Grundsatzdiskussion - Sterilisation von Männern und Frauen

Benutzer6428 

Doctor How
Hallo zusammen,

es gibt einen aktuellen Thread bei dem es um die Sterilisation von Frauen gehen. Der konkrete Fall hat sein eigenes Thema, es gibt aber auch wieder viele Grundsatzdisskusionen die meiner Meinung nach den eigentlichen Fall überlagern und tlw. mit diesem sehr wenig zu tun haben.

Aus diesem Grund starte ich DIESEN Thread, damit das ausgelagert werden kann und besser auf den TS des anderen Threads eingegangen werden kann.
 

Benutzer138371  (40)

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Ich wollte das schon mit 16 machen.

Tja, nur macht das kein Arzt bei uns.

Auch jetzt mit 40 ist das immer noch so eine Sache. Ohne medizinische Gründe wird das sehr ungern gemacht.

Für mich wäre das der ideale Schritt.

Somit müsste ich mir nicht immer Gedanken um die Verhütung machen.

Vielleicht lässt sich ja doch noch ein Arzt finden, der sich darum kümmert.
 

Benutzer159802 

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Bin seit dem Spätsommer sterilisiert, war total problemlos und auch im Nachhinein fast schmerzlos. 1 Woche lang fühlt es sich so an als hätte man einen Ball in die Weichteile bekommen, aber definitiv erträglich.
 

Benutzer174589 

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So, endlich Zeit.

Pro Sterilisation. :smile:
Leider werden einem, in Deutschland zumindest, doch mehr Steine in den Weg gelegt, als Beratungsangebote oder Hilfestellungen angeboten. Deshalb warte auch ich, wie viele andere Frauen und offenbar auch Männer, seit Jahren auf Tag X.
Seit 15 um genau zu sein. Mir war bewusst, dass es schwierig wird, aber nicht 15 Jahre schwierig.

Ich empfinde es als einen wichtigen Teil der Selbstbestimmung, auch solch einen Eingriff für mich entscheiden zu dürfen und ebenso akzeptiert und gehört zu werden, ernst genommen zu werden und nicht bevormundet, wie andere Menschen mit ihren vielfältigen Wünschen und Lebensentwürfen auch.
Leider ist das nicht immer gegeben, im Gegenteil, sogar sehr selten.

Ich bin mir auch nicht sicher, worauf dieses "Tabu" basiert, dass man offenbar damit ausspricht. Ist es tatsächlich nur das Unverständnis? Steckt mehr dahinter?

Wie auch immer. Tatsächlich find ich es auch absolut in Ordnung, dass Sterilisationen ab dem Alter von 18 Jahren durchgeführt werden. So, wie es also in Deutschland auch rechtlich erlaubt ist.
Ab dem 18. Lebensjahr, werden uns viele Türen geöffnet. Wir sind für uns und unser Handeln in großen Teilen selbst verantwortlich. Wir dürfen Entscheidungen treffen, die unser weiteres Leben mehr oder weniger stark beeinflussen. Wir müssen die mehr oder weniger großen Konsequenzen dafür tragen. Und wir tun es, jeden Tag, meistens mit Erfolg. Manchmal fahren wir auch etwas vor die Wand, dass gehört dazu. Und auch damit kommen wir dann mehr oder weniger gut klar.

Ich finde es schade und vor allem unverständlich, warum das Thema Sterilisation auf so taube Ohren stößt. Vielleicht weil es einfach nichts ist, was allzu häufig vorkommt und somit der Diskussion oder Veränderung nicht wert ist.

Vielleicht lernen wir ja hier alle noch was. Danke Damian Damian . :smile:
 

Benutzer74108 

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Naja, eine gewisse Altersgrenze ist sicherlich nicht schlecht. Denke um die 25-30 Jahre sind nicht verkehrt. Trotzdem finde ich es erschreckend, wie viele hier Probleme mit einer Möglichkeit zur Sterilisation haben. Meine war mit 30 und genau zum richtigen Zeitpunkt. Probleme mit dem Arzt ("Wollen sie es sich nicht noch mal überlegen" oder "Ich sterilisiere sie nicht") kenne ich nicht. Vielleicht ist es bei Frauen anders, oder ähnlich wie bei Schwangerschaftsabbrüchen. Letzten sah ich im Fernsehen eine Karte mit Ärzten, die das machen. In manchen Regionen müssen die Frauen weite Strecken zurücklegen, um einen Arzt zu finden, der es macht. Ist es bei Sterilisationen ähnlich, oder kann man, im Falle eines aufkommenden Kinderwunsches, sie beim Mann besser rückgängig machen, als bei der Frau?

