Fernbeziehung ~1 Jahr, Gefühl der Einseitigkeit, fast ein Klassiker!

Benutzer156960  (53)

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Nach rund 1 Jahr Fernbeziehung (knapp 200km) scheint der Strom zu versiegen; Ich, Kerl, Ende 40 und die Freundin ebenso. Am Wochenende waren wir zu einer gemeinsamen Feier eingeladen. Durch verschiendenste Signale bzw. dessen Ausbleiben (Intuition das etwas nicht stimmt!) habe ich die "Beste" am nächsten Morgen angesprochen, ob mein Gefühl des "Bauchwehs" und das etwas nicht stimmen dürfte. Obwohl das nicht grad die Stärke meiner Freundin ist, klare Worte über Gefühlslagen zu finden ist, antwortete Sie mir "Ja, da ist was.. und das seit Wochen".

Das Gespräch wurde dann intensiv, aber im ruhigen trotzdem. Heraus kam als Essenz, Sie wäre mit sich selbst unzufrieden, weil Sie wüsste, daß Sie mir oft nicht genügen würde, ich mehr von Ihr bekommen müsste etc. Auf direkte Nachfrage habe ich Ihr zu verstehen gegeben, daß Sie mir besser alles verraten solle, was in Ihr vor geht, auch wenn der Daumen ganz nach unten geht. Sie sagte mir aber mehrfach, daß Sie noch an unserer Beziehung weiter festhalten wolle, wisse aber nicht wie usw.

Ich kann mir rein psychologisch die Antwort teilweise selber geben, bin aber doch auf Meinungen, Beiträge interessierter User gespannt. Der Mensch ist so gestrickt, Frauen besonders: Erst durch Mangel, einer Bedürfnissfalle entstehen bei Menschen, Frauen sowieso, oft besonders Anziehung und Interesse, wenn Sie an Ihm erst mal was anziehendes findet. Frei nach dem Motto "Arschlöcher, die am besten nur Ihr eigenes Ding sehen" finden so besonders, obwohl absurd, Anklang bei (so mancher) Frau!
So ein Typ bin ich wohl nicht! Könnte man bedauern, aber ich will lieber kein Arschloch sein, mich nicht verstellen müssen. Authentisch sein ist mir wichtig! Auf schauspielern habe ich keine Lust. Bin eher der "Wenn-ich-eine-Dame-meines-Herzens-auserkoren-habe-dann-mache-ich-aus-lauter-Spass-an-der-Freude" alles was ich kann um der Liebsten eine gute Zeit mit mir zu bereiten. (mal Frühstück machen, Massage, gerne Aufmerksamkeit, auch im kleinen) Dummerweise führt das auf lange Sicht bei so mancher Frau wahrscheinlich zu einer Art Verwöhntheit, so reflektiere ich mal.

Jedenfalls habe ich aktuell das Gefühl (nicht das erste mal) das ich mehr investiere, Initiative rein lege usw.)
Meine Frage dazu... Kommt möglicherweise bald der Todesschuss (oder macht es also noch Sinn daran zu laborieren) oder muß ich bald selbst die Sache unter elenden Schmerzen beenden?

Noch gibt es keinen Schalter für diese elenden Seelenschmerzen, auf den ich gerne tippen würde, weiß Gott!

Einen schönen Abend Euch allen. Wäre fein, konstruktives dazu zu kommentieren... Danke.
 

Benutzer27629 

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Ich bin jetzt etwas verwirrt und es stellen sich mir nach deinem Text weitere Fragen:

Das Gespräch wurde dann intensiv, aber im ruhigen trotzdem. Heraus kam als Essenz, Sie wäre mit sich selbst unzufrieden, weil Sie wüsste, daß Sie mir oft nicht genügen würde, ich mehr von Ihr bekommen müsste etc.

Ist das denn so oder wie kommst sie überhaupt darauf? Was hast du denn darauf gesagt?
(Oder glaubst du, dass das nicht der wahre Grund für die Zweifel ist, ihr also gar nicht das eigentliche Problem gefunden habt in eurem Gespräch?)
Wieso gehst du dann im weiteren Text davon aus, dass du ihr "zu viel" gibst und sie deshalb nun das Interesse verliert?
Ich denke, es ist auch nicht sinnvoll, daraus ein "frauentypisches" Verhalten abzuleiten.

