beziehungsunfähig Freund telefoniert 3x täglich mit seiner Mutter

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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo ihr Lieben,

Ich bräuchte unbedingt einmal eine neutrale Sicht der Dinge, da ich augenblicklich wirklich mit meinem Latein am Ende bin.

Mein Freund und ich sind bereits 12 Jahre zusammen und führen eine sehr ausgeglichene und harmonische Beziehung.
Wir kamen zusammen als ich 16 und er 21 waren und wohnten beide noch bei unseren Eltern. Da ich mir ein Geschäft aufgebaut und er studiert hat, sind wir erst vor 3 Jahren zusammen gezogen. Und es gibt ein großes Problem in unserem harmonischen zusammensein: seine Mutter.

Mein Freund hatte schon immer eine innige Beziehung zu seinen Eltern, was ich prinzipiell sehr schön fand - er wuchs in einem stabilen Umfeld auf, wodurch in auch manche Einschränkungen in Kauf genommen hatte. Z.b. musste er immer Sonntag Mittag zum Essen da sein.
Vor 6 Jahren ist sein Vater verstorben und ich halte es für normal, dass man im Anschluss vermehrt für die Mutter da ist. Dieser Zustand hält seitdem allerdings an. Mein Freund telefoniert mindestens 3x am Tag mit ihr. 2x die Woche ist er zu Besuch bei ihr - meist zu Zeiten, während ich sowieso beschäftigt bin und er ist so gut wie jeden zweiten Samstag bei ihr und hilft ihr an Haus und Garten.

Ich habe kein klassisches Schwiegermonster, wir verstehen uns gut, sie taucht nicht unangemeldet auf, hält mir weder Vorträge noch mischt sie sich (zumindest nicht dass ich wüsste) in unsere Beziehung ein.

Dennoch stört mich dieser (wie ich finde) übermäßige Kontakt.
Das Thema kommt seit unserem Zusammenziehen regelmäßig auf und ich sehe mittlerweile rot dabei. Ich finde nicht einmal eine Kommunikationsgrundlage, da er weder den Kontakt für zuviel hält, noch meine Einwände einsieht. Er meint dann grundsätzlich ich könne dies nicht verstehen und solle erstmal abwarten wenn meine Mutter alleine ist.

Es stört mich extrem und ich weiß nicht, ob ich damit einfach übertreibe, oder ob sich die beiden wirklich nicht voneinander abnabeln können.
Er möchte sein Elternhaus umbauen und dort in einigen Jahren einziehen - Schwiegermutter inklusive. Allerdings habe ich Bedenken, da sie ihn jetzt schon für ihn einnimmt und in jede ihrer Entscheidungen miteinbezieht. Er sagt, dass war bei ihm in der Familie eben schon immer so - und dass dies ja etwas gutes sei. Schließlich geht Familie über alles.

Es würde mich sehr freuen, wenn jemand Ratschläge für mich hätte und auch die Frage, ob ich eifersüchtig oder hysterisch reagiere quält mich sehr.

Ich danke euch jetzt schon!

Liebe Grüße

Anna
 
Kartoffeltierchen
Benutzer182523  (33) Meistens hier zu finden
  • #2
Was genau im Kern stört dich denn daran? Erstrecken sich die Telefonate über Stunden? Verkürzt sich dadurch eure gemeinsame Zeit?

Davon halten kann man was man möchte aber wenn er selbst darin kein Problem sieht und auch nichts ändern möchte, kannst du da ehrlich gesagt kaum was drehen.
 
H
Benutzer132552  (54) Meistens hier zu finden
  • #3
Ich kann Deine Gefühle total nachvollziehen, für mich wäre das ein absoluts no-go. Ihr seid erwachsene Menschen, und zum Erwachsensein gehört ein durchlaufener Abnabelungsprozess . Aber ich kann Dir nicht groß helfen. Aus der Erfahrung, die ich gemacht habe, kann ich Dir aber sagen, dass es nicht für Dich besser werden wird, wenn Ihr das Thema nicht strukturell aufgreift, Eure Erwartungshaltungen austauscht und einen Modus findet, damit umzugehen. Er ist 33, seine Mutter ist also mit hoher wahscheinlichkeit irgendwo zwischen 58 (fast mein Alter) und Ende 60. Das ist eine "junge Frau", die muss nicht dreimal täglich mit ihrem "Junior" telefonieren, auch wenn der Partner vor 6(!) Jahren verstorben ist.

Wenn Du jetzt nicht den Anker schmeißt, wirst Du - gerade bei seinen Zukunftsplänen was das elterliche Haus angeht - immer die Nummer zwei in seinen Prioritäten bleiben, fürchte ich.

Viel Glück!
 
vry en gelukkig
Benutzer97853  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #4
Also ich lese hier, dass ihr eine gute und harmonische Beziehung habt. Das ist doch toll!
Wäre das für dich denn genauso problematisch, würde er tagtäglich mit seinem besten Freund telefonieren?
Ich sehe das Problem irgendwie nicht. Seine Mama scheint ja auch sehr nett zu sein und du magst sie? Kommst du irgendwo zu kurz?
Ich finde es beneidenswert, dass er ein so tolles Verhältnis zu seiner Mama hat. Das wünschen sich doch viele! Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern?
Ich würde mir mal Gedanken machen, was dich daran so stört.
 
ugga
Benutzer172492  Sehr bekannt hier
  • #5
Was genau stört dich daran, außer, dass du es viel findest? Ich will dich nicht ärgern, ich glaube nur, dass ihr nicht über die eigentlichen Beweggründe dahinter sprecht. Bei euch beiden, meine ich.

Er fühlt sich vermutlich in seiner Bewältigungsstrategie mit dem Tod seines Vaters angegriffen. Hat er das damals therapeutisch bearbeitet?

