Kinderwunsch - der neue "Fehler im System"?

Benutzer28811  (32)

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Hallo zusammen,

angeregt durch den Thread von Lanni Lanni zum Thema, dass ihr nicht vorhandener Kinderwunsch von Familie und Verwandten kritisiert wird, wollte ich mal den Gegensatz dazu posten und einfach mal um Erfahrung bitten. Ich wollte den Thread von Lanni Lanni nicht für mein Anliegen entwenden:smile:

Ich bin selbstbewusst, stehe zu meinen Entscheidungen und lebe damit, dass viele Menschen viele andere Meinungen zum Kinder kriegen haben. Ich bin wirklich tolerant und bin der Meinung jeder soll sein Leben so Leben wie er es für lebenswert hält.

Dennoch frage ich mich manchmal, was denn bitte so schlimm daran ist sich ein Baby, eine Familie zu wünschen? Was ist schlimm daran sich auf die Zeit mit Baby, mit Kleinkind, mit Teenager, etc. zu freuen? Wieso muss ich mich dauernd dafür rechtfertigen?:what:

Es geht aber eigentlich auch weniger um die Aussagen " Warte noch ein bisschen" oder diese Art. Es ist wirklich eine Art Mitleid, bzw. absolutes Unverständnis wieso ich mir ein Kind wünsche. Klar inzwischen sag ich auch oft "ist halt so". Aber ich führe es, wenn die Situation hergibt, auch mal aus. Und die Blicke die ich teilweise ernte sind geradezu abwertend.

Als "dürfe" man sich gar kein Baby wünschen. Wenn ich dann auf Nachfrage erzähle, dass ich und mein Partner planen, dass ich mindestens 3 Jahre zu Hause bleiben möchte (wenn es finanziell weiterhin möglich ist natürlich). Dann werde ich geradezu mit Vorwürfen bombardiert. :what:

Ich habe natürlich auch Freunde die Kinder haben oder sich welche wünschen, aber auch im weiteren Bekanntenkreis sind viele Damen Ende 20 dabei die geradezu angewidert das Gesicht verziehen, wenn ich erzähle, dass ich mir bald eins wünsche.

Ist jetzt glaub eher ein "Auskotz-Thread" geworden:ashamed: aber ich wollte einfach mal hören ob ihr das kennt? Wieso habe ich ständig das Gefühl., dass mir jeder das Kinder haben schlecht reden will ? Ich bin doch nicht naiv und weiß dass eine Veränderung bevor steht. Man setzt sich ja lang genug damit auseinander und ist bereit Einschränkungen in Kauf zunehmen.

Hach, ich denke ich wollte einfach hören, dass es anderen auch so geht :whistle:
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du kannst es nur falsch machen.

Willst du kein Kind, bist du egoistisch und schiebst deine gesellschaftliche Verantwortung ab. Vermutlich bist du auch einfach eine karriere-geile Emanze.

Willst du ein Kind und zuhause bleiben, bist du anti-fortschrittlich und willst nur einen Versorger für das Kind, mit dem du deine emotionalen Bedürfnisse stillen kannst.

Willst du ein Kind und trotzdem arbeiten, bist du eine furchtbare Rabenmutter, die nicht einsieht, dass sie auch mal Kompromisse machen muss und nicht alles im Leben haben kann.
 

Benutzer28811  (32)

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reed reed du bringst es zu 100 % auf den Punkt :anbeten:

Es ist doch aber faszinierend, hier im Forum zum Beispiel sind gerade was das Thema Kinder angeht eigentlich fast nur tolerante Menschen zu finden. Im RL sieht das irgendwie anders aus..aber letztendlich ist unsere Gesellschaft wohl so... ich würde manchmal nur gerne wissen wieso ? Und seit wann?:whoot:
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Scheiss doch auf die anderen, mach was du für richtig hälst. Selbst wenn du ein Kind hast, wirst du merken, dass es auch andere Eltern mit Kindern gibt, die dir in die Suppe spucken wollen.
Unsere Gesellschaft ist einfach eine Neidgesellschaft, keiner gönnt dem Anderen sowas wie Glück.
 

