Schule Ich finde keinen Beruf der mir gefällt

Benutzer163878  (27)

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Danke für alle Antworten. :smile:
 
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Benutzer165052  (23)

Ist noch neu hier
Hey, mir geht es zurzeit ähnlich. Ich hab 2015 mittlere reife gemacht und dümpel seitdem herum und weiß nicht was ich machen soll.

Vielleicht wäre ein Auslandsjahr etwas für dich. Du lernst neue Sprachen etc, ein bekannter von mir war 2 Jahre lang ehrenamtlich in einem Krankenhaus in Bolivien tätig (natürlich mit Taschengeld etc) und zurückgekommen ist er nicht nur mit perfektem spanisch sondern auch dem Entschluss in der Hilfsorganisation zu arbeiten (was sowieso fast nur für Abiturienten möglich ist)
 

Benutzer160853  (34)

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Kann es sein, dass du deine Selbsteinschätzung sehr von oben herab vornimmst?! Das ist ein wenig, wie beim Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, immer stört dich irgendwas.
Studienfächer haben nicht ansatzweise den Anspruch spannend oder unterhaltsam zu sein. Die Vorbereitung für Klausuren ist nun mal Kernerarbeit, was vorher eigentlich klar sein dürfte. Kann es sein, dass du mit einem verstellten Blick in das Studium gegangen bist? Ein Studium kann man zwar ohne finales Berufsziel beginnen, allerdings sollte sich im Studium zumindest eine Richtung abzeichnen.
Duale Ausbildungen würde ich nicht in Bausch und Bogen verdammen, wenn ich gerade das zweite Studium abgebrochen habe.

Fakt ist: Ein Studium scheint dir nicht zu liegen. Das ist erstmal einen wertfreie Feststellung. Daher würde ich kein drittes Studium beginnen,weil du dann irgendwann wieder an dieser Stelle stehen wirst. Lass dich beraten welche Ausbildung für die in Frage kommt. Eventuell werden dir die angefangenen Studien auf die Ausbildung angerechnet.
 

Benutzer163878  (27)

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A alpaslan Vielen Dank für deine harte, aber sehr gute Kritik. Ich denke du hast in einigen Punkten Recht, vielleicht bin ich in mancherlei Hinsicht wirklich eine Prinzessin und habe viele falsche Vorstellungen. Gegen die überheblichen Selbsteinschätzung möchte jedoch einwenden, dass ich grundsätzlich sehr selbstkritisch bin und wie oben ausgeführt meine Kompetenz in vielen Bereichen anzweifle. Wahrscheinlich kommt deine Einschätzung aufgrund meines Kommentars zu den Ausbildungsberufen. Daher möchte ich noch einmal sagen: Es ist bloß eine Vermutung, dass mich z.B. eine Ausbildung zum Bürokauffmann langfristig gesehen unterfordert. Vielleicht habe ich da auch nur falsche Eindrücke und es stimmt, in Bausch und Bogen sollte ich nichts ausschließen und es ist wohl auch besser unter- als überfordert zu sein.

Dein "wertfreies" Fazit kann ich nachvollziehen, aber es fällt mir sehr schwer es zu akzeptieren. Du musst dir vorstellen, dass auf meinen Schultern der Erwartungsdruck meiner Eltern und auch der von mir selbst geschaffene liegt, die Tradition der akademischen Ausbildung in der Familie nicht zu brechen. Eine Entscheidung zu einem Ausbildungsberuf wird von allen aus meinem Umfeld "gewertet". Und ich weiß auch, dass es in etlichen Studienfächern nur eine Frage der Motivation und nicht der Intelligenz ist, weshalb ich glaube, dass vielen zumindest irgendein Studium grundsätzlich liegt. Ich weiß bloß nicht warum mir diese fehlt. Aber ich glaube in einem zweiten Leben mit denselben geistigen Voraussetzungen bloß einer besseren Schulbildung würde ich wohl auch bessere Wahlmöglichkeiten haben.
 

Benutzer160853  (34)

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Das mag sein, aber das Studium erfordert einiges mehr als fachliche Kompetenz. Das ist das Beißen in den sauren Apfel. in dieser Sache. Hier hilft eins: Informationen über Berufe sammeln. Das dürfte online recht schnell möglich sein, aber vielleicht auch Praktika in betracht ziehen, um die Betriebsabläufe kennenzulernen. Die Draufsicht von sehr weit draußen verstellt Eindrücke.

