Mein Mann will keinen Sex

Diotima   (38)

Ist noch neu hier
Hallo, ich bin 38 Jahre alt.
Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren ein Paar, wir haben keine Kinder. Unsere Beziehung ist gut, wir verstehen uns gut, er liebt mich, sagt er und das fühle ich auch. Ich liebe ihn auch.
Das Problem ist, dass er in den letzten Monaten den Sex mit mir "verweigert".
Wir hatten Phasen, wo es sehr viel Sex gab, wir hatten Phasen, wo es weniger Sex gab. Aber so wenig wie jetzt... das gab es noch nie.
Ich bin ständig geil auf ihn, ich finde ihn immer noch sehr attraktiv. Er scheint mich in sexueller Sicht allerdings nicht mehr gut wahrzunehmen.
Ich entschliess mich, ihn zu verführen, zog mich schön an und so.. Er stiess mich weg und raunzte mich an, ich solle nicht so einen Druck machen.
Er sei keine Maschine. Das hat mich sehr verletzt.. Ich habe aber nicht aufgegeben.
Ich habe ihn offen angesprochen, habe gesagt, wie ich mich fühle (alles das, was ich euch schon oben geschrieben habe). Das Gespräch war gut, an dem folgenden Abend gab es auch Sex, der sehr gut war...
Seitdem ist eine Woche vergangen. Ich habe nichts mehr angedeutet, weil ich keinen Stress machen will.
Mir ist das einfach zu wenig, jede Woche 1x. Ich möchte jetzt auch nicht hören "sei froh, einmal die Woche ist total viel" oder "besser selten als nie" oder sowas.
Ich bin jung, ich bin frei, da wir keine Familie haben stellen sich Fragen wie Wo und Wie überhaupt nicht. Ich habe doch auch Bedürfnisse, Körperlichkeit gehört für mich einfach dazu. Ich bin unglücklich.
Ich habe nun ernsthaft darüber nachgedacht, eine Affaire zu beginnen. Angebote hätte ich, irgendwie scheinen Männer das auch zu merken, ich strahle wohl irgendwas aus. Ich war immer treu! Ich hatte nie Gedanken daran, fremd zu gehen. Und mich erschreckt das auch gerade.
Ich kann mit niemandem darüber reden... Meine Freunde kennen uns beide, ich habe da nicht so das Vertrauen..
Mich würden ein paar Meinungen, vielleicht auch ein paar nette Worte, wirklich sehr freuen... Vielleicht geht es jemandem ähnlich, oder jemand hat einen Tip.
Danke fürs Zuhören, Diotima
 

halbleiter  

Verbringt hier viel Zeit
Ihm ist dein Leidensdruck offenbar keineswegs klar. Ich würde durchaus mal so Andeutungen in Richtung Affaire machen, weil es dir einfach zu wenig ist. Ich schätze mal damit wirst du einen Konflikt produzieren, doch anders scheint es ihm nicht klar zu machen zu sein.

Affaire aus männlicher Sicht:
Ich habe überhaupt kein Problem wenn meine Freundin Sex mit anderen Männern hat, wenn das in Clubs oder sonstwo passiert, das sexuelle eindeutig im Vordergrund steht. Unsere Beziehung ist gesettelt genug, dass ich mir unter diesen Umständen keine Sorgen mache. Will sie aber mit einem Mann ein Wochenende im Romantikhotel verbringen, wäre mir das klar zu viel.

Die andere Seite:
In den letzten Jahren meiner Ehe wollte meine Ex-Frau keinen Sex mehr mit mir. Es war abgesprochen, dass ich mich anderwärtig vergnügen darf. Das war nett, aber keine Ersatz für den Sex mit der Frau, die ich damals geliebt habe.

Dann noch die Risikoanalyse:
Es gibt Frauen, die sich über guten Sex verlieben können, ob das bei dir so weit gehen kann, wenn nun ein Mann dir gibt, was du vermisst? Müsstest du selbst beurteilen...

Ich kenne viele Paare, die sich nach langen Beziehungen irgendwie arrangieren. Alles was ich anspreche basiert aber auf Vertrauen, eine Affäre hinter seinem Rücken zerstört es.

Auch gut möglich dass sich einige Faktoren ändern und es wieder etwas besser wird, nur ob dir "etwas besser" reicht?
 

Menas295  

Sorgt für Gesprächsstoff
Liebe Diotima,

in dem, was Du über Eure Beziehung und Euer Problem schreibst, fallen mir ein paar Sätze auf. Auch wenn Du schon viele Antworten erhalten hast, würde ich das gerne einbringen. Vielleicht ist etwas darunter, was Dich zum Weiterdenken anregt, und damit möglicherweise den Lösungsraum etwas erweitern kann.

Doch zuvor würde ich Dir gerne eine Frage stellen: Wie bist Du auf Deinen Benutzernamen gekommen? Welche Diotima steht dafür Vorbild?
 

Horatio  

Klickt sich gerne rein
Hallo Diotima,

vielleicht mal ein ganz anderer Gedankenansatz. Wie erfolgreich bist du in deinem Job? Bringst du mehr Geld als er mit nach Hause?
 

Diotima   (38)

Ist noch neu hier
Hallo an alle, danke für die vielen Antworten, auch für die neuen. Ich freue mich sehr darüber!
Ich war jetzt eine Zeit lang nicht mehr hier aus Zeitmangel. Heute möchte ich gern die restlichen Fragen beantworten.
Es ist so interessant, wie sich die männlichen von den weiblichen Antworten unterscheiden (ich weiss es soll ja alles genderfluid und so sein, Geschlecht ist ein soziales Konstrukt etc. etc., darüber mag ich jetzt aber nicht reden).
Es hat sich seit meinem letzten Eintrag leider auch nichts geändert.. Er ist nach wie vor verschlossen, ich bin nach wie vor traurig.
Schade dass er nicht will.
Hat er evtl schmerzen?
Kann es sein das er dich nicht mehr attraktiv findet?
Von Schmerzen hat er nichts gesagt, ich hatte schon mal gefragt.
Klar, mein Mann will keinen Sex, weil ICH nicht mehr attraktiv bin... *Augen roll* gg
Ok die Frage ist vielleicht berechtigt, aber wie soll ich das denn beantworten. Der würde das eh nie zugeben.
Und andere Männer sehen das ganz anders.

