Emotionale Abhängigkeit - wie davon loskommen?

Benutzer109180 

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Guten Abend zusammen,

ich muss mich nochmal an euch wenden, mit einem Problem, was mich sehr belastet.

Einige von euch haben ja meinen vorherigen Thread gelesen und wissen, dass in meiner letzten "Beziehung" eine Menge falsch gelaufen ist.

Kurz zu meiner persönlichen Vorgeschichte:
Ich leide seit meinem 12. Lebensjahr unter einer psychischen Störung, die dann mit 18 auch einen Namen bekam: ich habe eine emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, durch die ich u.a. auch an Depression leide. Dadurch habe ich immerschon dazu geneigt, mir konkrete Bezugspersonen auszusuchen, bei denen ich mich dann sofort in eine emotionale Abhängigkeit begebe. Und beim verlieren dieser Bezugsperson liegt dann quasi meine gesamte Welt in Trümmern.


So auch jetzt. Ich habe meine einzige Bezugsperson nach 3 Jahren verlassen. Und ich leide darunter. Es hat sich eine Dunkelheit über mein Leben gelegt, von der ich unfähig bin sie wieder zu vertreiben. Trotz ausreichender Ablenkung trete ich auf der Stelle. Diese emotionale Abhängigkeit zerfrisst mich und ist nach einem Monat noch kein Stück besser geworden.

Es sind immer dieselben Probleme, die sich mir auftun: Ich habe Angst, in ein paar Jahren dazustehen und zu bereuen, dass ich ihn habe gehen lassen. Ich habe Angst davor, er könne eine neue Frau kennenlernen und mich die selben Gefühle durchleben lassen, die ich schon während der Beziehung durchgestanden habe (die Affaire mit der Schwester seines besten Freundes; 2 Besuche im Bordell). Diese Gefühle würden mich einfach noch mehr als jetzt zerfressen. Ich habe Angst Zeiten zu vermissen, die längst vergangen sind. Ich habe einfach Angst zu BEREUEN.

Das klingt jetzt sicher nach typischem Liebeskummer. Aber ich liebe ihn nicht mal mehr. Ich verurteile die Sachen, die er mir angetan hat. Wie er mich behandelt hat. Die Charakterzüge die er im Laufe der Zeit entwickelt hat, kann ich nicht ausstehen, weil es mir durch sie schlecht geht. Da ist keine Liebe mehr von meiner Seite aus - und trotzdem habe ich das Gefühl ohne ihn nicht leben zu können.

Dazu kommt, dass ich eine derartige Angst hatte mich sofort wieder zu verlieben und in eine neue Abhängigkeit zu stürzen, dass ich jegliche Gefühle unterbunden habe. Und nun sind sie weg und kommen nicht mehr zurück. Und damit ist leider nicht nur das Gefühl meinen Mitmenschen gegenüber gemeint, sondern jegliches Gefühl in meinem Leben gemeint.

Wie komm ich da nun raus? Wie kann ich mein Leben wieder erträglich machen?

Danke fürs Lesen :-(

Eine ratlose
Tatze
 

Benutzer97437  (29)

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Immerhin hast du es geschafft, ihn zu verlassen. Das hätte ich nie...er hat es getan. Und ich trauere ihm seit 2 Jahren hinterher...ich bilde mir ein, dass es jeden Monat etwas besser wird...mit Rückschlägen, wenn er sich wieder meldet, weil er Lust hat und ich sofort auf der Matte stehe...das ist krankhaft, emotionale Abhängigkeit nennst du es, ja...Zeit hilft...mir hilft außerdem Stress...so wenig wie möglich allein sein, denn gerade dann werde ich schwach. An Sonntagen überlege ich mir immer, wie ich meine Woche so voll wie möglich machen kann...das hilft. Lösch alles von ihm. Ich denke, das hilft auch...ich habs nicht getan. Na ja, ich habs versucht...ich hatte nur immer so etwas wie eine "Sicherheitskopie" seiner Nummer...ist natürlich dumm. Ich fürchte, ich kann nur bedingt Ratschläge geben, aber immerhin weiß ich, in welcher Situation du bist...so halbwegs...wenn du irgendwann einen Weg findest, da total rauszukommen, teil ihn mir mit. Ich warte nur auf eine super Lösung :zwinker:
 

Benutzer84394 

Verbringt hier viel Zeit
Ist es nicht so, dass jeder Mensch irgendwo emotional abhängig ist von anderen?

Die meisten Menschen verteilen diese Abhängigkeit aber auf viele Personen, sodass es sie nicht so stark trifft, wenn eine dieser Personen - oder gar der Partner - aus dem Leben verschwindet.
 