Ansonsten bin ich Pro-Sterilisation. Nur zu leichtfertig sollte man nicht darangehen. Beim leisesten Zweifel sollte man es besser lassen.
 

Benutzer174589 

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Vielleicht lässt sich ja doch noch ein Arzt finden, der sich darum kümmert.

www.selbstbestimmt-steril.de

Falls du was zum lesen möchtest. :smile:

Bin seit dem Spätsommer sterilisiert, war total problemlos und auch im Nachhinein fast schmerzlos

Darf ich dich fragen, ob du Kinder hast?
Du bist 37?
Hattest du Schwierigkeiten eine*n Ärzt*in zu finden, für den Eingriff?

Kenn mich bei Männern nicht so gut aus. Da kenne ich nur die allgemeinen Zahlen (zwischen 30 und 65) und war überrascht zu lesen, dass es da offenbar doch schwierig ist, jung/kinderlos operiert zu werden.
 

Benutzer174589 

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Benutzer74108 

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Darf ich dich auch fragen, ob du zu dem Zeitpunkt schon Kinder hattest?
Wie sah die Beratung aus, wenn du schreibst :



Warum ab 25-30?
Was ist die Idee dahinter?
Kinder hatte ich zu dem Zeitpunkt keine. Die Entscheidung traf ich zusammen mit meiner Frau. Wir wollen keine Kinder, waren uns lange Zeit aber unsicher. Im Nachhinein war es der Druck unserer Familie (Kinder gehören zu einer Ehe, wann ist es endlich soweit? Ist alles in Ordnung, etc.). Als uns das klar wurde, trafen wir die Entscheidung sehr schnell.

Beim Alter mache ich mir Gedanken über die geistige Reife, bzw. die berühmt, berüchtigte biologische Uhr. Mir sind einige Paare bekannt, die "niemals" Nachwuchs wollten und Ende zwanzig ging der Kinderwunsch dann los. Ich fürchte eine zu große Lockerheit in jungen Jahren bei dem Thema. Klar, braucht man nicht mehr verhüten, aber was ist später? Mein Eindruck ist, viele, jüngere Menschen vergessen das ganz gerne.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Ich habe das tatsächlich auch schon überlegt...
Aber ich traue mir tatsächlich einfach nicht zu, nicht in 20 Jahren doch plötzlich unbedingt Kinder zu wollen und das dann zu bereuen.
Obwohl ich mich dafür aus heutiger Sicht sehr hassen müsste, weil ich persönlich es nicht verantworten könnte, Kinder in die Welt zu setzen, aber vielleicht ist die in 20 Jahren ja plötzlich wieder lebenswerter und ich will plötzlich doch Kinder...

Bisher habe ich auch das Glück, dass die Pille bei mir halbwegs gut funktioniert.

Wie ist das bei den Menschen hier, die sich da sicher sind und seitdem immer sicher waren? Ich kann mir nur schwer vorstellen, 20 Jahre lang bei ein und derselben Meinung zu bleiben, insbesondere wenn alle immer davon sprechen, dass irgendwann dann doch plötzlich der Kinderwunsch da ist, selbst wenn sie das vorher nie erwartet hätten. Rechnet man "einfach" nicht damit, dass das jemals eintreffen könnte? Glaubt man nicht daran, dass das tatsächlich so eintrifft? Oder wartet man ab, bis man das gewisse Alter hat und wenn da kein Kinderwunsch eintritt, dann... ?

Keine Sterilisation zu ermöglichen UND keine Abtreibungen gut machbar zu ermöglichen finde ich schon irgendwie kritisch...angeblich wird niemand gezwungen, ein Kind für das man nicht sorgen kann und/oder das man nicht haben will zu behalten, aber auf die Art und Weise ja irgendwie schon...
Dann kommt noch dazu, dass so eine Abtreibung ja auch nichts ist, das man halt ab und an mal macht, wenn man halt keine Kinder will...
Also finde ich es wahnsinnig wichtig, dass man mit der Sterilisation auch eine Möglichkeit der Selbstbestimmung bekommt. Aber wie stellt man fest, ob sich die Person wirklich sicher ist und ob man ihr damit einen Gefallen tut, so ohne Glaskugel?

