Mein Freund, sein Neffe und ich

Benutzer112582 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich bin ganz neu hier und muss mir unbedingt mal Luft machen.

Seit knapp zwei Jahren bin ich (33) mit meinem Freund (35) zusammen und es läuft alles sehr gut. Naja fast.

Vor fünf Wochen zog die Schwester meines Freundes, deren Ehemann und der Sohn der Beiden wieder in die Nähe von uns.

Mein Freund und sein Neffe (er ist 7 und ich nenne ihn mal Julian) sind ein Herz und eine Seele.

Julians Eltern sind beruflich ziemlich eingespannt und wenn Julian nicht in der Schule, bei seinen Großeltern oder bei Freunden ist, ist er bei uns.

Letzte Woche Sonntag, waren mein Freund und ich bei meiner Schwester und bei meinem Schwager zum Frühstück einladen.
Es war seit Tagen geplant und was dann sagt mir mein Freund am Samstag, dass Julian ein Fußballspiel hat und das er (also mein Freund) unbedingt dahin muss. Also war ich dann alleine bei meiner Schwester und bei meinem Schwager.

Am Dienstag wollten wir ins Kino, aber nein Julian wwwiiilll unbedingt in den Zoo, also waren wir zu fünft im Zoo.
Mein Freund, seine Schwester, deren Mann, sein Neffe und ich. Und heute wollten wir eigentlich in einen Club, aber Julian ist krank und er will das mein Freund auf ihn aufpasst und nicht seine Großeltern.

Julian hier, Julian dort.

Und was ist mit mir?

Ich mag Kinder nicht besonders und mein Freund weiß das auch und trotzdem ist der Kleine total oft bei uns.
Mit meinem Freund habe ich schon darüber geredet, er hat mich gebeten mich mit Julian zu arrangieren.

Was soll ich nur machen? Könnt ihr mir einen Tipp geben?


Grüße

Christina
 
M

Benutzer

Gast
MMmmmmmmhhhmmmmm...... schaut so aus als müsstest du dich mit dem kleinen arrangieren!
Gegen den Knirps kannst du nur verlieren!
Probier auf den kleinen zuzugehen. Spiel mit ihm und lern ihn kennen.
Vielleicht legt sich ja dadurch deine Abneigung gegen Kinder.

Wenn dein Freund merkt das du dir Mühe gibst kannst auch mehr Zeit ohne den kleinen einfordern......
Behandel dein kleinen nicht als dein Feind sonst wechselt dein Freund die Seiten!
Habt ihr denn schon mal über Kinder gesprochen?
So wie es ausschaut willst du ja keine und er aber sicher doch? Sonst wäre er auch kein so toller Onkel.
Hat das dann überhaupt Zukunft?
Mit 33 Jahren wärst du ja im besten Alter!
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
So, wie du es schilderst, klingt es ziemlich rücksichtslos von deinem Freund. In allen genannten Situationen musst du ziemlich kurzfristig für dieses Kind zurückstecken - das würde mich auch tierisch aufregen, egal, wie ich persönlich zu (den) Kindern (anderer Leute) stünde.

Allerdings gebe ich meiner Vorposterin recht: ich könnte mir vorstellen, dass du im Zweifelsfall gegen den Kleinen verlieren würdest, wenn du es auf ein "Das Kind oder ich" ankommen ließest. Insofern ist es wohl in der Tat unungänglich, sich zu arrangieren, wenn du die Beziehung erhalten willst.

Allerdings bedeutet dieses arrangieren nicht, dass du dich mit der Tatsache anfreunden musst, dass dein Freund sich zum Aushilfspapa machen lässt. Es bedeutet, dass ihr beide aufeinander zugehen musst. Dh du solltest dich irgendwie an das Kind gewöhnen - aber dein Freund *muss* begreifen, dass du in seinem Leben MINDESTENS genau so wichtig zu sein hast, dass also Termine mit dir nicht automatisch weniger wert sind als Termine mit dem Kind.

Das musst du ihm unmissverständlich kommunizieren. An einer solchen Basisauseinandersetzung führt kein Weg vorbei, da er ja momentan offenbar denkt, er könne dich beliebig zur Seite schieben, wenn sein NEffe hustet. - Insofern wirst du dieses Gespräch durchaus robust führen müssen, und es kann durchaus sein, dass sich dein Freund schon hier nicht kompromissbereit zeigt, sich also für den Neffen entscheidet. Das könnte den Fortbestand eurer Beziehung also durchaus gefährden. - Da du dir allerdings, denke ich, ohnehin eine Fortsetzung derselben unter den aktuellen Bedingungen nicht lange antun würdest, scheint mir das Risiko gering.
 

Benutzer112582 

Sorgt für Gesprächsstoff
@MissMima79

Danke für deine Antwort.
Kinder sind bei meinem Freund und mir nicht geplant.
Julian scheint mich ja zu mögen, er nennt mich "Tante Christina", und will auch das ich mit komme, zu igendwelchen Veranstaltungen.
Das ist ja sehr süß, aber es nervt!


