"Gute" Partnerschaft vor dem Aus?

Benutzer81102  (31)

Meistens hier zu finden
Eine Sache geistert mir durch den Kopf - wieso zieht er deine Fähigkeit, eine stabile Partnerin zu sein, in Zweifel?

Du beweist an allen Ecken und Enden unheimlich viel Verlässlichkeit für ein gemeinsames Leben. Mehr kann man sich in meinen Augen nicht wünschen, was die Grundausrichtung einer Person angeht.

- du scheinst sehr reflektiert und klug zu sein
- du studierst und hast Ambitionen (Promotion)
- du arbeitest nebenher hart
- du machst dir viele Gedanken um ihn, um dich, um euer gemeinsames Leben
- du wünschst dir eine Ehe und eine Familie, einen verlässlichen und sicheren Hafen
- du hast dich trotz schwieriger Startbedingungen hochgearbeitet und dich nie unvernünftig verschuldet (Bafög ausgenommen, das ist eine kluge Investition)

Was will er denn noch?
Ja, ich verstehe seinen Wunsch nach Sicherheit und Stabilität. Finde ich vollkommen in Ordnung. Aber dafür bringst du einfach alles mit 🤷🏻‍♀️
Für die Begleitumstände des Lebens kannst du nichts, die treffen ihn genauso wie dich genauso wie andere. Die sind nicht vorhersehbar! Die Frage ist doch, was man daraus macht, wie die eigenen Ressourcen aussehen. Und ich finde deine verdammt vertrauenswürdig!

Bleibt nur noch ein Knackpunkt übrig: deine psychische Gesundheit.
Ja, das bringt Unsicherheiten rein. Aber (und ich möchte es dick und fett unterstreichen): davor ist niemand gefeiht!! Er kann ebenfalls körperlich und auch psychisch erkranken! Worauf kommt es hier also an?! Genau: erneut auf den Umgang damit! Und was beweist du seit langem? Du suchst dir Hilfe, du gehst in Therapie, du gehst in die Klinik. Es gibt so viele psychisch Erkrankte, die sich keine Hilfe suchen, die das nicht so in Angriff nehmen. Du bist da so enorm weit, du reflektierst deine Erkrankung, du stehst dazu, du lässt dir professionell helfen.
Also auch hier wieder: mehr kannst du nicht tun.

Ich glaube ganz ehrlich, dein Freund verrennt sich gedanklich 😉 Er sollte nicht den Status quo oder die äußeren Umstände oder Eventualitäten des Lebens heranziehen, um seine Partnerin in „heiratstauglich“ oder „-untauglich“ einzuordnen. Damit kann und wird er böse auf die Nase fallen. Er sollte sich anschauen, wie du auf Probleme und Herausforderungen, die niemand im Leben vermeiden kann, reagierst. Und das scheinst du richtig gut zu machen. Das nennt sich Fähigkeit. Und das ist das, worauf man setzen kann.
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
Eine Sache geistert mir durch den Kopf - wieso zieht er deine Fähigkeit, eine stabile Partnerin zu sein, in Zweifel?

Du beweist an allen Ecken und Enden unheimlich viel Verlässlichkeit für ein gemeinsames Leben. Mehr kann man sich in meinen Augen nicht wünschen, was die Grundausrichtung einer Person angeht.

- du scheinst sehr reflektiert und klug zu sein
- du studierst und hast Ambitionen (Promotion)
- du arbeitest nebenher hart
- du machst dir viele Gedanken um ihn, um dich, um euer gemeinsames Leben
- du wünschst dir eine Ehe und eine Familie, einen verlässlichen und sicheren Hafen
- du hast dich trotz schwieriger Startbedingungen hochgearbeitet und dich nie unvernünftig verschuldet (Bafög ausgenommen, das ist eine kluge Investition)

Was will er denn noch?
Ja, ich verstehe seinen Wunsch nach Sicherheit und Stabilität. Finde ich vollkommen in Ordnung. Aber dafür bringst du einfach alles mit 🤷🏻‍♀️
Für die Begleitumstände des Lebens kannst du nichts, die treffen ihn genauso wie dich genauso wie andere. Die sind nicht vorhersehbar! Die Frage ist doch, was man daraus macht, wie die eigenen Ressourcen aussehen. Und ich finde deine verdammt vertrauenswürdig!

