Mein Vater kommt nicht zu meiner Hochzeit

Benutzer26627 

Meistens hier zu finden
Puh...

Ja, ich habe gerade das Telefonat hinter mir, das mir die Bestätigung gab. Ich versuche, da durchzublicken, kann es aber anscheinend nur ansatzweise.

Ich war immer Papakind, das heißt, unser Verhältnis war immer innig. Dann haben sich meine Eltern getrennt, als ich 15 war, mein Vater heiratete später erneut, aber auch diese Ehe besteht heute nur noch auf dem Papier.

Ja, und seitdem ist irgendwie alles anders. Nicht plötzlich, sondern es hat sich schleichend entwickelt. Er lebt nur für die Arbeit, das sagt er auch selbst. Er geht darin auf, das ist sein ganzer Lebensinhalt.
Ab und zu, wenn er getrunken hat, erzählt er, wie sehr meine Schwester und ich ihm fehlen. Und man hört das richtig an seiner Stimme. Aber diese Telefonate versuche ich zu vermeiden. Betrunken führt das sowieso zu nichts.

Meine Schwester und ich haben uns mit der Zeit irgendwie daran gewöhnt, wie unser Vater das handhabt. Mit etwas Glück sieht man sich alle paar Monate mal, telefoniert zwischendurch.
Die Sache ist, uns ist glaube ich viel bewusster, dass das Verhältnis gar nicht mehr so eng ist, nicht mehr so eng sein kann, wie früher. Er aber möchte oft am liebsten so tun, als wäre alles wunderbar. Vielleicht hängt er da den "guten alten Zeiten" hinterher, ich weiß es nicht...

Wir hegen keinen Groll gegen ihn, aber sind dann doch hin und wieder irritiert, wenn sich sein Handeln und seine Aussagen so sehr widersprechen.

Eben am Telefon sagte er mir nun, er kommt nicht zu unserer Hochzeit im April. Er möchte nichts mehr mit "Pflichtveranstaltungen" zu tun haben und er sei doch sowieso nur ein Fremdkörper in der Familie. (Was wir nie so gesagt haben, er macht sich dazu, weil er sich aus allem herauszieht). Und meiner Mutter möchte er auch nicht begegnen. Ich solle das aber nicht in den falschen Hals bekommen, das geht nicht gegen mich oder uns, und er hat mich lieb...

Ja schön, ich weiß irgendwie gar nicht so recht, wie ich mich jetzt fühlen soll. Ich habe das ja sowieso schon geahnt, dass das so kommt.
Ich bin enttäuscht, es schmerzt aber auch weniger als erwartet. Ich versuche zu verstehen... ja... was da passiert ist bei meinem Vater. Dass sich seine Prioritäten in einem solchen Maße verschoben haben. Er hat immer gesagt, und sagt es auch noch, dass wir an erster Stelle stehen. Aber wir widerrum wissen schon seit Jahren, dass das eben nicht so ist, das zeigt sein Handeln. Ich verstehe nur eben nicht, was dahintersteckt...

Er wird sich jetzt überlegen, ob er zumindest bei der Trauung auftaucht, weil ich ihn darum gebeten habe ("Wann ist die nochmal? Ich hab nichtmal mehr in die Einladung geschaut.") Tja, eigentlich ist die Sache klar. Die Prioritäten sind gesetzt.
Ich versuche jetzt nur zu sortieren, was ich dabei fühle. Zwingen kann ich ihn ja nicht. Sollte mir das jetzt nicht irgendwie viel mehr weh tun?? Also, es tut weh aber es ist eher so, dass das sich sowieso schon so lange abgezeichnet hat. Ach, ich weiß auch nicht...

Danke fürs Lesen.
 

Benutzer68737  (38)

Sehr bekannt hier
Also, nur mal kurz, obwohl deine Sachlache nicht "mal eben so" erledigt ist:
Wenn dir viel daran liegt, dann sag deinem Vater das nochmal. Und sag ihm auch, dass es ja wohl in seinem eigenen Interesse sein "sollte" bei der Trauung einer seiner Töchter dabei zu sein. Völlig egal, ob er eurer Mutter dabei begegnen könnte - er wird es überleben. Ich würd ihm nochmal klar machen, dass es dich sehr verletzen und enttäuschen würde, wenn er an deinem wichtigen Tag nicht dabei ist.

