"Gute" Partnerschaft vor dem Aus?

Benutzer185939  (29)

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Liebe Fantasy, vielen Dank auch dir! Da waren wirklich hilfreiche Impulse dabei. Sowas wie ein Code für bestimmte Trigger beispielsweise. Da wäre ich vermutlich gar nicht drauf gekommen.. und ansonsten: ich habe gute Freundinnen, aber ich kann nicht gut teilen, was mir schwerfällt. Meine psychischen Probleme halte ich aus meinen Freundschaften zu 95% heraus - ich kann mich nicht wirklich fallen lassen. Es weiß auch niemand genau/annähernd genau, wie ich aufgewachsen bin. Ich spreche da nicht drüber. Ich hab ehrlich gesagt zu nur wenigen Menschen vertrauen. Größtenteils meine Therapeutin und eben mein Freund. Mit ersterer bespreche ich aber alles, sie hatte die letzten 3 Wochen allerdings Urlaub. Das hat es für mich vermutlich besonders erschwert. Eine Familie habe ich nicht, insofern fällt das weg.
Und zur Timeline: ich bin jetzt im 5. Bachelor Semester und benötige dementsprechend noch 1 Jahr. Anschließend eben der Master mit 2 Jahren (im Ausland 1) . Eine Promotion würde nochmals 4 Jahre bedeuten. Und ja, ich war bereits 2 Jahre berufstätig nach meinem ersten, nicht beendeten Studium. Habe dann aber wie gesagt nochmal angefangen zu studieren, weil es eigentlich mein größter Wunsch war, ich einfach nur nicht geglaubt habe, dass ich was kann. Insofern ist mein jetziges Studium für mich eigentlich meine größte Errungenschaft und meine Investitionen (auch zeitlich) bedeuten mir sehr, sehr viel.
 

Benutzer171320 

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Und zur Timeline: ich bin jetzt im 5. Bachelor Semester und benötige dementsprechend noch 1 Jahr. Anschließend eben der Master mit 2 Jahren (im Ausland 1) . Eine Promotion würde nochmals 4 Jahre bedeuten.
Somit kommen noch 7 Jahre.... und ich geh davon aus, dass Du die auch so leben willst. Oder nicht? Und das ist ja nur im Idealfall, wenn alles perfekt läuft. Coroni hat uns ja gezeigt, es läuft nicht immer ganz so gradlinig.
Könntest Du Dir davor vorstellen eine Familie zu gründen? Oder steht für Dich im vordergrund fertig zu studieren und dann auch mal auf dem Beruf zu arbeiten.
 

Benutzer185939  (29)

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Ich Persönlich würde Studium und zumindest ein Kind in 3-4 Jahren schon kombinieren wollen. Irgendwann ist man als Frau auch einfach zu alt.. in Promotionsstellen verdient man ja auch. Aber das schließt mein Freund kategorische aus, für ihn ist ein richtiger, fester Job Grundvoraussetzung. Zumindest sagt er das jetzt noch und ich kann es durchaus nachvollziehen. Insofern ist das, zumindest für mich, kein riesiges Problem. Er möchte auch erst in ein paar Jahren Kinder, aktuell ist er auch auf seine Karriere fokussiert. Wenn es jedoch passieren sollte, trotz Studium, weiß ich zu 100%, dass er sich nach dem Schock trotzdem freuen würde und wir es auch schaffen würden. Aber geplant ist es definitiv erstmal nicht! Und, wie gesagt, einen Job nach dem master schließe ich keinesfalls aus :smile:
 

Benutzer185939  (29)

