Drohende Entscheidung: Freundin oder Ausbildung?

Benutzer114596 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo zusammen

Ich führe eine Fernbeziehung über 300 Kilometer (einjährig unterdessen) und studiere an einer anspruchsvollen Universität. Ich stehe kurz vor dem Bachelor-Abschluss und stecke gerade auf den letzten Metern der aktuellen Prüfungsperiode. Ich habe das Studium mit sehr guten Leistungen begonnen. Zwischenzeitlich verschlechterten sich meine Leistungen aufgrund fehlender Motivation. Nun werden die Fächer wieder spannender und mein Interesse sowohl für meine Fachrichtung als auch für meine Leistung steigen. Ich möchte mich deshalb vermehrt auf das Studium konzentrieren. Leider macht mir besagte Beziehung dabei einen Strich durch die Rechnung.

Ich mache gerade eine ziemlich stressige Zeit durch, da ich während dem Semester jedes zweite Wochenende bei meiner Freundin (oder sie bei mir) war und ich in dieser Zeit kaum etwas für mein Studium machen konnte (wir haben sehr viele theoretische und praktische Übungen, die sehr zum Verständnis des Stoffes beitragen und an den Prüfungen vorausgesetzt werden). Das war mir natürlich im Hinterkopf durchaus bewusst, aber meine Sehnsucht hatte sämtliche Zügel alleine in der Hand. Je länger ich keine Zeit mit meiner Freundin verbringen konnte, je mehr hatte ich Mühe, mich in den Vorlesungen zu konzentrieren. Ich liess Freitags gar einige Stunden ausfallen, nur um früher bei ihr sein zu können.

Für mich galt also grundsätzlich Freundin vor Studium, solange Studium nicht gefährdet. Doch jetzt spüre ich die Konsequenzen davon, da mir einerseits in einigen Fächer das Wasser bis zum Hals steht und andererseits ich mein neu gewonnenes Interesse nicht richtig ausschöpfen kann, ohne Abzüge bei der gemeinsamen Zeit mit meiner Freundin zu machen. Es besteht nach meinem Gefühl die Gefahr, dass ich dieses Mal einige Prüfungen nicht bestehen werde und ich deswegen repetieren muss. Ich nehme Wissen relativ leicht auf und verstehe Zusammenhänge schnell, doch momentan nützt mir auch das nicht allzu viel, da ich einfach zu wenig Zeit investieren kann. Ich will daran in Zukunft etwas ändern, da ich mein Studium langsam in Gefahr sehe.

Meine Ausbildung dauert noch mindestens zwei Jahre (Master), und wenn ich noch weniger Zeit mit meiner Freundin verbringen kann als jetzt, dann würde mich das so belasten, dass die Beziehung nur noch Schaden anrichtet. Ich bin unglücklich während der getrennten Zeit und verliere die Motivation. Wenn es wirklich ums Eingemachte geht, hat das Studium ganz klar Vorrang. Ich habe Angst, dass ich bald diese Entscheidung machen muss, und um meiner Zukunft Willen mit meiner Freundin Schluss machen muss. Ich liebe sie aber so sehr! Und Schluss zu machen, obwohl ich sie liebe - und sie mich - kommt mir unmöglich vor.

Ich bin zur Zeit sehr unglücklich, da ich zwischen diesen Fronten eingeklemmt bin und nichts davon richtig ausschöpfen kann.
Hat jemand hier Erfahrung mit diesem Dilemma?
Hat jemand Erfahrungen damit, trotz Liebe aber wegen rationalen Gründen Schluss zu machen?

Vielen Dank für eure Hilfe!
 

Benutzer114351 

Verbringt hier viel Zeit
Was ich mich frage ist, ob du dich dann besser konzentrierten kannst, wenn du noch unglücklicher bist WEIL du Schluss gemacht hast.
Es ist schwierig das immer alles unter einen Hut zu bekommen,
aber du wirst doch mit Sicherheit auch Semesterferien haben und in der Zeit wirst du wohl auch wieder mehr Zeit für deine Freundin haben.
Ich denke doch nicht, dass sie deine Lage nicht verstehen kann, oder?