Und du scheinst in die Zukunft zu blicken und dich zu fragen, ob sein Verhalten bedeutet, dass du immer die zweite Geige gegenüber seiner Mutter spielen wirst, oder?
Oder fühlst du dich vernachlässigt?

Es ist ja auch schwer, das nicht als Affront zu sehen, wenn er dir sagt "Familie geht über alles". Das heißt in demselben Atemzug auch, dass er dich nicht als Familie betrachtet. Wenn man zusammenlebt ist das natürlich schwierig zu hören, auch wenn er das gar nicht so meinen muss.

Ich würde mir also Gedanken machen, was dich genau daran so stört, und dann das mal ansprechen. Aber bitte respektvoll.
"Wann hättest du mal Zeit für ein Gespräch? Mir ist bewusst, dass wir da in der Vergangenheit öfter schon nicht derselben Meinung waren, was die Häufigkeit des Kontakts mit deiner Mutter betrifft. Du hast auch Recht, dass ich dir nicht vorschreiben sollte, wie oft ihr telefoniert.

Ich habe mich also gefragt, wieso mich das überhaupt so irritiert und gemerkt, dass es mir eigentlich um etwas anderes geht.
Ich würde gerne mit dir darüber reden, wenn du Zeit dafür hast, und auch von dir hören, weshalb es diese dreimal am Tag sind. Ich glaube nämlich, dass es mir helfen würde, das besser zu verstehen."
 
A
Benutzer160853  Sehr bekannt hier
  • #6
Genau das ist mein Punkt. Für mich ist es gerade eine Form von Abnabelung, wenn man den Kontakt zu den eigenen Eltern pflegt und das eigene Leben hat. Die Frage mit dem "besten Freund" kam mir auch. Ich sehe auch erstmal keinen Konkurrenzkampf oder ähnliches, die Mutter hat doch in jeder Hinsicht eine andere Rolle als die Partnerin.

Was sind es für Gespräche? Ist es einfach nur, dass sie sich von ihrem Tag erzählen oder fragt er sie, ob er heute baden sollte? Das ist zugegeben sehr überspitzt, aber hier beginnt für mich das eigentliche Thema. Ich bin überzeugt davon, dass es um mehr geht als irgendwelche Telefonate.

Mir würden fragen einfallen, die etwa so klingen: Wie ist das Verhältnis zu deinen Eltern? oder auch komme ich zu kurz? Mag ich diese Frau vielleicht doch weniger als ich mir selbst eingestehen will?

Was wäre, wenn es sich um folgendes handeln würde: Mein Freund telefoniert mindestens 3x am Tag mit seinem besten Freund . 2x die Woche ist er zu Besuch bei ihm - meist zu Zeiten, während ich sowieso beschäftigt bin und die beiden gehen so gut wie jeden zweiten Sonntag zum Fußball.

Ihr müsst reden, euch austauschen und zwar ruhig und sachlich. Weder ist er ein Muttersöhnchen noch du hysterisch.
 
Yurriko
Benutzer174969  (30) Sehr bekannt hier
  • #7
Ich find es schwierig zu bewerten. 3 Mal am Tag a 10min ist halt etwas anderes als 3 Mal am Tag a 2Stunden.

Auch 2 Besuche in der Woche, die ohnehin nicht eure Zeit betrifft, fände ich persönlich ok. Mein Partner hilft seinen Eltern auch mit dem Garten. Er bietet es aber auch an - sie fordern es nicht ein.

Allerdings wäre das zusammenziehen mit seinen Eltern für mich ein absolutes No Go. Da würde ich direkt dankend abwinken 😅

Auch problematisch finde ich, dass er deine Bedenken nicht ernst nimmt. Im Prinzip sagt er "Friss oder stirb" aka "Das hat meine Familie schon immer so gemacht".
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #8
Also ich lese hier, dass ihr eine gute und harmonische Beziehung habt. Das ist doch toll!
Wäre das für dich denn genauso problematisch, würde er tagtäglich mit seinem besten Freund telefonieren?
Ich sehe das Problem irgendwie nicht. Seine Mama scheint ja auch sehr nett zu sein und du magst sie? Kommst du irgendwo zu kurz?
Ich finde es beneidenswert, dass er ein so tolles Verhältnis zu seiner Mama hat. Das wünschen sich doch viele! Wie ist denn dein Verhältnis zu deinen Eltern?
Ich würde mir mal Gedanken machen, was dich daran so stört.
Ich finde sein Verhältnis zu ihr auch gut - aber zuviel. Vielleicht habe ich auch nicht genug Informationen in meinen Beitrag geschrieben.
Mit den Telefonaten kann ich leben. Seine Besuche hat er so abgestimmt, während ich arbeite oder beim Sport bin. Das fand ich sehr gut.
Was mich stört ist, dass seine Mutter ohne ihn keine einzige Entscheidung trifft und er immer vor Ort sein muss, wenn ihr wieder einfällt im Garten was neu zu gestalten oder zu arbeiten. In ihrem Umfeld ist immer etwas zutun. Und er springt sofort wenn sie ruft.
Am Montag z.b. war bei uns Brückentag und er war den ganzen Nachmittag bei ihr, obwohl ich mir gewünscht hatte, Mal etwas zusammen zu unternehmen.
Um deine Frage zu beantworten: ich fühle mich nie als erste Priorität, sondern als zweite.
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #9
Lass mich raten: Er ist Einzelkind und die Mutter hat wenig soziale Kontakte?

Ich denke, dass er sich gerade in der Verantwortung fühlt, sich um seine Mutter zu kümmern und den Verlust des Vaters auszugleichen. und ich denke ebenso, dass seine Mutter die Hilfe da dankbar annimmt und von ihrem Sohn da die Lücke, die ihr Mann hinterlassen hat, füllen lässt.
Bis zu einem gewissen Teil ist das ja sogar sehr positiv, dass er ihr da beisteht und ihr helfen will. Die Frage ist nur, ob sie beide da die Grenze wahren, dass sie Mutter und Sohn sind und eben kein (Liebes-)Paar. Und wenn du dir da Gedanken machst, kann ich das grundsätzlich schon verstehen.

