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Intelligenzunterschied in Beziehung

ashnovoy
Benutzer205615  (21) Klickt sich gerne rein
  • #1
Als ich mit meiner ersten Freundin zusammen war, haben mir mehrere Personen sehr offen gesagt, dass sie gegen die Beziehung sind. Weil ich aufs Gymnasium ging und sie nur auf die Gesamtschule und da dann auch die 10. Klasse erst abgebrochen hat.
Ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll, ohne dass es wertend klingt: sie war deutlich weniger intelligent als ich und das hat man nicht nur an den Schulnoten, sondern auch an ihrer Ausdrucksweise usw. gemerkt. Ich bin auch kein Genie, bin eher durchschnittlich intelligent, aber der Unterschied war schon deutlich. Sie hat sich deswegen auch Gedanken gemacht, ich aber lange Zeit nicht, weil ich es zwar gemerkt habe, es mir aber egal war. Sie war vielleicht nicht sehr gebildet oder intellektuell veranlagt, aber sie war emotional deutlich "intelligenter" als die meisten Menschen, die sich etwas auf ihren Abschluss oder ihren IQ einbilden.
Sie war eine der liebsten, nettesten, offensten und kreativsten Mädchen, die ich je kennenlernen durfte.
Zwischen uns hat alles gepasst und wir waren glücklich. Es waren außenstehende Personen, die uns immer reingeredet haben und alles kaputtgemacht haben. Mein Vater war immer übertrieben freundlich zu ihr, wenn sie bei uns war, hat sich aber hintenrum über sie lustig gemacht und war absolut davon überzeugt, dass sie die Schule abgebrochen hat, damit ich mich dann um sie kümmere, dass sie mir bald ein Kind anhängen würde und wir ihm dann auf der Tasche liegen würden. Also alles Vorurteile nach RTL-Vorbild und alles nur, weil sie ihm nicht intelligent genug war. Er hat sie einerseits als "dummes kleines Püppchen" bezeichnet, ihr andererseits aber Berechnung unterstellt.
Und mir wurde unterstellt, ich würde sie ausnutzen, würde nur Sex mit ihr wollen oder wäre nur mit ihr zusammen, weil sie hübsch war.

Ich denke heute noch oft an sie und frage mich, ob unsere Beziehung wirklich falsch war. Vier Jahre später vermisse ich sie immer noch manchmal und finde immer noch nicht, dass das mit uns falsch war.
Ich verstehe nicht, warum ähnliche Bildung/Intelligenz in Beziehungen so wichtig sein soll. Was ich logisch finde: dass ein unterschiedliches Bildungsniveau bedeuten kann, dass man einfach nicht gut zusammenpasst oder zu unterschiedliche Interessen hat. Und mir ist klar, dass es Menschen gibt, die Naivität oder mangelnde Bildung ausnutzen.
Aber warum soll es grundsätzlich falsch sein, wenn zwei Menschen sich trotz Unterschiede einfach mögen und sich verlieben?
 
G
Benutzer Gast
  • #2
Als ich so alt war wie du, war ich in einer vergleichbaren Situation. Mir blieben solche Kommentare zum Glück erspart. Wir haben dann ganz allein auseinander gefunden, aber nie hätte ich diese Beziehung missen wollen.
 
Diania
Benutzer186405  (52) Sehr bekannt hier
  • #3
Ich denke heute noch oft an sie und frage mich, ob unsere Beziehung wirklich falsch war. Vier Jahre später vermisse ich sie immer noch manchmal und finde immer noch nicht, dass das mit uns falsch war.
Warum hat die Beziehung ein Ende gefunden?
 
T
Benutzer20277  (44) Meistens hier zu finden
  • #4
So wie Du es beschreibst muss man leider wohl annehmen, dass Du doch nicht intelligent genug warst, die Einschätzung Deiner Umgebung und insbesondere Deines Vaters zu ignorieren.

Ich würde wahrscheinlich für mich formulieren: Intelligenz und Bildung haben auf jeden Fall einen großen Stellenwert für mich.
Noch wichtiger ist mir aber der "Hunger" nach Bildung und Kultur, was zwar oft mit schon vorhandener Bildung einhergeht, aber nicht immer.

Grundsätzlich können Beziehungen mit Intelligenz/Bildungsunterschied klappen, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind; die wichtigste dürfte sein, dass sich die Partner trotzdem auf Augenhöhe begegnen können.
 
Cathy1234
Benutzer200296  (43) Öfter im Forum
  • #5
Grundsätzlich können Beziehungen mit Intelligenz/Bildungsunterschied klappen, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind; die wichtigste dürfte sein, dass sich die Partner trotzdem auf Augenhöhe begegnen können.
Das. Ich bin seit 3,5 Jahren mit meinem Partner zusammen und seit kurzem verheiratet 🥰. Er kommt aus einer Akademikerfamilie wo wirklich alle Abi haben,studiert haben und als Ingenieure oder It'ler oder Anwalt arbeiten, dazu sprechen alle mindestens 1 bis 2 Fremdsprachen fließend und haben eine sehr hohe Allgemeinbildung. Ganz ehrlich? Da halte ich intellektuell absolut nicht mit. Ich verliere in sämtlichen Gesprächen über Politik und es werden sogar häufiger mal Scherze gemacht, weil ich ja nichtmal einen Führerschein habe. Aaaaaaber mein Partner und ich haben eine gute Kommunikation, unsere wichtigsten Wertvorstellungen sind sehr gleich, wir sind beide sehr empathisch und schätzen uns. Unsere Beziehung hat auch mal schwierige Zeiten aber der Kern passt. Alles andere ist meine Unsicherhei die manchmal etwas kompliziert ist, aber er hat mir nie das Gefühl gegeben weniger "Wert" zu sein.
 