Nur weil man andere Eingriffe schon früher selbstbestimmt durchführen lassen darf, heißt das ja nicht, dass das auch immer richtig so ist...
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Für mich selbst käme Sterilisation zwar niemals infrage (ich wünsche mir ja stattdessen, dass mein Mann sich sterilisieren lässt), allerdings finde ich schon, dass jede/r mit Erreichen der Volljährigkeit – unabhängig vom Geschlecht – selbst darüber entscheiden können muss, ob er/sie sich sterilisieren lassen möchte.

Bei uns hier muss man 25 sein, ehe man überhaupt darüber diskutieren kann. Und danach vermutlich abhängig davon, an welchen Arzt man gerät. 🤷🏻‍♀️ Eine Bekannte hat 5 Jahre immer wieder neu angefragt und wurde abgewiesen, obwohl sie ein Kind hatte und schon länger 30+ war. Finde ich echt nicht in Ordnung. 😐
 

Benutzer157013 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich war tatsächlich jetzt sehr geschockt, als eine Freundin von mir (Ü30, 2 Kinder) mir gesagt hat, dass ihre Frauenärztin sich weigert eine Sterilisation durchzuführen. Die Familienplanung ist definitiv abgeschlossen, aber Argument der Ärztin war wohl, dass man sich ja auch trennen einen neuen Mann kennenlernen könnte.

Aber auch ihr Mann hat bei mehreren Ärzten gesagt bekommen, eine vasektomie gäbe es erst ab 35.

Fand ich schon sehr befremdlich, zumal bei ihr wahrscheinlich auch noch andere Dinge für eine Sterilisation sprechen würden.
 

Benutzer174589 

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Als uns das klar wurde, trafen wir die Entscheidung sehr schnell.

Spannend, Danke :smile:

Ich fürchte eine zu große Lockerheit in jungen Jahren bei dem Thema. Klar, braucht man nicht mehr verhüten, aber was ist später? Mein Eindruck ist, viele, jüngere Menschen vergessen das ganz gerne.

Kennst du denn viele Menschen, die radikal eine Sterilisation für sich wünschen, quasi "nur um nicht verhüten" zu müssen?

Also ich frage mich, wenn man es einfacher möglich macht, wieviele würden es in welchem Alter tatsächlich für sich nutzen?

Wie ist das bei den Menschen hier, die sich da sicher sind und seitdem immer sicher waren? Ich kann mir nur schwer vorstellen, 20 Jahre lang bei ein und derselben Meinung zu bleiben, insbesondere wenn alle immer davon sprechen, dass irgendwann dann doch plötzlich der Kinderwunsch da ist, selbst wenn sie das vorher nie erwartet hätten. Rechnet man "einfach" nicht damit, dass das jemals eintreffen könnte? Glaubt man nicht daran, dass das tatsächlich so eintrifft? Oder wartet man ab, bis man das gewisse Alter hat und wenn da kein Kinderwunsch eintritt, dann... ?

Also meine Gründe sind recht rationale. Im einzelnen möchte ich sie gar nicht nennen, aber mir geht es tatsächlich so, dass das Thema Kinder in meinem Leben viel zu uninteressant und zu unwichtig ist. Reell darüber nachdenken tu ich abseits von Diskussionen wie diesen nie.

Mir wurden schon viele Binsenweisheiten zum Thema "Wenn du mal..." zugetragen und keine ist eingetreten. Selbst vier lange, selbstgewählte Jahre Gynäkologie und Neonatologie in der Klinik, lösten keine Gedanken in die Richtung bei mir aus. Im Gegenteil, seitdem habe ich noch einen kleinen Haufen lustiger Neurosen.

Ich kann nichtmal sagen, dass ich Kinder nicht mag. Ich arbeite weiterhin mit Kindern und Säuglingen. Gut, sie riechen komisch, sind nicht besonders clever, oft sehr laut und ganztägig würde ich das nicht mehr ertragen, aber sobald ich die Tür nach der Arbeit hinter mir zu ziehe, ist das Thema weg. Sind meine Neffen, Nichten oder andere Kinder aus meiner Bude verschwunden, sind sie weg und es geht zum Alltag über. Es ist schlicht unwichtig. Uninteressant.

Keine Ahnung, ob man das versteht, aber es war mir einfach schon immer egal.

Was ich aber auf keinen Fall möchte, ist schwanger sein. Absolute Horrorvorstellung, dass ich meinen Körper nicht für mich hab. Sich da was bewegt. Mich etwas zerstört. Jeder kennt diese Szene aus Alien. :grin:
Grausam. Und ich möchte auch nicht abtreiben müssen.

