Schule (Mehr als nur?) Arbeitskollegin kündigt

Benutzer163580  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hi liebes Forum,

ich weiß selber nicht wieso ich mich hier angemeldet habe. Aber ich denke der eine oder andere Ratschlag wird mir evtl helfen?

Vor einigen Monaten habe ich in einer Firma angefangen. Dort waren wir erstmal für einige Woche auf einer Art Seminar, welches uns auf unseren Job vorbereiten sollte. Das die Arbeitskollegin über die ich hier rede in meinem Büro sein würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht. Wir hatten dort auch nicht wirklich viel miteinander zu tun. Haben nur einmal etwas ausführlicher gesprochen. Die Zeit dort habe ich größtenteils mit anderen verbracht.

Jedenfalls ist sie nicht nur bei mir im Büro, sondern auch im selben Bereich. Ich war froh, dass sie bei mir war, da es bei uns sonst niemanden gibt, der ebenfalls eingestiegen ist. Das Büro hat fast keine jungen Leute und es ist verdammt leer... Wir es so kommt uns gefällt es uns in der Firma nicht. Ok nicht alles ist schlecht, aber zufrieden sind wir nicht. Die Seminarzeit und die Arbeit danach haben uns sehr zusammengeschweißt. Es war schnell klar, dass wir uns sehr mögen.

Da wir die einzigen beiden "neuen und jungen" sind, haben wir neben der Arbeit auch alles zusammen gemacht. Es gab auch von einem Kollegen bereits komische Sprüche über uns, weil wir halt immer zusammen und uns nah sind. Tja und nun ist es so, dass eine alte Bewerbung von ihr, ihr einen neuen Job bescherrt hat. Sie hat vor kurzem die Zusage erhalten und das Angebot ist wirklich sehr gut. Sie wird es auch annehmen und mich somit ab Mitte nächster Woche verlassen. Und genau dieses Wissen macht mich seit gestern traurig... Es ist vielleicht gut zu wissen, dass wir beide völlig unterschiedlich sind. Während ich gerne unter Leuten bin und was machen möchte, ist sie lieber unter sich und schaut Serien. Musikgeschmack, Urlaubsziele alles ist völlig gegensätzlich. Trotzdem verstehen wir uns super. Die Arbeit und der Büroalltag ist mit ihr auch wesentlich erträglicher. Auch wenn ich nicht wirklich mag was ich tue, habe ich mich immer gefreut, dass sie bei mir war.

Und jetzt wird sie wechseln... das macht mich nicht nur zum wirklichen einzigen Neueinsteiger, sondern ich habe dann praktisch keine Bezugsperson mehr in der Firma. Gemeinsam Mittagessen, an den selben Aufgaben arbeiten und die selben Probleme bearbeiten. Mit einander zu schreiben, wenn uns was gerade gewaltig auf die Nerven geht. Nach der Arbeit haben wir auch oft noch was gemeinsam was gemacht. Das eine Wochenende wo sie hier geblieben ist (wohnt in einer anderen Stadt), sind wir auch beide Abends was trinken gegangen. Und vorallem auf Dienstreisen... Jetzt werde ich alleine in andere Städte reisen für die Arbeit oder Schulungen... Abends dann keinen mit dem ich essen gehen kann... Dinner for 1... Wunderbar...

Ich hätte am Anfang NIE gedacht, dass sie mir mal so viel bedeuten würde. Auch weiß ich garnicht was sie mir überhaupt bedeutet.... Sie ist nicht mein Typ... trotzdem finde ich sie ganz süß... trotz unserer Unterschiede fühle ich mich bei ihr wohl. Manchmal denke ich daran wie es wäre sie zu küssen. Ich weiß nicht, wie sie darüber denkt. Ich hab auch nur einmal nebenbei ein Gespräch zwischen ihr und einer Freundin mitbekommen wo es um Sachen Beziehungen ging und dabei war auch ich ein Teil des Gesprächs.
Nächste Woche wird sie kündigen und dann ihre Urlaubstage nehmen und im nächsten Jahr die neue Stelle antreten. Mich macht das echt traurig... ich weiß nicht warum. Eigentlich müsste es mir relativ egal sein, ein anderer Kollege hat ebenfalls sehr schnell gekündigt und da war es mir egal. Bei ihr ist das anders... Am liebsten würde ich sie bei mir behalten, aber ich weiß, dass das neue Angebot wirklich super ist. Und ich will, dass sie glücklich ist. Die Zeit nach Weihnachten und im neuen Jahr wird erstmal ziemlich grau denke ich... Die anderen Kollegen sind zwar alle nett, aber zwischen uns ist es natürlich etwas anderes... Hmm ich weiß garnicht was ich machen soll.