Hallo Diotima,

vielleicht mal ein ganz anderer Gedankenansatz. Wie erfolgreich bist du in deinem Job? Bringst du mehr Geld als er mit nach Hause?
Nein, er verdient wesentlich mehr Geld als ich.

Liebe Diotima,

in dem, was Du über Eure Beziehung und Euer Problem schreibst, fallen mir ein paar Sätze auf. Auch wenn Du schon viele Antworten erhalten hast, würde ich das gerne einbringen. Vielleicht ist etwas darunter, was Dich zum Weiterdenken anregt, und damit möglicherweise den Lösungsraum etwas erweitern kann.

Doch zuvor würde ich Dir gerne eine Frage stellen: Wie bist Du auf Deinen Benutzernamen gekommen? Welche Diotima steht dafür Vorbild?
Mein Nick bezieht sich auf Diotima von Mantinea, eine griechische Philosophin des antiken Griechenlands, die Plato und Sokrates mit ihren für damalige Frauen fortschrittlichen Ideen beeinflusste und zu neuen Gedanken inspirierte.
Ich freue mich, wenn du deine weiteren Ideen einbringen würdest.

Ihm ist dein Leidensdruck offenbar keineswegs klar. Ich würde durchaus mal so Andeutungen in Richtung Affaire machen, weil es dir einfach zu wenig ist. Ich schätze mal damit wirst du einen Konflikt produzieren, doch anders scheint es ihm nicht klar zu machen zu sein.

Affaire aus männlicher Sicht:
Ich habe überhaupt kein Problem wenn meine Freundin Sex mit anderen Männern hat, wenn das in Clubs oder sonstwo passiert, das sexuelle eindeutig im Vordergrund steht. Unsere Beziehung ist gesettelt genug, dass ich mir unter diesen Umständen keine Sorgen mache. Will sie aber mit einem Mann ein Wochenende im Romantikhotel verbringen, wäre mir das klar zu viel.

Die andere Seite:
In den letzten Jahren meiner Ehe wollte meine Ex-Frau keinen Sex mehr mit mir. Es war abgesprochen, dass ich mich anderwärtig vergnügen darf. Das war nett, aber keine Ersatz für den Sex mit der Frau, die ich damals geliebt habe.

Dann noch die Risikoanalyse:
Es gibt Frauen, die sich über guten Sex verlieben können, ob das bei dir so weit gehen kann, wenn nun ein Mann dir gibt, was du vermisst? Müsstest du selbst beurteilen...

Ich kenne viele Paare, die sich nach langen Beziehungen irgendwie arrangieren. Alles was ich anspreche basiert aber auf Vertrauen, eine Affäre hinter seinem Rücken zerstört es.

Auch gut möglich dass sich einige Faktoren ändern und es wieder etwas besser wird, nur ob dir "etwas besser" reicht?
Ehrlich gesagt hatte ich in den letzten 15 Jahren bis jetzt nie den Gedanken an einen anderen Mann.
Ich weiss auch nicht genau, ob ich mich mit so einer Absprache arrangieren könnte.. Es geht ja nicht darum, dass ich andere Männer will.
Ich will ja meinen Mann. ER will MICH ja nicht.. Mir geht es nicht darum, dass es zu langweilig geworden ist nach all den Jahren.
Was aus seiner Sicht ist kann ich einfach nicht sagen, weil er sich so verschliesst. Je offener und freizügiger ich diesbezüglich werde, desto mehr zieht er sich zurück..
Wir haben sonst eine gute Beziehung, wir reden viel, er will viel kuscheln (ich eher nicht, weil ich was anderes will), er schreibt mir von der Arbeit oder ruft mich an. Da ist nicht zu beanstanden.
Umso schlimmer wäre eine Affaire...
ABER... ich wiederhole nochmal: Meine Bedürfnisse haben auch ihre Berechtigung und seien es aus mancher Sicht "nur" auf Körperlichkeit und Erotik bezogene.

Ich freue mich über weitere Diskussionen und Meinungen!
Danke fürs Zuhören...
 

Sun-Fun  

Verbringt hier viel Zeit
Ich denke auch , eine neutrale Sicht darauf könnte Euch helfen.
Ich würde mir professionelle Hilfe suchen. Wenn Dein Mann nicht will, dann geh alleine hin. Das wird Dir gut tun.
 

Georgieboy  

Öfters im Forum
Er stiess mich weg und raunzte mich an, ich solle nicht so einen Druck machen.

Es scheint ihn sehr unter Druck zu setzen, dass ich in dem Punkt gerade unglücklich bin.
Ich weiss ehrlich absolut nicht, was die Ursache für seine Angst ist, dass er es nicht bringen könnte..
Er hat beim Gespräch gesagt, er habe manchmal Angst, dass er es nicht bringt, also es nicht schafft, hart zu bleiben.
Über diesen Punkt bin ich jetzt doch immer wieder gestolpert: auch wenn es dir bislang noch nicht aufgefallen ist, scheint er zu realisieren, dass seine Potenz nachlässt. Ich weiß, es ist eigentlich eine blöde Reaktion in einer sonst funktionierenden Partnerschaft, dies als Mann nicht zuzugeben, ohne gleich zu befürchten "verstoßen" zu werden. Leider sind Männer oft so.
Es steckt einfach zu tief in einem Mann drin zu funktionieren, um akzeptiert und anerkannt zu werden, dass manche alles tun, Versagenssituationen von vornherein zu vermeiden. Bis hin zur Vermeidung von Sex allgemein - bevor die Partnerin womöglich mitkriegt wie es um ihn steht (oder nicht)! Die zurückgestoßene Partnerin reagiert natürlich ihrerseits vorwurfsvoll oder mit kalter Schulter - und die schönste Abwärtsspirale ist im Gange.
Knackpunkt ist sicher sein beharrliches Schweigen - hinter dem ich die veritable Angst vermute, von dir nicht mehr als richtiger Mann wahrgenommen zu werden.
Ich weiß wovon ich rede - diesen Fehler habe ich letztlich auch gemacht (auch wenn da das Vertrauen in die Partnerin geringer war). Geht es um mögliche Potenzschwierigkeiten, bricht für manche Männer das gesamte Beziehungsgebilde zusammen, da ist die Psyche besonders fragil.
Uns ist es nicht mehr gelungen, die Spirale zu stoppen - Sex wurde etwas ganz Seltenes bis es final zur Trennung kam anstatt die Sexualität so zu gestalten, dass beidseits kein Druck entstand. Aber dafür muss man miteinander ehrlich reden - und Vorwürfe vermeiden.
 

