Ehefrau hatte ONS - was nun ?

Benutzer171790 

Öfters im Forum
Hab es in meinem Umfeld beobachtet, zwei Paar in eurer Situation, bei einem sogar noch ärger, haben einen Schlussstrich gezogen und danach einen Neustart gewagt, man geht seither viel liebevoller, respektvoller und rücksichtsvoller um.
Ein grundgescheiter Spruch, ist zwar ein paar tausend Jahre alt, aber noch immer gültig: Wer von euch frei von Sünde ist, hebe als erster einen Stein auf und werfe auf sie ......
 

Benutzer178411  (19)

Öfters im Forum
Mir kreist immer ein Gedanke im Kopf: am Ende war sie es, die diese Situation verursacht hat, indem sie den ONS hatte.
Anscheinend geht es Dir primär um die Schuldfrage. Und an dieser Situation ist nie einer alleine schuld. Sondern beide. Also lös dich entweder davon oder es wir Dir immer nachhängen, dann macht es aber Keinen Sinn mehr, weil Dein Misstrauen die Zukunft bestimmen wird.


Jetzt, als sie "vorgelegt" hat, ist dies natürlich anders.
Ja, wir sind sozusagen quitt.
Dieses Denken ist keine Basis für eine Freundschaft oder Beziehung. Da geht es um nehmen und geben. Teilen, miteinander und auch individuelle Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Verzeihen können, Fehler eingestehen und daraus lernen. Entweder geht man gestärkt daraus hervor, oder es wird sehr schwierig.
Sie war die Frau, die ich einst unbedingt wollte, für die ich km-weit gefahren bin (Fernbeziehung anfangs) und die ich aus Liebe geheiratet habe und mit der ich eine supertolle Tochter hinbekommen habe.
Sie war es? Die du einst wolltest? Für die du gefahren bist? Wieder Vergangenheit, wieder ich bezogen. Was ist mit ihr? klingt nach abgeschlossen. Was ist mit der Zukunft? Willst Du sie immer noch? Liebst du sie noch? Möchtest du etwas dafür uns die Zukunft tun?

das ihr eine gemeinsame Tochter habt, sollte zusätzlich Motivation sein, nicht nach hinten zurück zu schauen, sondern nach vorne in die Zukunft. Aber scheidet die alten Zöpfe ab. Ihr habt beide Mist gebaut. Punkt. Könnt ihr das abhaken und daraus lehren ziehen? Veränderungen herbei führen? Seit ihr beide gleichermaßen bereit dazu?
 

Benutzer171365 

Öfters im Forum
Lieber A Asis ,
versuche erst mal locker zu lassen. Mit den Versuchen schnell eine Lösung haben zu wollen, machst du dir gerade selbst noch mehr Stress, als du ohnehin schon hast.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bist du gerade nicht in der Lage an einem Neubeginn zu arbeiten und du bist jetzt gerade auch nicht in der Lage, dich in einer Form zu trennen, wo du deinen Frieden finden wirst.

Mir scheint, du bist zur Zeit in einem Zustand wo du gegen die Kränkung, die du empfindest, ankämpfst. Das ist nachvollziehbar und verständlich. Aber das Kämpfen in dieser Form bringt hier nichts.

Mit dieser Art zu kämpfen blockierst du dich selbst und hältst dich selbst davon ab, in einen Zustand zu kommen, wo du zu einem ebentuellen Neubeginn beitragen kannst, oder wo du dich lösen und deinen Frieden finden kannst oder, noch besser, wo du zu BEIDEM in der Lage bist und dadurch wirklich entscheiden kannst, welchen Weg du anstrebst. Vorher ist eine sinnvolle Entscheidung noch nicht möglich.

Ich schreib dir mal hin, mit welchen Denkmustern du dich gerade blockierst. Das mache ich nicht, um dich abzuwerten. Die Wertschätzung deiner Person ist davon unberührt. Ich hoffe, dass du das auch so sehen kannst, dass man Denkmuster auf ihre Folgen prüfen kann, ohne die eigene Wertschätzung in Gefahr zu sehen.

am Ende war sie es, ...
Da bist du wieder beim Zuschreiben von Schuld. Jemand anders die Schuld zu zu schreiben entlastet kurzfristig. Die kurzfristige Erleichterung macht süchtig danach. Und schon mittelfristig schadet die Schuldzuschreibung, weil dieses Denkmuster dich von der Selobstreflexion abhält.