Benutzer11466 

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Dennoch frage ich mich manchmal, was denn bitte so schlimm daran ist sich ein Baby, eine Familie zu wünschen?
Nix.

So, wie es den Horizont vieler Brüter :zwinker: überschreitet, sich ein Leben ohne Kinder vorzustellen, ist es für manche Kinderlose außerhalb ihres Tellerands, ein Leben mit Kindern für möglich und vielleicht sogar erstrebenswert zu halten.

Haken dran...
 

Benutzer104021 

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reed reed Es ist doch aber faszinierend, hier im Forum zum Beispiel sind gerade was das Thema Kinder angeht eigentlich fast nur tolerante Menschen zu finden. Im RL sieht das irgendwie anders aus..aber letztendlich ist unsere Gesellschaft wohl so... ich würde manchmal nur gerne wissen wieso ? Und seit wann?:whoot:
Ich glaube, viele von den Leuten, die hier im Forum antworten, möchten einem einen tatsächlich nützlichen Rat geben und sie denken auch darüber nach, bevor sie was abschicken (unterstelle ich jetzt einfach :zwinker:) Es ist ein langsamerer und reflektierterer Kommunikationsprozess als im echten Leben.
Da wird man hingegen oft mit einfach so dahergesagten Sätzen und Mainstreammeinungen konfrontiert oder die Leute machen sich auch gar nicht die Mühe, ihre wahren Gedanken in ausführliche Worte zu kleiden, sondern sagen einfach das erste, was ihnen in den Sinn kommt bzw. wovon sie glauben, dass sie selbst am besten damit wegkommen.
So kommt es mir halt des öfteren vor. Die Menschen wollen sich nicht in langatmige Diskussionen über das Für und Wider verwickeln lassen, stattdessen wählen sie Aussagen, die jede weitere Debatte möglichst abkürzen - wie Todschlagargumente halt :confused:
 

Benutzer15352 

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Ihr habt beide einfach komische Leute in eurem Umfeld :tongue:. Ich konnte bisher jedenfalls nichts dergleichen beobachten. Vielmehr hat man sich für mich gefreut, als ich erzählt habe, dass wir Kinder möchten bzw. man litt mit mir mit, als es zuerst nicht klappen wollte.
 

Benutzer104021 

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Off-Topic:
zumindest haben sich blondi445 blondi445 und ich jetzt gefunden - auch wenn wir an unterschiedlichen Seiten der Skala stehen :grin:
 

Benutzer137391  (46)

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ich weiß aus eigener erfahrung (2 kinder) dass es genau so ist wie reed reed es schreibt.. :rolleyes::kopfwand:
also sch* auf die anderen!
es ist deine entscheidung und klar, du wirst tage haben, an denen du dich fragst, warum du dir kinder angeschafft hast :ninja::upsidedown: (die haben alle eltern!! und nein, ich glaube keiner mama, dass sie rückblickend auf 18 jahre jeden tag nur fröhlich hüpfend um ihr kind gesprungen ist!)
genauso wirst du tage haben, an denen dir kinderlose fast schon leid tun, weil sie so tolle dinge ohne kinder eben nicht erleben werden..
am ende weißt du erst wie es gelaufen ist, wenn dein kind auszieht.. :grin:
ich verstehe alle, die sich dem "abenteuer kind" nicht stellen wollen, aber auch alle, die sich voller freude genau das "chaos" mit kind herbeisehnen :knuddel:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer157013 

