Mein Freund verbringt noch kaum Zeit mit mir

Benutzer156290  (30)

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Aber sind deine Brüder oder dein Vater mit ihm zusammen?

Nein, aber egal was ist, sie werden so bleiben wie sie sind und ich will später keine Kinder haben, denen der Kontakt zu den Großeltern fehlt.

Was tut dein Freund denn für dich, außer mit dir ins Kino zu gehen?

Kochen und massieren, dass sind die zwei Dinge, die er sehr gerne für mich tut.

Suchst du einenpotentiellen Vater oder auch einen Parter an deiner Seite?

Natürlich beides, so wie fast jede Frau!

Dass deine Familie deinen Freund toll findet ist mMn keine Rechtfertigung dafür, dass man noch zusammen ist obwohl es kriselt

Es ist natürlich keine Rechtfertigung, aber wenn ich mit jemandem nach Hause gebracht habe, der mehr wie ich ist, hat er es nicht lange ausgehalten. Da war immer innerhalb von vier Wochen schluss. Wenn ich wen mitbringe der auch gerne Bücher liest und einfach mal nett plaudert, gefühlt selbst 'ne Vagina zwischen den Beinen hat, dann wird das nicht gut ausgehen.

Mir ist auch gerade schon wieder nach Weinen, einfach weil mir in den letzten Jahren klar geworden ist, dass es den Mann der zu mir und zu meiner Familie passt ein Paradoxon wäre. Er müsste eine gespaltene Persönlichkeit besitzen.

Müsste ich mich zwischen Familie und Partnerschaft entscheiden, dann nähme ich mir den Strick, weil das eine ohne das andere für mich keinen Sinn macht.
 
G

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Müsste ich mich zwischen Familie und Partnerschaft entscheiden, dann nähme ich mir den Strick, weil das eine ohne das andere für mich keinen Sinn macht.

Mir kommt es halt auch so vor, als hättest du Angst vorm alleine sein.
Jeder mag ja einen Partner an seiner Seite, keine Frage. Aber wenn man das so ließt, was du so schreibst, bekommt man das Gefühl, dass du zwanghaft an etwas festhalten magst.

Du bist noch jung. Ich habe mit 26 geheiratet. Heute greife ich mir manchmal an den Kopf und frage mich, was ich mit so einem Mann eigentlich wollte.

Man entwickelt sich in dem Alter sehr viel. Sei es durch den Beruf, neue Interessen, neuer Freundeskreis etc. und dann kann es halt einfach passieren, dass man dann auseinenander triftet.

Wenn ich mich politisch einsetzte, dann hätte ich schon ein Problem, wenn ich einen Partner habe der sagt: Ich kann eh nichts ändern, interessiert mich nicht.
Nur als Beispiel. Es kommt eines Tages evtl. dazu, dass ihr Euch eine Wohnung teilt und dann Frage ich mich, über was unterhaltet ihr Euch am Küchentisch. Es geht doch darum zu erfahren was der Partner mache, denkt und fühlt und auch wenn man die Interessen nicht gänzlich teilt, ist ein gewisses Verständnis wichitig. Es reicht auch manchmal bei bisschen Hintergrundwissen um Input zu geben. Ansonsten wirds bei Euch schnell langweilig.

Das ist es nur ein Beispiel, kann man genauso auf deine Interessen umdrehen.
 

Benutzer156290  (30)

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Mir kommt es halt auch so vor, als hättest du Angst vorm alleine sein.
Jeder mag ja einen Partner an seiner Seite, keine Frage. Aber wenn man das so ließt, was du so schreibst, bekommt man das Gefühl, dass du zwanghaft an etwas festhalten magst.

Ich habe keine Angst vor dem alleine sein, irgendwen werde ich schon finden. Es geht ja prinzipiell nur um die Vereinbarkeit von Beziehung und meiner restlichen Familie. Ich sehe schwarz das es irgendwann sowas geben wird. Mit ihm zusammen zu kommen war eben nun der Versuch zu gucken, wenn ich jemanden nehme, der nicht ganz meine interessen hat.

Wenn ich mich politisch einsetzte, dann hätte ich schon ein Problem, wenn ich einen Partner habe der sagt: Ich kann eh nichts ändern, interessiert mich nicht.
Nur als Beispiel. Es kommt eines Tages evtl. dazu, dass ihr Euch eine Wohnung teilt und dann Frage ich mich, über was unterhaltet ihr Euch am Küchentisch. Es geht doch darum zu erfahren was der Partner mache, denkt und fühlt und auch wenn man die Interessen nicht gänzlich teilt, ist ein gewisses Verständnis wichitig. Es reicht auch manchmal bei bisschen Hintergrundwissen um Input zu geben. Ansonsten wirds bei Euch schnell langweilig.

