Gegensätze und so?

Benutzer150964 

Öfter im Forum
Hallo! :smile:

Mir ist langweilig, deshalb spuken mir einige Gedanken im Kopf rum und ich würde gerne mit gewillten Gesprächspartnern darüber diskutieren. Auch wenn es das bestimmt schon mal gab, würde ich mich über aktuelle Meinungen/Erfahrungsberichte freuen.

Also, meine bisher längste Beziehung (4,5 Jahre) fand ein Ende, weil er sich in eine Andere verliebt hat.
Da es ohnehin nur noch kriselte, war das für uns beide wahrscheinlich das Beste.

Generell waren wir aber in so ziemlich allen Dingen (Politik, Musik, Bildung, Humor... nur nicht, was Treue betrifft :mad:) einer Ansicht und auf der selben Wellenlänge.
Beide sind/waren wir ziemliche Dickköpfe und vertreten gerne mal etwas extreme Ansichten und besitzen einen gewissen Jähzorn. :whoot:
Kurz und knapp: wir konnten uns jederzeit super über alles mögliche echauffieren. In der Regel war aber alles super harmonisch (außer, es ging um seine Affären:rolleyes:).

Nun sitze ich hier und denke über seine neue Flamme nach.
Ich will ihre Beziehung in keinster Weise abwerten und kann mittlerweile auch gut damit leben, dass die beiden zusammen sind. Nur bringen sie mich immer wieder dazu darüber zu grübeln, ob gemeinsame Ansichten wirklich wichtig sind.

Ein paar Beispiele:
Sie hat einen Tunnel und ein Septum, was er während der Beziehung mit mir immer schrecklich hässlich gefunden hat.
Sie hört Sido und das... naja, das ist so ziemlich das schlimmste für ihn.:grin:
Sie postet auf Facebook massenweise diese herzerweichenden Bilder mit den tief nachdenklichen Sprüchen und zur Abwechslung auch Bilder von ihm und ihr. Er hat es immer gehasst, wenn jemand Bilder von ihm öffentlich gepostet hat (und hat die Person jedes Mal gezwungen, es zu löschen) und diese Sprüche hat er immer verächtlich betrachtet.
Ihre politischen Ansichten stehen komplett im Gegensatz zu seinen.
Sie ist ein Mensch, der immer im Mittelpunkt von allem stehen muss und er ist ein extrem zurückhaltender Mensch, der aus der Stille Kraft gewinnt und vor allem nicht gerne unter Leute geht (führte immer zu unterirdischer Laune).
Und viele andere Kleinigkeiten, die eigentlich so gar nicht passen.

Das weiß ich übrigens, weil wir gemeinsame Freunde haben. Also keine Sorge, ich bin kein Stalker. :whoot:

Anscheinend scheint ihre Beziehung aber viel besser zu funktionieren, als die zwischen ihm und mir. (Alleine schon, weil er sie wirklich machen lässt, was sie will. Ich musste mich immer anpassen, sonst gab es Stress.)

Hat jemand schon mal so etwas erlebt?
Kann es wirklich sein, dass komplett verschiedene Menschen viel besser als Paar funktionieren als welche, die sich extrem ähnlich sind?

:bier:Gedankengang Ende:bier:
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Hat jemand schon mal so etwas erlebt?

Ja, doch. Zuhauf. Und ich habe mich, wie Du, des Öfteren gefragt, was die Chemie dieser Konstellationen sein mag.

Es gibt ja diese "Arsch auf Eimer"-These. Zwei Menschen ergänzen sich in ihrem Handeln, ihren Leidenschaften irgendwie kongenial, obwohl die Schnittmenge gemeinsamer Anschauungen und Interessen überschaubar ist. Für Außenstehende manchmal nicht nachvollziehbar. Wie bei Ernie und Bert. Als Paar auf den ersten Blick denkbar ungeeignet wird bei naher Betrachtung etwas seltsam wertvolles "Ergänzendes" sichtbar.

Kurzfazit oder Vermutung: Solange die Ebene des gegenseitigen Respekts intakt bleibt, funktionieren solche Paare mitunter außergewöhnlich.