Benutzer111042 

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Teilweise kann ich dich verstehen, ich habe auch Kumpels und freunde, wenigen vertrau ich aber wirklich und kann mit ihnene auch irgendwelche Dinge machen, und nur einer person kann ich alles erzählen und so bin ich mehr oder weniger auch abhängig. Wenn eine Person nun einem nun mal alles bedeutet ist es schwer sich von ihr zu lösen. ich bin froh dass ich das bis jetzt ncoh nciht tun musste.
Ich wollte dir bloß sagen es gibt viele, die genauso sind wie du, und dass es deswegen auch viele mit deinen Problemen gibt und dass du deshalb es auch wie die anderen schaffen kannst, aus dem Loch wieder rauszukommen.Wünsch dir viel Glück
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
Es kommt gar nicht so selten vor, dass Menschen sich in eine Art Abhängigkeitsverhältnis begeben, weil sie von einem bestimmten Menschen, den sie lieben oder der eine enge Bezugsperson darstellt, nicht mehr loskommen, obwohl dieser Mensch ihnen in vielen Fällen nicht gut tut. Im Forum hier findest du eine Menge an Threads zu diesem Thema.

Auch den typischen Liebenskummer gibt es nicht, weil dieser je nach Mensch und Situation anders in Erscheinung treten kann. Es ist auch nicht unüblich einerseits das Gefühl zu haben, jemanden nicht mehr zu lieben, gerade deshalb, weil man ihn dafür verurteilt, was er einem alles angetan hat und andererseits diesen Menschen nach einer Trennung dennoch zu vermissen oder Angst zu haben, dass man es irgendwann bereuen wird, wenn man ihn verlässt. Letztlich erlischen Gefühle nun mal nicht von jetzt auf gleich und man lebt ja auch mehr oder weniger in der Erinnerung und denkt gerade in der Anfangszeit der Trennung nicht selten an die schönen Stunden zu zweit zurück, was es dann unter Umständen noch schwieriger macht wieder unbekümmert in die Zukunft zu blicken.

Man kann sich letztlich immer die was-wäre-wenn-Frage stellen und sich fragen was wäre, wenn man sich anders entschieden hätte. Konkret in deinem Fall beschäftigt dich also die Angst davor ihn zu vermissen, die Angst vor der Leere und der Zeit ohne ihn und du fragst dich vielleicht wie es weiter gegangen wäre zwischen euch, wenn du ihn nicht verlassen hättest und du ihm die Affäre mit der Schwester des besten Freundes und die Bordellbesuche hättest verzeihen können.

Falls du dich aber tatsächlich nicht hättest dazu durchringen können ihn zu verlassen, könntest du dir die genau gleiche Frage andersrum stellen: "Warum habe ich nicht den Mut dazu, was wäre wenn ich mich längst von ihm gelöst hätte, denn eigentlich spüre ich ja, dass er mir nicht gut tut?" Was ich damit sagen will ist, dass man im Leben oft an den Punkt kommt, wo man sich entscheiden muss, wo man Für und Wider gegeneinander abwägen muss und es zeigt sich erst hinterher, ob und wie richtig diese Entscheidung war. Man kann dann nur mutmassen wie es wäre, hätte man sich anders entschieden und was bleibt ist das Wäs-wäre-wenn-Spiel, das zu nichts führt.

Ich sehe das auch so, dass es in deiner Situation wirklich beachtlich ist, dass du trotz dieser psychischen Erkrankung die Kraft aufgebracht hast ihn zu verlassen. Das deutet darauf hin, dass die Beziehung wirklich nicht mehr gut war und du sehr sehr verletzt warst/bist, weil sonst hättest du wahrscheinlich einen Grund gesucht dir die Beziehung weiterhin schön zu reden, nur um weiter von der Person abhängig zu bleiben. Du hast aber nicht nur gemerkt, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt, dass sie dir unter diesen Umständen nicht gut tut, sondern hast dich auch davon befreit.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass du dich schon bald wieder verliebst und deshalb in die Gefahr einer erneuten Abhängigkeit gerätst. Und es müssen ja nicht unbedingt Menschen sein, die dich schlecht behandeln, von denen du emotional abhängig wirst, weil sie dir nahestehen. Möglicherweise ist das auch gar nicht der Grund, so wie bei anderen Frauen, die an Männern hängen, die sie schlecht behandeln, denn du hast deinen letzten Freund ja gerade deshalb verlassen.

