Er, sein Chef und irgendwo ich

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo meine Lieben,

ich bin mir nicht sicher ob Ihr mir Helfen könnt, ich schreibe trotzdem mal - freue mich über verschiedene Meinungen etc.

Also.. es gibt/gab da einen Menschen der mir sehr wichtig war/ist.

Wir hatte eine kurze aber sehr schöne Zeit miteinander erlebt, dann hat er plötzlich den Kontakt abgebrochen mit den Worten "habe im Moment viel um die Ohren, melde mich bei dir. Bitte nicht böse sein. kuss"
Es tat mir schrecklich weh, bzw. es tut mir immer noch ein wenig weh, habe mich aber zum Glück einigermaßen erholt.
Am Samstag hab ich Ihm ein SMS geschrieben ob wir uns am Abend treffen weil ich da zufällig in seiner Nähe gewesen wäre. Er hat mich angerufen und gesagt dass Sie eine Ausstellung in der Firma haben und ob ich auch kommen will. War mir dann aber doch irgendwie zuviel und bin nicht gekommen. Hab Ihm ein SMS geschrieben und gesagt dass es sich leider nicht mehr ausgegangen ist.

Am Abend um ca. 21:00 hat er mich angerufen und wir haben lange telefoniert.
Er hat mir einiges über die Firma erzählt und irgendwann sind wir dann darauf zu sprechen gekommen und er erzählte mir dass sein Chef Krebs hat (wurde zu spät diagnostiziert und er wird jetzt nur noch Palliativ behandelt) und er jetzt die Betriebsleitung übernehmen muss/übernehmen hat müssen. Er ist seit Ende Juli täglich fast 15 Stunden im Büro und hat einfach für sonst nichts mehr Zeit.
Wir haben dann noch lange telefoniert und ich habe Ihm gut Zugesprochen usw. Es war irgendwie plötzlich wieder so eine Bindung zwischen uns... eine Stunde später hat er ein Lied ins Facebook gestellt, dass uns beide verbindet, vorher hat er seit Juli nichts mehr hineingeschrieben...

Jetzt meine Fragen an euch:
Wie kann ich Ihn jetzt in der schwierigen Zeit unterstützen?
Glaubt Ihr dass es noch einen Funken Hoffung für uns beide gibt?

Ich habe seinen Chef auch sehr gut gekannt, waren zusammen eine Woche auf einer Firmenreise usw.
Ich würde Ihm gerne ein paar Zeilen oder so schreiben – ABER was? Schreibt man einen so schwer Kranken Mann? Habt Ihr vl. ein paar Tipps?

Liebe Grüße

PS: Sorry dass mein Text so lang geworden ist, ich danke euch jetzt schon fürs lesen. 
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Und, hast du keine Angst, dass jetzt, wo er noch mehr und anspruchsvollere Aufgaben übernehmen muss, er dir wieder irgendwann schreibt, "dass er viel um die Ohren hat und sich bei dir meldet"? Wenn er berufliches und privates nicht hinbekommt, würde ich in so einen Mann nichts, rein gar nichts investieren. Sobald der wieder im Stress ist und zweifelt, eliminiert der dich als erstes. Nee, an deiner Stelle hätte ich da keinen Bock drauf. Telefonnummer löschen, Facebookfreundschaft kündigen etc.
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja ich habe ja schon versucht Ihn zu vergessen, es funktioniert einfach nicht, und ich genieße die Gespräche mit Ihm, bin auch froh wenn es nur eine freundschaft zwischen uns bleibt.

Aber was schreibe ich seinem Chef? Was schreibt man in so einer Situation?
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
wirklich? Obwohl ich ihn recht gut kenne? Und es Ihm sehr schlecht geht?
Ein nettes Büchlein mit schönen Sprüchen und dazu ein paar persönliche Zeilen?
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Naja, du hast von deinem Bekannten erfahren, dass sein Chef sterbenskrank ist...ich weiß nicht, ob er das überhaupt hätte weitererzahlen sollen, da würde es jetzt vielleicht komisch kommen, wenn du ihm was schreiben würdest, oder?
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja weil wir sehr weit auseinander wohnen und wir erst nächste Woche wieder eine Tagung haben wo wir es wahrscheinlich erfahren hätten. Glaubt Ihr nicht dass sich ein sehr kranker Mann über ein paar nette Zeilen freuen würde?
 

