Eigenes Leben führen oder Eltern im Stich lassen (finanziell)

Benutzer147825  (36)

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Hallo Leute,

ich bin 30 Jahre alt und wohne noch bei meinen Eltern - aber nicht mehr lange. Ich ziehe nächsten Monat in meine erste eigene Wohnung. Dazu sei noch erwähnt, dass ich Einzelkind bin.

Es ist nicht so, dass ich aus Bequemlichkeit bei "Hotel Mama" geblieben bin. Ich hätte schon vor 5 Jahren meine Sachen packen können, aber es ging finanziell nicht - eigentlich gehts auch jetzt nicht.
  • Meinen Eltern gehts finanziell mies. Mein Vater bezieht Frührente. Meine Mutter hat aus Krankheitsgründen Rente beantragt, wurde aber nach mehreren Jahren Streit mit Rentenversicherung vor Gericht abgeschmettert.
  • Ich verdiene gut, aber ich habe immer soviel Gehalt an die beiden abgegeben, damit die beiden zumindest kein Minus in einem Monat machen müssen. Das ist bisher so 30% meines Gehalts.
Ich habe jetzt auf eigene Faust entschieden auszuziehen, aber es wird mir dann auch finanziell nicht mehr möglich sein meinen Eltern auszuhelfen.

Meine Eltern machen mir nun ein schlechtes Gewissen. Sie sind zwar nicht wirklich sauer, aber es kommen ständig so passiv-aggressive Sachen wie:
- "Du hättest zumindest warten können bis du heiratest"
- "Wieso ziehst Du aus, dass ist doch Geldverschwendung"
- "Du hast es doch hier bei uns so gut"
- "Deine Mutter und ich müssen jetzt bis ans Lebensende Schulden machen"

Ich glaube, ich muss nicht weiter ausführen, wieso ich mit 30 ausziehen möchte. Aber mich plagt nun mein schlechtes Gewissen bzgl meinen Eltern.

Meine Mutter könnte und wird zwar Hartz4 beantragen, aber das wird den beiden leider auch nicht so weit reichen, dass Sie monatlich zumindest auf die 0 kommen. Es ist auch nicht so, dass die beiden im Luxus schwelgen, es wird nur das Nötigste eingekauft und Urlaub machen die beiden auch nie. Meine Mutter guckt beim Einkaufen immer auf Angebote und auf jeden Cent, den man sparen kann.

Ich bin etwas ratlos wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Einerseits denke ich mir, ich muss jetzt endlich wirklich auf eigenen Beinen stehen, auf der anderen Seite ist mein Verhalten meinen Eltern gegenüber auch undankbar.
 

Benutzer129180  (35)

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Wieviel Euro haben die beiden denn insgesamt jeden Monat zur Verfügung?
 

Benutzer147825  (36)

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ca. 1000 EUR - 700 davon geht für Miete drauf. Günstiger gehts hier leider nicht.
 

Benutzer140528  (51)

Meistens hier zu finden
Ich finde es nicht relevant, wie viel Geld den Eltern zur Verfügung steht.
Es geht eher um die Sache an sich.

Na ja, das ist schon ein Spagat.
Finde die Aussagen deiner Eltern auch nicht so gut. Aber leider ein Klassiker.

Natürlich musst und darfst du auf eigenen Beinen stehen.
Wann soll es denn sonst beginnen ?

Ich verstehe deine Eltern ja. Die Argumente kommen auch aus einer Verzweifelung heraus.
Wie soll es für sie weiter gehen ?

Hast du schon mal über einen Kompromiss nachgedacht ? Vielleicht so ein Mittelding.
Nicht mehr 30 % sondern vielleicht 15 %.
 

Benutzer129180  (35)

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Ich finde es nicht relevant, wie viel Geld den Eltern zur Verfügung steht.
Es geht eher um die Sache an sich.
Natürlich geht es um das Geld?! Genau da haben sie doch Probleme?!

Wieso muss er darunter leiden dass die Eltern in einer Wohnung leben die sie sich nicht leisten können?!
 

Benutzer147825  (36)

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CoreyTaylor CoreyTaylor
Ein Umzug ist aus mehreren Gründen nicht drin. Hier in der Umgebung (100km Radius) gibt es absolut nichts für 400 EUR warm, es geht erst bei 600 los. Ein Umzug kostet auch erstmal mehrere Tausende Euro. Meine Eltern können beide nicht mehr Auto fahren, sind also auf ein öffentliches Netz angewiesen.

deep voice deep voice
Nein, geht leider nicht, ohne dass ich mich selbst in Mitleidenschaft ziehe...
 