Wobei es ja durchaus so scheint, als ob dein Partner da auch auf dich sehr viel Rücksicht nimmt. Er legt das ja meistens zeitlich so, dass du davon sowieso nicht gestört wirst. Wie oft kommt es denn tatsächlich vor, dass er Freizeit mit dir zugunsten seiner Mutter streicht? Kann es auch sein, dass du da einfach generell von dem Thema schon so gestresst bist, dass du da vielleicht aus einer Mücke einen Elefanten machst? Oder sind es tatsächlich so viele Mücken, dass man daraus einen Elefanten bauen kann?

Vielleicht könnte der Ansatz helfen, das soziale Feld deiner Schwiegermutter einfach auszubauen. Also dass sie mehr Leute abseits ihres Sohnes einfach hat, mit denen sie reden kann. Das wird natürlich nicht das familiäre Band ersetzen, aber das gibt ihr dann halt auch andere Anlaufstellen. Manche Sachen bespricht man ja eher mit einer Freundin als mit dem eigenen Kind.
 
Art_emis
Benutzer174233  (34) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Mich würde zunächst mal interessieren worum es in den Telefonaten so geht?
3 Mal täglich mit ein und der selben Person zu telefonieren wäre mir selbst schon zuviel.
So viel kann man sich doch gar nicht zu erzählen haben bzw. wenn es um wichtige Dinge geht, die man klären muss kann man das doch auch in einem Telefonat zusammenfassen.

Bei so einer Häufigkeit würde ich mir schon auch Gedanken machen, ob das noch ganz "gesund" ist, es scheint ja fast eine Abhängigkeit zu sein. Ist nur die Frage wer von wem?
Aber prinzipiell ist es egal wer von wem, weil es in beide Richtungen nicht sonderlich gesund wäre. Das sind Abhängigkeiten leider seltenst.

Ich finde da auch die Aussage von deinem Partner etwas blöd "in unserer Familie ist das schon immer so". Stimmt das denn?
War der Kontakt vor dem Tod des Vaters auch schon so übermäßig?

Ich denke, als Partner darf man da schon auch was dazu sagen, nur solltest du dir dann halt bessere Argumente heranziehen, als "ich finde es ist zuviel". Hast du denn Argumente?
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #11
Was genau stört dich daran, außer, dass du es viel findest? Ich will dich nicht ärgern, ich glaube nur, dass ihr nicht über die eigentlichen Beweggründe dahinter sprecht. Bei euch beiden, meine ich.

Er fühlt sich vermutlich in seiner Bewältigungsstrategie mit dem Tod seines Vaters angegriffen. Hat er das damals therapeutisch bearbeitet?

Und du scheinst in die Zukunft zu blicken und dich zu fragen, ob sein Verhalten bedeutet, dass du immer die zweite Geige gegenüber seiner Mutter spielen wirst, oder?
Oder fühlst du dich vernachlässigt?

Es ist ja auch schwer, das nicht als Affront zu sehen, wenn er dir sagt "Familie geht über alles". Das heißt in demselben Atemzug auch, dass er dich nicht als Familie betrachtet. Wenn man zusammenlebt ist das natürlich schwierig zu hören, auch wenn er das gar nicht so meinen muss.

Ich würde mir also Gedanken machen, was dich genau daran so stört, und dann das mal ansprechen. Aber bitte respektvoll.
"Wann hättest du mal Zeit für ein Gespräch? Mir ist bewusst, dass wir da in der Vergangenheit öfter schon nicht derselben Meinung waren, was die Häufigkeit des Kontakts mit deiner Mutter betrifft. Du hast auch Recht, dass ich dir nicht vorschreiben sollte, wie oft ihr telefoniert.

Ich habe mich also gefragt, wieso mich das überhaupt so irritiert und gemerkt, dass es mir eigentlich um etwas anderes geht.
Ich würde gerne mit dir darüber reden, wenn du Zeit dafür hast, und auch von dir hören, weshalb es diese dreimal am Tag sind. Ich glaube nämlich, dass es mir helfen würde, das besser zu verstehen."
Vielen Dank für deine Worte!
Der Gesprächsansatz ist auch sehr gut. Ich denke er versteht wirklich meine Beweggründe nicht und sieht auch nichts verwerfliches an dem vielen Kontakt.
Es ist nur schade, dass seine Mutter mehr über seinen Alltag weiß als ich.
Dennoch werde ich mir deine Ansätze zu Herzen nehmen und es auf diesem Wege mal versuchen!
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #12
Genau das ist mein Punkt. Für mich ist es gerade eine Form von Abnabelung, wenn man den Kontakt zu den eigenen Eltern pflegt und das eigene Leben hat. Die Frage mit dem "besten Freund" kam mir auch. Ich sehe auch erstmal keinen Konkurrenzkampf oder ähnliches, die Mutter hat doch in jeder Hinsicht eine andere Rolle als die Partnerin.

Was sind es für Gespräche? Ist es einfach nur, dass sie sich von ihrem Tag erzählen oder fragt er sie, ob er heute baden sollte? Das ist zugegeben sehr überspitzt, aber hier beginnt für mich das eigentliche Thema. Ich bin überzeugt davon, dass es um mehr geht als irgendwelche Telefonate.

Mir würden fragen einfallen, die etwa so klingen: Wie ist das Verhältnis zu deinen Eltern? oder auch komme ich zu kurz? Mag ich diese Frau vielleicht doch weniger als ich mir selbst eingestehen will?

