"Gute" Partnerschaft vor dem Aus?

Benutzer185939  (29)

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Hallo alle zusammen! :winkwink:

Ich war vor vielen Jahren schon Mal hier angemeldet und habe in Erinnerung, dass immer super einfühlsam zugehört und beratschlagt wurde - darauf hoffe ich nun wieder.
Mein Freund und ich (beide Ende 20) sind mittlerweile 3 Jahre ein Paar und wohnen auch seit ca. 1,5 Jahren in einer gemeinsamen WG (noch andere Mitbewohner).
Unsere Beziehung war eigentlich immer super stabil. Wir haben nicht viel gestritten, können sehr offen miteinander sprechen, engen uns nicht ein und sind sehr liebevoll. Vor allem er ist eigentlich ein sehr, sehr liebevoller und aufmerksamer Mensch.
In den letzten Monaten wurde es aber immer schwieriger. Ich hatte eine ziemlich schlimme Kindheit (bin in Therapie) und dadurch auch ein paar psychische Beeinträchtigungen - die er von Anfang an kannte und auch akzeptiert hat. Er hat stets versucht, mich zu unterstützen. Doch insgesamt war das letzte Jahr schon eine harte Probe: Jobverlust meinerseits durch Corona (finanziere mein Studium komplett selbst) 2 Klinikaufenthalte und auch beruflicher Stress seinerseits.. da fing es das erste Mal an zu kriseln. Er hat ganz strikte und unflexible Vorstellungen von der Zukunft: Karriere, Hausbau, Sicherheit, Stabilität, Geld. Und ich erschüttere da für ihn viel. Ich bin nicht stabil (arbeite aber stetig daran!), finanziell schlecht aufgestellt (Bafög Schulden, 2 Jobs neben Studium, komme aus einer hartz4 Familie, dh. anderer background als er). Das ganze hat ihn so weit verunsichert, dass er an unserer gemeinsamen Zukunft zweifelt. Weil er merkt, dass er seine Ansprüche nicht runterfahren kann - und ich sie ggf. nicht erfüllen. Mein Freund ist beispielsweise sehr traditionell: er möchte heiraten, Kinder etc. Aber zu mir meinte er, er könne sich das erst vorstellen, wenn ich das Studium abgeschlossen hätte, einen unbefristeten Job ergattert hätte und konstant stabil wäre - was so mit Mitte 30 der Fall sein dürfte (zumindest die ersten 2 Punkte). Haltet mich jetzt nicht durchweg für naiv: natürlich gehört zu einer Ehe und langen Partnerschaft mehr als nur Liebe. Aber ich habe das Gefühl, der Mensch, der ich "ohne" diese "Errungenschaften" bin, genügt ihm zum heiraten nicht. Und da frage ich mich tatsächlich, ob ich nur ein Platzhalter bleibe, bis sich eine Frau findet, die besser in seine Vorstellungen passt. Ich weiß er liebt mich, das spüre ich. Aber es nagt so unheimlich an mir, dass ich nicht mehr glauben kann, dass er an uns glaubt. Und ich möchte für meinen Partner die Person sein, die er tatsächlich Mal heiraten möchte - ohne etwas beweisen zu müssen..
Wir sprechen tatsächlich auch ziemlich offen über das ganze, es fühlt sich aber relativ Verfahren an. Als wäre alles gesagt - aber nichts gelöst. Ich hoffe daher auch auf ein wenig fremdes/neues Input durch diesen Text...

Habt vielen lieben Dank
Und liebe Grüße!
 

Benutzer182523  (32)

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Und ich möchte für meinen Partner die Person sein, die er tatsächlich Mal heiraten möchte - ohne etwas beweisen zu müssen..
Frag ihn mal ganz direkt ob du das für ihn bist und wenn er dir dazu zunächst eine Liste an Punkten nennt die du erfüllen musst, würde ich mir an deiner Stelle überlegen ob du das möchtest.
Dann scheint ihm an deiner finanziellen Sicherheit und seinen Wünschen mehr zu liegen als an dir als Person.