Benutzer66223  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Gibt es bei euch nicht sowas wie Mietbeihilfe?
 

Benutzer143177 

Sehr bekannt hier
Gibt es für sie die Möglichkeit, dein Zimmer unterzuvermieten? An einen Studenten oder so? Dann würde da zumindest bisschen Geld reinkommen, sie müssten nicht alles alleine zahlen und junge Leute, die zu wenig Geld für eine eigene Wohnung in ner teuren Umgebung haben, finden sich auch immer.
 

Benutzer140528  (51)

Meistens hier zu finden
Natürlich geht es um das Geld?! Genau da haben sie doch Probleme?!

Wieso muss er darunter leiden dass die Eltern in einer Wohnung leben die sie sich nicht leisten können?!


Ich verstehe ja was du meinst.
Trotzdem sind die Summen im Rahmen der Diskussion hier unerheblich, da wir die gesamte Kostensituation von dort vor Ort nicht beurteilen können.
Da kann dann schnell eine Preis- und Kostendiskussion raus werden, die dem TS nicht viel helfen wird.

Es geht, finde ich, darum, ob er ihnen noch weiterhin helfen kann / soll / möchte oder muss.
Moralische Verpflichtung oder so ähnlich.

Summen wird er sich, so denke ich, selbst errechnen können.
 

Benutzer129180  (35)

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Ein Umzug ist aus mehreren Gründen nicht drin. Hier in der Umgebung (100km Radius) gibt es absolut nichts für 400 EUR warm, es geht erst bei 600 los. Ein Umzug kostet auch erstmal mehrere Tausende Euro. Meine Eltern können beide nicht mehr Auto fahren, sind also auf ein öffentliches Netz angewiesen.
Kann ich mir selbst kaum vorstellen. Ich wohne auch in einer recht teuren Umgebung und selbst da habe ich 50 qm für knapp 430 warm bekommen. Und selbst wenn nicht, dann muss man eben umziehen. Und man kann sich für einen Umzug einen Kleintransporter mieten. Das kostet sicherlich keine mehrere Tausend Euro. Sondern weniger als 200. Und man kann sich beim Umzug sicher einen Ort suchen der an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen ist. Da sie beide nicht arbeiten ist es ja auch nicht schlimm umzuziehen.
 

Benutzer147825  (36)

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CoreyTaylor CoreyTaylor
Ich möchte aus Anonymitätsgründen keine weiteren Angaben machen, wieso es nicht geht. Ich habe selbst alle machbaren Optionen zum Thema Umzug überprüft. Ich möchte das hier auch nicht in eine Diskussion über Mietpreise abdriften lassen. Bitte erstmal so akzeptieren. Danke
 

Benutzer129180  (35)

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CoreyTaylor CoreyTaylor
Ich möchte aus Anonymitätsgründen keine weiteren Angaben machen, wieso es nicht geht. Ich habe selbst alle machbaren Optionen zum Thema Umzug überprüft. Ich möchte das hier auch nicht in eine Diskussion über Mietpreise abdriften lassen. Bitte erstmal so akzeptieren. Danke
Ich muss aber mit den Informationen die du von dir gibst auskommen und daraufhin gebe ich meine Meinung ab. Bisher sehe ich jedenfalls wirklich keine Gründe die dagegen sprechen.
 

Benutzer147825  (36)

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Gibt es bei euch nicht sowas wie Mietbeihilfe?
Soweit ich verstanden habe, bekommt man entweder HartzIV oder Wohnungsgeld, bzw. eine Kombination aus beidem - in der Summe kommt aber dasselbe heraus, leider.

Für Untervermietung sind meine Eltern leider zu misstrauisch und die Wohnung auch nicht groß genug...
 

Benutzer140528  (51)

Meistens hier zu finden
Ich muss aber mit den Informationen die du von dir gibst auskommen und daraufhin gebe ich meine Meinung ab. Bisher sehe ich jedenfalls wirklich keine Gründe die dagegen sprechen.

Da gibt es eine Menge.

Die Kosten an sich.
Gesundheitszustand der Eltern.
Das Alter der Eltern.
Soziales Umfeld.
Bindung zu seinen Eltern.
"Einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr so leicht."
usw.

Zu sagen ein Umzug wäre nicht schlimm, ist zu einfach.
 

Benutzer12529 

Echt Schaf
Kosten selbst kleinere Wohnungen soviel wie die derzeitige? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Dein freies Zimmer bräuchten die beiden ja nicht.

