Etwas "langsam angehen" oder ins kalte Wasser hüpfen

Benutzer175802 

Ist noch neu hier
Hallo :winkwink:

Ich hatte neulich einen Diskurs mit einem guten Freund bei dem sich evtl. eine Beziehung anbahnt.

Schließlich kamen wir zu dem Thema in welcher Geschwindigkeit man eine Partnerschaft eingehehen sollte.

Er ist der Überzeugung, dass wenn man Gefühle für eine Person entwickelt bzw. die rosarote Brille aufsetzt, es auch der richtige Zeitpunkt ist in dem man eine Beziehung eingeht/eingehen sollte, da sie nach zu langem warten auch ggfs. verfliegen könnten(?)


Ich persönlich sehe das ganz anders und habe das bis jetzt auch immer so gehandhabt, dass ich mir viel Zeit lasse, da ich mir sehr sicher sein muss wem ich mich da hingebe bzw. ob es für diese Person sinnvoll ist, Zeit, Aufwand, Emotionen, etc., zu investieren.

Natürlich kommuniziere ich zu dieser Zeit auch meine Gefühle, da ich es selbst nicht leiden kann in der Luft zu hängen, dennoch verwende ich nicht gleich das Wort Beziehung wenn ich mit jemanden sehr intim (emotional, als auch körperlich) werde.


Mich interessiert wie ihr dazu steht, wie sind eure Erfahrungen und wie ist eure Einstellung zu diesem Thema?

Gebt ihr euch vollkommen hin sobald euch jemand gefällt oder lässt ihr auch lieber mehr Zeit verstreichen um die Person mit all ihren Macken zuerst kennenzulernen?

Wie handhabt ihr es persönlich? Würde euch so eine Aussage misstrauisch machen oder haltet ihr es für eine solide Basis?

Grüße
 
G

Benutzer

Gast
Ich finde das Wort Beziehung wichtig, zumal es für mich auch eine Art Exklusivvertrag bezeichnet. Solange ich mit jemandem nicht in einer Beziehung bin oder es nicht so nenne, gebe ich gefühlt einen Freibrief dafür, auch andere Frauen zu treffen.
 

Benutzer171033 

Öfters im Forum
Ich habe das letzte Mal mit 14 gehört: "Willst du mit mir gehen?", und geantwortet: "Ja."
Seither haben weder ich noch meine Partner jemals benannt, was es ist, sondern gelebt, was es sein sollte.
Treue/Exklusivität oder eben auch Freifahrtschein/Offenheit für andere haben sich irgendwie immer einfach ergeben, und wurden tendenziell eher spät kommuniziert.
Ich wundere mich gerade selbst, dass meine Partner und ich da niemals Missverständnisse hatten. Mag sein, dass das sich aus dem Kontext ergeben hat, in welchem sie mich kennen gelernt haben.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Da gibt es keine Regel bei mir. So wie es kommt, kommt es halt. Auch wenn ich Gefahr laufe, auf die Schnauze zu fallen, lasse ich lieber meinen Bauch die Sache machen als meinen Kopf.
 
G

Benutzer

Gast
Gibt da keine Regel.
Ich meine man kann das Kind auch früh beim Namen nennen, denn letztendlich ist eine Beziehung na nichts weiteres als ein Versuch, der gelingen oder auch scheitern kann.
Für mich bedeutet Beziehung Exklusivität und sobald ich keine Augen mehr für jemand anderes habe, bin ich auch bereit für eine Beziehung. Also dann wenn ich für mich entscheide, der Typ ist so toll, ich brauche niemand anderes.

Einzelfallentscheidung.
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Ich gehöre eher der Sparte an, die sich viel Zeit lässt. Ich lerne Menschen gerne erst 'normal' kennen, ohne dabei an eine Romanze zu denken. Von Bekanntschaften entwickeln sich dann manche bis hin zu Freundschaften, guten Freundschaften und besten Freundschaften. Bei besten Freundschaften kann es dann vorkommen, dass sich romantische Gefühle entwickeln und dann muss man eben schauen ob man auf diese Art und Weise zusammenpasst, das Interesse kommunizieren und schauen, ob es wohin führt und danach kann man nach einer langen Light-Dating-Phase zur richtigen Dating-Phase übergehen und eine Beziehung eingehen, wo es dann auch zu Küssen, usw. kommen kann.
 

Benutzer172677 

Sehr bekannt hier
Ich lasse mir sehr viel Zeit.
Nicht damit, mich auf jemanden einzulassen und Gefühle zu entwickeln und mitzuteilen.
Aber bis ich dem ganzen den Namen Beziehung gebe, Versprechen gebe und Verpflichtungen eingehe.

Verknallt bin ich nämlich recht schnell, da ist es mir in jüngeren Jahren passiert, dass ich schon mitten in einer echten Beziehungskiste hing, bevor ich durch den Verliebtheitsschleier wieder einigermaßen klar sehen konnte, ob es realistisch betrachtet überhaupt so passt, wie es das für mich sollte.
Oder umgekehrt, der andere realisierte einige meiner Eigenheiten zu spät.
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn ich mich richtig heftig verliebe, mache ich Nägel mit Köpfen. Nicht mit Wortklaubereien und Begriffsdefinitionen, sondern mit Taten und Aktionen.
 