Was wäre, wenn es sich um folgendes handeln würde: Mein Freund telefoniert mindestens 3x am Tag mit seinem besten Freund . 2x die Woche ist er zu Besuch bei ihm - meist zu Zeiten, während ich sowieso beschäftigt bin und die beiden gehen so gut wie jeden zweiten Sonntag zum Fußball.

Ihr müsst reden, euch austauschen und zwar ruhig und sachlich. Weder ist er ein Muttersöhnchen noch du hysterisch.
Stimmt. Sehr wohl geht es um mehr als ein paar Telefonate. Wie schon erwähnt, fühle ich mich häufig wie die zweite Geige.
Auch möchte ich meiner Schwiegermutter gar keine bösen Absichten unterstellen. Sie nutzt aber seine Gutmütigkeit sehr aus. Bevor bei uns zuhause mal die Schublade repariert wird, wird erstmal sein Elternhaus auf Vordermann gebracht - ebenso überspitzt gesagt :grin:
Wir haben schon oft darüber gesprochen. Danach war es dann für 1 bis 2 Monate besser. Dann wird es schnell wieder so wie vorher. :/
 
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Benutzer183259  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #13
Am Montag z.b. war bei uns Brückentag und er war den ganzen Nachmittag bei ihr, obwohl ich mir gewünscht hatte, Mal etwas zusammen zu unternehmen.

Hattet ihr den Tag verplant oder hattest Du was vorgeschlagen?
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #14
Lass mich raten: Er ist Einzelkind und die Mutter hat wenig soziale Kontakte?

Ich denke, dass er sich gerade in der Verantwortung fühlt, sich um seine Mutter zu kümmern und den Verlust des Vaters auszugleichen. und ich denke ebenso, dass seine Mutter die Hilfe da dankbar annimmt und von ihrem Sohn da die Lücke, die ihr Mann hinterlassen hat, füllen lässt.
Bis zu einem gewissen Teil ist das ja sogar sehr positiv, dass er ihr da beisteht und ihr helfen will. Die Frage ist nur, ob sie beide da die Grenze wahren, dass sie Mutter und Sohn sind und eben kein (Liebes-)Paar. Und wenn du dir da Gedanken machst, kann ich das grundsätzlich schon verstehen.

Wobei es ja durchaus so scheint, als ob dein Partner da auch auf dich sehr viel Rücksicht nimmt. Er legt das ja meistens zeitlich so, dass du davon sowieso nicht gestört wirst. Wie oft kommt es denn tatsächlich vor, dass er Freizeit mit dir zugunsten seiner Mutter streicht? Kann es auch sein, dass du da einfach generell von dem Thema schon so gestresst bist, dass du da vielleicht aus einer Mücke einen Elefanten machst? Oder sind es tatsächlich so viele Mücken, dass man daraus einen Elefanten bauen kann?

Vielleicht könnte der Ansatz helfen, das soziale Feld deiner Schwiegermutter einfach auszubauen. Also dass sie mehr Leute abseits ihres Sohnes einfach hat, mit denen sie reden kann. Das wird natürlich nicht das familiäre Band ersetzen, aber das gibt ihr dann halt auch andere Anlaufstellen. Manche Sachen bespricht man ja eher mit einer Freundin als mit dem eigenen Kind.
Du hast Recht mit deiner Annahme. Er ist Einzelkind und sie hat wenig soziale Kontakte. Und genau der Aspekt mit dem Liebespaar geistert durch meinen Kopf. Du hast wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen!

Sagen wir es mal so: wenn wir nichts mit Freunden unternehmen, ist er grundsätzlich Samstag oder Sonntag bei seiner Mutter. Letztendlich immer jene Tage, die uns als Paar blieben. Demnach glaube ich nicht, dass ich den Elefanten baue - aber mittlerweile bin ich schon so gereizt, was das thema betrifft, dass ich manchmal auch ungerecht reagiere.
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #15
Mich würde zunächst mal interessieren worum es in den Telefonaten so geht?
3 Mal täglich mit ein und der selben Person zu telefonieren wäre mir selbst schon zuviel.
So viel kann man sich doch gar nicht zu erzählen haben bzw. wenn es um wichtige Dinge geht, die man klären muss kann man das doch auch in einem Telefonat zusammenfassen.

Bei so einer Häufigkeit würde ich mir schon auch Gedanken machen, ob das noch ganz "gesund" ist, es scheint ja fast eine Abhängigkeit zu sein. Ist nur die Frage wer von wem?
Aber prinzipiell ist es egal wer von wem, weil es in beide Richtungen nicht sonderlich gesund wäre. Das sind Abhängigkeiten leider seltenst.

Ich finde da auch die Aussage von deinem Partner etwas blöd "in unserer Familie ist das schon immer so". Stimmt das denn?
War der Kontakt vor dem Tod des Vaters auch schon so übermäßig?

Ich denke, als Partner darf man da schon auch was dazu sagen, nur solltest du dir dann halt bessere Argumente heranziehen, als "ich finde es ist zuviel". Hast du denn Argumente?
Mit den Argumenten wird es schwer. Ich sehe es ähnlich wie du. Es ist nicht sonderlich gesund in beide Richtungen.
Wenn ich mich beschwere, dass wir keine Zeit zusammen haben, erwidert er ich sollte es ihm frühzeitig sagen, dann kann man es planen.
Ich sage aber, wir sind jung. Ich möchte mein Leben nicht 2 Wochen im Voraus planen, sondern gerne auch mal spontan sein. Dafür sind wir ja eigentlich jung und ungebunden :/
 
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U
Benutzer177622  Meistens hier zu finden
  • #17
Wie ich eben schon schrieb, möchte ich keinen Terminplaner führen müssen, um Zeit mit meinem Partner verbringen zu dürfen.
Auch wenn ich dich grundsätzlich verstehen kann:
seine Termine zu planen mit dem Partner finde ich jetzt nicht so ungewöhnlich. Wenn man arbeitet, Hobbies, Freunde und Familie hat, dann muss man sich schon absprechen. Spontaneität geht halt nicht immer.
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #18
Vielen Dank für eure lieben Antworten.
Ich habe nie an unserer Beziehung gezweifelt. Wir verstehen uns super - er ist mein bester Freund. Aber dieses Thema ist mir ein solch großer Dorn im Auge, dass es mich alles in Frage stellen lässt.