Ich habe mir schon gedacht, dass dort wohl das eigenen Problem liegt: Du bist du und nicht deine Eltern. Es geht um deine Perspektiven, Talente und dein Leben. Das kann hart werden, aber solche Konflikte bleiben nicht aus. Du bist kein schlechterer Mensch mit einer dualen beruflichen Ausbildung. Selbst ein Studium ist danach noch immer möglich. Die Zeiten, in denen eine Ausbildung das berufliche Leben bis zur Rente vorbestimmen sind lange vorbei.
 

Benutzer164330 

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U
Und ich weiß auch, dass es in etlichen Studienfächern nur eine Frage der Motivation und nicht der Intelligenz ist, weshalb ich glaube, dass vielen zumindest irgendein Studium grundsätzlich liegt. Ich weiß bloß nicht warum mir diese fehlt.
Genau das ist das Problem. Ein Studium ist nicht immer suoer spannend und nützlich, so gut wie jeder Student hat ein paar Fächer, die er absolut nicht abkann.
Entweder man hat die Muße dazu, sich trotzdem hinzusetzen oder man hat sie nicht.
Du hast sie offensichtlich nicht (so wie ich herausgelesen habe auch, weil du den praktischen Sinn und das Ziel davon nicht siehst).
Deswegen würde auch ich vorschlagen, dass du dich zu einem Ausbildungsberuf beraten lässt. Da hast du von Anfang an einen Beruf, den du später mal ergreifen wirst und außerdem sind viele Ausbildungsberufe so gefragt, dass du eine quasi sichere Stelle hast. Deine "Überqualifikation" würde das nochmal verstärken.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Wie findest du denn die Praxisphasen? Machen sie dir mehr Spaß? Wenn ja, kämpf dich durch die Theorie durch.

In meiner Ausbildung bin ich im Unterricht teils auch unterfordert, aber durch die Praxis weiß ich, dass es sich definitiv lohnt, das auszuhalten.

Kannst du in deinem Studium 1-2Urlaubssemester machen oder anderweitig aussetzen, ohne, dass du dadurch große Nachteile hast? Wenn ja, vielleicht hilft dir einfach eine Uni- und Lernauszeit, in der du Praktika machst, auch in Nicht-Studienberufen. Aufstieg ist auch ohne Studium möglich.
 

Benutzer162813 

Sorgt für Gesprächsstoff
Studium würde ich keines mehr anfangen. Wie fandest du die Praxisphasen? Schon mal an eine Lehre gedacht?
 
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Benutzer135968 

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die unausweichliche tatsache, dass maschinen/roboter die meisten jobs übernehmen, wo zuvor ein mensch nötig war, wird dazu führen, dass es menschen gibt, die für die wirtschaft keinen wert mehr haben. es gibt schon stetig einen wandel in der wirtschaft, vorallem gibt es immer weniger arbeitsplätze für die masse der menschen - der mensch wird immer nutzloser. schuld ist daran unter anderem, dass man zu viel wert auf den schulabschluss legt - dies führt zu dem bekannten dilemma, dass firmen am liebsten ausgelernte meister wollen, die 20 jahre alt sind. und das die arbeiter immer länger arbeiten müssen, ist da eigentlich schwachsinn. viel effektiver wäre es, auch mal die jungen ran zu lassen - aber das dürfen se nicht, weil se nicht "qualifiziert" genug sind, oder zu jung.

also kein wunder, wieso immer mehr menschen nicht wissen, was se tun sollen. und da will man auch keinen beruf nehmen, wo man sich berechtigt fragt, wieso man dafür zur schule gehen musste, oder gar, studiert hat. sicher kann einen nicht alles spaß machen und immer fordern. aber wer nur arbeiten geht, für geld, wird niemals glücklich sein, sich psychisch nur kaputt machen und verschwendet viel zeit. unser schulsystem ist bekanntlich schlecht, man vergeudet viel zeit, für unsinn. man wird absolut nicht auf die wirtschaftliche situation vorbereitet und landet natürlich damit schnell ins chaos, wo man sich fragt, was man eigentlich tun soll. da bist du einer von sehr vielen. arbeitslosigkeit wird man sowieso niemals beseitigen können.

was bleibt da noch übrig? entweder man macht nen beruf, der einen etwas gefällt, muss aber damit klar kommen, dass man damit geistig abstumpft. oder man wird ein arbeitsloser und lebt vom staat, denn der staat ist daran schuld, wie es auf dem arbeitsmarkt ausschaut.
 

