Ist das zu viel verlangt?

Benutzer6816  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Es geht um meine Fernbeziehung. Ich bin nun seit 16 Monaten mit ihm zusammen, nach den ersten 2 Monaten ist er in eine andere Stadt gezogen (was er schon vor mir geplant hatte). Ich wollte so schnell wie möglich nachkommen, was aber nicht geklappt hat, weil ich dort keine Ausbildungsstelle bekommen hab (nach langem vergeblichen suchen). Als wir dann ein halbes jahr zusammen waren, ist er fremdgegangen. So habe ich bei einer Stelle in meiner Heimatstadt zugesagt und bin hier geblieben. Nach einiger Zeit sind wir wieder zusammengekommen und ich habe ihm verziehen.
Nun ist es aber so, dass ich mit der Entfernung nicht ganz klar komme. Wir wohnen zwar nur 2 1/2 stunden Autofahrt entfernt und können uns mind. jedes zweite Wochenende sehen, aber genau in der zeit, wo wir uns nicht sehen, fall ich ab und zu in ein Loch und habe starke Verlustängste, ich habe einfach Angst, dass er wieder fremdgeht und da denke ich mir dann: warum kann er nicht wieder zu mir ziehen? Er könnte hier sehr leicht einen Job finden, darum gehts nicht, er ist damals in diese Stadt gezogen, wegen seiner Musik, denn dort gibt es mehr möglichkeiten das auszuleben.
Bei mir ist es so, dass ich hier nicht weg kann, wegen meiner neuen Ausbildung, ich bin also noch 2 1/2 jahre an diesen Ort gebunden, er aber nicht, er könnte da sofort kündigen und sich hier etwas suchen. Wir könnten ja danach auch wieder in seine "Traumstadt" ziehen, es wäre nur so lang ich hier meine Ausbildung mache.

Ich weiß nicht, ob ich da zu viel verlange. Ich hatte ihm das schonmal so gesagt, als wir nach seinem fremdgehen wieder zusammengekommen sind. Er meinte, dass er das nicht kann, weil er sich dort in der neuen stadt auch selbst etwas beweisen will. Es war schon lange sein Traum und wenn er jetzt wieder zu mir ziehen würde, dann würde er alles aufgeben und bestimmt unglücklich werden. Was meint ihr dazu?
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Hallo!

Ich meine, dass das mal seit langem wieder ein interessantes Problem auf PL ist! :grin:

Momentan denke ich noch ein bisschen darüber nach und weiß noch nicht, was ich dir raten soll...

Was mich interessiert wäre, was für eine Form von Musik er da jetzt genau betreibt? Spielt er auf Gigs oder dergleichen? Was macht seine Stadt so besonders dafür?

Ansonsten sind es bei dir ja auch zwei Probleme, die sich gegenseitig natürlich beeinflussen:

1. Deine Verlustangst
2. Die Distanz zu ihm

Was du versuchst, ist nun, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Du erhoffst dir, nicht mehr in diese Deprilöcher zu fallen, wenn er näher bei dir ist. Ich weiß nicht, ob das so einfach funktioniert, wie du dir das vorstellst?

Es ist glaube ich ganz natürlich, dass du nach seiner Fremdgeherei diese Deprischübe durchleiden musst und natürlich auch irgendwo Zweifel hegst, völlig unabhängig der geographischen Distanz die euch trennt. Das hat er sich (bzw. da ihr in einer Beziehung seid: er euch) durch sein Handeln eingebrockt. Magst du vielleicht was darüber erzählen? Wie ist das damals zustande gekommen und wie habt ihr euch wieder zusammengerauft? Eventuell kann man ja deine Verlustangst anders angehen...
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Ich meine dazu, dass du weißt, worauf du dich eingelassen hast.
Er hat dir direkt gesagt, dass er dort bleiben will, und damit musst du dich nun abfinden oder die Beziehung beenden.

Ich würde Letzteres empfehlen, da du offenbar sein Fremdgehen nicht überwinden kannst. Du kannst ihm anscheinend nicht mehr vertrauen - das wird durch die Fernbeziehung zwar nicht besser, aber es ist auch unsinnig, anzunehmen, dass du einen weiteren Seitensprung verhindern könntest, wenn er bei dir wohnen würde; wer seinen Partner betrügen will, der tut es auch, egal wann und wie.

Also: Lerne entweder, ihm wieder zu vertrauen, wenn du ihm schon verziehen hast, oder beende die Beziehung, denn ohne Vertrauen wird sie ohnehin nicht mehr lange gutgehen.

Off-Topic:
Du musst einen Thread nicht mehrmals erstellen, um Antworten zu kriegen.
 