Es wäre sicherlich einfacher, wenn es mehrere Einsteiger geben würde mit mir. Da sie aber tatsächlich die einzige ist und das Büro fast menschenleer, macht mich das schon depressiv. Ich brauche einfach Leute um mich herum.

Habt ihr Ratschläge?
 

Benutzer15049  (35)

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Frage 1 ist: Bist du weiblich oder männlich. Dein Nick sagt Mann, dein Profil Frau.
Denn wenn du echt ein Mädel bist, wäre es ja schon relevant, ob sie den Eindruck erweckt hat Lesbisch/Bi zu sein?!

Oder verstehe ich das falsch und es geht dir rein darum eine Freundin/Vertraute auf der Arbeit zu haben? Bin mir da nicht so ganz sicher.
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich würde mit ihr Kontaktdaten austauschen und mal versuchen, was zusammen zu unternehmen.

Was die Firma angeht, wie stehen denn die Chancen, dass ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird, wenn sie geht?
 

Benutzer163580  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bin männlich. Gerade etwas emotional drauf haha. Hab ich wohl den falschen Eindruck geweckt. Wie gesagt sie ist mehr als eine reine Vertraute im Büro. Wir haben kein typisches Kollegenverhältnis. Sicher für mich wäre es bestimmt leichter, wenn es mehrere Neueinsteiger gäbe mit denen ich mich gut verstehe. Ich denke einer der Gründe weshalb wir uns so nah sind ist, dass wir die einzigen sind, in einem Büro, dass sonst leer ist. Andere sind zwar nett, aber wir sind halt immer zusammen auf der Arbeit und oft auch nach der Arbeit. Es hat den Moment gegeben, wo ich außerhalb der Arbeit zB am Wochenende oft an sie gedacht habe. Ich verstehe nicht wieso. Auch nicht was sie mir bedeutet. Manchmal gucke ich sie während der Arbeit an und denke darüber nach was sie mir bedeutet. Wie gesagt mein Typ ist sie nicht wirklich und wir sind völlig unterschiedlich, trotzdem ist sie irgendwie besonders genug, dass ich sie sehr gern hab.

Handynummern haben wir schon ausgetauscht und schreiben uns auch. Wir schreiben uns ja auch gegenseitig, wenn wir in Meetings sind und unser gegenüber zu viel redet.

In den Seminarwochen, waren wir alle Neueinsteiger aus ganz Europa. Wenn einige von denen bei mir im Büro wären, wäre ich wohl nicht so traurig. Ich wäre nach wie vor traurig, dass sie geht, aber ich hätte halt noch andere dort. Ich drücks mal so aus, sobald sie aus dem Büro geht um nach Hause zu fahren, nimmt die Qualität der Arbeitsatmosphäre extrem ab. Dann sitze ich teilweise echt alleine. Wir schreiben dann zwar noch, aber ich hab sie gern bei mir. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen und damit hätte ich nie gerechnet. Wie gesagt es gibt Kollegen die sehen, dass wir uns nah sind und von einem gab es schon komische Sprüche. Wenn sie weg ist werde ich sie sicherlich ziemlich vermissen. Alles was wir zusammen gemacht haben (auf und nach der Arbeit) und... einfach sie halt.

Ich verstehe nicht wieso ich mich so fühle und warum es mich so traurig stimmt.
 

Benutzer54465 

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Ich kann gut verstehen, dass du traurig bist und mir würde es bei meinem Lieblingskollegen genau so gehen. Wahrscheinlich hätte ich ähnliche Gefühle wie du, aber das ist auch normal wenn man sich mit jemanden super versteht, oft schreibt und auch noch den ganzen Tag miteinander verbringt. Genau betrachtet sieht man seine Kollegen ja öfter als seinen Partner (wenn man das nebeneinander schlafen mal außer acht lässt). Als ich für 1 Jahr aus meiner Firma weg bin, hat mir mein Lieblingskollege auf geschrieben dass er mich vermisst und dass ich bald wieder kommen soll, aber das meint er eben nicht auf eine romantische Art, sondern eben weil wir uns so gut verstehen.
Ich würde deine Probleme aber aufteilen:
1. Du fühlst dich nicht wohl in der Firma ohne sie. Erstmal würde ich abwarten wie es sich tatsächlich verhält wenn sie weg ist. Vielleicht kommt bald ein neuer Kollege in dein Zimmer oder du kannst irgendwo neue Kontakte knüpfen? Warum knüpft du keine Kontakte mit den älteren Kollegen? Bei uns gibt es da keine Barrieren und das Alter spielt keine Rolle. Ich verstehe mich auch mit vielen der älteren Kollegen gut und ich denke mir, dass ich von ihnen noch vieles lernen kann (ohne dass sie Besserwisser wären). Sie haben eben ein anderes Leben als ich, aber ich interessiere mich auch dafür.
Solltest du dich natürlich dauerhaft unwohl fühlen, könntest du dich auch woanders bewerben. Was hält dich davon ab?
2. Du hast tiefere Gefühle für deine Kollegin. Eigentlich kannst du ja einfach herausfinden ob du dir was mit deiner Kollegin vorstellen kannst, indem ihr euch weiter trefft. Wenn man nicht mit jemanden zusammen arbeitet, ist das Kennenlernen doch viel einfacher. Oder denkst du der Kontakt könnte einschlafen?
 

