Junge mag "Mädchensachen" - verbieten oder nicht?

Benutzer4590  (38)

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Liebe Forum-Mamis, mich würde mal eure Meinung zu einer Erziehungsfrage interessieren (Nicht-Mamis dürfen auch gerne antworten :smile: )

Ich war heute zu Besuch bei Bruder und Schwägerin. Irgendwann kam das Gespräch auf ein befreundetes Paar, das einen 5-jährigen Sohn hat; meine Schwägerin meinte, der Junge wäre "etwas seltsam", da er gerne rosa Klamotten anziehen will, sich im Fasching unbedingt als Prinzessin verkleiden wollte etc. - kurz, er zeigt deutliches Interesse an "Mädchensachen".

Seine Eltern und auch mein Bruder und meine Schwägerin sind der Meinung, dass man dem Kind sowas verbieten sollte, da es ja ansonsten von den anderen Kindern gehänselt würde. Ich dagegen finde es potenziell problematisch, dem Kind zu vermitteln, dass es nicht ok ist, wenn ein Junge Rosa tragen möchte u.ä.; Mädchen dürfen ja auch "Tomboys" sein, sich im Fasching als Cowboy, Ritter etc. verkleiden (ich war damals einmal Prinzessin und im Jahr darauf Prinz :zwinker: ), aber umgekehrt wird es nicht akzeptiert; das finde ich falsch und würde meinem Kind einfach ein solches Bild nicht vermitteln wollen.

Was meint ihr dazu? Das Kind sich ausleben lassen oder lieber verbieten, damit andere Kinder sich nicht lustig machen?
 
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Benutzer133671 

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Prinzipiell eine schwierige Frage.

Ich denke, dass es falsch wäre es dem Kind zu verbieten. Wobei es dann sicher dazu kommen wird, dass der Junge von seinen Freunden im Kindergarten gehänselt wird.
Aber es dem Kind zu verbieten, lässt seinen Wunsch deswegen ja nicht einfach in Luft auflösen.

Ich denke ich würde versuchen es einzugrenzen. Als Prinzessin z. B. an Fasching würde ich ihn nicht verkleiden. Gegen rosa Kleidung im Alltag dagegen hätte ich nichts einzuwenden.

Ich hatte bei mir damals im Kindergarten auch einen Jungen, der mit uns Barbies/Puppen gespielt hatte. Bei Vater-Mutter-Kind war ER die Mutter.
Männliche Freunde hatte er halt keine, dafür mehr als genügend von den Mädchen. Und in der heutigen Zeit wird das denke ich, sowieso kein "Einzelfall" mehr sein, dass Jungs von Kindesalter an ausleben dürfen wie sie sich fühlen.
 
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Benutzer121281  (33)

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Statt das Kind in seiner persönlichen Freiheit, die niemandem schadet, einzuschränken, sollte doch das Ziel viel mehr sein, anderen Kindern Toleranz beizubringen.
 
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Benutzer34612 

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Ich versuche da bei unserem Herrn Sohn etwas die Waage zu halten :zwinker:

Er liebt rosa, Fillypferde, Ketten und Armbänder und das kann er haben und damit spielen so lange er lustig ist (auf der anderen Seite liebt er aber auch handwerkern, Autos schrauben etc.). Meinetwegen dürfte er sich auch als Prinzessin verkleiden und ne Puppe haben, wenn er das wollte.

Aber ich sag auch durchaus mal bei Sachen wie Nagellack, Schminke und so: "Das ist doch Määädelskram" :zwinker:
 
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Benutzer127397  (28)

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2 eigene Erfahrungen:

Mein Grundschulkumpel hat sich auch immer für Mädechenkram interessiert. Er hatte einen rosanen Labello (diesen Perl & Shine oder wie der heißt) und hat sich sehnlichst eine Puppe von seiner Mama gewünscht. Die hat ihm das strikt verboten. Sie wollte nicht, dass er Mädchensachen macht / besitzt wie auch immer. Damit war er aber auch voll unglücklich. (Er hat sich aber übrigens nicht als Mädchen gefühlt und stand selber auch auf Mädchen.)

Eine Freundin von mir hat einen Sohn. Sie hat ihm von Anfang sowohl "Jungsspielzeug" als auch "Mädchenspielzeug" gekauft. Also so Spielzeugautos aber auch 'ne Puppe. Mit der Puppe wollte sie u.a. auch bewirken, dass er ein gewisses Feingefühl bekommt, wenn er mit dieser spielt.

