Medikamente (AD)?

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,

da ich seit über 8 Monaten nicht aus meinem Tief rauskomme und ich eher eine immer fortschreitende Verschlechterung meines Zustandes bemerke, folge ich nun den Rat meines Hausarztes und nehme verschreibungspflichtige Medikamente.
Ich habe ein unwohles Gefühl dabei... Ich fühle mich als Versager, nicht allein mit einer Kraft wieder auf die Beine gekommen zu sein. Jetzt sollen mich irgendwelche Medikamente aufpushen (künstlich).

Es wird irgendetwas in meinem Gehirn verändert... Auch wenn er mir erklärt hat, dass sich bei mir schon etwas verändert hat und dies nun mit den Tabletten wieder rückgängig gemacht wird. Um schlafen zu können, keine Panikattacken mehr zu bekommen und Freude zu empfinden. Andererseits wüsste ich keinen anderen Weg und aus diesem Grund befolge ich einfach den Rat.

Wie sind eure Erfahrungen mit Anti - depressiva oder Ähnlichem?
Was passiert, wenn ich die absetzte?

Ich kann mich noch nicht so Recht damit anfreunden :frown:
 

Benutzer156780  (23)

Sorgt für Gesprächsstoff
Do gibts noch Johanniskraut, wirkt aber kaum oder gar net. Ich hats aber doch später im Gehirn bemerkt, wegen dem Seratonin, oder wie das heisst.
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Liebe ts,

die wenigsten von uns sind Ärzte, daher werden sich unsere Informationen vielfach auf eigene Erfahrungen oder der von bekannten beziehen. Dafür wäre es vielleicht hilfreich, wenn du den Namen deines AD nennst. AD wirken auf unterschiedlichste Art und Weise.

Ps: ich kann deine Bedenken verstehen und habe mich deshalb - allerdings mit Unterstützung einer Therapie - damals gegen ein AD entschieden. Meine Therapeutin unterstützt das aber auch nur, weil es bei mir ihrer Ansicht nach auch ohne machbar war und so war es auch. Es wird also Fälle geben. In denen das nicht der Fall ist..
 

Benutzer4030 

Meistens hier zu finden
Erstmal vornweg: Du bist mit Sicherheit kein Versager oder unfähig es allein zu schaffen. Manchmal gerät man in den Strudel und kommt nicht wieder hoch. Dann können dich AD dabei unterstützen wieder alles in die Richtige Bahn zu lenken.

Aber:
Ich bin kein Freund davon, einfach Tabletten Schlucken und da sitzen und warten das etwas passiert. Klar ist eine Möglichkeit der Person erstmal relativ schnell zu helfen. Aber zusätlich müssen noch Therapien her, Strukturen, Hilfsmaßnahmen mit Panik und Angst um zu gehen.

Ich hab 2 Jahre AD genommen. Aber die wurden stationär (muß ja nicht zwingend sein) eingestellt und dann hatte ich 1,5 Jahre noch Verhaltenstherapie.

Im Alleingang wäre ich auch nicht wieder auf die Beine gekommen und mit nur AD auch nicht. Erst als ich wirklich wieder selber angefangen habe zu leben, mein Leben zu verändern, wurde es auch insgesamt wieder besser.

Ansonsten ist es keine Schande Tabletten zu nehmen. Aber eben nicht nur. Eben wegen dem Absetzen, dann ist doch nicht alles einfach gut. Es muß doch daran gearbeitet werden, warum du nicht mehr fröhlich bist, warum du Panikattacken hast, warum du nicht schlafen kannst. Erst wenn du deine Probleme erkennst, daran arbeitest und sie ausschaltest, dann kann man die Tabletten versuchen abzusetzen, und schauen ob es ohne geht.

LG
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde es sehr seltsam, dass dir dein Hausarzt einfach so Antidepressiva verschreibt, anstatt dich erstmal an einen passenden Spezialisten zu überweisen.

Antidepressiva sind ja doch ein ganz anderes Kaliber, als irgendwelche Medikamente gegen eine Erkältung oder Magen-Darm-Infektion, die man mal eine Woche lang nimmt, bis die Krankheit vorbei ist.
Und meines Wissens sollten Antidepressiva doch auch durch irgendeine Psychotherapie, o.Ä. begleitet werden.
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Danke für die Antworten.