Keine Sterilisation zu ermöglichen UND keine Abtreibungen gut machbar zu ermöglichen finde ich schon irgendwie kritisch...

Das ist nämlich der nächste Punkt und einer bedingt eben irgendwie den anderen.

Aber wie stellt man fest, ob sich die Person wirklich sicher ist und ob man ihr damit einen Gefallen tut, so ohne Glaskugel?

Das weiß man nie.

Ich hab im letzten Thread ein paar Beispiele genannt. Wir geben jungen Leuten Führerscheine und übertrieben schnelle Fahrzeuge, nicht nur Autos, sondern auch Motorräder. Letzteres sogar ab 16. Ab 18 darf ich mich offiziell von der Fußsohle bis zum Scheitel verschulden, dass ich nie wieder die Sonne sehe. Auch hier sind Menschen involviert. Doch von wievielen Fahrlehrern hören wir, dass sie jemanden nicht zur Prüfung anmelden, wegen Unreife? Wieviele Bankangestellte lassen den Kreditvertrag nicht unterschreiben, weil sie nicht das Gefühl haben, dass die Person weiß, was sie da tut?

Wir trauen jungen Leuten Dinge zu. Dinge die verheerende folgen haben können(!). Dinge die das Leben an sich kosten können.

Wir trauen sogar 18 jährigen zu, alleine Kinder groß zu ziehen. Warum also nicht das Gegenteil?
 

Benutzer137391  (46)

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mein Exmann hat sich sterilisieren lassen mit 37 .. er hatte damals 2 Kinder mit mir.
der Arzt hat es ohne Diskussion gemacht

Ich habe mich dann mit 43 ebenso problemlos problemlos sterilisieren lassen können. Damals waren wir dann getrennt und
meine Familienplanung 100% abgeschlossen.

Im Vergleich: er war nach einem Tag wieder fit und war sogar am Tag der OP nachmittags arbeiten.

ich war die erste Woche völlig fertig und lag fast nur im Bett, war dann 2 Wochen krankgeschrieben :cry:
trotzdem würde ich es immer wieder machen lassen..
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich sehe das schon irgendwie kritisch. Die Operation birgt einige Risiken (vor allem bei Frauen!) und auch bei anderen nicht medizinisch indizierten Operationen finde ich es richtig, sie eben nicht zu machen. So wird auch kein Blinddarm entfernt, wenn der nicht entzündet ist, keine Mandeln und auch keine Milz. Man kann ja auch ohne leben - trotzdem verantwortet das kein Arzt. Durch eine Sterilisation bei Frauen kann es zu einigen ernstzunehmenden Problemen kommen, die man nicht unterschätzen darf: Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften, Begünstigungen von Krebs...

Natürlich kann das medizinisch intendiert sein und das ist dann etwas anderes, ansonsten gibt es aber wahnsinnig viele Verhütungsmethoden.
Leichtfertig habe ich immer gesagt, dass ich mich sterilisieren lasse, wenn wir mit der Familienplanung durch sind, aber sinnvoller ist, dass mein Mann, für den das ein sehr viel geringeres Risiko ist, diesen Schritt macht.

Und von wegen sicheres Verhütungsmittel: es gibt einige Verhütungsmittel mit einem genausoguten oder sogar besserem Pearl-Index als eine Sterilisation.
 

Benutzer137391  (46)

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ach ja. ich war bei meiner OP schon fast 10 Jahre hormonfrei..
und ich wollte auf keinen Fall wieder anfangen die Pille zu nehmen..
nach der Trennung hat es mir dann nix mehr genützt, dass mein Expartner sterilisiert war.:ninja:
Ich wollte auch auf keinen Fall nach jedem Sex kurz in Panik verfallen.. 2x war in der Zeit ein Gummi gerissen 😳
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Zum Thema Sicherheit: Eine gute Freundin ist 2019 ungeplant schwanger geworden – 10 Jahre nach ihrer Sterilisation. 🤷🏻‍♀️ Am geschocktesten war definitiv sie selbst. Ihre Großen sind 16 und 11 Jahre alt, der Kleine jetzt bald 1,5.

Aber auch: Ein früherer Kollege meiner Mutter ist einige Jahre nach seiner Vasektomie noch einmal Vater geworden. Er hat einen Vaterschaftstest verlangt, was natürlich zu Streit mit seiner Frau geführt hat, später hat eine Untersuchung gezeigt, dass ein Samenleiter wieder teilweise durchlässig war.