Ich kenne es nicht anders von Zuhause. Meine Mutter hat meinen Vater geheiratet, weil er eben eine gute Partie war und seit dem ich denken und mich errinnern kann, legt er fest worüber am Tisch geredet wird. Wobei natürlich meine Brüder genau die gleichen Interessen haben wie mein Vater. Natürlich komme ich auch zu Wort und erzähle was in meinem Leben so passiert, aber ich merke, dass es sie keinen deut interessiert, wenn ich ihnen mitteile das Freundin XY sich einen Hund zugelegt hat.

Meine Mutter ist glücklich, weil sie im Endeffekt nach oben geheiratet hat. Sie muss nicht arbeiten, macht drei Mal im Jahr sehr guten Urlaub und was sie haben will bekommt sie. Ihre Eltern stammen aus ärmlichen Verhältnissen und konnten ihr eben nicht viel bieten. Sie hat sich den Wunsch erfüllt, den sie scheinbar seit ihrer Kindheit hatte, der finanziellen Not entrinnen.
 
G

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Gast
Meine Mutter ist glücklich, weil sie im Endeffekt nach oben geheiratet hat. Sie muss nicht arbeiten, macht drei Mal im Jahr sehr guten Urlaub und was sie haben will bekommt sie. Ihre Eltern stammen aus ärmlichen Verhältnissen und konnten ihr eben nicht viel bieten. Sie hat sich den Wunsch erfüllt, den sie scheinbar seit ihrer Kindheit hatte, der finanziellen Not entrinnen.

Das ist auch eine andere Generation. Bei uns war es ähnlich.
Nur meine Eltern sind jetzt geschieden.

Ich glaube wir sind da heute anders: Wir wollen eine Meinung haben, wir wollen gehört werden und wir wollen unabhängig sein.

Es gibt sicherlich viele Frauen, die wie deine Mutter diese Rolle gerne übernehmen. Für mich persönlich wäre es nichts.

Wenn du in dieser Rolle glücklich wirst, dann ist das ok. Aber so scheint es mir nicht.

Man muss nicht immer das machen, was man vorgelebt bekommt.

Meiner Mutter und meinem Vater hat der eine oder andere auch nicht gepasst. Die Meinung meines Vaters war mir egal, dem konnte man es eh nicht recht machen. Am liebsten einen Arzt oder Rechtsanwalt. Ich habe immer gesagt, dass mir das egal ist. Man kann nicht bestimmen wo die Liebe hinfällt.
Meine Mutter hingegen sagte immer: Ich bin glücklich solange du glücklich bist.
 

Benutzer146142 

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Ok, dein Dogma ist: zusammenbleiben. Akzeptiert. Und ehrlich gesagt kann ich die genannten äußeren Gründe - Fels in der Brandung, Familienintegration, Affinität zu Kindern - recht gut verstehen. Aber als Grundlage einer dauerhaften Beziehung sind sie ... hm ... vielleicht etwas zu dünn. Die Kerze/Fackel-Metapher war übrigens nicht abwertend gemeint; ein jedes hat Vorteile. Nur könnte das warme Lichtlein eben untergehen in strahlender Umgebung. Zwei Möglichkeiten also: entweder du suchst dir andere Interessen / Hobbies / Freunde, so dass die 'leere' Zeit sinnvoll ausgefüllt wird. Mind your own live - und weniger Fixierung ließe auch deinem Partner mehr Freiraum. Die andere Option: du trittst hinaus ins helle Licht und versuchst, ihm ebenbürtig zu sein. Letzteres ist sicher nicht einfach. Auf seinen angestammten Gebieten kannst du kaum mithalten, neue Felder benötigen viel Energie. Mein Eindruck ist zudem, dass dein Selbstbewusstsein nicht sonderlich stark ausgeprägt ist. Aber hey, immerhin bist du Papas Tochter! Die theoretisch dritte Möglichkeit - nichts zu tun - wird m.E. nicht langfristig funktionieren; dabei verkümmerst du an der Seite deines strahlenden Helden.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kenne es nicht anders von Zuhause. Meine Mutter hat meinen Vater geheiratet, weil er eben eine gute Partie war und seit dem ich denken und mich errinnern kann, legt er fest worüber am Tisch geredet wird.
Hm, und dein Vater mag es natürlich, dass dein Freund ähnlich tickt wie er, andererseits ist das eigentlich so gar nicht dein Ding, verstehe ich das richtig?
 

Benutzer156290  (30)

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Die theoretisch dritte Möglichkeit - nichts zu tun - wird m.E. nicht langfristig funktionieren; dabei verkümmerst du an der Seite deines strahlenden Helden.