Benutzer172492 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin da früher viel schneller mit vollen Konsequenzen eine Beziehung eingegangen, ohne mir die nötige Zeit zu lassen und danach eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Würde ich jetzt nicht mehr so machen, da ich inzwischen viel genauer weiß, was ich will. Und ob jemand das mitbringt, weiß ich nicht erst nach drei Treffen.
Ob er es nicht mitbringt weiß ich schon früher :zwinker: aber das ist ja auch was Anderes.

Chemie, Verknalltheit etc finde ich für eine Kennenlernphase auch wichtig, aber das wird zukünftig nicht mehr maßgeblich ausschlaggebend sein. Eine Mischung aus Zeit und Bauchgefühl könnte man also sagen.

Das ist allerdings meine Sicht und was ich brauche. Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen nach kurzer Zeit wissen "Es passt" und dann geht das auch gut. Muss jede*r für sich selbst wissen. Blöd ist es vermutlich, wenn die unterschiedlichen Ansichten in einer Kennenlernphase aufeinander treffen :zwinker:
 

Benutzer157234 

Meistens hier zu finden
Ich bin auch jemand, der erstmal wissen will, mit WEM er da zusammensein will, bevor er das Beziehung nennt. Mir ist eine gute Kennenlernphase wichtig, einfach weil ich nicht jeden Typen behalten will. Ich lasse mir Zeit und beende dann auch mal einen Kontakt, wenns nicht passt. Und gerade das Umentscheiden ist deutlich weniger schmerzhaft, wenn man da vorher keinen Beziehungsstempel draufgehauen hat, der wohl immer mit gewissen Erwartungen verbunden ist. Wenn ich mich binde, dann aus voller Überzeugung und weil es mit Herz und Kopf passt. Dann passt es nicht nur total oberflächlich und bei dreimal nicht genau hingucken, dann passt es wirklich. So habe ich mir ne Menge von dem Drama erspart, was man hier nach den üblichen 1-6 Monaten so liest, in denen die Leute urplötzlich feststellen, dass der Partner gar nicht so ist, wie man ihn sich in der ersten Verliebtheit ausgemalt hat. Ich lerne Männer also bewusst VOR einer Beziehung kennen und nicht währenddessen. Und zum Kennenlernen gehört für mich natürlich auch das Abklopfen auf sexuelle Kompatibilität usw.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte nicht so viel von "langsam angehen lassen" - natürlich muss man sich am Anfang einer Bekanntschaft bewusst sein, dass das Gebilde fragil ist und es keine Garantien gibt. Deshalb tut man gut daran, nicht zuschnell unumkehrbare oder kaum umkehrbare Entscheidungen zu treffen - ich würde niemandem raten, nach zwei Wochen Verliebtheit ein Haus zusammen zu kaufen. Wenn der Wohnungsmarkt schwierig ist, muss man sich auch gut überlegen, wie schnell man in der Weise zusammenzieht, dass mindestens einer seine alte Wohnung aufgibt.

Davon ab halte ich aber nicht viel davon, sich bewusst "Zeit zu lassen". Wozu, wenn es sich jetzt richtig anfühlt? Wann kann man jemals sicher sein, ob sich alles auch noch in x Jahren richtig anfühlen wird? Investiert man unterm Strich wirklich weniger, wenn man sich bewusst mit dem Invest von Zeit, Emotionen & Aufwand zurückhält? Ich bin eher der Ansicht, dass man dann - sollte es nicht klappen - am Ende eher mehr investiert hat, weil man eben über einen längeren Zeitraum investiert. Natürlich kann man sich erstmal ein Jahr kennenlernen bevor man den ersten gemeinsamen Wochenendtrip wagt - wenn man aber nach 48 gemeinsamen Stunden feststellt, dass man sich solange nicht gegenseitig aushält, wäre es deutlich besser gewesen, das früher zu merken.
 

Benutzer164451 

Meistens hier zu finden
Ich bin da eher fürs Risiko. Ich verstehe da auch nicht inwiefern man Zeit oder sonstwas verliert, wenn man sich jemandem hingibt - das ist doch total schön, auch wenns dann am Ende vielleicht nicht funktioniert hat. Bei meiner vorigen Beziehung haben wir uns beim zweiten Treffen geküsst und seitdem so gut wie jeden Tag gesehen, sind nach fünf Monaten zusammengezogen und waren sieben Jahre lang zusammen. Bei meinem Mann war das durch die Fernbeziehung anders, wir waren aber nach weniger als einem Jahr verlobt und hab knapp ein Jahr nachdem wir uns das erste Mal gesehen haben, haben wir geheiratet.

Ich bin ja mehr dafür, positiven Gefühlen einfach nachzugehen und sie zu genießen. Ich bin da nicht so verkopft.
 
G

Benutzer

Gast
Nur so als Beispiel für mich/meine Ansicht zum Thema: Bei meinem jetzigen Freund ergab sich das „erste Mal“ recht schnell. Ich lasse da auch meinen Bauch sprechen....

Da sah ich, dass er zwar immerhin ein Doppelbett hatte, aber nur eine große Bettdecke... Ich bekam eine viel zu kleine.

Nun gab es bei mir um die Ecke einen Bettenladen, der Bettdecken im Ausverkauf hatte. Ich also rein, 2 gekauft - und stand bei unserem 2. Treffen bei ihm vor der Türe mit 2 sehr, sehr großen Tüten... Er guckte etwas - überrascht, aber wir sind immer noch zusammen. :tongue: Es war die richtige Entscheidung (meines Bauchs)....!
 
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