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Puh, ich weiß gar nicht in welchem Thread ich jetzt antworten soll :grin::tongue:
Bei mir im Freundeskreis (auch so Mitte/Ende 20) ist jetzt schon hier und da Nachwuchs da, andere sind am basteln und wieder andere sind mit anderen Dingen beschäftigt. Mir ist das echt noch nicht untergekommen, dass jemand offen den Lebensentwurf der anderen kritisiert oder belächelt hätte.
Auch wenn ich in der ein oder anderen Situation anfangs ggf. gedacht (!) habe: "Au weia, ob das zu diesem Zeitpunkt eine gute Idee ist?", wäre mir das nie über die Lippen gekommen. Denn wenn jemand bewusst einen solchen Schritt wie ein Kind zu bekommen wagt (und so war es bei unseren Freunden), der hat da wohl (hoffentlich) vorher drüber nachgedacht und das für sich als richtig empfunden. Und bislang scheint es auch bei allen zu klappen. Ich bin persönlich der Meinung, dass ich dazu zwar alles denken darf, aber es sich nicht gehört oder besonders klug ist, auch alles was man so denkt, auszusprechen.:zwinker:
Adererseits wird auch im großen und ganzen akzeptiert, wenn man sagt "Ich will (noch/momentan) keine Kinder".
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Derartige Reaktionen kenne ich aus meinem Umfeld nicht wirklich.
Aber das ist auch kein Wunder, da mein Bekanntenkreis zu einem erheblichen Teil aus Leuten besteht, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um Kinder kümmern (Trainer, usw.).
Auch wenn es durchaus Leute gibt, die selbst aktuell, oder generell keine Kinder haben möchten, hat die Mehrzahl ganz klar den Wunsch, eine Familie zu gründen und die Reaktion auf die frohe Kunde "Ich bin schwanger" sieht üblicherweise ungefähr so aus: :whoot::knuddel:
 

Benutzer141323 

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aber auch im weiteren Bekanntenkreis sind viele Damen Ende 20 dabei die geradezu angewidert das Gesicht verziehen, wenn ich erzähle, dass ich mir bald eins wünsche.

Und die Hälfte davon bastelt wahrscheinlich gerade selbst verzweifelt am Nachwuchs und kann sich daher nur bedingt mitfreuen. Bemerke die Veränderung gerade an mir selbst. Wenn mir jetzt im RL jemand kommt mit "ich bin schwanger" oder "wir wollen jetzt ein Kind" freue ich mich nicht mehr richtig mit, weils auch direkt ein Stich ins Herz für mich ist. Teilweise mache ich dann auch eher negative Bemerkungen aus einer Art Selbstschutz. Hoffe diese Phase ist bald wieder vorbei!
 

Benutzer163638 

Öfters im Forum
Tut mir leid für dich, dass du solche Reaktionen bekommst. Sollte natürlich nicht sein. Wie reed reed schon sagte, du kannst es keinem Recht machen.
Ich persönlich finds ja toll, dass du 3 Jahre bei deinem Kind bleiben möchtest. Lass dich nicht unterkriegen! :knuddel:
 

Benutzer87573 

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Und die Hälfte davon bastelt wahrscheinlich gerade selbst verzweifelt am Nachwuchs und kann sich daher nur bedingt mitfreuen.

Ich glaube das siehst du eher so, weil du gerade in der Situation bist (und fühl dich mal gedrückt, das ist echt kein schönes Gefühl :frown:). Wenn ich von meinem persönlichen Umfeld ausgehe denke ich schon eher, dass die meisten, die so reagieren eher so reagieren, weil sie Kinder für gar nicht erstrebenswert halten.

Würde eine meiner engeren Freundinnen jetzt damit um die Ecke kommen, dass sie jetzt plant schwanger zu werden würde mir auch so das Gesicht entgleisen. Und das liegt einfach daran, dass meine Erfahrung mir gezeigt hat, dass ich mit den meisten Leuten, die schwanger werden nichts mehr anfangen kann, selbst wenn wir davor auf einer Wellenlänge waren.

Da dreht sich jedes Gespräch nur noch um Schwangerschaft, Babies, Baby-Ausstattung etc. und sobald das Baby da ist darf man sich detailliert alles zur Ernährung und Verdauung des Babys anhören. Nein danke, darauf kann ich verzichten.

Die Freundin, die promoviert hat und dafür Feuer und Flamme für ihr Fach war und mit der man über Gott und die Welt an anspruchsvollen Themen sprechen konnte wirkt als hätte sie mit der Schwangerschaft ihr Gehirn irgendwo abgegeben...
Inzwischen ist das Kind 3 Jahre alt und es geht immer noch nur um das Kind.

Und das liegt nicht daran, dass ich gar nichts von dem Kind hören möchte oder mich nicht für das Leben meiner Freundin interessieren würde. Ganz und gar nicht. Aber es wäre halt nett wenn man das in den ersten 10-15 Minuten abhaken könnte (ich frage ja sogar wie es läuft) und sich dann über andere Sachen unterhalten könnte.
Und das schaffen leider nur die wenigsten - in meinem Umfeld ca 1 von 5 Müttern.
 