Fürchtest du dich davor einsam zu sein, hast du das Gefühl ein Gegenüber zu brauchen, mit dem du quasi verschmelzen und zu zweit eine Einheit bilden kannst, weil es somit viel einfacher für dich ist durchs Leben zu gehen? Womöglich sind da einfach gewisse Ängste vor dem Leben, die dir das Gefühl geben das Leben alleine nicht meistern zu können oder wenn, dann nur mit einem Gefühl von Befürchtungen und Unerträglichkeit, so dass es dich aus der Bahn wirft und sogar in eine Depression stürzt, wenn du dieser Situation ausgesetzt bist. Warst du denn in letzter Zeit noch in Therapie und hat man die Ursache herausgefunden, weshalb du dazu neigst, dich von einzelnen Personen, die dir nahe stehen, abhängig zu machen? Wenn nicht, dann wäre das sicherlich ein guter Ansatz.
 

Benutzer109180 

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Hallo zusammen,

erst einmal danke für eure Antworten.

@Daphne:
Es tut mir leid, dass du scheinbar genauso leiden musst wie ich und ich hoffe, dass sich deine Situation in naher Zukunft bessert. 2 Jahre ist natürlich schon eine lange Zeit und macht nicht gerade Mut.
Gelöscht habe ich zwar alles von ihm, es bringt mich aber auch nur bedingt weiter. Leider kann ich alle seine Nummern auswendig, und ein Mittel alles aus meinem Kopf zu löschen habe ich noch nicht gefunden.


@Zickzackbum:
Ja, du hast wahrscheinlich Recht, dass sich jeder Mensch in gewisse emotionale Abhängigkeiten begibt. Aber ist es nicht so, dass man sich dafür meist Menschen aussucht, an denen einen etwas liegt? Die man mag, oder sogar liebt? Beides ist ja hier (leider oder zum Glück) nicht der Fall. Ich mag oder liebe den Menschen der er ist nicht – und trotzdem tut der Gedanke, dass er mit einer anderen Frau zusammen sein könnte sehr weh. Vielleicht eine Reflexion der Gefühle, die ich empfunden habe als er mich mit der Schwester seines besten Freundes betrog? Ich weiß es nicht 


@Bluejoe:
Vielen Dank für deinen Zuspruch. Ich hoffe, der Weg aus diesem Loch zeigt sich mir möglich bald.


@Maxx:
Danke für deine sehr ausführliche Antwort.
Du könntest Recht haben – vielleicht rede ich mir ja auch nur ein ihn nicht mehr zu lieben, weil ich denke es könnte die ganze Situation erträglicher machen? Ich weiß, ich kann ihm das was vorgefallen ist einfach nicht verzeihen. Ich könnte es auch dann nicht, wenn ich es wollte. Es waren einfach zu viele große Vertrauensbrüche und zu viele Kleinigkeiten, die da noch hinzukamen, dass es mir unmöglich erscheint jemals wieder glücklich mit ihm zusammen sein zu können. Ich würde, zugegebenermaßen so wie ich es jetzt auch tue, jeden Tag unter dem was geschehen ist leiden.

Die was wäre wenn Frage sollte sich somit nicht stellen, da es ja gar nicht möglich wäre von meiner Seite aus. Warum ist sie dennoch da? Das Schlimme ist zudem, dass ich trotz der ganzen Verletzungen und der Trennung, die nun nicht mehr rückgängig zu machen ist nach Gründen suche, warum es eben besser gewesen wäre die Beziehung aufrecht zu erhalten. Es ist paradox, das Wider überwiegt dem Für ganz klar, aber dennoch sind diese Gedanken unaufhörlich da.

Und ja, du hast Recht. Ich habe Angst vor dem alleine sein. Bzw. diese Angst davor hat sich bestätigt, denn ich bin seit einem Monat alleine und fürchterlich einsam. Es fehlt mir fürchterlich, jemanden an meiner Seite zu haben der mit mir durchs Leben geht. Und gleichzeitig blocke ich ab, sobald jemand nett zu mir ist, weil ich tatsächlich noch ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber verspüre, wenn ich mich jemand anderem zuwenden würde. Und ich weiß, er kann mich nach allem was gewesen ist einfach nicht mehr glücklich machen. Was bleibt also? Richtig. Und die Einsamkeit macht mich mindestens in Gleichem Maße unglücklich.

Ich stehe aktuell auf mehreren Wartelisten, für eine ambulante Therapie. Da sich dies jedoch leider etwas hinziehen kann, gilt es nun die Zeit bis dahin zu überbrücken. Und das möglichst, ohne in alte Muster zurück zufallen, die mir nur schaden.

