Gute Freundin - Beziehung mit einem krankhaft eifersüchtigem Alkoholiker :(.

Benutzer59900 

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Meine Lieben,

leider muss ich Euch in einer recht ernsten Angelegenheit um Rat bitten, da ich absolut nicht weiß, wie ich mich jetzt verhalten soll. Danke schonmal im vorraus.

Es geht um eine meiner besten Freundinnen. Sie wohnt und arbeitet seid ca einem Jahr in Paris. Dort hat sie auch einen Mann kennengelernt. Seitdem war sie wie ausgewechselt. Damals telefonierten wir fast jeden Tag, seitdem sie mit dem Mann zusammen war, brach der Kontakt fast ab. Auch für ihre anderen Freunde hatte sie kaum noch Zeit. Wir dachten damals "Gut, sie hat einen Vollzeit Job und ist frisch verliebt. - Da bleibt wohl nicht mehr Zeit für anderes". Und klar, ich freute mich einfach für sie. Leider kamen nach und nach immer mehr seltsame Eigenschaften von ihm ans Licht.

Er stellte sich als krankhaft eifersüchtig heraus. So warf er ihr immer wieder vor, sie würde sich heimlich mit anderen Männern treffen etc. Er durchsuchte heimlich ihre Sachen, knackte ihre Facebook/E-Mail Passwörter, führte Tagebuch über ihre "verdächtigen Kontakte" mit anderen männlichen Lebewesen, stellte sogar versteckte Kameras in ihrer Wohnung auf :ratlos:. Sie fand das heraus, empfand das aber immer als "nicht so schlimm", er habe ja seine Gründe gehabt hmmm. Sie wirkt wie blind vor Liebe.

Während kurzzeitiger Trennungen (Es ist ein ständiges Hin und Her. Und immer macht er Schluss (!), weil sie angeblich etwas Schlimmes gemacht hat) beschimpfte er sie übelst (Hinterlistige F... etc). Er stellte ihr in ihrer Wohnung nach - versteckte sich davor, um sie zu beobachten. Warf ihr vor, schon wieder einen neuen Mann zu haben etc. - durchwühlte ihre Garage, brachte - wie erwähnt - Kameras an. Und das sind nur die Sachen, die herauskamen, weil z.B. Nachbarn ihn erwischt haben. Wer weiß, was er noch getan hat.

Kurz vor Weihnachten kam heraus, dass er all die Zeit auch noch ein Alkoholproblem hatte. In ihrer Gegenwart zeigte er sich als "Wenig Trinker" ("Ich trinke nur auf Partys mal einen Cocktail oder ein Bier BlaBla"). In Wirklichkeit betrank er sich fast täglich heimlich und vertuschte das Ganze mit Pastillen und Mundwasser. Er hat sofort Entzugserscheinungen sobald er einen Tag nicht trinkt.

Seitdem hat sie eine "Erklärung" für sein Fehlverhalten. "Er macht das Ganze nur im Alkoholeinfluss - sonst wäre er nicht so.". Gleichzeitig behauptete sie, sie könne nicht mit einem Alkoholiker zusammen sein. Als er wieder mal Schluss machte, akazeptierte sie die Trennung. Sie wolle ja selber nicht mit einem krankhaft eifersüchtigen Alkoholiker zusammen sein. Inzwischen ist sie aber wieder mit ihm zusammen. Grund "Sie liebt ihn und er liebt sie". Außerdem habe er ihr versprochen, sich zu bessern und mit dem Trinken und dem "Stalken" (ich nenne es mal so) aufzuhören.

Soweit ich weiß hat er aber nicht vor, sich in Behandlung zu begeben. Was soll man davon halten? Kann sich so ein Mensch überhaupt bessern? Gut Zureden hilft bei ihr gar nichts mehr. Sie weiß, dass er nicht der Richtige Partner ist, sei aber eben so verliebt in ihn :schuettel:. Das Schlimmste an der Sache ist, dass sie seitdem die beiden wieder zusammen sind, nicht mal mehr verhütet (Die Pille setzte sie nach der zuvor angeblich endgültigen Trennung ab)

Was meint ihr? Übertreibe ich, wenn ich den Typ für absolut grauenhaft halte? Wie gehe ich mit ihr um? Muss ich sie ins scharfe Messer laufen lassen? Und gut zureden bringt bei ihr ja nichts. Immerhin ist sie erwachsen und trifft ihre eigenen Entscheidungen. Ich bin im Moment die Einzige, die weiß, dass sie wieder bei ihm ist - ich musste ihr versprechen, es niemandem zu erzählen...
 