Tut mir leid für dich. :cautious:
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Och das ist natürlich sehr schade :knuddel:

Hier hilft wohl leider "nur" mehr Schadensbegrenzung und eine gute Lösung für alle Seiten zu erreichen.

Dass es nicht noch mehr weh tut, erachte ich jetzt eher als Vorteil und wie du sagst, vl. ist die Enttäuschung einfach deshalb nicht so groß, weil du es ja schon im Vorfeld geahnt hast.
Wäre ja schade, wenn du deinen Tag nur wegen dieses Ereignisses nicht genießen könntest und das immer als graue Wolke über diesem Tag schwebt.
Wie du sagst zwingen kannst du ihn nicht, sondern nur versuchen, das Beste daraus zu machen.
Deine Gefühle sind vollkommen in Ordnung und ich denke, es wäre vermutlich nicht so verkehrt, wenn du darüber gar nicht mehr allzu intensiv nachdenkst!
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Vielleicht können dein dann-Mann und du ja mit ihm zusammen chic essen gehen, und mit ihm "privat" eure Hochzeit feiern, sprich ohne Anhang.

Könnten die beiden sich denn wirklich nicht zusammenreißen, wenn sie sich begegnen? Müssen ja nicht groß miteinander reden, grüßen reicht ja.
 

Benutzer147572 

Verbringt hier viel Zeit
Ich würde mal sagen, dein Vater will seine Gefühle nicht wieder aufkochen im negativen Sinne. Er ist wohl tief verbittert über die Trennungen, die er hinter sich hat und gefühlsmäßig will er sich nicht quälen. Sieht er euch bei der Hochzeit, denkt er wohl an seine eigenen gescheiterten Ehen zurück, was für ihn wohl nicht gerade ein Hochgefühl auslösen würde. Er möchte nicht mit deiner Mutter zusammen kommen. Es würde ihn innerlich aufwühlen. Deswegen die Absage. So würde ich das mal interpretieren. Er sitzt zwischen zwei Stühlen. Natürlich wäre er bei der Hochzeit seiner Tochter gerne dabei, das unterstelle ich jetzt einfach mal. Aber er hat bestimmt auch Angst vor den heftigen Gefühlen, die wohl in ihm aufkommen würden.
Ich würde mich mit ihm danach einfach mal zusammen mit deinem Partner treffen, um die Hochzeit "nachzufeiern", wenn man das mal so sagen darf. Ich wäre ihm, glaube ich, nicht böse. Nur traurig.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kann verstehen, dass du über seine Prioritätensetzung enttäuscht bist - und genau das würde ich ihm auch nochmal sagen. Ich würde ihn mal auf diesen Widerspruch zwischen Aussagen und Handeln hinweisen. Denn genau dieser ist ja so schwierig für dich - du weißt alles nicht so recht einzuordnen. Es hört sich so an, als hast du zwar einierseits den Eindruck, dass du ihm nicht mehr so wichtig bist, andererseits aber immer wieder Hoffnung, dass es doch anders ist. - Was nur allzu nachvollziehbar ist.

Ich würde ihn an deiner Stelle auch ganz ausdrücklich nochmal bitten zu kommen. Natürlich kannst du ihn nicht zwingen, aber du kannst ihm eben sagen, was dir daran liegt - und fragen, ob er diesen Tag in deinem Leben nicht mit dir teilen möchte.

Ich weiß natürlich nicht, wie die Beziehung deiner Eltern auseinandergegangen ist, aber dass er nach über 10 Jahren Trennung und einer erneuten Heirat eine Begegnung auch um den Preis vermeiden will, ein wichtiges Ereignis in deinem Leben zu verpassen und dich zu verletzen, finde ich jedenfalls unter halbwegs "normalen" Trennungsumständen (also keine tiefe und einseitige Verletzung deines Vaters) schon stark. Und ich denke, ich würde ihm das auch sagen, nett verpackt - dass du dich freuen würdest, wenn er über seinen Schatten springt, nicht für sie sondern für dich. Vielleicht kannst du ihm ja versichern, dass er an einem anderen Tisch sitzen kann usw.
 