Das klingt nach einer Menge Druck der für dich und deine Psyche sicherlich nicht förderlich ist.
Das Leben ist kein Spielplan den man ganz genau einhalten kann.

Mein Freund und ich haben auch einen sehr unterschiedlichen Backround aber ihm gehts bei mir nicht darum ob ich finanziell mithalten kann, sondern um mich als Menschen.
Ich wurde auch lange schlecht bezahlt und konnte im Gegensatz zu ihm keine großen Rücklagen bilden.
Aber solange man grundsätzlich mit Geld umgehen kann, ein Ziel hat und man sich liebt, sollte das zu schaffen sein.
Das sehe ich bei deinem Freund aber nicht wirklich.
 

Benutzer185939  (29)

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Frag ihn mal ganz direkt ob du das für ihn bist und wenn er dir dazu zunächst eine Liste an Punkten nennt die du erfüllen musst, würde ich mir an deiner Stelle überlegen ob du das möchtest.
Dann scheint ihm an deiner finanziellen Sicherheit und seinen Wünschen mehr zu liegen als an dir als Person.

Das klingt nach einer Menge Druck der für dich und deine Psyche sicherlich nicht förderlich ist.
Das Leben ist kein Spielplan den man ganz genau einhalten kann.

Mein Freund und ich haben auch einen sehr unterschiedlichen Backround aber ihm gehts bei mir nicht darum ob ich finanziell mithalten kann, sondern um mich als Menschen.
Ich wurde auch lange schlecht bezahlt und konnte im Gegensatz zu ihm keine großen Rücklagen bilden.
Aber solange man grundsätzlich mit Geld umgehen kann, ein Ziel hat und man sich liebt, sollte das zu schaffen sein.
Das sehe ich bei deinem Freund aber nicht wirklich.
Hallo Kartoffeltierchen,
Danke für deine Antwort!
Ich habe ihm die Frage schon so gestellt, tatsächlich ist die Antwort dann eine Mischung aus "ja natürlich ABER.. und dann kommen die Punkte. Und ich kann ihm ja nicht Mal alles in Abrede stellen. Ich kann bspw., verglichen mit ihm, wirklich schlecht mit Geld umgehen (habe aber keine Schulden oder so!). Was vermutlich aber auch daran liegt, dass ich es irgendwie nie lernen konnte. Ich hab immer am Existenzminimum gelebt, wenn Mal etwas mehr da war, habe ich es aber nicht gespart. Ich weiß, das war ein Fehler - ich möchte es aber besser machen. Nur für ihn reicht das irgendwie nicht, ich schätze, er hat nicht viel Vertrauen in meine Stabilität in jeglicher Hinsicht.
 

Benutzer182523  (32)

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Hallo Kartoffeltierchen,
Danke für deine Antwort!
Ich habe ihm die Frage schon so gestellt, tatsächlich ist die Antwort dann eine Mischung aus "ja natürlich ABER.. und dann kommen die Punkte. Und ich kann ihm ja nicht Mal alles in Abrede stellen. Ich kann bspw., verglichen mit ihm, wirklich schlecht mit Geld umgehen (habe aber keine Schulden oder so!). Was vermutlich aber auch daran liegt, dass ich es irgendwie nie lernen konnte. Ich hab immer am Existenzminimum gelebt, wenn Mal etwas mehr da war, habe ich es aber nicht gespart. Ich weiß, das war ein Fehler - ich möchte es aber besser machen. Nur für ihn reicht das irgendwie nicht, ich schätze, er hat nicht viel Vertrauen in meine Stabilität in jeglicher Hinsicht.
Das ist jedoch etwas an dem man arbeiten kann. Aber wenn er wie du sagst kein Vertrauen in dich hat, dann wird hier auf Dauer niemand von euch glücklich.

Sicherheit ist cool aber er kannte dich und deine Baustellen bereits da du da sehr transparent bist.
 