@many--

Auch dir danke, für deine Antwort.
Bei der wahl "Das Kind oder ich", würde ich natürlich den kürzeren ziehen.

Das Gespräch mit meinem Freund wird bestimmt lustig.
 

Benutzer37399 

Benutzer gesperrt
Bei einem solchen Grundsatzthema wird das Gespräch sicherlich nicht lustig. Bist du dir sicher, dass dein Freund keine Kinder will? Oder versucht er dir gerade zu zeigen, wie toll Kinder sein können ( auch wenn die Umsetzung etwas unglücklich ist)? Frag ihn, was er mit seinem Verhalten bezweckt und ob er nicht merkt, wie zurückgesetzt du dich fühlst.
Vielleicht lassen sich auch 1-2 "Freund-Neffe-Tage" fest einplanen in der Woche? Dann weißt du gleich, was dich erwartet und kannst dich besser ausklinken.
 

Benutzer112582 

Sorgt für Gesprächsstoff
@Zwergenfrau


Mich bezüglich "Kinderwunsch" umzustimmen funktioniert nicht und das weiss mein Freund auch, er hat mir selber gesagt, dass er nur Kinder mag, die zur Familie gehören.

Wenn ich was sage, bekomme ich nur zuhören "Versuch dich, mit dem Kleinen zu arrangieren".
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Julian ist erst seit 5 Wochen wieder mehr greifbar für deinen Freund, ich nehme an in ein paar Monaten wird er ihn nicht mehr so häufig sehen wollen, aber ein wenig Platz solltest du für den Kleinen schon schaffen. Und Zoo statt Kino finde ich zum Beispiel eine tolle Alternative.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Mein Neffe ist erst anderthalb und mir sehr wichtig - und so eine Beziehung kann schon sehr eng sein. Mein Freund hat selbst Nichten und Neffen (allerdings sind die bereits erwachsen, eine Nichte hat selbst zwei Söhne). Ich bin auch schon kurzfristig eingesprungen, um meinen Neffen zu hüten, und je nach Lage würde ich auch eine Verabredung mit meinem Freund dafür absagen.

Allerdings finde ich es sehr ungeschickt von Deinem Freund, dass er sich von "König Julian" so "regieren" lässt und spontan vorige Verabredungen absagt, ohne dass es wirklich dringend ist. (Beispiel: kranker Neffe - da wären auch die Großeltern verfügbar, aber Julian "bestimmt", WER auf ihn aufpassen soll...)
Das würde mich auch nerven - obwohl ich Kinder mag. Allerdings sehe ich hier eher sowohl Deinen Freund als auch Julians Eltern in der Verantwortung und keine "Schuld" beim Neffen. Dass sich z.B. in der Zoosache alles danach richtet, dass eben Julian gern JETZT in den Zoo will, finde ich seltsam - klar erfüllt man Kindern auch gern mal Wünsche, aber wenn es eine bestimmte Planung gab, richten sich dann trotzdem ALLE danach, was das Kind will? Klingt ein bisschen nach zu viel Verwöhnung - vielleicht aus schlechtem Gewissen der Eltern ihrem Sohn gegenüber, weil sie so selten Zeit haben für ihn?

Ich kann verstehen, dass Du Dich zurückgesetzt fühlst. Ich weiß nicht, wie stark die Abneigung gegen Kinder ist und ob Du Dir vorstellen kannst, Julian besser kennenzulernen. Du musst ja nicht seine beste Freundin werden, aber vielleicht schaffst Du es, ihn nicht als Gegner anzusehen, mit dem Du in Konkurrenz stehst.