Benutzer70315  (32)

Beiträge füllen Bücher
Auch wenn ich deine Gedanken nachvollziehen kann. "Verlangen" in dem Sinne kannst du in einer Beziehung garnichts. Man kann vieles von einem Partner erwarten aber "verlangen" ist da das falsche Wort.
Und da liegt auch der große Unterschied meiner Meinung nach. Er sieht scheinbar keinen Grund wieder umzuziehen.

Als erstes würde ich mit ihm reden. Weiß er denn, wie sehr du unter der Situation leidest. Dass dein Vertrauen einen Knacks hat, kann ich gut verstehen. Er ist in der Fernbeziehung fremdgegangen und du fühlst dich jetzt sicherlich hilflos, weil er schon einmal dein Vertrauen missbraucht hat.

Wenn er wirklich keinen Grund sieht seine derzeitige Lage zu ändern, dann musst du für dich Konsequenzen ziehen. Also entweder damit leben oder aber die Beziehung beenden. Der Impuls umzuziehen muss von ihm kommen. Er wird in dieser Stadt sicherlich auch Freunde haben, ein gewohntes Umfeld. Es ist schon ein großer Schritt. Also redet zunächst mal miteinander.
 

Benutzer6816  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Er ist Bassist/ Sänger und ist dort auch in 2 Bands, einmal Blues und das andere Metal. Vorteile dort sind: 1. er kann dort mit mehreren Leuten Musik machen, Kontakt mit verschiedenen Musikern
2. mehr Auftritte
3. kann mehr Leute mit seiner Musik erreichen
4. kann dort natürlich besser proben

Ich habe auch Bedenken, ob es wirklich besser ist, wenn er zu mir zieht. Er wäre auf jeden Fall auch glücklich bei mir zu sein, das wünscht er sich ja auch, aber dann kommt das Problem mit seiner Musik dazu, es könnte sein, dass ihn das irgendwann unglücklich macht, wenn er das nicht ausleben kann. Er könnte ja dafür auch hin und herpendeln, aber praktischer is es da zu wohnen, weil er sich mind. jede Woche da mit Leuten trifft, mit denen er Musik macht.

Wenn wir zusammen sind, dann ist alles perfekt, da habe ich diese Ängste nicht, das kommt auch daher, weil ich es schon allein an seinem Verhalten merke und das fehlt, wenn er nicht bei mir ist.

Damals war es so, dass es bei ihm ziehmlich schlecht lief mit allem, mit der Musik, der Arbeit und ich hab einfach keine Ausbildungsstelle gefunden/ konnte nicht zu ihm ziehen (das war ganz schön nervenaufreibend), aber so lief es ziehmlich gut zwischen uns, wir waren glücklich miteinander An einem Abend wars dann so, dass ne Freundin bei ihm vorbeigekommen ist und die haben dann zusammen mit seinem Mitbewohner einiges getrunken. Sie ist dann in seinem Bett gelandet und da is es passiet.
Ich hab erst mit ihm Schluss gemacht, dann hab ich aber gemerkt, dass er mir zu sehr fehlt und ihm ging es genauso, er hat es sehr bereut und meinte, das war der schlimmste Fehler den er jemals gemacht hat. Wir haben viel geredet und viel Zeit miteinander verbracht,die sehr schön war, aber es war auch sehr problematisch und ich wollte immer wieder aufgeben, dennoch haben wirs geschafft.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hi,

ich denke, Ihr habt ein ganz grundsätzliches Problem: Ihr definiert Eure/eine Beziehung anders. Man könnte auch schnell die Vermutung bekommen, dass er Dich weniger liebt, als Du ihn, aber das halte ich für zu kurz gedacht.
Nehmen wir mal die reinen Fakten: Du würdest, wenn Dich die Arbeits-/Ausbildungssituatioon es lässt, sofort alle Zelte abbrechen und zu ihm ziehen. Er hingegen nicht. Für ihn hat der Job und die Musik (also ein Hobby!) höhere Priorität, als eine Beziehung mit Dir, in der Beide glücklich sind. Damit ist er kein Schwein, sondern "einfach nur" anders als Du.
Und Du sagst es auch selbst: er hatte diesen Traum schon, bevor er Dich kennenlernte. Er ist also konsequent und will seinen Traum leben. Du hast es nicht "geschafft", dass sich seine Prioritäten verschieben.
Ich will jetzt gar nicht lange über sein Fremdgehen philiosophieren, aber ich denke, es schlägt in die gleiche Kerbe: Du bist ihm nicht so wahnsinnig wichtig, als dass er seinen Schw... nicht auch mal woanders reinstecken würde (entschuldige die direkte Ausdrucksweise, ich will nicht Dich damit verletzen).

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: ich weiß nicht, ob es für Dich/für Euch besser gewesen wäre, wenn Ihr zusammen leben würdet. Für mich klingt es eher so, als dass auch dann seine Bands und seine Auftritte incl. Networking wichtiger gewesen wären als Du. Eventuell (mit aller Vorsicht spekuliert) wäre Dir dann irgendwann nur noch die Groupie-Rolle geblieben, um ihn überhaupt mal zu sehen.