G

Benutzer

Gast
Bei sowas frage ich mich, inwieweit die Eltern Einfluss auf die Lebensplanung haben. Je nachdem wie das Verhältnis zu den Eltern ist, kann das eine große Rolle spielen.
Weiterhin denke ich, nach 3 Jahren ist die rosarote Brille auch weg.
Was ich etwas befremdlich finde, du schreibst, er kann seine Ansprüche nicht runterfahren. Ist es vielleicht nicht eher so, dass er es nicht will?
Eine Beziehung ist halt ein nehmen und geben und das was du beschreibst, klingt nicht nach einem Gleichgewicht. Was mich zu der Frage bringt, wie groß kann da die Liebe dann sein?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer185939  (29)

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Das Verhältnis zu seinen Eltern ist sehr gut. Und ja, er eifert ihnen da nach. Das sagt er auch so. Sie haben ein wunderschönes Haus, sind verbeamtet, haben relativ früh Kinder bekommen und pflegen schon einen gehobenen Lebensstandard. (Ich mag seine Eltern übrigens auch total gerne - ich wäre sehr gerne dauerhafter Teil dieser Familie!). Ich denke, er hat es so vorgelebt bekommen, er wünscht es sich ebenfalls so. Da war er auch immer sehr transparent - und ich hab es für mich nie ausgeschlossen, ich bin einfach noch wesentlich weiter davon entfernt als er (er verdient bspw sehr gut, während ich mit Mitte 20 nochmal ein Studium begonnen habe). Ich glaube, dieses unterschiedliche Tempo ist auch ein Faktor. Ich würde sehr gerne in den nächsten 1-2 Jahren heiraten. So eine Art "Komplizenschaft" zu zweit, wir schauen, wie unser Leben verläuft, machen das Beste aus dem, was kommt. Als Team, aber halt relativ flexibel. Und er stellt sich das alles in ziemlich konkreten Bahnen vor, in die meine Art, mein Werdegang, meine finanzielle Situation und auch meine Psyche so nicht passen.. ich denke, die Liebe ist nicht das, was in Frage steht. Sondern sein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bzw Sicherheit gegenüber dem Willen, eine Partnerschaft mit mir zu führen (dauerhaft).
 

Benutzer174836 

Verbringt hier viel Zeit
Kognitive Rigidität ist übrigens ein Persönlichkeitsmerkmal und als solches erstens nicht durch das Milieu bestimmt und zweitens über die Gesamtlebenszeit unveränderlich.

Und dies bedeutet, dass ihr hier

Ich würde sehr gerne in den nächsten 1-2 Jahren heiraten. So eine Art "Komplizenschaft" zu zweit, wir schauen, wie unser Leben verläuft, machen das Beste aus dem, was kommt. Als Team, aber halt relativ flexibel. Und er stellt sich das alles in ziemlich konkreten Bahnen vor, in die meine Art, mein Werdegang, meine finanzielle Situation und auch meine Psyche so nicht passen.. ich denke, die Liebe ist nicht das, was in Frage steht. Sondern sein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bzw Sicherheit gegenüber dem Willen, eine Partnerschaft mit mir zu führen (dauerhaft).

in zumindest dem Bereich nicht optimal zusammenpasst. Das ist okay (Paare müssen nicht in allem perfekt passen); die Frage ist halt, ob er aus dieser Mücke einen Elefanten machen will, und ob du damit leben kannst, wenn er den Elefanten will.

Dieses Heft würde ich ihm aber nicht aus der Hand nehmen. Er hat dich so genommen wie du warst und bist, und wenn er jetzt darum ein Weltuntergangstheater machen will, soll das brav er machen. Ich halte wenig davon, hier nun aus Angst vor dem Aus das Aus zu provozieren - solche "so ist er vor Angst zu sterben gar gestorben" (ETA Hoffmann) Aktionen halte ich für ungut.

Die Frage ist nun, wie lebbar ist für dich eine so rigide ökonomisch zielorientierte und microgemanagete Beziehung? Für mich wäre das nichts, für mich ist eine Beziehung keine zweite Karriereleiter sondern ein Zufluchtsort, aber vielleicht ist das für dich okay. In dem Falle solltest du verbalisieren, dass du diese Art der Beziehung mitzuleben willens bist, aber er seine Timeline auf deine realistische Zielerreichung anpassen muss.

Ist diese Art der Beziehung als autistische Zweitjobtriebabfuhr für dich jedoch ungeeignet, sehe ich allerdings tatsächlich schwarz.
 