Benutzer18889 

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Dafür, dass du bald vermutlich zwei Studiengänge abgebrochen hast und mit 23 nichts außer dem Abi hast, wirken deine Aussagen für mich ebenfalls etwas überheblich, gerade in Bezug auf eine Ausbildung. Einerseits redest du davon, dass dich vieles vermutlich unterfordern würde, aber zwei Studiengänge haben dich offenbar überfordert. Entsprechend würde ich da kleinere Brötchen backen.

Mag ja sein, dass du in der Oberstufe wenig gelernt hast, das geht vielen so. Ich hatte da z.B. gar kein Physik mehr und Bio und Chemie in den zwei Jahren Oberstufe (eins durfte ich wegen einer vorherigen Ausbildung weglassen) jeweils nur ein Jahr, worin ich definitiv keine Leuchte war. Trotzdem habe ich danach etwas studiert, wo man schon gewisse Grundkenntnisse in beiden Fächern braucht bzw. diese im Studium dann nachgearbeitet werden müssen. Ist doch ok, ging vielen nicht anders. Ich hätte Medizin aufgrund der fehlenden naturwissenschaftlichen Kenntnisse aus der Oberstufe nicht ausgeschlossen, im Gegenteil: Es war sogar mit meine erste Wahl. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, aber das hatte nichts mit Aspekt der Naturwissenschaften zu tun. :zwinker: Wer die allgemeine Hochschulreife besitzt, der ist zur Aufnahme aller Studiengänge berechtigt, von daher machst du dir da zu Unrecht Sorgen.

In jedem Studium gibt es, so wage ich zu behaupten, Aspekte, die einem nicht unbedingt total gut gefallen. Bei mir war es Statistik, da ich in Mathe immer grottig war. Ich hab' das am Ende auch nur mit 4.0 bestanden, aber das war mir ziemlich egal, denn wichtig war nur das Bestehen, denn ohne Statistik kein fertiger Bachelor.
 

Benutzer133456  (49)

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Mach doch mal einen Myers Briggs/ psychometrischen Eignungstest?

Mir sagte der, ich solle am besten college professor oder Designer sein.
Haha.
Ich bin college professor in Design...

Gepasst haetten auch Priester, Beerdigungsunternehmer, und Buergermeister.
 
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Benutzer32843 

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Und manchmal muss man sich halt auch einfach durchbeissen, wenn man nicht motiviert ist. Ich habe ein Medizinstudium angefangen, weil ich wusste, dass ich den Beruf toll finde (tue ich auch tatsächlich, jetzt wo ich fertig bin). Da ich davor bereits ein Studium abgeschlossen hatte hatte ich wirklich die Nase voll von der Uni, und habe mich mehr oder weniger 6 Jahre durchgebissen, weil ich wusste, dass das halt nur so geht.

Mmn. solltest du gut in dich gehen und herausfinden was du eigentlich möchtest, dich damit auseinandersetzen, dass auch die Dinge, die man wirklich will, manchmal kompletter Crap sind, und man sich halt nicht nur auf eine externe Motivation durch spannende Sachen verlassen kann, sondern manchmal einfach durchbeissen muss.
 

Benutzer133456  (49)