Wie ist denn dein Stundenplan aufgebaut?
Hast du über das ganze Semester immer nur lernen müssen? Oder hast du einfach deine Zeit falsch strukturiert?
 

Benutzer114596 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja, die Semesterferien habe ich. Und auch in diesen habe ich viel mit meiner Freundin unternommen. Nur: Ich brauche auch Zeit fürs Lernen, erst recht, wenn ich unter dem Semester zu wenig gemacht habe.

Ja, ich wäre wohl ne ganze Weile mehr oder wenig schrottreif, wenn ich Schluss machen würde. Aber wenn ich das überwunden hätte, würde es mir vielleicht besser gehen. Andererseits denke ich dann immer wieder zurück an meine erste Liebe und wie schön es mit ihr gewesen wäre...

Sie kann meine Lage durchaus verstehen. Aber was kann sie schon tun? Natürlich kämpft sie für die Beziehung, aber eben auch nur mit Argumenten, die ich selbst kenne und leider eine solche Entscheidung nicht einfacher machen. Ich habe ihr gegenüber nur erwähnt, dass ich meine Ausbildung im Extremfall ihr gegenüber vorziehen würde. Ich bin ein rationaler Mensch, der in leider in der Lage ist, trotz aller Gefühle eine objektiv gesehen "bessere" Entscheidung treffen kann, auch wenn ich danach sehr darunter leide.

Wie ist denn dein Stundenplan aufgebaut?
Ziemlich dicht. Ich habe viele Fächer, die fast alle technisch und anspruchsvoll sind. Ich bin auf die Anwesenheit angewiesen, ansonsten hole ich den Stoff nie mehr auf.

Hast du über das ganze Semester immer nur lernen müssen? Oder hast du einfach deine Zeit falsch strukturiert?
Nein. Ich habe unter der Woche leider kaum was anderes gemacht, als in den Vorlesungen zu hocken. Da nehme ich natürlich so einiges auf, aber längst nicht alles und schon gar nicht so, dass ich alles komplett verstehe. Ich gebe zu, dass ich eine schlechte Selbstdisziplin habe und Abends lieber meinen privaten Interessen nachgehe. Meist habe ich aber auch keine Energie mehr, mich mit komplizierten Problemen abzugeben. Habe ich das Wochenende Zeit, kann ich jedoch die Woche gut kompensieren. Das geht aber eben wie gesagt nicht immer. Und ich traue mir auch nicht zu, unter der Woche wie ein Tier bis spät Abends zu arbeiten. Ich brauche die Erholung und ein bisschen Vergnügen.
 

Benutzer114351 

Verbringt hier viel Zeit
Mhh... schwierige Situation. Ich wüsste nicht was ich da tun würde, außer die gemeinsamen Treffen auf ein Minimum zu bringen, also vielleicht einmal im Monat.
Wenn du das allerdings nicht kannst, weil du dich zu sehr nach ihr sehnst weiß ich auch nicht.
Möchte dir da ungerne eine der Entscheidungsmöglichkeiten raten, bin in der Regel ehr für Kompromisse.

Vielleicht noch eine Möglichkeit:
Du kannst dein Studium ja auch um das eine oder andere Semester verlängern, wenn du nicht unbedingt Geldnöte hast.
Man möchte zwar immer alles möglichst schnell fertig machen, aber ein wenig mehr Zeit würde dir ja scheinbar nicht schaden.
 

Benutzer114596 

Sorgt für Gesprächsstoff
Man möchte zwar immer alles möglichst schnell fertig machen, aber ein wenig mehr Zeit würde dir ja scheinbar nicht schaden.
Hm..., ja, darauf läuft es hinaus, wenn ich Fächer wiederholen muss. Ich habe bis jetzt alles in meinem Leben auf Anhieb hingekriegt und in der vorgesehenen Zeit erledigt. Aber vielleicht sollte ich hier mal einen Kompromiss eingehen... Habe das stets als schlecht und negativ betrachtet.
 