Meine Frage dazu... Kommt möglicherweise bald der Todesschuss (oder macht es also noch Sinn daran zu laborieren) oder muß ich bald selbst die Sache unter elenden Schmerzen beenden?

Sie hat doch gesagt, dass sie an der Beziehung festhalten möchte, also würde es ja schon Sinn machen, weiter dran zu bleiben.. oder glaubst du ihr das nicht?
 

Benutzer115625 

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Wie hat sich der Sex und die generelle Anziehung entwickelt, wenn ihr euch seht? Da ansetzen.
 

Benutzer156960  (53)

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Ich bin jetzt etwas verwirrt und es stellen sich mir nach deinem Text weitere Fragen:

Ist das denn so oder wie kommst sie überhaupt darauf? Was hast du denn darauf gesagt?
(Oder glaubst du, dass das nicht der wahre Grund für die Zweifel ist, ihr also gar nicht das eigentliche Problem gefunden habt in eurem Gespräch?)
Wieso gehst du dann im weiteren Text davon aus, dass du ihr "zu viel" gibst und sie deshalb nun das Interesse verliert?
Ich denke, es ist auch nicht sinnvoll, daraus ein "frauentypisches" Verhalten abzuleiten.

Sie hat doch gesagt, dass sie an der Beziehung festhalten möchte, also würde es ja schon Sinn machen, weiter dran zu bleiben.. oder glaubst du ihr das nicht?
[doublepost=1465763300,1465762853][/doublepost]Vielen Dank erst mal... Also:
Das mit zu viel gegeben, ja - weil ich's so analisiere für mich. Ich habe manchmal Briefe geschrieben, diverse Zettel, was weiss ich Aufmerksamkeiten aller Art, und rekapituliere was von der "anderen Seite" kam, da siehts dünner aus (obwohl das nach aufrechnen aussieht)
Ja, ich vermute mal, daß da mehr dahinter steckt, zumal mir aus der SMS erst dazu weitere Hinweise kamen. So nach dem Motto, "Sie müsse weil Sie länger benötigt, alles in Ihrem Kopf zusammenklauben und da hat sich in dem jahr einiges aufgestaut". Das habe ich schon lange bedauert und versucht Anstösse dazu zu geben, über Befindlichkeiten zu sprechen. Gelang mir eher selten, oft das Gefühl von Mangel/Unausgewogenheit...

Schicken Abend...
[doublepost=1465763335][/doublepost]
Wie hat sich der Sex und die generelle Anziehung entwickelt, wenn ihr euch seht? Da ansetzen.
[doublepost=1465763814][/doublepost]Ja, findet statt, ist auch gut, allerdings bin fast immer ich der Initiator. Das ist mir zu einseitig, weil ich verstehe eine gesunde Liebesgeschichte im Sinne von "Bälle hin und her spielen"...
Bei Feiern, öffentlichen Events etc. bedauere ich oft wenn ich andere Päärchen sehe, deren gelegentliches aufeinander zu gehen, küssen etc. Auch schon früher mal drüber gesprochen. Ihre Antwort kam dann in dem Sinne "ich bin nicht so der Kuscheltyp".... bisschen bitter, finde ich. Die andere Ebene die eine große Rolle für mich spielt, ist die gut übereinstimmende Weltsicht, die große Übereinstimmung von vielen anderen Dingen des Alltags, was ja auch wichtig ist. Letztendlich ist es "Wurscht" warum es hinkt, sondern DAS es hinkt. Man kann solche Sachen nicht erzwingen, ich will ja auch das Gefühl haben in gleicher Weise gemocht und geliebt zu werden. Sich dahin zu überwinden, das einzugestehen usw. ist ein schmerzlicher Weg....

Merci Ali Mente...
 