Das passiert eben, nicht oft, aber es passiert.

Das ist auch mit ein Grund, warum ich mich nicht sterilisieren lassen würde: Ich kann die Zuverlässigkeit der Verhütung einfach nicht prüfen.

Dennoch finde ich es nicht in Ordnung, erwachsenen Menschen diesen Eingriff zu verwehren oder unnötig schwer zu machen.
 

Benutzer74108 

Verbringt hier viel Zeit
Kennst du denn viele Menschen, die radikal eine Sterilisation für sich wünschen, quasi "nur um nicht verhüten" zu müssen?

Also ich frage mich, wenn man es einfacher möglich macht, wieviele würden es in welchem Alter tatsächlich für sich nutzen?

Sie sind mir nicht unbekannt. Eine gute Freundin (ehemalige Arbeitskollegin) wollte nie Kinder. Bereits mit 16 wollte sie sich sterilisieren lassen und als es bei uns soweit war, verfolgte sie die Sache sehr interessiert. Ihr damaliger Freund, jetzt Ehemann, schwankte immer wieder. Beide haben große Ziele für die Zukunft (Studium, Auslandsaufenthalte, persönliche Freiheit). Und nun? Er ist 39, sie 33. Inzwischen denken sie darüber nach, ob ein Kind nicht doch etwas wäre?

Eine andere Sorge ist die Schwester eines unserer Freunde. Sie ist jetzt Anfang zwanzig (absolute Nachzüglerin) und ein sehr naives "Mädchen." Das soll nicht abwerten klingen, aber in unseren Augen fehlt ihr einiges, um von uns als Frau angesehen zu werden. In einer stillen Stunden sprach ihr Bruder über ihren Wunsch sich sterilisieren zu lassen. Dann müsste sie sich nicht ständig sorgen um Schwangerschaften machen, wenn sie mal wieder mit einem Kerl im Bett war. Man muss dazu sagen, das sie gerne die Partner wechselt. Reicht es nicht, um ihren Bruder Sorgen zu machen, fürchtet er, sie könnte Leichtsinnig werden -> Geschlechtskrankheiten. (er ist Mitte 30).

Ich sehe das schon irgendwie kritisch. Die Operation birgt einige Risiken (vor allem bei Frauen!) und auch bei anderen nicht medizinisch indizierten Operationen finde ich es richtig, sie eben nicht zu machen. So wird auch kein Blinddarm entfernt, wenn der nicht entzündet ist, keine Mandeln und auch keine Milz. Man kann ja auch ohne leben - trotzdem verantwortet das kein Arzt. Durch eine Sterilisation bei Frauen kann es zu einigen ernstzunehmenden Problemen kommen, die man nicht unterschätzen darf: Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften, Begünstigungen von Krebs...

Natürlich kann das medizinisch intendiert sein und das ist dann etwas anderes, ansonsten gibt es aber wahnsinnig viele Verhütungsmethoden.
Leichtfertig habe ich immer gesagt, dass ich mich sterilisieren lasse, wenn wir mit der Familienplanung durch sind, aber sinnvoller ist, dass mein Mann, für den das ein sehr viel geringeres Risiko ist, diesen Schritt macht.

Und von wegen sicheres Verhütungsmittel: es gibt einige Verhütungsmittel mit einem genausoguten oder sogar besserem Pearl-Index als eine Sterilisation.
Deine Überlegungen kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir standen vor ähnlichen Problemen, weswegen auch ich mich sterilisiert haben lasse und nicht meine Frau. Allerdings gibt es auch Frauen, die im Rahmen einer Sectio sich gleich mit sterilisieren ließen (meine das haben hier einige Frauen gemacht.)

Sicherlich gibt es noch andere Verhütungsmethoden, aber selbst wenn sie sicher sind, bringen sie selber Risiken mit. Nicht jede Frau verträgt Hormone. Selbst das Einsetzen der Spirale/ Kupferkette ist eine Art OP. Sicherlich nicht so radikal, wie eine Sterilisation, trotzdem "können" Probleme auftreten. Verhütung ist etwas sehr individuelles, egal ob für Mann oder Frau. Leider sind die Möglichkeiten für Männer sehr begrenzt (Sterilisation, Kondom, Coitus-Interuptus, Enthaltsamkeit) und für die Frauen nicht immer ohne Risken (denke da z.B. an die potentielle Nebenwirkungen der Hormoneinnahme). Für mich ist die Sterilisation perfekt, aber es muss nicht für jeden sein.
 