Nikki.B
Benutzer174698  (24) Öfter im Forum
  • #6
Intelligenz ist schwer messbar. Die meisten Tests priorisieren mathematisches Verständnis. Intelligenz hat aber auch andere Faktoren. Emotionale Intelligenz z.B.
Also ich denke es kann schon passen in manchen Beziehungen, wenn die Partner nicht auf allen Intelligenzebenen gleich sind.
Trotzdem denke ich, dass es für eine gute Beziehung einer gewissen Augenhöhe bedarf. Ich könnte keinen Partner haben, der Bildung als etwas für die Anderen betrachtet und mit Trash TV sein Leben gestaltet. Auch sprachlich ist eine gewissen Nähe für mich wichtig.
Ischschwör bruda wallah...
 
Metallfuß
Benutzer177659  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #7
Meine Exfreundin war als wir uns kennengelernt haben von der formalen Bildung her auch "unter" mir. Sie hat aber tolle Sachen gemacht (Sportverein, Training mit (kleinen) Kindern). Auseinander gegangen ist es nicht wegen der Bildung.

Trotzdem war mein Vater sehr skeptisch ihr gegenüber.
 
G
Benutzer Gast
  • #8
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Pizzabäckerin
Benutzer191613  (41) Öfter im Forum
  • #9
Pizzabäckerin
Benutzer191613  (41) Öfter im Forum
  • #11
Oh man, das ist ein Thema über das ich mich schnell aufregen kann 😅
Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Intelligenz, ich meine neun verschiedene und die Forschung ist da wahrscheinlich noch lange nicht am Ende.
Ich finde es abwertend und überheblich Menschen über andere zu stellen.
Meine Schwiegermutter zum Beispiel bildet sich viel darauf ein, dass mein Schwager einen Doktortitel hat. Klar ist er in dem Bereich bestimmt gut, aber zwischenmenschlich ein absoluter Torfkopf.
Ich denke jeder Mensch hat einfach seine Fähigkeiten und ist gut so wie er ist.
 
ashnovoy
Benutzer205615  (21) Klickt sich gerne rein
  • Themenstarter
  • #12
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thraca
Benutzer182699  (32) Öfter im Forum
  • #13
Meine Schwiegermutter zum Beispiel bildet sich viel darauf ein, dass mein Schwager einen Doktortitel hat.
Außerdem führen nunmal auch bestimmte Umstände zu einem Doktortitel, das heißt nicht, dass andere nicht auch einen haben könnten, wenn sie z. B. anders aufgewachsen wären. Ich finde, man kann Intelligenz nicht zwingend an Bildung messen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diania
Benutzer186405  (52) Sehr bekannt hier
  • #14
Wegen anderer Dinge. Ich hatte mal Stress mit ihrer Mutter und habe das etwas zu persönlich genommen.
Das heißt (auch) da eigentlich gar nicht in ihrer Person begründet oder wie ist das zu verstehen?
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #15
Ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll, ohne dass es wertend klingt: sie war deutlich weniger intelligent als ich und das hat man nicht nur an den Schulnoten, sondern auch an ihrer Ausdrucksweise usw. gemerkt.
Das ist schon der Kardinalfehler: Es gibt zwar - meistens - zwischen Bildung und Intelligenz einen Zusammenhang. Zwingend ist der aber nicht. Vor allem: Schulbildung und Wissen schaden zwar nichts - aber mich würde nur abstoßen, wenn ein wenig gebildeter Partner auch dann keinerlei Interesse hätte sich Wissen anzueignen, wenn er es sozusagen im Vorbeigehen serviert bekommt. Klar hat jeder persönliche Interessengebiete: Wenn ich mich für klassische Musik nicht interessiere sind mir die angeblichen Rafinessen Bachscher Musik auch dann wurst, wenn mir Freund oder Freundin sie geduldig erklären.

Mein Vater war immer übertrieben freundlich zu ihr, wenn sie bei uns war, hat sich aber hintenrum über sie lustig gemacht
Solche Leute scheint es häufiger zu geben. Kumpel hat nur studiert (und ist dabei tüchtig auf die Fresse gefallen), weil ihm die dominante Mama erzählte, wenn er kein Studierter sei, hätte er mit 30 keine Freunde mehr... :kopfwand: Völliger Blödsinn! :realmad:

Ich denke heute noch oft an sie und frage mich, ob unsere Beziehung wirklich falsch war.
Solange Du Dich dabei wohlgefühlt hast: natürlich nicht!

Abgesehen davon, dass sich die meisten Leute für viel schlauer halten, als sie sind (und vor allem die, die auf vermeintlich Ungebildete herabschauen): Mich würde nur abstoßen, wenn ein Partner sich wirklich bei Sachen doof anstellt, bei denen man sich eigentlich nicht doof anstellen kann - und dann noch beratungsresistent wäre - und eben auch keinerlei Interesse hätte, irgendwas hinzuzulernen.