Bleibt nur noch ein Knackpunkt übrig: deine psychische Gesundheit.
Ja, das bringt Unsicherheiten rein. Aber (und ich möchte es dick und fett unterstreichen): davor ist niemand gefeiht!! Er kann ebenfalls körperlich und auch psychisch erkranken! Worauf kommt es hier also an?! Genau: erneut auf den Umgang damit! Und was beweist du seit langem? Du suchst dir Hilfe, du gehst in Therapie, du gehst in die Klinik. Es gibt so viele psychisch Erkrankte, die sich keine Hilfe suchen, die das nicht so in Angriff nehmen. Du bist da so enorm weit, du reflektierst deine Erkrankung, du stehst dazu, du lässt dir professionell helfen.
Also auch hier wieder: mehr kannst du nicht tun.

Ich glaube ganz ehrlich, dein Freund verrennt sich gedanklich 😉 Er sollte nicht den Status quo oder die äußeren Umstände oder Eventualitäten des Lebens heranziehen, um seine Partnerin in „heiratstauglich“ oder „-untauglich“ einzuordnen. Damit kann und wird er böse auf die Nase fallen. Er sollte sich anschauen, wie du auf Probleme und Herausforderungen, die niemand im Leben vermeiden kann, reagierst. Und das scheinst du richtig gut zu machen. Das nennt sich Fähigkeit. Und das ist das, worauf man setzen kann.

... das leg ihm mal ausgedruckt auf den tisch, liebe laurilu!
 

Benutzer149155 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
SAMSARA SAMSARA nachdem ich hier schon einige sehr gute Punkte von anderen User*innen gelesen habe und die TS Laurilu Laurilu alles erstmal etwas sacken lassen will, warte ich hier mit inhaltlichen Beiträgen erstmal ab. Danke für's Verlinken.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht über die Antworten, dass der Freund hier der unflexible, toxische Beziehungspartner sein soll.

Aber zu mir meinte er, er könne sich das erst vorstellen, wenn ich das Studium abgeschlossen hätte, einen unbefristeten Job ergattert hätte und konstant stabil wäre.

Hätte hier jemand gefragt: “Hey, meine Freundin hat keinen Abschluss und keinen Job und ist psychisch instabil, wir wollen bald heiraten und Kinder, ist das eine gute Idee?” Dann hätten die meisten gesagt, dass er erstmal abwarten soll.

In Hinblick auf eine potentielle Familiengründung ist es einfach keine gute Idee. Er wäre finanziell für alles verantwortlich und im schlimmsten Fall müsste er für das Familieneinkommen sorgen und gleichzeitig Frau und Kind betreuen, weil es dir nicht gut geht. Da sehenden Auges reinzulaufen wäre einfach dumm. Ich vermute, dass Heiraten für ihn keinen Sinn macht, solange er sich die Familiengründung nicht vorstellen kann, weil er da konservativer ist.
Wann glaubst du denn, wäre ein Kind für euch gut machbar?

Heiraten ist natürlich “romantisch”, aber ich würde auch hinterfragen, wieso der Wunsch jetzt so doll ist. Du schreibst, dass du endlich zu der Familie gehören möchtest und dass er sich zu dir bekennt. Aber tut er das nicht schon, indem er in Arbeitslosigkeit Miete und alles zahlt und für dich da ist? Bist du nicht schon in seine Familie integriert? Würde sich da für deinen Alltag wirklich so viel ändern, wenn ihr verheiratet wärt?

