Liebe zu einem Mann dessen Freundin verstarb

Benutzer4586  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,

Ich war seit Ewigkeiten nicht hier und habe noch so einen kindischen Nickname und weiß auch nicht ob ich mit nun 29 Jahren auch noch richtig hier bin.

Vor über 6 Monaten lernte ich einen Mann kennen, welcher im März 2014 seine Freundin, mit der er 7 Jahre eine liebevolle Beziehung hatte, verloren hat. Diese ist in seinen Armen gestorben.

Dazu muss ich sagen wir haben uns im Internet kennengelernt und immer noch nicht persönlich. Obwohl wir wirklich schon liebevoll miteinander geschrieben haben und er immer wieder ein Treffen ansprach ist es nie dazu gekommen. Nun habe ich ihn mal ernster darauf angesprochen und er hat endlich getraut mir zu sagen dass er sich mehr oder weniger mit mir eine Phantasiewelt aufgebaut hat und mich dafür "benutzt" hat vor seinem Problem zu flüchten. Ihm tut dies wahnsinnig leid und es geht ihm selbst sehr nah, dass er mich damit so verletzt hat. Allerdings hat er trotzdem Gefühle für mich, was ihm in Anbetracht seiner Vergangenheit auch schwer fällt zu akzeptieren. Er ist aber einfach noch nicht so weit den nächsten Schritt zu tun und mich kennenzulernen. Wir haben jetzt die Phantasiewelt "platzen lassen" und schreiben nur noch über ganz normale Dinge. Für mich ist es nun halt wirklich schwer denn ich mag ihn wirklich wahnsinnig gern und möchte halt das ganze nicht einfach aufgeben und möchte für ihn da sein, ohne ihn unter Druck zu setzen. Denn er braucht noch Zeit...

Ich weiß nicht ob ihr mir helfen könnt.... vielleicht brauche ich jetzt einfach nur einen Rat wie ich weitermachen könnte bzw sollte oder was weiß ich.

LG Esi
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Erst mal - nein ich denke nicht, dass Du zu alt für das Forum bist. Wenn's so wäre, was sollte ich dann sagen? :zwinker: :grin:

Jetzt zum Thema: Mir fällt es schwer, Dir da einen eindeutigen Rat zu geben. Generell neige ich dazu, bei solchen Geschichten eher zu Vorsicht zu raten. Sich emotional nicht so sehr hineinzusteigern. Man kennt sich vom Schreiben - aber kennt man sich wirklich? Weiß man, wie es wäre, wenn man sich live sieht? Es ist doch so, dass man - ganz automatisch - die "Informationslücken" die man, so lange man jemanden nicht live kennengelernt hat nunmal hat, mit eigenen Projektionen füllt. Und sowas führt gerne mal zu einem nicht ganz richtigen, zu idealisierten Bild des Schreibpartners, für den da Gefühle entstehen.

Davon ab gibt es im Internet leider Gottes auch die wildesten Geschichten mit Fake-Gesprächspartnern, die sich als etwas ausgeben, was sie nicht sind. Phantasiegeschichten mit einem ausleben. Und es deshalb nie zu einem Treffen kommen lassen.

Klar ist da leider nur, dass man es nicht weiß, so lange man sich nicht mal live getroffen und wirklich kennengelernt hat.

Da sich da bei Dir aber nun mal schon Gefühle regen, stelle ich es mir schwer vor, diese auf ein "vernünftiges" Maß herunterzuschrauben und doch Kontakt zu halten. Versuchen kann man es sicherlich, eine zeit lang, wobei ich da schon weiter versuchen würde, auf ein schnellstmögliches Treffen zuzusteuern. Und ich würde aber eben darauf schauen, dass Du deine Erwartungen und Gefühle im Zaum hältst, emotional nicht zu sehr in die Geschichte reinsteigerst, Bedenken im Hinterkopf behältst und nicht ganz verdrängst und wenn Du merkst, dass es too much wird die Notbremse ziehst. Inklusive Kontaktabbruch.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hi Esi,
auch wenn es viele junge Hüpfer hier im Forum gibt, bist du mit deinen 29 Jahren sicherlich noch längst nicht zu alt für dieses Forum...