Benutzer123421  (30)

Sehr bekannt hier
Rede doch noch mal mit ihm, dass er wenigstens zur Trauung kommt. Da muss er ja nicht groß mit jemanden reden. Und das Essen danach oder was dann kommt muss er ja nicht mit machen.

Vielleicht kann deine Mutter ja auch was dazu sagen und ihn mal anrufen. Aber kp wie das Verhältniss ist.
 
A

Benutzer

Gast
Hmm, ich muss ehrlich verstehen, dass ich es nicht verstehen kann, warum du jemanden auf deiner Hochzeit haben willst, der gar nicht dort sein will? Gerade wenn es der eigene Vater ist, ist das doch nur totaler Stress.

Ich persönlich würde froh sein, dass er das so offen sagt und mit offenen Karten spielt, anstatt dass er dann aufkreuzt, gar nicht dort sein will und es obendrein noch totalen Familienstress gibt, weil dann vielleicht wirklich nicht alle positiv auf ihn zukommen.

Ich find den Vorschlag auch gut, ihn zu fragen, ob er ein getrenntes Essen mit euch gut finden würde. Da hast du auch viel mehr Gelegenheit mit ihm zu reden. Auf der Hochzeit würdest du ja sowieso kaum dazukommen.
 

Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Das erinnert mich an einen Bekannten von mir, der auch viel trinkt, und irgendwie mehr und mehr zurueckgezogen lebt. Ich sehe den manchmal monatelang nicht, und der will dies nicht und das nicht, und alles ist ihm zuviel... ich glaube, das hat was mit alkoholbedingten Depressionen zu tun. Ich wuerde das insofern nicht auf mich beziehen. Der funkt einfach aus einem grauen Nebel heraus, der nicht so ganz dem entspricht, wie er empfinden wuerde, wenn er die Depressionen nicht haette, meine ich.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich find den Vorschlag auch gut, ihn zu fragen, ob er ein getrenntes Essen mit euch gut finden würde. Da hast du auch viel mehr Gelegenheit mit ihm zu reden. Auf der Hochzeit würdest du ja sowieso kaum dazukommen.
Dem schließe ich mich an. Ich kenne das selber, wenn auf einer harmlosen Familienfeier persönlichen Fehden ausgetragen werden, das muss nicht sein. Da finde ich die Version eines gemeinsamen Essens wirklich gut, so wird er nicht komplett ausgeschlossen.

Natürlich kann ich deinen Wunsch verstehen, dass du gerne deinen Vater bei der Hochzeit dabei haben möchtest, mir würde es nicht anders gehen. Trotzdem solltest du seinen Wunsch respektieren, es wird ihm bestimmt nicht leicht gefallen sein, dir das zu sagen, schließlich bist du sein Kind.
 

Benutzer26627 

Meistens hier zu finden
Ich danke euch für all eure Gedanken und Kommentare.
Beim Lesen fiel mir noch mal auf, ich glaube nicht, dass es da vordergründig um meine Mutter geht. Er war früher immer der, der nichts gegen Begegnungen mit ihr gehabt hätte, sie war die, die totale Panik davor hatte. Das hat sich jetzt irgendwie gedreht. Meine Mama kommt jetzt klar, durch lange Jahre des Aufarbeitens, bei meinem Papa hat es sich plötzlich verändert. Anrufen oder sonstwie Kontakt herstellen will sie aber trotzdem nicht unbedingt.