Ansonsten:
-Zimmer untervermieten (falls das nicht als Einkommen beim hartz4-Antrag gezählt wird)
-Infos über Wohnbeihilfe etc einholen

Wenn deine Mutter Hartz4 bekommt,wird sie sehr wahrscheinlich auch zumindest ejben Anteil an Miete vom Amt mitbezahlt bekommen (oder auch komplett, spätestens mit einem Umzug).

Ist dein Vater theoretisch in der Lage,einen nebenjob zu machen, vielleicht auch nur einen kleinen?

Ausziehen musst du. Lass dir da nicht reinreden.
 

Benutzer70315  (32)

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Ich weiß, du möchtest nicht über die Miete sprechen. Daher nur eine Frage: Gibt es bei euch eigentlich auch Sozialwohnungen? Wenn deine Mum nun Hartz IV beantragt, könnten deine Eltern dann nicht einen Zuschuss zur Wohnung bekommen (Wohngeld)?

Ansonsten steckst du natürlich ganz schön in der Bredouille. Eigentlich wäre es richtig, auf eigenen Beinen zu stehen, dein eigenes Leben zu leben und dementsprechend auch auszuziehen. Aber ich bin da mal schonungslos ehrlich, wenn ich es auf mich beziehe: Ich würde es nicht tun. Ich könnte mein Frei-Sein nicht genießen, so sehr ich es auch verdient hätte.
 

Benutzer49550  (37)

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Hier ist dringend ein Termin beim Sozialamt nötig! Diesen müssen Deine Eltern unbedingt vereinbaren. Es gibt sicherlich genug Möglichkeiten. Auch wird im Zweifel Wohngeld für die Wohnung bezahlt in der sie wohnen (wenn diese nicht zu gross ist). Bzw. wenn sie zu gross ist wird ihnen eine Sozialwohnung zugewiesen, hört sich jetzt schlimmer an als es ist, bei uns sind diese zumindest vernünftig soweit ich diese kenne!
Auch ein Frührentner wird nicht schlechter gestellt als ein Hartz4 bezieher. Im Zweifel wird eben aufgestockt! Aber hierzu fehlen mir die genauen Informationen, ich kenn zwar so einen Fall, aber ich weiss nicht ob mir der alles genau erzählt. Darum: Termin bei den richtigen Stellen machen!!
 

Benutzer147825  (36)

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Hier ist dringend ein Termin beim Sozialamt nötig! Diesen müssen Deine Eltern unbedingt vereinbaren. Es gibt sicherlich genug Möglichkeiten. Auch wird im Zweifel Wohngeld für die Wohnung bezahlt in der sie wohnen (wenn diese nicht zu gross ist). Bzw. wenn sie zu gross ist wird ihnen eine Sozialwohnung zugewiesen, hört sich jetzt schlimmer an als es ist, bei uns sind diese zumindest vernünftig soweit ich diese kenne!
Auch ein Frührentner wird nicht schlechter gestellt als ein Hartz4 bezieher. Im Zweifel wird eben aufgestockt! Aber hierzu fehlen mir die genauen Informationen, ich kenn zwar so einen Fall, aber ich weiss nicht ob mir der alles genau erzählt. Darum: Termin bei den richtigen Stellen machen!!

Ja ich werde mich da mal schlau machen müssen, was da möglich ist...

Das Problem endet ja nicht bei HartzIV. Sie wird ständig Jobangebote vom Amt bekommen, aber sie kann einen Großteil nicht ausführen, da der Gesundheitszustand meiner Mutter für normales Arbeiten, auch Teilzeit, nicht mehr ausreicht. Leider wurden ihr Gesundheitszustand weder bei der Rentenversicherung noch vor Gericht anerkannt, weswegen meine Eltern jetzt so in Schwierigkeiten stecken.
 

Benutzer129180  (35)

Benutzer gesperrt
Da gibt es eine Menge.


Die Kosten an sich. Der Umzug dient ja der Kostenreduktion
Gesundheitszustand der Eltern. Der ist in der neuen Wohnung auch nicht anders als in der jetzigen.
Das Alter der Eltern. Siehe Punkt zuvor
Soziales Umfeld. Wenn ein Leben ohne Hilfe nicht möglich ist, dann muss man eben auch mal kleine Einschränkungen in Kauf nehmen.
Bindung zu seinen Eltern. Am Wochenende ist das ja problemlos möglich, auch bei 100km Entfernung. Gilt auch für den Punkt davor.
"Einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr so leicht."
usw.

Zu sagen ein Umzug wäre nicht schlimm, ist zu einfach. Ich sehe momentan keinen Grund der wirklich am Umzug hindert. Es ist eher ein egoistisches Verhalten der Eltern. Und vom Threadersteller ein "Wasch mich aber mach mich nicht nass"
 
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