass er eine Familie hat, deren Geld er nicht zu versaufen hat.

Und Du solltest Dich genau beobachten, das Wort "Ko-Abhängigkeit" ist hier ja schon gefallen, ich finde auch, dass Du etwas zu viel an seinem Verhalten entschuldigst. Pass bitte auf Dich selber auf, und da muss ich sehr direkt werden: Du und Dein Sohn seid im Zweifelsfall alleine besser d'ran als mit einem Alkohol-Kranken.

Alles Gute!
Mark11
 

Benutzer86199 

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Hallo tainted.beauty,

ich weiß, dass ich etwas spät dran bin, aber vielleicht nützen dir meine Gedanken dennoch etwas.

Ganz praktisch gedacht, ließen sich die Verluste an solchen Trinkabenden doch eindämmen:
An solchen Abenden ein einfaches (oder altes) Portemonnaie, verwenden in das nichts als (ausreichend) Bargeld und sein Perso reinkommen. Folglich kann er kaum wichtige Unterlagen verlieren, noch das Konto plündern.
Den Schlüssel sollte er einfach bei dem Freund deponieren, bei dem er dann später auch übernachten wird und wenn er unbedingt ein Handy mitnehmen muss, dann eben ein altes mit einfacher Prepaidkarte. Das wären ein paar einfache Selbstkontrollstrategien.

Darüber hinaus kann eure Absprache nicht funktionieren. Du sagt selbst, dein Freund sei ein absolut harmoniebedürftiger Mensch. Er wird in eure Absprache eingewilligt haben, weil er keinen Streit wollte, weil ihm sein Verhalten im nüchternen Zustand peinlich ist, weil es vernünftig klingt, vielleicht auch, weil er Angst hatte dich zu verlieren, ... Aber bestimmt nicht, weil er darüber nachgedacht hat, was er sich wünscht und es sein Wunsch ist, sich beispielsweise nur auf die Clubs zu beschränken, die er dir mitteilt. Damit nimmst du doch viel mehr die Mutterrolle ein als es euch beiden lieb sein kann. Du hast selbst geschrieben, dass du keinen Partner gebrauchen kannst, der sich so kindisch verhält, ihm Regeln aufzuerlegen führt aber leider auch nicht dazu, dass er erwachsen wird.
Bitte versteh mich nicht falsch: mir ist klar, dass du ihn damit unterstützen möchtest und eure Familie damit schützen willst. Ich glaube nur nicht, dass es auf diese Art funktionieren wird.
Ich bin der Meinung, es kann nur dann funktionieren, wenn er es für sich tut (und nicht für dich) und dafür muss bei ihm ein Nachdenkensprozess einsetzen. Und dafür muss er sich klar werden, ob er dir wirklich jeden seiner Schritte an einem solchen Abend mitteilen möchte und ob es wirklich für ihn ok ist, zu den Jungs zu sagen "Sorry in den Club kann ich jetzt nicht mehr mitkommen. War nicht geplant. Ich fahr dann schonmal allein mit dem Taxi in deine Wohnung, Jan." oder "Ich gebe nur nochmal schnell zuhause Bescheid, dass wir noch woanders hingehen." Außerdem würde ich an deiner Stelle ein paar grundlegende Fragen stellen: Warum ist es ihm an den Abenden so wichtig, mit den Jungs (die noch nicht so viele Verpflichtungen haben) mitzuhalten? usw.
Sowas lässt sich nicht mal eben in einem Gespräch klären, wenn er sich wirklich Mühe gibt. Da braucht er länger um die Antworten zu finden und zu geben, denn ich garantiere dir, da werden auch Sätze dabei sein, die du gar nicht hören willst und vor denen er dich und sich - als harmoniebedürftiger Mensch - gern schützen möchte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich an deiner Stelle würde eine Menge fFragen stellen und ihm klar machen, dass es an ihm ist, mit den Antworten zu dir zu kommen! Wenn er das dann tatsächlich tun sollte, dann solltest du erstmal gut zuhören und dann fragen, wie er sich die Lösung vorstellt. Das ist meiner Meinung nach die Voraussetzung, einen funktionierenden Kompromiss zu finden.