:bier:Gedankengang (vorerst) Ende :bier:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mein erster Gedanke: Wie lange sind die zwei denn schon zusammen? Probleme ergeben sich ja erst nach einiger Zeit. Vielleicht ist momentan einfach alles noch rosa.
Zumal: Wie viel Einsicht hast du wirklich in die Beziehung? Von außen gesehen ist oft nichts, wie es scheint.
Dritter Gedanke: Bei manchen Paaren klappt es trotz enormer Gegensätze einfach. Warum? Das weiß ich leider auch nicht. Die Eltern meiner früheren Mitbewohnerin waren da auch so: Sie eine stille kleine Maus, er ein lauter Bär. Selbst meine Mitbewohnerin hat nicht verstanden, wieso das eigentlich funktioniert. Nach sicherlich über zwanzig Jahren immer noch verheiratet - und wenn ich nach den Erzählungen meiner Mitbewohnerin gehe, nicht unglücklich.
 

Benutzer150964 

Öfter im Forum
Wie bei Ernie und Bert.
Das ist ein interessanter Vergleich! :whoot:

Ich kenne nur Paare, die sich sehr ähnlich sind und bei denen unterschiedliche Ansichten eher zu Streit führen.
Deshalb interessiert mich das Thema umso mehr.

Mein erster Gedanke: Wie lange sind die zwei denn schon zusammen?
Das dürften jetzt 2 Jahre sein, da hat man die rosarote Brille eigentlich abgesetzt.

Wie viel Einsicht hast du wirklich in die Beziehung?
Eigentlich keinen, das wäre unangebracht. Aber sie sind zusammen und wenn es kriseln würde, wäre dem nicht so.
Mein Ex ist kein Mensch, der eine Beziehung mit Problemen führen, geschweige denn retten würde. (Typisch Wegwerfgesellschaft.)
 

Benutzer139398  (27)

Öfter im Forum
Hm also meim freund und ich haben fast nichts gemeinsam wir sind grundverschieden und ich glaube deswegen passen wir auch so gut zusammen den wir ergänzen uns sehr gut....
Unsere beziehung lauft sehr gut klar hin und wieder streiten wir aber das ist denke ich in jeder beziehung so....
 

Benutzer154852 

Ist noch neu hier
Ich habe sowas ähnliches erlebt wie dein Exfreund.
Nur waren mein Exfreund und ich dermaßen der selben Ansicht, dass er mir nur immer zugestimmt hat.
Er war innerlich so weich, gefühlvoll, eher wie eine beste Freundin, verletzlich und auch ein bisschen gestört (kleine bis große Weh-wehchen)...
Jetzt ist das Ganze schon eine Weile vorbei und ich habe eine neue Person gefunden, ganz anders als der Exfreund und es ist auch einfach eine Abwechslung. Es ist einfach gut, Gegensätze zu haben, es fühlt sich gut an, die Chemie stimmt, plötzlich interessieren mich die Dinge die er macht, obwohl ich vorher nichts damit am Hut hatte, er motiviert mich ungewollt dazu, neue Dinge auszuprobieren, es ist alles ganz frisch.

Wenn das Gefühl jetzt bei mir auch so anhält wie bei deinem Ex anscheinend - dann kann ich glücklich bis an mein Lebensende mit ihm zusammen bleiben :rolleyes:.

Es ist manchmal schwer zu verstehen wieso und warum, aber ich glaube auch an diese Chemie die einfach stimmen muss.
Und weshalb sie das manchmal tut und manchmal nicht hat sicher ganz komische Gründe, die wir hoffentlich nie erforschen werden, sonst wird es ja auch langweilig.

Liebe Grüße:smile:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das dürften jetzt 2 Jahre sein, da hat man die rosarote Brille eigentlich abgesetzt.
Ganz ehrlich? Finde ich nicht. Wohnen die zwei schon zusammen? Mag Ansichtssache sein, aber für mich ist nach zwei Jahren noch lange kein Alltag eingetreten - vorallem, wenn man sich nur für die schönen Dinge sieht und nicht zusammen wohnt.

Eigentlich keinen, das wäre unangebracht. Aber sie sind zusammen und wenn es kriseln würde, wäre dem nicht so.
Mein Ex ist kein Mensch, der eine Beziehung mit Problemen führen, geschweige denn retten würde. (Typisch Wegwerfgesellschaft.)
Ach, wer weiß... Ihr seid ja auch schon lange getrennt - vielleicht hat er sich geändert.
Ich würde mir aus der Ferne echt keine Meinung über eine Beziehung machen. Es ist mir schon passiert, dass ich plötzlich hörte "X und Y trennen sich!" und ich dachte, die Beziehung würde gut laufen.
Ich will damit nicht sagen, bei deinem Ex und seiner Freundin läuft es definitiv schlecht, nein. Kann schon sein, dass das klasse funktioniert. Aber es ist eben nicht die einzige Möglichkeit und dadurch, dass du eben außen stehst, kannst du dir kein Bild von ihrem Umgang miteinander machen.
Aber eigentlich solltest du dir darüber so oder so keinen Kopf machen. :smile: Guck nach vorn!
 

