Fetisch - Selbstsabotage oder unabänderliches Schicksal

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Liebes Forum,

im Laufe der Jahre bin ich hier immer mal wieder auf interessante und zum Teil wirklich hilfreiche und tröstliche Beiträge gestoßen (so z.B. vor ca. 1,5 Jahren, als meine damalige Freundin sich abrupt von mir getrennt hatte und ich monatelang mit meinem Trennungsschmerz gekämpft hab). Obwohl ich bislang eigentlich nie aktiv an einem Forum beteiligt war, hab ich mich jetzt doch mal dazu durchgerungen, mich hier anzumelden und von einem Problem zu berichten, das mich schon viele Jahre beschäftigt und zu dem ich anderswo wirklich keinen richtigen Rat finde.

Ich wäre dementsprechend sehr dankbar darüber, eure ehrliche Meinung zu meinem Thema zu erfahren. Entweder von Leuten, die vielleicht selbst in der ein oder anderen Form "betroffen" sind, oder auch von gänzlich unbeteiligten, die gerade dadurch möglicherweise eine besonders objektive Perspektive darauf einnehmen können.
Aber ich freue mich natürlich auch darüber, wenn mein Beitrag vielleicht irgendwann durch Zufall den Weg zu einem "stillen Mitleser" findet, der (oder die) sich darin wiedererkennt und ein kleinwenig Trost aus der Tatsache schöpft, mit dieser Problematik nicht ganz allein zu stehen.

Also ... Wo fang ich am besten an? ... Das Grundproblem ist eigentlich schnell zusammengefasst: Seit Beginn meiner Pubertät (also jetzt schon ca. 20 Jahre) fühle ich mich sexuell vor allem zu Mädchen bzw. Frauen hingezogen, die Piercings im Gesichtsbereich tragen. Gerade das "Künstliche" und "Invasive" an dieser Art des Körperschmucks hat mich seit je fasziniert, was jedoch nicht heißt, dass ich einem schön geformten Körper oder Gesicht oder eben auch der zärtlichen Berührung einer Frau nichts abgewinnen könnte. In dem Sinne bin ich also nicht "objektsexuell" o.ä. Dennoch dominiert dieser Fetisch weitgehend meine erotische Vorstellungswelt, und in der Praxis fühle ich mich dadurch ziemlich eingeschränkt, u.a. da ich schon mehrfach die (in dem Moment für beide Beteiligten ziemlich enttäuschende und unangenehme) Erfahrung gemacht habe, dass eine Frau, mit der ich (fast) im Bett gelandet bin, mich einfach nicht genug angemacht hat, um richtig hart zu werden bzw. zu bleiben (und das, obwohl man sich ansonsten sympathisch war usw.)
Dazu sollte ich erwähnen, dass ich selbst nie Teil einer Szene oder Clique war, in der Köperschmuck verbreitet ist. Im Gegenteil: Als ich jünger war, galt das bei vielen noch als ziemliche Provokation, und insbesondere mein Elternhaus war in dieser Hinsicht ziemlich konservativ und rigide. Und ich hab diese Wertvorstellungen lange unhinterfragt übernommen und damit einen Teil von mir selbst insgeheim abgelehnt. (Daher kam für mich auch nie ernsthaft in Frage, mir selbst Piercings stechen zu lassen - abgesehen davon, dass ich das eben als entschieden "feminines" Attribut empfinde und bei Männern auch nur selten in optischer Hinsicht ansprechend finde.)

Da meine Ex-Freundin (die einzige wirklich lang anhaltende Beziehung, die ich bisher hatte) das Thema ebenfalls spannend fand und selbst schon mit dem Gedanken gespielt hatte, hat sie sich schließlich, wenn nicht ausschließlich "für mich", so doch angeregt durch mich, piercen lassen. Das hat unser Sexleben auch eine Zeit lang wirklich belebt... Trotzdem gab es langfristig genug andere Probleme (von beiden Seiten) ...