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Als uralter Dinosaurier mit vielen Jahren Elend und ein paar Jahren Freude im Job hinter mir kann ich uebrigens folgendes raten, bzgl. Berufsfindung:
  1. alle Berufe sind lediglich Arbeit; d.h., egal was man macht, es wird immer professionell zugehen, was bedeutet, irgendwie ist immer ein Element der Maloche dabei. Sonst wuerde man dafuer ja auch nicht bezahlt. Sorge Dich also nicht, Du koenntest irgendwie eine erstaunliche Gelegenheit verpassen - sobald man mal drin ist, sind in dieser Hinsicht alle Jobs irgendwie gleich, auch die, die paradiesisch klingen, wie z.B. Designer oder Pilot.
  2. frage Dich, mit welchen Menschen Du im Beruf umgeben sein willst; sie sollten sein wie Du. Ich z.B. komme aus einer Lehrerfamilie, und brauchte zwanzig Jahre, um zu begreifen, dass ich einfach ein Lehrersohn bin, der unter Lehrern grosswurde, und sich deshalb einfach wie ein Lehrer benimmt und dieselben Erwartungen ans Leben hat wie ein Lehrer. Nirgendwo komme ich besser klar als unter Lehrern. Also bin ich jetzt auch einer, obwohl meine Qualifikationen mich eigentlich fuer die Industrie praedestinieren.
  3. frage Dich, wie Du leben willst. Mir persoenlich sagt die Idee sehr zu, zehn Wochen im Jahr frei zu haben und viel Freiheit zu haben und zu Konferenzen zu fliegen und staendig im Ausland zu sein, morgens irgendwann zwischen neun und elf anzutanzen, zwei Stunden mittag, und manchmal nachmittags keine Lust - oder eben dann die Wochenenden durchbenoten und spaet nachts noch Vorlesungen vorbereiten muessen. So lebt man als Dozent. Manche wuerden dabei kirre, brauchen 08:00-16:00 und ihre 25 Tage Bezahlten.
 

Benutzer160853  (34)

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Du solltest dir vielleicht auch klar machen, dass das Arbeiteitsleben nichts mit dem Alltag in Studium und Schule zu tun hast. Selbst, wenn du auf einen Beruf hingearbeitet hast, wird es im Alltag immer auch negative Seite geben.Einen Traumberuf gibt es nur im Kinderalter.
Hast du bereits Praktika absolviert? Wenn nicht, rate ich dir dringend dazu. Du brauchst einen Eindruck von der Arbeitswelt, Dort ist völlig egal, ob du nun aus einer Akademikerfamilie kommst, überqualifiziert bist oder was auch immer gerade das Problem ist. Es geht darum. dass du deinen Anteil an der Arbeit im jeweiligen Betrieb schaffst.
Arbeite an deiner Disziplin.Du bist längst erwachsen und daher ist es auch einfach für dich selbst zu billig, wenn du dich bei Problemen immer in die Büsche schlägst.
Du bist erst 23, mach dir klar was du willst und versuch deine Pläne zu erreichen
 

Benutzer102673 

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Also...Selbstwirksamkeitsprinzip fällt mir zu Deinem Text ein.

"[Es geht] um dieses Gefühl, und auch um die Fähigkeit, etwas in die Hand zu nehmen, einen eigenen Weg zu gehen. Das Gefühl, ich kann etwas tun. Und das Vertrauen in die Welt. Werde ich in der Welt angenommen? Das heißt also, die Aufgabe wäre, dass Menschen einen Zugang zu ihrer Gestaltungsfähigkeit, zu ihrer Kreativität, aber auch zu etwas finden, was für sie ein sinnvolles, ein attraktives Ziel ist. Etwas, wo sie sich in Übereinstimmung fühlen."

Schieb doch mal alle Erwartungen anderer weg. Auch strategisches Denken, was ich für die Berufswahl eigentlich sinnvoll finde, lass mal in den Hintergrund rücken.
Denn selbst wenn bei Dir ein Plan immer mit einer konkreten Anwendungsabsich verbunden war, so hast Du ihn dennoch nicht durchziehen können.

Es liegt an DIR. Du schiebst Verantwortung konsequent weg von Dir auf andere. Damit redest Du Dir zwar ein, Du seist sehr fähig; was vielleicht auch stimmt. Die wenigsten scheitern am mangelnden Potential, sondern daran, es anzuwenden. Das nämlich ist weit schwieriger und hat auch weniger entwas mit Intellekt oder Wissen zu tun, als mit Willenskraft und eben diesem Gefühl, dass man selbst etwas erreichen kann.

Daher nur dieser schnöde Link von mir und folgende Weisheiten, die ich selbst während meiner Ausbildung gelernt habe:

1. Wenn einem der Job zu 51% gefällt, dann ist es ein guter Job.
2. Man hat grundsätzlich beim Berufsanfang das Gefühl, das Studium/die Ausbildung habe einen NULL auf das vorbereitet, was man eigentlich gerade zu leisten hat.
3. Sich hinsetzen und warten, dass die Lösung von alleine auf einen zukommt, ist ein guter Weg, Zeit sinnlos verstreichen zu lassen.
4. Vergleiche Dich nie mit anderen und höre nicht auf das, was die Leute reden.
 

