Freundin befriedigt sich nicht selbst

Benutzer155675  (30)

Ist noch neu hier
Hallo zusammen,

Eigentlich dachte ich, dass ich für Fragen bei Planet-Liebe schon 10 Jahre und einige Beziehungen zu alt bin, aber ich weiß nicht so richtig weiter. Da ja hier ziemlich viele Erfahrene rum schwirren: Vielleicht hat ja jemand einen Tipp.

Ich bin seit 4 Monaten mit meiner neuen Freundin zusammen. Natürlich haben wir regelmäßig Sex. Nun ist es bei ihr leider so, dass sie überhaupt gar nicht kommen kann, wenn ich nicht mit der Hand mithelfe. Selbst dann, fällt es ihr extrem schwer und sie muss sich enorm konzentrieren. Ich kannte das aus meinen bisherigen Beziehungen überhaupt nicht (Oder habe immer gute Schauspielerinnen erwischt). Als ich sie darauf angesprochen habe, wie es denn klappt wenn sie sich selbst befriedigt, bekam ich die überraschende Antwort, dass sie es überhaupt nicht macht. Sie meint sie hätte das in der Vergangenheit ausprobiert, es wäre aber nicht so ihr Ding.

Natürlich kann man jetzt die Frage stellen wieso mich das überhaupt interessiert - es ist ja ihre Sache ob und wie sie sich selbst anfasst, und es ist ihr recht es nicht zu tun. Allerdings vermute ich einen Zusammenhang zwischen ihren Schwierigkeiten zu kommen und der Tatsache, dass Sie es nie selbst macht. Es fehlt dann mMn. einfach an Körperbewusstsein - man entwickelt kein Gefühl dafür worauf man achten muss.

Meine Fragen:
  • Finde ich es zu recht ungewöhnlich, dass sie sich überhaupt nie selbst befriedigt? Woran kann es liegen?
  • Besteht eurer Meinung nach ein Zusammenhang zwischen Selbstbefriedigung und der Fähigkeit zu kommen?
Wir haben das Thema nun 2-3 mal angesprochen, aber sie ist dabei immer sehr beschwichtigend und versucht es immer direkt in Richtung von "Ich mag es viel mehr wenn du mich anfasst" zu lenken.

Bin wie gesagt ein wenig ratlos und erhoffe mir Tipps und eigene Erfahrungen (am besten aus weiblicher Perspektive).

Danke euch :smile:
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Wenn es (meiner Erfahrung nach) Abweichungen von "einmal pro Woche" bis "mehrmals am Tag" gibt, was Selbstbefriedigung angeht, dann gibt es sicherlich auch Leute, die dem einfach nichts abgewinnen können. Bei Frauen bin ich jetzt nicht der Experte, aber bei Männern ist es ja durchaus nicht schlecht, wenn sie nicht vom festen Griff verwöhnt und von oft durchgeführter Selbstbefriedigung "verwöhnt" sind. Wenn sie es sind, kann es dazu führen, dass Sex ihnen nicht mehr viel bringt und Selbstbefriedigung geiler ist - weil keine Vagina der Welt so gut mit ihrem Pimmel umgeht wie die eigene Hand.

Es ist ungewöhnlich, ja. Aber schlecht muss es nicht unbedingt sein.
Einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zu kommen und Selbstbefriedigung sehe ich (meine Meinung, nicht statistisch belegbar oder so!) eher, wenn die Fähigkeit durch zu ofte Selbstbefriedigung (falls es da ZU oft gibt :drool:) eingeschränkt wird.

Dass eine Frau ohne Zunahme der Hand nicht kommen kann, ist nicht ungewöhnlich. Vaginale Orgasmen sind, wenn ich richtig informiert bin, seltener als klitorale (aber den umgekehrten Fall gibt es natürlich auch). Schwierig finde ich, dass du das immer machen musst. Selbstbefriedigung hin oder her: Sie kann ja zumindest beim Sex mit dir mal selbst an sich rumspielen, damit du dich nicht um alles kümmern musst. Das muss natürlich nicht immer so sein; du willst ja auch für Orgasmen verantwortlich sein. Aber ab und zu kann sie das beim Sex schon selbst machen, oder?