Aus jetziger Sicht - als Single - wird es durch diese Vorliebe bzw. "Macke" natürlich nicht unerheblich schwerer, eine Partnerin zu finden, die nicht nur emotional, sondern auch in körperlicher Hinsicht zu mir passt. Manchmal hat es für mich den Anschein, als sabotierte ich mich gewissermaßen selbst, vor allem da ich insgesamt eher ein ruhiger und introvertierter Typ bin, auch wenn ich ab und an auch mal gerne feiern gehe. Aber gerade in meinem beruflichen Umfeld sieht es doch eher angepasst und "graumäusig" aus ... Gleichzeitig komme mir irgendwie oberflächlich vor, bei Frauen ausgerechnet auf so eine Äußerlichkeit zu achten und darauf Wert zu legen, andererseits kann ich es jedoch kaum komplett ignorieren. Ich meine: Es liegt auf der Hand, dass diese Fixierung mein Selbstvertrauen gegenüber dem anderen Geschlecht nicht gerade steigert, vor allem angesichts einiger Erfahrungen, in denen ich mich regelrecht als "Versager" gefühlt hab und der Frau in ihren Bedürfnissen auch nicht gerade gerecht geworden bin.

Ich sollte auch nocht hinzufügen, dass ich bereits vor etlichen Jahren (damals vor allem durch anhaltende depressive Verstimmungen motiviert) eine längere Psychotherapie gemacht habe, in der ich das Problem ebenfalls thematisiert habe. Mein damaliger Therapeut stand dem Ganzen zwar recht skeptisch gegenüber und bezeichnete es als eine Art "Sucht", wollte aber andererseits nicht gezielt daran arbeiten, sondern eher an allgemeinen Themen wie Selbstakzeptanz, Selbstwert usw.
Aus dem Grunde habe ich kürzlich (einige Zeit nach der Trennung) nochmal einen Therapeuten kontaktiert und einige Probesitzungen absolviert. Der hat das Thema jedoch ebenfalls als nicht "therapiewürdig" eingestuft. Ebenso eine Sexualmedizinerin, die der Meinung war, man müsse versuchen, das zu "integrieren", anstatt sich selbst zu stigmatisieren (kein Wortspiel xD). Wirklich konstruktive Ideen - Fehlanzeige.

Falls ihr es tatsächlich bis hierhin geschafft habt: vielen lieben Dank für eure Geduld!
Über Gedanken, Meinungen und Anregungen würde ich mich wie gesagt echt freuen! Und wenn ihr den Impuls verspüren solltet, mir den Kopf zu waschen - nur zu! :zwinker: Ich werd's überleben.

LG
 

Benutzer161582  (33)

Sorgt für Gesprächsstoff
Schwieriges Thema. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das therapieren oder abtrainieren könnte.

Ich persönlich finde es aber auch nicht ungewöhnlich oder erschreckend.
Es ist nur fies, wenn es dich so einschränkt.

Du musst dir halt gezielt diese Art von Frauen suchen. Ist ja schwer in mode das Ganze.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Du stehst offenbar aus dem genau gleichen Grund auf Piercings, weshalb ich sie nicht mag. Das "unnötig" Invasive....
Kommt aber viel vor. Ich bin da nicht der Massstab

Wo genau ist das Problem? Du siehst doch schon beim ersten Blick ob eine Frau zu deinem Fetisch passt. Das ist wirklich die Ausnahme! Und es gibt ja mehr davon als mir lieb ist :grin:
Oder ist es umgekehrt? Passen Frauen mit Piercing im Gesicht auf andere Art nicht zu dir?

Off-Topic:
LiquidNights LiquidNights du hast dich beim Alter (12 j.) vertan.... :zwinker:
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn ich dich richtig verstehe, liegt das Problem darin, dass du eher Frauen ohne Piercings kennenlernst - und du das Gefühl hast, dass es mehr "ungepiercte" Frauen gibt, die charakterlich zu dir passen, weil du ruhig und introvertiert bist. Es mag schon sein, dass ein paar Damen mit solchem Schmuck etwas selbstbewusster/flippiger/extrovertierter sind - aber so sehr, wie das im Moment in Mode ist, wird es sicher auch ein paar liebe und ruhige Mädels mit Piercing im Gesicht geben.