Ich glaube worüber ihr sprechen müsst, ist die Timeline.
Bist du schon bei der Promotion, also hast du schon einen Abschluss?
Wie lange dauert es noch? Ist die Promotion mit diesen Plänen überhaupt der richtige Weg? Nicht immer ist das förderlich für die Karriere.
Kannst du anders als mit Kellnern (mehr) Geld verdienen?
Wie stabil musst du sein, damit Kinder eine Option werden? Was muss dafür getan werden? Was ist die Lösung im worst case?
Wann würde es insgesamt Sinn machen – und ist das dir und ihm dann zu spät?
 

Benutzer178050 

Öfter im Forum
Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht über die Antworten, dass der Freund hier der unflexible, toxische Beziehungspartner sein soll.



Hätte hier jemand gefragt: “Hey, meine Freundin hat keinen Abschluss und keinen Job und ist psychisch instabil, wir wollen bald heiraten und Kinder, ist das eine gute Idee?” Dann hätten die meisten gesagt, dass er erstmal abwarten soll.

In Hinblick auf eine potentielle Familiengründung ist es einfach keine gute Idee. Er wäre finanziell für alles verantwortlich und im schlimmsten Fall müsste er für das Familieneinkommen sorgen und gleichzeitig Frau und Kind betreuen, weil es dir nicht gut geht. Da sehenden Auges reinzulaufen wäre einfach dumm. Ich vermute, dass Heiraten für ihn keinen Sinn macht, solange er sich die Familiengründung nicht vorstellen kann, weil er da konservativer ist.
Wann glaubst du denn, wäre ein Kind für euch gut machbar?

Heiraten ist natürlich “romantisch”, aber ich würde auch hinterfragen, wieso der Wunsch jetzt so doll ist. Du schreibst, dass du endlich zu der Familie gehören möchtest und dass er sich zu dir bekennt. Aber tut er das nicht schon, indem er in Arbeitslosigkeit Miete und alles zahlt und für dich da ist? Bist du nicht schon in seine Familie integriert? Würde sich da für deinen Alltag wirklich so viel ändern, wenn ihr verheiratet wärt?

Ich glaube worüber ihr sprechen müsst, ist die Timeline.
Bist du schon bei der Promotion, also hast du schon einen Abschluss?
Wie lange dauert es noch? Ist die Promotion mit diesen Plänen überhaupt der richtige Weg? Nicht immer ist das förderlich für die Karriere.
Kannst du anders als mit Kellnern (mehr) Geld verdienen?
Wie stabil musst du sein, damit Kinder eine Option werden? Was muss dafür getan werden? Was ist die Lösung im worst case?
Wann würde es insgesamt Sinn machen – und ist das dir und ihm dann zu spät?
Sie hat doch bereits ein Studium abgeschlossen, soweit ich das verstanden habe 🤔
 

Benutzer185939  (29)

Klickt sich gerne rein
Hallo ihr Lieben!
Vorab, um auf die Fragen zu antworten: nein, ich habe noch kein Studium abgeschlossen. Hatte aber einen Fachrichtungswechsel nach dem 3. Semester (mit Mitte 20 nochmal neu angefangen) und muss dh. dieses neue Studium komplett selbst finanzieren. Das war mir so bewusst und ist auf jeden Fall machbar. Ich verdiene in der Gastronomie ausgesprochen gut (wäre nirgends besser), nur Corona hat das auf einmal für fast 1 Jahr komplett zerschlagen. Von diesen 12 Monaten war ich dann aber 4 in einer Klinik (so nach dem Motto, jetzt kann ich es mir sogar "erlauben"). Arbeitsunfähig war ich ansonsten noch NIE. Ich war nie arbeitslos oder habe mich nicht um mich kümmern können - das sieht bzw. Kann er aber durch die Corona Situation so nicht empfinden. Seine Erfahrungen waren halt auch maßgeblich dadurch geprägt. Und: nein, für Kinder bin ich aktuell nicht bereit (er auch nicht). Da gebe ich mir noch 3,4,5 Jahre. Wobei ich natürlich die Biologie mit im Blick haben muss. Zum Thema Promotion: ich studiere eine Naturwissenschaft und sofern ich auch nur in der Nähe der Forschung bleiben möchte, ist es schon ratsam. Aber: ich schließe keinesfalls aus, nach dem Master einen Job anzutreten, wenn sich etwas gutes ergibt. Ich bin in viele Richtungen offen und auch vielseitig interessiert. Das ist da sicher hilfreich.