Benutzer164174  (43)

Öfters im Forum
Ich glaube das siehst du eher so, weil du gerade in der Situation bist (und fühl dich mal gedrückt, das ist echt kein schönes Gefühl :frown:). Wenn ich von meinem persönlichen Umfeld ausgehe denke ich schon eher, dass die meisten, die so reagieren eher so reagieren, weil sie Kinder für gar nicht erstrebenswert halten.

Würde eine meiner engeren Freundinnen jetzt damit um die Ecke kommen, dass sie jetzt plant schwanger zu werden würde mir auch so das Gesicht entgleisen. Und das liegt einfach daran, dass meine Erfahrung mir gezeigt hat, dass ich mit den meisten Leuten, die schwanger werden nichts mehr anfangen kann, selbst wenn wir davor auf einer Wellenlänge waren.

Da dreht sich jedes Gespräch nur noch um Schwangerschaft, Babies, Baby-Ausstattung etc. und sobald das Baby da ist darf man sich detailliert alles zur Ernährung und Verdauung des Babys anhören. Nein danke, darauf kann ich verzichten.

Die Freundin, die promoviert hat und dafür Feuer und Flamme für ihr Fach war und mit der man über Gott und die Welt an anspruchsvollen Themen sprechen konnte wirkt als hätte sie mit der Schwangerschaft ihr Gehirn irgendwo abgegeben...
Inzwischen ist das Kind 3 Jahre alt und es geht immer noch nur um das Kind.

Und das liegt nicht daran, dass ich gar nichts von dem Kind hören möchte oder mich nicht für das Leben meiner Freundin interessieren würde. Ganz und gar nicht. Aber es wäre halt nett wenn man das in den ersten 10-15 Minuten abhaken könnte (ich frage ja sogar wie es läuft) und sich dann über andere Sachen unterhalten könnte.
Und das schaffen leider nur die wenigsten - in meinem Umfeld ca 1 von 5 Müttern.

Ist so, eine Schwanger- bzw Elternschaft verändert Menschen auf einen Schlag. Erst mal hormonell und der Nestbauinstinkt kommt hoch, dann dreht sich alles um das Kind und entsprechend passt sich mit der Zeit auch der Freundeskreis an und man sucht dann eher Leute mit dem selben Erfahrungshorizont für einen echten Austausch.
 

Benutzer28811  (32)

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Caelyn Caelyn ich kenne diese Beispiele von Frauen auch und mich erschreckt das auch immer wieder. Dann kommt immer der Gedanke "so will ich nicht werden!:what:

Ich kenne aber auch zahlreiche andere Beispiele. Da wird es genauso gehandhabt. Man unterhält sich natürlich über das Kind, die Fortschritte etc. Aber Gespräche über die Verdauung etc. finden da nicht statt. Wir reden über Gott und die Welt während meine Freundin stillt oder sitzen auf dem Spielplatz und diskutieren über aktuelle Themen oder was einen im Moment so bewegt.

Ich hoffe selbst für mich ein gutes Mittelmaß zu finden. :smile:
 

Benutzer18741 

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Ich nutze mal die Vorlage und teile meine unreflektierten Gedanken mit, die mir bei solchen Aussagen durch den Kopf gehen.
Unreflektiert deswegen, um zu zeigen, was mir durch den Kopf schiesst bei den Worten bevor der Verstand die Gedanken korrigiert (klingt das halbwegs logisch für euch?)
Willst du kein Kind, bist du egoistisch und schiebst deine gesellschaftliche Verantwortung ab. Vermutlich bist du auch einfach eine karriere-geile Emanze.
"Jaja, das haben die anderen fünf Kolleginnen auch schon gesagt und im Nachhinein haben sie alle mehrere Kinder bekommen und behauptet, das sie die ja doch wollten, es habe nur jahrelang nicht geklappt.
Mal sehen, was die Zukunft bringt"

Willst du ein Kind und zuhause bleiben, bist du anti-fortschrittlich und willst nur einen Versorger für das Kind, mit dem du deine emotionalen Bedürfnisse stillen kannst.
"Cool, da ist jemand mit Herzblut dabei! Ist ähnlich wie bei uns! Habe ich ein paar Tipps parat?"
Ich würde zum Beispiel darauf hinweisen, wie wichtig es ist dennoch fürs Alter in die Rentenversicherung einzuzahlen.