Ich frage mich ständig, wie das laufen soll, wenn wir in sein Elternhaus ziehen sollten und ich kann es drehen und wenden wie ich möchte, aber ich sehe nur Streit und Unglück darin. Ich kann mir eben nur zugut vorstellen, wie seine Mutter täglich bei uns aufschlägt um "nur kurz" einen Topf zu verschieben und "nur kurz" etwas in die Garage zu tragen. Dieses "nur kurz" endet dann meist mit Kaffee und Kuchen..
Und bevor ihr fragt: woanders bauen kommt für ihn nicht in Frage, weil er das Haus sowieso erbt und dort irgendwann einziehen möchte, da er die 4. Generation ist. Finanziell wären 2 Häuser natürlich nicht tragbar.

Es spielen auch große Zukunftsängste mit in die jetzige Situation hinein, was mich vielleicht noch extremer auf das ein oder andere reagieren lässt.
 
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ugga
Benutzer172492  Sehr bekannt hier
  • #23
Puh. Das Bild, das sich inzwischen formt, ist schon ein ganz anderes. Ich kann deine Zweifel an der Zukunftsfähigkeit eurer Beziehung verstehen.

Ich möchte auch die erste Geige im Leben meines Partners spielen, so wie er in meinem Leben, und ein freies Wochenende ist erstmal unser Wochenende. Natürlich sprechen wir uns ab, wenn was ist, und machen auch genug mit Freund:innen oder Familie. Aber wir sprechen uns eben ab, weil es so ist, dass wir die Zeit gern miteinander verbringen wollen.
Ich kann verstehen, dass du spontan sein möchtest. Das ist allerdings gern mal ein Streitpunkt bei Paaren bzw. können da die Bedürfnisse auseinandergehen. Mir scheint auch, dass es nicht so ein Problem für dich wäre, wenn er die Zeit nicht automatisch mit seiner Mutter verplanen würde.

Wie lange sagst du ihm schon, dass sein Verhalten ein Problem für dich ist?
Willst du nochmal so lang warten, um ihn dann frustriert zu verlassen?

Ich würde jetzt thematisieren, dass ich zu Schwiegermutters Lebzeiten nicht in dieses Haus ziehen möchte und dass ich überlege, wo ich da in der Zukunft bei ihm stehe.
Dann könnt ihr mal reden. Wenn du noch Sinn darin siehst, schlag eine Paartherapie vor.
 
ugga
Benutzer172492  Sehr bekannt hier
  • #26
Du arbeitest viel. Glaubst du, er würde dich häufiger anrufen, wenn er dich zB auf seinem Heimweg erreichen könnte?
Kannst du ihn einfach öfter anrufen und nach seinem Tag fragen? Oder abends danach fragen?
 
ugga
Benutzer172492  Sehr bekannt hier
  • #31
Ich hab das Gefühl, dass bei euch mehr dahintersteckt, als wir hier im Forum zusammen mit dir herausfinden können.
Ich glaube, eine Paartherapie könnte euch gut tun. Bei ProFamilia gibt es die teilweise günstiger oder kostenlos, vielleicht auch an anderer Stelle, wenn ihr mal googelt.
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #32
Ich finde auch, eine Paar- oder noch besser Familientherapie wäre da durchaus angebracht. Da könnte dann wirklich eine neutrale Person mal draufgucken, und wenn ein neutraler Therapeut da sagt "das ist so aber nciht gesund" hat das oft ein GANZ anderes Gewicht, als wenn die Partnerin oder Schwiegertochter das sagt.

Ich denke, das könnte sowohl dir helfen, diene Gefühle zu ordnen, als auch deinem Mann, dich zu verstehen, als auch deiner Schwiegermutter, mit ihrer Trauer anders umzugehen.
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Sehr bekannt hier
  • #33
Vor 6 Jahren ist sein Vater verstorben und ich halte es für normal, dass man im Anschluss vermehrt für die Mutter da ist. Dieser Zustand hält seitdem allerdings an. Mein Freund telefoniert mindestens 3x am Tag mit ihr.
Ich hab das schon einige Male erlebt in meinem Umfeld, dass der Vater stirbt als der Mann in den 20igern ist - und der Sohn dann teilweise die Aufgaben des Vaters übernimmt.
Ich kann Dich verstehen, dass es Dir zuviel ist, wäre es mir auch. ABER Dein Partner darf die Situation so handhaben wie es für ihn stimmt. Meiner Meinung nach, wirst Du verlieren, wenn Du versuchst die Situation zu ändern. Entweder er erkennt, dass seine Mutter lernen muss, als Individium zu leben, oder nicht.......

Druck von einer Partnerin bringt da wenig Erfolg, zumindest war es in den 4 Fällen in meinem Umfeld so.

Ob Du so leben willst, dass ist Deine Entscheidung.
 
Yurriko
Benutzer174969  (30) Sehr bekannt hier
  • #35
Das ist jetzt meine Sichtweise zu Paar vs Familie/Eltern/Freunde/Rest ~ andere werden es anders sehen.

Puh, ich würde arg an der Tragfähigkeit der Beziehung zweifeln. Das liegt schon allein daran, dass ich der Meinung bin, mein Parter ist Prio Nummer 1 - und das erwarte ich von meinen Partner auch. Ansonsten ist für mich eine zukunftreiche Beziehung nicht möglich. Das ganze muss nicht gleich am Anfang so sein, aber nach 2 oder 3 Jahren spätestens. Also wenn klar wird, dass man sich zusammen eine Zukunft aufbauen wird.