Benutzer44777  (38)

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Liebe macht nun mal leider blind.
Wenn sie sogar willentlich die Verhütung weg lässt, hat sie vielleicht sogar eine idiotische Idee: wenn ich mich schwängern lasse, dann hört er mit trinken auf..

Du kannst ihr nur einen Spiegel vorhalten und hoffen, dass sie alles realisiert. Vielleicht lädst du sie mal zu einem (Wochenend-)Urlaub zu dir ein oder so
 

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Was mich an der ganzen Sache am meisten beunruhigt ist, dass sie die Pille abgesetzt hat und dementsprechend die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht. Ich bin mir relativ sicher, dass das Kind nicht unbedingt in den besten Verhältnissen aufwachsen würde, wenn ihr Freund sein Alkoholproblem und seine Kontrollsucht nicht in den Griff bekommt. Ich würde ihr an deiner Stelle auf jeden Fall als erstes dazu raten, dass sie verhütet!!!
 

Benutzer59900 

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_J_ Danke für den Tipp. Ich habe sie bereits zu mehreren Wochenendtrips eingeladen. Ich habe sie sogar regelrecht dazu angebettelt. Sie sagte immer kurzfristig ab. Am Ende stellte sich immer heras, dass sie stattdessen zu ihm ging :frown:.

Das mit Spiegel habe ich schon gemacht. Sie hat es auch während der Trennung schon realisiert und war auch schon dabei, über ihn hinwegzukommen. Und dann kam er wieder ins Spiel und alles verlief wieder im Sand. Es ist wie ein Teufelskreis mit ihr. Ich glaube nicht, dass sie wirklich schwanger werden will. Es ist mehr so, als würde ihr Gehirn aussetzen sobald sie auf ihn trifft. Dann denkt sie wohl an gar nichts mehr und lässt sich nur noch von der Leidenschaft treiben.

Valenina21 Ja, das ist das werde ich machen. Ich hoffe, dass sie wenigstens in dieser Angelegenheit auf mich hört. Ich glaube nicht mal, dass sie realisiert, was ein Kind in ihrer Situation bedeuten würde.
 

Benutzer113341 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich glaube nicht mal, dass sie realisiert, was ein Kind in ihrer Situation bedeuten würde.

Und genau das ist das Problem! Ich denke, dass sie blind vor Liebe ist und denkt, dass ein Kind alles besser machen würde, aber damit bindet sie diesen Typen nur dauerhaft an sich.
 

Benutzer63422 

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Das ist wirklich eine blöde Situation und ich kann dich als Freundin gut verstehen. Ich würde mir auch Sorgen machen.
Leider ist es aber so, dass du da herzlich wenig ausrichten kannst. Du kannst ihr natürlich deine Meinung sagen und dass du dir Sorgen um sie machst. Aber wenn sie bei ihm bleiben will, wird sie bei ihm bleiben.
Sie muss selbst wissen, wie sie damit klarkommt, denn es ist ihr Leben. Sie wird ihre Erfahrungen machen und sie wird abwägen, ob Liebe oder Leid überwiegt.

Das Beste, was du in so einer Situation machen kannst, ist ihr zuzuhören, ihr deine Meinung zu sagen und trotz allem hinter ihr und ihrer Entscheidung zu stehen und für sie da zu sein.

LG, Hasi
 

Benutzer79428 

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Es ist sehr schwierig, ihr in dieser Situation klarzumachen, worauf sie sich da eingelassen hat. Ich befürchte, ihr muss selbst irgendwann klar werden, dass sie sich da einer Tortur aussetzt und gerade bei Suchtproblemen gibt es häufig eine Koabhängigkeit bei den Nahestehenden, da ist sehr schwer durchzukommen.
Welche Rolle spielst du denn momentan für sie? Hast du das Gefühl, dass du ihr sehr wichtig bist als Ansprechpartnerin usw.? Ich denke, du wirst viel Geduld brauchen mit ihr.