Benutzer122533  (32)

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Wie sich das liest, wird das mit dem zweiten Studium nix mehr.
Was spricht dagegen, dich auf die Suche nach etwas zu machen, was wirklich passt, aber daneben noch das erste fertig zu machen? Ich bin kein Freund von fast fertigen Sachen und könnte nie so kurz vor Ende mit etwas aufhören, in das ich schon massig Zeit gesteckt habe. Von der Suche nach einer Ausbildung bis zum tatsächlichen Beginn sollte sich der kleine Rest doch noch unterbringen lassen?
Aber das ist persönlicher Geschmack, andere sehen es vielleicht als Zeitverschendung an, den Abschluss noch zu machen, auch wenn man damit so gar nichts mehr am Hut haben möchte.
Trotzdem hat es dich ja mal interessiert und ist daher vielleicht irgendwann später doch noch zu gebrauchen.

Fehlende Kenntnisse in bestimmten Bereichen kann man ausgleichen. Das kostet Zeit und man muss sich reinknien, aber so viel Inhalt kommt der Schule nicht zusammen, dass das nicht machbar wäre. Falls du DEN Beruf für dich findest, sollte es daran jedenfalls nicht scheitern.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Gerne könnt ihr mir auch schreiben, wie ihr euren Weg in einen passenden Beruf gefunden habt.
dieser aufforderung komme ich einfach mal nach - denn der rest deines beitrages enthält so viel wertung, dass ich dir etliche unfreundliche (und nicht produktive) bemerkungen um die ohren hauen würde :zwinker:

also: klein nev war mit 17 fertig - schulpflicht erledigt, um das zu schaffen noch nen jahr berufsschule fachinformatik drangehängt gehabt und sehr gut abgeschnitten. von haus aus hatte ich talent in holzbearbeitung und anderen, noch wesentlich feineren sachen. zu der zeit standen also realistisch zur wahl: programmierer, tischler, juwelier - meinen kleinen traum vom piloten hab ich schnell begraben als es hiess, dafür bräuchte ich abi: ich hatte zwar schon den halben weg dahin geschafft mit der berufsschule, aber keine motivation da noch weiter zu investieren.

so, die nächsten jahre... ich wusste schlicht nicht, was ich machen wollte. echt nicht. hatte keine sichere priorität, wollte mich nicht festlegen. bin quer durch deutschland und die schweiz getingelt, hab beim jeweiligen partner gewohnt, ab und an was unter der hand gemacht.

mit 20/21, in der schweiz und nun echt in bedrängnis geld zu verdienen... habe ich tagesmutter gemacht. aufgewachsen auf ner wildtierpflegestation (also viel erfahrung in pflege hilfsbedürftiger wesen), ansatzweise übung durch ne kleine nichte... war ok, und nebenher noch babysitter (*gähn*) und hundesitter (viel besser).

meine schweizer beziehung neigte sich dann auch dem ende, gegen weihnachten 2008 (mit 22) war ich wieder in deutschland. kurzzeitig bei meinen eltern untergeschlüpft, aber das wurde auch immer stressiger... zumal ich damals mein leben zu 90% mit zocken verbracht habe und meine eltern das nicht so prickelnd fanden (verständlich, im nachhinein).

was ich machen wollte... wusste ich noch immer nicht. aber: es hat sich (mal wieder wegen einem mann) relativ fix eine "zielstadt" herauskristallisiert, also hab ich mich da schlicht mal beworben... nämlich bei mcdonalds. ich wurd genommen, unter der bedingung dass ich innerhalb einer woche ne wohnung in der nähe hätte. da stand ich jetzt das erste mal alleine vor der wohnungswahl, ohne festen partner, ganz für mich... und es war nicht leicht, ohne festen arbeitsvertrag was zu kriegen. habs aber geschafft, und dann erstmal nen dreivierteljahr dort gearbeitet.