Diotima   (38)

Ist noch neu hier
Über diesen Punkt bin ich jetzt doch immer wieder gestolpert: auch wenn es dir bislang noch nicht aufgefallen ist, scheint er zu realisieren, dass seine Potenz nachlässt. Ich weiß, es ist eigentlich eine blöde Reaktion in einer sonst funktionierenden Partnerschaft, dies als Mann nicht zuzugeben, ohne gleich zu befürchten "verstoßen" zu werden. Leider sind Männer oft so.
Es steckt einfach zu tief in einem Mann drin zu funktionieren, um akzeptiert und anerkannt zu werden, dass manche alles tun, Versagenssituationen von vornherein zu vermeiden. Bis hin zur Vermeidung von Sex allgemein - bevor die Partnerin womöglich mitkriegt wie es um ihn steht (oder nicht)! Die zurückgestoßene Partnerin reagiert natürlich ihrerseits vorwurfsvoll oder mit kalter Schulter - und die schönste Abwärtsspirale ist im Gange.
Knackpunkt ist sicher sein beharrliches Schweigen - hinter dem ich die veritable Angst vermute, von dir nicht mehr als richtiger Mann wahrgenommen zu werden.
Ich weiß wovon ich rede - diesen Fehler habe ich letztlich auch gemacht (auch wenn da das Vertrauen in die Partnerin geringer war). Geht es um mögliche Potenzschwierigkeiten, bricht für manche Männer das gesamte Beziehungsgebilde zusammen, da ist die Psyche besonders fragil.
Uns ist es nicht mehr gelungen, die Spirale zu stoppen - Sex wurde etwas ganz Seltenes bis es final zur Trennung kam anstatt die Sexualität so zu gestalten, dass beidseits kein Druck entstand. Aber dafür muss man miteinander ehrlich reden - und Vorwürfe vermeiden.
Vielen Dank für diesen ehrlichen thread..
Sollte das der Grund sein wäre es tragisch.. So sollte sich keiner fühlen! Wenn ich mir vorstelle, er könnte sich so fühlen, bricht es mir das Herz!
Vielleicht eine Idee, wie ich es ansprechen kann? Ich bin es nach so vielen Jahren gewohnt, direkt alles anzusprechen. Aber das ist natürlich ein Thema, wo man besonders empathisch sein muss. Was hättest du dir in dieser Situation gewünscht?

Das mit dem Paartherapeuten werde ich zumindest für mich in Erwägung ziehen.
Vielen Dank nochmal
 

Georgieboy  

Öfters im Forum
Inwiefern tragisch? Es ist nun mal ein Thema, auf das Männer sehr sensibel reagieren oder eben abblocken. Irgendwann muss man(n) sich aber diesem Thema stellen. Und damit muss man(n) mit der Zeit auch klarkommen.
Ich weiß nicht ob du das offensiv ansprechen solltest. Ich vermute sogar - da er mehrfach von "Druck" gesprochen hat - dass er dich sogar als etwas zu fordernd empfunden hat, was ihn einschüchterte. Kann ja nur für mich sprechen: es kommt sicher sehr darauf an, in welcher Situation ihr das thematisiert. Nicht lange darauf eingehen, wenn er beim Nahkampf wieder etwas von "nicht hart bleiben" stammelt, sondern deutlich machen: "ist doch nicht schlimm, dann mach es mir doch mit ... (Hand, Mund, Toy), ich will dich jetzt". Mir hätte es geholfen zu wissen, dass sie nicht auf einen bestimmten Ablauf des Sex mit obligatorischer Abschlusspenetration als "Must" fixiert gewesen wäre. Vielleicht braucht er tatsächlich nur mehr Sicherheit darüber, dass es nicht "tragisch" und enttäuschend für dich ist, wenn er mal einen Hänger hat, es auf die Intimität mit ihm ankommt und nicht nur auf seinen harten Penis; und du nicht bei jeder intimen Annäherung gleich Sex haben willst. Im Moment spürt er ja deinen Frust durchaus, und da vieles unausgesprochen ist, zieht er womöglich die falschen Schlüsse.

Es sei denn, du erwartest definitiv jedes Mal eine ordentliche anhaltende Erektion und Penetration, um das als (guten) Sex gelten zu lassen?
 

Menas295  

Sorgt für Gesprächsstoff
Mein Nick bezieht sich auf Diotima von Mantinea, eine griechische Philosophin des antiken Griechenlands, die Plato und Sokrates mit ihren für damalige Frauen fortschrittlichen Ideen beeinflusste und zu neuen Gedanken inspirierte.

Darf ich mal fragen, ob Du Diotima selbst in Platons Symposion kennengelernt hast oder sie indirekt aus anderen Werken kennst?

Dein Nick steht für mich in einem sehr interessanten Spannungsverhältnis zu Deiner Anfrage an das Forum. Im Symposion geht es von Anfang bis Ende um das erotische Begehren. Nicht um Techniken und Stellungen, Erregung und Orgasmus, sondern um die Fragen des Warum, Woher und Wozu. Die Lehre der Diotima über den Eros, die Sokrates vorträgt, bildet den unbestritten inhaltlichen Höhepunkt dieses Werks. Diotima wird dabei als Lehrerin des Sokrates in Sachen Eros vorgestellt. Also eine Frau, die ihm etwas voraus hat. In gewisser Weise auch in ihrem Beruf: Sie ist keine Philosophin, sondern eine Seherin. In dem Eros-Konzept, das Diotima lehrt, wird das erotische Drängen fest mit dem Streben nach Erkenntnis verbunden. Aber nicht, wie oft fälschlich dargestellt, durch Verzicht auf sexuelle Befriedigung. Die erotische Liebe und die Liebe zur Weisheit werden ein Paar.