Gruß
Tatze
 

Benutzer97437  (29)

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Inwiefern äußert sich deine Abhängigkeit eigentlich? Rufst du ihn an? Schreibst du ihn? Oder denkst du nur sehr oft an ihn?
Und wie verhält er sich? Nutzt er das aus?
Bei mir ist es so, dass er nur anrufen braucht, wenn er Lust hat...und teilweise sag ich dann auch ja, selbst wenn es 3 Uhr nachts ist. Oder ich halte 2 Monate aus und schreib dann doch ne SMS. Ich denke, er weiß wie abhängig ich bin und nutzt das aus. Lässt du das auch zu?
Nur mal so, ich bin nicht stolz drauf, mich so zu verhalten...es ist nur einfach sehr hart für mich, ihm gegenüber nein zu sagen...
 

Benutzer109180 

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Ich denke um das zu erklären, sind ein paar Worte zu unserer Vorgeschichte nötig. Ich versuche es kurz zufassen:

Wir waren seit dem Sommer 2008 ein "Paar", Paar deswegen in "" gesetzt, da er in den ganzen 3 Jahren nie zu der Beziehung öffentlich gestanden hat, sondern offiziell immer singel war. Er wollte also nicht, dass jemand von unserer Beziehung erfährt. Dieses Jahr im Juni, also immerhin nach FAST 3 Jahren, hat er mir gebeichtet, dass er kurz zuvor 2 Mal im Bordell war und dort Sex mit Prostituierten hatte. Der nächste Hammer folgte kurz darauf: er beichtete mir die Affaire mit der Schwester seines besten Freundes (bei der es weit über Sex hinausging). Diese besagte Schwester hatte dieses Jahr auch einen Maibaum von ihm bekommen, in 3 Jahren Beziehung hatte ich bis zuletzt drauf gewartet einen zu bekommen, ging aber leer aus (und ja, ich bin nun mal jemand der da Wert drauf legt - und er wusste es auch). Bei einem Streit, knallte er mir dann auch noch an dem Kopf, dass "sie" (die Affaire) sowieso viel netter sei als ich.

In der gesamten Zeit versuchte ich mich immer wieder von ihm zu trennen, die Abhängigkeit äußerte sich hier jedoch wie von dir beschrieben: Ich hielt es nicht aus, schrieb ihm SMS, rief ihn an, schaffte es einfach nicht ihn aus meinem Leben zu streichen. Und sobald er nach mir pfiff, stand ich wieder für ihn auf der Matte.

Bei dieser Trennung ist es anders. Der Tropfen auf den heißen Stein war u.a., dass er am Todestag meines Opas lieber mit seinem besten Freund (ja, genau der mit der Schwester :frown: ) nach Berlin fahren wollte, Party machen und sowas... und ich blieb alleine zurück.

Nun also habe ich es bis jetzt durchgestanden, ihm nicht zu schreiben, ihn nicht anzurufen, ihn nichts von mir wissen zu lassen. Scheinbar findet er das auch ganz gut so, zumindest unternahm er nicht ein einziges Mal den Versuch mich seitdem zu kontaktieren. ich bin wahrscheinlich längst Geschichte, wahrscheinlich gibt es da schon eine oder mehrere Neue.

Und dennoch: ich habe dieses dringende Bedürfnis, ihn anzurufen und zu wissen was er macht. Ob er seitdem eine andere Frau hatte, ob er vielleicht schon wieder eine neue Freundin hat. War er wieder im Puff? Hatte er es so leicht mich zu vergessen? Ich will ihn wissen lassen, wie schlecht es mir wegen ihm geht. Ich will ihn sehen lassen, was er alles kaputt gemacht hat.

Aber wozu? Das verstehe ich selbst nicht. Es würde nichts an der Situation ändern. Er würde es wahrscheinlich dann genau wie die letzten Male so drehen, dass ich Schuld daran bin wie es gekommen ist. Ich hab mich ja auch schließlich getrennt. Und das würde dann nur dazu führen, dass es mir NOCH schlechter geht.

Aber warum habe ich dennoch dieses starke Bedürfniss, ihn all das wissen zu lassen? Und die Dinge selbst zu erfahren, die er seitdem gemacht hat?
 