Benutzer150964 

Öfter im Forum
Aber eigentlich solltest du dir darüber so oder so keinen Kopf machen. :smile: Guck nach vorn!
Mach ich :smile:
Ich denke nur gerne über interessante Konstellationen nach.
Wie gesagt, kenne ich nur Paare, die sich in den grundlegenden Ansichten einig sind. Habe noch nie was anderes erlebt und frage mich, wie das so ist.

S srf99 und wenn ihr mal über ein Thema sprecht, wo ihr eine unterschiedliche Meinung habt (zb Politik) versucht niemand, dem anderen seinen Standpunkt "aufzudrängen"?
 

Benutzer150857 

Sehr bekannt hier
Es sind aber eben auch nur
viele andere Kleinigkeiten, die eigentlich so gar nicht passen.
:smile:

Vielleicht ist ihm bewusst geworden, dass diese vielen Kleinigkeiten kein Grund sind, um nicht mit ihr zusammen zu sein. Ich meine, es geht dabei ja auch tatsächlich um Nichtigkeiten - sie postet irgendwelchen Käse bei Facebook, hat ein Piercing oder so, hört andere Musik als er und ist ein ruhiger Mensch. Wenn das alles ist, wobei sie sich voneinander unterscheiden, sind sie sich vielleicht doch näher als du denkst. :zwinker: Meiner Ansicht nach sind das jedenfalls keine Dinge, die für mich ausschlaggebend wären, eine Beziehung mit jemandem führen zu wollen oder nicht. Mein Mann mag aber auch Helene Fischer, ich bin ein sehr toleranter Mensch. :tongue:
 

Benutzer150964 

Öfter im Forum
Mein Mann mag aber auch Helene Fischer, ich bin ein sehr toleranter Mensch. :tongue:
DAS wäre für mich wirklich ein no-go! Wie erträgst du das?:whoot:

Ich kenne sie persönlich nicht so gut. Zwar wurde mir viel von Freunden über sie erzählt, aber da kann man ja nie sicher sein, wie viel davon stimmt. Aber das Gesamtbild passt eigentlich nicht.

Eine Freundin von mir war mal mit einem zusammen, der absolut nichts mit ihr gemeinsam hatte. Sie war sehr schnell genervt von ihm. :unsure:
Das lag aber vor allem daran, dass er ihre Meinung immer abgewertet hat, weil sie nicht der seinen entsprach.

Wie läuft das bei "gesunden" Beziehungen ab, wenn zb der eine die Grünen wählt und der andere die CDU?
Lässt man das Thema dann lieber ruhen?
 

Benutzer153493 

Meistens hier zu finden
Ich kann ja erstmal nur für mich sprechen und da kann ich sagen, für mich wäre eine Beziehung mit vielen Gegensätzen unerträglich und ich würde Sie nicht führen.

Ich hab einfach schon zu viele Situationen im Leben, in der ich meinen Standpunkt und meine Meinung behaupten muss. Da will ich mindestens mit meiner besseren Hälfte hauptsächlich einer Meinung sein.

Das dies nicht bei allem geht ist mir bewusst, aber nehmen wir mal zum Beispiel die Gelassenheit einer Person bzw. rationales Denken vor gefühlsbedingtem Handeln. Ich bin ein Mensch, der sehr ruhig ist und logisch handelt, in einer Streit Situation versuche ich mit Argumenten oder Pro/Kontra Ansichten mich zu rechtfertigen. Nimmt man nun den Gegensatz, also eine Person die ihren Gefühlen freien lauf lässt (Was ich bei Frauen eher öfters beobachte) und als Grundgerüst der Argumentation anbringt, dass ihr das halt nicht passt, würde ich bestimmt nach kurzer Zeit bekloppt werden.

Da bin ich froh einen Menschen getroffen zu haben, mit dem man in aller Ruhe einen Kompromiss erarbeiten kann bei einer Meinungsverschiedenheit und es kein lauter Streit werden muss, in dem es am Ende nur noch darauf ankommt seine Meinung durchzusetzen und zu "gewinnen".