Ansonsten wären für mich erstmal ein liebevolles Miteinander, sexuelle Kompatibilität, ein Mindestmaß an Benehmen und ein paar gemeinsame Interessen wichtig...
 
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G
Benutzer Gast
  • #19
Ich denke schon aus eigener Erfahrung, dass man da einen grossen Unterschied zwischen Intelligenz und Bildung bzw. Allgemeinwissen machen muss. In meiner Familie sind z.B. alle hochbegabt in mehr oder weniger starker Ausprägung, das hat u.a. dazu geführt, dass meine Kinder teilweise Klassen übersprungen haben oder in Freundeskreisen immer die jüngsten sind und die hatten dann in Beziehungen schon ab und zu Probleme, wenn der entsprechende Partner nicht so 'schnell' war wie sie selber. Uns selber fällt das gar nicht so auf, aber z.B. im Familienkreis bei Spielen oder so haben die Freunde/Freundin dann teilweise Schwierigkeiten, mitzuhalten bzw. verlieren dann oft (kommt natürlich stark auf die Art des Spiels an).
War jetzt beziehungsmäßig noch kein wirkliches Problem und ist vielleicht bei uns auch etwas ausgeprägter, aber hat eben nichts mit der Ausbildung/Allgemeinwissen/Bildungsstand zu tun, sondern mit dem speziellen Thema Hochbegabung. Meine Frau betont z.B. auch, dass es ihr wichtig war, dass ich ihre Probleme mit der Hochbegabung und den Umgang damit auch selbst nachvollziehen konnte, weil das auch stark verbindet. Und als Hochbegabter fühlt man sich manchmal schon 'anders' als eben Nichthochbegabte, kann aber selber gar nicht so genau benennen, was und warum einen selber da so 'anders' fühlen lässt. Da wäre ich quasi ähnlich wie LULU1234 LULU1234 bei dem Thema, dass andere die eigenen Erfahrungen nicht soo nachvollziehen können, wenn sie die nicht auch zumindest in ähnlicher Form gemacht haben.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Sehr bekannt hier
  • #20
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Aber warum soll es grundsätzlich falsch sein, wenn zwei Menschen sich trotz Unterschiede einfach mögen und sich verlieben?
Mmh....

Unterschiedliches Bildungsniveau ist eine Sache die ich nicht problematisch finde.

Unterschiedliche Intelligenz dagegen schon.

Aber beides gilt nur für mich persönlich und kann bei dir ganz anders sein.

Ich möchte mit meinem Partner kommunizieren. Ich möchte auch das mein Partner auf Augenhöhe ist.

Auf keinen Fall will ich ein Kind als partner der nicht selbstständig weiter als bis zur Nasenspitze denken kann.
 
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A
Benutzer180757  (49) Öfter im Forum
  • #21
Zur Intelligenz ist ja schon einiges gesagt worden.

Gegenüber Bildung finde ich Interessen wesentlich wichtiger. Bildung ist für,mich nur der Status quo, der zudem verblassen und auch schlicht veralten kann. Gemeinsame Neugierde und Interessen hingegen verbinden viel stärker, schaffen Erlebnisse und halten Beziehungen (auch im Freundeskreis) lebendiger. Falls die Interessen komplett auseinander laufen wirds natürlich schwierig.

ashnovoy ashnovoy : denkst Du an einer erneute Kontaktaufnahme oder ähnliches?
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #23
Als Personalerin habe ich mit sehr vielen Menschen mit unterschiedlichem Bildungsniveau zu tun. Und ich muss sagen, dass recht viele studierte Akademiker die einfachsten Dinge nicht verstehen. Sie sind sicher toll in ihrem Bereich
Selbst das ist nicht sicher. Ich habe im Laufe meines Berufslebens einige Dipl.-Ing.s und Dr.s kennenlernen müssen, die nicht mal von ihrem angeblichen Fachgebiet Ahnung hatten. Anderes Extrem war ein Ex-Bekannter, der es irgendwie geschafft hat, das nicht ganz einfache Elektrotechnikstudium erfolgreich abzuschließen, aber einfach strohdoof war...
 
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ashnovoy
Benutzer205615  (21) Klickt sich gerne rein
  • Themenstarter
  • #24
Bei meiner Ex-Freundin war es so, dass sie sehr interessiert war, aber vieles nicht verstanden hat und ich Sachen immer simpler für sie formulieren musste. Da gab es auch einfach massive Bildungslücken.
Wir haben mal einen Film über die DDR zusammen geguckt und sie war verwirrt darüber, dass die Leute nicht "einfach" in den Westen ziehen, wenn sie im Osten Probleme haben. Sie konnte mit den Begriffen "Dystopie" und "Protagonist" nichts anfangen und hat bei einer Aufzählung von "Nährstoffen" Obstsorten hingeschrieben.
Aber sie war einfach sehr nett und hilfsbereit und kreativ. Sie hat mich gelehrt, dass man nicht alles verstehen muss, um es zu respektieren und dass man manchmal besser auf sein Gefühl hören sollte anstatt auf Logik.
Ich glaube, ich war auch deshalb so gern mit ihr zusammen, weil es bei ihr in Ordnung war, Dinge nicht zu wissen und Fragen zu stellen. Zuhause wurde mir immer das Gefühl gegeben, dass ich dumm bin und dass das eben ganz und gar nicht in Ordnung ist. Wenn ich mit ihr zusammen war, gab es wichtigere Dinge als irgendwelche geschichtlichen Fakten oder technischen Details.
 
