Kann man sich Dominanz "antrainieren"?

Benutzer87573 

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Während sich unser Sexleben gerade mehr in die Richtung entwickelt, in der ich es gerne hätte, nämlich Richtung BDSM, entsteht mir dadurch auch ein kleines Problem.

Bisher war er immer der dominante Part, und das ist auch wie ich es am liebsten habe, ich halte mich also für ziemlich devot. Grundsätzlich hat mein Freund auch kein Problem damit, meinen Wünschen diesbezüglich nachzukommen aber jetzt hat er doch den Wunsch geäußert ich solle doch mal bitte ab und an den dominanten Part übernehmen.
Das Problem, was mir dadurch entsteht, ist, dass das total meiner Art widerspricht. Ich kann mir konkret kaum was vorstellen, was ich mit ihm anstellen könnte und die Paar Sachen, die mir einfallen auch tatsächlich durchzuführen würde mir extrem schwerfallen. Wenn ich so meine Phantasien durchgehe, in denen er den dominanten Part inne hat und ich diese Vorstellung dann nehme und umdrehe dann weiß ich gar nicht wie ich das machen sollte und will es mir auch gar nicht vorstellen.
Ich fühle mich deshalb ob seines Wunsches total verunsichert und auch überfordert.

Ich hab ihm natürlich schon gesagt, dass ich nichts versprechen kann und mein bestes tun werde und er erwartet auch nicht von mir, dass ich das nächste Mal wenn wir Sex haben damit anfange und gleich in die Vollen gehe. Wir gehen ja auch was die umgekehrte Rollenverteilung angeht noch lange nicht an unsere Grenzen ran, es ist also allgemein ein vorsichtiges Vorantasten.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es nicht ausreichen wird einfach mal die wenigen Sachen auszuprobieren, die mir einfallen weil ich selbst bei den Sachen vermutlich kaum den Mut aufbringe das glaubhaft rüberzubringen. Ich habe Angst, dass ihm das nichts geben wird weil ich ja selbst nicht hundertprozentig dahinterstehen kann und mich da irgendwie verunsichert und unwohl fühle und wohl eher gar nicht erregt.

Deshalb jetzt meine Frage: kann ich das irgendwie trainieren bzw kann mir irgendwer von euch Tips geben, wie ich mich mit der dominanten Rolle mehr anfreunden kann? Vielleicht auch konkrete Tips mit was ich langsam anfangen und mich steigern könnte?
Klar weiß ich, dass ich mir wohl schlecht antrainieren kann dadurch erregt zu werden wenns eigentlich gar nicht meins ist aber ich würde gern lernen, wie man zumindest einigermaßen versiert und authentisch an die Sache rangehen kann ohne Angst haben zu müssen und vielleicht kann ichs ja dann doch genießen. Denkt ihr, das ist möglich?
 

Benutzer25514 

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Du schreibst ja selbst dass "dominant sein" in dem Moment eine Rolle für dich ist in die du schlüpfst. Also warum nicht das ganze für den Anfang mal als Rollenspiel aufziehen, bei dem deine Rolle eben impliziert dass du der dominante Part bist. Ich glaube das könnte die Sache kopfmäßig einfacher für dich machen.

Und was Ideen angeht: Einfach mal kreativ sein... z.B. Orgasmusverweigerungsspielchen (du bringst ihn mehrfach bis kurz vor den Punkt und lässt ihn dann betteln oder machst in der Reiterstellung absichtlich gaanz langsam) können manchmal ne sehr geile Sache sein :zwinker:


Ich kann das Problem von deinem Freund aber nachvollziehen. Ich bin auch sonst eher der dominante Part, aber manchmal gibt das eben den Kick wenn die Frau diese Rolle übernimmt.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Das mit dem Rollenspiel werd ich mir mal durch den Kopf gehen lassen, vielleicht kann ich der Sache tatsächlich so etwas beikommen und da was für mich rausziehen.