Benutzer53592 

Planet-Liebe ist Startseite
Oh weia...mir schwant Böses und ich weiß auch ganz genau, welcher Typ das ist, mit dem du wieder Kontakt hast.

Mal ehrlich: Dieser Mann wollte keine Beziehung mit dir und hatte ständig zu viel um die Ohren - schon lange bevor die Krebserkrankung des Chefs bekannt wurde.
Für mich kommt es eher vor, dass er ganz genau weiß, zu wem er gehen muss, wenn er einen seelischen Mülleimer benötigt und du willst ihm jetzt auch noch Trost spenden, um dich wieder "einzuschleimen", ins Gedächtnis zu rufen und unentbehrlich zu machen.

Mensch, wo bleibt dein Stolz? Dieser Mann hätte sich doch nie mehr gemeldet, wenn du nicht wieder den Anfang gemacht hättest.
 

Benutzer98570 

Sorgt für Gesprächsstoff
Weiß nicht..

Ich hatte auch einen Tumor und war ungewisst ob ich nun sterbe oder nicht.
Ob mich sowas gefreu hätte.. keine ahnung. Irgendwie hab ich es nicht richtig relaisiert, dass ich sterben könnte.

Am ende lebe ich noch, auch wenn ein stück meines gehirnsfehlt und ich den ein und den anderen schaden davon getragen habe - ich beschwer mich nicht.

Ich hatte mich aber gefreut, als alle meine Freunde mich besucht haben. Wenn aber jemand "entfernes bekanntes" mir schreibt mmhl... :zwinker:
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
JA Lion, du hast wieder mal recht... ich versteh mich da selbst nicht. Und ja irgendwie wollte ich mich wieder in sein Gedächtnis rufen und unentbehrlich machen. Aber ich weiß dass es nicht richtig ist.
Die Erkrankung besteht schon ung. seit Mitte Juli, also er wusste davon seit Mitte Juli, bin mir nicht sicehr ob er deshalb den Kontakt abgebrochen hat. Oder ob es sich vl. überschnitten hat?! Auf alles Fälle tu ich mir nichts gutes und dass weiß ich auch.
Am Mittwoch haben wir eine Tagung und da sehe ich Ihn, bin jetzt schon ganz nervös, aber ich werde mich in Schach halten.

@DennSieDachten
Zum Glück ist es bei dir "relativ" gut ausgegangen, freut mich sehr für dich.
Also du wärst etwas verwundert gewesen wenn dir ein Bekannter was gschrieben hätte oder?
Ich weiß jetzt wirklich nicht was ich machen soll, hab ja mit Ihm einige nette Gespräche geführt usw.
 

Benutzer98570 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja, aber ich bin auch erst 21. Mein Opa würde sich sicher freuen. Schwer einzuschätzen, jeder mensch ist anders... Ich würde mich ein bisschen wundern, aber vll wäre ich auch erfreut dass jemand dadran teil nimmt.. Ich weiß es nicht :zwinker:
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja, erst auch "schon" Ü50 ... und in der Klinik, da ist doch eh so langweilig oder?
 

Benutzer98570 

Sorgt für Gesprächsstoff
super langweilig. :zwinker:

Also wenn er eh schon etwas älter ist und eh nichts zutun hat, warum nicht? Aber was man schreibt, keine ahnung.. Kanns ja nicht schreiben "Ich hoffe dass sie nich allzu schmerzvoll sterben".