Ich persönlich mag das gar nicht, es war für mich beim Dating auch eine Einschränkung - aber eine, die ich problemlos hinnehmen konnte. Wer ein Piercing im Gesicht hatte, war für mich sofort raus, weil ich darauf einfach nicht stehe. Eigentlich finde ich das sogar ein recht "dankbares" Kriterium - weil man es eben sofort sieht.
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Off-Topic:
LiquidNights LiquidNights du hast dich beim Alter (12 j.) vertan.... :zwinker:

Oh... Stimmt. :whistle: Ganz so jung bin ich nicht mehr (34).
Danke für den Hinweis!
(Hab grad einem Admin deswegen geschrieben.)
[doublepost=1470177607,1470176370][/doublepost]Erstmal vielen Dank für die Antworten! Hätte echt nicht damit gerechnet, so schnell und so differenziert Feedback zu bekommen! :smile:

Oder ist es umgekehrt? Passen Frauen mit Piercing im Gesicht auf andere Art nicht zu dir?

Wenn ich dich richtig verstehe, liegt das Problem darin, dass du eher Frauen ohne Piercings kennenlernst - und du das Gefühl hast, dass es mehr "ungepiercte" Frauen gibt, die charakterlich zu dir passen, weil du ruhig und introvertiert bist.

Schwer, das halbwegs "objektiv" zu beantworten ... Aber ich fürchte, da ist was dran. Mir laufen zwar überall sonst auch andauernd entsprechend verzierte Frauen über den Weg, aber in meinem Bekanntenkreis sieht das wiederum ganz anders aus. Ist sicher auch eine Frage der Altersgruppe, und ich werde ja bekanntlich nicht jünger (s.o.). :zwinker:

Vor allem bin ich aber, glaub ich, einfach nicht ganz mit mir selbst im Reinen, was das angeht. Wie bereits gesagt, würd ich mir extrem oberflächlich vorkommen, mich beim Kennenlernen allein auf sowas zu fokussieren. :cry: Aber andererseits muss es ja in sexueller Hinsicht auch einigermaßen passen, sonst ist es ja auch ein Stück weit "unaufrichtig" dem andern gegenüber? Oder was meint ihr: Wie weit sollte man da zu Kompromissen bereit sein?

Ich persönlich mag das gar nicht, es war für mich beim Dating auch eine Einschränkung - aber eine, die ich problemlos hinnehmen konnte. Wer ein Piercing im Gesicht hatte, war für mich sofort raus, weil ich darauf einfach nicht stehe

Jenseits der Frage, inwieweit man das ästhetisch findet oder nicht, ist das Absurde an dem Thema, dass es mich in bestimmten (Alltags-)Situationen auch eher stört, eben weil es für mich sexuell konnotiert ist und mich unterschwellig immer ein bisschen antörnt. :kopfwand:

Schwieriges Thema. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie man das therapieren oder abtrainieren könnte.

Falls jemand dazu eine Idee hat oder das mit einem anderen Fetisch schonmal probiert hat - wäre auf jeden Fall auf weitere Ideen gespannt ...!

Vielen Dank euch allen nochmal!
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Ist es egal, wo sich das Piercing befindet? Also Nase, Mund, Augenbraue oder gar Ohr?

Wäre es möglich, ein Piercing zu nehmen, welches nicht dauerhaft ist? Ich z.B. mag Septums schon mein Leben lang (auch schwer in Mode gerade). Würde mir aber keins stechen, weil ich es nicht dauerhaft tragen wollen würde. Also hab ich mir diese Clip-Septums geholt. Die halten bombensicher, auch beim Sport und ich kann sie raus machen.
So könnte deine potenzielle Partnerin dir einen "Gefallen tun", wenn es um den Sex geht. (oder es mal so im Alltag tragen, wenn sie dafür offen ist)

Oder wäre das nicht möglich, weil es dir um das Permanente geht?
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Also verstehe ich die Frage richtig, dass sie sich auch irgendwie ins Tiefenpsychologische wagt?
Ich würde dazu sagen, manchmal ist eine Zigarre auch einfach nur eine Zigarre :grin:

Quäl dich doch nicht mit den tief verborgenen Wiesos und Warums - warum man welche Vorlieben hat ist eine sehr frustrierende Ergründung, weils oft einfach keine rationale Erklärung gibt. Ich mag Gurken nicht und liebe Nougat. Bringt mich das jetzt irgendwie weiter, wenn ich weiß WIESO das so ist?
Nimms hin, einem gefällt, was einem gefällt.
Manche brauchen zwingend lange Haare bei ner Frau, andere große Brüste, schmale Hüften, schöne Füße whatever. Bei dir sind es eben Piercings. Man steht, worauf man steht, ist doch wunderbar wenn du das weißt.