Meine persönliche Meinung: ich finde, dass mein Kind ruhig das machen darf was es gerne möchte. Es muss ja nicht zwingend mein Geschmack sein, hauptsache es ist glücklich.
Ich hab auch mal darüber nachgedacht, dass wenn mein Sohn sagt er will Ballett-Unterricht haben was ich dann machen würde. An sich wäre ich eigentlich nicht begeistert, aber ich glaube ich würde ihn machen lassen.
Mein Freund denkt da allerdings anders. Er ist da eher so vonwegen "Oh Gott wie schwul, er muss Fußball spielen."
Allerdings ist das jetzt nur die Theorie, denke mal dass manches bestimmt auch anders kommt, wenn es eintrifft, dass ich dann wirklich Kinder habe.
 
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Benutzer120063 

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Ich würde das glaube ich prinzipiell nicht verbieten. Ich würde erstmal schauen, wie es so läuft und wie die anderen reagieren bzw. ob er es nach deren Reaktionen selber nicht mehr will. Man muss ja nicht bei allem "vorbeugend" handeln. Nur wenn ich merken würde, dass er stark gehänselt/gemobbt/gemieden wird und selber nicht versteht warum würde ich versuchen, ihm das auszureden.

(Ich hab aber kein Kind.)
 
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Benutzer135360  (23)

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin der Meinung das man es ihm nauf keinen Fall verbieten sollte weil jeder das recht hat zu tun oder zu lassen was er will. Und wenn er Mädels Klamotten tragen will dann soll er. Aber da er erst 5 ist wird sich das vllt noch ändern den er probiert nur verschiedene Dinge aus. Wie jedrr von ins in dem alter
 
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Benutzer29410  (44)

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Der Lütte hatte mit 5 auch mal so ne Phase. Wir haben da ein paar Kompromisse gefunden. Hello Kitty Zahnputzbecher und Zahnbürste - ja, Hello Kitty T-Shirt für den Kindergarten - nein. Hello Kitty Zeitschrift, Stifte und Puppe ja - rosane Hello Kitty Geburtstagstorte zum Kindergeburtstag - nein.
 
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Benutzer35546 

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Ich würde es auch nicht verbieten. Wenn er es gerne ausprobieren möchte, warum nicht? Ja klar, kann es sein, dass er gehänselt wird, aber das ist nunmal (leider) normal. Aber auch da wird er lernen mit umzugehen.
Die meisten Vorurteile dahingehend kommen doch eher von Erwachsenen, da man "sowas" doch nicht macht, ja aber warum denn nicht? :grin:
 
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Benutzer96961 

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Mit meinem Bruder (1 1/2 Jahre jünger als ich) gab es in dem Alter dasselebe "Problem".
Genau wie seine große Schwester wollte er auch ein Nachthemd haben, mit Puppen spielen, Zöpfe tragen... etc. Meine Mutter war damals auch erst verunsichert und hatte unseren Kinderarzt gefragt, ob das denn normal wäre. Dieser meinte dazu, dass sich hier lediglich der Charakter bezüglich im Umgang mit Menschen und Einfühlsamkeit entwickelt.

So besaß mein Bruder auch eine eigene Puppe, auch ein Nachthemd zum Schlafen und er ist zum Fasching als Hexe gegangen. Er hatte meines Wissens nach nie Probleme mit den anderen Kindern gehabt. Hat der Sohn der Bekannten denn vielleicht auch eine Schwester oder engeren Bezug zu einem ihm nahe stehenden Mädchen? Das ist es möglich, dass er da einfach nur mitziehen möchte.

Mein Bruder ist jetzt 22 und ein gestandener Mann. :zwinker: Für kleine Jungs ist das in dem Alter wohl normal und trägt eher zu einer positiven Entwicklung bei.
 