Und nun zum aktuellen: gestern ging es mir noch wirklich schlecht, ich war zugegeben sehr verzweifelt. Wir haben dann auch geredet, es wurde wieder sehr emotional. Er kann alle meine Wünsche und Bedenken nachvollziehen, meinte aber auch, er hätte weiterhin seine Zweifel und Ängste ob einer Zukunft mit mir. Die säßen einfach zu tief. Leider konnte er da nicht wirklich viel mehr verbalisieren, er ist es auch nicht wirklich gewohnt, über seine Gefühle zu sprechen bzw. sie zu reflektieren. Vielleicht nehmen wir deswegen Mal eine Paarberatung wahr. Er fände das auch okay. Ich bin ja generell nicht abgeneigt, durch meine Therapieerfahrung. Ich befürchte nur, ich habe gestern noch mehr kaputt gemacht. Und ich schäme mich sehr dafür, vielleicht versteht man ihn dadurch besser: wir haben stundenlang geredet, ich habe viel geweint und ihm auch gesagt, wie abgelehnt ich mich fühle und was ich mir stattdessen wünsche, sein vehementes Schweigen (weil er nichts sagen konnte, nehme ich an), hat mich wirklich an den Rand gebracht. Irgendwann hatte ich leider ein altes Gefühl von "ich muss um Liebe betteln, ich erniedrige mich, außerdem hast du kein Recht irgendwas zu wollen, du bist irre". Das hat bei mir einen Schalter umgelegt und ich hab mir im Affekt ein paar Mal selbst gegen den Kopf geschlagen (sowas passiert NIE!). Er war total fassungslos, hat furchtbar angefangen zu weinen und ist rausgestürmt. Dass genau sowas das Problem wäre, er das nicht könne, das nicht normal wäre und er Angst hätte. Ich weiß nicht, wieso ich in dem Moment so dumm war, das wohl am wenigsten positiv förderliche zu tun. Ich hab mich eigentlich enorm gut im Griff. Ich bin die personifizierte Selbstkontrolle. Aber ja, das ist jetzt so der Status quo. Wir haben uns beide wieder beruhigt (es waren maximal 30 Sekunden), aber ich kann es natürlich nicht zurücknehmen.
Jedenfalls: vielleicht täte uns eine Therapie wirklich gut. Dann hat er mehr Raum zu sprechen und er lernt vllt. etwas, mein Innenleben zu verstehen.

Entschuldigt den langen Text. Und, ich schäme mich ehrlich 🙈
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
... angehörigenberatung bzw. -selbsthilfegruppe!
sollten betroffene (also er) in anspruch nehmen ...

und ...
setzt euch klare zeitliche rahmen für gespräche (das ist grundsätzlich sinnvoll), damit es nicht zur überforderung kommt ...
 

Benutzer185939  (29)

Klickt sich gerne rein
Das ist ein sehr guter Tipp, mit dem zeitlichen Rahmen. Danke! Ich war sehr überfordert. Und er vermutlich ebenso. Nur er wird leise und ich bin "durchgedreht".
 

Benutzer81102  (31)

Meistens hier zu finden
Natürlich ist das nicht schön, dass es dich emotional so mitgerissen hat. Das zeigt ja, a) wie sehr dich das Thema mitnimmt und b) dass du vermutlich durch deine psychische Erkrankung manchmal schon recht labil reagierst.

Seine Reaktion darauf ist natürlich auch nachvollziehbar. Auch dass ihn das überfordert. Aber ich finde nicht, dass du dich schämen oder klein machen musst, denn wie gesagt, du bist bereits in Behandlung und es ist sicherlich eine emotional schwierige Situation für euch beide.