Benutzer97437  (29)

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Also wie lang hast du ihm jetzt weder angerufen noch sonst irgendetwas?
Ich finde, das klingt schon ziemlich gut, besser als bei mir. Ich hatte erst gestern wieder ein Gespräch mit meinem Ex :zwinker:
Ich hab das Gefühl, du bist auf einem guten Weg. Klar willst du mit ihm sprechen, ihm alles mögliche gegen den Kopf knallen, wissen, wie es ihm geht usw., aber das ist schließlich normal, du hast ihn ja geliebt. Was ich momentan mache, da heute Sonntag ist, ist meine Woche so stressig wie möglich zu planen. Ich will am liebsten kein offenes Zeitfenster haben, um mich mit ihm zu treffen. Außerdem habe ich anderen von meiner Geschichte erzählt...die machen das jetzt seit 2 Jahren mit und immer, wenn er anruft "Quickie?", lass ich mir von meinen Freunden zureden...irgendwie klappt es aber doch nicht so richtig. Sei froh, dass er sich nicht meldet! Desto schneller kommst du von ihm los! Meiner macht es alles 2 Monate und reißt damit alle Mauern, die ich gebaut habe, jedes mal wieder ein...also, sei froh.
Was klappt ist ein Motto haben. Meins steht hier auch in der Signatur. Das passt einfach zu der krankhaften Beziehung zwischen mir und meinem Ex...
Mach dich busy! Nächste Woche bin ich so gut wie ausgebucht durch Schule, Nebenjob, Nachhilfe geben, Sport, kochen usw.
Und zum Schluss, was ein bisschen mit dem davor zusammenhängt: Veränderungen. Veränderungen sind gut. Das kann eine neue Haarfarbe sein...ich hab wieder rote Haare und fühle mich seitdem wahnsinnig sexy :grin: Finde dich selbst sexy, guck in den Spiegel, lächel und sag laut, "Fick dich, du Mistkerl" :grin: Natürlich auch andere Veränderungen...such dir ein neues Hobby, beleg Kurse usw. :smile:

Es hilft echt :smile: Wenn am Anfang auch nur ein bisschen...du bist besser als ich, denn du bist schon lang nicht mehr schwach geworden :smile:
 

Benutzer109180 

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Seit einem Monat herrscht jetzt komplette Funkstille. Das ist schon eine sehr lange zeit für mich, vorher war 1 Woche das höchte der Gefühle, bevor ich wieder zu ihm zurück gewinselt bin.

Das man die Zeit verplanen muss, stimmt. Ich merke es selbst ganz extrem. Das Problem bei mir ist einfach, dass ich öfters mal am Wochenende arbeite (also quasi jedes Wochenende) und dann in der Woche mal vereinzelt Tage frei habe. Das ist zwar gut, da die Zeit auf der Arbeit sogesehen die einzige Zeit ist in der ich wirklich stabil bin und es mir auch gut geht, jedoch ist es so das wenn ich dann in der Woche frei habe alle anderen am Arbeiten sind. Und darin alleine weg zu gehen und neue Leute kennen zu lernen, bin ich leider wirklich nicht gut.

Es ist schon hart, dass deiner dich alle 2 Monate wieder anruft. Und ich kann mir schon vorstellen, dass 2 Monate eben nicht ausreichen, um sich soweit rarr zu machen, dass man nicht mehr direkt drauf anspringt.
Wie gehst du denn sonst damit um? Hat er zwischendurch andere Frauen? Wenn ja, wie hast du gelernt damit umzugehen?

Ja, irgendwie wünsche ich es mir ja, dass er mich anruft, dass ich wieder was von ihm höre. Und irgendwie wünsche ich mir, dass er dahin geht wo der Pfeffer wächst. Es ist wirklich ein Wechsel der Extreme momentan. Und das häufig innerhalb von Minuten.
 

Benutzer97437  (29)

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Bei mir ist das mit den Stimmungsschwankungen auch so...noch letztes Wochenende war er total verletzend und ich wollte einfach nur einen endgültigen Schlussstrich und heute bin ich wieder in der Stimmung, dass ich denke, wir könnten Freunde sein. Ich bin nämlich der Meinung, er bräuchte mal eine echte Bezugsperson...irgendwie ist er einfach seltsam, aber das ist was anderes :zwinker:

Ähm, er ist ein ziemliches Arschloch. Momentan hat er eine Freundin, die er dumm findet, deshalb trifft er mich auch noch gern. Zum Reden und zum Vögeln natürlich. Wie ich damit zurecht komme? Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Ich weiß nicht einmal, OB ich damit zurecht komme. Zumindest heule ich nicht mehr so oft, wie ich es damals getan habe. Ich denke, ich habe einfach so ziemlich alle Illusionen verloren, die ich jemals hatte. Also, was ihn betrifft...und sich die Augen öffnen, hilft. Inzwischen denke ich, er ist ein Arschloch. Nicht mit Absicht. Ich denke, er ist krank oder so :zwinker:

Wenn du in der Woche öfters mal frei hast, würde ich die Zeit nutzen. Gibt es einen Sport, den du magst? Ich gehe 2x die Woche schwimmen. Ich sag mir so "Alles, was ich damals mit ihm getan hab, mach ich jetzt allein"...geh shoppen, auch das mach ich eigentlich lieber allein :smile:
Oder such dir eine ehrenamtliche Tätigkeit :smile: Ich würde so gern beim Roten Kreuz mitmachen, aber hab keine Zeit...such dir noch nen Minijob...fang an, eine Sprache zu lernen, fang an richtig zu kochen, nähe, male, spiel ein Instrument...es gibt so viele Dinge, die ich gern tun würde, aber keine Zeit dazu hab (ich hab Schule, Nebenjob und geb Nachhilfe)...

Geh nicht auf die Straße mit dem Ziel "ich such mir neue Freunde"...geh zum Beispiel in die Bibliothek um dir was tolles auszuleihen, manchmal trifft man da Leute :smile:

Und vor allem: Ruf ihn nicht an! Werd nicht schwach! Er ist ein Arsch und das weißt du :smile:
 

Benutzer109180 

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Ich glaube, du hast da schon einen ganz wichtigen Schritt getan, indem du sagst und weißt, dass er ein Arschloch ist. Du hast keine Illusionen mehr, ich leider schon. Ich denke mir immer "Er hat zwar echt viel Mist gebaut, aber eigentlich bist du ja selbst schuld. Du hättest das ja nicht mit dir machen lassen müssen" oder "Er hat mir zwar weh getan, aber was ist mit allem Guten was er getan hat? Alles, was sonst niemand für mich getan hat, nur er?"

Und dieses Denken hindert mich daran, mit ihm abzuschließen. Ja, er war ein Arschloch. Aber nur manchmal. Manchmal war er eben auch der liebste Mensch den ich kannte.

Es tut mir leid für dich, dass er wieder eine Freundin hat, womit du ja offensichtlich auch nicht so gut zurecht kommst. Und ich finde es ganz schön hart, wie er mit die umgeht. Da hättest du wirklich was besseres verdient, aber das weißt du ja wahrscheinlich auch :smile:

Einen Nebenjob habe ich, zusätzlich zu der normalen Arbeit (Ausbildung) die ich mache. Für alle anderen Hobbys reicht es leider kaum. Als Auszubildende, selbst mit Nebenjob, mit eigener Wohnung und eigenem Auto (was auch für den Job benötigt wird) sitzt leider kein Hobby mehr drin, was Geld kostet. Ich bin noch ehrenamtliche Hundebegleiterin im Tierheim, das ist auch etwas was mir enorm viel gibt, aber vor allem die einsamen Abendstunden werden eben häufig nicht ausgefüllt. Irgendwann kommt es eben dazu, dass man zu Hause sitzt. Und alles wieder hochkommt.

In der Bibliothek bin ich angemeldet. Das ist ein guter Hinweis, auf den ich so noch nicht bekommen bin. Vor allem weil ich Bücher und alles wirklich liebe. Ich war leider lange nicht mehr da und weiß auch gar nicht wie das ist: darf man dort auch eigene Bücher mit hineinnehmen, um sich dort eine ruhige Ecke zum lernen zu suchen? Den bei mir zu Hause, wo mich alles so stark an ihn erinnert, finde ich dazu keine Ruhe :-(

Was ja noch dazu kommt ist, dass ich mit Freunden eigentlich nicht mehr drüber reden kann. Weil es eben in den vergangenen Monaten so ein hin und her war, dass mittlerweile alle nur noch den Kopf schütteln. Sie haben die Leier mit der Trennung ja nun schon so oft gehört - was sollte dieses mal anders sein als sonst? Das heißt, ein wirklicher Gesprächspartner mit dem ich mich da drüber austauschen kann, der einen vielleicht auch mal etwas tröstet, ist nicht vorhanden. Deswegen auch herzlichen Dank, dass du dir hier die Zeit nimmst, mir zu antworten! Es tut gut, mit jemandem darüber zu reden, der ähnliches durch macht und dieses nicht mit aber auch nicht ohne können versteht :smile:
 

Benutzer97437  (29)