Um das mit den Wohnorten noch besser verstehen zu können: reden wir hier von der Alternative z.B. Hamburg/Berlin oder Köln/München oder sprechen wir von Augsburg/München, Aachen/Köln oder bspw. Bremen/Hamburg?

Aber auch davon abgesehen, ich denke, Du hast die A...-Karte gezogen und musst alleine für Dich entscheiden, ob Dich eine Beziehung unter diesen Umständen überhaupt auf längere Sicht glücklich machen kann. Von aller Liebe und allen Gefühlen einmal abgesehen. Dass Dein Vertrauen in ihn irgendwo ist, aber nicht in Deinem Herzen, haben ja schon andere ausgeführt. Jetzt ist eben noch wichtig, ob Du damit leben kannst, dass Ihr nicht auf Augenhöhe seid, weil Eure Prioritäten verschoben sind und wohl auch noch länger bleiben werden.

Alles Gute!
Mark11
 

Benutzer6816  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Ja, vielleicht liegt da das Problem. Ich denke auch manchmal ich bin ihm einfach nicht wichtig genug, denn er weiß wie schwer ich es hab mit dieser Fernbeziehung, aber er hofft einfach, dass ich es so schaffe und denkt nicht daran seinen Traum aufzugeben (er würde ihn ja nicht einmal aufgeben damit, er würde es nur verschieben oder nicht ganz ausleben)

Tja, nun liegt es wohl an mir mich zu entscheiden, ob ich damit leben kann, das ist ganz schön schwierig, aber wenn man mal bedenkt wieviel ich ihm wert bin was das angeht, dann habe ich da nicht mehr so viel lust drauf.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Das ist schon eine schwierige Situation. Muss gestehen, als Musiker sympathisiere ich natürlich mit ihm und kann verstehen, dass er seinen Traum ausleben will. Auch kann einem der Wohnort bzw. die Stadt eine Menge Gefühl und Lebensqualität geben. Wenn er in deinem Wohnort nicht glücklich werden würde, ist es also gut möglich, dass ihr euch beim Zusammenziehen ganz andere Probleme einfangt. Wenn es dumm läuft, macht er dich dann dafür verantwortlich, dass er sich nicht verwirklichen kann und nicht wirklich glücklich ist.

Mark11 spricht verschiedene Erwartungen an, die ihr beide an eine Beziehung stellen könntet, sowie unterschiedliche Prioritäten. Da kann gut was dran sein, aber ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass eure Beziehung so nicht funktionieren könnte. Jeder Mensch hat seine eigenen Prioritäten, Sehnsüchte und Träume und oftmals ist es besser, sich diese zu erhalten als diese der Beziehung stets unterzuordnen. Eigentlich sollte es ja sogar in deinem Interesse sein, dass er seine Träume und Wünsche auslebt und es sollte dich freuen, dass es ihm gut dort geht, wo er ist.

Hört sich nach einem schwachem Trost an? Tja, das ist es wohl auch und ich kann verstehen, dass es an den Kräften von dir zehrt, dass du bei ihm stets zweite Wahl zu sein scheinst. Ich denke, das Thema werdet ihr noch häufiger diskutieren müssen und du solltest ihm - ohne zu drohen - auch aufzeigen, wo das enden könnte. Eventuell ist ihm ja das Ausmaß des Problems soweit nicht bewusst und er denkt, du wirst dich schon noch 2einhalb Jahre so halten können? Wie häufig redet ihr denn darüber und was meint er? Zeigt er irgendwie Kampfeswille oder Initiative, dich nicht gehen zu lassen oder irgendetwas an der Situation zu ändern? Vielleicht plant ihr ja gemeinsame Urlaube oder er bekommt es organisiert, einmal einen Monat lang nur bei dir zu leben?
 

Benutzer96776 

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Naja was heißt zu viel verlangt? Voraussetzen kannst du es natürlich nicht, dass er alle Zelte abbricht und wenn er es nicht will kann man ihn nicht zwingen. Es ist schon ein großer Schritt und auch ein Opfer, das er bringen würde aber wie schwer oder leicht ihm sowas fällt, ist von Mensch zu Mensch verschieden, soll heißen das es von ihm evtl. zu viel verlangt ist, einem anderen wiederum macht das gar nichts aus... Also kann man das so eindeutig nicht sagen außer das du seine Entscheidung wohl oder übel akzeptieren musst!
 

Benutzer2160 

Beastialische Beiträge
selbst ein zusammen wohnen würde ein erneutes fremdgehen nicht verhindern, wenn er es wirklich wollte.
du kannst ihn nicht dauerkontrollieren.

und alles andere hat mark eigentlich schon gesagt
 
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