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G
Benutzer Gast
  • #25
Bei meiner Ex-Freundin war es so, dass sie sehr interessiert war, aber vieles nicht verstanden hat und ich Sachen immer simpler für sie formulieren musste. Da gab es auch einfach massive Bildungslücken.
Wir haben mal einen Film über die DDR zusammen geguckt und sie war verwirrt darüber, dass die Leute nicht "einfach" in den Westen ziehen, wenn sie im Osten Probleme haben. Sie konnte mit den Begriffen "Dystopie" und "Protagonist" nichts anfangen und hat bei einer Aufzählung von "Nährstoffen" Obstsorten hingeschrieben.
Aber sie war einfach sehr nett und hilfsbereit und kreativ. Sie hat mich gelehrt, dass man nicht alles verstehen muss, um es zu respektieren und dass man manchmal besser auf sein Gefühl hören sollte anstatt auf Logik.
Ich glaube, ich war auch deshalb so gern mit ihr zusammen, weil es bei ihr in Ordnung war, Dinge nicht zu wissen und Fragen zu stellen. Zuhause wurde mir immer das Gefühl gegeben, dass ich dumm bin und dass das eben ganz und gar nicht in Ordnung ist. Wenn ich mit ihr zusammen war, gab es wichtige Dinge als irgendwelche geschichtlichen Fakten oder technischen Detsils.
Dann hast du in dieser Beziehung ja auf jeden Fall etwas über deine eigenen (Werte-)Vorstellungen und Wünsche an deine nächste Beziehung gelernt.🙂 Ich persönlich finde es wichtig, sich bewusst zu machen, was man alles Gutes aus einer Beziehung/einem Erlebnis/... mitgenommen hat, deswegen mein Kommentar.
 
Dr.Gonzo
Benutzer191739  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #26
Ich muss sagen, dass ich das schon verstehen kann.

Langfristig sehe ich gute Gespräche als eine wichtige Basis für eine gute Beziehung. Bei unterschiedlichen Niveaus können gute Gespräche dann schon mal schwierig werden.

Natürlich sagt nicht alleine der Schulabschluss etwas aus. Aber mit einer Frau, mit der ich mich nie über Politik, Philosophie oder Kunst unterhalten könnte, würde mir schon was fehlen. Im Extremfall wäre es auch für mich ein Trennungsgrund, wenn ich das Gefühl hätte, dass die Niveaus überhaupt nicht übereinstimmen.

Was ich in Deiner Geschichte sehr schade finde ist, dass es offenkundig ja nicht von Dir ausging, sondern von Deinem Umfeld. Leider ist man als junger Mensch oft sehr beeinflussbar. Heutzutage würde ich meinem Vater (wenn er noch leben würde) die Hölle heiß machen, wenn er es wagen würde, mir meine Partnerin schlechtzumachen. Aber mit 18 wäre ich da vielleicht auch noch beeinflussbarer gewesen.

Schade, dass es bei dir so gelaufen ist, aber man kann die Zeit nun einmal nicht zurückdrehen.
 
Dr.Gonzo
Benutzer191739  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #27
Bei meiner Ex-Freundin war es so, dass sie sehr interessiert war, aber vieles nicht verstanden hat und ich Sachen immer simpler für sie formulieren musste. Da gab es auch einfach massive Bildungslücken.
Wir haben mal einen Film über die DDR zusammen geguckt und sie war verwirrt darüber, dass die Leute nicht "einfach" in den Westen ziehen, wenn sie im Osten Probleme haben. Sie konnte mit den Begriffen "Dystopie" und "Protagonist" nichts anfangen und hat bei einer Aufzählung von "Nährstoffen" Obstsorten hingeschrieben.
Ok... das würde mich persönlich dann schon ziemlich stören.
 
ShanDei
Benutzer195361  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #28
Intelligenz ist das eine, wobei es "die" Intelligenz an sich ja nicht gibt, sondern verschiedene, wie hier schon angemerkt wurde.

Ich lege meinen Augenmerk da eher auf Niveau, Wertevorstellungen und soziale Kompetenz.
(gut, ganz ohne Intelligenz geht das auch nicht, aber wie gesagt, das allein würde mir nicht reichen)
 
jailbird
Benutzer204989  (63) Ist noch neu hier
  • #29
Meine Exfreundin war als wir uns kennengelernt haben von der formalen Bildung her auch "unter" mir. Sie hat aber tolle Sachen gemacht (Sportverein, Training mit (kleinen) Kindern). Auseinander gegangen ist es nicht wegen der Bildung.

Trotzdem war mein Vater sehr skeptisch ihr gegenüber.
Bei meiner Frau und mir war es andersrum. Sie ist Ärztin und Psychologin mit 2fachem Dr. Titel, ich war nur First Lieutenant. Aber sie hat mir nie das Gefühl gegeben, weniger Wert zu sein. Die Zweifel hatte immer nur ich. Hatte wohl ziemliches Glück.
 