Also zu den Tabletten : Morgen nehme ich die bekannten Johanniskraut - Tabletten und abends Opripamol. (Angeblich kein AD im klassischen Sinne)
Ich verlasse mich auch nicht nur komplett auf die Tabletten. Ich warte noch auf einen Therapieplatz.... Bis dahin versuche ich mich selber sozusagen zu therapieren. Indem ich versuche etwas positiver zu denken, öfter mit Freunden wieder was zu unternehmen oder versuche mich mehr mit meiner Religion zu beschäftigen, in der Hoffnung, dort etwas Kraft zu finden.
Ich kenne immerhin zum Glück die Gründe wieso es mir nicht mehr so gut geht. (Todesfall, und von vielen Menschen die ich geliebt habe oder dachte sie würden mich auch lieben, verlassen worden zu sein, und dadurch emotional total instabil geworden bin) . Damit muss ich klarkommen... Aber nach 8 Monaten wird es nur schlechter als besser.

Ich hoffe bald endlich eine Therapie anfangen zu können. Ich weiß nämlich, dass ich ohne Hilfe nicht mehr rauskomme.
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Fühl dich erstmal gedrückt. Dass es nicht ausreichend approbierte Therapeuten gibt, ist es ein Unding !
Gibt es denn keine Beratungsstelle, die mit dir die Zeit bis zur Therapie überbrücken kann? Häufig bieten Kirchen (und bestimmt auch Einrichtungen anderer Religionen) oder Universitäten solche Beratungen an.
Man redet da auch nicht mit "irgendwem", sondern im der Regel mit ausgebildeten Leuten.hast du das mal versucht?
 
G

Benutzer

Gast
Ich habe auch einige Zeit ADs genommen und finde, das sollte nichts sein, was ein Arzt "einfach so" verschreibt. Vor allem sind das keine Wundermittel. Bis sich der entsprechende Wirkstoffspiegel im Blut aufgebaut hat, dauert es auch mal locker drei Wochen und zusätzlich sollten die Leberwerte im Auge behalten werden, weil nicht alle Körper gut auf ADs reagieren. Weil z.B. Sertralin bei mir zu einem fürchterlichen Tremor, schlimmer Übelkeit und massiven Schlafstörungen geführt hat, musste ich auf ein anderes Antidepressiva eingestellt werden. Da sollte ein Arzt also ein Auge drauf haben.

Noch dazu merkt man (bzw. merkte ich) ganz deutlich, dass in der Hirnchemie etwas anders ist. Wie gesagt, mir war übel, ich hab zeitweise nur verschwommen gesehen und konnte noch schlechter schlafen als vorher.

Während ich die ADs genommen habe, habe ich btw maximal gemerkt, dass meine Stimmung stabiler war. Ich hab mich nicht "undepressiver" gefühlt. Deswegen hab ich die Tabletten irgendwann auf eigene Faust abgesetzt (was man NICHT machen soll, das weiß ich auch, aber es war mir damals komplett egal) und siehe da: Ich bin in ein bodentiefes Loch gefallen.

Wenn ADs dann nur, wenn ein ausgebildeter Psychiater das kontrolliert. Ist zumindest meine Meinung.
 

Benutzer152013 

Öfters im Forum
Ich habe einmal ein ganz schönes Zitat gehört:

Die Medikamente zaubern deinen Zustand nicht weg. Sie machen nur, dass die tiefen, rabenschwarzen Löchern etwas weniger tief sind und du die Möglichkeit hast, an dir zu arbeiten und deine Situation verbessern kannst. Arbeiten an dir musst du trotzdem noch und genau das ist es, was viele vergessen.
Es hat nichts mit Versagen zu tun sich Hilfe zu holen, egal ob psychologische Beratung/ Medikamente wenn es gar nicht mehr geht. :knuddel:

Eine Kollegin hatte auch totale Angst, die Medikamente wieder abzusetzen und soll ich dir etwas verraten: Trotz Angst hatte sie keine Mühe und ist auch nicht wieder in ein tiefes Loch gefallen - aus dem Grund, dass sie während der Medikamentenphase ihr Leben in geregelte Bahnen gelenkt hat und die Arbeit an sich selbst da geholfen hat. Diese Arbeit an sich selbst, hat sie gesagt, war erst durch die Medikamente möglich, eben weil sie sonst gar keine Kaft dazu gehabt hätte.
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
@Jinx das hört sich schrecklich an. Diese Medikamenten darf man nicht unterschätzen.