Benutzer27629 

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Also gehst du, wenn ich es richtig verstehe, ohnehin davon aus, dass es keinen Sinn mehr macht, an der Beziehung festzuhalten?
Ich finde es ehrlich gesagt auch schwierig anhand deiner Beschreibungen irgendetwas Sinnvolles beizutragen, lese aber heraus, dass es dir tatsächlich zu wenig ist, was von ihrer Seite rüber kommt.
Ob sie in gleicher Weise an der Beziehung zweifelt oder es für sie in Ordnung ist wie es läuft, ob sie Möglichkeiten sieht, daran zu arbeiten - das erschließt sich mir nicht und scheint für dich auch nicht ausschlaggebend.
Ich schätze, DAS eine Beziehung auch mal hinkt, ist nicht so unnormal, aber wenn du den Eindruck hast, dass sich das ganze nicht stabilisieren lässt.. dann hat es wohl wirklich keinen Sinn.
Aber was für Antworten oder Einschätzungen hast du dir hier erhofft?
 

Benutzer156960  (53)

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Danke für Deine Meldung, Syleena. Erst mal klingt das so abgeklärt. Das bin ich ganz und gar nicht sondern ich leide wie Hund! Ich befinde mich momentan in einem Dilemma. Heisst, Du kannst das als Frau sicher noch besser beurteilen... wenn ich anfange zu jammern und zu klammern, nach der Liebe die ich brauch, anzufragen, ja dann passiert psychologisch bei der Frau das Sie das als Bedürftigkeit erkennt, was an sich nichts schlechtes ist, aber wenn 2 Leute da Unterschiede im Niveau haben, ist es wieder doof! (ich vermute das einfach mal aus einer Mischung heraus aus Lebenserfahrung und Psychologie "so tickt der Mensch, so tickt Frau!")

Ich bin als Kerl auch recht rational, vielleicht etwas verkopft. Außerdem habe ich sowas als Beweis quasi bei Ihr schon mal im September voriges Jahr durch gemacht. Da war auch so eine Phase bei Ihr, ich habe nach einem Qualwochenende trotz "Seelen-Aua" fast eine Woche durchgehalten und Ruhe gelassen. Dann kam Sie wieder auf mich zu und berichtete mir, wenn ich hätte nachgebort und nachgehakt, hätte Sie wahrscheinlich die Kiste beendet. Da haben wir Ihn wieder, den Mangel. Der Mensch funktioniert so, alles erscheint einem wertvoller, wenn man es gerade nicht hat. Wir hatten ja sozusagen einen Fast-Trennungsstatus auf Probe...

Insgesamt habe ich eh im großen und ganzen den Eindruck, das ich mehr gab/gebe als Sie. Ich bin der, der die schönen Zettel schreibt, die Sie unterm Kopfkissen findet, ich mache gerne Simsalabimm (Frühstück am Bett, Aufmerksamkeiten, Massagen, was Du willst. Aus Freude am geben... Hinzu kommt, das ich mich selten erinnere, das Sie die Initiatorin beim Sex war, kann mich aber auch an keine Abweisung diesbezüglich erinnern.) Das ist auf Dauer kein befriedigender Zustand. Man will auch spüren gewollt, begehrt zu werden...

Das nächste ist, so ist's fast schon Ritus bei Ihr, Sie hat Kommunikationspause eingelegt ("Nun erst mal Ruhe!" SMS Zitat) und begründet das immer mit, Sie bräuchte da etwas länger. Ich habe den Eindruck, Sie hat das Heft in der Hand. Nicht gut, denke ich...

Habe den Eindruck durch Aussagen "will mir nicht weh tun" etc. das da zwar menschliche Achtung da ist, aber die gibt vielleicht gerade dem Mitleid die Hand, weiß nicht... und wer will schon sowas...
Nächste Woche ist mein Geburtstag. Der wird ausfallen. Sie wollte kommen. Ich werd Sie auffordern da nicht zu kommen, ich kann gerade nicht feiern. Ich geh an dem Tag irgendwo spazieren oder was weiß ich. Vielleicht hat Sie Gewissensbisse mir das Ende gerade da zu servieren. Kann auch Spekulation sein.

Sorry für die Länge der Antwort... bin dankbar für Deine Meinung. (Falls Tippfehler, du kennst das... kannste behalten :smile: Du merkst, da ist eine Mischung aus Qual, Seelenpein und Stolz. wie macht man's richtig?
 
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Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Da scheint viel Unsicherheit auf beiden Seiten - das führt zu innerlicher Distanz und noch mehr Unsicherheit.
Dazu kommt noch die räumliche Distanz.