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Ja, das Problem hab ich auch...besonders, weil ich noch alte Mails habe usw. und ja, er hat mich damals ja auch geliebt, nur dann hat er sich sehr verändert und wurde auch bei anderen sehr kalt. Er sagt auch selbst, dass er einfach nicht mehr nett sein will usw. aber das ist ja egal...ob er nun mit Absicht manchmal Arsch ist oder nicht...Kerle sind dazu in der Lage zu denken, deshalb wissen sie auch, wann sie verletzen und wann nicht. Und etwas, das meine Freundin immer zu mir gesagt hat: Die guten Dinge machen die schlechten nicht wett! Klar, soll man in einer Beziehung und in der Liebe Kompromisse eingehen, aber wir dürfen auch gewisse Ansprüche haben...in den letzten Monaten unserer Beziehung war ich nicht einen Tag lang durchgängig glücklich mit der Beziehung...und dann läuft auf jeden Fall etwas falsch. Dein Ex kämpft nicht um dich, er stand damals nicht einmal zu der Beziehung...das ist etwas, was mein Ex zumindest anders gemacht hat...das sind auch zwei Dinge, die dir zeigen, dass es vorbei ist.
War er eigentlich dein erster Freund? Das ist son Problem, dass ich habe...ich hatte immer die Hoffnung, ich würde nur einen Mann im leben haben. Nur deshalb hab ich es überhaupt ein 2. Mal mit ihm versucht...ich weiß, dass er nicht der richtige ist.

Mensch, du scheinst ja echt beschäftigt zu sein :smile: Das ist schon mal gut. Ich kenne diese einsamen Abendstunden, in denen ich ihn am liebsten immer anrufen will...momentan rauche ich dann eine Menge und höre "Titanium"...der Songtext passt einfach so gut...aber so etwas richtiges für abends hab ich auch noch nicht gefunden, da hast du recht. Aufräumen hilft mit, Listen machen auch...

In die Bibliothek darfst du auch mit deinen eigenen Büchern :smile:
Die haben keinen Scanner dran, piepen dann also auch nicht usw. und wenn du erst mal da bist, findest du bestimmt auch noch etwas anderes spannendes. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass aus dem Haus gehen echt hilft. Mindestens einmal am Tag etwas machen...für 2 Stunden raus aus der Wohnung. Mir fällt das an Sonntagen schwer...aber man sollte es trotzdem machen :smile:

Ja, ich kenn das...meine Freunde sind es auch leid, das zu hören...vor allem kann ich es ihnen nicht erzählen, weil die echt ausrasten würden, wenn sie erfahren würden, dass ich wieder Kontakt zu ihm hab. Mir ging es damals echt beschissen (nicht zur Schule gegangen, abgenommen, Arzt usw) und das haben auch alle gemerkt. Ich weiß also, was du meinst :smile:
Dafür ist das Internet manchmal echt am besten geeignet :smile:
 

Benutzer109180 

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Ja, richtig, Männer können denken, und deshalb sollte man davon ausgehen, dass sie eben bei so elementaren Dingen wissen, was sie damit anrichten. Wahrscheinlich tun sie das auch - es ist in diesem Fall unseren zwei Sonderexemplaren nur schlichtweg egal. Und ich glaube, daran wird sich auch nichts ändern.

Er war nicht mein erster Freund, nein. Ich hatte vor ihm eine knapp 4 jährige Beziehung. Als diese zu Ende ging, lernte ich meinen jetzigen Ex aber quasi direkt kennen und stürzte mich in die "Beziehung" mit ihm. Das hat mir das erste Jahr über auch extrem gut getan - nur danach fingen die Probleme eben an. Und das macht es auch so schwer davon loszukommen, weil das erste Jahr wirklich wunder wunderschön war. Aber was nützt das, wie du schon ganz richtig sagst, wenn es das schlechte was danach kam nicht wett macht.

Wie lange warst du denn mit deinem Ex zuammen?

Es ist natürlich wirklich blöd, wenn die Verpflichtungen drunter leiden, wie z.B. früher bei dir die Schule. Hast du das denn mittlerweile wieder im Griff? Ich bin ganz froh, dass ich tendenziell dazu neige genau mit dem Gegenteil zu reagieren: die Arbeit ist das einzige wozu ich mich momentan wirklich motivieren kann und worauf ich mich freue. Was aber auch daran liegt, dass ich einfach extrem nette Kollegen habe, die zwar von den privaten Schwierigkeiten nicht wissen da es auf der Arbeit einfach nichts zu suchen hat, aber alleine der übliche Smalltalk und die rumalberei mit ihnen tun einem immer extrem gut. Und zum anderen ist es halt wirklich total mein Job, d.h. ich hab einfach keine Zeit zum nachdenken, weil ich genug zu tun hab und es mir auch noch Spaß macht. Ich hoffe, das bleibt so.