Dass es ihr selbst bei Anfassen durch dich schwer fällt, zu kommen, halte ich nicht für ein Symptom der nicht vorhandenen Selbstbefriedigung. Das kann eine generell fehlende Empfindlichkeit sein - oder eine psychische Blockade. Vielleicht lässt sich das durch Herumspielen an sich selbst lösen, vielleicht auch nicht.

Fakt ist: Wenn jemand keine Lust verspürt, sich selbst zu befriedigen, dann ist das eben so. Man sollte das nicht als unnormal hinstellen oder gar erzwingen. Damit meine ich nicht, dass du das tust - nur ein ergänzender Kommentar.

Alles Gute für die Zukunft,
Viech

Nachtrag:

Es fehlt dann mMn. einfach an Körperbewusstsein - man entwickelt kein Gefühl dafür worauf man achten muss.

Wenn sie selbst nicht weiß, was ihr gefällt, kann sie dich nicht lenken/führen. Das ist klar. Und sie kann auch nicht selbst nachhelfen. Wenn SB aber nicht ihr Ding ist, könnt ihr euch ja trotzdem mal hinsetzen (oder -legen :zwinker:) und nach Absprache eine kleine Expedition veranstalten. Du sagst ihr: "Ich würde gerne lernen, was dir gefällt. Ich erkunde dich ein bisschen, und du sagst mir, was dir besonders gefällt." Dann fummeln und Feedback einholen. Sie kann lernen, was ihr gefällt, ohne es selber zu machen - und du genau so. Learning by doing. Passt doch. :grin:
 

Benutzer155675  (30)

Ist noch neu hier
Hey Viech,

Danke für deinen ausführlichen Beitrag. Finde deine Gedanken dazu sehr interessant. Wie du schon sagst: Ich will es auf keinen Fall erzwingen. Es ist ihre Sache. Würde mir nur wünschen, dass ich ihr irgendwie dabei helfen kann es für sich zu entdecken - auch bezüglich unserem Sexleben.

Hier liegt nämlich genau die Crux: Sie macht es sich auch während des Sex nicht selbst - "mach lieber du, das fühlt sich besser an". Nun bin ich aus bisherigen Beziehungen was das angeht leider recht verwöhnt, da ich nie Hand anlegen musste. Für mich ist es also schwer den Sex richtig zu geniessen und mich fallen zu lassen, wenn ich nebenher genau drauf achten muss wie ich sie am besten anfasse (was in manchen Stellungen allein technisch sehr schwierig sein kann).

Ich glaube eher an was psychologisches... will hier aber gerne erst mal Gedanken sammeln, bevor ich noch mal mit ihr darüber rede. Wenn sie den Eindruck hat, dass ich sie unter Druck setze, wird sie es wohl kaum lieber mögen.
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Wart mal noch die anderen Antworten ab, vielleicht hat ja jemand Erfahrung oder konrekte Tipps. Ansonsten: Sprich es noch mal an. Es ist keine Schmach, sich einzugestehen, dass die Grenzen der eigenen Erfahrung erreicht sind. In einer Beziehung muss es möglich sein, mal zu sagen: Ich fühle mich ein bisschen überfordert, habe damit keine Erfahrung und finde, dass ich da deine Hilfe brauche.
Vielleicht ging aus euren bisherigen Gesprächen für sie eher hervor, dass du das zwar ungewöhnlich und für sie auch schade findest, aber (aus ihrer Sicht) kein wirkliches Problem besteht. Dann solltest du noch mal betonen, dass dich das beschäftigt und du dich nicht richtig fallen lassen kannst. Das zu können, ist ja für beide Partner sehr wichtig. Es bringt nichts, wenn du dich "doppelt belastet" fühlst, weil du für dein und ihr Wohlbefinden "verantwortlich" bist.
 

Benutzer101597  (63)

Sehr bekannt hier
Ich finde das was deine Freundin macht völlig normal. Das Du mehr tun musst als nur dein Teil rein stecken und rammeln ist auch normal.
Dass du deine etwas abwegige Vorstellung, sie müsste nur durch gerammel vor Orgasmen sprühen, dazu nutzt um ihr psychische Probleme zu unterstellen finde ich allerdings bedenklich.
Sie sagt das sie es mehr mag wenn du sie anfasst. Ist dir das etwa zuviel der Mühe?
 

Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
Guten Sex zu haben ist eine "erlernte" Fähigkeit...genauso wenig wie wir auf die Welt kommen und gleich reden, oder auf ein Fahrrad steigen und freihändig fahren können, so müssen wir auch Sex erlernen. Klar...die Basics sind so ziemlich jeden heute klar, der google bedienen kann oder nen DVD-Player....aber das sind keine wirklichen Hilfestellungen.
Nur üben macht den Meister/die Meisterin.
Und wenn wir bei dem Vergleich mit einer Lehre ziehen....so wird die Problematik leicht klar.
Eine Lehre dauert so um die 3 Jahre. Davon ist man 5 Tage in der Woche 8 Stunden damit beschäftigt die Grundlagen für einen Beruf zu lernen.
Wie viel Zeit aber verbringen wir damit Sex zu erlernen?
Dazu gehört auch den eigenen Körper und seine Reaktionen auf Reize (wozu ich Selbstbefriedigungsversuche auch zähle) zu ergründen.
Ungewöhnlich ist es nicht wenn man keinen Drang zur Selbtbefriedigung verspürt...aber ist es auch hilfreich?
Wenn man was nicht ausprobiert, weiss man auch nicht...ob es wohlmöglich Spaß machen könnte.
Ich hab Spaß an der Selbstbefriedigung...und erstaunlicherweise würde ich auch meinen partnerschaftlichen Sex als wunderbar bezeichnen.

Wie soll man denn dem Partner gutes tun können, wenn man nicht mal weiss, was möglicherweise gut für einen selbst sein könnte?
Natürlich gibts unterschiede zwischen Mann und Frau...aber die Basics.....Zärtlichkeiten, Küsse, Streicheleinheiten, Erregungsaufbau.....das funktioniert bis auf geringe abweichungen bei beiden doch recht ähnlich. Und alles ist etwas, was einem nicht als Wissen in die Wiege gelegt wird.

Wenn sie sagt, daß es ihr mehr gefällt, wenn du sie berührst....dann lass sie doch mal ihren eigenen Körper durch deiner Hände Führung erspüren....bitte sie ihre Hand in deine Hand zu legen und führe ihre Hand so über ihren Körper wie du es machen würdest.....ja...auch DA hin.....

Viel Glück bei den nächsten Gesprächen mit deiner Freundin....denn mit dem sprechen....da kann man eigentlich immer am besten anfangen.
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Ich denke Du hast nicht unrecht damit, das es eine gute Idee wäre, wenn Sie sich selbst befriedigen würde. Das kennenlernen des eigenen Körpers könnte bei den Schwierigkeiten helfen. Und sei es auch nur dabei, Dir bessere Tips zu geben.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich befriedige mich auch nicht selbst, trotzdem leidet die Qualität unseres Sexlebens nicht darunter - und im Übrigen finde ich es auch nicht schwer, IHM Gutes zu tun. Ich kann sehr wohl zärtlich zu ihm sein und ihn erregen, ohne sehr viel Spaß daran zu haben, mich selber anzufassen.
Warum ich mich nicht anfasse? Ich kriege keine klitoralen Orgasmen. Das funktioniert nur vaginal und auch nur, wenn ich es NICHT selber mache. Mein Partner ist also für meine Orgasmen verantwortlich - und das können auch mehrere sein, wenn wir mal dabei sind. Aber ich lass ihn auch nicht bei seinen alleine: wenn ich mal keinen Sex haben kann oder will, dann spiel ich trotzdem an ihm herum und mach ihm Freude.

Die ersten Monate unserer Beziehung waren allerdings schwer für ihn: Er hat nämlich darunter gelitten, dass ich keine Orgasmen bekommen habe. Aber was will man machen, wenn es selbst mit Vibratoren und Dildos nicht geklappt hat? Mittlerweile macht ihn NICHTS glücklicher, als mir einen Orgasmus nach dem anderen zu verschaffen.
 