Benutzer185939  (29)

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Ich möchte tatsächlich keinen Kredit für einen Hausbau aufnehmen (aber ich bin ja auch meilenweit von der benötigten Kreditwürdigkeit entfernt). Das weiß er, wenn er es unbedingt möchte, kann er es ja tun - und ich wohne dann zur Miete bei ihm 😅 für mich ist diese rigide Denkweise auch befremdlich, ich versuche aber, es so zu deuten, wie es teilweise sicherlich begründet ist: ich kann es mir nicht vorstellen, weil ich nie wirklich erlebt habe, dass so etwas realistisch ist. Derlei Dinge machen mir eher Angst oder erscheinen unerreichbar. Er hingegen hält sie für ganz normale Etappen auf seinem Lebensweg. Vielleicht denke ich in 5 Jahren anders.
Ich habe manchmal auch etwas Sorge, dass ich zu viel verlange. Vielleicht ist es tatsächlich etwas unrealistisch, heiraten zu wollen, bevor alles komplett stabil ist? Dem zugrunde liegt auch mein persönlicher Wunsch nach Familienzugehörigkeit, fester Bindung, Zugeständnis und Bereitschaft, sich dem anderen zu verpflichten. Ich will ihm diese Dinge ja genauso schenken. Aber ich durchschaue nicht ganz, ob der Fehler hier bei mir liegt und seine Forderungen eventuell ganz normal und begründet sind - und ich zu verblendet romantisch...
 

Benutzer182523  (32)

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Er hingegen hält sie für ganz normale Etappen auf seinem Lebensweg. Vielleicht denke ich in 5 Jahren anders
Die bitte jeder für sich selbst festlegen muss. Und auch wenn du diese noch nicht gefunden hast, ist es nicht die Aufgabe deines Freundes diese für dich festzulegen.

Ob du es glaubst oder nicht: nicht jeder verspürt den Wunsch ein Haus zu bauen, zu heiraten und oder Kinde zubekommen. Manche bevorzugen eine andere Reihenfolge oder gar was ganz anderes.
 

Benutzer174836 

Verbringt hier viel Zeit
Ich möchte tatsächlich keinen Kredit für einen Hausbau aufnehmen (aber ich bin ja auch meilenweit von der benötigten Kreditwürdigkeit entfernt). Das weiß er, wenn er es unbedingt möchte, kann er es ja tun - und ich wohne dann zur Miete bei ihm 😅 für mich ist diese rigide Denkweise auch befremdlich, ich versuche aber, es so zu deuten, wie es teilweise sicherlich begründet ist: ich kann es mir nicht vorstellen, weil ich nie wirklich erlebt habe, dass so etwas realistisch ist. Derlei Dinge machen mir eher Angst oder erscheinen unerreichbar. Er hingegen hält sie für ganz normale Etappen auf seinem Lebensweg. Vielleicht denke ich in 5 Jahren anders.
Ich habe manchmal auch etwas Sorge, dass ich zu viel verlange. Vielleicht ist es tatsächlich etwas unrealistisch, heiraten zu wollen, bevor alles komplett stabil ist? Dem zugrunde liegt auch mein persönlicher Wunsch nach Familienzugehörigkeit, fester Bindung, Zugeständnis und Bereitschaft, sich dem anderen zu verpflichten. Ich will ihm diese Dinge ja genauso schenken. Aber ich durchschaue nicht ganz, ob der Fehler hier bei mir liegt und seine Forderungen eventuell ganz normal und begründet sind - und ich zu verblendet romantisch...
Das Problem ist nicht die Vorstellung von Lebenszielen, das ist normal.

Das Problem ist auch nicht der Wunsch nach Stabilität, oder nach Stabilität vor man einen großen Schritt wie Hochzeit und Kinderkriegen angeht.

Das Problem ist die zugrundeliegende kognitive Rigidität, die verkennt wie flexibel das Leben ist und wie flexibel man selbst sein muß. Das hat aber, wie erwähnt wenig bis gar nichts mit eigener Lebenserfahrung zu tun, sondern mit Persönlichkeit. Man wird nicht zum erratischen Block weil man Beamter ist, sondern man wird Beamter, weil man ein erratischer Block ist.