Darf ich Dich zumindest kurz von allen bisher geäußerten Annahmen zum Innenleben Deines Mannes ablenken mit einer Frage, die scheinbar völlig an Deinem Problem vorbeizielt: Was findest Du an Deinem Mann begehrenswert? Warum bis Du so scharf auf ihn?
 

Horatio  

Klickt sich gerne rein
Wir haben sonst eine gute Beziehung, wir reden viel, er will viel kuscheln (ich eher nicht, weil ich was anderes will), er schreibt mir von der Arbeit oder ruft mich an.
Mh, ....
Ich bin/war schon immer ein sehr kuscheliger Mensch. Sofern unsere Definition von Kuscheln ähnlich oder auch sehr ähnlich ist, würde ich hier jetzt auf Vertrauen und Geborgenheit tippen.

Ich für meinen Teil hätte gerne Geschlechtsverkehr zu meinen Vertrauten, diese mögen jedoch eher intimes kuscheln. Ein Zeichen von Akzeptanz und eben auch von Geborgenheit, das es da jemanden gibt, der zu einem steht, egal wie Mann/Frau ist.
Das kann aber auch schlechtes Gewissen sein.

Rein biologisch gesehen sind wir Jungs auf "hier und da mal gerne mit einer anderen" ausgelegt.
Falls deiner tatsächlich immer treu war, hat er klar ein Problem. :zwinker:
Er handelt gegen seine Natur.
Zudem, wenn ich mich recht erinnere, habt ihr keine Kinder. Ein weiterer Punkt, der schwierig ist für einen Mann.
Ich selbst habe keine eigenen Kinder, werde ich nie haben können. Ich merke gerade in den letzten zwei Jahren und auch jetzt noch immer wieder, dass mich das sehr fertig macht. Rational völliger Schwachsinn, emotional aber sehr schwierig.

Mein Rat: Rede mit ihm. Was sind seine Ängste. Was würde er gerne haben. Wie würde er sich gerne die Welt vorstellen.
Wenn er schüchtern ist oder Angst hat, wird er dir vieles verheimlichen von dem, was in ihm vorgeht. Das tut er dann aus dem Bewusstsein heraus, das er dich nicht verletzen will oder eben Angst hat, das du ihn missverstehen könntest und er mit seinen Aussagen die Beziehung zu dir gefährden könnte. Deine (körperliche) Anwesenheit ist ihm wichtig. Er fühlt sich bei dir wohl. Du bist ein Ankerpunkt.
 

Anonym08155   (39)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich würde an deiner Stelle nicht länger warten und ihm verlassen oder Fremdgehen. Er ist schließlich selber Schuld. Wenn er dich schon so lange ignoriert, da stimmt was nicht mit ihm. Entweder liebt er dich nicht mehr, oder er hat ne andere Beziehung. Wahrscheinlich jemanden bei der Arbeit kennengelernt. Man muss keine Psychologe sein das zu verstehen.
Viel Glück!
 

Spiralnudel   (35)

Planet-Liebe Berühmtheit
Weist du ihn also zurück, wenn er kuscheln will, weil er nicht mit dir schläft? Oder wie soll man deinen letzten Beitrag verstehen? :hmm:

Und da wunderst du dich, dass nichts läuft?
 

Darkwing   (42)

Ist noch neu hier
Ich würde an deiner Stelle nicht länger warten und ihm verlassen oder Fremdgehen. Er ist schließlich selber Schuld. Wenn er dich schon so lange ignoriert, da stimmt was nicht mit ihm. Entweder liebt er dich nicht mehr, oder er hat ne andere Beziehung. Wahrscheinlich jemanden bei der Arbeit kennengelernt. Man muss keine Psychologe sein das zu verstehen.
Viel Glück!
Sehr simple sicht der Dinge. Und gelinde gesagt in der Einfachheit und Deutung mumpitz.
 
Zuletzt bearbeitet:

EinfachNurMascha  

Öfters im Forum
Kann es nicht einfach sein, das er beruflich unter Druck steht und ihm auch die ganze Situation bzgl Covid19 zu schaffen macht!? Es ist ja kein Geheimnis, das es viele Menschen gibt, denen diese Situation sehr auf die Psyche geht.

Und mich würde noch etwas interessieren, warst du schon immer sehr offensiv wenn es um Sex mit deinem Mann ging? Oder war er normalerweise derjenige von dem es ausging? Oder hielt sich das die Waage?
 

Windfisch  

Klickt sich gerne rein
Kannst du uns mal möglichst realitätsgetreu wiedergeben, wie du bisher das Thema Sex angesprochen hast? Also mit welchen Worten, Formulierungen und in welchen Situationen?
Erinner dich an den Moment, als dein Mann dir gesagt hat, dass er Angst hätte, er könne die Erektion nicht halten (was sicherlich eine riesige Überwindung für ihn war, wenn über Sex reden für ihn meistens unangenehm ist). Wie hast du reagiert?
Ich würde mir an deiner Stelle Georgieboy Georgieboy s Beiträge gut durch den Kopf gehen lassen. Was spiegelst du deinem Mann? Strahlst du bei eurer Kommunikation nur Forderungen aus? Oder zeigst du ihm Verständnis und versuchst, auf ihn einzugehen?

Ich kann verstehen, dass du unter der Situation leidest und deshalb drängelst. Es liegt ja aber in deinem Interesse, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet. Deshalb würde ich zunächst versuchen, keinen Druck auszuüben, den er ja schon verspürt. Ihm zu vermitteln, dass du von ihm keine Sexroboterleistungen erwartest. Dass ihr aber trotzdem einen Weg finden müsst, mit dem du auf Dauer nicht unter deiner unerfüllten Sexualität zu leidest.
 

LouisKL  

Beiträge füllen Bücher
Ich finde es völlig normal, dass man in einer längeren (Stress-)Phase des Lebens weniger Lust auf Sex hat. Ich erinnere mich, dass mir das zum Beispiel während der Endphase meiner Magisterarbeit so ging. Ich bin und war immer ein sexuell aktiver und positiver Mensch, und hatte in der Zeit aber komplette drei Monate einfach keinen Nerv, kein Interesse, keine Libido, weil man Kopf völlig mit anderen Dingen dicht war.

