Habe Angst, dass er sich was antut

Benutzer89178 

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Hey Leute, unglaublich, dieses Forum gibt es immer noch :grin: Habe mich früher hier echt viel rumgetrieben.. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Ich hab einen Typen im Urlaub kennen gelernt, mit dem ich mich nach dem Urlaub auch getroffen habe. Wir haben super Sex, aber sonst verstehen wir uns eigentlich gar nicht. Er hat sich laut seinen Aussagen in mich verliebt und die erste Woche war ich auch ziemlich angetan von ihm, bis wir uns mal mehr unterhalten haben und ich gemerkt habe, dass wir so gar nichts gemeinsam haben, und seine Verhaltensweisen (manipulativ) mir sogar Angst machen. Er zieht auch ständig Push & Pull Situationen ab, also dass er zuerst was verletztendes sagt/schreibt und dann durch was besonders nettes wieder versucht mich an ihn zu ziehen. Unsere Gespräche und Diskussionen drehen sich im Kreis. Er ist psychisch ziemlich durch. Freundin und Freunde haben ihn betrogen, Eltern waren kacke, er wurde schon in seiner Kindheit mit Gewalt und Sex konfrontiert, ritzen usw. und hat deshalb nur noch böses und manipulatives Verhalten für Leute übrig, außer für die Frauen, von denen er was will (also ich, aber haha, das glaub ich ihm nicht und vertraue ihm deshalb kein Stück). Und er hasst sich selbst.

Long story short: Er tut mir absolut nicht gut und ich möchte den Kontakt abbrechen, obwohl ich den Sex nicht missen möchte. Nun hab ich aber Angst, dass er sich was antut, weil er erzählt hat, dass er manchmal nicht schafft seine negativen Gedanken wegzudrängen und schon öfter versucht hat, sich umzubringen. Mit Erhängen, aber er schnitt sich wieder los, weil es zu weh tat und letztens hat er es mit Schlaftabletten, die er aus dem Krankenhaus mitgehen lassen hat, und Alkohol versucht, aber er ist nach einem Tag wieder aufgewacht. Nun frage ich mich, muss ich das ernst nehmen und versuchen ihm zu helfen? Ich könnte es nicht ertragen, wenn er es schafft. Er hat schon Therapien gemacht, aber er sagt, dass er die Therapeuten verarscht und die zu doof sind und es deswegen nix bringt. Ihm helfe nur eine Beziehung. Die kriegt er aber von mir nicht und außerdem find ich es ungesund sein Lebensglück von einer Beziehung abhängig zu machen.

Weiß nicht, was richtig ist: Kontakt abbrechen oder versuchen ihm zu helfen, was er aber wahrscheinlich eh nicht annimmt.
 

Benutzer133315  (24)

Planet-Liebe-Team
Moderator
Du solltest ihn nicht so stehen lassen, wenn er sich umbringt, dann hast du nämlich vermutlich Schuldgefühle und wahrscheinlich ist es dann auch noch eine "unterlassene Hilfeleistung"...
Ich würde Kontakt zu der Ploizei, bzw. zu einem psychiatrischen Notdienst aufnehmen. Ich denke das ist das Richitge und dann kannst du den Kontakt immer noch abbrechen...
 

Benutzer152594  (41)

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Ich würde auch den Kontakt zu passenden Stellen suchen und sie über die Situation informieren. Danach dann den Kontakt abbrechen. Solange er so drauf ist, geht´s ihm noch nicht schlecht genug, um sich wirklich helfen zu lassen. Klingt scheiße, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man erstmal wirklich ganz nach unten muß, bevor´s wieder aufwärts gehen kann. Obendrein ist sein Verhalten emotionale Erpressung und das ist auf keinen Fall eine Basis für eine Beziehung. Wenn er sich selber wieder losgeschnitten hat, weil´s weh tat, dann hat er´s nicht wirklich ernsthaft probiert -> Erpressung bzw. Hilferuf. Schlaftabletten enthalten ganz schwach dosiert etwas Brechmittel. Bei einer Überdosis übergibt man sich, bevor´s richtig übel werden kann. Gleiches gilt für Aspirin und Co. Gefährlich kann´s da nur werden, wenn man dann im Schlaf am Erbrochenem zu ersticken droht. Sag den passenden Stellen Bescheid und zieh zu, daß du die Sache selber verdaust, bevor´s schlimmer wird.

War auch mal in seiner Situation und habe meine ganze Zukunft von einer Frau abhängig gemacht. Hat zu Anfang geklappt, bis es Probleme in der Beziehung gab -> Trennung. 8 Suizidversuche und knapp 3 Jahre in geschlossenen Stationen später ging´s dann langsam bergauf.
 