In der Verhütungssache würde ich ihr allerdings wirklich den Kopf waschen, gerne auch etwas strikter und lauter - mach ihr klar, dass es ihre eigene Entscheidung ist, wenn sie sich diesem Wahnsinn aussetzen will. Aber sobald es um ein Kind geht, hat sie eine Verantwortung und dieser Verantwortung sollte sie sich bewusst werden. Was es für ein Kind bedeutet mit einem alkoholkranken Vater aufzuwachsen, ist ihr gewiss nicht bewusst, aber da ist es an der Zeit, sie wachzurütteln und ihr klarzumachen, dass "aber ich bin halt so verliebt" da keine gültige Ausrede mehr sein kann.
 

Benutzer59900 

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Danke für eure bisherigen Antworten :smile:.

Ich weiß, dass es ihr Leben ist. Aber es ist einfach so schwer, mit anzusehen, wie sie sich in den Ruin treibt. Klar kann es sein, dass er jetzt plötzlich die Kurve kriegt. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit denn? Und vor allem wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, wenn er nicht mal in professioneller Behandlung ist?

Am Ende habt ihr Recht und es ist ihr Leben und da kann kein anderer etwas machen. Am Wichtigsten ist mir im Moment, dass sie verhütet. Ich habe ihr dazu schon meine Meinung gesagt (Die beiden hatten davor schon während einer Trennung ungeschützten Sex. Ich bat sie damals schnell zum Frauenarzt zu gehen um die Pille danach zu nehmen und nannte ihr die Gründe, warum ein Baby absolut unverantwortlich wäre. Alles, was du Película Muda auch genannt hast... Und sie stimmte damals zu. Natürlich ist sie damals trotzdem nicht zum Arzt gegangen, es ist aber zum Glück nichts passiert.) Na ja, seitdem weiß ich, dass sie das Thema Schwangerschaft gar nicht ernst nimmt. Total erschreckend, davor war sie NIE so! Am Liebsten würde ich sie einmal ordentlich durchschütteln!

Zu meiner Rolle in ihrem Leben. Ich war immer eine ihrer besten Freundinnen, vor seiner Zeit war ich ihre erste Ansprechpartnerin. Ich kannte alle ihre Geheimnise. Während Trennungen bin ich auch die Erste, mit der sie darüber redet. Sobald sie wieder bei ihm ist, wird es aber schwer. Dann meldet sie sich kaum noch. Gestern war mein letztes Gespräch mit ihr, aber an Silvester wollte ich ihr keine "Moralpredigten" halten. Seitdem erreiche ich sie aber nicht mehr. Ich könnte verzweifeln. Wenn ich könnte, würde ich vorbeifahren. Aber sie ist in Paris X_X.

Ich bin auch die Einzige, die weiß, dass die beiden wieder zusammen sind. Ich musste ihr versprechen, darüber zu schweigen. Sie weiß, dass ale Freunde und Familie gegen ihn sind. Ich halte mich normalerweise immer an Versprechen. Aber irgendwie wäge ich ab, ob es klug ist, mit ihren Brüdern (sie haben ebenfalls eine enge Bindung zu ihr) anzuvertrauen. Vielleicht können die mehr erreichen als ich. Andererseits will ich ihr Vertrauen nicht brechen, am Ende wendet sie sich auch noch von mir ab - und ich bin die Einzige, mit der sie zumindest noch Kontakt aufrecht erhält.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du kannst nicht mehr tun, als ihr deine Meinung zu sagen.

Sie ist eine erwachsene Frau und kann dementsprechend selbst entscheiden, was sie tut, mit wem sie eine Beziehung führt, usw. - Aber sie muss eben dann auch die Folgen ihrer Entscheidung tragen.


Mir geht es bei einem Freund gerade ganz ähnlich wie dir. Da habe ich bezüglich seiner Beziehung und der weiteren Pläne der Beiden auch sehr große Bedenken (auch wenn die Situation ganz anders ist als bei deiner Freundin). Aber ich kann nicht mehr tun, als ihm von meinen Bedenken zu erzählen und hoffen, dass sie sich nicht bewahrheiten.
Und wenn doch, werde ich sicherlich nicht das Arschloch sein, das grinst und sagt: "Ich habs dir doch gleich gesagt.", sondern der Freund, der für ihn da ist.
 
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