Willst du ein Kind und trotzdem arbeiten, bist du eine furchtbare Rabenmutter, die nicht einsieht, dass sie auch mal Kompromisse machen muss und nicht alles im Leben haben kann.
"Hmm, hoffentlich gehen die Eltern nicht zu früh wieder arbeiten und stecken das Kind schon mit einem Jahr in die Betreuung. Das wäre für die spätere Beziehungsfähigkeit des Kindes fatal, ob ich das anmerke oder lasse ich es besser?"
Man wird hier schnell sehr böse angegriffen, wenn man diese Sorge äussert.


Es gab in unserem Freundeskreis noch eine vierte Kategorie:
Sie will ein Kind, er aber nicht.
Dies betraf drei von vier Freundinnen meiner Frau. Die Vierte ist lesbisch und mit einer Frau verheiratet.
In allen drei Fällen wurde heimlich durch die Frau die Verhütung sabotiert und dem Mann ein Kind mit der Ausrede "Verhütung ist nicht immer 100% sicher" aufgedrückt.
In zwei von den drei Fällen hat das dazu geführt, das sich die Freundinnen beschwerten, das der Vater sich zu wenig um die Kinder kümmere. In einem Fall kam es mittlerweile zur Scheidung, da die Freundin einen anderen Kerl kennengelernt hat.
Bei der dritten Freundin mit Kind ist der Kontakt abgebrochen.



An die Themenerstellerin:
Scheiss auf das, was andere sagen oder denken.
Und aus meiner heutigen Erfahrung: Je früher die Kinder da sind, desto besser.
Man ist dann geistig flexibler und auch noch näher am Kind dran, da man eigene Erinnerungen an die eigene Kindheit noch nicht ganz verdrängt hat und körperlich ist man fitter.
So ein Kleinkind muss viel getragen, Buggies und Kinderwagen gern mal Treppen rauf und runter oder ins Auto gewuchtet werden und toben und rumblödeln will man mit dem Kind schliesslich auch noch.
Ab dem Zeitpunkt wo das Kind da ist, verändert sich einiges.
Man muss berücksichtigen, das man selbst und auch die Partnerschaft nicht mehr der absolute Mittelpunkt ist.
Das Kind wird nachts um drei ins Bett pinkeln, es wird Fieber haben, es wird euch viel Zeit und Schlaf und Nerven kosten.
Und: Alle anderen wissen besser, wie ihr das Kind erziehen/behandeln solltet: Die Lehrer, Kindergärtner, eure Eltern, Freunde, der Kinderarzt, die Medien, Politik, Religionen: Jeder will mitreden.
Einfach ignorieren.

Ein Kind ist eine Menge Verantwortung, aber ein gewolltes Kind von beiden Eltern ist auf jeden Fall eine schöne, aber anstrengende Sache.
Und sobald sie sich selbst anziehen und aufs Klo gehen können und 5 Wortsätze sprechen, wird alles deutlich einfacher.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Kennwort Kennwort ich hoffe sehr, diese Gedanken, die dir da in den Kopf schießen, bleiben auch in deinem Kopf... nicht sehr höflich, das :zwinker:


Ich glaube das Grundproblem liegt etwas ur-menschlichem: jeder denkt primär, dass was für ihn selbst gut oder erstrebenswert ist, sollte es auch für alle andern sein, weil man sonst doch nicht glücklich sein kann.

Toleranz ist nicht natürlich angelegt, sondern muss gelernt werden, man muss sich aktiv zur Ordnung rufen, dass andere anders sein können und trotzdem ein gutes Leben haben.