Ich finde es gut, dass du uns gegenüber so ehrlich bist; denn tatsächlich verlagert sich mein Eindruck ein wenig. Ich vermute nun stärker, dass deine psychische Erkrankung für ihn der eigentliche unsichere Faktor ist, weniger das drumherum (Job, Studium, Herkunft).

Wenn du magst (du musst natürlich nicht): inwiefern wirkt sich deine Erkrankung ansonsten auf deinen Alltag aus? Und inwiefern auf eure Beziehung? Seiner Aussage nach zu urteilen hat er ja das ein oder andere bereits mitbekommen und leitet höchstwahrscheinlich daraus seine Unsicherheiten ab.

Ich bleibe zwar dabei, dass du hier ja mit deiner Therapie und Behandlung schon alles menschenmögliche tust und über wirklich gute Ressourcen verfügst!
Aber wenn es natürlich häufiger solche Formen von Ausprägung deiner Erkrankung gibt (wie die Autoaggression jetzt in der Diskussion), kann ich es besser verstehen, dass er Zeit benötigt, um das für sich einschätzen zu können. Und vor diesem Hintergrund vielleicht wirklich noch nicht bereit ist für weitere Schritte. Ich denke, das hat nichts mit deiner Person als solche zu tun; es könnte durchaus einfach die Angst vor dem „Unbekannten“ sein, sprich deiner Erkrankung.

Samsaras Vorschlag ist vor dem Hintergrund sehr sinnvoll, auch für ihn gibt es Anlaufstellen, wo er vielleicht erstmal auch besser informiert wird über deine Erkrankung und dadurch vielleicht auch eure Beziehungssituation besser einschätzen kann.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Entschuldigt den langen Text. Und, ich schäme mich ehrlich 🙈
Ich finde nicht, dass du dich schämen musst :smile: Du hast dir deine Krankheit ja nicht ausgesucht und Scham ist da doch gar nicht nötig.

Was ist denn passiert, dass du 4 Monate in einer Klinik warst? Du wirkst hier sehr reflektiert und besonnen, aber dein Freund erlebt wahrscheinlich nicht nur diese, sondern auch viel die andere Seite, oder? Ist es nicht nachvollziehbar, dass er nach einem Jahr mit 4 monatigem Klinikaufenthalt und allem, was dem vermutlich vorausging, unsicher ist was die Zukunftsplanung angeht?

Sind Kinder in 3, 4, 5 Jahren mit deinen Studiumsplänen denn vereinbar? Woran machst du für dich fest, ob du stabil genug für Kinder wärst?
An seiner Stelle würde ich mir halt wünschen, dass du für dich einen sinnvollen Plan hast bzgl. Studium, Job und Kind und man in den nächsten Monaten schauen kann, ob sich das Ganze in die richtige Richtung entwickelt.
Ein wenig klingt für mich nämlich schon danach, als würdest du (implizit) von ihm verlangen, im Zweifel alles mögliche aufzufangen.
 

Benutzer185939  (29)