Benutzer163580  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Doch die meisten im Büro sind ganz nett. Ich verstehe mich auch mit den meisten, jedenfalls mit denjenigen mit denen ich was zu tun habe. Es ist also nicht, dass die Leute dort kalt sind (die meisten). Es ist nur so, dass das Büro wirklich sehr leer ist (bedingt durch die Branche). Es gibt einen Bereich für die Einsteiger und der wird ab jetzt im Prinzip für mich alleine sein. Ich habe mir ihr praktisch alles gemeinsam gemacht, außer auf WC gehen. Sowas verbindet ungemein. Ob neue "jüngere" Kollegen kommen weiß ich nicht. Ein Kollege der in einem Büro in einer anderen Stadt wohnt, meinte zu mir, als er in meinem Büro war "es ist ziemlich depressiv hier". Ich glaube das beschreibt am besten wie die Atmosphäre ist. Zwischen ihr und mir ist es ja auch nicht wirklich das typische Kollegenverhältnis. Wir machen mehr privates als wirklich arbeiten. Sie halt recht besonders für mich.

Zu zweitem: Wir werden sicherlich in Kontakt bleiben, allerdings ist sie dann ca 600km von mir entfernt. Also mal eben treffen wird da ziemlich schwierig. Wir müssten uns schon explizit treffen/besuchen wollen. Sicher der Kontakt wird weniger, was natürlich ist, wenn man sich nicht mehr sieht. Aber ich denke nicht, dass er komplett einfrieren wird. Es wird eher so ein "Hey wie gehts dir, was machst du" von Zeit zu Zeit. Es ist also schon logistisch gesehen recht schwer, wenn es Richtung Romantik gehen soll. Ob es dies überhaupt ist sein mal dahin gestellt, aber wir mögen uns schon ziemlich. Sie weiß, dass ich sie vermissen werde. Ich werde es ihr aber auch kurz nochmal aufzeigen wie meine Gedanken sind. Denke sie hat es verdient zu wissen, dass sie mir wichtig ist.

Wegen deinem letztem Punkt unter 1.: Ja sicher die Option besteht immer. Ich denke ich sollte zumindest schon einige Monate Erfahrung sammeln, da wir ja alle frische Einsteiger sind, bevor es dann weitergeht. Für mich ist es nur Tatsache, dass es ein solches Verhältnis zwischen "Kollegen" sehr selten gibt. Man/ich verliere nicht nur dieses spezielle Band, sondern auch sie. Ich weiß, dass wenn es dann weiter geht, es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass es nochmal zu so einer Verbindung kommt. Klar unmöglich ist nichts, aber ich denke jeder Mensch bemerkt schon recht früh, ob eine Person speziell für einen sein wird oder nicht. Und darauf aufbauend entsteht dann die Verbindung zu besagter Person. Wie gesagt während der Seminarwochen, haben wir nur 1x ausführlich miteinander gesprochen und sonst kaum was miteinander zu tun gehabt. Ich fand sie offen gesagt auch relativ langweilig (wie beschrieben sind wir total unterschiedlich), aber wir fanden uns schon symphatisch. Und als wir dann im selben Office waren, ging es dann sehr schnell.

Dieses Verlustgefühl und das Wissen, dass es jetzt schlechter wird wo sie weg geht, ist denke ich das, was mich traurig stimmt. Ein Beispiel wäre z.B. heute: Bevor sie kam war es relativ emotionslos/langweilig. Als sie dann kam wurde es anders. Ich werde sie morgen spätestens übermorgen verabschieden mit dem Wissen sie lange nicht mehr zu sehen. Und auf das Büro hat man entsprechend weniger Lust. Für mich ist die Atmosphäre einer der Schlüsselfaktoren und die nimmt leider ab.
 
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