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Hier Mal ein kleines Update für jene, die es vielleicht noch interessiert:
Wir haben echt super kurzfristig einen Termin bei einer Paarberatung wahrnehmen können und ich denke, dass das eine ganz gute Idee ist. Es waren insgesamt 90 Minuten und wir haben ein bisschen erarbeiten können, dass mein Freund Disharmonie sehr schlecht aushalten kann und als ein Zeichen für eine schlechte Partnerschaft interpretiert. Für ihn ist nur "vollkommene" Harmonie und Eintracht, Überschneidung im Prinzip, das Ideal und unsere Lebensrealität ist eben eine andere. Momentan besonders. Das hat ihn auf jeden Fall auch sehr berührt, weil er meinte, er habe das noch nie so gesehen. Natürlich ging es auch um meinen Anteil, aber da gab es an sich so nichts "neues", weil ich ja relativ reflektiert und offen bin. Jedenfalls sieht es so aus, als würden wir das jetzt so alle 2-3 Wochen für einige Sitzungen wahrnehmen. Das freut mich sehr, weil ich denke, wir können nur davon profitieren, beide mehr zu reflektieren oder uns zu hinterfragen. Es kam aber auch sehr deutlich hervor, wie sehr mein Freund tatsächlich zweifelt: Trennung steht für ihn schon sehr präsent im Raum. Das zu verdauen ist auch erstmal eine Aufgabe..
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn Trennung sehr präsent im Raum steht, wie du schreibst, wie äußert dein Freund dies denn jetzt? Was sagt er? Wovon macht er denn den Fortbestand eurer Beziehung jetzt abhängig?
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
dass mein Freund Disharmonie sehr schlecht aushalten kann und als ein Zeichen für eine schlechte Partnerschaft interpretiert. Für ihn ist nur "vollkommene" Harmonie und Eintracht, Überschneidung im Prinzip, das Ideal und unsere Lebensrealität ist eben eine andere. Momentan besonders.
Inwiefern ist denn Disharmonie im Moment teil eurer Lebensrealität? Wie äußert sich das?
 

Benutzer185939  (29)

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Inwiefern ist denn Disharmonie im Moment teil eurer Lebensrealität? Wie äußert sich das?
Naja, er fühlt sich durch meine psychischen Probleme mittlerweile überlastet und kann nicht gut damit umgehen, dass wir unterschiedliche Herangehensweisen an Dinge/die Zukunft haben. Uns nicht im Gleichschritt bewegen und es vermutlich nie tun werden (was aber immer so wäre, mit jeder Partnerin - mit mir vielleicht besonders ausgeprägt).
Wenn Trennung sehr präsent im Raum steht, wie du schreibst, wie äußert dein Freund dies denn jetzt? Was sagt er? Wovon macht er denn den Fortbestand eurer Beziehung jetzt abhängig?
Er kann sich nicht mehr sicher auf eine gemeinsame Zukunft festlegen. Er zieht sie in Zweifel und das mündet schlussendlich in dem Gedanken, ob die Beziehung so noch Sinn ergibt.
Eine wirkliche Vorstellung davon, was ich ändern könnte (realistisch!), hat er nicht so wirklich. Eben nur seine Ansprüche und Vorstellungen, an denen gemessen wird. Und ein nicht erfüllen ist für ihn halt eine Art Disharmonie - aber ich habe ja die Hoffnung, dass wir diese Ziele gemeinsam definieren könnten. Um uns in der Mitte irgendwo zu treffen..
 

Benutzer174652 

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... und liebe, dich lieben -
ist kein (relevanter) aspekt für ihn???

NS:
wie ist denn das nun mit der angehörigenberatung / angehörigen-selbsthilfegruppe?
ohne diese unterstützung kann ich mir kein gelingen vorstellen - das braucht man sicherlich als partner ...
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
So wie du es schilderst, wirkt er halt nicht wie der Typ, der mit deinen psychischen Problemen allzu souverän umgehen kann sondern eher wie jemand, der da fix in eine Art toxische Coabhängigkeit reinrutscht und das macht ihm vermutlich auch ziemlich viel Angst.

Ich finde, du musst dir da einfach auch mal Gedanken drüber machen, ob er dir wirklich das geben kann, was du brauchst. Wirkt für mich leider nicht so. Dieses gradlinige „Normal“ was er sich wünscht erscheint mir für euch doch gerade relativ weit weg, vielleicht zu weit. Er macht dir damit ja auch implizit ordentlich Druck, der dir scheinbar gar nicht gut tut.
 

Benutzer185939  (29)

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... und liebe, dich lieben -
ist kein (relevanter) aspekt für ihn???

NS:
wie ist denn das nun mit der angehörigenberatung / angehörigen-selbsthilfegruppe?
ohne diese unterstützung kann ich mir kein gelingen vorstellen - das braucht man sicherlich als partner ...
Stimmt, darauf bin ich nicht wirklich eingegangen. Wohl, weil ich weiß, dass er es nicht tun würde. Die Paarberatung ist schon ein ziemlich großer Schritt für ihn. Sein Support System sind seine Familie und seine Freunde. Alles darüber hinaus wäre vermutlich "zu viel verlangt" von mir. Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken könnte..aber man würde ja sicherlich auch einen Partner finden, bei dem sowas nicht "notwendig" wäre. Aus seiner Perspektive.
Ansonsten spüre ich !wirklich! Wie sehr er mich liebt. Er ist sehr liebevoll, kuschelt viel, erfüllt mir fast jeden Wunsch und hört mir immer zu.. er hat vermutlich nur das Gefühl, dass der Preis dafür, mit mir eine Beziehung zu führen, ziemlich hoch ist...
 