Ich glaube, das hier trifft am meisten zu:

Mag jetzt blöd klingen, ne abgedroschene Phase sein und dir nicht weiterhelfen... Aber Menschen ändern sich.
Was in deinem Vater vorgeht weist du nicht. Dass er betont wie wichtig ihr ihm seid, kann auch dafür sprechen, dass ihm selbst bläut, dass das Verhältnis zwischen euch weniger eng ist als damals. Mit seiner zweiten Beziehung "nur auf dem Papier" steht er als der da, der's n 2. mal vergeigt hat... Auch nicht schön vor der Exfrau. Scham, Schuld... Dazu noch Alkohol. Man weis ja nicht, wie er es handhabt, wenn er grad nicht anruft... Positiv wirkt sich das Zeug bei jemandem, der eh schlecht drauf ist, allerdings definitiv nie aus (haben im Freundeskreis bei einem auch erst letztens gemerkt, wie schlimm es bei ihm wirklich ist... )
Bei der Hochzeit meiner Eltern hat meine geschiedene Großmutter ununterbrochen meinen Großvater diffamiert... Und das auf wirklich unterstem Niveau... Ich Weis natürlich nicht, ob das bei euch auch so wäre, aber die Angst wird bei deinem Vater wohl auch da sein.
Dass es genau das Gegenteil von dem bewirkt, was er wahrscheinlich will, wenn er sich in sein Schneckenhaus verkriecht, ist etwas, was nur er allein für sich erkennen kann...
Auch was den Alkohol betrifft.
So als hätte er es gern anders; ein bisschen mehr heile Welt, merkt aber genau, dass das nunmal nicht so ist.

@aiks: Bis zur Verlobung hätte ich überhaupt nie gedacht, dass er nicht kommen wollen würde. Wirklich nicht. Deshalb, ja, insgesamt hätte ich ihn natürlich gern da. Aber nein, gegen seinen Willen muss er das nicht machen. Mich irritiert nur, DASS es so ist. Aber ich schätze, da hat Arnold1994 den Punkt ganz gut getroffen, wenn ich es mir so überlege.
Es ist eben so, niemand hätte etwas gegen ihn auf der Feier. Auch meine Mutter hat gesagt, sie könne sich ja wunderbar mit den anderen Gästen unterhalten. Niemand schließt ihn aus. Nur er sich selbst.

Ich hätte das einfach nie gedacht, wisst ihr? Es gab nie einen Bruch zwischen meinem Vater und uns Schwestern. Er fing halt an, sich selbst als "Fremdkörper" zu empfinden. Sich aus Anlässen herauszuhalten.

Und ich habe ihm gesagt, was mein Wunsch ist. Das wurde aber eher weggewischt. Da bin ich niemand, der dann verzweifelt darum bettelt. Wie gesagt, zwingen kann und will ich ihn nicht.
Er sagte auch sowas merkwürdiges wie: "Vielleicht überlege ich es mir noch mal, sollte mir jemand [aus seinem Umfeld] den Kopf waschen, aber das glaube ich eigentlich auch nicht, dass es dann anders wäre..." Als würde die Meinung seiner Tochter nicht zählen, die seines Arbeitsumfeldes aber schon. (Ein privates Umfeld hat er ja praktisch gar nicht mehr, da er nur für die Arbeit lebt.

Böse bin ich nicht auf ihn. Dazu merke ich halt viel zu sehr, dass da mehr dahintersteckt, auch wenn man das nicht so greifen kann.

Ja, das mit dem Essen ist auch eine gute Idee. Nur mal sehen, ob es dazu kommt. Es dauert ja immer Wochen und Monate, bis er mal einen kleinen Termin für uns freischaufeln kann.

Das erinnert mich irgendwie auch an eine Freundin von mir. Sie war vor etwa zwei Jahren schwerst depressiv und es war ihr wirklich überhaupt nichts mehr wichtig. Nichts.
Und bei meinem Vater hab ich auch manchmal den Eindruck, dass aus einer ähnlichen Richtung der Wind weht...
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Böse bin ich nicht auf ihn. Dazu merke ich halt viel zu sehr, dass da mehr dahintersteckt, auch wenn man das nicht so greifen kann.
Das kenne ich gut. Mein Vater hat auch ein Problem mit Alkohol und das phasenbedingt durch seine Krankheit. In diesen Phasen ist er schwer auszuhalten und wirkt sehr depressiv und lebensmüde. Zudem fängt er an sich vollkommen zu isolieren und stößt seiner Familie öfters vor den Kopf.
Er bemitleidet sich dann selber so sehr, dass er sich da alleine nicht raus holen kann. Aber ich muss wirklich gestehen, ich bin damit auch überfordert, da er auch keine Hilfe annehmen möchte.