Ich finde es aber ebenso völlig normal und legitim, dass man als Partner/in in einer Beziehung das ansprechen darf, beziehungsweise ansprechen muss. Es geht ja hier um das persönliche Wohlbefinden, und in einer monogamen Beziehung ist es nun einmal so, dass ich zwar sagen kann: "Mein Partner hat keinen Bock auf Sport, also gehe ich halt alleine raus oder mache Sport mit Freunden", aber eben nicht sagen kann "Mein Partner hat keine Lust auf Sex, also hole ich mir den Sex eben mit Freunden."

Insofern wäre das mindeste, was ich von deinem Partner erwarte, dass er natürlich sich "gestresst" fühlen kann von deiner Frage, aber dass er auf rationaler Ebene anschließend sagt: Okay, hier gibt es ein Problem, das müssen wir lösen. Genauso wie jemand reagieren würde, wenn du sagst, dass du unzufrieden mit der Sauberkeit der Wohnung, der Häufigkeit gemeinsamer Fernsehabende oder sonst irgend einem alltags- & beziehungsrelevanten Thema bist. Da kann die Antwort doch auch nicht lauten: "Nerv mich nicht, was du willst, ist mir egal!" (sinngemäß).

Wie hier schon im Thread gesagt ist es natürlich immer auch eine Frage des Tons und der Art zu Diskutieren. Auch von deiner Seite muss also das Signal kommen, dass du erstmal nicht sofort eine Lösung haben willst, sondern vor allem mal gemeinsam diskutieren, gegenseitig verstehen und dann für eine gemeinsame Plattform sorgen, dass ihr euch eine Lösung erarbeiten könnt. Im Zweifelsfall ist das dann eben auch der Paartherapeut, aber wie ebenfalls schon gesagt, braucht es dafür gemeinsames Problembewusstsein.

Ich habe ihn sehr offen und auch einfühlsam damit konfrontiert. Er zeigte sich eher wenig gesprächsbereit, konterte damit, dass er ja auch wollte, wenn ich nicht wollte und er nie was gesagt habe.

Das ist natürlich keine sinnvolle Antwort, denn umgekehrt wird ja ein Schuh draus: Auch er kann und soll und muss kommunizieren, wenn er Lust auf dich hat. Das Problem ist doch nicht, dass "Männer" zu häufig sagen, dass sie Lust haben. Das Problem ist häufig, dass viele einfach kein "Nein" akzeptieren. (Oder mit seltsamen Vorurteilen durch die Gegend laufen, wonach Frauen angeblich immer weniger Lust haben, also dementsprechend dazu gedrängt/"verführt" werden müssen).

Insofern gilt für dich genau dasselbe: Das "Nein" wirst du akzeptieren müssen (und tust es ja offenbar bereits, jedenfalls drängst du ihn deiner Beschreibung nach nicht täglich zum Sex), aber die Frage der Perspektive und auch die Frage unterschiedlich starker Bedürfnisse ist erlaubt und in einer Beziehung auch wichtig. Eine komplette Angleichung ist da eh oft schwierig, mal will halt der eine mehr, mal weniger, oder er wollte zwar gestern, aber da wollte sie nicht, und heute will sie jetzt, etc. Das ist ja normal. Aber wenn es zu einer Durststrecke kommt, in der eine Seite langfristig unglücklich ist, ist das eben ein Problem.

Damit man die Sache professionell angeht müsste er erstmal einsehen, dass es ein Problem gibt. Das sieht er aber nicht. Er war auch verletzt, als ich ihn darauf angesprochen habe, reagierte eher mit Widerstand. Es scheint ihn sehr unter Druck zu setzen, dass ich in dem Punkt gerade unglücklich bin.

Dann musst du ihm diesen Druck nehmen. Übrigens baut sich Stress natürlich auch erst recht dadurch auf, je länger man sowas aufschiebt.

Ich habe jetzt gerade in Corona-Phasen häufiger von Sexualtherapeuten gelesen, dass bei vielen Paaren die romantisch verklärte Vorstellung existiert, Sex und sexuelle Lust fielen magisch vom Himmel, "im richtigen Moment", und dann geht's ab. Das ist falsch. Sex kann auch gut sein und Spaß machen, wenn er vorher geplant ist, wie eine Verabredung zum Tennis oder zu Netflix: "Morgen Abend haben wir Sex." oder "Mittwoch ist unser Sex-Tag." Das ist gerade in stressigen Lebensphasen enorm wichtig, damit man als Paar tatsächlich noch zu körperlicher Nähe kommt, die ja positiv und hilfreich ist.

Er ist nicht sehr offen, was sexuelle Gespräche betrifft. Ich weiss auch nicht (Gar nichts!!) vor meiner Zeit. Er weiss alles, sagt aber, ich soll ihm nichts erzählen, es sei ihm unangenehm. Auch über Vorlieben redet er nicht. Ich merke natürlich, was er mag. In der Hinsicht habe ich aber das Gefühl, dass ich ihn garnicht richtig kenne.

Das ist dann in der Tat ein Problempunkt, der offenbar schon immer existiert, der dir bislang aber vielleicht nie so sehr als Problem aufgefallen ist. Aber wenn eine Seite sexuell sehr offen und begeistert ist und die andere Seite ungern über Sex redet, und man das alles selbst erarbeiten muss, was die sexuellen Vorlieben des Partners sind, dann ist das ja eine klare Diskrepanz. Und das erschwert natürlich jetzt in so einer Krisensituation enorm die Lösung. Weil selbstverständlich jetzt und in diesem Fall eine Offenheit über Sex zu reden sehr hilfreich und eine wichtige Grundvoraussetzung wäre.

Sex ist nunmal was sehr intimes. Selbst Menschen, die sehr offen mit Sex sind, haben manchmal Situationen, in denen sie sich verunsichert fühlen oder plötzlich Hemmungen haben, mit ihrem Partner über einen bestimmten sexuellen Wunsch zu reden, oder über irgend eine "Panne" im Bett. Es schwingt immer die Angst mit, bei einer der intimsten Stellen, die man hat, ausgelacht oder zurückgestoßen zu werden, oder mit Entgeisterung zu stoßen.