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Benutzer117064 

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Hey ich glaube das ist in der Tat eine schwierige Situation. Aber es sind noch Kinder und befinden sich in der Sozialisation. Und wenn das Kind soetwas tragen möchte dann soll er es doch tun, wenn er von den anderen Kindern gehänselt wird, dann sollten die Eltern ihren Kindern beibringen das man jeden akzeptieren soll wie er ist. Das gehört auhc für diese zur Entwicklung.
Natürlich würde ich meinem Kind sagen dass es ja eigentlich nur Mädchen tragen, aber wenn er es dennoch gerne mag, dann sollte er aber wissen, dass es ggf. Kinder geben mag die das auch wissen und sich dann wundern. Aber eben auf eine verständliche Weise vermittelt und eben einfach als Erklärung für das Kind.

Und meine Brüder gehen heute noch ab und an als Frau zum Fasching :smile: udn die sind 24 UND
 
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Benutzer32811  (35)

...!
Dafür!
Ich nehms dem Freund meiner Tochter zwar ab und an in Gedanken übel, dass ich wegen ihm jetzt ständig Nagellack im Haus haben "muss", aber ihm stehts zugegebenermaßen prima :grin:

Dafür ging sie als Pirat zum Fasching im Kindergarten und auf ihrem Lieblings-Shirt ist Chewbacca.
Ins Bett mit der Kleinen muss das Buch mit den Baggern.
Sollte ich irgendwann einen Sohn haben sind wir idealerweise soweit, dass rosa nur eine Farbe ist und Spielsachen für alle da. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
 
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M

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Gast
Ich fände es sehr unklug, solche Dinge kategorisch zu verbieten.

Erstens sollte man Kinder nicht gewaltvoll in irgendwelche Genderschablonen pressen.
Ist ein Mann weniger männlich, weil er lieber Sekt als Bier trinkt? Wird eine Frau zur Kampflesbe, weil sie sich für Technik interessiert? Ich denke nicht.
Viel wichtiger ist es, das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken und ihm zu zeigen, dass er zu sich stehen sollte.
Ansonsten würde auch eine Freundschaft mit andersgeschlechtlichen Kindern schwierig, da Spiele zwischen Jungs und Mädels ja auch oft Kompromisse beinhalten. Wenn sie Barbie spielen möchte und er Räuber und Gendarm, sollte jede Partei mal nachgeben können.
Erziehungsmethoden, die einem Kind suggerieren, die mit dem anderen Geschlecht assoziierten Vorlieben seien irgendwie unschicklich, begünstigen in meinen Augen Schwierigkeiten in späteren Beziehungen. Wenn ein Junge auf Fußball und Rauditum getrimmt wird, weil "Männer halt so sein können", verwundert es nicht, dass er mit Frauen an der ein oder anderen Stelle Differenzen haben wird, da es ihm an Einfühlungsvermögen mangelt. Vice versa gilt das natürlich ebenfalls. Ein Mädchen, das zur Prinzessin auf der Erbse erzogen wird, wird große Probleme mit der realen Welt und den realen Männern haben.

Zudem trainieren unterschiedliche Spiele verschiedene Fertigkeiten. Bauklötze sind gut für die Feinmotorik, Puzzles fördern das logische Denkvermögen, ein Ball trainiert die Körperbeherrschung. Wenn man suggeriert, dass es nicht in Ordnung ist, als Junge mit Puppen zu spielen, verpasst das Kind die Chance, durch dieses Spiel emotionale Intelligenz aufzubauen. Puppen lehren, wie es ist, sich um ein anderes Lebewesen zu kümmern, sich in eine andere Person hineinzuversetzen, deren Bedürfnisse zu erkennen und für sie da zu sein - wieso sollte man kleinen Jungs sowas verwähren?

Wenn man einem Jungen hingegen verbietet, im Fasching als Prinzessin Lillifee aufzulaufen, kann ich das nachvollziehen. Die Intention liegt da wohl eher darin, das Kind, das die Konsequenzen seines Handelns nicht abschätzen kann, zu schützen.

Meine Angst wäre nur, dass dieser Junge keine Phase durchmacht, sondern eventuell eine sehr ausgeprägte feminine Seite hat und entweder transgender oder homosexuell ist und ich es ihm durch diese Verbote erschwere, sich selbst so anzunehmen, wie er ist und bei ihm eventuell Schuldgefühle provoziere.