Ich gebe zu, ich hätte so meine Probleme damit, wegen einer starken Vorliebe des Gegenübers primär wahr genommen zu werden. Ich will als Person auffallen, ehrlich gesagt.
Ich hatte schon Avancen wegen meiner OHRFORM. Ich hab keinesfalls besondere Ohren... und ehrlich gesagt, wärs da auch schon aus, irgendwie. Ich will bitte als Gesamtpaket gesehen werden, und nicht so dass eins meiner Merkmale zufällig eine zwingende Vorliebe des andern erfüllt. Ist nämlich wirklich einfach Zufall und sagt irgendwie so gar nichts aus.

Aber zum glück sind ja alle verschieden :zwinker: Es gibt sicher auch Frauen, die gerne mit diesem Detail spielen, und das auch schmeichelhaft finden. Ich würde mich da an deiner Stelle nicht zu ausgiebig mit Hinterfragungen beschäftigen, darauf stehst du eben und aus. Wenn du in deinem Kreis keine passenden Frauen hast, musst du das machen, was alle machen müssen, die dieses Problem haben - den Kreis verlassen und andere Frauen kennen lernen :zwinker:
 

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Vor allem bin ich aber, glaub ich, einfach nicht ganz mit mir selbst im Reinen, was das angeht. Wie bereits gesagt, würd ich mir extrem oberflächlich vorkommen, mich beim Kennenlernen allein auf sowas zu fokussieren. :cry: Aber andererseits muss es ja in sexueller Hinsicht auch einigermaßen passen, sonst ist es ja auch ein Stück weit "unaufrichtig" dem andern gegenüber? Oder was meint ihr: Wie weit sollte man da zu Kompromissen bereit sein?
Ich kann das Problem sehr gut nachvollziehen. Ich hab mit Beginn der Pubertät gemerkt, dass ich einen ausgeprägten Fetisch für ein bestimmtes Kleidungsstück habe (auch wenn es noch ein paar Jahre gedauert hat, um zu verstehen das es ein Fetisch ist). Nun war das damals auch ziemlich in Mode und wurde entsprechend von Mädchen im passenden Alter getragen. Ich hab damals den gleichen Gedankengang gehabt: das kann doch keine Grundlage für eine Beziehung sein! Andererseits hatte auch kaum ein Interesse an Sex oder Liebe, und Niemand schien sich in der Hinsicht für mich zu interessieren. Insofern passte alles zusammen.

Heute seh ich das etwas anders. Sicher ist es toll, wenn man einen oder mehrere Fetische in einer Beziehung teilen kann. Aber vielleicht reicht es auch, wenn man sie gegenseitig tolerieren kann? Und selbst wenn man den ersten Schritt nur deswegen macht, eben weil der/die Andere einen gerade (wahrscheinlich unbewusst) antriggert, kann es sich doch trotzdem in den ganzen Menschen verlieben und festellen, dass man gut zusammenpasst?

Klar, wenn man möchte, dass der Partner Piercings trägt, ist das schon etwas anderes, als wenn es um Kleidung geht, die man auch wieder ausziehen kann. Gerade da wäre es wohl sinnvoll, gezielt zu suchen.

Jenseits der Frage, inwieweit man das ästhetisch findet oder nicht, ist das Absurde an dem Thema, dass es mich in bestimmten (Alltags-)Situationen auch eher stört, eben weil es für mich sexuell konnotiert ist und mich unterschwellig immer ein bisschen antörnt. :kopfwand:
Gestört hat es mich eigentlich noch nie, dafür kommt es inzwischen zu selten vor. Wenn es passiert geniesse ich und schweige, und hoffe, dass es keiner merkt. :smile:

Falls jemand dazu eine Idee hat oder das mit einem anderen Fetisch schonmal probiert hat - wäre auf jeden Fall auf weitere Ideen gespannt ...!
Einen Fetisch loszuwerden ist wohl nahezu ausgeschlossen. Für wirklich schwere Fälle gibt es wohl Therapien, um es zu unterdrücken, aber schön ist das nicht. Bei Pädophilie ist das vielleicht sinnvoll, aber bei etwas so Harmlosen wie Piercings eher nicht.