Benutzer17409 

Meistens hier zu finden
Erst einmal möchte ich dir ein Kompliment machen, dass die Situation sehr reflektiert wahrnimmst und für dich die richtigen Schlüsse ziehst.

Das nächste ist, dass du aus Fragmenten, die er dir in Gesprächen zugeworfen hat nun machst, dass er sich umbringen könnte, wenn du ihm nicht gibst was er will. Vermutlich ist die logische Konsequenz, dass er darauf mit dem Verhalten und Androhen von Suizid reagiert, aber wissen kannst du es ja noch nicht.

Als verlassende Person kannst du ihm wahrscheinlich nicht helfen. Da "hilft" nur, dass er sich neu orientiert und du damit aus dem Schneider bist. Ich verstehe aber dein Bedürfnis nur allzu gut.
Für gewöhnlich legt er diese Verhaltensweisen ja schon seit Jahr und Tag an den Tag und lebt immer noch. Die von dir geschilderten Suizidversuche sind auch sehr deutlich mit Schrei nach Aufmerksamkeit und Manipulation, aber es klingt überhaupt nicht danach, dass er final so eine Entscheidung für sich treffen kann - so weit aus der Ferne zu beurteilen.

Also hilft nur: Plan durchziehen, Kontakt abbrechen und dich frei machen. Mit Kontaktmöglichkeit wird er alle Möglichkeiten der Manipulation ausschöpfen und Selbstmord ist nur ein weiteres Stilmittel davon.
 

Benutzer89178 

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Du solltest ihn nicht so stehen lassen, wenn er sich umbringt, dann hast du nämlich vermutlich Schuldgefühle und wahrscheinlich ist es dann auch noch eine "unterlassene Hilfeleistung"...
Ich würde Kontakt zu der Ploizei, bzw. zu einem psychiatrischen Notdienst aufnehmen. Ich denke das ist das Richitge und dann kannst du den Kontakt immer noch abbrechen...

Naja ich denke nicht, dass er es wegen mir tun würde, aber nun weiß ich ja, dass er es öfter mal versucht, selbst wenn es nicht klappt, vielleicht klappt es ja doch mal und dann hätte ich echt Schuldgefühle, weil ich davon wusste.


Ich würde auch den Kontakt zu passenden Stellen suchen und sie über die Situation informieren. Danach dann den Kontakt abbrechen. Solange er so drauf ist, geht´s ihm noch nicht schlecht genug, um sich wirklich helfen zu lassen. Klingt scheiße, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man erstmal wirklich ganz nach unten muß, bevor´s wieder aufwärts gehen kann. Obendrein ist sein Verhalten emotionale Erpressung und das ist auf keinen Fall eine Basis für eine Beziehung. Wenn er sich selber wieder losgeschnitten hat, weil´s weh tat, dann hat er´s nicht wirklich ernsthaft probiert -> Erpressung bzw. Hilferuf. Schlaftabletten enthalten ganz schwach dosiert etwas Brechmittel. Bei einer Überdosis übergibt man sich, bevor´s richtig übel werden kann. Gleiches gilt für Aspirin und Co. Gefährlich kann´s da nur werden, wenn man dann im Schlaf am Erbrochenem zu ersticken droht. Sag den passenden Stellen Bescheid und zieh zu, daß du die Sache selber verdaust, bevor´s schlimmer wird.

War auch mal in seiner Situation und habe meine ganze Zukunft von einer Frau abhängig gemacht. Hat zu Anfang geklappt, bis es Probleme in der Beziehung gab -> Trennung. 8 Suizidversuche und knapp 3 Jahre in geschlossenen Stationen später ging´s dann langsam bergauf.

Anscheinend will er es ja nicht wirklich, sondern nur ein Hilferuf, daher weiß ich nicht, ob es übertrieben wäre, diese Stellen zu informieren, und vielleicht ist er dann auch sauer auf mich? :frown:

Erst einmal möchte ich dir ein Kompliment machen, dass die Situation sehr reflektiert wahrnimmst und für dich die richtigen Schlüsse ziehst.

Das nächste ist, dass du aus Fragmenten, die er dir in Gesprächen zugeworfen hat nun machst, dass er sich umbringen könnte, wenn du ihm nicht gibst was er will. Vermutlich ist die logische Konsequenz, dass er darauf mit dem Verhalten und Androhen von Suizid reagiert, aber wissen kannst du es ja noch nicht.