Die Alternative ist die Selbstreflexion. Die besteht aus mehreren Komponenten. Das Ansehen des eigenen Handelns ist noch relativ einfach, und doch oft überraschend schwierig. Dazu gehört auch das Ansehen der eigenen Einstellungen, das ist noch schwieriger, weil es nicht so einfach ist, ausreichend Abstand zu sich selbst zu bekommen. Und bei der dritten Komponente, dem Ansehen der eigenen Emotionen kommt noch dazu, dass das ganz unmittelbar schmerzhaft sein kann, so dass es mitunter fast unmöglich ist.

... bin ich mir sicher, dass sie mir dies nicht verzeihen hätte ...
Das kannst du nicht wissen und wenn man es genau nimmt, kann sie das selbst auch nicht wissen.

Es ist ein völlig fruchtloser Gedanke. Du kannst wissen, dass das Fragen sind, die auf die es keine sinnvolle Antwort gibt. Es ist schade um die Energie die in der Beschäftigung damit vergeudet wird.

Ja, wir sind sozusagen quitt.
Das ist nochmals das Aufrechenen. Das Aufrechnen ist so verführerisch, weil es so einfach ist. Man beschäftigt sich manchmal gerne mit etwas Einfachen, damit man sich drücken kann, vor den schwierigeren und komplexeren Aufgaben, die anstehen.

Die Alternative ist, dass man sich dem Schmerz und der Machtlosigkeit, die man grad erlebt hat, stellt.

... die Tatsache, dass sie mich lange an der Nase herumgeführt hat ...
Auch das lenkt ab. Du unterstellst eine Intention. In Wahrheit weisst du nichts über ihre Intention und es ist auch im Zusammenhang mit diesem speziellen Punkt unerheblich, was die Intention war. Hier kommt nämlich zu Tage, dass du erlebt hast, wie wenig man manchmal sein eigenes Leben durchschaut. Damit umzugehen ist grad so verdammt schwer.

... muss ich sagen, dass ich natürlich auch ein Arsch war, mit meinem Rachefeldzug.
Das ist ein ganz bescheidener Anfang. Und so bringt dir das noch nicht viel. Aber du kannst darauf aufbauen. Zunächst einmal: Sich selbst zu beschimpfen bringt dir nichts. Es greift deine Selbstwertschätzung an. Dich selbst kannst du nicht austauschen, es gibt keinen Ersatzasis, der dein Leben führen kann.

Die Alternative ist, das Verhalten an zu sehen, und vielleicht zu sagen, der Rachefeldzug war eine ungeeignete Strategie. Und damit kann man die Frage zulassen, was denn besser wäre.

Es geht dann um das Wesentliche. Welche Verhaltensweisen, welche Denkweisen und welchen Umgang mit den eigenen Emotionen hast du jetzt und in der folgenden Zukunft besser zur Verfügung. Das ist der nächste Schritt beim Lernen aus einer Erfahrung.

Sowas an Weihnachten..... schlechtester Zeitpunkt.
Selbstmitleid hilft dir nicht weiter. Auch das ist verständlich und nachvollziehbar. Aber du kannst wissen, es lenkt dich vom weiter Entwickeln deiner Möglichkeiten ab.

A Asis , vermutlich ist das, was ich hier schreibe für dich nicht sofort verständlich und sofort umsetzbar. Ich schreib es jetzt hin, weil du jetzt die Information zu deiner Situation präsentierst. Vielleicht kannst du später mehr damit anfangen, vielleicht kannst es aber auch jetzt schon dazu verwenden, um bestimmte Muster zu erkennen und um deine Gedanken zu sortieren. Ich wünsche dir alles Gute dabei.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer174652 

Öfters im Forum
Mir kreist immer ein Gedanke im Kopf: am Ende war sie es, die diese Situation verursacht hat, indem sie den ONS hatte. Dabei ist bin ich mir sicher, dass sie mir dies nicht verzeihen hätte können, wenn ich den zuerst gehabt hätte. Jetzt, als sie "vorgelegt" hat, ist dies natürlich anders.
Ja, wir sind sozusagen quitt.

Ich selbst fühle es so, dass nicht der ONS mich so beschäftigt, wie die Tatsache, dass sie mich lange an der Nase herumgeführt hat und alles mögliche an Gründen vorgebracht hat, um Sex zu umgehen.
Andererseits, und da habt ihr alle recht, muss ich sagen, dass ich natürlich auch ein Arsch war, mit meinem Rachefeldzug.