Leider habe ich genau über Weihnachten und Silvester Urlaub für 2 Wochen. Da ich vergangenes Jahr sowohl Weihnachten, als auch in der Silvester Nacht gearbeitet habe, hatte ich dieses Jahr extra den Urlaub eingereicht, weil er es sich so gewünscht hatte. Und nun stehe ich da, und das wo ich auf Weihnachten und Silvester sowieso schon sehr sentimental reaiere. Ok, es ist jetzt auch noch etwas Zeit bis dahin, aber ich bezweifel das es ausreicht.

Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche, die bei dir hoffentlich wieder sehr voll ist. Ich arbeite noch bis Freitag und habe dann das Wochenende frei - etwas was eigentlich nur alle 2-3 Monate mal passiert, aber natürlich ausgerechnet jetzt :-(
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich glaube du musst eine wichtige Kernerkenntnis verinnerlichen, damit du von deinem Problem und von deinem Ex weg kommst. Folgendes hattest du geschrieben:
er kann mich nach allem was gewesen ist einfach nicht mehr glücklich machen.

Fakt ist: NIEMAND kann dich wirklich glücklich machen. Jeder ist für seine eigene Portion Glück verantwortlich. Glück ist eine Empfindung. Genauso wie niemand dich dazu bringen kann eine Blume doof oder schön zu finden, kann dich auch niemand "glücklich" machen. Der Grund für deine Misere, und das weisst du auch schon selbst, ist deine Einstellung zu den Dingen. Wenn du das angehst, wird das sicher nicht leicht und mit einem Schweiß verbunden sein, aber es wird sich lohnen und du kannst dabei immer hier aufschlagen und dir den Mut für den nächsten Schritt holen :zwinker:
 

Benutzer109180 

Sorgt für Gesprächsstoff
Interessant, eine ähnliche Diskussion bezüglich des glücklich seins hatte ich vor einigen Tagen mit einem Bekannten :smile:

Du hast natürlich Recht, Damian. Man muss selbst erst einmal sein Glück finden, bevor man es mit jemand anderem teilen kann. Ich sehe es allerdings auch so, dass dieses Glück eben auch zeitweilig von äußeren Umständen abhängig ist. Denn wie sollte ich wirklich glücklich sein, wenn zwar im Beruf etc alles rund läuft, ich jedoch einen Partner zu Hause habe, der mich betrügt?

Und genau das meinte ich damit, dass er mich nicht glücklich machen könne. Ich kann zwar in allen anderen Bereichen meinen Weg gut finden, es würde jedoch immer davon überschattet dass er mich eben betrügt und im Stich lässt.

Natürlich bin ich dann in der Hinsicht für mein eigenes Glück verantwortlich, mich von besagten Umständen zu lösen die mein Glück verhindern oder beeinträchtigen. Nur leider geht das nicht indem man einen Schalter umlegt. Es dauert dann eben eine Weile, bis man wieder zu seinem Glück findet. Und das tut man ja hoffentlich früher oder später, auch wenn es in der Situation momentan nicht so aussieht.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Nein...ganz hast du es nicht verstanden.
Es ist eine Entscheidung, worüber man glücklich ist. Der reichste Mensch auf der Welt kann mit einem Palast aus Gold nicht glücklich sein. Ich schaffe das schon mit einem Gändeblümchen, dass sich aus den Fugen in einem dunklen Innenhof gekämpft hat.
Du musst dir erstmal Gedanken machen, WAS dich glücklich macht und du musst dich bewußt dafür entscheiden. Dabei kannst du natürlich keinen verlogenen Betrüger brauche...soweit ist das klar. :zwinker: Damit kann wohl kaum jemand wirklich glücklich sein.

Ordnete dich und lerne in dir selbst zu ruhen. Wenn du an dem Punkt angelangt bist, an dem du sagt "Och..eigentlich gehts mir doch so ganz gut. Ich brauche garkeinen Freund, es wäre zwar schöner, wenn ich was passendes hätte, aber so gehts auch erstmal." Dann hast du gute Chancen darauf sehr bald einen anständigen Karl an Land zu ziehen UND ihn dann auch noch richtig zu behandeln.
 

Benutzer109402 

Meistens hier zu finden
Du weisst das es die richtige Entscheidung war, hast aber Angst, das du auf Dauer nicht stark genug bist, die Kontaktsperre aufrecht zu erhalten? Kannst du dir nicht professionelle Unterstützung holen, die dir den Rücken stärkt, wenn du ins Schwanken kommst über deine Entscheidung? Also beispielsweise eine Beratungsstelle? Wie ich aus deinem Eingangspost herauslese, hast du ja therapeutische Erfahrung. Warum die Hilfe nicht in Anspruch nehmen? Du bist auf einem super Weg und hast vieles richtig erkannt.. Glaub an deine eigene Entscheidung!
 
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