Es nervt mich, Opfer seiner Gefühle zu sein, Menschen aus dem Umfeld mehr Einfluss und Kontrolle darüber haben als man selbst und es keinen von Ihnen interessiert. Sich ständig Gedanken zu machen, Angst zu haben und sich das Leben so viel schwerer zu machen als es sowieso schon ist. Das so eine große Macht auf einen liegt, die andere Menschen verursacht haben. Wieso lässt man das zu? Wieso lasse ich es zu? Das Gefühl abhängig zu sein... Und dann an einem Punkt ist, wo man sich Hilfe sucht und Tabletten nimmt! Wieso stört mich dieser Gedanke so sehr, zu wissen, andere seien Schuld die aber glücklich ihr Leben leben, aber ich armes Würstchen am Nullpunkt bin?
Als hätte man erreicht was man erreichende wollte. Als würde ich die weiße Fahne schwingen, nach einem harten Kampf, den ich verloren habe...

Oh man, eigentlich würde ich diesen Text oben wieder löschen, aber lasse es bewusst stehen. Das sind eines meiner vielen täglichen Gedanken..
Diese haben mich aber lange Zeit davon abgehalten,aktiv Hilfe zu suchen. Ich dachte ich schaffe es alleine. Aber meine zusammenbrüche häufen sich von Woche zu Woche.
cr4nberry cr4nberry
Doch ich wollte in die Kirche zur Seelensorge. Ich nehme mir vieles vor, aber setze es nie in Tatsachen um. Es scheint alles so hoffnungslos. Ich habe das Gefühl wirklich auf ein Wunder zu warten. Was falsch ist, ich weiß. Ich habe das Gefühl alles wird sich von allein und mit der Zeit bessern. Was leider so nicht passieren wird. Verwirrend. Ich kann kaum noch meine Gedanken ordnen. Als würde ich in einem Labyrinth umherirren.

ABER: ich werde nach anderen Anlaufstellen suchen und mehrere Therapeuten kontaktieren.
Man hat in Alltag so viel Verantwortung und Aufgaben die man erfüllen muss, aber gleichzeitig nicht die Kraft öder Zeit hat, an sich selbst zu arbeiten. Ich bin dann überfordert und mache dann garnichts mehr. Weder Uni-technisch noch für mein Wohlbefinden
 

Benutzer155505  (40)

Klickt sich gerne rein
Hallo,

da ich seit über 8 Monaten nicht aus meinem Tief rauskomme und ich eher eine immer fortschreitende Verschlechterung meines Zustandes bemerke, folge ich nun den Rat meines Hausarztes und nehme verschreibungspflichtige Medikamente.
Ich habe ein unwohles Gefühl dabei... Ich fühle mich als Versager, nicht allein mit einer Kraft wieder auf die Beine gekommen zu sein. Jetzt sollen mich irgendwelche Medikamente aufpushen (künstlich).

Es wird irgendetwas in meinem Gehirn verändert... Auch wenn er mir erklärt hat, dass sich bei mir schon etwas verändert hat und dies nun mit den Tabletten wieder rückgängig gemacht wird. Um schlafen zu können, keine Panikattacken mehr zu bekommen und Freude zu empfinden. Andererseits wüsste ich keinen anderen Weg und aus diesem Grund befolge ich einfach den Rat.

Wie sind eure Erfahrungen mit Anti - depressiva oder Ähnlichem?
Was passiert, wenn ich die absetzte?

Ich kann mich noch nicht so Recht damit anfreunden :frown:


Ich rate Dir nur eins. Such dir ganz schnell einen Psychologen und hör auf das Teufelszeug zu schlucken. Geh zu einem Psychologen und arbeite Dein Leben auf. Ich hatte vor zwei Jahren einen totalen Zusammenbruch und hab s gerade noch so geschafft wieder halbwegs auf die Beine zu kommen. Mein Leben ist noch immer ein einziges Chaos und ich hab immer das Gefühl es nicht zu packen. Aber es wird. Mach das, aber mach Dich auf einen langen Harten und unbequemen Weg gleich von Anfang an gefasst, denn einen Psychologen zu finden ist alles andere als einfach.
 
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