Benutzer174589 

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Zum OP Risiko, sicher ist das vorhanden. Hat eine junge Frau Beschwerden aufgrund zu großer Brüste, würde man sie doch wahrscheinlich auch in jungem Alter einer entsprechenden OP unterziehen. Genauso würde sich problemlos jemand finden, der sie vergrößert, egal ob Fehlbildungen vorliegen oder nicht.

Warum ist die OP okay und die andere nicht? Ganz objektiv? Warum findet man für das eine Adressen, Werbung, Information in Hülle und Fülle, objektive Beratung und für das andere nicht?

Man kann beides moralisch nicht gut finden. Vielleicht hätte man für das ein oder andere dann doch Verständnis. Aber rein objektiv, warum gibt es diese Diskrepanz?

Oder noch weiter gegriffen, axis mundi axis mundi hatte das sehr schön geschrieben im letzten Thread. Wer warnt Frauen vor dem Risiko von Schwangerschaft, Geburt und nicht zuletzt Mutterschaft? Warum sagt da niemand, dass die Spirale erstmal bleibt und man sich zuhause nochmal ganz in Ruhe Gedanken machen sollte. So weit gegriffen ist das eigentlich gar nicht, denn auch diese Dinge bergen beträchtliche Risiken und im Zweifel lebenslange Folgen. Würde man von ärztlicher Seite eine 18 jährige zum Kinderwunsch beraten? Ihr die Spirale ziehen? Vermutlich schon.

Also warum ist bei einem das Risiko so wichtig und bei dem anderen nicht? Warum stufen wir Wünsche dort unterschiedlich ein?

Verhütung kostet Geld, Nerven und ist immer mit mehr oder weniger großen Eingriffen in den Körper verbunden. Wozu also, wenn man sowieso keine Kinder möchte? NFP gewinnt aus diesen Gründen immer mehr Anhänger. Da sind die Gründe für viele dann nachvollziehbar. Wenn eine Frau ohne Kinderwunsch diese Verhütungsmittel nicht möchte, dann oft nicht mehr. Jedes einzelne kann Nebenwirkungen haben. Ebenso wie eine Sterilisation. Oder eine Abtreibung. Und nicht für jede Frau kommt alles überhaupt in Frage. Und warum dann nicht den Eingriff, der vielleicht für den Moment Risikobehafteter ist, dafür aber einmalig?
 
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Benutzer159802 

Verbringt hier viel Zeit
Also von diesen ganzen Erfahrungen die hier geschrieben stehen habe ich noch nichts mitbekommen. Klar bei Frauen können die Gespräche anders ablaufen und die Ärzte eher davon abraten. Verstehen tue ich es nicht denn der Hormoncocktail ala Pille pder Spirale welches die einzige "echte" Alternative ist ist ja nun auch nicht ohne. Mein Urologe macht hunderte Sterilisationen im Jahr und das Beratungsgespräch war völlig unkompliziert. Mann 36 mit einem Kind und Partnerin 40 mit 2 Kindern... ist natürlich auch ne gute Grundlage ins Gespräch zu gehen. Rückgängig zu machen ist zumindest auch nach Jahrzehnten beim Mann kein Problem.
 

Benutzer174589 

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Sie sind mir nicht unbekannt.

Mir auch nicht.

Trotzdem hast du dich für die Vasektomie entschieden und scheinst zufrieden damit. Also wo ist der Unterschied?

Und was meinst du, wäre jetzt anders, wenn man den Eingriff erst ab 25 oder 30 legitimiert? Die Frau in Beispiel eins hätte ihn längst hinter sich.

Was ich an der Stelle ebenfalls interessant fände, wäre zu wissen, ob dieser Gedanke bei den beiden überhaupt aufgekommen wäre, wenn es faktisch nicht mehr gehen würde.

Das wird ja auch oft als Argument gebracht : der*die entsprechende Partner*in. Nach einer Sterilisation, würde das doch auch bei der Partner*innenwahl Thema sein. Vermutlich vor dem ersten Sex.
So wird man sich vermutlich niemanden suchen, der auf jeden Fall noch Kinder möchte. Und vielleicht könnte es wirklich passieren, dass man es dann irgendwann bereut. Vielleicht passiert es aber auch nie, weil man einfach diese Gedankenspiele gar nicht mehr hat.

In solchen Konstellationen gibt es immer viele wenns und abers. Für mich gehört das ganz klar zu Konsequenzen, die man mehr oder weniger gut selber tragen kann.
 
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