Ich kann dich also schon verstehen, vor allem das:
Und bei meinem Vater hab ich auch manchmal den Eindruck, dass aus einer ähnlichen Richtung der Wind weht...
Man hat das Gefühl, man sieht dem Schiff beim Kentern zu und kann nichts dagegen tun.:frown:

Mein Vater sieht z.B. nicht ein, dass er ein Problem hat und relativiert alles. Wie sieht es bei deinem Vater aus?
Ist er sich bewusst, dass er sich alleine zurück zieht und Keiner einen Groll gegen ihn hegt?
 

Benutzer26627 

Meistens hier zu finden
Hmm, ich finde das schwer zu beantworten, da der Kontakt ja nunmal nicht so sehr eng ist, so dass ich das oft mitkriegen würde. Ich glaube aber, er macht sich vor, dass alles so seinen normalen Gang geht. Aus seiner Sicht ist er immerhin aktiv, arbeitet bis zum Umfallen, also kann es ja so schlimm nicht sein... denkt er.
Aber mein Verlobter, der selbst in der Suchthilfe aktiv ist, sagt auch, er kann auch sehr gut arbeitssüchtig sein, das würde passen.
Wie dem auch sei, ich hab genug Erfahrung im Umgang mit Süchten, dass ich weiß, dass man ihn da nicht mal eben rausholen kann.
Wenn es wirklich eine Sucht ist bei ihm, macht er es sich da ja genauso bequem wie andere Süchtige, die ich kenne. Vermeidung, Schönreden, Selbstbelügen...
Sowas sieht kein Betroffener einfach so ein.

Er weiß, dass wir nicht böse sind (und das ist ihm auch wichtig, ich schätze mal, so kann er sich leichter vormachen, dass alles okay so ist, wie es ist.) und er merkt auch hier und da, dass er das selbst macht, sich selbst rauszieht. Aber er stellt es eben so dar, als wäre das etwas völlig normales, an wichtigen Anlässen nicht mehr teilzunehmen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Wenn es wirklich eine Sucht ist bei ihm, macht er es sich da ja genauso bequem wie andere Süchtige, die ich kenne. Vermeidung, Schönreden, Selbstbelügen...
Sowas sieht kein Betroffener einfach so ein.
Ja, davon kann ich auch ein Lied singen.:schuettel:

Aber er stellt es eben so dar, als wäre das etwas völlig normales, an wichtigen Anlässen nicht mehr teilzunehmen.
Das ist natürlich wirklich blöd, aber du kannst es wohl nur akzeptieren, dass er es so handhabt. Mehr als Reden kann man ja leider nicht.:frown:

Ich kann dir leider nichts raten, ich kenne diese Hilflosigkeit selber. Aber ich wünsche dir trotzdem eine tolle Hochzeit!
Es ist zwar schade, dass er nicht dabei ist, aber lasse nicht zu, dass das deine Vorfreude mindert.:knuddel:
 

Benutzer26627 

Meistens hier zu finden
Danke dir Mrs. Brightside Mrs. Brightside .

Heute kommt die Traurigkeit doch etwas mehr durch. Ich glaube, meine Gefühlswelt schließt jetzt zu meinem Verstand auf. Ich wusste schon lange, dass das Verhältnis nicht mehr so eng ist, wie er das immer noch gern hinstellt. Nur mein Herz verarbeitet das eben jetzt erst.
So wie... Hmm... um etwas trauern, das ich schon längst nicht mehr hatte.

Aber ich merke immer noch, hinterherrennen will ich ihm da nicht... Andere Väter würden sich freuen wie bekloppt und den ganzen Tag über strahlen. Er nicht. Da mag ich nicht noch betteln.
 