Und diese Rigität drückt sich an auf für Dich unangenehme Weise aus, da willkürliche Ziele von ihm gesteckt werden und du diese dann als gestellte Forderungen zu erreichen hast.

Wie gesagt, zuerst einmal solltest du entscheiden ob das für dich ein Beziehungsmodell ist, von ihm eng getaktete Zielvorgaben für Dein Leben gestellt zu bekommen und diese erreichen zu müssen. Kannst du dies bejahen, ist ein Kompromiß im Sinne von "gib mir mehr Zeit, dann erreiche ich auch die Vorgaben" sicher möglich. Ansonsten eher nicht.
 

Benutzer185939  (29)

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Ich denke, auf Dauer würde ich an dem Druck zerbrechen. Weil ich immer "schneller und besser" sein müsste und am Ende ja doch nicht weiß, ob es ihm genügt. Ich befürchte nämlich, er hat auch nicht vor, erst mit Mitte/Ende 30 zu heiraten. Wenn ich aber so lange brauche, wird er mich in der Zwischenzeit verlassen? Das ist ja meine Angst. Jetzt sagt er nein. Aber noch 1-2 Jahre an meiner Seite, mit meinen Problemen, und er "wartet" doch nicht mehr darauf, dass ich so werde, wie er sich seine Partnerin wünscht? Aber vielleicht tue ich ihm mit dieser Annahme auch Unrecht. Ich möchte ihn wahrlich nicht als herzlos darstellen, das Ganze belastet ihn natürlich auch
 

Benutzer182523  (32)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich denke, auf Dauer würde ich an dem Druck zerbrechen. Weil ich immer "schneller und besser" sein müsste und am Ende ja doch nicht weiß, ob es ihm genügt. Ich befürchte nämlich, er hat auch nicht vor, erst mit Mitte/Ende 30 zu heiraten. Wenn ich aber so lange brauche, wird er mich in der Zwischenzeit verlassen? Das ist ja meine Angst. Jetzt sagt er nein. Aber noch 1-2 Jahre an meiner Seite, mit meinen Problemen, und er "wartet" doch nicht mehr darauf, dass ich so werde, wie er sich seine Partnerin wünscht? Aber vielleicht tue ich ihm mit dieser Annahme auch Unrecht. Ich möchte ihn wahrlich nicht als herzlos darstellen, das Ganze belastet ihn natürlich auch
Redet am besten mal offen und ehrlich miteinander. Und mach dich bitte nicht so klein, steh zu dir und deiner Situation.
Nur weil er einen leichteren Start hatte als du ist er nicht irgendwie besser und du naiver.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bevor hier nur weiter wild spekuliert wird, warum er eine Partnerin haben will, die für sich selber sorgen kann, ehe er sie heiraten will: Hast du ihn denn mal gefragt, warum er das möchte?

Ich kenne einige Personen, die durchaus aufrichtig lieben, aber einfach vorsichtig sind. Und eine Ehe ist für diese Personen dann ein unkalkulierbares Risiko. Und zwar eines, was sie ein Leben lang zu tragen haben. Egal, was passiert.
Die Ehe an sich kann man scheiden, die daraus folgenden finanziellen Risiken wird man aber nciht los. In einer Zugewinngemeinschaft ist er bis ans Lebensende (oder der erneuten Hochzeit des Partners) zum Unterhalt verpflichtet. Ebenso für Kinder.

Ja, es ist nicht romantisch, schon vor der Hochzeit an die Scheidung zu denken. Aber einfach mal hier im Forum ein beliebiges Emanzipationsthema durchlesen, da kommt immer sehr stark durch: Für manche Personen ist es wichtig, für den Fall der Scheidung abgesichert und selbständig überlebensfähig zu sein.

Ich unterstelle ihm da jetzt keine Unfähigkeit zur Reaktion auf die Flexibilität des Lebens oder ähnliches. Vielleicht gehört er einfach zu dieser Gruppe Menschen, denen Sicherheit einfach wichtig ist?
 