Außerdem ist da auch einfach ein Teil gute Manieren dabei. Ich kann einen Familienwunsch überhaupt nicht nachvollziehen, ehrlich gesagt, bei manchen ausführlichen Schilderungen gruselt mir richtig. Aber das KANN ich ja wohl auch einfach fü rmich behalten, wenn ich sehe, der Beschreibende ist Feuer und Flamme?
Ist doch das selbe mit allem, dem man selbst nichts abgewinnen kann - andere könnens trotzdem cool finden, ohne zu lügen :grin:
Tiefseetauchen. Dunkle Schiffswracks. Dann könnte man mich auch anzünden, wäre ähnlich angenehm und erstrebenswert. Es gibt aber Menschen die zahlen echt viel Geld dafür sowas machen zu können.

Vielen mangelt es an Zurückhaltung und gleichzeitig haben sie fehlgeleitetes Mitgefühl im Übermaß. Mir fällt es vielleicht leichter, meine Klappe in sowas zu halten, weil es mir auch irgendwie egal ist :zwinker: Nicht mein Kaffee, jeder ist selber groß. Ich rede Freunden niemals drein, ob sie beschließen Hasch anzubauen, ne Harley zu kaufen, auszuwandern, oder Kinder zu kriegen, genau die selbe Reaktion? "Echt? Spannend! Freut mich, wenn dich das glücklich macht!"

Ja, ich hab schon Freundinnen an die Familie "verloren" aber ich hab auch welche ganz normal behalten. Ich hab da einfach keine Ansprüche, es läuf wie es läuft und die Entscheidungen gehen mich nichts an.

Wenn an immer das Bedürfnis hat, sich helfend einzubrigen, kann das zu den geschilderten "nie kann mans Recht machen" Dingen führen, meiner Erfahrung nach.
 

Benutzer65998 

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"Hmm, hoffentlich gehen die Eltern nicht zu früh wieder arbeiten und stecken das Kind schon mit einem Jahr in die Betreuung. Das wäre für die spätere Beziehungsfähigkeit des Kindes fatal, ob ich das anmerke oder lasse ich es besser?"
Man wird hier schnell sehr böse angegriffen, wenn man diese Sorge äussert.
Wenn du deine Sorge so formulieren möchtest: Besser lassen. Ich weiß nicht woher dein Wissen stammt, aber das ist doch überhaupt nicht zu verallgemeinern, kommt auf's Kind und auf die Eltern an und dazu gibt es vermutlich noch eine Reihe anderer Faktoren, die massiv dazu beitragen, wann wie viel 'Fremd'betreuung angesagt ist. Wenn deine Kinder erst mit drei in den Kindergarten gehen sollen, ist das doch ganz wunderbar, ihr habt euch da Gedanken drum gemacht.

Es wundert mich allerdings nicht, dass du bei der Mitteilung deiner 'Ratschläge' schnell angegriffen wirst, weil sich die Angesprochenen vermutlich selbst angegriffen fühlen, wenn sie so eine direkte Aussage hören und in die Verteidigungssituation gedrängt werden. Das ist doch nun wirklich eines der Dinge, über das man sich beim Thema Elternschaft irre viele Gedanken macht, weil es ja eben oft auch eine finanzielle und eine organisatorische Frage ist. Wer sich dafür entscheidet, sein Kind betreuen zu lassen, macht das ja auch nicht mal einfach so von heute auf morgen, sondern muss einen Kitaplatz finden, bzw. sich eine der unterschiedlichen Formen der Betreuung auszusuchen. Das ist eine ebenso überlegte Entscheidung, wie die Entscheidung, für das Kind zuhause zu bleiben. Findest du es da nicht selber etwas oberlehrerhaft, mit der Moralkeule zu kommen, als hätte man da vorher noch nie drüber nachgedacht? Ich übrigens würde da sofort eine vorzeigbare Studie verlangen, das kann ja sonst jeder behaupten.

(Abgesehen davon wüsste ich tatsächlich gerne, weshalb eine Betreuung kleiner Kinder schlecht für die Bindungsfähigkeit sein soll. Ich bin auch drei Jahre zuhause bei meiner Mutter geblieben und habe ein ziemlich gestörtes Bindungsverhältnis, meine Geschwister ebenso. Deshalb mutiere ich aber nicht zum fanatischen Advokaten der kindlichen Frühbetreuung. Das soll bitte jeder selbst entscheiden.)
 
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