Auch gehe ich gerne viel unter Leute und ein Mensch der lieber am Wochenende zuhause vorm Fernseher sitzt anstatt in die Sonne spazieren zu gehen würde mir auf dauer auch nur auf den Keks gehen.

Für meinen Teil würde ich also sagen, Gegensätze können sich schon anziehen und man kann dadurch immer eine Menge dazulernen aber auf dauer kann es sehr anstrengend sein und ich finde wer mit seiner besseren Hälfte zusammen ist, sollte davon eher gelassener werden und seine Akkus auftanken können.

MfG Boarnub
 
G

Benutzer

Gast
Mit meiner ersten großen Liebe hatte ich fast nichts gemeinsam ^^ wie waren wirklich Grundverschieden!
Es ist nur wichtig zumindest wenige gemeinsame Interessen und Hobbys zu finden :zwinker:
 
D

Benutzer

Gast
Ich steh so gar nicht auf Gegensätze in einer Beziehung. Wichtige Dinge checke ich zu Beginn ab, will da auch nicht tolerant sein. Aber nach meiner letzten langen Beziehung (4,5 Jahre :zwinker:) war ich danach auch kurz mit einem kompletten Gegenteil von mir zusammen. War dann halt doch mal spannend aber ging natürlich nur kurz zu, auch wenns am Anfang gut lief und die Gegensätze spannend waren. Das könnte ich mir bei ihm auch vorstellen.

Und auch grundsätzlich glaube ich, dass es Menschen gibt, die mit Unterschieden in einer Partnerschaft besser klarkommen als andere. Das möchte ich auch gar nicht werten. Könnte man nämlich sowohl als Toleranz auslegen oder als Inkonsequenz (bei wichtigen Sachen), da jemand der selbst weniger Werte besitzt, anderen natürlich auch toleranter gegenüber sein kann. Mal bissel provokativ gesagt: Wenn man keine eigene Meinung hat, kann die der anderen mich auch nicht stören. Bin mir da noch nicht ganz sicher und hab keine abschließende Meinung. Vermutlich ist es eine Mischung.
 

Benutzer154852 

Ist noch neu hier
und wenn ihr mal über ein Thema sprecht, wo ihr eine unterschiedliche Meinung habt (zb Politik) versucht niemand, dem anderen seinen Standpunkt "aufzudrängen"?

Das ist uns bis jetzt noch nicht passiert, aber wir sind ja noch relativ am Anfang, nicht mal offiziell zusammen.
Ich denke in jeder Beziehung gibt es trotzdem Meinungsverschiedenheit, weil man sich nie in jedem Standpunkt einig sein kann.
Ob man dann mehr Diskussionen hat oder ein paar weniger, solange sich die Spannungen am Ende entladen und man über seine eigene Sturheit lachen kann ist es doch gut :smile:.
 

Benutzer68742 

Meistens hier zu finden
Wenn es nur Kleinigkeiten sind, machen Gegensätze nicht viel aus, finde ich. Mein Freund und ich sind einerseits sehr verschieden, aber bei den "wichtigen" Sachen dann wieder sehr gleich. Weltanschauung, Politik, grobe Zukunfsplanung etc.
Ich empfinde das als gute Mischung, auch wenn bei uns "gendertechnisch" manches "falsch" herum ist.
Er geht z.B. gerne mal "bummeln" oder guckt in Geschäften "einfach nur so", während ich das als furchtbare Zeitverschwendung empfinde (aber dadurch hab ich jetzt zumindest ein paar chicere Sachen im Kleiderschrank). Er hat keine Ahnung von Technik, also richtige ich eben unseren Wlan-Router ein... :grin: Keine Ahnung, es ergänzt sich ganz gut, finde ich.
Aber wenn er jetzt zum Beispiel... leidenschaftlicher Fleischesser wäre und ständig über Vegetarier "Witze" machen würde... das könnte ich nicht so leicht tolerieren, wie zum Beispiel seinen etwas ausgefallenen Musikgeschmack...:rolleyes:

Fazit: wenn jeder zu Kompromissen bereit ist und sich dabei trotzdem nicht verbiegt, klappt es. Oder wenn man sich in wichtigen Dingen einig ist (z.B. Kinder ja oder nein). Da stört dann auch das Nasenpiercing oder was auch immer gar nicht mehr so doll, wie man vorher vielleicht immer gedacht hat:zwinker:
 
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