Benutzer185939  (29)

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Bevor hier nur weiter wild spekuliert wird, warum er eine Partnerin haben will, die für sich selber sorgen kann, ehe er sie heiraten will: Hast du ihn denn mal gefragt, warum er das möchte?

Ich kenne einige Personen, die durchaus aufrichtig lieben, aber einfach vorsichtig sind. Und eine Ehe ist für diese Personen dann ein unkalkulierbares Risiko. Und zwar eines, was sie ein Leben lang zu tragen haben. Egal, was passiert.
Die Ehe an sich kann man scheiden, die daraus folgenden finanziellen Risiken wird man aber nciht los. In einer Zugewinngemeinschaft ist er bis ans Lebensende (oder der erneuten Hochzeit des Partners) zum Unterhalt verpflichtet. Ebenso für Kinder.

Ja, es ist nicht romantisch, schon vor der Hochzeit an die Scheidung zu denken. Aber einfach mal hier im Forum ein beliebiges Emanzipationsthema durchlesen, da kommt immer sehr stark durch: Für manche Personen ist es wichtig, für den Fall der Scheidung abgesichert und selbständig überlebensfähig zu sein.

Ich unterstelle ihm da jetzt keine Unfähigkeit zur Reaktion auf die Flexibilität des Lebens oder ähnliches. Vielleicht gehört er einfach zu dieser Gruppe Menschen, denen Sicherheit einfach wichtig ist?
Ich denke, das beschreibt ihn auf jeden Fall. Ich würde nicht Mal sagen, dass er die Scheidung bereits vor Augen hat - er hat eher Sorge vor einem Ausfallen meinerseits (Klinik), zeitweiser Krankschreibungen, eingeschränkter Belastbarkeit etc., was sich eben negativ auf seine finanziellen Ziele auswirken könnte (Kredit abbezahlen etc), aber natürlich auch eine Belastung für ihn ist. Emotional.
Unabhängig will ich von mir aus sein, war ich mein Leben lang. Ich hatte ja nur mich. Aber meine Ziele (Promotion bspw.) sind mit noch jahrelangen finanziellen Einbußen verbunden. Und meine psychischen Erkrankungen sind Teil von mir und machen mich instabilER, daran kann ich nicht grundlegend etwas ändern. Ich kann nur bestmöglich damit umgehen. Deswegen bin ich auch ehrlich und sage: diese Sicherheit kann ich nicht garantieren. Für mich ist der Prozess das Leben und für ihn das Ziel.

Und: Corona war in dieser Hinsicht sehr schwierig, meine Autonomie zu "beweisen". Wir sind während der Pandemie zusammen gezogen, ich habe meine Jobs verloren, war zweimal im Krankenhaus und er musste die Miete alleine tragen. Dadurch hat er den Eindruck erlangt, ich "könne nicht" wirklich. Dabei war die ganze Situation einfach super Schwierig als Studentin mit Job in der Gastronomie
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das wird dann aber sehr schwer lösbar sein. Ich weiß nicht, ob er für eine Gütertrennung als Eheform zu haben wäre oder einen wie auch immer gearteten Ehevertrag.

Ich denke nicht mal, dass deine Krankheit da so das Thema ist. Klar ist das eine Unsicherheit, aber da denke ich, dass das für ihn jetzt kein Trennungsgrund oder so wäre.
Ich denke eher, es geht darum, dass ihm bewusst wird, dass sein Traum von Eigenheim und Kindern grade sehr schwer umsetzbar ist, er da aber durchaus noch Zeit sieht, um das zu erreichen.

In jedem Fall solltet ihr da vielleicht einfach mal über eure Zukunftssorgen aufrichtig reden, ob und inwieweit es da Kompromisse geben kann und welche Lösungen euch beiden da so vorschweben.
 

Benutzer174969  (29)

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Ich kann bspw., verglichen mit ihm, wirklich schlecht mit Geld umgehen (habe aber keine Schulden oder so!)
Aber dann kannst ja mit Geld umgehen, wenn du nicht verschuldet bist. 🤔

Puh, wenn eine Zukunft an so vielen Sachen gekoppelt wäre und ich die alle erfüllen müsste, dann könnte ich mir mit so einer Person keine Zukunft vorstellen. Du studierst, du bist nicht verschuldest, du arbeitest hart, was will man mehr?