Daher würde ich immer davon ausgehen, dass mein Partner im Zweifel mich wählt statt seine Eltern/Familie/Freunde und Co. D.h. nicht, dass er nicht WE mit seinen Eltern verbringen kann. D.h. nicht, dass er ihnen nicht helfen kann. D.h. auch nicht, dass seine Eltern ihm nicht wichtig sein können. Es heißt aber, wenn bei uns in der Wohnung etwas gemacht werden muss, hat das default erstmal vorrang vor dem Garten der Eltern hat. Wenn das Wochenende frei ist, dann ist default die Möglichkeit da, dass wir etwas zusammen machen. Natürlich nicht jedes Wochenende - aber default ist eher, wir könnten am WE etwas als Paar machen und nicht er geht grundsätzlich zu seinen Eltern.

Bei euch ist das aber anscheinend genau anders rum. Default ist, dein Freund ist bei seiner Mutter am WE - an der Stelle würde ich ihn dann schon fragen, ob er überhaupt an gemeinsamen Aktivitäten Interesse hat. Genau das selbe mit der Wohnung. Wieso hat eure Wohnung so viel weniger Prio als das Haus seiner Mutter? Oder wieso weiß seine Mutter mehr über den Alltag von ihm als du - seine Partnerin??

Ich persönlich würde die Beziehung stark anzweifeln und ihm das auch so vermitteln. Allerdings kann das eben auch dazu führen, dass die Beziehung zerbricht - das würde dann die Zeit zeigen.

Ich kann aber jetzt ziemlich gut verstehen, warum es dich so arg stört. Das würde mich auch sehr stören.
 
Greeny
Benutzer150857  (34) Sehr bekannt hier
  • #39
Was macht denn euren Alltag als Paar aus? Habt ihr gemeinsame Hobbies und unternehmt etwas zusammen?
Wenn man das hier so liest, scheint da im Moment nicht viel mehr zu sein als Arbeit, Haushalt, gemeinsames Abendessen und seine Mutter. Wenn ihr Zeit miteinander verbringt, ist das denn schön? Könnt ihr unbeschwert miteinander sein? Ist sein Umgang mit seiner Mutter ein anderer als mit dir? Redet er mit ihr über andere Dinge?

Ich denke, dass ihr euren Alltag anders strukturieren und mehr zusammen machen müsst, um euch als Paar mehr sinnvollen und gut genutzten Raum zu geben. Daraus ergibt sich automatisch weniger Raum für seine Mutter. Und wenn es sich für dich so anfühlt, dass ihr eure Paarzeit wertvoll nutzt, macht es dir auch weniger aus, wenn er dennoch viel Zeit mit seiner Mutter verbringt. Dass sich daran niemals sehr viel ändern wird, steht denk ich außer Frage. Die Zwei scheinen das wohl irgendwie zu brauchen.
 
S
Benutzer190912  (47) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #40
Ein Thema kam noch gar nicht zur Sprache: Wie sie es eigentlich mit Kindern aus? Dann käme ja noch eine Partei dazu für die er da sein müsste und wo er im Konflikt stände, sich nicht genug um seine Mutter zu kümmern?
Ich frage mich, wie es um seine emotionale Stabilität und Selbstständigkeit bestellt ist: Woher kommt das mangelnde Selbstwertgefühl und sich nicht Abgrenzen zu können? Ich finde die Schuldgefühle sehr bedenklich. Denn eigentlich sollte doch der Antrieb im Umgang mit seinen Eltern das Gleichgewicht aus Eigen- und Elternliebe sein. Letztlich fällt ja der Apfel nicht weit vom Stamm, so wie sie ist, scheint er ja auch zu sein, denn so wie das klingt, wird er vor allem seine Mutter und Dich haben, aber keinen Freundeskreis?
Es ist gut, dass Du Dich jetzt mit der Thematik auseinandersetzt, denn ich denke, zusammen auf einem Grundstück landest Du vom Regen in der Traufe. Für ihn ist es doch wesentlich bequemer, er erspart sich die Fahrerei zu ihr.
Die Frage ist nur, ist er zu einem Kurswechsel bereit oder würde er sich im Fall des Falles nicht für seine Mutter entscheiden wegen Deiner "Herzlosigkeit"?
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #42
Wenn man das hier so liest, scheint da im Moment nicht viel mehr zu sein als Arbeit, Haushalt, gemeinsames Abendessen und seine Mutter.
Das ist gut möglich, da ich hier natürlich das Problem in den Vordergrund rücke. Wir sind beide beruflich sehr angespannt. Tatsächlich haben wir auch unterschiedliche Interessen, aber an den Abenden sind wir schon zusammen und in der Regel gehören uns auch die Sonntage an denen wir grundsätzlich etwas miteinander unternehmen und unsere Zeit genießen.
Wenn ihr Zeit miteinander verbringt, ist das denn schön? Könnt ihr unbeschwert miteinander sein? Ist sein Umgang mit seiner Mutter ein anderer als mit dir? Redet er mit ihr über andere Dinge?
Definitiv können wir unbeschwert miteinander sein. Er ist mein bester Freund, mit dem ich alles teilen kann.
Ob er mit mir die gleichen Dinge bespricht wie mit ihr, kann ich nur schwer sagen. Meiner Meinung nach geht es mehr um alltägliche Dinge, als um tieferliegende Gefühle - zumindest von seiner Seite aus.
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #43
Wie sie es eigentlich mit Kindern aus? Dann käme ja noch eine Partei dazu für die er da sein müsste und wo er im Konflikt stände, sich nicht genug um seine Mutter zu kümmern?
Das ist korrekt. Wäre aber ja auch ne super Gelegenheit seine Mutter weiter in unser Leben zu integrieren :zwinker:
denn so wie das klingt, wird er vor allem seine Mutter und Dich haben, aber keinen Freundeskreis?
Das stimmt nicht. Er hat seine Kumpels und wir haben auch einen gemeinsamen Freundeskreis aufgebaut.
Die Frage ist nur, ist er zu einem Kurswechsel bereit oder würde er sich im Fall des Falles nicht für seine Mutter entscheiden wegen Deiner "Herzlosigkeit"?
Diese Frage beschäftigt mit ständig. Vielleicht auch einer der Gründe weshalb ich das Thema lieber meide :/
 