Offensichtlich scheint dir dieser Mann schon ziemlich wichtig zu sein. Aber dann bleibt dir wohl auch nichts anderes übrig, als ihm die Zeit zu geben, die er braucht, um sich mit dir zu treffen. Dass man nach einer solchen traurigen Geschcihte lange braucht, um wieder offen für neues zu sein, ist ja durchaus verständlich.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Hallo Eselchen,

es ist wirklich schwierig, dir hier einen Rat zu geben. Man kann quasi überhaupt nicht einschätzen, wie sich die Sache und auch er sich entwickeln wird.
Es kann sein, dass da immer diese Distanz sein wird oder aber auch, dass er sich mit der Zeit öffnet und sich mehr zwischen euch entwickelt.
Ich kann auch gut verstehen, dass der Mann noch nicht für etwas Neues bereit ist nach all dem was er wohl erleben musste und es ist ja noch nicht mal ein Jahr vergangen inzwischen, da ist es wohl mehr als legitim und natürlich, wenn man sich da zurückhaltend verhält.

Einerseits bist du enttäuscht, dass er sich nicht auf mehr einlassen will aktuell, was für mich verständlich ist.
Andererseits möchtest du aber auch gerne für ihn da sein und ihm die Zeit geben, die er braucht.
Okay... Dann würde ich wohl eher(!) ganz vorsichtig zu Zweiterem tendieren, aber mit Bedacht. Es wird sicher nicht leicht. Du solltest dir auch keine riesengroßen Hoffnungen machen, um am Ende nicht allzu enttäuscht zu sein, wenn es doch nichts wird. Aber wenn dir dein Gefühl sagt, dass es für dich persönlich die bessere Methode ist, mit dem Ganzen klarzukommen, dann geh das Risiko ein (ein gewisses Risiko besteht ja immer in Liebesdingen) und versuch es. Ich hoffe wirklich für dich, dass sich das Ganze in eine positive Richtung entwickelt. :zwinker:
 

Benutzer4586  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Ok wegen dem Alter bin ich beruhigt. :zwinker:

Also ich muss dazu sagen wir "kennen" und seit Anfang Juli und seit etwa Ende August haben wir halt ziemlich liebevoll miteinander geschrieben bzw. natürlich auch schon sehr oft miteinander telefoniert. Das er so ein Fake-Gesprächspartner ist glaub ich nicht, allerdings bin ich mir bewusst dass es sowas gibt.

Man kann zwar selbst nur schwer sich vorstellen wie sich ein Mensch fühlen muss dem sowas passiert, aber dass er noch Zeit ... ggf. viel Zeit braucht. Ich bin halt momentan einfach etwas verunsichert.

Aber auf jeden Fall ist er mir wirklich wichtig ...

Vielen Dank schon mal für eure ehrlichen Worte... :jaa:
 

Benutzer147358  (28)

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Du kannst niemanden retten, das kann jeder nur selbst.


Ich glaube ehrlich gesagt nicht das er in nächster Zeit eine Beziehung in der Art wird eingehen können die du dir scheinbar wünscht :sorry:
Als ihr euch kennengelernt habt war seine Freundin gerade mal 4 Monate tot und er hat selbst auch mehr oder weniger zugegeben das er einen Lückenfüller gesucht hat. Das heißt natürlich nicht das es nichts werden kann, aber senkt die Chancen.
Außerdem haben sich über die Zeit bestimmte Erwartungen wie der andere sein wird aufgebaut und die können erfüllt werden oder eben nicht...