die ersten tage... naja, wochen... waren der horror. ich hab mich geschämt: stehste da an der fritteuse, machst anderen leuten essen, putzt deren dreck weg, machst die toiletten sauber... das war kurz vor unvereinbar mit meinem ego. solange, bis ich dann gecheckt habe, dass a) auch das sauberhalten in angemessener zeit echt ne leistung ist und b) ich nach einiger zeit die einzige war, die des nachts sowohl drive als auch kasse gleichzeitig und alleine machen konnte, ohne dass die kunden schlechte laune bekamen - hab sie gut unterhalten und alles war schnieke. da hab ich dann langsam kapiert, dass es nicht demütigend ist diesen job zu machen, sondern dass es eine echte leistung ist diesen job gut zu machen.

zusätzlich... tja, das körperliche. die ersten wochen... von den rückenschmerzen will ich garnicht erst sprechen, aber meine füße waren voller blasen (jeder schritt tat weh wie hölle!), meine fingernägel abgesplittert... es war mein erster wirklich "normaler" job, direkt in schichtarbeit und mit allem. nur küche blieb mir erspart, "so ne hübschen frauen setzen wir lieber an den kassen und beim putzen ein".

dass ich daheim nicht mehr als herd, spüle, matratze, ein kopfkissen, eine decke und meinen laptop hatte die ersten monate - woher nehmen, wenn nicht stehlen :zwinker: - hat sein übriges getan - jap, nichtmal nen kühlschrank. ich hab in der zeit echt demut gelernt, aber auch respekt vor solcher arbeit. ernsthaften respekt, nicht nur, weil es mir anfangs schwer fiel, sondern auch weil ich gemerkt habe dass es ne echte leistung ist, diesen job gut zu machen. ich war letztlich die einzige, wo nie eine reklamation kam, die nie etwas vergessen hat, nichtmal ne soße.


dann.... kams ziemlich blöd. ich bekam (über die details möchte ich mich hier nicht auslassen) das angebot auf nen anderen job, besser bezahlt, bin drauf angesprungen, hab bei macces gekündigt. das war frühling 2010, also mit 24. besagter arbeitgeber war nen absolutes arschloch, ich habs fix auf die kündigung angelegt, die bekam ich nen paar monate später - meine "kollegen" haben mir gratuliert es geschafft zu haben, als erste. so, und dann saß ich da: lohn schon länger nicht bekommen, quasi keinen cent mehr auf dem konto, arbeitslos, miete konnte ich nicht zahlen. hab dem jobcenter tagtäglich die bude eingerannt bis wenigstens nen bisschen kohne von denen kam - und dachte so: was jetzt?

und da, mit mittlerweile 25, hab ich den schritt gewagt mich festzulegen, wenigstens für drei jahre. hab mich auf ausbildung als fachinformatiker anwendungsentwicklung beworden... ne woche vor ausbildungsbeginn. hat geluppt, problemlos. die nächsten drei jahre hab ich meine ausbildung durchgezogen - oft gekotzt und geflucht, aber ich war mehr als erfolgreich, jahrgangsbeste. und: ich hab gemerkt, das ists echt, darin liegt wirklich mein talent, das will ich weiter machen. nur... mit chefs konnte ich mich nicht so gut anfreunden.

da mein partner sich schon zwei jahre vorher selbstständig gemacht hat, hat er mich erstmal pro forma eingestellt, auch wenn ich faktisch selbstständig war und alles alleine gemacht habe. ich hatte einiges zu lernen... und dann hab ich mich selber selbstständig gemacht. als programmierin eben. und: das läuft - ziemlich gut mittlerweile. gedenke nicht, das nochmal zu ändern.


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was ich damit sagen will: irrwege sind, in meinen augen, voll ok. nen bisschen demut sollte man lernen. am ende: tu das, wozu du talent hast - denn nur dann kann der job so gut laufen, dass er dich glücklich macht. also: wozu hast du talent?

und: lass deine verfickten bewertungen aus dem spiel. und deine arroganz. was man in den meisten jobs an erster stelle braucht: durchhaltevermögen - und damit glänzt du nicht grade, sorry :zwinker: - vielleicht solltest du eher respekt vor denen haben, die eine handwerkliche ausbildung durchgezogen haben, anstatt dich überqualifiziert zu fühlen. ich kann verstehen was du meinst und es ist auch naheliegend, aber denk nochmal drüber nach. von aussen sehen viele jobs einfach aus, aber die gut zu machen, das ist nochmal nen ganz anderes thema. das kann man von aussen garnicht beurteilen.
 