Mach also das Beste draus! (Und vielleicht tu ich das auch noch irgendwann. :smile:)
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Ist es egal, wo sich das Piercing befindet? Also Nase, Mund, Augenbraue oder gar Ohr?

Nun ja, völlig egal nicht. Je "unkonventioneller" (sofern man das heute überhaupt noch sagen kann) desto eher regt es mich an. Am meisten sicher im Mund- und Nasenbereich.

Wäre es möglich, ein Piercing zu nehmen, welches nicht dauerhaft ist?
Oder wäre das nicht möglich, weil es dir um das Permanente geht?

Es käme auf einen Versuch an, wie sehr so eine Attrappe in der Lage ist, meine Phantasie genug zu stimulieren. K.A. Ich denke aber, dass die zumindest potenziell permanente Veränderung u.a. das ist, was für mich einen wesentlichen Teil des Reizes ausmacht.
Andererseits gibt es schon auch andere Accessoires, die mich ein wenig anmachen - also wer weiß?

Glaubst du denn, dass für die meisten PiercingträgerInnen (wie quasi für dich) der optische Reiz im Vordergrund steht? Oder spielt nicht doch eher der Wunsch mit, sich selbst irgendwie mehr oder weniger dauerhaft zu verändern? (Das Gefühl von Kontrolle über den eigenen Körper/die eigene Identität, in einer Zeit, in der alles andere irgendwie zu komplex erscheint, als dass man selbst einen relevanten Einfluss darauf hätte ...)
[doublepost=1470341559,1470341074][/doublepost]
Ich gebe zu, ich hätte so meine Probleme damit, wegen einer starken Vorliebe des Gegenübers primär wahr genommen zu werden. Ich will als Person auffallen, ehrlich gesagt.

Das ist sehr guter Punkt und sicherlich einer der Gründe für meine Skrupel, mich diesem Fetisch allzu sehr zu überlassen.

Und an der Stelle beißt sich dann vielleicht auch das von dir angesprochene "Hinnehmen", sprich die Selbstakzeptanz, und ein halbwegs "reifes" Verhalten bei der Partnersuche....

Wenn du in deinem Kreis keine passenden Frauen hast, musst du das machen, was alle machen müssen, die dieses Problem haben - den Kreis verlassen und andere Frauen kennen lernen :zwinker:

Danke für den ermutigenden Tipp! :zwinker: Ich werd mal schauen, wie sich das am besten umsetzen lässt ...
[doublepost=1470342075][/doublepost]
Ich kann das Problem sehr gut nachvollziehen. Ich hab mit Beginn der Pubertät gemerkt, dass ich einen ausgeprägten Fetisch für ein bestimmtes Kleidungsstück habe (auch wenn es noch ein paar Jahre gedauert hat, um zu verstehen das es ein Fetisch ist). Nun war das damals auch ziemlich in Mode und wurde entsprechend von Mädchen im passenden Alter getragen. Ich hab damals den gleichen Gedankengang gehabt: das kann doch keine Grundlage für eine Beziehung sein!

Du machst es ja ein wenig geheimnisvoll, Woodstock! :zwinker:
... Davon abgesehen: Genau diese Gedankenschleife dreht sich in meinem Kopf!
Andererseits sollte man gerade den zwischendurch vielleicht einfach mal ausschalten!?
Und hoffen, dass es sich dann irgendwann einfach so fügt, wie du schreibst:

Und selbst wenn man den ersten Schritt nur deswegen macht, eben weil der/die Andere einen gerade (wahrscheinlich unbewusst) antriggert, kann es sich doch trotzdem in den ganzen Menschen verlieben und festellen, dass man gut zusammenpasst?

Mach also das Beste draus! (Und vielleicht tu ich das auch noch irgendwann. :smile:)

Das wünsch ich dir auch! :smile:
 
A

Benutzer

Gast
Es gibt ja immerhin auch noch eine andere Möglichkeit: Würde mein Mann mir sagen, es würde ihn nichts heißer machen, als wenn ich ein Piercing hätte - meine Güte, dann würde ich mir (wieder - mein altes ist zugewachsen) eines machen.