T
Benutzer194995  (42) dauerhaft gesperrt
  • #30
Ich denke das sagt absolut nichts aus, ich hab mehrfache Doktor Titel, nur was hilft mir das im Beziehungsleben? Nix - es kommt auf soviel mehr an als Bildung und Wissen
 
E
Benutzer203678  (51) Öfter im Forum
  • #31
Bei meiner Ex-Freundin war es so, dass sie sehr interessiert war, aber vieles nicht verstanden hat und ich Sachen immer simpler für sie formulieren musste. Da gab es auch einfach massive Bildungslücken.
Wir haben mal einen Film über die DDR zusammen geguckt und sie war verwirrt darüber, dass die Leute nicht "einfach" in den Westen ziehen, wenn sie im Osten Probleme haben. Sie konnte mit den Begriffen "Dystopie" und "Protagonist" nichts anfangen und hat bei einer Aufzählung von "Nährstoffen" Obstsorten hingeschrieben.
Aber sie war einfach sehr nett und hilfsbereit und kreativ. Sie hat mich gelehrt, dass man nicht alles verstehen muss, um es zu respektieren und dass man manchmal besser auf sein Gefühl hören sollte anstatt auf Logik.
Ich glaube, ich war auch deshalb so gern mit ihr zusammen, weil es bei ihr in Ordnung war, Dinge nicht zu wissen und Fragen zu stellen. Zuhause wurde mir immer das Gefühl gegeben, dass ich dumm bin und dass das eben ganz und gar nicht in Ordnung ist. Wenn ich mit ihr zusammen war, gab es wichtigere Dinge als irgendwelche geschichtlichen Fakten oder technischen Details.
Was Du über Eure Beziehung schreibst, klingt sehr schön und liebevoll. Für Dich hat es zu der Zeit mit dieser Freundin gepasst. Dass das auch für spätere Lebensjahre zugetroffen hätte, ist nicht gesagt. Trotzdem ist es schade, dass Du nicht unbefangen selbst Deine Erfahrung machen konntest, weil Dir zu Hause das Gefühl gegeben wurde, diese Beziehung wäre nicht Ordnung. Die Partnerwahl sollte immer Deine Entscheidung sein, nicht die von anderen.

Ich habe für mich festgestellt, dass eine Beziehung mit deutlichem Intelligenzunterschied nichts für mich ist. Daraus leite ich aber nicht ab, dass das generell für jeden zutrifft. Für andere Menschen kann das halt völlig anders sein.
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (39) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #32
Ich setze ein gewisses Maß an Intelligenz (verschiedener Art) und Eloquenz voraus, sonst wird das einfach nichts mit uns. :hmm:

Dabei geht es mir jedoch weder um Abschlüsse noch Titel, sondern um das Vermögen, sich Wissen und Fertigkeiten anzueignen. Als Beispiel waren zwei meiner Partner Akademiker und zwei nicht. Der erste Nicht-Akademiker hat sich nach der Ausbildung im technischen Bereich noch weitergebildet, war politisch und historisch interessiert und technisch natürlich sehr versiert.

Der andere Nicht-Akademiker ist mein Mann, der aber eine Ausbildung besitzt, die etwa einem Fachinformatiker entspricht und der über diverse Zertifikate und Weiterbildungen verfügt und einen sehr guten IT-Job im Staatsdienst hat. Er ist sprachlich sehr begabt, technisch versiert und politisch interessiert. Darüber hinaus ist er sehr musikalisch und kreativ.

Die Akademiker, mit denen ich zusammen war, waren ein Sprachwissenschaftler und ein Informatiker (ich selbst bin übrigens ein Hybrid dieser Richtungen 🙃).

Ich würde alle meine bisherigen Partner als intelligent bezeichnen, die Augenhöhe in der Beziehung kam allerdings nicht allein durch geistige Kapazitäten zustande, sondern hing mindestens ebenso stark mit der Ausprägung und Kompatibilität der Persönlichkeiten zusammen.

Für mich ist wichtig, dass ich meinem Partner nicht Dinge zigmal erklären muss. Man muss gar nicht alles wissen, aber sich Wissen aneignen zu können, erwarte ich von meinem Partner.
 
Theoderich
Benutzer107327  (39) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #33
Dabei geht es mir jedoch weder um Abschlüsse noch Titel, sondern um das Vermögen, sich Wissen und Fertigkeiten anzueignen.
Letzteres kommt ja auch dem Konstrukt "Intelligenz" näher.
Wissen / Bildung / Berufsabschlüsse kann man sich aneignen, da wäre ein Unterschied keine große Sache für mich.
Es geht ja bei Intelligenz eher um die Fähigkeit zu Bildung etc., Zusammenhänge zu verstehen. Ein gewisses sprachliches Verständnis muss für mich z.B. vorhanden sein, sonst wirkt jemand vielleicht sympathisch aber nicht attraktiv auf mich.
Das würde ich aber nicht an "Akademikerin" festmachen - nicht alle haben die gleichen priviligierten Bedingungen.
 
banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #34
Ich sehe beim besten Willen keinen Grund, warum eine Beziehung zwischen zwei Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand falsch sein sollte. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Und wenn es nur um Bildung und nicht um Einbildung auf seinen Bildungsstand geht, kann man doch auch Menschen, die einen höheren oder niedrigeren Bildugnsabschluss haben, als man selbst, auf gleicher Augenhöhe begegnen.