Benutzer70365 

Verbringt hier viel Zeit
Ich hatte auch mal in einer Beziehung das Problem, dass sie nur sehr schwer und selten gekommen ist, angeblich hat sie sich noch nie selbstbefriedigt. Irgendwann habe ich einen Vibrator gekauft, den wir während dem Sex verwendet haben, damit ging es leichter und öfter. Dann war ich ein paar Tage weg und plötzlich waren da andere Batterien im Vibrator.

Eine andere hat mir auf die Frage hin auch erzählt, mit mir ist es viel schöner, sie braucht das nicht. Doch irgendwann gestanden dass sie es trotzdem manchmal tut. Kann es sein, dass sie sich dafür geniert bzw. es ihr unangenehm ist, sich beim Sex selbst anzufassen? Muss natürlich nicht so sein, nur eine Möglichkeit.

Spielzeug finde ich auch nicht verkehrt zu probieren, geht beim Sex leichter. Eigens dafür gemachte WeVibes oder einen Auflegevibrator einklemmen. In der Reiterstellung kann sie dich und den Vibrator reiten (da muss man ihn ggf. ein bisschen halten oder sie bewegt sich wenig auf und ab) sie kann den Druck variieren und entdecken was sich gut anfühlt.

..., aber bei Männern ist es ja durchaus nicht schlecht, wenn sie nicht vom festen Griff verwöhnt und von oft durchgeführter Selbstbefriedigung "verwöhnt" sind. Wenn sie es sind, kann es dazu führen, dass Sex ihnen nicht mehr viel bringt und Selbstbefriedigung geiler ist - weil keine Vagina der Welt so gut mit ihrem Pimmel umgeht wie die eigene Hand.
Wenn das so wäre, es würde ja Sex ad absurdum führen, denn natürlich kann man es (üblicherweise) alleine besser. Sex ist ein bisschen mehr als ein schneller Orgasmus. Den Partner zu fühlen, schmecken, ihm nahe zu sein, seine Lust zu erleben und zu teilen - nicht bloß ein schneller und einfacher Orgasmus.

Einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zu kommen und Selbstbefriedigung sehe ich (meine Meinung, nicht statistisch belegbar oder so!) eher, wenn die Fähigkeit durch zu ofte Selbstbefriedigung (falls es da ZU oft gibt :drool:) eingeschränkt wird.
Wenn ich mich (als Mann) gerade vor ein paar Minuten selbstbefriedigt habe, wird das meine Fähigkeit zu kommen einschränken. Bei Frauen muss das überhaupt nicht so sein und grundsätzlich hilft Selbstbefriedigung viel mehr als sie schadet. Da geht es nicht nur um das Kennen lernen des eigenen Körpers. Es hält die Libido in Schuss, sorgt für Durchblutung, nichts "rostet" ein.
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Wenn das so wäre, es würde ja Sex ad absurdum führen, denn natürlich kann man es (üblicherweise) alleine besser. Sex ist ein bisschen mehr als ein schneller Orgasmus. Den Partner zu fühlen, schmecken, ihm nahe zu sein, seine Lust zu erleben und zu teilen - nicht bloß ein schneller und einfacher Orgasmus.

Wenn das so wäre? Das ist so, zumindest bei einigen, die ich kenne - und bei mir. Natürlich ist Sex mehr als Befriedigung. Es ist bei häufiger, heftiger SB allerdings (je nach Veranlagung) sehr gut möglich, dass Sex dann nur noch "das andere" (also alles außer Befriedigung) ist und sich die Befriedigung gar nicht einstellt.
Das macht den Sex natürlich subjektiv schlechter. Dass man die anderen Aspekte dann nicht dennoch genießen kann, habe ich nicht behauptet.

Wenn ich mich (als Mann) gerade vor ein paar Minuten selbstbefriedigt habe, wird das meine Fähigkeit zu kommen einschränken. Bei Frauen muss das überhaupt nicht so sein und grundsätzlich hilft Selbstbefriedigung viel mehr als sie schadet. Da geht es nicht nur um das Kennen lernen des eigenen Körpers. Es hält die Libido in Schuss, sorgt für Durchblutung, nichts "rostet" ein.

Ich meine, betont zu haben, dass ich mich auf die Wirkung von häufiger SB bei Männern beziehe und das nicht so auf Frauen übertrage. Grundsätzlich ist natürlich richtig, was du sagst. Es kann aber auch Ausnahmen geben.
 
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