Ich persönlich halte nicht viel von Fernbeziehungen - mir fehlt da irgendwie die "Substanz" zum Vertrauensaufbau in den Menschen und in die Beziehung. Bin auch schon ein etwas älteres Modell und hab so meine Macken, in vielen Dingen bestimmte Vorstellungen - die will ich akzeptiert fühlen. Auch möchte ich den anderen im Alltag erleben und die Wellenlängen prüfen in allen möglichen Situationen. Sieht man sich nur ab und an, hat das so was von einem "Date" ... man hübscht die Schokoseite auf, hat ein paar schöne Stunden/Tage und dann kehrt man zurück in sein "echtes Leben" ... und ist alleine.

Je älter man wird, desto unbequemer wird dieses "Doppelleben". Die Bindungsfähigkeit lässt nach und auch der Wille dazu, gerade dann, wenn man auch alleine gut zurecht kommt. So mancher Mensch wird eigenbrötlerisch - viel zu anstrengend einen anderen Menschen so ganz in sein Leben zu lassen ... es fällt auch schwer sich zu erklären.

Verstehst Du was ich meine?

Habt Ihr je über Eure Vorstellungen einer gemeinsamen Zukunft gesprochen?
Gabs da mal Pläne eventuell zusammen zu ziehen, wenns gut läuft?
 
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Benutzer27629 

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Ist doch gut, dass du so ausführlich geschrieben hast. :smile: Es hilft, die Situation etwas besser zu verstehen, denn Vieles ist als Außenstehende nicht gleich verständlich, aber mit ein paar mehr Sätzen nimmt es doch ein paar Formen an.
War der Grund der letzten (halben) Trennung der gleiche wie auch jetzt?
Wieso hattet ihr damals beschlossen, doch zusammen zu bleiben und hatte sich danach etwas verändert?
Es würde mich wohl auch verletzen, wenn ich so eine "Nun aber Ruhe!" - Nachricht bekäme, sofern es nicht eindeutig humorvoll gemeint und am Ende eines quasi endlosen Gesprächs mit mehreren Verabschiedungen gefallen wäre.
Das klingt fast so als hätte sie sich bedrängt gefühlt.
Aber was meinte sie denn damit, "dass sie da immer etwas länger brauche"?
Bezieht sich das auf verbale Zuneigungsbekundungen oder überhaupt, Gefühle/Vertrauen aufzubauen oder was ganz anderes?
Zwischen euch scheint es ein Nähe-Distanz-Gefälle zu geben, was mir auch nicht unbekannt ist, und zwar von beiden Seiten. Ich finde, sowas ist immer schwierig zu durchbrechen, es entwickelt schnell eine eigene Logik und Automatik.
Wenn man gerne jemanden mit "Simsalabim" (netter Ausdruck), Nähe usw. beschenken möchte, dann ist es natürlich ein Rückschlag, wenn der- oder diejenige das nicht annehmen kann oder möchte.
Wobei das bei euch ja anscheinend weniger das Problem war, als das fehlende "Zurückgeben".
Ich denke aber auch, manch eine/r zeigt seine Zuneigung auf andere Art und Weise.. es bringt nur nicht so viel, wenn man es nicht spürt.
Glaubst du also, dass die Beziehung jetzt gelaufen ist oder steht da noch eine Aussprache im Raum?
Auch die Frage meiner Vorschreiberin zu Zukunftsplänen würde mich interessieren. Eine Fernbeziehung ist ja meistens nicht auf Dauer als solche angelegt.. jedenfalls in meiner Vorstellung.
Abgeklärt klingst du übrigens nicht. Man merkt schon, dass du Gefühle investiert hast und ohne geht's ja auch schlecht.
 

Benutzer156960  (53)

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Gute Stichworte, Trouderbond:
Da ist was dran. Und genau da sind auch meine Konzessionen, vielleicht zu viele... eher von Ihrer Seite kam/kommt die Ansicht, Sie fände das gut und auf die Frage, was die Zukunft anbelangt, sagt Sie eher, man weiß nicht was kommt und da möchte Sie nicht konkret werden, so etwa...