Diese Einbildung mancher Akademiker, die sich nur wegen ihrem Bildungsabschluss für etwas besseres halten, geht mir jedenfalls gehörig auf die Nerven und ich könnte mir eine Beziehung mit einer derart eingebildeten Akademikerin deutlich weniger vorstellen, als eine mit einer Frau, die "nur" die Haupt- oder Realschule besucht und eine Ausbildung absolviert hat.
Und ich frage mich auch, warum ich als studierter Naturwissenschaftler größere Gemeinsamkeiten mit einer studierten Kunsthistorikerin haben sollte, als mit einer Frau, die irgendeine Ausbildung gemacht hat.

So große Lücken im Allgemeinwissen wie bei der Ex des TS würden mich bei einer potentiellen Partnerin aber schon stören.

Wenn Menschen jedoch ständig über Politik etc. diskutieren müssen (solche Diskussionen halte ich übrigens für sinnlos und Zeitverschwendung), dann brauchen sie wohl einen ebenbürtigen Partner.
Aber selbst da sagt der Bildungshintergrund nicht sonderlich viel aus.
Mit meinem Vater (einem Handwerksmeister) kann ich jedenfalls deutlich besser über Politik diskutieren, als mit vielen Menschen mit akademischem Hintergrund.
 
Zaniah
Benutzer96053  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #35
Und ich frage mich auch, warum ich als studierter Naturwissenschaftler größere Gemeinsamkeiten mit einer studierten Kunsthistorikerin haben sollte, als mit einer Frau, die irgendeine Ausbildung gemacht hat.
Ich habe durchaus gemerkt, dass mein Mann (damals noch Freund) mehr Verständnis für meine Prüfungsphasen hatte als Familienmitglieder, die nicht studiert haben. Auch viele anderen Probleme oder Sorgen konnte ich leichter mit ihm teilen, weil er das System kannte. Ob man nun einen gleichwertigen Abschluss hat, hat dabei natürlich keine Relevanz.

Trotzdem sagt Bildungsstand natürlich nicht zwingend was über Intelligenz aus.

Ich für meinen Teil würde weder einen Mann haben wollen, der wesentlich intelligenter ist noch einen, der weit weniger intelligent als ich ist. Mir ist es wichtig, dass mein Partner logisch denken kann und sich relevantes Wissen aneignen kann. Aber natürlich muss man nicht in jedem Fachbereich gleichermaßen die Fähigkeiten besitzen, sich reinzufuchsen. Mein Mann ist zum Beispiel sehr technikaffin und hat ein sehr viel besseres Verständnis von Physik als ich (ich bin irgendwo nach Magnetismus ausgestiegen und habe nur noch erfolgreich geblufft). Ich bin die kreativere und feinmotorisch begabtere, außerdem im sozialen Umgang mit anderen im Normalfall die kompetentere. Wir schätzen uns, wie wir sind und das ist schon das wirklich Wichtige für uns.
 
A
Benutzer160853  Sehr bekannt hier
  • #36
Als ich mit meiner ersten Freundin zusammen war, haben mir mehrere Personen sehr offen gesagt, dass sie gegen die Beziehung sind. Weil ich aufs Gymnasium ging und sie nur auf die Gesamtschule und da dann auch die 10. Klasse erst abgebrochen hat.
Ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll, ohne dass es wertend klingt: sie war deutlich weniger intelligent als ich und das hat man nicht nur an den Schulnoten, sondern auch an ihrer Ausdrucksweise usw. gemerkt. Ich bin auch kein Genie, bin eher durchschnittlich intelligent, aber der Unterschied war schon deutlich. Sie hat sich deswegen auch Gedanken gemacht, ich aber lange Zeit nicht, weil ich es zwar gemerkt habe, es mir aber egal war. Sie war vielleicht nicht sehr gebildet oder intellektuell veranlagt, aber sie war emotional deutlich "intelligenter" als die meisten Menschen, die sich etwas auf ihren Abschluss oder ihren IQ einbilden.
Sie war eine der liebsten, nettesten, offensten und kreativsten Mädchen, die ich je kennenlernen durfte.
Zwischen uns hat alles gepasst und wir waren glücklich. Es waren außenstehende Personen, die uns immer reingeredet haben und alles kaputtgemacht haben. Mein Vater war immer übertrieben freundlich zu ihr, wenn sie bei uns war, hat sich aber hintenrum über sie lustig gemacht und war absolut davon überzeugt, dass sie die Schule abgebrochen hat, damit ich mich dann um sie kümmere, dass sie mir bald ein Kind anhängen würde und wir ihm dann auf der Tasche liegen würden. Also alles Vorurteile nach RTL-Vorbild und alles nur, weil sie ihm nicht intelligent genug war. Er hat sie einerseits als "dummes kleines Püppchen" bezeichnet, ihr andererseits aber Berechnung unterstellt.
Und mir wurde unterstellt, ich würde sie ausnutzen, würde nur Sex mit ihr wollen oder wäre nur mit ihr zusammen, weil sie hübsch war.