Klickt sich gerne rein
Ich Versuche Mal, auf alles einzugehen:
Am schlimmsten war für ihn die Zeitspanne vor meinem Klinikaufenthalt. Durch die PTBS hatte ich extrem viele Panikattacken, starke Depressionen etc. Ich hab 2 Monate das Bett mehr oder weniger nicht verlassen können und jeden Tag geweint. Er hat das super aufgefangen, aber es hat ihn wohl auch sehr ausgelaugt. Davor musste er in diesem Maße noch nie für mich einspringen, ich habe es mir selbst nie erlaubt, es ihm zu zeigen. Diese Phase wurde aber auch durch einen akuten Trigger ausgelöst - sie kam also nicht "aus heiterem Himmel". (Also für mich). Ansonsten schränkt es unsere Partnerschaft nicht durchgehend ein. Ich habe sehr viele Zukunftsängste, neige zum Schwarzseher (in schlechteren Phasen) und brauche viel Rückzug und Routine sowie Alleinsein. Er ist eher sozial und extrovertiert. Ich habe generell viel Angst - vor Neuem, vor Wechsel, vor dem Versagen, vor der Uni. Ich stresse mich immer sehr, bekomme die Sachen im Endeffekt aber ausnahmslos hin. Ich habe trotz Klinikaufenthalt im letzten Semester 15 Prüfungsleistungen erbracht. Ohne Urlaubssemester.. Ich mache mir immer Sorgen und habe gedacht, es wäre richtig, ihn teilhaben zu lassen. Das hat in ihm aber den Eindruck erweckt, ich wäre sehr unsicher. Immer. Dabei ist das wirklich nur phasenweise so, vor allem unter Druck. Ich "jammere", aber mache trotzdem. Ich glaube, er verspürt die Verpflichtung, mich stetig hochzuziehen. Dabei möchte ich eigentlich nur offen sein und nicht zwangsläufig Hilfe an jeder Stelle. Ich versuche auch, das einzuschränken. Ich mache wieder mehr mit mir aus, würde ich behaupten.
Und zu dem Thema Kinder: ich muss erst meine eigene Kindheit ein Stück aufarbeiten, meine Bedürfnisse erfüllen und mich nicht mehr selbst zum Zentrum meiner Energie machen machen müssen, bevor ich eine Mutter sein kann. Da sind meine Bedürfnisse absolut zweitrangig, das könnte ich gerade noch nicht geben. Und das möchte ich keinem Kind aufbürden. Erst, wenn das für mich spürbar ist, würde ich diese Verantwortung eingehen wollen
 

Benutzer178050 

Öfter im Forum
Ja. Einmal die Woche, auch noch für mindestens 1-1,5 Jahre. Und auch schon seit fast 4 Jahren insgesamt. Also wirklich hochfrequent und lange. Quasi der Alptraum der Krankenkasse 😬
Off-Topic:
Wenn du wüsstest was meine Krankenkasse für mich allein lebenslang an Medikamenten bezahlen darf würdest du das nicht sagen 😉 von Psychotherapiekosten und anderem mal abgesehen. Schuldig fühlen tue ich mich 0
 

Benutzer171320 

Verbringt hier viel Zeit
Mir ist folgendes aufgefallen, vielleicht hilft es Dir ein bisschen.

a) Dein Partner hat sehr strikte Vorstellungen wie seine "Zukunft" zu sein hat. Das ist für mich etwas realitätsfremd, denn das Leben kommt nie wie es geplant ist. Aber natürlich darf er diese Idee haben.

b) in den ersten Beiträgen hatte ich den Eindruck, dass Du denkst, dass Du zuwenig für ihn bist. Wenn dies wirklich so ist, dann finde ich das keine gesunde Basis für eine Beziehung. Auch wenn Du Deine Problem hast, solltest Du Dich nicht "ihm" unterlegen fühlen. Du bist genauso viel wert...... Ich stelle mir hier die Frage, vermittelt er Dir das Gefühl. Kommt es aus Dir heraus oder sind da allenfalls beide Seiten beteiligt.

c) Stimmt Eure Zukunftsplanung etwas überein? Du studierst noch, bist noch in Behandlung, beides wohl noch länger und er will Familie. Wie kommen Eure Pläne zusammen? Zum Beispiel. Will er in 2 Jahren Heiraten und Kinder kriegen und Du frühestens in 6 Jahren?
Habt ihr mal konkret darüber gesprochen, wie ihr die Zukunft leben wollt? Wie das gehen soll?

Vielleicht hilft es Dir ein bisschen.
 