Benutzer174652 

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nun ...
dann musst du dafür sorgen (mit hilfe der paartherapeutin), dass er versteht, dass das eine notwendigkeit ist - wie eine brille für einen schwer sehbehinderten oder ein hörgerät für einen ansonsten kaum hörenden für einen besseren umgang mit ihrer welt ...
er muss verstehen, dass er es ohne diese hilfe kaum schaffen kann - und die dinge / belastungen dadurch nicht schwerer oder mehr sondern leichter und weniger werden.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Sagen wir es so, ich merke es ja selbst an meinem Freund (bzw. an mir, ich bin die kaputte bei uns):
Psychische Probleme muss man, wie Schweinebacke Schweinebacke schon sagte, als Partner auf Dauer abkönnen. Das bedeutet eben nicht nur, dass man zumindest im Groben verstehen muss, was dahintersteckt und wie sich das auswirkt. Sondern eben auch, dass man, wie in Teilen in jeder anderen Beziehung auch, eine Menge Kompromisse und Lösungswege erarbeiten muss. Gerade weil Probleme in Dimensionen eskalieren können, die man in "normalen" Beziehungen nicht so schnell erreicht.

Und, viel wichtiger: Wenn mein Freund keine Grenzen setzen könnte, würde es nicht funktionieren. Dass dein Freund dir jeden Wunsch erfüllt klingt jedenfalls nicht wirklich gesund - oder ist das immer zufällig auch genau das, was er in dem Moment auch will? Das wäre dann schon echt eine starke Harmonie miteinander. Setzt dein Freund Grenzen bei dir? Zieht er irgendwann einen Schlussstrich, wenn ihm etwas zu viel wird? BEVOR er heulend aus dem Raum rennt weil er genau diese Eskalation nicht will?

Wenn man das entsprechend managen kann und da einen Weg gefunden hat, dann ist der Preis vielleicht gar nicht mehr so krass hoch, aber es braucht halt insbesondere beim Partner eine Resilienz, die man erstmal haben muss. Und wenn er die nicht hat, nicht aufbauen kann oder will, dann wird es komplizierter.
 

Benutzer185939  (29)

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Also, meine Wünsche sind eher bescheidener Natur 😅 beispielsweise bringt er mir abends meine Lieblingssüßigkeiten mit, geht morgens zum Bäcker oder merkt sich genau, was ich mir zum Geburtstag wünsche - auch, wenn ich es nur nebenher fallen lasse. Er ist super aufmerksam und zuvorkommend. Es ist nicht so, als wären es Dinge, bei denen er über Grenzen gehen müsste. Das würde ich auch nie, nie wollen. Aber ja: es ist oft so, dass ich meine Gefühle schildere, und er eine Aufforderung oder einen Appell interpretiert. Ich sage, ich bin unglücklich mit XY, er fühlt sich angegriffen und/oder denkt, ich erwarte etwas bestimmtes. Aber so meine ich das allermeistens gar nicht.
 

Benutzer174969  (29)

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Bei uns war es schlichtweg ein Lernprozess. Ich habe ihm entweder in der Situation oder oftmals danach gesagt, was ich mir gewünscht hätte. In der Situation sag ich ihm auch klar, dass es nicht an ihm liegt und dass ich einfach nur mich auskotzen will/schlafen will/Nähe will.

Meiner ist auch sehr harmonie - bedürftigt, erträgt es aber auch, wenn ich schlecht gelaunt bin - insofern er weiß, dass es nicht an ihm liegt. Und manchmal reiß ich mich auch einfach zusammen, wenn ich merke, er leidet zu sehr drunter.

Über Gefühle reden ist in Ordnung, aber zu viel Shit freilassen kann auch schlichtweg der Beziehung schaden. Vor allem wenn der Gegenpart damit nicht umzugehen weiß. Ich denke, da müsst ihr beide dran arbeiten mit solchen Situationen umzugehen. Es kann aber auch schlichtweg sein, dass er so eine Beziehung auf dauer nicht erträgt. Leute mit angeknackster Psyche sind eben anstrengend, dafür muss der Partner auch die Stärke haben, selbst wenn du nicht jeden Shit rauslässt.
 