Solche Sachen wie das Kommen lassen rauszögern bis er bettelt und auch etwas auf die Folter spannen bei der Reiterstellung mach ich ja. Es ist ja nicht so, dass ich generell passiv bin und nur ihn machen lasse, ich bin eben nur der devotere Part wenn es in Richtung BDSM geht (was wir ja weiter ausbauen wollen) und man kann ja auch aktiv devot sein. Wir haben ja durchaus öfters auch Sex bei dem es gar nicht um Macht oder sonstige Spielchen geht sondern eben nur um den Sex und die Nähe an sich, da wechseln wir uns natürlich damit ab wer gerade "in charge" ist und mit solchen "Kleinigkeiten" wie oben angesprochen hab ich auch kein Problem. Ich bin auch durchaus gern aktiv und mal die Bestimmende.
Meine Probleme beginnen bei Dingen wie Dirty Talk/Beleidigungen, Zufügen von Schmerzen, Demütigung.
Während ich mir ja wünsche, dass er das alles mit mir macht weiß ich einfach nicht ob und wie ich das hinbekommen soll das an ihm auszuüben.
Klar, alles mit kleinen Schritten voran aber ich weiß im Moment eben gar nicht wie ich ansetzen soll.
 

Benutzer25514 

Verbringt hier viel Zeit
Sorry hab aus deinem ersten Beitrag nicht rausgelesen dass es schon in Richtung BDSM geht. Das ist irgendwo n sehr schwieriges Thema, weil es langfristig nur funktionieren kann wenn du dabei auch Lust empfindest.

Da hilft vermutlich am ehesten das ganze wirklich langsam zu steigern und - aber bitte nicht unmittelbar davor oder danach - mit ihm drüber zu reden.
 

Benutzer87573 

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Off-Topic:
ups, ich dacht ich hätt das in den ersten post irgendwo reingeschrieben, ich geh das mal ergänzen
 
M

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Gast
Schwierig, vor allem, wenn es komplett der eigenen Vorstellung widerstrebt. Wobei die eigene Sexualität ja durchaus veränderlich und ständig im Wandel ist, von daher würde ich auch nicht sagen, dass das ganze vergebene Müh ist.

Von Zwang und "Training" halte ich da allerdings nichts. Vielmehr sollte man in die Rolle hineinwachsen und die Spiele soweit treiben, wie man sich wohlfühlt. Denn von erzwungener Dominanz, bei der du dich nicht wohlfühlst (zB wenn es darum geht ihn zu demütigen), hat er letztendlich auch nichts. Denn der devote Part muss sich ebenso hingeben und fallenlassen können; und dies funktioniert nicht, wenn die dominante Person selbst unsicher ist.

Ein direktes "Rezept" habe ich nicht, aber vielleicht macht dir da meine Entwicklung Mut:
Ich war immer, seit ich Sex habe, devot im Bett, bzw immer, wenn es Richtung BDSM ging oder etwas härter wurde. Dominanz gegenüber Männern fand ich nicht mal in der Phantasie auch nur ansatzweise reizvoll. Ich lernte meinen jetzigen Partner kennen und wusste da schon, dass er gerne devot im Bett ist (auch wenn dies für ihn kein MUSS ist, ich also nicht im Zugzwang stand), wobei mir auch da der Gedanke nicht behagt oder mir Lust bereitet hat.
Dann allerdings, über die Wochen und Monate, hat er mir erzählt, was er genau reizvoll findet und was ihn anmachen würde. Das waren anfangs kleine Dinge, die auch außerhalb vom BDSM-Kontext funktionieren (zB Schläge auf den Arsch, anale Stimulation) bis hin zu Sachen, die ich eher befremdlich fand (zB Dominakuss). Nach und nach gefielen mir die Dinge in meiner Phantasie auch und langsam aber sicher, habe ich mich da rangetastet. Wobei mich mein Partner allerdings nie unter Druck gesetzt hat und obwohl ich wusste, wie sehr er die devote Rolle genießt, hab ich nur gehandelt, wenn ich mich selbst dominant "gefühlt" habe.