Benutzer174969  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Ich Versuche Mal, auf alles einzugehen:
Am schlimmsten war für ihn die Zeitspanne vor meinem Klinikaufenthalt. Durch die PTBS hatte ich extrem viele Panikattacken, starke Depressionen etc. Ich hab 2 Monate das Bett mehr oder weniger nicht verlassen können und jeden Tag geweint. Er hat das super aufgefangen, aber es hat ihn wohl auch sehr ausgelaugt. Davor musste er in diesem Maße noch nie für mich einspringen, ich habe es mir selbst nie erlaubt, es ihm zu zeigen. Diese Phase wurde aber auch durch einen akuten Trigger ausgelöst - sie kam also nicht "aus heiterem Himmel". (Also für mich). Ansonsten schränkt es unsere Partnerschaft nicht durchgehend ein. Ich habe sehr viele Zukunftsängste, neige zum Schwarzseher (in schlechteren Phasen) und brauche viel Rückzug und Routine sowie Alleinsein. Er ist eher sozial und extrovertiert. Ich habe generell viel Angst - vor Neuem, vor Wechsel, vor dem Versagen, vor der Uni. Ich stresse mich immer sehr, bekomme die Sachen im Endeffekt aber ausnahmslos hin. Ich habe trotz Klinikaufenthalt im letzten Semester 15 Prüfungsleistungen erbracht. Ohne Urlaubssemester.. Ich mache mir immer Sorgen und habe gedacht, es wäre richtig, ihn teilhaben zu lassen. Das hat in ihm aber den Eindruck erweckt, ich wäre sehr unsicher. Immer. Dabei ist das wirklich nur phasenweise so, vor allem unter Druck. Ich "jammere", aber mache trotzdem. Ich glaube, er verspürt die Verpflichtung, mich stetig hochzuziehen. Dabei möchte ich eigentlich nur offen sein und nicht zwangsläufig Hilfe an jeder Stelle. Ich versuche auch, das einzuschränken. Ich mache wieder mehr mit mir aus, würde ich behaupten.
Und zu dem Thema Kinder: ich muss erst meine eigene Kindheit ein Stück aufarbeiten, meine Bedürfnisse erfüllen und mich nicht mehr selbst zum Zentrum meiner Energie machen machen müssen, bevor ich eine Mutter sein kann. Da sind meine Bedürfnisse absolut zweitrangig, das könnte ich gerade noch nicht geben. Und das möchte ich keinem Kind aufbürden. Erst, wenn das für mich spürbar ist, würde ich diese Verantwortung eingehen wollen
Hast du ihm das mal so gesagt?
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
Wenn du wüsstest was meine Krankenkasse für mich allein lebenslang an Medikamenten bezahlen darf würdest du das nicht sagen 😉 von Psychotherapiekosten und anderem mal abgesehen. Schuldig fühlen tue ich mich 0

OT:
ist ja auch eine versicherungsleistung,
und sind keine almosen ...
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Aber vllt ist das mittlerweile ein Teil des Problems
Also wenn man nicht mehr offen und ehrlich kommunizieren kann, ist das für mich ein viel größeres Problem...
Es ist sicher nicht die Lösung des großen Ganzen (da können andere viel bessere Dinge beitragen), aber ich habe zumindest bemerkt, dass "offen und ehrlich" trotzdem Spielräume lässt.

Ich schmeiße mal meine Assoziationen in den Raum und du kannst ja schauen, ob dir etwas davon bekannt vorkommt und dir weiterhilft.

Ich weiß nicht, ob du das nicht eh schon machst, vielleicht habe ich etwas überlesen, aber:
Wenn du zu deinem Freund hingehst und sagst "Ach ich trau mir das alles nicht zu und ich weiß nicht was ich machen soll und ich fühl mich schrecklich", wirkt das ganz anders als so zu sprechen wie du es hier im Forum tust. Nämlich indem du das alles in Relation zueinander setzt.
Du kennst dich. Du weißt, wo deine Psyche dir das Leben schwer macht, und du weißt, welche Strategien du hast, um dagegen anzugehen. Und vielleicht hilft es sowohl dir als auch ihm in der Situation, wenn du das dazusagst. Ja, wenn man sich dreckig fühlt kommt man selbst nicht unbedingt auf die Idee, sich das irgendwie schönzureden, aber abgesehen davon, dass es eine gute Übung ist, macht es ihm vielleicht auch nochmal klar, dass du das selbst an dir im Blick hast. "Ich muss mich jetzt bei dir ausheulen aber ich bin mir sicher, dass ich das am Ende wie immer irgendwie schaffe, es fühlt sich für mich gerade nur einfach nicht so an." ist etwas, das ich meinem Freund oft erzähle, daher der Gedanke. Das verbunden mit einer klaren Ansage, was du gerade von ihm brauchst und was nicht, hilft vielleicht auch schon.