Ich denke mich schwindelig, kann nur schlecht schlafen. Ihr geht es, glaub ich , ähnlich.
Nach über 24std des darüber Nachdenkens, tendiere ich eher in die Richtung es hinbiegen zu wollen und eine Trennung zu vermeiden.
Sie war die Frau, die ich einst unbedingt wollte, für die ich km-weit gefahren bin (Fernbeziehung anfangs) und die ich aus Liebe geheiratet habe und mit der ich eine supertolle Tochter hinbekommen habe.
Ja, ich werde sentimental und teils kommen mir auch die Tränen beim Schreiben. Aber auch die durchaus schöne Vergangenheit und das Leben vor beider ONS , kann und will ich beim Durchdenken der Situation nicht aussen vor lassen.
Sowas an Weihnachten..... schlechtester Zeitpunkt.
gute gedanken.
jetzt wirst du menschlich spürbar.
einfach die dinge in euch erstmal wirken lassen.
(aber jetzt schon einen gesprächstermin im neuen jahr fixieren. vielleicht vereinbart ihr, euch als gesprächsstart dann jeweils einen brief zu überreichen.)
sieh es als reinigenden glücksfall. als jahresabschluss-geschenk des lebens.
 

Benutzer180355 

Benutzer gesperrt
Meine Frau ist jetzt zu ihren betagten Eltern gefahren und übernachtet auch dort. Vielleicht auch ein, zwei Nächte länger. ich denke, das ist momentan gut so für beide.

Sibelius Sibelius : danke für diesen Beitrag. Der wird mich noch ne Weile beschäftigen :smile:
 

Benutzer180833  (31)

Klickt sich gerne rein
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ihr ONS der einzige Grund für ihre Unlust war. Sondern es waren die gleichen Gründe, die zum ons geführt haben. Statt zu überlegen wer hier mehr Schuld trägt, wäre es wichtiger zu hinterfragen, warum sie dich betrogen hat. Offensichtlich hat es ihr was gefehlt und fehlt wohl immer noch.
 

Benutzer175298 

Öfters im Forum
Also das mit dem aufrechnen wird m.a. emotional nicht funktionieren da Du Dir Deine Affäre verzeihen wirst - aber Du wirst deiner Frau nie verzeihen, dass ein anderer Mann in ihr war. Du kannst allenfalls versuchen damit klarzukommen- aber da wird einfach immer was übrig bleiben womit Du klarkommen musst . Eine Trennung ist wohl das Beste. Wer Fremdgeht und beichtet verletzt den anderen zweimal, weil er ja durch die Beichte erwartet dass der andere das Fehlverhalten absegnet. Geht es noch erbärmlicher ?
 

Benutzer18741 

Meistens hier zu finden
Wer Fremdgeht und beichtet verletzt den anderen zweimal, weil er ja durch die Beichte erwartet dass der andere das Fehlverhalten absegnet. Geht es noch erbärmlicher ?
Das höre ich nicht zum ersten Mal und es ist sicherlich auch etwas dran, aber...

Ich persönlich war noch nie in so einer Situation, weder als Betrüger noch als Betrogener, ich würde es aber als Betrogener wissen wollen.
Das hat auch gesundheitliche Gründe, aber auch in Bezug auf die Beziehung: Ein Betrug von einer Seite zerstört das gemeinsame Wertefundament derselbigen.
Nur durch eine gemeinsame Aussprache kann man gemeinsam ein neues Fundament finden, wenn man denn die Beziehung weiterführen möchte.
Aber sein Leben lang eine Lüge leben... und im schlimmsten Fall erfährt der Partner dann Jahrzehnte später davon?
Das ginge in meinen Augen gar nicht und wäre schlimmer als der Betrug selbst
 

Benutzer70365 

Verbringt hier viel Zeit
..., aber auch in Bezug auf die Beziehung: Ein Betrug von einer Seite zerstört das gemeinsame Wertefundament derselbigen.
Für mich ist ein ONS, der eineinhalb Jahre zurückliegt überhaupt kein großes Ding. Man hat halt einmal mit jemanden Sex gehabt, und? Emotionale Treue ist mir wichtig, sexuelle nicht... Meine Werte, die jeder anders sehen darf.
Nur durch eine gemeinsame Aussprache kann man gemeinsam ein neues Fundament finden, wenn man denn die Beziehung weiterführen möchte.
Ehrlichkeit hingegen steht für mich sehr weit oben auf der Werteliste. Ich kann nachvollziehen, den anderen nicht auch noch verletzen zu wollen, weil er ja nichts dafür kann. Will man Ehrlichkeit, sollte man auch verzeihen können. Wir alle machen Fehler, wenn auch unterschiedliche. Manche viele kleine, manche einen großen. Niemand ist perfekt.
 
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