Benutzer146682 

Meistens hier zu finden
Ohne alles durchgelesen zu haben, wie läuft denn der Kontakt zwischen dir und deinem Vater ab? Ich habe jetzt schon ein paar Mal gehört, gerade von Vätern, dass sie sich gern kümmern und regelmäßig nachfragen, wie es dem Kind / den Kindern geht, ob man sich mal treffen mag, etc. Dass ihnen aber teilweise die Initiative ihrer Kinder fehlt, das Interesse am Vater, den man ja gar nicht mehr so oft sieht, selbst bei Anlässen wie dessen Geburtstag o.ä. War da immer alles ausgewogen?
 

Benutzer26627 

Meistens hier zu finden
Ausgewogen kann man das nicht nennen. Meine Schwester und ich haben da deutlich mehr Interesse gezeigt. Wenn wir uns überhaupt sehen, dauert es immer ewig, einen Termin zu finden, weil meinem Vater immer wichtigeres dazwischen kommt, meist die Arbeit.
Also, wir zeigen doch recht deutlich Interesse. Wenn er nachfragt, wirkt das irgendwie mehr und mehr wie Pflichtgefühl.

Dazu passt ja auch sein Kommentar zur Absage: "Du weißt ja, ich möchte so Pflichtveranstaltungen einfach nicht mehr mitmachen."
 

Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Hey du,
das tut mir echt Leid, dass es so gekommen ist und ich kann gut verstehen, dass du traurig bist, deinen eigenen Vater nicht bei deiner Hochzeit zu haben.
Ich muss sagen, es erinnert mich ein wenig an meinen Schwiegervater…er hat ein Alkoholproblem und ist seit Jahren depressiv. Nach und nach hat er sich aus allem herausgezogen, geht kaum noch vor die Tür, sagt auch nahezu alle Einladungen ab. Wie auch dein Vater sieht er sich als Fremdkörper zwischen anderen Leuten und fühlt sich selbst in der eigenen Familie nicht mehr wohl, obwohl niemand Groll gegen ihn hegt oder dergleichen. Er glaubt selber, dass er stört und unangenehm auffällt und dass ihn im Grunde eh niemand dabei haben möchte (was nicht stimmt). Versuche, ihm zu erklären, dass das gar nicht stimmt, er sehr wohl erwünscht wäre und ganz sicher niemand etwas gegen ihn hat, bringen nichts und verpuffen im Nichts. Ganz selten mal, dass er sich noch aus seinem Schneckenhaus heraus traut. Die Depressionen haben seine Wahrnehmung einfach völlig verzerrt, dazu kommt der Alkoholkonsum (den er aber schon auch selber als Problem ansieht, aber nicht in der Lage ist, zu kämpfen) und schon nahezu sozialphobische Tendenzen.
Ich weiß natürlich nicht, wie es bei deinem Vater aussieht. Ob er tatsächlich erkrankt ist oder zumindest droht, in diese Richtung zu rutschen. Es kann aber durchaus sein,dass du Recht hast und der Wind aus dieser Richtung weht. Wenn dem so sein sollte, dann ist es absolut nichts persönliches, dann ist er tatsächlich mitunter nicht in der Lage zu sehen, dass er sich im Grunde Unsinn einredet.
Ganz generell würde ich sagen, du kannst ihn nicht zwingen und ich würde ihm wohl auch nicht lang hinterher laufen. Du kannst ihm ruhig sagen, dass es dich verletzt. Vielleicht auf die Gefahr hin, dass er das nicht mal richtig realisiert, das weiß ich nicht…aber zumindest kannst du ihm erklären, wie es dir mit seiner Entscheidung geht. Mehr ist, fürchte ich, nicht drin…So schade es ist. Wenn jemand absolut nicht will und sich auch nicht davon überzeugen lässt, dass er sich nur was einredet (im Bezug auf dieses "ich bin eh nur der Fremdkörper"), dann hilft alles nix…ist zumindest meine Erfahrung.
Aber für dich ist das natürlich unheimlich schade und ich versteh total, dass es dich traurig macht.
Fühl dich mal gedrückt!:knuddel:
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren