Habt ihr Erfahrungen mit sexueller Gewalt?

Benutzer166311  (38)

Ist noch neu hier
verschweigen, würde ich verwerflicher finden als aufbauschen.
so was soll und darf nicht durchgehen.
kein mensch soll gegen seinen willen zu etwas gezwungen werden.
ich finde es wahnsinnig, wie viele betroffene das es doch gibt.
möchte nicht die dunkelziffer kennen.


Ich weiß, diese Antwort ist schon Jahre her, aber ich möchte dazu unbedingt etwas loswerden, damit man vielleicht mal die Gedankengänge der Opfer versteht, die lieber schweigen und so den Täter "schützen":
Wenn du z.B. von deinem Stiefvater missbraucht wirst, und du das sagen würdest, was könnte passieten?
Deine Mutter, die mit der Beziehung sehr glücklich ist.2 würde sich darauf hin evtl trennen, es würde ihr weh tun. Sie müsste sich dann ne kleine Wohnung nehmen, die sie irgendwie selbst finanzieren kann. Müsste sich deswegen von ihrem geliebten Pferd und Hund trennen. Sie würde evtl Single bleiben, weil es ja im höheren Alter nicht mehr so leicht ist, jemanden zu finden....und vieles mehr.
Tut mir leid, aber muss ich wirklich so egoistisch sein und das Leben meiner Mutter zerstören, nur weil mein Stiefvater mich anfasst?
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Tut mir leid, aber muss ich wirklich so egoistisch sein und das Leben meiner Mutter zerstören, nur weil mein Stiefvater mich anfasst?

Ich kann bei dem Thema zum Glück nicht mitreden, aber dennoch würde ich lieber aus dieser "Haus, Pferd etc-" Lüge rausgeholt werden, als unwissend mit einem Monster und Straftäter zusammenzuleben.
 

Benutzer144187 

Sehr bekannt hier
Tut mir leid, aber muss ich wirklich so egoistisch sein und das Leben meiner Mutter zerstören, nur weil mein Stiefvater mich anfasst?
Mir fehlen gerade etwas die Worte. Echt, ich sitze hier fassungslos. Das ist nicht dein Ernst, oder?
Ich weiss, dein Beitrag beginnt damit, dass du die Sichtweise von einem Opfer, das schweigt, wiedergeben willst... Aber wieso dann so eine Formulierung? Was auch immer die Gründe sind: Wenn jemand schweigen will, dann soll er/sie das tun - aber alle anderen sollten ihre Erlebnisse, erzählen dürfen. Das hat mit Egoismus eigentlich so gar nichts zu tun. Eigentlich hätte in diesem Szenario der Stiefvater zuerst daran denken sollen, dass seine Partnerin vielleicht verletzt wird, wenn er ihr Kind missbraucht.
Ich stimme cr4nberry cr4nberry zu: Hätte mein Partner jemanden vergewaltigt, dann würde ich das wissen wollen. Mit so jemandem würde ich nicht mein Bett teilen wollen und wenn ich dann meinen Lebensstandard senken muss, dann ist das halt so.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Tut mir leid, aber muss ich wirklich so egoistisch sein und das Leben meiner Mutter zerstören, nur weil mein Stiefvater mich anfasst?
Geht's noch?
Selten musste ich hier erleben, wie jemand dermaßen Empathielos geschrieben hat.
Hier sind Erwachsene Menschen betroffen, die ihre eigenen Entscheidungen getroffen haben und mit deren Konsequenzen leben müssen. Wenn sich die Mutter in ihrem Partner geirrt hat, dann muss sie auch wie eine erwachsene die Folgen tragen, ende der Durchsage.
Niemand muss irgendwas aushalten, weil ANDERE Fehler gemacht haben. NIEMAND.
JEDER hat das Recht sich zu wehren und sich frei zu entfalten.
Alleine deine Nutzung des Wortes "nur" zeigt, wie wenig du vom Thema verstehst....
 

Benutzer65998 

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Alleine deine Nutzung des Wortes "nur" zeigt, wie wenig du vom Thema verstehst....
Das ist jetzt vielleicht auch etwas deplaciert, das können wir doch gar nicht wissen. Möglicherweise ist genau das Lottes Weg, mit erlebtem Missbrauch umzugehen. Vielleicht gehört das Betonen der vermeintlichen Unwichtigkeit des Erlebten zur Strategie, damit weiterleben zu können. Eher eine Verdrängungstaktik als Aufarbeitung.
 

Benutzer65998 

Meistens hier zu finden
Wenn das ihre Art des Ungangs damit ist, dann ist das okay. Aber Leute, die für sich einen anderen Weg gewählt haben als egoistisch zu bezeichnen ist es nicht.
Damit hat mein Beitrag doch gar nichts zu tun. Ich fand es ein recht starkes Stück, einer Person Unwissenheit zu unterstellen, von der wir gar nicht wissen, was sie erlebt hat. Finde ich in diesem Thread ein wenig heikel, so wie du und andere auf die heikle Aussage von Lottes Post hingewiesen haben.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Tut mir leid, aber muss ich wirklich so egoistisch sein und das Leben meiner Mutter zerstören, nur weil mein Stiefvater mich anfasst?
Ja, musst du. Denn dein Leben ist mindestens genau so wichtig wie das deiner Mutter.

Du sprichst damit deiner Mutter nämlich die Fähigkeit ab, selbstständig zu sein. Das finde ich persönlich schon arg traurig. Es gibt heutzutage genug Hilfe, die man in Anspruch nehmen kann, wenn man plötzlich alleine (oder mit Kind) da steht.

Niemand, niemand, der jemals missbraucht wurde darf sich ein schlechtes Gewissen einreden. Jeder Mensch ist selbst verantwortlich für sein tun. Wenn meine Mutter jammern würde, dass sie ihren Lebensstandard "nur" verliert, weil ich missbraucht wurde, dann wäre sie zuletzt meine Mutter gewesen. Eine richtige Mutter schützt das Kind vor jeglichen Gefahren, ganz egal wie sie selbst danach da steht.

Verdammt, wir reden hier von Missbrauch! Was spielt denn der finanzielle Status da für eine Rolle? Gerade in Deutschland muss man sich da weniger Gedanken drum machen..

Fassungslos bin ich. So etwas macht mich echt aggressiv.
 
N

Benutzer

Gast
Was L Lotte schreibt, ist durchaus eine mögliche Sichtweise eines Kindes/Jugendlichen, das im Elternhaus nicht sicher aufgehoben ist. Und zwar vollständig - bis hin zu dem Punkt, an dem die Verantwortung für das Leben der Mutter (und dem Schutz desselben) bei sich selbst gesucht wird.

Ich glaube nicht, das L Lotte sagen wollte:
Schweigen ist richtig. Die eigene Mutter durch Schweigen schützen ist richtig. Jede andere Vorgehensweise wäre egoistisch und der Tat nicht angemessen.

---

Ich könnte ein Essay schreiben, darüber, welche empfundenen Gründe es alles geben könnte zu schweigen. Und: Ja. "Die Familie nicht zerstören" ist kein kleiner Teil dieses ungeschriebenen Essays.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Und: Ja. "Die Familie nicht zerstören" ist kein kleiner Teil dieses ungeschriebenen Essays.
Das man so empfindet ist unbestritten. Aber kein Kind sollte seine Mutter beschützen müssen.

Ich finde es wirklich traurig, wenn man das eigene Leben als weniger Wert empfindet, als das der Mutter. Und das tut man, wenn man schweigen will. Das ist nicht heroisch, auch wenn es so wirkt. Es macht einen kaputt, wenn man schlimme Dinge geschehen lässt nur um Andere zu schützen. Das ist Selbstaufgabe. Und das ertrage ich persönlich nicht. Gar nicht.

Ich gebe aber auch zu, dass mich dieses Thema triggert. Emotional bin ich da zu sehr involviert.
 
N

Benutzer

Gast
Das man so empfindet ist unbestritten. Aber kein Kind sollte seine Mutter beschützen müssen.

Du hast Recht, kein Kind sollte seine Eltern beschützen müssen.

Und (ich fühl mich ein bisschen blöd, wenn ich immer wieder sage, "Ich glaube, Lotte wollte.." :ashamed: ) ich glaube auch nicht, dass Lotte das damit sagen wollte.

---

Es tut mir leid, dass dich das Thema triggert :knuddel: - komm, lass uns was anderes tun :zwinker:
 

Benutzer144187 

Sehr bekannt hier
Damit hat mein Beitrag doch gar nichts zu tun. Ich fand es ein recht starkes Stück, einer Person Unwissenheit zu unterstellen, von der wir gar nicht wissen, was sie erlebt hat. Finde ich in diesem Thread ein wenig heikel, so wie du und andere auf die heikle Aussage von Lottes Post hingewiesen haben.
So hatte ich deinen Post auch nicht gelesen, ich weiss schon worauf du hinaus wolltest :smile: Und ich stimme dir auch zu: Man sollte keine Unwissenheit unterstellen.
Ich glaube nicht, das L Lotte sagen wollte:
Schweigen ist richtig. Die eigene Mutter durch Schweigen schützen ist richtig. Jede andere Vorgehensweise wäre egoistisch und der Tat nicht angemessen.
Diese Aussage hat mich einfach massiv getriggert. Denn genau so hatte ich sie verstanden - das Wort "egoistisch" hat L Lotte ins Spiel gebracht. Magst du L Lotte vielleicht nochmal etwas dazu sagen? Schliesslich weisst letztendlich nur du, wie du diese Aussage gemeint hattest.
Ich könnte ein Essay schreiben, darüber, welche empfundenen Gründe es alles geben könnte zu schweigen. Und: Ja. "Die Familie nicht zerstören" ist kein kleiner Teil dieses ungeschriebenen Essays.
Das bestreite ich gar nicht. Ist auch okay für mich, jeder hat seine eigenen Strategien. Mir ist die Formulierung sauer aufgestossen, die sich für mich so liest als sei Missbrauch gar nicht so schlimm und die missbrauchte Person dafür zuständig, ihr Umfeld damit "nicht zu belästigen". Und das läuft halt gegensätzlich zu dem, was ich mir wünsche und was ich einer guten Freundin raten würde: darüber sprechen, und wenn so etwas im nächsten Umfeld passiert: Raus da, so schnell wie möglich.
Ich gebe aber auch zu, dass mich dieses Thema triggert. Emotional bin ich da zu sehr involviert.
Dito.
 

Benutzer166311  (38)

Ist noch neu hier
Hallo zusammen,
Ich hab hier ja ganz schön für Wirbel gesirgt

Ich möchte hier mal einige Kommentare beantworten:

Ich habe nicht gesagt,dass es egoistisch ist, sondern dass ich es (damals wie heute immernoch) als egoistisch meiner Mutter gegenüber finde und ich damit einfach versucht habe zu erklären, warum manche Opfer lieber schweigen.

So, ich les jetzt erst mal in Ruhe weiter, vielleicht kommt dann noch der ein oder andere Gedankengang dazu.

Und ja, ich habe eigentlich von mir gesprochen, war also selbst in dieser Situation.

Ich möchte mich bei denen entschuldigen, die das mit dem Egoismus so interpretiert haben , dass ich meinte, die Opfer sollen sich nicht so anstellen. Das habe ich so nicht gemeint.
[doublepost=1499427200,1499426731][/doublepost]
Ich finde es wirklich traurig, wenn man das eigene Leben als weniger Wert empfindet, als das der Mutter.

Ich bin generell der Meinung, dass ich weniger wert bin als andere,weswegen ich grundsätzlich zurück stecke für andere. Da mich das bisher aber nicht sonderlich gestört hat und ich so auch ganz gut durchs Leben huschen kann, hab ich daran auch nie gearbeitet.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Ich möchte mich bei denen entschuldigen, die das mit dem Egoismus so interpretiert haben , dass ich meinte, die Opfer sollen sich nicht so anstellen. Das habe ich so nicht gemeint.

Ich habe schon verstanden, was du gemeint hast.:smile:
In Extremsituationen handelt und denkt man auch nicht immer absolut kühl und rationell, vor allem wenn Angst oder Verlustängste eine Rolle spielen.
Das geht bestimmt jedem so, ich finde das nur all zu verständlich.
Nicht immer kann man über den Dingen stehen.

Mir hilft es immer, wenn es jemanden gibt, der es gut mit mir meint, und der einem ohne einen Vorwurf bzw. Zeigefinger zu formulieren, einen Ausweg oder eine Alternative auf zeigen kann.
Im Idealfall so gut, dass man für sich selber neuen Handlungsoptionen formulieren kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer91095 

Team-Alumni
Nichts sagen, weil man kein Leben zerstören will? Ich weiß ja nicht. Das ist schon ne recht krude Ansicht. Ich hätte viel zu große Sorge, dass es nicht bei dem Einzelfall bleibt.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Edelweiß Das weiß ich. Und deshalb betone ich auch immer wieder, dass man selbst genau so wichtig ist, wie den, den man beschützen will.

Wenn ich das lese:
Ich bin generell der Meinung, dass ich weniger wert bin als andere,weswegen ich grundsätzlich zurück stecke für andere.
zieht sich bei mir alles zusammen. Kein Mensch sollte dieses Gefühl haben.
Und das du dich damit arrangiert hast, liebe L Lotte , ist deine Art damit umzugehen. Die will ich dir auch nicht nehmen, du wirst deine Gründe haben.

Du kennst aber leider nicht das Gefühl, dass du auch wichtig bist. Das bist du aber. Jeder Mensch ist gleich viel Wert. Schade, dass du für dich andere Erfahrungen gemacht hast und deshalb so schlecht von dir denkst. Das tut mir echt weh.

Off-Topic:
Ich weiß schon, warum ich diese Themen meide. Kann ich schwer mit umgehen.
 
N

Benutzer

Gast
Nichts sagen, weil man kein Leben zerstören will? Ich weiß ja nicht. Das ist schon ne recht krude Ansicht. Ich hätte viel zu große Sorge, dass es nicht bei dem Einzelfall bleibt.
Du bist (heute) auch erwachsen. Und stehst auf eigenen (hoffentlich sicheren) Füßen, in einem eigenen (hoffentlich sicheren) Leben.

Wir reden hier - in diesem Fall - aber gerade von einem Kind/Jugendlichen. Das im Elternhaus (wo es eigentlich sicher sein sollte) Gewalt erleben muss. Durch Menschen, die es eigentlich beschützen sollten.

Die Menschen, die diesem Kind vermitteln sollten, dass es wichtig und wertvoll ist und seine Bedürfnisse geachtet und respektiert werden sollten, vermitteln das genaue Gegenteil. Und die emotionale Bindung zu den Beteiligten ist auch nicht gleich null sie ist auch (unter Umständen) nicht ausschließlich negativ.

Und: Ganz wichtig. Das Kind ist von beiden Elternteilen abhängig.
Wenn es die Befürchtung hat, den unbedrohlichen Elternteil durch seine Offenbarung zu zerstören, muss es befürchten, nach der Offenbarung nichts und niemanden mehr zu haben - außer einen großen Haufen empfundener Schuld.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Du bist (heute) auch erwachsen. Und stehst auf eigenen (hoffentlich sicheren) Füßen, in einem eigenen (hoffentlich sicheren) Leben.

Wir reden hier - in diesem Fall - aber gerade von einem Kind/Jugendlichen. Das im Elternhaus (wo es eigentlich sicher sein sollte) Gewalt erleben muss. Durch Menschen, die es eigentlich beschützen sollten.

Die Menschen, die diesem Kind vermitteln sollten, dass es wichtig und wertvoll ist und seine Bedürfnisse geachtet und respektiert werden sollten, vermitteln das genaue Gegenteil. Und die emotionale Bindung zu den Beteiligten ist auch nicht gleich null sie ist auch (unter Umständen) nicht ausschließlich negativ.

Und: Ganz wichtig. Das Kind ist von beiden Elternteilen abhängig.
Wenn es die Befürchtung hat, den unbedrohlichen Elternteil durch seine Offenbarung zu zerstören, muss es befürchten, nach der Offenbarung nichts und niemanden mehr zu haben - außer einen großen Haufen empfundener Schuld.

Dass ein Kind diese Ansicht haben kann, kann ich auch nachvollziehen. Als erwachsene Person finde ich es trotzdem kritikwürdig und nicht richtig.
 
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