Nun weiß ich nicht, ob das Attitüde war (Gespräch am WE) oder ein Stück weit echt. Sie fing an so nach dem Motto "Ich bin in den letzten Wochen unzufrieden mit mir (also angeblich auf sich bezogen) Sie wisse, das sie mir nicht gerecht würde und fühle sich deshalb manchmal unter Druck. (Um Missverständnisse zu vermeiden: Bin nicht der Typ, der fordert, Druck ausübt usw. Eher mache ich das auf die Sanfte, und gebe alles was an Liebe von mir da ist!)
Ja sie sagt ja auch, sie wäre gerne mal zwischendrin alleine, fragte sich selbst laut (nicht das erste mal) ob Sie vielleicht nicht recht bindungsfähig sei etc. Anderseits wollte Sie schon eine Beziehung, ankommen also... tja, was soll man davon halten? Eigenrötlerisch, ja das kann sein manchmal...

Wahrscheinlich habe ich von Anfang an zu viele Konzessionen gemacht und zu wenig meine Vorstellungen gesagt. Ich interpretiere... Jetzt hat Sie Oberwasser dadurch (Den habe ich im Sack!) Die Augenhöhe fehlt, so meine ich... Keine Ahnung, ob ich mich zerfleischen soll oder den Karren als im Dreck sehen muss...

Ich bin todtraurig und habe mich praktisch schon in den Status des Verlassenen begeben, obwohl es noch nicht ausgesprochen wurde. Angeblich wolle Sie noch an der Beziehung festhalten, wisse aber noch nicht recht wie... so kann es wohl nicht weiter gehen. Dazu ist die Wippe zu steil... ich bin unten.
Deshalb war ich zB. heute morgen um 4 joggen, hab die Bäume angeschrien, geweint (als handfester Mann, ja auch das gibts!) und am Ende die Pferde gestreichelt.
[doublepost=1465848359,1465847233][/doublepost]Ok Syleena, merci noch mal...
Ja der Grund (zu 100% kann ich's ja gar nicht ermessen, wissen) schien mir ähnlich. Bei Ihr ein Gefühl der Überfordertheit oder so. Nachher kamen dann Aussagen, in der 1 Woche der Ruhe hatte Sie sich überlegt, daß sie doof sein würde, wenn Sie all das schöne würde fallen lassen, was bisher war.
Sowieso, 1 Jahr klingt nur aufs Wochenende und kurze und mittellange Urlaubsreisen dann nicht mehr so viel... Mir ist das auf Dauer auch zu wenig. Am meisten aber belastet mich, das es keine Gedanken, schon gar keine Pläne für ein Zusammenziehen (Sie hat ein ganzes Mehrfamilienhaus!) existieren.

Das mit dem "etwas länger brauchen" meint Sie 2gleisig (etwas Ironie ist auch bei) Das 1. ist beim Sex, das 2. ist Ihre Art, solche Fragen nicht sofort beantworten, bewältigen zu können, sondern sich in eine Ecke zurückzuziehen, sich bei Ihrem Hobby oder was weiß ich zu grübeln, und in ein paar Tagen Ihre Antwort zu haben. So etwa...

Zuneigung, ja.. auf verschiedenste Art (materielle Sachen, Mitbringsel, Wäsche waschen) aber das ist nicht das was ich mir wünsche. Wenn schon entfernt, dann können Kommunikation (Email, Anruf, SMS) ersatzweise auch Wunder bewirken. Sie ruft aber kaum mal aus "Blödsinn" an, so nach dem Motto "Ich habe gerade tierische Sehnsucht" oder was weiss ich.. sondern immer nur zweckbehaftet, oder weil sie sich austauschen will was im Alltag (Arbeit, Haus, dies und das) passiert ist. Aber machen denn diese Neckischkeiten nicht gerade den Zauber aus? Hat sie nicht drauf, leider!

Gelaufen oder nicht? Weiss ich nicht. wenn ich die Zeichen deute, siehts meiner Meinung nicht gut aus. Weil ich schon 2x geflohen bin aus Verzweiflung (also zu Besuch gewesen, Mangel oder zu wenig Nähe gespürt und abgehauen) Briefe, weil schreiben kann ich manchmal besser als reden usw.
Richtige Besserung, konkrete Taten, die aus Reflektiertheit zeugen, sind nicht so recht passiert. Ich liebe Sie wohl sehr. Wenn man das hier so liest, aber wer will das schon einseitig.. und das Gefühl ist immanent da. Bitter und traurig...
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
"Ich bin in den letzten Wochen unzufrieden mit mir (also angeblich auf sich bezogen) Sie wisse, das sie mir nicht gerecht würde und fühle sich deshalb manchmal unter Druck.

Ich will Dir mal von meinem Mann und mir erzählen.

Vor acht Jahren auf einer Erotik-Plattform kennengelernt - beide ziemlich abgenervt und reichlich negativ bedient von unseren letzten katastrophalen Beziehungen. Beide haben wir uns sauwohl gefühlt im Single-Dasein und es ging uns anfänglich nur ums poppen - in gegenseitiger Absprache. Wir hatten eine Menge Spaß - monatelang, nicht nur miteinander, sondern jeder hatte sein eigenes Leben. Fickfreundschaft nennt sich das wohl.

Aber da war was zwischen uns - was ganz zartes, kleines ... und irgendwie fanden wir den seltenen Moment, in dem beide bereit waren sich zu öffnen ... Wir waren total ehrlich zueinander - warum auch nicht, hatten nix zu verlieren, uns lange genug verbogen und geärgert mit unseren letzten Partnern, suchten definitiv keinen neuen Lebensgefährten, jeder wollte einfach so sein wie er war, jeder kam wunderbar "alleine" zurecht und ab und an mal ne nette Nacht reichte. Nach einem Jahr zogen wir zusammen in ein Haus ... nach weiteren drei Jahren heirateten wir.

Und diese Ehrlichkeit ist bis heute unsere Basis - ohne die läuft gar nix. Wir verbergen voreinander nichts. Auch keine Gefühle - auch wenn sie manchmal schräg sind. Von dieser Offenheit bei einem Paar habe ich mein Leben lang geträumt und ich weiß, dass jeder von uns beiden eine Menge Mut aufbringen musste, auch von Anfang an WIRKLICH ehrlich zu sein. Auch wenn das ein oder andere eher uncharmant war, von wegen Schokoladenseite ... Wir sind wie wir sind und keiner von uns, will sich für den anderen ändern.

Und ups ... das passte zueinander. Wir haben uns ergänzt. Vieles von dem, was jeder für sich früher als persönlichen "Makel" sah, wurde von der Gegenseite akzeptiert, geliebt, verstanden ...

Ich denke, Deine Freundin ist nicht bereit sich zu öffnen. Sie hat kein Vertrauen ... sie fühlt sich überfordert und unattraktiv - unsicher. Du schreibst in Deinem letzten Thread, dass sie etwa in Deinem Alter ist. Ich bin über 50 ... vor ein paar Jahren fing vieles an, was eine Frau so richtig aus der Fassung bringen kann. Ich wurde und werde alt. Mein Spiegelbild kotzt mich manchmal richtig an - es nervt total, dass mir manchmal vieles weh tut, ich brauche mehr Ruhe wie noch vor ein paar Jahren, wenn ich krank bin, fühle ich mich total erschöpft und ... hässlich.

Aber ... mein Mann ist so wundervoll ... vom ersten Moment an war er in mich verschossen (auch wenn er das damals niemals zugegeben hätte) ... für ihn bin ich seine TRAUMFRAU ... und dieses Gefühl gibt er mir jeden Tag - egal ob ich da in sexy Klamotten und High Heels sitze oder mit zerzaustem Haar und Ringen unter den Augen und Rutschsocken und miese Laune habe, weil mich meine Gelenke schmerzen oder sonst was mir den Tag versiebt hat.

Er hat mir aber von Anfang an das Gefühl gegeben, dass ich die Frau bin, die er haben will ... er hat mir nach ein paar Monaten todernst versprochen, dass ich es niemals bereuen würde, mich auch auf Gefühlsebene auf ihn einzulassen ... dabei haben wir uns fast gar nicht gekannt, nur im Bett.

Er hat Wort gehalten, dieser verrückte Kerl. Mein Traummann ... und auch er kann sich nicht beschweren. Ich gebe alles ...

Also, was hast Du nun von meinem Geschreibsel?
Ich will sagen: Hab(t) Mut - auf was wartet man? Wenn da was ist, was einen verbindet, dann sollte man zuschlagen und nicht umeinander kreiseln und sich bedeckt halten und rumdrucksen ... man wird nicht jünger und wenn man nun nicht das Modell eigenbrötlicher Einzelkämpfer sein möchte, sondern sich einen Gefährten wünscht, mit dem man Freud und Leid teilen kann, dann muss man auch mal Risiken eingehen und sich auf was einlassen. Aus ganzem Herzen mit allem was dazu gehört.

Vielleicht kannst Du Deiner Perle dieses Gefühl vermitteln? Wenn Du es denn hast - vorausgesetzt. Willst Du sie haben? Dann rate ich zur Attacke, statt zu Zurückhaltung ... werde konkret. Mach Nägel mit Köpfen ... Du willst sie bei Dir haben, jeden Tag. Überleg Dir, wie das möglich sein kann.
 

Benutzer156960  (53)

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SUPER! Ich beneide Dich ehrlich darum. DAS ist es was ich mir ganz instinktiv wünsche. Du hast die richtigen Worte dafür gefunden! Toll! Halt Ihn fest den Kerl und sag Ihm unbekannterweise einen schönen Gruß, in dieser üblen Welt ist das der Hauptpreis!
Ob das so übertragbar ist, das weiß ich nicht. Das ist die Frage... Ich bin übelst stolz. Ich hasse es eigentlich, nicht gewünscht, geliebt zu sein, wenn ich es umgekehrt tue. Im Zweifelsfalle habe ich mich bisher zurückgezogen, nicht gekämft, bekam ich das Signal, du bist nicht genug. Frei nach dem Motto - Dein Wille ist halt Dein Wille! Ich halte die persönliche Freiheit des anderen, dessen Willen für heilig. Ich bin der Freigeist, habe 1000 Dinge erlebt, habe in viele Sphären rein gerochen, die andere nur aus Erzählungen oder nicht mal das kennen, bin dadurch recht selbstreflektiert, sehr selbstlkritisch usw.

Bei mir ist es auch so, ich kann mit Ihr auch mal schlafen, wenn ich zuvor einen Popel sah, na und.. ich sag es Ihr nicht und begehr Sie trotzdem. Weil ich Sie liebe! Umgekehrt wäre ich beschämt, würde man mir so was mitteilen...
Zur Erklärung: Sie ist ein Jahr älter, wird 50 im Herbst, ist sehr schlank, hat einen Körper wie ein junges Mädchen, gut das Gesicht ist natürlich nicht wie 20, aber ich finds toll! Ich habe für mein Alter fast noch ein Babyface und bin so Typ kräftiger, aber nicht dicker Kerl. Innerlich auch eher der Clown, wenn's passt (Doch der Clown weint macnhmal hinter der Bühne!) Ich bedeuere es sehr, das ich zwar Kumpels, Geschwister und Eltern habe, kann mich Ihnen dazu nicht öffnen, mich auslassen. Ich bräuchte eigentlich jemanden, mit dem ich bei Whisky oder anderen Substanzen über Nacht lange Gespräche führen kann die von "Kuchen backen bis Arschbacken" gehen. Das fehlt... in Gegenwart anderer bin ich eher der Typ Kumpel, der seine Rolle spielt nach dem Motto "Ey altes Scheisshaus, wie gehts?" Wenn ich gefragt werde, sage ich gut auch wenn's anders ist. Schwierig... ich kann aber auch wunderbar über Gesellschaft, Psychologie und was weiß ich reden. Ich kann tieftraurig sein und trotzdem zwischendurch eine saudämliche Spassbemerkung machen!

Ich will sie haben! Die Voraussetzung, man sagt - Am besten Chancen für gutes Gelingen haben wohl Paare, die eine ähnliche Weltsicht aber unterschiedliche Temperamente haben! Das ist der Fall.

Jedenfalls machst du mir Mut. Ich habe mich wie gesagt absichtlich schon in die Trennungsphase begeben, nur damit es später nicht mehr so weh tut. Ich sollte vielleicht alles in die Waagschale schmeißen, udn wenn's nicht angenommen wird, dann habe ich alles versucht, oder?
 

Benutzer156960  (53)

Ist noch neu hier
Sagst du so leicht, da ist erst mal ordentliche Aua/Schmerz! Ich finde Sie schon einen besonderen Menschen, den findet man nicht so an jeder Ecke, da habe ich große Verlustangst... ich wäre bereit, Sie auch mit 1 Bein haben zu wollen, würde Sie bei Krankheit pflegen, der ganze Vorstellungswust, der dazu gehört. Die Frage, könnte Sie das? Ist schwer.... Weiter Euch viel Glück, merci.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Verlustangst? Du bist ein Feigling? Das ist was, vor dem manche Frauen auch Angst haben ... auf Feiglinge kann man sich in der Regel nämlich dann doch nicht verlassen.
 

Benutzer156960  (53)

Ist noch neu hier
Chapeau! Du sprichst wahr, ich kann das vertragen. :smile: Gute Nacht und vielen Dank für den guten Text, echt'n Bollwerk der Authentizität in einer künstlichen Welt! Klasse !
 

Benutzer133456  (49)

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Sherlock Holmes wuerde nun die Frage stellen, "was ist es denn nun genau, was ihr fehlt?" Mein Eindruck von aussen her ist, wir haben es hier zu tun mit einem extrovertierten Mann und einer introvertierten Frau. Da koennen von haus aus Reibungsstellen auftreten. Vielleicht wuerde es schon ausreichen, mal die Lautstaerke etwas runterzuregeln, und ihr mal den Vortritt zu lassen, konversationsmaessig? Natuerlich kann ich nur extrapolieren von Deinen Erzaehlungen und Deinem Schreibstil; aber mein Eindruck ist, dass da ein Ungleichgewicht in der Jovialitaet ist; und das alleine kann es schon sein. Du kommst sehr schwungvoll, amuesant, lebenslustig rueber. Kann es sein, dass die Gute etwas leiser und vielleicht sogar etwas duesterer ist, und sich ein wenig ueberfahren fuehlt von all der guten Laune? Man mag es kaum fuer mich moeglich halten, aber sowas kann passieren.
 

Benutzer156960  (53)

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Wow! Gut erfasst... Du hast es gut erkannt!
Ja das passt. Ich bin wirklich der 1000Sassa und Sie ist eine Nr. ruhiger, findet den Reiz, von mir "aufgeweckt und bespasst" zu werden manchmal vielleicht nicht übel. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, daß Sie davon auch mal genervt, überreizt oder wie Du es schreibst, sich davon überfahren fühlt.

Das mit dem düster (das kann ich trotzdem auch! Leider, sogar ich kann Depression! Mir ist es aber anders lieber, wenn ich kann...)
kann was dran sein.

Die Frage am Ende ist stets = ist genug Substanz da um zusammen zu passen.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Frage am Ende ist stets = ist genug Substanz da um zusammen zu passen.

Das muss man "erleben" - kann zuvor kaum wirklich abgeschätzt werden.
In einer Fernbeziehung ist die Distanz zu groß, um zu wissen, ob die Anziehung auch für den Alltag genügt.
 

Benutzer133456  (49)

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Die Frage am Ende ist stets = ist genug Substanz da um zusammen zu passen.

Ich finde mittlerweile, die Frage sollte sein, "wer ist man zusammen?" Alle Paare haben gemeinsam eine bestimmte Ausstrahlung; und ich habe in der Vergangenheit bemerkt, dass schon die Reaktionen anderer aufs Paar Baende darueber sprechen, wie gut sie zusammenpassen. Stell doch vielleicht mal die Antenne auf, um das zu erfuehlen; wie kommt Ihr gemeinsam rueber? Ist das stimmige Chemie, auch fuer andere? Meine Partnerin und ich haben eine ziemlich zerebrale Ausstrahlung zusammen; Leute fuehlen sich wohl mit uns, so in der Art, wie man sich bei intellektuellen, leicht exotischen Grosseltern wohl fuehlt. Was waer's wohl bei Euch?
 

Benutzer156960  (53)

Ist noch neu hier
Ok, da kann man ja nur subjektiv sein. Also ich habe bisher wahr genommen, das Ihre Kumpels, Freunde, Bekannten usw. mich stets geut aufgenommen haben, mich gut leiden können.
Sie hat sogar so einen Kreis, der mal in der Vergangenheit bei einem anderen Partner gemeint hat "DER passt nicht zu uns!" Von daher ist nichts negatives, im Gegenteil.. eher mehr als selbst macnhmal erwartet, da... Was genau kann man unter "zerebrale" Ausstrahlung verstehen ? So long... :smile:
 
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