Benutzer185939  (29)

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Langsam habe ich das Gefühl, das ist hier eher ein anonymes Tagebuch für mich, also fühlt euch wirklich nicht gezwungen, mir zu antworten. Wobei ich mich natürlich immer sehr freue - aber allein das niederschreiben hilft mir 😊.
Ja. Für mich ist es super schwierig einzuschätzen, was "zu viel ist". Ich habe immer alles komplett mit mir selbst ausgemacht und nie jemanden auch nur ansatzweise teilhaben lassen. Dann musste ich in der Therapie lernen, eben das zu tun - und mir wurde oft gesagt, dass das auch zu einer aufrichtigen und gesunden Beziehung gehören würde. Ich hab das Gefühl, ich hab alles immer containert. Und jetzt, wo ich das nicht mehr so betreibe, ist vieles gleich "zu viel". Das triggert natürlich sehr das alte Muster, sich nie zuzumuten, weil man sonst abgelehnt wird. Ich glaube, oft ist es auch gar nicht so sehr meine Art oder meine Reaktion im allgemeinen, sondern auch meine "Themen" bzw. eben die Dinge und Ängste, mit denen ich auf Grund meiner Vergangenheit kämpfe. Das sind Sachen, die kennt mein Freund maximal aus den Nachrichten oder dem Fernsehen. Das ist natürlich super unangenehm für ihn.. und ich komme mir vor wie aus nem Gruselkabinett. Ach, keine Ahnung. Ich spüre nur, dass es mir wirklich schlecht geht mit der Gesamtsituation. Ich hab das Gefühl, ich gebe wirklich mein bestes und bin schon so viel weiter als noch vor 4 Jahren, aber im Endeffekt nicht "genug. Und dass früher oder später jeder Partner an meiner Seite an den Punkt kommt, dass er desillusioniert wird und es einfach zu viel ist. Das mag jetzt auch nach Selbstmitleid klingen, tatsächlich ist das aber eine wirklich ganz reale Sorge und Einschätzung meinerseits. Die kann mir hier natürlich auch niemand nehmen. Aber, wie gesagt, es tut gut, dass mal vor anderen "normalen Menschen" (nicht meiner Therapeutin) so auszudrücken.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
... siehe eingangsposting
(und ganzer thread)?
Meine Frage kam aus einer anderen Richtung. Mir fällt es schwer aus den Beschreibungen herauszulesen, wie sehr das Beziehungsleben durch sie Krankheit dominiert wird.
Wie viele harmonische, liebevolle, lustige, aufregende quality time und Erlebnisse gibt es gerade? Wie viele gab es im letzten Jahr?
 

Benutzer185939  (29)

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Meine Frage kam aus einer anderen Richtung. Mir fällt es schwer aus den Beschreibungen herauszulesen, wie sehr das Beziehungsleben durch sie Krankheit dominiert wird.
Wie viele harmonische, liebevolle, lustige, aufregende quality time und Erlebnisse gibt es gerade? Wie viele gab es im letzten Jahr?
Wir haben ansonsten eine sehr gute Beziehung. Wir unternehmen so gut wie jeden Tag etwas zusammen, gehen regelmäßig zusammen aus, waren und gehen in den Urlaub, diskutieren über Themen die uns interessieren und können sehr, sehr viel miteinander Lachen. Wir sind tatsächlich einfach auch sehr gut miteinander befreundet! Engen uns aber auf der anderen Seite null ein. Das ist uns beiden auch sehr wichtig. Er sieht die Qualität in der Hinsicht auch genauso. Meine Krankheit war besonders letztes Jahr für sicherlich 6-8 Monate ziemlich belastend (4 davon war ich aber im Krankenhaus). Ansonsten würde ich behaupten, ist es nie länger als 3-4 Tage am Stück Mal schlechter gewesen die letzten 8 Monate.. aber sobald ich Mal 2-3 Tage öfter Weine, weil ich bspw. extrem von der Uni gestresst bin und mir alles über den Kopf wächst, interpretiert er es wieder als ausgewachsene Depression oder als ein Unvermögen meinerseits, mit Belastungen umzugehen. (Was im Uni Beispiel super unfair ist, ich habe 2 Jobs und ein wirklich aufwendiges Semester hinter mir)
 

Benutzer185939  (29)

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Er benennt zum Beispiel den Beginn der letzten depressiven Episode 4-5 Monate vor mir (und meiner Therapeutin). Weil für ihn gedrückte Stimmung schon sehr bedrohlich ist
 
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