Die Entscheidung "Neffe oder Freundin" sollte sich nicht stellen, das fände ich weder sinnvoll noch fair. Familie ist wichtig - aber dennoch sollte es möglich sein, die Bedürfnisse mehrerer geliebter Menschen zu bedenken und zu achten...
Dein Freund sollte sich auch zu arrangieren lernen: Damit, dass er eine innige Beziehung zu seinem Neffen hat - UND eine innige Beziehung zu Dir. Und dass er keinem einen Gefallen tut, wenn er wiederholt Pläne umschmeißt und sich zu sehr nach Julians Wünschen richtet. Auch ein siebenjähriges Kind kann man mal vertrösten und sagen "heute geht es nicht, aber ich komme zum Fußballspiel nächste Woche".
Ich würde jedenfalls zu mehr Geduld raten, die Situation ist ja neu, dass der Neffe so in der Nähe lebt.
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Auf mich macht es schon den Eindruck, als würde dein Freund sich nach der Vaterrolle sehnen, bzw. zumindest großen Spaß dran haben. Vielleicht liebt er seinen Neffen aber auch einfach nur, was doch schön ist. Ich wünschte, in meiner Familie wäre das Verhältnis auch so eng.
Dass du es nicht gut findest, wenn dein Freund eure Verabredungen für den Jungen absagt, ist klar. Und das solltest du ihm auch so sagen. Das hat dann nichts mehr mit "arrangier dich mit dem Kleinen" zu tun, sondern mit grundsätzlicher Höflichkeit und Respekt in einer Beziehung. Man sagt doch dem Partner nicht ständig ab, weil ein anderer Mensch wichtiger ist. Außer, das Kind ist krank, dann ist es ja noch zu verstehen. Aber ansonsten soll dein Freund sich angewöhnen, den Kleinen wie einen normalen Menschen zu sehen und sich mit ihm zu verabreden, d.h. Termine im Voraus abzumachen. Dann sagt ihm der Junge eben eine Woche vorher, wann er ein Fußballspiel hat, bzw. entscheidet dein Freund es nicht erst am selben Tag, dass er lieber dahin gehen würde, als seine Verabredung mit dir und deiner Schwester einzuhalten.
Außerdem ist es ja auch dein gutes Recht, die Zeit mitzubestimmen, wann der Kleine bei euch zuhause ist, immerhin wohnst du auch da und hast ein Wörtchen mitzureden. Ihr könntet z.B. 1-2 feste Nachmittage ausmachen, oder diese zumindest größtenteils eine Woche im Voraus planen, dann kannst du dich drauf einstellen und dein Freund kann sich mit dir Dinge vornehmen, die dann auch gemacht werden. So kommt ihr nicht mehr in die Situation, dass du anstatt bei einem schönen Pärchenabend im Kino mit 4 Leuten durch den Zoo latschen musst :smile:
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Das Verhalten Deines Freundes ist eine bodenlose Frechheit.
Ich denke, Du solltest mit ihm ein ernstes Gespräch über Partnerschaft und Respekt in derselben führen.

Nicht genug damit, daß er ein Kind mit dem er nur im zweiten Grad verwandt ist über seine Partnerin stellt - er pfeffert Dir dann auch noch Sätze wie diesen in die Fresse:
Wenn ich was sage, bekomme ich nur zuhören "Versuch dich, mit dem Kleinen zu arrangieren".

Ich denke, es ist überhaupt nicht Deine Aufgabe, Dich mit dem kleinen "zu arrangieren". Erstmal hat dein Freund Dir den verdammten Respekt zu zollen, den er Dir schuldet, dann kannst Du entscheiden, ob Du das Kind so oft um dich herum haben willst. Wenn nicht, hat er das zu respektieren, es ist ja nicht sein Sohn, sondern nur ein Neffe; er ist mit Dir verpartnert, nicht mit seinem Neffen.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Off-Topic:
Zu "nur im im zweiten Grad verwandt": Ich selbst habe zu meinen Tanten und Onkeln keinen besonders engen Draht. Waren halt Tanten und Onkel. ;-)

Heute ist mir meine Schwester sehr sehr wichtig und nah - und ihren Sohn liebe ich auch deswegen sehr. Den Geschwistern ihres Mannes geht es ebenso, wobei es da noch mehr Kinder bei der einen Schwester gibt, so dass der Junge nur einer von insgesamt jetzt sechs Neffen und Nichten ist.
Mir ist der Knopf schon seit seinem ersten Lebenstag enorm nah und wichtig, was mich selbst überrascht hat, da ich es bislang auch nicht soooo mit Kindern hatte. Die Vehemenz, mit der ich für meinen Neffen Liebe empfinde, hat mich selbst umgehauen.
Das ist für mich nicht unbedingt eine Sache von wegen "Blut ist dicker als Wasser", ich denke, auch ein Kind einer engen Freundin könnte mir ähnlich wichtig sein. Ich habe die Schwangerschaften meiner Schwester relativ nah mitbekommen, auch die (frühen) Fehlgeburten, ich war die erste Person, die nach Eltern, Hebamme und Klinikpersonal den Jungen sehen durfte. Und ich möchte ihn gern beim Aufwachsen begleiten. Wenn mir jemand sagte, dass der Junge doch nicht mein Kind sei, sondern "nur" mein Neffe, dann fände ich das seltsam, da ich eben seit 18 Monaten regen Anteil nehme an seinem Gedeihen. Generell finde ich es schwierig, da überhaupt Vergleiche aufzustellen, wer wie viel Priorität haben sollte.

Klar ist: der Freund der Themenstarterin macht es sich viel zu einfach, indem er die Verantwortung zurückweist und nicht darüber nachdenkt, was er da eigentlich grad macht. Nämlich beizutragen, den Jungen zu einem Prinzen heranzuziehen, der automatisch seine Wünsche erfüllt bekommt, ohne zu bedenken, dass auch andere Bedürfnisse haben, die nicht einfach unter den Tisch fallen dürfen. In der Tat eine Frage des Respekts und außerdem des gesunden Menschenverstandes.
 
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