Ich denke heute noch oft an sie und frage mich, ob unsere Beziehung wirklich falsch war. Vier Jahre später vermisse ich sie immer noch manchmal und finde immer noch nicht, dass das mit uns falsch war.
Ich verstehe nicht, warum ähnliche Bildung/Intelligenz in Beziehungen so wichtig sein soll. Was ich logisch finde: dass ein unterschiedliches Bildungsniveau bedeuten kann, dass man einfach nicht gut zusammenpasst oder zu unterschiedliche Interessen hat. Und mir ist klar, dass es Menschen gibt, die Naivität oder mangelnde Bildung ausnutzen.
Aber warum soll es grundsätzlich falsch sein, wenn zwei Menschen sich trotz Unterschiede einfach mögen und sich verlieben?

Schulnoten oder schulische Leistungen sagen nur sehr wenig darüber aus. Mein Abiturschnitt wäre bereinigt von allen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern deutlich besser gewesen. Auch Eloquenz ist nicht zwingend ein Zeichen von Klugheit oder besonderem Wissen, es ist eine Begabung. Auch wenn ich den Begriff eigentlich mag, konstatiere ich einen großen Mangel an Herzensbildung. Es sagt ungemein viel über Menschen aus, die nach vermeintlich unteren Personen treten und schließlich nach oben buckeln.

Das. Ich bin seit 3,5 Jahren mit meinem Partner zusammen und seit kurzem verheiratet 🥰. Er kommt aus einer Akademikerfamilie wo wirklich alle Abi haben,studiert haben und als Ingenieure oder It'ler oder Anwalt arbeiten, dazu sprechen alle mindestens 1 bis 2 Fremdsprachen fließend und haben eine sehr hohe Allgemeinbildung. Ganz ehrlich? Da halte ich intellektuell absolut nicht mit. Ich verliere in sämtlichen Gesprächen über Politik und es werden sogar häufiger mal Scherze gemacht, weil ich ja nichtmal einen Führerschein habe. Aaaaaaber mein Partner und ich haben eine gute Kommunikation, unsere wichtigsten Wertvorstellungen sind sehr gleich, wir sind beide sehr empathisch und schätzen uns. Unsere Beziehung hat auch mal schwierige Zeiten aber der Kern passt. Alles andere ist meine Unsicherhei die manchmal etwas kompliziert ist, aber er hat mir nie das Gefühl gegeben weniger "Wert" zu sein.

Ich finde das alles andere als Schlimm, mein Lebensumfeld ist kein politisches, kulturelles oder wirtschaftliches Kolloquium und ich finde unfassbar stressig in meiner Freizeit über Politik, die Fremdsprachen und Theateraufführungen zu reden. Damit verdiene ich Geld und das andere habe ich studiert. Eine gemeinsame Basis ersetzt sowas am Ende auch nicht. "Nichtmal" einen Führerschein... ich denke mir meinen Teil lieber.

Als Personalerin habe ich mit sehr vielen Menschen mit unterschiedlichem Bildungsniveau zu tun. Und ich muss sagen, dass recht viele studierte Akademiker die einfachsten Dinge nicht verstehen. Sie sind sicher toll in ihrem Bereich, aber das wars dann auch. Leider sind einige auch sehr arrogant, was ich echt widerlich finde. Der "einfache" Arbeiter wiederum ist freundlich, lustig und hat das Herz am rechten Fleck. Und das ist das, was mir am wichtigsten ist.
Fazit: Das Bildungsniveau ist mir relativ egal. Wichtig ist, dass man sich mit Respekt und Liebe entgegenkommt.
Wenn Menschen jedoch ständig über Politik etc. diskutieren müssen (solche Diskussionen halte ich übrigens für sinnlos und Zeitverschwendung), dann brauchen sie wohl einen ebenbürtigen Partner.

Ich habe leider qua Beruf mit vielen Leuten zu tun, die einen Mater of irgendwhat mit Media haben und denen ich nur sehr begrenzt zutraue, dass sich morgens alleine die Hose zugemacht haben. Vor diesem Hintergrund geht mir eine Geschichte nicht aus dem Kopf. Noch wesentlich unangenehmer ist der Standesdünkel. Eine Schulfreundin hatte einen vorgeschriebenen Lebensweg, der Vater war Kripobeamter, ihr war vorgezeichnet, dass sie den Weg in die Juristerei geht oder in den gehobenen Polizeidienst. Nach 12 Jahren blieb sie sitzen, schleppte sich so durch und nun ist sie "nur" Angestellte in einem Medizinzentrum. Das wäre aber immer noch besser als "Putze" oder "Regale einräumen".

Selbst das ist nicht sicher. Ich habe im Laufe meines Berufslebens einige Dipl.-Ing.s und Dr.s kennenlernen müssen, die nicht mal von ihrem angeblichen Fachgebiet Ahnung hatten. Anderes Extrem war ein Ex-Bekannter, der es irgendwie geschafft hat, das nicht ganz einfache Elektrotechnikstudium erfolgreich abzuschließen, aber einfach strohdoof war...