Ichi denke in diesem fall würde ich mich aber über eine Karte freuen, jedoch was drin stehen sollte.. oh gott, weiß ich nicht :zwinker:
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Also ich würde nichts schreiben. Jedes Wort ist da irgendwie unpassend und sooo eng seid ihr ja auch nicht und ich wäre mir auch unsicher, ob du überhaupt wissen sollst, dass er so krank ist. Ich würde mich da einfach raus halten und erst recht keine Karte schicken.
Wenn schon, dann persönlich besuchen, aber das nur bei engen Bekannten oder Angehörigen.
 

Benutzer26398 

Beiträge füllen Bücher
Ja weil wir sehr weit auseinander wohnen und wir erst nächste Woche wieder eine Tagung haben wo wir es wahrscheinlich erfahren hätten. Glaubt Ihr nicht dass sich ein sehr kranker Mann über ein paar nette Zeilen freuen würde?
viele raten ja davon ab etwas zu schreiben - ich sehe das etwas anders... viele schauen einfach weg wenn es einem Menschen schlecht geht - nicht absichtlich aber dann kommt eben der Gedanke "ich habe ihn doch kaum gekannt".

Wenn du das Bedürfnis hast ihm zu schrieben dann mach das... ich sehe darin nichts schlimmes. Allerdings würde ich mich an deiner Stelle vorher erkundigen wie es um ihn steht...

Ich könnte mir gut vorstellen das ein sterbenskranker Mensch der wohl auch weiß wie es um ihn steht sich freut wenn er etwas von "Bekannten" hört - auch wenn man sich nicht sooo bekannt war.

---------- Beitrag hinzugefügt um 13:57 -----------

Also ich würde nichts schreiben. Jedes Wort ist da irgendwie unpassend und sooo eng seid ihr ja auch nicht und ich wäre mir auch unsicher, ob du überhaupt wissen sollst, dass er so krank ist. Ich würde mich da einfach raus halten und erst recht keine Karte schicken.
Wenn schon, dann persönlich besuchen, aber das nur bei engen Bekannten oder Angehörigen.
Klar sicher ist es schwer passende Worte zu finden - aber scheinbar hat sich die Threadstarterin schon ein paar Gedanken gemacht wenn sie so vehement daran festhält ihm zu schreiben...

Gerade wenn es ein nur sehr ferner Bekannter ist fände ich einen Brief passender als einen persönlichen Besuch...
Wünscht er keinen Kontakt kann er den Brief einfach weglegen, bzw. überfordert ein Brief niemanden. Ein persönlicher unangemeldeter Besuch kann da schon "aufdringlicher" sein...
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
@brainforce
Danke für deine Beitrag, er hat mich motiviert ihm doch zu schreiben.


Ganz abgeschrieben ist er ja noch nicht, er bekommt jetzt Chemo und wenn die Metastasen weck gehen wird er vl. doch noch operiert.
Am Anfang wollte er sich aufgeben, doch jetzt hat er sich entschlossen zu kämpfen - das finde ich toll.

Soll ich ein paar Zeile a´la:

Lieber....,

ich sende dir von Herzen kommende Genesungswünsche, verbunden mit Mut und Kraft für die kommenden Hürden, und die Hoffnung und den Glauben für die dunklen und ängstigenden Momente.

Ein Satz der mich schon mein Leben lang begleitet "Wer kämpf kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"

Oder besser: Wenn die Medizin an ihre Grenzen gestossen ist, dann wirkt Gott!
Matthäus 21, 21-22


schreiben? Hmmm...
Ich bin mit Ihm per Du.

Bin wirklich verwirrt..
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Also den Bibelspruch würde ich nur dann dazu schreiben, wenn ich mir ganz sicher wäre, dass derjenige sich auch was aus Gott und Co. macht. Mich persönlich beispielsweise würde so ein Spruch eher nerven als ermutigen.
 

Benutzer53592 

Planet-Liebe ist Startseite
Wenn du ihm wirklich schreiben möchtest, dann kann ich dir ein kleines Büchlein ans Herz legen, das meine todkranke Ma von einer guten Bekannten erhalten hat und davon total gerührt und ergriffen war.