Fazit: Ich würde einem Jungen vieles erlauben: sich mit Mamas Schminke aufhübschen, sich daheim als Prinzessin verkleiden, Barbies und Puppen, Mädchenbücher, Hello-Kitty-Accessoires.
Dennoch würde ich versuchen, ihn vor der Gesellschaft zu schützen und deshalb in der Öffentlichkeit zunächst (!) einiges ausbremsen. Sollte ich allerdings das Gefühl haben, dass es sich um mehr als nur eine Phase oder ungewöhnliche Vorliebe für Mädchensachen handelt, würde ich mir wünschen, über der Sache stehen zu können und mein Kind ermutigen zu können, zu sich selbst zu stehen. Leicht ist das allerdings sicher nicht...

Ich hab auf Youtube vor kurzer Zeit ne interessante Reportage über Transgender-Kids gesehen:
Hut ab vor den Eltern, die alles richtig machen und für ihr Kind kämpfen, anstatt es zu verbiegen!
 
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Benutzer99399 

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Ist es denn im Kindergarten schon so schlimm, mit den Hänseleien?
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, war es uns damals ziemlich egal, wer wie rumgelaufen ist. In dem Alter habe ich mir da glaube ich noch keine Gedanken zu gemacht.
 
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Benutzer29410  (44)

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Ist es denn im Kindergarten schon so schlimm, mit den Hänseleien?

Im Kindergarten lernen die überhaupt erst (von den anderen Kindern), dass "Jungs mit sowas nicht spielen", das ist denen vorher nämlich nicht ganz klar. :grin: Kinder sind die reinsten Kannibalen.
Ich würde meinen Sohn beispielsweise nicht im Kleid und rosa Strumpfhosen in den Kindergarten schicken. Aber generell ist mir das ganze "Gender" Thema ziemlich egal, meine Kinder dürfen machen, was sie wollen. Am liebsten spielen die "Pferd".:grin:
Gibt allerdings auch Frauen - häufig aus der alternativen Ecke - die es als persönliche Beleidigung auffassen, wenn ihre Mädchen (!) sich gern als Prinzessin verkleiden und das "Ü-Ei für Mädchen" haben wollen. Das finde ich ähnlich schlimm, wie die Väter, die dem 3-jährigen Söhnlein die Babypuppe madig machen.
 
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Benutzer4590  (38)

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Der Lütte hatte mit 5 auch mal so ne Phase. Wir haben da ein paar Kompromisse gefunden. Hello Kitty Zahnputzbecher und Zahnbürste - ja, Hello Kitty T-Shirt für den Kindergarten - nein. Hello Kitty Zeitschrift, Stifte und Puppe ja - rosane Hello Kitty Geburtstagstorte zum Kindergeburtstag - nein.

Das heißt, bei euch war die Strategie dann auch "Privat ja, in der 'Öffentlichkeit' nein"?

Hat der Sohn der Bekannten denn vielleicht auch eine Schwester oder engeren Bezug zu einem ihm nahe stehenden Mädchen? Das ist es möglich, dass er da einfach nur mitziehen möchte.

Das weiß ich nicht - aber das kann natürlich auch ein Grund sein, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.

Viel wichtiger ist es, das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken und ihm zu zeigen, dass er zu sich stehen sollte.

Dito. Der Gedanke, meinem Kind zu vermitteln, dass es sich nach der Meinung anderer richten und nichts tun sollte, was die breite Masse nicht auch tut, macht mir Bauchschmerzen. Ich möchte nicht, dass mein Kind später mal Hemmungen hat, sie/er selbst zu sein oder Teile seiner Persönlichkeit unterdrückt, weil es Angst vor Ablehnung hat.

Meine Angst wäre nur, dass dieser Junge keine Phase durchmacht, sondern eventuell eine sehr ausgeprägte feminine Seite hat und entweder transgender oder homosexuell ist und ich es ihm durch diese Verbote erschwere, sich selbst so anzunehmen, wie er ist und bei ihm eventuell Schuldgefühle provoziere.

Den Gedanken hatte ich auch - bei den meisten Jungs ist es vermutlich wirklich nur eine Phase, die vorbeigeht; aber was, wenn nicht, und ich als Mutter habe dann auch noch dazu beigetragen, dass das Kind sich mit Identitätsproblemen quält, anstatt es zu unterstützen. Fände ich schrecklich.

Ich würde einem Jungen vieles erlauben: sich mit Mamas Schminke aufhübschen, sich daheim als Prinzessin verkleiden, Barbies und Puppen, Mädchenbücher, Hello-Kitty-Accessoires.
Dennoch würde ich versuchen, ihn vor der Gesellschaft zu schützen und deshalb in der Öffentlichkeit zunächst (!) einiges ausbremsen. Sollte ich allerdings das Gefühl haben, dass es sich um mehr als nur eine Phase oder ungewöhnliche Vorliebe für Mädchensachen handelt, würde ich mir wünschen, über der Sache stehen zu können und mein Kind ermutigen zu können, zu sich selbst zu stehen.

Ja, so würde ich das auch handhaben wollen. Bzw. bin ich auch bei dem Ansatz, das Kind ruhig auch mal in Anwesenheit von anderen gewähren zu lassen und zu schauen, ob überhaupt negative Reaktionen kommen (was ja offenbar auch nicht automatisch der Fall sein muss).[DOUBLEPOST=1376860703,1376860524][/DOUBLEPOST]
Ist es denn im Kindergarten schon so schlimm, mit den Hänseleien?
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, war es uns damals ziemlich egal, wer wie rumgelaufen ist. In dem Alter habe ich mir da glaube ich noch keine Gedanken zu gemacht.

Mein Bruder argumentierte so: Mit den Kindern, mit denen er im Kindergarten ist, muss er ja wahrscheinlich anschließend auch zur Schule gehen (die Familie wohnt auf dem Land). Wenn er also im Kindergarten schon "das eigenartige Kind" ist, bleibt ihm das jahrelang anhaften und er hat keine Chance, Freunde zu finden.
 
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Benutzer102949 

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Ich habe einen großen Bruder und früher fand ich alles toll, was er (mit seinen Kumpels) gemacht hat und wollte es daher immer wieder nachahmen. Er war sozusagen mein Vorbild und so fing ich an mich wie ein Junge anzuziehen, auf den Bäumen zu klettern, mich als Indianer zu verkleiden und Lego zu spielen. Das ging so weit, dass ich ein paar Mal meine Mutter ins Bad gezerrt habe um ihr zu beweisen, dass ich in Wahrheit einen Pimmel hab. Hat nicht funktioniert. Egal.
Geschadet hat es mir jedenfalls kein bisschen. Ich habe trotzdem noch mit Barbies und Puppen gespielt, habe gemalt und gebastelt, habe in meiner Puppenküche gekocht und mit meinen Kuscheltieren Kaffeekränzchen abgehalten. Irgendwann ging das Interesse ja auch wieder weg und ich hab mich nur noch für "Mädchenkram" interessiert: Wendy, Kelly Family und Schminke. ^^

Ich finde es nicht gut, kleine Kinder ist ein Gesellschaftsbild zu pressen, was zu ihnen selbst nicht passt. Wenn Jungs mit Barbies spielen wollen (hat jeder Junge gemacht, den ich kenne) oder Mädchen sich im Schlamm wälzen wollen, dann soll man das ihnen mMn auch erlauben. Was spricht denn auch dagegen? Wenn er tatsächlich irgendwann deswegen gemobbt werden sollte, dann zeigt das nur wie niedrig die Toleranzgrenze des Kindergartens ist und das ist wahrlich kein Grund dem Jungen gewisse Verhaltensweisen, die niemandem schaden, zu verbieten.
 
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Benutzer75021 

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Ich erlaube sowas.
Mein großer Sohn ist damals öfter mit seiner Schwester in Prinzesinnenkleidchen, mit Schmuck und Haarspangen behängt durch's Haus gehüpft-da war er auch im Kindergartenalter. Raus wollte er so von alleine nie, aber auch damit hätte ich weniger Probleme als der Rest der Gesellschaft.
Meine Tochter wollte im tiefsten Winter (da war sie etwa 3) mit Schneeanzug, Mütze, Schal etc und neonpinker Taucherbrille raus :grin: Ja was soll das, durfte sie natürlich.
Sind doch Kinder, die dürfen schräg aussehen *gg*
 
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Benutzer71335  (54)

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Das ist eine völlig normal Phase in dem Alter die ganz viele Jungs (Mädchen auch) austesten.
Im Kindergarten gab s dafür auch extra Kleiderkisten die grade die Jungs gerne für den Rollentausch nutzten, glaube das macht auch gerade deswegen Spaß, weil wir Erwachsnen da so ein komisches Gefühl dabei haben, Kinder dagegen finden das gar nicht ungewöhnlich, sondern einfach nur - lustig.:grin:

Gab auch in jedem Jahrgang und jeder Gruppe mindestens einen Jungen der in dem Kleid der Schwester oder im Dirndl oder an Fasching als Prinzessin kam.
Die Erzieherinnen sind da souverän und gut geschult damit umgegangen, haben das gar nicht groß thematisiert und nur den anderen Eltern erklärt, wenn die komisch schauten.
Die probieren sich aus und finden dann schon wieder ins übliche Rollenverhalten, grade auch weil sie die Reaktionen der anderen sehr wohl spüren und seien es nur Blicke, das reicht.

Dafür gibt es später ja auch wieder die anderen Extremphasen, wo alles was auch nur ansatzweise dem anderen Geschlecht zugeordnet wird total doof und peinlich ist.
 
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Benutzer89539 

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Statt das Kind in seiner persönlichen Freiheit, die niemandem schadet, einzuschränken, sollte doch das Ziel viel mehr sein, anderen Kindern Toleranz beizubringen.
Hmmmm ich denke schon, dass man (auch) bei den Kindern Anfangen sollte, einen Umdenkprozess in Gang zu bringen. Aber das sollte dann eher Sache aller Eltern sein und nicht der Eltern, deren Kinder "anders" sind. Es soll ja nicht so sein, dass wir unsere Kleinen jetzt "opfern" nach dem Motto: Wenn er gehänselt wird, ist das halt notwendig um andere zum Nachdenken zu bringen. Die Kinder können ja nichts dafür, dass die Gesellschaft jetzt so ist. Kinder sind ja nicht unsere Krieger im Kampf um eine bessere Gesellschaft, sondern sollten auch geschützt werden.

Off-Topic:
Damit will ich dir nicht unterstellen dass du so etwas vertreten hättest. Für mich liest sich das nur wie ein kategorisches "Toleranz beibringen ist die einzige Priorität".


Trotzdem sollte man dem Kind natürlich auch seinen Freiraum lassen, Dinge auszuprobieren und ihm nicht schon in der Kindheit bestimmte Schemata einzuprägen. Ich denke die soziale Ächtung von Jungs in Mädchenkleidung kommt ja auch nicht aus den Kindern selbst sondern wird erst im Laufe der Zeit erworben. Daher ist es in jungen Jahren vermutlich für ein Kind einfacher, im ganz jungen Alter so etwas auszuprobieren als später. Ich glaube wenn ich mal einen Sohn mit solchen Wünschen haben sollte würde ich es ihm erstmal dosiert erlauben und ihm Mädchensachen zu gestehen. Bevor er aber ganz "in die Vollen" geht würde ich ihn erstmal Erfahrungen mit der Reaktion anderer sammeln lassen. Wenn es dann immer noch sein Wunsch ist, kann er gerne mehr davon haben.

Im Laufe der Zeit wird der Junge vermutlich merken, dass so etwas immer weniger "jungsmäßig" gesehen wird. Wenn es wirklich sein Wille ist "mädchenhaft" rumzulaufen wird er eh lernen müssen, dass man ihn dafür komisch ansehen wird. Und dann kann er für sich selbst die Entscheidung treffen, ob er das so beibehalten möchte oder eher nicht. Wichtig ist dass man ihm als Eltern klar vermittelt dass daran nichts falsches ist, aber ihm muss natürlich auch mit zunehmendem Alter bewusst sein, was das sozial bedeutet. Wobei man, wenn man von Hänseleien hört, natürlich auch immer den Weg gehen kann mit anderen Eltern oder den Lehrern zu reden, um dort etwas mehr Verständnis zu schaffen, was diese hoffentlich wieder an ihre Kinder weiter geben. Und vielleicht ist unsere Gesellschaft irgendwann tatsächlich so weit, dass das nicht weiter problematisch ist, das wäre natürlich eh ideal.

Was die Sorge vom Bruder der TS angeht: Meine Erfahrung ist, dass irgendwann über Grundschulsachen nur noch wenig geredet wird. Außerdem ist bei mir der Wechsel vom Kindergarten zur Grundschule, und später zur weiter führenden Schule jedes Mal mit einem Wechsel von einem Großteil der "peer group" einher gegangen, so dass ein Neustart eh kein großes Problem sein dürfte. Aber das mag evtl. auf dem Land wirklich anders sein.
 
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