Er ist nicht mein strahlender Held, er ist einfach nur mein fester Freund, für den ich mich nicht Zuhause rechtfertigen muss.

Hm, und dein Vater mag es natürlich, dass dein Freund ähnlich tickt wie er, andererseits ist das eigentlich so gar nicht dein Ding, verstehe ich das richtig?

Ich lasse mich mehr gehen, halte mich zurück, bin unorganisiert und eher unaufdringlich. Das sind Eigenschaften, welche es in meiner Familie eher selten gibt, aber ich komme damit durch, schließlich bin ich eine Frau. Meine Brüder dürften nicht so sein, mein Vater hätte es ihnen schon ausgetrieben, wenn sie nicht von vornherein so gewesen wären wie er.

Er ist jemand der Dinge umsetzt, Ehrgeiz besitzt, einen Plan hat und entsprechend vorrausschauend denkt. Solche eigentschaften muss mein Freund haben, damit ich ihn zu den ganzen Geburtstagen von meinen Großeltern, Onkels und Tanten mitnehmen kann. Auf dem Lande sind die Dinge meist noch klar geregelt.

Ich selber studiere Soziale Arbeit und bei mir im Studiengang gibts paar Typen, die würden was Interessen und Hobbys angeht besser zu mir passen, aber die kann ich nie mitbringen. Als ich bei mir mal Geburtstag gefeiert habe und meine Eltern auf ein Bier vorbeigekommen sind steckte mir mein Vater, dass das alles Waschlappen wären und aus ihnen nie etwas anständiges wird. Ich brauche ihm nicht erklären, dass sein Lebensstil der einzig Wahre ist, dass ist ihm bewusst. Jedoch wird das nicht seine, die seines Vaters, seiner Brüder und jeglicher anderer Verwandtschaft ändern, die nun mal einen erheblichen Teil meiner Familie stellt.

Früher habe ich in der Schule immer Ayla bemitleidet, weil sie vor ihrem Vater alle Affären und ähnliches geheim halten musste, damit er sie nicht umbringt oder zumindest zurück in die Türkei schickt, mittlerweile merke ich, dass ich im selben Gefängnis sitze, nur mit lockereren Haftbedingungen.

Mein Eindruck ist zudem, dass dein Selbstbewusstsein nicht sonderlich stark ausgeprägt ist.

Damit hast du vollkommen recht, sonst würde ich vermutlich meiner Familie anders entgegen treten.

Die andere Option: du trittst hinaus ins helle Licht und versuchst, ihm ebenbürtig zu sein.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht, aber das wird nicht klappen, mir fehlt dafür die Durchsetzungskraft. Es würde mir wahrscheinlich so viel Energie rauben, dass ich im nachhinein nicht glücklicher bin als vorher.

Zwei Möglichkeiten also: entweder du suchst dir andere Interessen / Hobbies / Freunde, so dass die 'leere' Zeit sinnvoll ausgefüllt wird. Mind your own live - und weniger Fixierung ließe auch deinem Partner mehr Freiraum.

Mir ist ja nicht in dem Sinne langweilig, wenn er keine Zeit für mich hat, aber ich würde einfach gerne mehr Zeit mit meinem Partner verbringen. Wenn er keine Zeit hat, dann unternehme ich eben was mit meinen Freunden, befriedigt aber nicht mein Bedürfniss nach Nähe.
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
Off-Topic:
Schon ok, gemeint war: strahlender Fackelheld, siehe Kontext


T Tiffy91 Du hinterlässt mich etwas ratlos. Einerseits spüre ich eine gewisse Bitterkeit über die entschiedene Haltung der Familie gegenüber den 'Waschlappen', andererseits ist zwischen den Zeilen resignierte Zustimmung zu finden, trotz der damit verbundenen Zwänge. Ein sanfter Hauch von Kritik zwar - aber du bist nicht grade eine Revolutionärin, oder? Insofern ist auch die Wahl eines starken Partners konsequent: er hält nicht nur deiner Familie stand, sondern bietet dir auch Schutz davor. Fraglich nur, ob dieses Kerzenmodell dich auf Dauer zufrieden stellen kann. Du beschreibst oben auch das Leben deiner Mutter, ihr Nischendasein in diesem starken Umfeld, die klassische Rollenverteilung. Mag sein, dass ihr das gefällt. Aber willst du genauso leben, als stilles Heimchen am Herd? Du steuerst direkt drauf zu. Denkst du, dein Bedürfnis nach Nähe wird damit gestillt? Und wo siehst du dich selbst in 10 Jahren?
 
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