Ja, er hat es sicher schwer. Aber das heißt nicht das du Geduld bis ans Ende der Welt haben musst. Es ist nur die Rede von einem Treffen und noch nicht von Beziehung oder sonst was.
Das ist nach so langer Zeit nicht viel verlangt, trotzdem solltest du ihm gegenüber, wie bisher, ein wenig mehr Verständnis zeigen als du es vielleicht in einer anderen Situation tun würdest.
Du darfst ihm aber auch sagen das du das so nicht kannst, das ist nicht verwerflich. Oder bekommst du es hin dich emotional weniger zu engagieren, das es im Fall das es schiefgeht nicht in einer absoluten Kathastrophe für dich endet? :knuddel:
 

Benutzer68737  (38)

Sehr bekannt hier
Es ist nur die Rede von einem Treffen und noch nicht von Beziehung oder sonst was.
Das ist nach so langer Zeit nicht viel verlangt,

Genau so sehe ich das auch. Mach ihm klar, dass du ihn nicht gleich vom Fleck weg heiraten willst, sondern dass es dir restmal nur um ein Treffen geht. Hängt das nicht unnötig hoch.
Klar, wenn er nicht will, will er nicht. Aber dann musst du dich fragen wie viel Zeit du ihm / euch geben willst.
 
1 Woche(n) später

Benutzer107971 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo,
ich bin selbst gerade in der Situation, in der du ihn beschreibst. Mein Mann hat sich vor einem halben Jahr, nach zwölf gemeinsamen Jahren das Leben genommen. Ganz plötzlich. Ich wusste das mein Hase Depressionen hatte, er war in Therapie, doch weil es ihm besser ging.
Und ich liebte ihn immer mehr als mich selbst. Letzten Monat konnte ich meinen Frieden mit seiner Entscheidung machen und nun dachte ich, ich sei auch soweit, meine eigene Einsamkeit anzugehen. Ich habe Familie und viele Freunde, aber einen Partner können sie nicht ersetzen

Nun lernte ich einen netten Kerl kennen, wir schrieben uns über WhatsApp, telefonierten, ich erzählte ihm von meiner Unsicherheit, ich wusste wirklich nicht ob ich bereit war, jemanden an die Stelle meines Mannes zu stellen. (Ich rede nicht von Ersatz- den mein Hase ist unersetzlich).
Ich traf ihn dann. Er sah gut aus, hatte ein Ehrlichen Blick, und selbst vor fünf Jahren, seine schwer kranke Babytochter verloren. Es passte, eigentlich. Denn beim Abschied sah ich ihm in seine Krass grünen Augen und dachte :"wow". Doch in der nächsten Sekunde hatte ich das Bild von den Augen meines Mannes im Kopf. Diese wunderschönen unvergesslichen Augen.
Da war es für mich gelaufen. Ich bekam nachmittags zwei beinahe Nervenzusammenbrüche und ließ ihn abends wissen, dass ich noch nicht soweit wäre, es ging mir damit nicht gut.

Er zeigte sich verständnisvoll. Doch gleich am nächsten Morgen, wollte er wissen, ob es mir nun besser ginge. Ich schrieb ihm die Wahrheit, ich bin noch nicht bereit die Seele meines Mannes wirklich loszulassen. Ich brauche ihn noch.
Er schrieb daraufhin, dass das Leben weiter ginge, und ich loslassen müsste.
Ich antwortete, dass ich weiß, das ich das irgendwann muss, aber ich muss es noch nicht jetzt tun.
Seitdem hat er sich nicht mehr gemeldet.

Um zu deiner Seite der Dinge zu kommen, du musst dir bewusst sein, dass er seine Freundin nicht vergessen wird, dass er vermutlich dauernd von ihr reden wird. Du musst akzeptieren, dass du nie alleine sein Herz besitzen kannst, sondern da ist noch Eine mit der sich keine Konkurrenz lohnt. Wenn du dazu bereit bist, dann sag es ihm so.
Sag ihm du akzeptierst, dass er sie in seinem Herzen trägt. Und das du nicht möchtest, dass er ihre Seele loslässt, nur weil er glaubt, dass er es muss. Er kann dich auch lieb haben und gleichzeitig an ihrer Seele hängen.
Nur sollte er in seiner Trauer auch weit genug sein, das hadern mit dem Unglück überwunden haben.
Im Schnitt dauert es 3-5 Jahre, je nach Intensität der Beziehung, bis ein Mensch über den Verlust des geliebten Menschen hinweg ist.
Ich hoffe das war etwas hilfreich
 
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