Es ist ja nicht so, als würdest du eine Frau kennenlernen und sie wird sich dann nie auch nur ein bisschen verändern. Du kannst ja auch einfach mal ein bisschen auf Tuchfühlung gehen, inwieweit sie Piercings gegenüber aufgeschlossen ist.

Ansonsten finde ich, dass du ziemlich gut dran bist. Du siehst immer sofort, falls jemand bereits deinem Fetisch entspricht. Ich hätte das auch gerne, dass jemand mit meinen Vorlieben auf der Stirn rumläuft (wenn ich denn suchen würde) :grin:
 

Benutzer136609 

Beiträge füllen Bücher
Es gibt ja immerhin auch noch eine andere Möglichkeit: Würde mein Mann mir sagen, es würde ihn nichts heißer machen, als wenn ich ein Piercing hätte - meine Güte, dann würde ich mir (wieder - mein altes ist zugewachsen) eines machen.

Ich nicht. Ich würde mir niemals, für einen anderen, ein Piercing ins Gesicht stechen lassen.
Aber an sich hast du Recht..vorher gucken wie sie dazu steht, ich denke grade da es sehr in Mode ist sind viele da aufgeschlossener als ich^^
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Ansonsten finde ich, dass du ziemlich gut dran bist. Du siehst immer sofort, falls jemand bereits deinem Fetisch entspricht. Ich hätte das auch gerne, dass jemand mit meinen Vorlieben auf der Stirn rumläuft (wenn ich denn suchen würde) :grin:

Hey aiks! :smile:
Wahrscheinlich hast du recht, ich wollte das Ganze auch keineswegs übermäßig dramatisieren. Kann mir gut vorstellen, dass andere da weit stärker eingeschränkt sind, je nach Ausprägung. Aber subjektiv belastet es mich schon etwas, v.a. angesichts der oben geschilderten Erlebnisse. Macht mich insgesamt halt momentan nicht zuversichtlicher ...
[doublepost=1470343843,1470343749][/doublepost]
Ich nicht. Ich würde mir niemals, für einen anderen, ein Piercing ins Gesicht stechen lassen.

Ich denke auch, dass die meisten - völlig zurecht - eher so eingestellt sind, wie du McCeline.
Es scheiden sich ja auch oft die Geister an dem Thema.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Das ist sehr guter Punkt und sicherlich einer der Gründe für meine Skrupel, mich diesem Fetisch allzu sehr zu überlassen.

Und an der Stelle beißt sich dann vielleicht auch das von dir angesprochene "Hinnehmen", sprich die Selbstakzeptanz, und ein halbwegs "reifes" Verhalten bei der Partnersuche....

Hm neeee ich meinte, dass, wenn du das nicht ändern kannst - was man bei stark ausgeprägten Vorlieben oft nicht kann - dann musst du dich damit abfinden, dass es eben deine Nische bei der Partnerwahl verkleinert. Ich bin mir sicher, nicht JEDE Frau empfindet es als eher negativ, wenn ein Merkmal an ihr jemanden so fasziniert.
Das muss ja nicht negativ sein - ICH hätte ein Problem damit, aber wie gesagt ich bin sicher nicht jeder hat das. Ich kenn sogar welche, die stolz drauf sind, weil ihr Freund sie toll findet wegen ihrer ... Haare und Brüste primär so toll findet. Ist völlig ok so für sie. Bin sicher, sie ist nicht die einzige.
Nicht jeder hat dieses Bedürfnis durch Intellekt aufzufallen :tongue:

Also widerspricht sich das nicht. Stress dich nicht und such einfach die passende Frau dazu :zwinker:
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Es käme auf einen Versuch an, wie sehr so eine Attrappe in der Lage ist, meine Phantasie genug zu stimulieren.
Jetzt mal ganz doof gesprochen: hab ich ein Septum, kann ich das auch einfach rausnehmen und du siehst nichts von irgendwelchen Löchern - es sei denn du kriechst unter meiner Nase herum.:zwinker:

Vom Feeling ändert sich da nicht viel, außer, dass du weißt, es ist nicht echt.
Glaubst du denn, dass für die meisten PiercingträgerInnen (wie quasi für dich) der optische Reiz im Vordergrund steht?
Klar, dass macht für mich das meiste aus.
Oder spielt nicht doch eher der Wunsch mit, sich selbst irgendwie mehr oder weniger dauerhaft zu verändern?
Das spielt auch mit rein (ich bin der tattoo-typ). Ich würde also lügen, wenn ich nicht auf das Permanente stehen würde. Für mich wäre es aber auch ausreichend, wenn man sich tagtäglich die gleichen Bilder auf den Körper malen würde - mir geht's da um Optik und Bedeutung.:smile:
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Ein Piercing wäre doch nicht das einzige Kriterium, sondern nur ein bzw das Hauptkriterium. Versuche es mal, das so zu sehen :smile:

:grin:

Hauptkriterium ....?!? Stimmt, dann ist es natürlich gar nicht mehr oberflächlich ... :cool:

Aber so muss man es wohl wirklich sehen, fürchte ich.
[doublepost=1470421684,1470421344][/doublepost]
Nicht jeder hat dieses Bedürfnis durch Intellekt aufzufallen :tongue:

:grin: Wobei ich Intelligenz bei Frauen auch ungemein sexy finde! ... Aber man muss halt Prioritäten setzen. :engel:
[doublepost=1470421746][/doublepost]
Also widerspricht sich das nicht. Stress dich nicht und such einfach die passende Frau dazu :zwinker:

Danke nochmal für all die Antworten und deinen/euren Zuspruch! :smile:
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Findest du es denn schlimm, oberflächliche Kriterien zu haben, die man wichtig findet?
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Hallo HarleyQuinn!
Nein, nicht direkt.... Ich denke, die hat jeder auf die eine oder andere Weise. Aber es passt halt irgendwie nicht in mein Selbstbild. Hat vielleicht auch n bisschen mit meiner Erziehung zu tun. Mein Vater ist dem Thema Frauen, Sex etc. immer komplett aus dem Weg gegangen, war also überhaupt kein Vorbild, und meine Mutter hat mir da eher ein 'emanzipiertes' Weltbild vermittelt. (Was an sich nicht schlecht, aber für nen Mann auch nicht immer hilfreich ist.)
 

Benutzer162113 

Ist noch neu hier
Hallo zusammen,
ich bin's nochmal ... Ich hoffe, ihr hattet in der Zwischenzeit ein erholsames und stressfreies Wochenende!

Ich will das Thema jetzt nicht künstlich breittreten (eure verständnisvollen Antworten haben mir auch schon echt weitergeholfen und gutgetan! :smile:), aber über ein paar Aspekte würde ich vielleicht doch noch gerne diskutieren, falls der oder die eine oder andere Lust dazu hat.

Eine Frage, die mich noch umtreibt, ist: Zu welchem Zeitpunkt in einer Beziehung bzw. beim Kennenlernen würdet ihr so ein Thema generell ansprechen? Das betrifft natürlich auch andere Fetische/Vorlieben ... (Weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, ob es dazu schon einen einschlägigen Thread oder so gibt.)

Zum andern frag ich mich noch, ob es nicht doch Techniken oder Ansätze gibt, das ein wenig abzuschwächen oder zu relativieren ... Im Allgemeinen scheinen Paraphilien jeder Art ja dazu zu tendieren, eher stärker als schwächer zu werden. Andererseits gibt es ja auch genug Leute, die z.B. süchtig von Pornos geworden sind (bis hin zu Verlust von Freude am Sex mit dem Partner) - und die sich das auch wieder erfolgreich abgewöhnen konnten.
Geht das? Also dass man das eher so in die Richtung lenkt ... "Ja, steh ich drauf, aber muss nicht unbedingt sein, andere Dinge gefallen mir auch"?
Oder bleibt man für immer ein "trockener" Fetischist?!?

LG
LN
 
A

Benutzer

Gast
Naja, das mit den Pornos ist aber auch kein Fetisch sondern eine Gewohnheit.

Ich habe siebne Jahre lang in meiner letzten Beziehung versucht, normalen Sex zu haben und mir immer wieder eingeredet, dass normaler Sex doch auch total gut ist und ich das andere gar nicht so brauche. Ist aber nach hinten losgegangen :hmm: Ich glaube, wenn man anstrebt in einer Beziehung rundum glücklich zu sein und das auf Dauer, führt da kein Weg drumrum seine eigenen Vorlieben zu akzeptieren und zumindest teilweise in irgendeiner Weise auszuleben.
 
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