Wäre für dich denn eine Hochzeit unbedingt notwendig? Oder ist das auch wieder eine Bedingung von ihm, um eine Zukunft haben zu können?
 

Benutzer174969  (29)

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Und: Corona war in dieser Hinsicht sehr schwierig, meine Autonomie zu "beweisen". Wir sind während der Pandemie zusammen gezogen, ich habe meine Jobs verloren, war zweimal im Krankenhaus und er musste die Miete alleine tragen. Dadurch hat er den Eindruck erlangt, ich "könne nicht" wirklich. Dabei war die ganze Situation einfach super Schwierig als Studentin mit Job in der Gastronomie
Aber das ist ja nichts, was du hättest kalkulieren können. Du kannst nicht kalkulieren, ob du krank bist oder ob eine Pandemie über die Welt hereinbricht. :what: Und außerdem selbst wenn das jetzt nicht passiert wäre, auch in Zukunft kannst du oder auch er den Job verlieren. Ganz unverschuldet.

Ich weiß nicht, ich finde eigentlich hätte er dir den Rücken stärken sollen, anstatt dir das Gefühl zu vermitteln du kannst nichts. Denn zwei Jobs plus ein Studium ist alles andere als einfach und es zeigt eigentlich wieviel du kannst!
 

Benutzer185939  (29)

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Tatsächlich wünsche ich mir heiraten sehr (also, nichtmal das Fest, sondern wirklich nur dieses sich zueinander bekennen). Und ich weiß, wie wichtig das auch für ihn ist. Wieviel es bedeutet. Daher tut es mir ziemlich weh zu wissen, dass er es sich mit mir (zumindest so wie ich jetzt dastehe) nicht vorstellen kann. Während ich ehrlich gesagt dachte, wir gehen diesen Schritt nächstes Jahr. Für mich hat das auch nichts mit Tradition, weißem Kleid etc. zutun (wem es so geht, das meine ich nicht wertend! :smile:), sondern eher dieses "du gehörst zu mir. Vor dem Gesetz, vor allen, ich will dich an meiner Seite und wir sind (rechtlich) gebunden als Mann und Frau". Eben diese "Komplizenschaft" und eine Familienzugehörigkeit. Ich denke, das ist momentan für mich das schwierigste. Dass ich ihn so nehmen würde, jetzt und hier, wie er ist und ich ihn von vorne bis hinten unperfekt perfekt finde. Aber er mich nicht
 

Benutzer174969  (29)

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Ich denke, das ist momentan für mich das schwierigste. Dass ich ihn so nehmen würde, jetzt und hier, wie er ist und ich ihn von vorne bis hinten unperfekt perfekt finde. Aber er mich nicht
Aber hättest du nicht auch einen Mann verdient, der dich unperfekt perfekt findet? 🤔 Der dir den Rücken stärkt, statt dir ein schlechtes Gefühl zu geben? 🤔

Hast du ihm mitgeteilt, wie du dich fühlst, wenn er so von dir denkt? Und ihm auch mal klar gesagt, dass du eigentlich ganz viel kannst? Oder glaubst du ihn, dass du weniger kannst?
 

Benutzer182523  (32)

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Dass ich ihn so nehmen würde, jetzt und hier, wie er ist und ich ihn von vorne bis hinten unperfekt perfekt finde. Aber er mich nicht
Und das ist doch der Moment wo die Beziehung einen Genickbruch erleidet.

Du machst mir im Übrigen durchaus einen sehr reflektierten Eindruck und die Tatsache das du so ehrlich bist ihm offen zu sagen wo du gerade stehst und du keine Garantie übernehmen möchtest, sollte für ihn das Zeichen sein das du auf dem richtigen Weg bist.
Wenn er das nicht sehen kann/will, solltest du drüber nachdenken deinen Weg in Zukunft alleine zu gehen.

Hast du das Gefühl dankbar sein zu müssen das er bisher bei dir geblieben ist?
 
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