Als verlassende Person kannst du ihm wahrscheinlich nicht helfen. Da "hilft" nur, dass er sich neu orientiert und du damit aus dem Schneider bist. Ich verstehe aber dein Bedürfnis nur allzu gut.
Für gewöhnlich legt er diese Verhaltensweisen ja schon seit Jahr und Tag an den Tag und lebt immer noch. Die von dir geschilderten Suizidversuche sind auch sehr deutlich mit Schrei nach Aufmerksamkeit und Manipulation, aber es klingt überhaupt nicht danach, dass er final so eine Entscheidung für sich treffen kann - so weit aus der Ferne zu beurteilen.

Also hilft nur: Plan durchziehen, Kontakt abbrechen und dich frei machen. Mit Kontaktmöglichkeit wird er alle Möglichkeiten der Manipulation ausschöpfen und Selbstmord ist nur ein weiteres Stilmittel davon.

Danke :smile: Ich denke auch nicht, dass er es wegen MIR tun würde, aber die nächste Situation kommt bestimmt, und anscheinend hat es bis jetzt keiner bemerkt, weil er allein mit seiner Oma wohnt und es ja immer überlebt hat. Aber was ist, wenn er es mal hinbekommen :frown: Heute hat er mir gesagt, dass er hofft, dass seine OP morgen schiefgeht und er in Vollnarkose stirbt und ich ihn ja nur wegen dem Sex mögen würde. Als ich Beispiele nannte, dass es nicht so ist, hat er nicht mehr geantwortet.
Kontakt abbrechen muss ich auf jeden Fall, ich hatte immer Angst an manipulative Menschen zu geraten und da er es nicht besonders klug macht, hab sogar ICH das recht bald bemerkt -.-
 

Benutzer152594  (41)

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Ich hatte auch eine Phase, in der ich keine Hilfe wollte. In der Zeit haben sie mich halt einfach in geschlossenen Stationen beobachtet und ansonsten in Ruhe gelassen. Erst war ich 8 Monate in der Klinik und von da ging´s direkt in eine vollstationäre geschlossene Einrichtung. Nicht toll aber da kann man keine Dummheiten machen, ohne daß es auffällt. Das was du beschreibst reicht definitiv für eine Begutachtung durch einen entsprechenden Facharzt und auch für nen Beschluß zur Unterbringung. Also melde ihn den zuständigen Stellen und blockiere danach Anrufe, SMS und Co. von ihm.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Erstmal: Du kannst ihn nicht "retten" - und auch von einer "ich mach für Dich 'ne Therapie!"-Lösung solltest Du unbedingt absehen. Du trägst keine Verantwortung für sein Wohl. Du kannst ihm raten sich in Therapie zu begeben, Du solltest, wenn er akut mit Selbstmord droht, die Polizei informieren - aber mehr kannst und solltest Du nicht tun, und Deine Entscheidung die Sache zu beenden sollte nicht von seiner möglichen Reaktion beeinflusst werden.

Wie Paulebaer1979 Paulebaer1979 schon schrieb: Leider müssen Menschen manchmal erst ganz unten ankommen, um SELBST zu erkennen, dass sie Hilfe brauchen. Um diese dann FÜR SICH SELBST zu suchen und anzunehmen. So lange das nicht passiert, kannst Du für ihn wenig tun. Du solltest nicht Dinge sein lassen, aus Angst dass er dann dies oder das tun könnte, Du solltest Dich nicht darauf einlassen, dass er sein Wohl von Dir - und damit Dich von ihm - abhängig macht. An dem Punkt wirst Du erpressbar, verlierst die Kontrolle und wirst tiefer in die Sache reingezogen, als gut für Dich ist.

Ergo: Auch ich empfehle Dir, den Kontakt abzubrechen. Und falls es dann eskalieren sollte, "Profis" einzuschalten die intervenieren können, Dich aber nicht von Deinem Kurs abbringen zu lassen, oder "verantwortlich" für ihn zu fühlen. Das bist Du nicht. Schon gar nicht dafür, ihn zu retten. Das kann er nur selbst.
 
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Benutzer89178 

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Ich hatte auch eine Phase, in der ich keine Hilfe wollte. In der Zeit haben sie mich halt einfach in geschlossenen Stationen beobachtet und ansonsten in Ruhe gelassen. Erst war ich 8 Monate in der Klinik und von da ging´s direkt in eine vollstationäre geschlossene Einrichtung. Nicht toll aber da kann man keine Dummheiten machen, ohne daß es auffällt. Das was du beschreibst reicht definitiv für eine Begutachtung durch einen entsprechenden Facharzt und auch für nen Beschluß zur Unterbringung. Also melde ihn den zuständigen Stellen und blockiere danach Anrufe, SMS und Co. von ihm.