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Benutzer197027  (28) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #44
Ich hatte heute mit meinem Freund ein sehr tiefes und langes Gespräch über diese Thematik.
Vermutlich war dies das erste Mal, dass er wirklich verstanden hat, wie sehr mich das Ganze stört. Auch haben mir all eure Tips, Sichtweisen und Ratschläge sehr weitergeholfen!

Wie sich herausstellte, nervt es ihn auch, dass er ständig von seiner Mutter eingespannt wird. Da er sowieso schon wenig Zeit hat, wüsste er manchmal selbst nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Natürlich habe ich auch einige Rechtfertigungen gehört, dass die ein oder andere Arbeit nicht verschoben werden kann - verständlich, aber das ist eben nicht der Kern des Problems, wenn es eben nur diese Arbeiten wären.

Ich werde in den nächsten Wochen sehen, wo das alles hinführt und es werden wohl noch einige klären Gespräche auf uns warten.
Ehrlich gesagt macht mir das eine riesige Angst.
Auch wenn ich hier meckere und ihn in sehr schlechtem Licht dastehen lasse, liebe ich ihn und kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.
Wir müssen beide an uns arbeiten - auch ich muss besser kommunizieren und lernen, meine Bedürfnisse besser auszudrücken.
Wer weiß? Vielleicht können wir das Ding noch irgendwie wuppen :smile:
 
S
Benutzer190912  (47) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #45
Dieser erste Schritt klingt doch recht positiv. Ich denke nur, echte Veränderung wird viel Zeit, Geduld und Kraft kosten. Denn ich denke für ihn wird es ein Emanzipationsprozess werden bei dem er sich in vielen kleinen Schritt traut auch mal nein zu sagen oder wir verschieben es oder ich hab aktuell keine Zeit. Umgekehrt sollte es ein langsamer Gewöhnungsprozess für die Mutter werden damit sie sich auch daran gewöhnen kann. Wie allem wird es dabei auch zu kleineren Rückschlägen und Krisen kommen, aber die Einsicht von ihm ist ein guter Anfang
 
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Benutzer132552  (54) Meistens hier zu finden
  • #46
Ich schon. Kuscheln, den Film gemeinsam erleben und darüber sprechen.
Einfach da zu sein. Das Vertrauen zu spüren. Gemeinsam auf der Coach nach einem langen Arbeitstag einen Film oder eine Serie oder Fußball oder was auch immer zu schauen, finde ich viel schöner und vertrauter, als allein auf dem Sofa zu sitzen.
 
U
Benutzer183259  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #47
Ich hatte heute mit meinem Freund ein sehr tiefes und langes Gespräch über diese Thematik.
Vermutlich war dies das erste Mal, dass er wirklich verstanden hat, wie sehr mich das Ganze stört. Auch haben mir all eure Tips, Sichtweisen und Ratschläge sehr weitergeholfen!

Wie sich herausstellte, nervt es ihn auch, dass er ständig von seiner Mutter eingespannt wird. Da er sowieso schon wenig Zeit hat, wüsste er manchmal selbst nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. ...Ehrlich gesagt macht mir das eine riesige Angst.

Verstehe ich jetzt nicht.
Das Gespräch verläuft in die richtige Richtung und Du hast eine riesige Angst?
Eigentlich solltest Du doch jetzt erleichtert sein.
 
H
Benutzer132552  (54) Meistens hier zu finden
  • #48
TS, das freut mich für Dich und Euch. Ich finde auch nicht, dass Du Deinen Freund in einem schlechten Licht darstehen lässt, Du schilderst, was Dich stört und fragst nach Tipps und um Hilfe, und ich freue mich, dass das Forum dies geben kann.

Die Diskussion hier zeigt ja auch, dass die Einstellung zum Thema sehr, sehr unterschiedlich ist. Meine Schwester und ich tauschen und nur einmal die Woche, oft auch nur jede zweite Woche, fünf Minunte mit unserer 300 km entfernt wohnenden Mutter aus, trotzdem ist unser Verhältnis sehr gut. Wir brauchen das einfach nicht, auf beiden Seiten. "Wenn wir nichts hören, geht es uns gut". Natürlich kann man das ganz anders sehen und leben.

Dein Freund muss sich aber in meinen Augen schon darüber im Klaren sein, dass er - wenn es ihn dann wirklich auch stört - Grenzen setzen und Regeln aufstellen muss. Ich weiß wirklich nicht, warum man mehr als einmal täglich miteinander kommunizieren muss, finde das schon viel, kann es aber noch irgendwie nachvollziehen. Der Weg wird sicher nicht ganz einfach, allein dahin zu kommen. Sieh bitte zu, dass er genug Arsch in der Hose hat zu sagen, "mir wird das zu viel" und nicht " X xAnna2010 wird es zu viel". Sonst besteht eine sehr realistische Gefahr, dass Du am Ende die Böse in diesem Spiel bist.
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #49
Kurz eine Frage: Besteht die Möglichkeit, dass die Mutter sozial mehr eingebunden wird in neue Kreise?
Das könnte ein Tanzkurs sein, den sie schon immer mal machen wollte, die Mitarbeit in einem sozialen Projekt, ein Lesekreis oder ein Kochkurs für eine fremde Landesküche. Hauptsache mit Menschen in ihrem Alter?
Eventuell auch ein Selbsthilfekreis für verwitwete Menschen? Oder generell Busreisen in der Gruppe?