Zum Schluss halte ich es nochmal für wichtig, dass ich dich keinesfalls als Buhmann darstellen will. Moralisch bist du hier ganz klar der Sieger, aber du hast nach einem Weg für eure Partnerschaft gefragt und der sieht für mich anders aus.
Ich drücke dir und deiner Familie die Daumen, dass ihr gemeinsam einen Weg findet! (Und hoffe, dass meine Worte trotz all meiner Müdigkeit noch Sinn ergeben.)
 

Benutzer103916 

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soll er halt ohne handy, schlüssel (pennt ja eh beim freund) und mit begrenztem geld (OHNE bankkarte) weggehen, dann kann er ja auch nichts verlieren.
 

Benutzer107327 

Planet-Liebe Berühmtheit
Google doch mal nach DSM-Kriterien für Substanzmissbrauch (Oder ICD-Kriterien für gefährlichen Konsum).

In den letzten 12 Monaten

Kontrollverlust: Check.
Konsum trotz schädlicher Folgen: Check.
Konsumiert wird wegen der Wirkung: Check.
Kommt seinen beruflichen / sozialen Verpflichtungen nicht mehr nach bei Konsum: Check.
Wissen um körperliche Gefährdung, dennoch Konsum: Weiß ich nicht, hört sich aber so an.

Bei Abhängigkeit:
Dosissteigerung/ Toleranzentwicklung: Naja, weiter steigern geht ja kaum.
Entzugssympomatik: Weiß ich nicht.
Er kann nich auföhren: Check.
Er trinkt mehr und öfter als er sich vornimmt: Check. (Oder will er sich immer ins Koma saufen?)
Es geht viel Zeit drauf für konsum und funktionswiederherstellung (Rausch ausschlafen): Check.
Andere Lebensbereiche (Parnterschaft) kommmen zu kurz: Check.
Weiterkonsum trotz wissen um Probleme: Check.
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Wieso nimmer eigentlich überhaupt Handy und Bankkarte mit, wenn er dann das Konto leersäuft und es nicht mal schafft, sein Handy zu behalten?
Macht er mit den Kumpels eigentlich noch was anderes oder treffen die sich nur zum gemeinsamen Vollrausch?
Wenn er´s nichtmal schafft sein Handy, seine Jacke und sein Bankkonto nicht zu verlieren, woher will er dann eigentlich wissen, dass er nicht auch anderen Mist mach? Mädchen, Pöbeleien/ Schlägereien/ groben Unfug /etc. ? Wenn er dann auch noch Filmrisse hat?

Das sind alles Fragen, die ich mir stellen würde und die du auch ihm stellen solltest. Verdammt, ihr habt ein Kind!Da muss er auch Verantwortung zeigen und die zeigt man nicht, indem man im Suff die Kohle aufn Kopf haut, von der man dem Kind was zu Essen und Kleidung kauft und die Miete zahlt.
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Oder google mal nach "CAGE-Test", das ist ein sreening-Schnellverfahren mit ganz guter Trefferquote.
Bei 2 "Ja" Anworten wird dringend geraten mal genauer abzuklären, was da los ist.
Vorhersage: Wenn er ehrlich ist, muss er sagen: Ja-Ja-Ja-Nein.
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Abgesehen von den ganzen guten Beiträgen hier, würde ich nur noch hinzufügen wollen, dass Dein Freund sich stark nach einem EpsilonTrinker anhört. Und ja, damit ist er Alkoholiker. Wichtig ist nicht zwingend die Häufigkeit.
Der Epsilon-Typ (Quartalstrinker, Alkoholiker) erlebt in unregelmäßigen Intervallen Phasen exzessiven Alkoholkonsums mit Kontrollverlust, die Tage oder Wochen dauern können. Dazwischen kann er monatelang abstinent bleiben. Epsilon-Trinker sind alkoholkrank.

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholkrankheit

Sucht euch Hilfe, in Form von Beratungsstellen. Es ist richtig, dass Du mit seinem Trinkverhalten nicht einverstanden bist.
 
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