Zum Thema Fremdgehen:
Erstmal ganz grundsätzlich. Fremdgehen finde ich selbst total scheisse. Ich bin selbst überrascht, dass ich das gedanklich überhaupt in Erwägung ziehe. Aber es geht hier auch um meine Bedürfnisse. Wieso sollte ich die denn immer hinten dran stellen?

Stellst du deine Bedürfnisse denn auch in allen anderen Bereichen eurer Beziehung hintenan? Das klang ja nicht so, du sagtest ja, eure Beziehung sei sehr gut.

Das Problem ist eben gerade bei Sexualität, dass du (siehe oben) deine Bedürfnisse nicht "mit anderen" ausleben kannst, ohne einen (unausgesprochenen) moralischen Vertrag zu brechen. Das ist bei Hobbys wie Musik, Sport oder sonstigem eben alles einfacher.

Viele Menschen machen sich da kurioserweise vor einer Partnerschaft zu wenig Gedanken darüber. Im Grunde ist Sex dasjenige Hobby, mit dem man die allergrößte Übereinstimmung braucht, weil es das einzige ist, was man nicht anderweitig substituieren kann (es sei denn, man lebt eine Offene Beziehung).

Wieso sollte immer derjenige, der das Problem hat, das Problem sein? Ich kenne Männer, die würden Luftsprünge machen, für eine Frau, die ihre Sexualität so offen spürt und ausleben will. Sex ist nicht alles, so wie Alles nicht alles ist. Aber es gehört dazu. Das kann und sollte man einfach nicht leugnen.

Das gibt es aber immer. Es gibt immer andere Menschen dort draußen, die über Eigenschaft A oder Vorliebe B von dir Luftsprünge machen würden, während dein aktueller Partner mit Vorliebe B nichts anfangen kann, oder seine Eigenschaft B komplett konträr zu deiner Eigenschaft A steht. Das ist so. Und das ist kein Argument fürs Fremdgehen oder für ein Beziehungs-Ende, denn das wird es immer mit jedem Partner geben, niemand passt 100-prozentig komplett zusammen.

Da ist dann jemand ein begnadeter Sänger und die Frau macht sich nix aus Musik. Oder jemand kann supergut handwerken, wofür ihn andere Frauen auf Händen tragen, aber dummerweise kann die Frau sogar noch besser handwerken, also findet sie diesen Aspekt irrelevant. Oder die Frau kann total gut mexikanisch kochen, aber dummerweise mag der Mann keine mexikanische Küche.

Natürlich betrachte ich das nicht als einzige Lösung. Mehr als es ansprechen kann ich nicht und mehr als ehrlich damit sein auch nicht. Wenn er nichts tut, um darauf einzugehen, ist es dann so abwegig, dass man in Gedanken mal woanders hin abdriftet?
Nein, als Frau nimmt er mich schon lange nicht mehr wahr. Es ist egal, ob ich gepflegt bin oder nicht.
Ich finde das schlimm, ehrlich.

Das ist auch schlimm, aber streng genommen ist die Lösung dafür nicht die Affäre, sondern eigentlich die Trennung. Oder eben eine offene Kommunikation: "Darf ich meine Sexualität mit jemand anderem ausleben? Du fühlst dich unter Stress, ich habe Wünsche - darf ich mir die woanders holen? Ich liebe dich trotzdem noch genauso wie vorher, und ich genieße unser Zusammensein und möchte bei dir bleiben."

Das Problem der Affäre ist ja nicht der Sex, sondern der Betrug. Ich belüge und betrüge den Partner, mit dem ich zusammenlebe, und zwar in einem ganz zentralen, intimen Punkt. Wenn du bereit bist, deinen Partner zu belügen und betrügen, dann kannst du dich im Grunde auch direkt trennen. Wozu seid ihr dann noch zusammen?

Thema Gesundheit:
Hatte ich auch schon darüber nachgedacht. Er klagt über zu wenig Energie. Ihm tun oft die Muskeln weh (sicher eine Stressreaktion).
Eigentlich ist es immer so, dass er von der Arbeit kommt, wir essen und er dann sofort einschläft. Auch das war immer schon so, aber Sex war nie ein Thema.

Natürlich kann Gesundheit ein Thema sein, aber auch das findet ihr erst raus, wenn er ein Problembewusstsein entwickelt und selbst das Gefühl hat: Also eigentlich habe ich zu wenig Sex. Irgendwas läuft da gerade nicht gut. Woran könnte das liegen?

Vielleicht noch etwas Wichtiges. Er hat beim Gespräch gesagt, er habe manchmal Angst, dass er es nicht bringt, also es nicht schafft, hart zu bleiben.
Ich meinte, wieso er darauf kommt, denn so ein Problem hatte er noch nie! Das ist wirklich total neu und ich habe überhaupt keine Ahnung, wie er darauf kommt. War noch nie der Fall gewesen.

Es kann auch sein, dass das einfach das Bild ist, dass er sich selbst in seinem Kopf formt, um den Stress und Druck in Worte zu fassen, der dadurch entsteht, dass du nach Sex fragst, er aber keine Lust hat oder kein Bedürfnis hat.

Was genau dahintersteckt, kann niemand von uns sagen, vielleicht auch er selbst nicht. Menschen wissen ja selbst nicht immer genau, was wirklich die Ursache ihrer Probleme ist. Wie häufig gibt es Streits, wo jemand wütend ist, dass der andere gerade sich über das Müllraustragen beschwert hat, aber in Wirklichkeit war er sauer, weil heute morgen etwas im Job schief lief?

Tatsache scheint aber, er fühlt sich unter Druck gesetzt. Entweder, weil er insgesamt gestresst ist, oder weil er insgesamt viel, viel weniger Sex will und ihm das einfach nicht wichtig ist, oder weil er zum Beispiel selbst mit seiner Sexualität nie in seinem Leben offen genug war, um Sex als etwas Normales anzusehen, über das man reden kann und muss, und deswegen die Erwähnung schon Stress auslöst. Oder aus einem anderen Grund, den wir aktuell nicht kennen.