Benutzer163878  (27)

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Vielen herzlichen Dank für eure Antworten. In mancherlei Hinsicht hat es meine Sicht auf die Dinge radikal geändert. Eine Sache möchte ich noch mal klarstellend an alle schreiben:

Es ist schwer überzeugend zu erklären, weshalb man sich nicht gleich für Ausbildungsberufe erwärmen kann. Ich habe versucht meine Gefühlslage möglichst so zu umschreiben, dass eben nicht der Eindruck entsteht, ich geringschätze solche Berufe oder halte mich gar für jemand Besseres. Dem ist wirklich nicht so. Ich habe auch zahlreiche Nebenjobs schon gemacht und bin mir für nichts zu fein. Und vielleicht muss ich sagen, dass ich in den allermeisten Ausbildungsberufen eher überfordert wäre und handwerklich unbegabt bin - weshalb ich mir auch nur die Ausbildung zum Bürokauffmann/-frau näher angesehen habe. Ich habe zwar kein Praktikum gemacht, aber ich fürchte wie gesagt, dass mich solche Bürotätigkeiten langweilen, wenn das schon vergleichbare Tätigkeiten am Gericht mit sehr viel Verantwortung tun. Ich kann aber versprechen: Sollte es auch mit meinem zweiten Studium nichts werden, werde ich alle Ausbildungsberufe einzeln durchgehen und mir ein besseres Bild verschaffen. Und ich schließe keinen Weg pauschal aus.
[doublepost=1493922266,1493922164][/doublepost] A alpaslan Du musst zugeben, dass die Abgrenzung von den eigenen Eltern leichter gesagt ist als getan. Man wird von vielen Menschen viel zu sehr gemessen an seinen beruflichen Leistungen und am Einkommen und bei meinen Eltern und Freunden ist das vielleicht auch noch besonders ausgeprägt. Manchmal glaube ich, dass ich wahrscheinlich besser damit leben könnte, einen Uni Abschluss aber keinen guten Job zu haben als umgekehrt. Ich weiß das klingt paradox, es mag Erziehung sein - aber so ist es nun mal. Aber ich versuche mich zu ändern.

Erst 23 oder schon?

wild_rose wild_rose Glaubst du die Berufsberatung beim Arbeitsamt würde helfen?

SchafForPeace SchafForPeace Leider hatte ich bis auf eine Praxiswoche noch keine Praxisphase. Die erste theoretische Phase geht nämlich stolze 11 Monate. Man muss sich durch 15 Prüfungen durchquälen ehe man überhaupt zum „Studium II“, das mit ca. 11 Monaten Praxis beginnt, zugelassen wird. Man kauft also quasi die Katze im Sack und weiß nicht einmal, ob sich der ganze Stress und Aufwand lohnt oder ob man in der Praxis beim erstmaligen Kontakt mit Justizakten feststellen muss, dass es gar nichts für einen ist.

Problem ist auch, dass wenn man erst einmal zum Studium II zugelassen ist, bis zum Examen nur noch auf eigenen Antrag entlassen werden kann. Klingt nach einem guten Kündigungsschutz, heißt aber, dass wenn es mir dann nicht gefällt, einen sehr hohen Anteil meiner gesamten bisher bezogenen Anwärterbezüge (Gehalt) zurückzahlen müsste. Das wäre bei einer Entlassung Ende des Studiums I nicht der Fall.

Vorab gibt es nur in der Zwischenzeit zwischen Studium I und Studium II einen Urlaubsanspruch.

Steven_003 Steven_003 Deine Frage zielt auf dasselbe ab wie SchafForPeace, deshalb verweise ich mal auf den Text darüber. Ansonsten würde ich dich bitten, mich nicht zu zitieren bzw. das Zitat zu löschen, da ich gegebenenfalls meinen Post oben abändere, um nicht erkennbar zu sein. Vielen lieben Dank.