Ich hatte mal einen Praktikumschef in einer Mittelbehörde, Pressestelle. Besagter Mann war nun seit acht Jahren Chef, hatte aber weder das Redaktionssystem beherrscht noch konnte er einen Infinitiv bilden. Es tat unserer Beziehung nicht gut, dass ich seinen Text mit 39 Fehler zurücküberwies.

Ich sehe beim besten Willen keinen Grund, warum eine Beziehung zwischen zwei Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand falsch sein sollte. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Und wenn es nur um Bildung und nicht um Einbildung auf seinen Bildungsstand geht, kann man doch auch Menschen, die einen höheren oder niedrigeren Bildugnsabschluss haben, als man selbst, auf gleicher Augenhöhe begegnen.

Diese Einbildung mancher Akademiker, die sich nur wegen ihrem Bildungsabschluss für etwas besseres halten, geht mir jedenfalls gehörig auf die Nerven und ich könnte mir eine Beziehung mit einer derart eingebildeten Akademikerin deutlich weniger vorstellen, als eine mit einer Frau, die "nur" die Haupt- oder Realschule besucht und eine Ausbildung absolviert hat.
Und ich frage mich auch, warum ich als studierter Naturwissenschaftler größere Gemeinsamkeiten mit einer studierten Kunsthistorikerin haben sollte, als mit einer Frau, die irgendeine Ausbildung gemacht hat.

So große Lücken im Allgemeinwissen wie bei der Ex des TS würden mich bei einer potentiellen Partnerin aber schon stören.


Aber selbst da sagt der Bildungshintergrund nicht sonderlich viel aus.
Mit meinem Vater (einem Handwerksmeister) kann ich jedenfalls deutlich besser über Politik diskutieren, als mit vielen Menschen mit akademischem Hintergrund.

Ich habe es schonmal geschrieben. Während einer Weiterbildung ging ich mit einer Kollegin ins Lokal, eine sehr attraktive Frau. Leider auch sehr taktlos, nervig und mit dem Charme einer Zahnsteinbehandlung. Unser Essen war ein Kollegengespräch und sie als Akademikerin verstand es so gar nicht, dass ich nach Feierabend nicht noch bei Bachkantaten den neuesten Roman lese, sondern sehr profan ein Fußballspiel oder Soap schaue.
Ich finde diesen Beziehungsdünkel ganz schrecklich, ich müsste gleich fast meinen ganzen Bekanntenkreis rauswerfen. Hier hat kaum jemand studiert. Ganz ehrlich, ich finde es völlig okay, wenn jemand Dinge nicht weiß. Man kann doch immer noch fragen!




Bei meiner Ex-Freundin war es so, dass sie sehr interessiert war, aber vieles nicht verstanden hat und ich Sachen immer simpler für sie formulieren musste. Da gab es auch einfach massive Bildungslücken.
Wir haben mal einen Film über die DDR zusammen geguckt und sie war verwirrt darüber, dass die Leute nicht "einfach" in den Westen ziehen, wenn sie im Osten Probleme haben. Sie konnte mit den Begriffen "Dystopie" und "Protagonist" nichts anfangen und hat bei einer Aufzählung von "Nährstoffen" Obstsorten hingeschrieben.
Aber sie war einfach sehr nett und hilfsbereit und kreativ. Sie hat mich gelehrt, dass man nicht alles verstehen muss, um es zu respektieren und dass man manchmal besser auf sein Gefühl hören sollte anstatt auf Logik.
Ich glaube, ich war auch deshalb so gern mit ihr zusammen, weil es bei ihr in Ordnung war, Dinge nicht zu wissen und Fragen zu stellen. Zuhause wurde mir immer das Gefühl gegeben, dass ich dumm bin und dass das eben ganz und gar nicht in Ordnung ist. Wenn ich mit ihr zusammen war, gab es wichtigere Dinge als irgendwelche geschichtlichen Fakten oder technischen Details.

Ich übernehme ungefragt ein Mandat zur Verteidigung. Du bist 20 Jahre als, wurdest also schon in den 2000er Jahren geboren. Ich gehe daher davon aus, dass besagte Person in einem ähnlichen Alter ist und jetzt fände ich es nicht besonders tragisch, wenn jemand in diesem Alter in Köln die DDR nicht versteht, wenn seine familiären Bindungen eher im Rheinland liegen und nicht in Thüringen oder Sachsen. Das wäre so als hätte ich im Vergleichszeitraum über die Politik Schmidts gesprochen. Es gibt zahllose Menschen, die Dystopie nicht kennen und statt Protagonist beispielsweise Figur sagen und gute und erfolgreiche Leben führen.
Zu den Nährstoffen, ich habe in einer Klassenarbeit über Raubvögel mal Spatz hingeschrieben, weil ich zu nervös war. Auch sowas kann passieren.
 
Diania
Benutzer186405  (52) Sehr bekannt hier
  • #37
Ich habe durchaus gemerkt, dass mein Mann (damals noch Freund) mehr Verständnis für meine Prüfungsphasen hatte als Familienmitglieder, die nicht studiert haben.
Liegt das aber nicht schlicht auch daran, dass du ganz grundsätzlich eher etwas schwierigere Familienmitglieder hast? Von dem ausgehend, was du sonst so schreibst.
 
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