Danke für deine Antwort. Wenn er in ne Klink kommt, müsste er seine Ausbildung abbrechen :frown: Daran will ich nicht schuld sein.
Übrigens von wegen Dummheiten machen. Der Ehemann einer Kollegin hat sich in der Geschlossenen mit einem Schal erhängt :frown: Ich suche mal nach zuständigen Stellen... Wie kann ich mir das vorstellen. Kommen die zu dem nach Hause und führen ihn ab?? :what:
 

Benutzer152594  (41)

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Ausbildung kann er später immer noch machen. Die läuft ihm nicht weg. Aber wenn sein nächster versuch durch Zufall klappt ist er tot oder behindert und dann war´s das mit Ausbildung. Da darfst du jetzt keine rücksicht drauf nehmen!

Dann hat das Personal dort seinen Job nicht richtig gemacht. Auf den Stationen die ich kenne, darf man nichtmal Schnürsenkel oder diese Zugbänder von Hosen behalten.

Dann kommt ein Rettungswagen (ohne Sondersignale) und jemand vom medizinischen Fachdienst (Therapeut). Dann geht´s in die Klinik. Je nach seinem Verhalten unauffällig oder halt auch mit Fixierung und/oder Sedierung.
 

Benutzer89178 

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Ihr sagt alles was unterschiedliches :frown: Nun bin ich verwirrt
 

Benutzer17409 

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Was gleich bleibt ist, dass du, egal was passiert... nicht schuld bist. Und du vermutlich auch nicht helfen kannst.
 

Benutzer154731 

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Deine erste Anlaufstelle kann und sollte die Polizei sein. Ich hatte selber mal ne depressive Freundin und hab mich ganz lange mit einem befreundeten Polizisten darüber unterhalten, weil ich auch Angst hatte, dass sie sich umbringt.

Die 110 kannst du JEDERZEIT wählen, auch wegen Sachen, die dir total nichtig vorkommt. Das sind wirklich nette kompetente Menschen, nur keine Berührungsängste! Je nach Situation beraten sie dich oder kommen direkt vor Ort. Und die regeln dann alles weitere. Rufen einen Arzt oder bringen ihn direkt zu einem psychologischen Notdienst. (Ein Arzt darf einen Menschen nämlich nicht gegen seinen Willen irgendwo hin bringen, das darf meines Wissens nur die Polizei.)

Hey, und nur weil du einmal die 110 wählst, muss er ja nicht gleich die Ausbildung abbrechen. Das liegt eh nicht in deiner Hand, aber du hast dann alles getan, was in deiner Macht lag.

Schau mal, das hier hab ich gerade noch gefunden: http://www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm

Ansonsten: schau, dass du Land gewinnst, dazu gab es ja schon ein paar gute Antworten. Pass auf dich auf und alles Gute dir! :knuddel:
 

Benutzer15049  (35)

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Schlaftabletten enthalten ganz schwach dosiert etwas Brechmittel. Bei einer Überdosis übergibt man sich, bevor´s richtig übel werden kann. Gleiches gilt für Aspirin und Co.

Der Teil ist Käse! Das stimmt so nicht. Trotzdem nicht so leicht sich mit Pillen umzubringen, aber wenn man noch Alkohol dazutrinkt nicht unmöglich.

Ansonsten: nur bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung wird jemand in die Psychiatrie gebracht, dann auch gegen seinen Willen. In allen anderen Fällen geht das nur Freiwillig.
Ich habe zB mal die Polizei gerufen, weil mein Ex im manischen Zustand, wie ein Berserker Auto gefahren ist (er meinte er wäre Batman, grob gesagt). DAS hat denen nicht gereicht.
Dann hat seine Mutter die Polizei mal gerufen, weil er ihr gegenüber aggressiv geworden ist und Morddrohungen ausgesprochen hat. Das war genug, um ihn mitzunehmen.
 
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Benutzer152594  (41)

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Habe ich von einem Pharmazistudenten und von zwei meiner behandelnden Ärzten gehört. Nur warum hätten sie mich belügen sollen?
 

Benutzer15049  (35)

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Habe ich von einem Pharmazistudenten und von zwei meiner behandelnden Ärzten gehört. Nur warum hätten sie mich belügen sollen?
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Warum weiß ich nicht. Es ist eine gängige Nebenwirkung von Sedativa (also Übelkeit), aber Brechmittel direkt sind nicht drin. (Ich bin pharm.-tech-Assistentin und Krankenschwester, hätte ich also auch mal von gehört oO)
 
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