Die Antwort liegt da nur bei ihm, und er muss diese Antwort finden. Das kann er gemeinsam mit dir versuchen, oder mit professioneller Hilfe oder ganz für sich allein, aber zu all dem muss er sich öffnen. Sonst dreht ihr euch im Kreis und es ändert sich gar nichts.
 

SAMSARA  

Öfters im Forum
Ich finde es völlig normal, dass man in einer längeren (Stress-)Phase des Lebens weniger Lust auf Sex hat. Ich erinnere mich, dass mir das zum Beispiel während der Endphase meiner Magisterarbeit so ging. Ich bin und war immer ein sexuell aktiver und positiver Mensch, und hatte in der Zeit aber komplette drei Monate einfach keinen Nerv, kein Interesse, keine Libido, weil man Kopf völlig mit anderen Dingen dicht war.

Ich finde es aber ebenso völlig normal und legitim, dass man als Partner/in in einer Beziehung das ansprechen darf, beziehungsweise ansprechen muss. Es geht ja hier um das persönliche Wohlbefinden, und in einer monogamen Beziehung ist es nun einmal so, dass ich zwar sagen kann: "Mein Partner hat keinen Bock auf Sport, also gehe ich halt alleine raus oder mache Sport mit Freunden", aber eben nicht sagen kann "Mein Partner hat keine Lust auf Sex, also hole ich mir den Sex eben mit Freunden."

Insofern wäre das mindeste, was ich von deinem Partner erwarte, dass er natürlich sich "gestresst" fühlen kann von deiner Frage, aber dass er auf rationaler Ebene anschließend sagt: Okay, hier gibt es ein Problem, das müssen wir lösen. Genauso wie jemand reagieren würde, wenn du sagst, dass du unzufrieden mit der Sauberkeit der Wohnung, der Häufigkeit gemeinsamer Fernsehabende oder sonst irgend einem alltags- & beziehungsrelevanten Thema bist. Da kann die Antwort doch auch nicht lauten: "Nerv mich nicht, was du willst, ist mir egal!" (sinngemäß).

Wie hier schon im Thread gesagt ist es natürlich immer auch eine Frage des Tons und der Art zu Diskutieren. Auch von deiner Seite muss also das Signal kommen, dass du erstmal nicht sofort eine Lösung haben willst, sondern vor allem mal gemeinsam diskutieren, gegenseitig verstehen und dann für eine gemeinsame Plattform sorgen, dass ihr euch eine Lösung erarbeiten könnt. Im Zweifelsfall ist das dann eben auch der Paartherapeut, aber wie ebenfalls schon gesagt, braucht es dafür gemeinsames Problembewusstsein.



Das ist natürlich keine sinnvolle Antwort, denn umgekehrt wird ja ein Schuh draus: Auch er kann und soll und muss kommunizieren, wenn er Lust auf dich hat. Das Problem ist doch nicht, dass "Männer" zu häufig sagen, dass sie Lust haben. Das Problem ist häufig, dass viele einfach kein "Nein" akzeptieren. (Oder mit seltsamen Vorurteilen durch die Gegend laufen, wonach Frauen angeblich immer weniger Lust haben, also dementsprechend dazu gedrängt/"verführt" werden müssen).

Insofern gilt für dich genau dasselbe: Das "Nein" wirst du akzeptieren müssen (und tust es ja offenbar bereits, jedenfalls drängst du ihn deiner Beschreibung nach nicht täglich zum Sex), aber die Frage der Perspektive und auch die Frage unterschiedlich starker Bedürfnisse ist erlaubt und in einer Beziehung auch wichtig. Eine komplette Angleichung ist da eh oft schwierig, mal will halt der eine mehr, mal weniger, oder er wollte zwar gestern, aber da wollte sie nicht, und heute will sie jetzt, etc. Das ist ja normal. Aber wenn es zu einer Durststrecke kommt, in der eine Seite langfristig unglücklich ist, ist das eben ein Problem.



Dann musst du ihm diesen Druck nehmen. Übrigens baut sich Stress natürlich auch erst recht dadurch auf, je länger man sowas aufschiebt.

Ich habe jetzt gerade in Corona-Phasen häufiger von Sexualtherapeuten gelesen, dass bei vielen Paaren die romantisch verklärte Vorstellung existiert, Sex und sexuelle Lust fielen magisch vom Himmel, "im richtigen Moment", und dann geht's ab. Das ist falsch. Sex kann auch gut sein und Spaß machen, wenn er vorher geplant ist, wie eine Verabredung zum Tennis oder zu Netflix: "Morgen Abend haben wir Sex." oder "Mittwoch ist unser Sex-Tag." Das ist gerade in stressigen Lebensphasen enorm wichtig, damit man als Paar tatsächlich noch zu körperlicher Nähe kommt, die ja positiv und hilfreich ist.



Das ist dann in der Tat ein Problempunkt, der offenbar schon immer existiert, der dir bislang aber vielleicht nie so sehr als Problem aufgefallen ist. Aber wenn eine Seite sexuell sehr offen und begeistert ist und die andere Seite ungern über Sex redet, und man das alles selbst erarbeiten muss, was die sexuellen Vorlieben des Partners sind, dann ist das ja eine klare Diskrepanz. Und das erschwert natürlich jetzt in so einer Krisensituation enorm die Lösung. Weil selbstverständlich jetzt und in diesem Fall eine Offenheit über Sex zu reden sehr hilfreich und eine wichtige Grundvoraussetzung wäre.

Sex ist nunmal was sehr intimes. Selbst Menschen, die sehr offen mit Sex sind, haben manchmal Situationen, in denen sie sich verunsichert fühlen oder plötzlich Hemmungen haben, mit ihrem Partner über einen bestimmten sexuellen Wunsch zu reden, oder über irgend eine "Panne" im Bett. Es schwingt immer die Angst mit, bei einer der intimsten Stellen, die man hat, ausgelacht oder zurückgestoßen zu werden, oder mit Entgeisterung zu stoßen.