M Maria88 Naja also während mir beim zweiten Studium wegen mangelnder Motivation und Überforderung durchaus noch Versagen vorgeworfen werden kann, war das eigentlich beim ersten Studium anders. Der Grund weshalb ich mein erstes Studium abbrach war der, dass ich dachte, dass das zweite Studium das Wahre sein wird und ich im ersten Studium schon zu Beginn einzelne Prüfungsleistungen geschoben habe. Kurzum: Ich hätte 7 Semester gebraucht, aber das ging nicht, denn zum 7. Semester begann quasi das zweite und ich musste nachweisen, dass ich mich aus dem ersten exmatrikuliert habe. Ich weiß aber, dass ich selbst zum Schluss zum besten Drittel gehörte und ich war da ja auch in der Begabtenförderung drin. Vielleicht habe ich mich falsch entschieden.

Jedenfalls fehlen mir weder Demut noch Anstand, meine Schwächen als auch Stärken beim Namen zu nennen.

Dass allein die Allgemeine Hochschulreife zur Aufnahme jedes Studienfachs qualifiziert würde ich gerne glauben, aber um ehrlich zu sein bezweifle ich das sehr. Aber ich habe da auch nur für mich selbst gesprochen.

Tahini Tahini Klingt ja nach einer sehr kreativen Auswahl. :zwinker: Ob ein Computer wirklich verlässlichere Aussagen über mich machen kann als ich über mich selbst - oder andere über mich? Ich weiß nicht.

Deine Liste ist sehr gut. Du hast Recht, jeder Job ist letztendlich Arbeit und man malt sich zu viele schöne Bilder über andere Jobs aus, die mit der Realität nichts zu tun haben. Ich habe da wohl einen falschen Blick. Was ich allerdings einwenden muss ist, dass man gerade in einem „normalen“ Studium gar nicht die wirkliche Wahl hat bzw. nicht einmal die Wahl also den Job kennt, den man später vielleicht ausübt. Also ich wünschte ich könnte da so scharfe Ausschlusskriterien aufstellen (wie kurze Arbeitszeiten), nach denen ich meinen Job aussuche bzw. nach dem der Arbeitgeber sich richtet. Aber ist die Realität nicht oftmals eine andere oder ist das nur meine Schwarzmalerei?

ProximaCentauri ProximaCentauri Danke, das ist ein guter Einwand. Glaubst du, dass Theorie und Praxis oft so stark auseinanderfallen, dass man sich in der Theorie „durchbeißen“ muss wohingegen man die Praxis „genießen“ kann?

cocos cocos Stimmt, bloß bleibt dann die Frage, wie man die 51% misst, nicht wahr? Manchmal lassen sich Gefühle auch nicht wirklich in Prozentzahlen ausdrücken. Aber ich verstehe worauf du hinauswillst und das mit der Willenskraft ist ein sehr guter Einwand. Dazu kann ich nur sagen, dass mir seit langem die Kraft fehlt für alles und ich kann gar nicht genau erklären warum, aber das ist ein anderes Thema. Es mag bloß miteinander alles zusammenhängen.

E efeu Das werde ich in dem Fall wahrscheinlich auch machen. Ich bin eigentlich auch keiner der halbe Sachen macht und kurz vor Ende abbricht. Das war allein den Umständen geschuldet, siehe Antwort an Maria88: Der Grund weshalb ich mein erstes Studium plötzlich abbrach war der, dass ich dachte, dass das zweite Studium das Wahre sein wird und ich im ersten Studium schon zu Beginn einzelne Prüfungsleistungen geschoben habe. Kurzum: Ich hätte 7 Semester gebraucht, aber das ging nicht, denn zum 7. Semester begann quasi das zweite und ich musste nachweisen, dass ich mich aus dem ersten exmatrikuliert habe. Um ein 7. Semester zu machen hätte ich also das andere absagen müssen und das wollte ich zu der Zeit ja nicht.

Nevery Nevery Danke für deine interessante Geschichte. Da du selbst ja beschreibst, wie du dich zu Beginn der Beschäftigung bei McDonalds gefühlt und gedacht hast, kannst du es sicher verstehen, dass ich wegen mangelnder Erfahrung auch erst einmal so fühle und denke. Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich habe großen Respekt vor solchen Berufen und oft klinge ich nur arrogant, weil ich einen - sagen wir mal - „speziellen Ausdrucksstil“ habe. Ansonsten verweise ich auf meinen Post oben.

Auf jeden Fall denke ich, dass du eine sehr gute Entscheidung getroffen hast und ich wünsche dir beruflich wie auch sonst alles erdenklich Gute.
 
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