Es ist nicht zu schwülstig geschrieben, zeigt wunderschöne Aspekte auf...u.a. was man aus einer Krankheit Positives abgewinnen könnte und es mag durchaus ein zusätzlicher Ansporn sein, nochmals richtig dagegen anzukämpfen...vielleicht noch eine kleine, persönliche Widmung rein und dann sollte das schon passen.

Es nennt sich: Ich wünsche Dir vor allem Gesundheit von THOMAS ROMANUS (Herder Verlag).

Aber mache es nur, wenn du es aus freien Stücken willst - unabhängig davon, dass du dadurch diesen Mann beeindruckst, an dem du noch wahnsinnig hängst und einfach die Finger nicht von ihm lassen kannst.
Das fände ich echt schäbig und moralisch verwerflich.
 

Benutzer97429 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich will es machen, aus freien Stücken, ich mag diesen Menschen total gern und konnte in dieser kurzen Zeit die wir uns gekannt haben einiges von Ihm lernen. Ich schätze Ihn einfach beruflich & menschlich sehr.
Seit ich es am SA erfahren habe bin ich einfach nur geschockt.. auch berührt es mich vl. deshalb so weil ich vor 1,5 Jahren eine Freundin genau an der gleichen Krebsart verloren habe :frown:
Danke Lion für deinen Buchtipp, habe am Montag schon bei amazon geschaut, aber eben noch nichts passendes gefunden. Danke.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Hm...es hat ja anscheinend so jeder seine ganz eigene Meinung zu dem Thema und dementsprechend ist es auch kaum abzuschätzen, wie der Chef reagieren würde.

Ich persönlich finde die Nachricht ziemlich furchtbar, sorry.

Zudem finde ich es nervig und schlimm, dass sich alle sofort auf einen stürzen und ihrem Helfersyndrom freien Lauf lassen müssen, wenn jemand krank, bzw. schwer krank ist. Diese ganzen tollen Sprüchlein helfen doch echt gar nichts, der Mann hat Krebs, was soll der mit einem Buch oder einem Spruch anfangen? Vor allem, wenn das oft einfach nur leere oder ausgelutschte Floskeln sind.
Ich kann nachvollziehen, dass einem das besonders schlimm vorkommt und man dann mitfühlt und dem irgendwie Erleichterung verschaffen möchte, indem man sich mitteilt oder sein Bedauern äußert. Aber dem Kranken tritt man dann oft ziemlich schnell auf die Füße, man zwängt sein Mitleid auf oder tritt ins Fettnäpfchen, das hilft keinem.

Und deine Sprüche finde ich auch extrem makaber in der Hinsicht. Krebs ist keine Laune oder Angst, die man überwinden muß. Gegen den Krebs verliert man manchmal einfach, egal, was man tut und das muß man manchmal auch akzeptieren. Jemandem mit so einer Krankheit zu sagen "wer nicht kämpft, hat schon verloren", bedeutet für mich in etwa "du bist sowieso tot".
Der zweite Spruch eigentlich auch, das kann man sehr zynisch sehen.

Nimms mir bitte nicht übel, ich möchte dich nicht angreifen oder dir zu nahe treten, ich will nur wirklich ehrlich sein.
Ich würde nichts schreiben. Und wenn nur etwas wie "Wir denken an dich, wünschen dir alles Gute, bitte melde dich/meldet euch, wenn ihr Unterstützung braucht bzw wir sind für euch da, wenn ihr uns braucht" in vielleicht etwas schönerer Form. Also zeigen, dass man da ist und praktische Unterstützung anbieten und sich ansonsten im Hintergrund halten.

Aber wenn man nicht wirklich gut miteinander bekannt ist, finde ich Zurückhaltung am besten. Das, was man wirklich sagen will, nämlich "tut mir leid, dass du sterben mußt", kann man eh nicht sagen und es dürfte auch klar sein.
 
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