Offen und ehrlich bedeutet nicht, hinzugehen, alles (stundenlang) vor seine Füße zu spucken und zu erwarten, dass er etwas damit anfangen kann. Du kannst die Dinge ruhig vorher filtern und so aufbereiten, dass das ankommt, von dem du möchtest, dass es ankommt.
Off-Topic:
Mein Rekord liegt darin, einen Haufen Gefühle nach tagelangem Grübeln in drei Sätzen zusammenzufassen. Das Thema war dann nach zwei Sätzen von ihm tatsächlich auch für mich erledigt, es war himmlisch. Und das Problem kam auch bisher nicht wieder.

Das löst euer Grundproblem mit den verschiedenen Lebenswegen nicht, aber vielleicht hilft ja eine andere Art der Kommunikation schon, einen gemeinsamen Plan aufzustellen, der für dich flexibel und für ihn stabil genug ist. Gibt es vielleicht auch Plan A, B und C, den man konstruieren könnte? Dann hast du immernoch mehrere Optionen offen und er hat einen klaren Plan vor Augen.

Du warst da sehr emotional und wenn man einmal getriggert ist, ist es zumindest bei mir dann auch so, dass jegliche rationalen Gedanken wie ein Blatt Papier in einem Orkan sind... sprich, ich habe keine Chance. Da brauchst du dir also keine Vorwürfe für zu machen, manchmal tut Hirnchemie eben nicht das, was sie tun soll.
Wichtiger ist es, das zu vermeiden, oder, wenn man merkt, bestimmte Dinge kommen häufiger vor, dass man Regeln dafür aufstellt. Wenn mein Freund mich anschweigt bekomme ich z.B. auch die Krise, da ginge es mir wohl ähnlich wie dir, also haben wir abgemacht, dass er mir entweder nonverbal Zeichen gibt, dass alles in Ordnung ist, oder dass wir abmachen dass er sich alles durch den Kopf gehen lässt und dann ein paar Tage später erst darauf reagiert. Dann ist er nicht unter Druck jetzt sofort die perfekte Antwort zu finden und ich sitze nicht wie auf glühenden Kohlen und treibe mich gedanklich selbst in den Wahnsinn.

Abgesehen davon: Kannst du das mit anderen Menschen durchsprechen? Eltern, Freunden, Bekannten, oder im Notfall auch mit deinem Haustier, deinem Kuscheltier, einem Tagebuch oder der Zimmerwand? Auch Beziehungsbelange kann und sollte man ruhig mit anderen Menschen durchsprechen die einen auch selbst ein wenig kennen (und Selbstgespräche sind auch nicht übel).
Das verhindert auch ganz gut, dass der Partner alles zu 100% abfangen muss und dann entsprechend überfordert vor der riesigen Wand deines Lebens steht. Und dass nicht alles an ihm hängt weil er weiß, im Notfall hast du ein entsprechendes Umfeld das dich auffängt, wenn er z.B. gerade nicht für dich da sein kann.

Sorry, falls ich damit jetzt komplett danebenlag, dann ignorier mich einfach.
 

Benutzer148761  (33)

Meistens hier zu finden
Kannst du einmal deinen Zeitplan hier näher erläutern, damit man das besser versteht? Bist du zur Zeit im Bachelor? Wenn ja, im wie vielten Semester? Und dann folgt noch Master (2 Jahre?) und Promotion (wie lange geht die bei euch?)? Hast du ansonsten schon eine abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium?
 
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