Ich habe mit dem Entdecken meiner dominanten Seite vor 3 Monaten begonnen und bin noch nicht einmal ansatzweise "in die Vollen" gegangen. Für mich ist es aber wichtig, dass es im Kopf "klick" gemacht hat. Ich fühle mich (auch) wohl in der dominanten Rolle, mir gibt es selbst ein gutes Gefühl, wenn ich ihn als Sklaven behandele etc.
Und auch kleine Dinge können eine große Wirkung haben. Gesten, Worte, etc. Das müssen nicht gleich Schläge mit der Gerte sein (auch wenn ich dies aktiv und passiv sehr genieße), sondern da kann ein gezielt gesetztes "Schlampe" oder eine kleine, kaum spürbare Ohrfeige schon Wunder wirken. BDSM hat sehr viel mit der Psyche zu tun und deshalb ist es für euch beide (!) wichtig, dass du dich mit dieser Rolle anfreunden kannst.

Was ich sagen will: Lass dir Zeit. Schau dir vielleicht mal Femdom-Pornos bzw einzelne Clips an, falls du keine Abneigung gegen Pornos im Allgemeinen hast. Da kann man sich auch sehr gut Inspiration holen :zwinker:
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Nein, es geht ganz sicher nicht darum, das unbedingt unter allen Umständen an den Haaren herbeiziehen zu wollen oder mich zu irgendwas zu zwingen was gar nicht geht und ich werde da wie gesagt auch von meinem Freund nicht unter Druck gesetzt. Er (und ich natürlich auch) würde es eben nur gern ausprobieren und uns ist klar, dass sich da nicht von heute auf morgen gleich was tut.
Nur weil ich dem Ganzen bis jetzt nichts abgewinenn kann heißt das ja wie du schon ganz richtig gesagt hast nicht, dass das so bleiben muss.
Trotzdem merke ich halt, dass ich da doch mehr Zuspruch und Input brauche als das, was mein Freund bzw ich mir selbst geben kann.

Die Idee mit den Pornos ist echt gut, Enfant, da wäre ich überhaupt nicht drauf gekommen. Ich schau zwar keine Pornos, weil mich das absolut nicht anmacht aber ich hab gegen das Gucken an sich nichts und als Anschauungsmaterial sind die sicherlich gut.
 

Benutzer16100 

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Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass ich es mehr als schwierig empfinde :smile:.

In einer meiner letzten Beziehungen spielte BDSM eine ziemlich "wichtige" Rolle aber wir hatten ein großes Problem- wir konnten beide dem devoten Part absolut nichts abgewinnen. WIr haben uns beide in diese Rolle begeben- damit der andere seine Dominanz ausleben kann- aber dem jeweils devoten Part hat es wenig bis gar keine Lust bereitet.... und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich das ändern könnte. Demzufolge hatten wir daran bald keinen Spaß mehr...leider. Es muss eben Spaß machen- und nicht "aufgezwungen" sein.

Ich möchte nicht pessimistisch sein- aber das ist zumindest meine Erfahrung.
 

Benutzer27629 

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Ich glaube, das was man tut, egal ob als devoter oder dominanter Part, sollte bei beiden Erregung auslösen, sonst funktioniert es nicht richtig. Beide müssen sich in ihrer Rolle wohl fühlen. Dominant sein wollen und gleichzeitig total verunsichert auftreten, macht ja irgendwie keinen Sinn. Außerdem sollten Fantasien in die entsprechende Richtung vorhanden sein. Die konkreten Handlungen ergeben sich von selbst, wenn man seine Fantasie weit genug ausgebaut und mit lustvollen Gefühlen assoziiert hat. Ich würde also an deiner Stelle versuchen, mir solche Szenarien vorzustellen, in denen ich die dominante Rolle hätte und die mich gleichzeitig anregen würden. Weiß aber auch nicht, ob mir das gelingen würde. :zwinker:
 
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