Stellst du deine Bedürfnisse denn auch in allen anderen Bereichen eurer Beziehung hintenan? Das klang ja nicht so, du sagtest ja, eure Beziehung sei sehr gut.

Das Problem ist eben gerade bei Sexualität, dass du (siehe oben) deine Bedürfnisse nicht "mit anderen" ausleben kannst, ohne einen (unausgesprochenen) moralischen Vertrag zu brechen. Das ist bei Hobbys wie Musik, Sport oder sonstigem eben alles einfacher.

Viele Menschen machen sich da kurioserweise vor einer Partnerschaft zu wenig Gedanken darüber. Im Grunde ist Sex dasjenige Hobby, mit dem man die allergrößte Übereinstimmung braucht, weil es das einzige ist, was man nicht anderweitig substituieren kann (es sei denn, man lebt eine Offene Beziehung).



Das gibt es aber immer. Es gibt immer andere Menschen dort draußen, die über Eigenschaft A oder Vorliebe B von dir Luftsprünge machen würden, während dein aktueller Partner mit Vorliebe B nichts anfangen kann, oder seine Eigenschaft B komplett konträr zu deiner Eigenschaft A steht. Das ist so. Und das ist kein Argument fürs Fremdgehen oder für ein Beziehungs-Ende, denn das wird es immer mit jedem Partner geben, niemand passt 100-prozentig komplett zusammen.

Da ist dann jemand ein begnadeter Sänger und die Frau macht sich nix aus Musik. Oder jemand kann supergut handwerken, wofür ihn andere Frauen auf Händen tragen, aber dummerweise kann die Frau sogar noch besser handwerken, also findet sie diesen Aspekt irrelevant. Oder die Frau kann total gut mexikanisch kochen, aber dummerweise mag der Mann keine mexikanische Küche.



Das ist auch schlimm, aber streng genommen ist die Lösung dafür nicht die Affäre, sondern eigentlich die Trennung. Oder eben eine offene Kommunikation: "Darf ich meine Sexualität mit jemand anderem ausleben? Du fühlst dich unter Stress, ich habe Wünsche - darf ich mir die woanders holen? Ich liebe dich trotzdem noch genauso wie vorher, und ich genieße unser Zusammensein und möchte bei dir bleiben."

Das Problem der Affäre ist ja nicht der Sex, sondern der Betrug. Ich belüge und betrüge den Partner, mit dem ich zusammenlebe, und zwar in einem ganz zentralen, intimen Punkt. Wenn du bereit bist, deinen Partner zu belügen und betrügen, dann kannst du dich im Grunde auch direkt trennen. Wozu seid ihr dann noch zusammen?



Natürlich kann Gesundheit ein Thema sein, aber auch das findet ihr erst raus, wenn er ein Problembewusstsein entwickelt und selbst das Gefühl hat: Also eigentlich habe ich zu wenig Sex. Irgendwas läuft da gerade nicht gut. Woran könnte das liegen?



Es kann auch sein, dass das einfach das Bild ist, dass er sich selbst in seinem Kopf formt, um den Stress und Druck in Worte zu fassen, der dadurch entsteht, dass du nach Sex fragst, er aber keine Lust hat oder kein Bedürfnis hat.

Was genau dahintersteckt, kann niemand von uns sagen, vielleicht auch er selbst nicht. Menschen wissen ja selbst nicht immer genau, was wirklich die Ursache ihrer Probleme ist. Wie häufig gibt es Streits, wo jemand wütend ist, dass der andere gerade sich über das Müllraustragen beschwert hat, aber in Wirklichkeit war er sauer, weil heute morgen etwas im Job schief lief?

Tatsache scheint aber, er fühlt sich unter Druck gesetzt. Entweder, weil er insgesamt gestresst ist, oder weil er insgesamt viel, viel weniger Sex will und ihm das einfach nicht wichtig ist, oder weil er zum Beispiel selbst mit seiner Sexualität nie in seinem Leben offen genug war, um Sex als etwas Normales anzusehen, über das man reden kann und muss, und deswegen die Erwähnung schon Stress auslöst. Oder aus einem anderen Grund, den wir aktuell nicht kennen.

Die Antwort liegt da nur bei ihm, und er muss diese Antwort finden. Das kann er gemeinsam mit dir versuchen, oder mit professioneller Hilfe oder ganz für sich allein, aber zu all dem muss er sich öffnen. Sonst dreht ihr euch im Kreis und es ändert sich gar nichts.
OT:
*nachdenk
warum sind die interessantesten männer hier vergeben??
 

Archangel   (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
Dann musst du ihm diesen Druck nehmen.
.....
Oder eben eine offene Kommunikation: "Darf ich meine Sexualität mit jemand anderem ausleben? Du fühlst dich unter Stress, ich habe Wünsche - darf ich mir die woanders holen? Ich liebe dich trotzdem noch genauso wie vorher, und ich genieße unser Zusammensein und möchte bei dir bleiben."
Das Problem der Affäre ist ja nicht der Sex, sondern der Betrug.
Puh, viiiiiel Text. Die 2 Punkte will ich aber rausgreifen: wenn seine Probleme da liegen, wo wir sie vermuten, würde „Schatz, ich hab Dich lieb, aber mir reichts und ich möchte jetzt fremdvögeln!“ seinen Stress/Druck wirklich mindern?!?
Außerdem hat Diotima ja mehrfach geschrieben, dass sie das nicht will. :zwinker:

D Diotima : das finde ich übrigens einen feinen Zug von Dir! Auch wenn im Forum und im Leben schnell anderes empfohlen wird - erst recht da Du Angebote hast! :bier:

Die Vermutungen über Deinen Mann hier klingen für mich recht plausibel, aber sind leider nur das. Das muss im Hinterkopf bleiben. Falls ich es überlesen hab: könnt Ihr über Spielzeug einen „spielerischen“ (Wieder)einstieg probieren? Ansonsten gibts wohl keine schnelle Lösung, darauf solltest Du Dich einstellen (falls nicht schon geschehen). Und ich würde versuchen, fachliche Beratung zu bekommen - das ist hoffentlich ein Nenner, auf den er sich mit etwas Nachdenken einlassen kann.
 
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