Dass dein Freund realisiert hat, dass es nicht mehr so intensiv passt für ihn, ist ein erster Schritt. Abgrenzung der nächste, die funktioniert aber besser, wenn man weiß, dass die andere Person eben 'weich' fällt und dann nicht allein ist.
 
U
Benutzer183259  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #50
Ältere Leute werden oft sehr ungeduldig. Alles muss am besten sofort passieren.
Wenn mein Opa zB der Meinung war, die Äpfel müssten gepflückt werden, was er selbst nicht mehr konnte, musste am besten einer von uns direkt am selben Tag noch dorthin.
Wehe, das hat erst am folgenden WE geklappt, dann hat er jeden Tag angerufen...

So was in der Richtung könnte sich bei der alten Dame auch entwickeln.
 
Ishtar
Benutzer158340  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #51
Wobei die "alte Dame" sooooo alt ja auch noch nicht sein wird. Er ist jetzt, wenn ich richtig rechne, 33, und da seine Mutter noch arbeitet, wenn ich das richtig gelesen habe, ist sie wahrscheinlich eher so Ende 50 :zwinker: Da wär es ein wenig früh für derart ausgeprägten Altersstarrsinn.

Ich glaub eher, dass da ganz viel Einsamkeit bei ihr ist, und sie die grade nicht anders füllen kann oder will als mit ihrem Kind, was ihr halt als einziges von ihrem Mann geblieben ist. ich könnte mir da sogar vorstellen, dass sie Probleme findet, bei denen er helfen muss, einfach, damit sie ihn bei sich hat. Wahrscheinlich kommt sie mit dem Alleinsein einfach nicht gut klar, und das ist auch verständlich.

Da finde ich, hat axis mundi axis mundi schon gute Ideen geliefert. Jetzt vielleicht nicht unbedingt die Senioren-Butterfahrt :grin: Dafür fühlt sie sich wahrscheinlich auch noch zu jung. Aber Tanzkurs, ehrenamtliche Arbeit, Selbsthilfegruppe, Kleingärtnertreff, Sportverein... irgendwas, womit sie mehr unter Menschen kommt.
 
A
Benutzer180757  (48) Öfter im Forum
  • #52
Erstmal mein Mitgefühl für die Situation. Und ich finde klasse, dass Ihr jetzt so ein Gespräch hattet und er u.a. zugab, dass ihn vieles daran selbst nervt. Das gibt Hoffnung! Aber das wird trotzdem noch ein dorniger Weg.

In die Schwiegermutter würde ich nicht viel Hoffnung setzen (Stichwort Tanzkurs, Kochkurs etc.). Wenns klappt: schön. Aber die Grundlagen für das Zusammenleben müssen woanders herkommen. Ich erkenne vieles von meiner Schwiegermutter wieder, sie ist wahnsinnig fordernd und 100% ich-bezogen. Wenn es nach ihr ginge würde meine Frau jeden Tag mindestens 2 Stunden telefonieren oder vorbeikommen. Und wenn ich nicht ständig hören würde, wie sie die Dinge und die Menschen verdreht und manipuliert - sowas hab ich in meinem ganzen Leben nur bei ihr erlebt. Wirklich krass! Dabei ist es völlig egal, was sie tatsächlich an Zuwendung bekommt - es ist nie genug, es wird immer mehr verlangt, gedroht, gejammert und Druck gemacht.
Dazu kommt, dass die Schwiegermutter der TS ja scheinbar noch ein paar Jahre berufstätig ist, danach wird es sicher nicht besser.... Bei uns ist es jedenfalls immer schlimmer geworden.
 
W
Benutzer173794  (40) Öfter im Forum
  • #53
Ich hab jetzt nicht alle Kommentare gelesen, aber ich glaube wenn dein Freund dir mehr zeigen würde, dass er auch auf Aktivitäten mit dir Lust hat und diese planen würde wärst du entspannter. Man bekommt wirklich das Gefühl er stellt die Mutter auf einen Podest und da bleibt kein Raum für dich.
Er sagt du sollst halt planen, aber was ist mit ihm? Wo ist sein Interesse für dich und die Partnerschaft? Warum plant er nicht was Schönes zu zweit.
Es liest sich als würde er dich als Selbstverständlich nehmen. Aber auch die Beziehung zum Partner braucht Pflege.
 
S
Benutzer152906  (45) Sehr bekannt hier
  • #54
Vielleicht hat er für so etwas einfach keinen Kopf (weil er so eingespannt ist)?
 
Yurriko
Benutzer174969  (30) Sehr bekannt hier
  • #55
Vielleicht hat er für so etwas einfach keinen Kopf (weil er so eingespannt ist)?
Dann sollte er eben keine Beziehung führen, wenn er keine Zeit hat. Liest sich jetzt auch nicht nach ner Woche, sondern nach Monaten 🤷‍♀️

Ist halt ein bescheidener Grund die Beziehung nicht zu pflegen. Für die Mutti hat er doch jedes WE Zeit anscheinend ...
 
S
Benutzer152906  (45) Sehr bekannt hier
  • #56
Dann sollte er eben keine Beziehung führen, wenn er keine Zeit hat. Liest sich jetzt auch nicht nach ner Woche, sondern nach Monaten 🤷‍♀️

Ich schrieb „keinen Kopf“ und nicht „keine Zeit“ … das ist ein Unterschied.

Ist halt ein bescheidener Grund die Beziehung nicht zu pflegen. Für die Mutti hat er doch jedes WE Zeit anscheinend ...

Richtig! Aber die Beiden haben darüber geredet und arbeiten jetzt daran. So sollte es sein … und nicht einseitig „er tut nicht genug für die Beziehung, also direkt abservieren.
 
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