Benutzer114351 

Verbringt hier viel Zeit
Von der Denkweise solltest du dich verabschieden.
Diese Regelstudienzeit ist ja in keinster Weise (wie ich finde) auf die jeweiligen Studiengänge zugeschnitten.
Es ist keine Schande ein Semester länger zu machen, weil man sich mehr Zeit für den zu lernenden Stoff nehmen will.
Anders wäre es da aus purer Faulheit 13 Semester zu studieren, aber du willst ja gute Leistungen erbringen sowohl im Studium als auch danach.
Also nimm dir ruhig ein/zwei Semester mehr Zeit. Du wirst es sicher nicht bereuen, wenn du die Zeit gut nutzt :smile:
 

Benutzer36140 

Verbringt hier viel Zeit
Hat deine Freundin die Möglichkeit zu dir oder in deine Nähe zu ziehen?
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Letzten Endes ist aber deine Zukunft, vor allem deine berufliche, ein äußerst entscheidener Faktor in deinem Leben. Ich habe ein sehr gutes Studium der Liebe wegen geschmissen und bereue das heute noch, vor allem da die Beziehung am Ende doch scheiterte - ich kann dir also nur dringend dazu raten, deine Prioritäten vernunftorientiert zu setzen. Das heißt natürlich nicht, dass du dein Studium jetzt rasend durchziehen musst und dabei dein Privatleben völlig vernachlässigst. Wenn aber dein Studium sehr arbeitsintensiv ist, muss deine Freundin zumindest zurückstecken können - auch wenn das schwer ist.

Wenn das bedeutet, dass ihr euch nur mehr einmal im Monat seht, ist das natürlich hart, aber es ist auch immer eine Frage des Willens. Vier Wochen ohne einander vergehen auch, insbesondere wenn man beruflich stark ausgelastet ist. Man muss das eben aber auch wollen.

Off-Topic:
Hinzu kommt ja, dass du ohnehin unzufrieden in der Beziehung bist, und ich frage mich natürlich, wie du dieses Problem lösen möchtest, wenn du zukünftig weniger Zeit für deine Freundin aufbringst. :hmm:
 

Benutzer37284 

Benutzer gesperrt
Also erst einmal: An Stelle deiner Freundin könnte ich deine Einstellung nicht verstehen.
Du willst in deinem Studium gut sein, brauchst aber das Vergnügen abends lieber fernzusehen (und zwar anscheinend jeden Abend) um dann am Wochenende zu pauken und lieber auf die gemeinsame Zeit mit der Freundin zu verzichten.
Du verstehst und merkst schon, dass deine Prioritäten da anscheinend definitiv nicht bei deiner Freundin liegen, oder? :zwinker:

Ich habe mir ja in deinem anderen Thread fast gedacht, dass es da doch noch auch ein anderes Problem gibt, vielleicht solltest du das hier auch nochmal miteinspielen lassen.
Es geht ja nicht nur um das Studium, du bist auch in anderer Hinsicht unglücklich in deiner Beziehung und das ist wichtig um die Situation beurteilen zu können.
Übrigens hast du da geschrieben gehabt, dass ihr euch im Schnitt zwar ca. alle 2 Wochen seht aber auch schonmal einen Monat nicht. Dann verstehe ich das Problem irgendwie noch weniger, zumal du ja dann mehrere WEs + unter der Woche Zeit hättest alles nachzuholen für das Studium. Oder reicht dir diese Zeit nicht?
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Deine Ansprüche an Dich selbst sind zu hoch, die Beziehung verdeutlicht das nur. Wie es Dir geht damit ist ein Symptom, die Ursache liegt woanders, du hast es sogar im Thread selbst explizit zur Sprache gebracht.

Ich würde die Beziehung nicht knicken, auch das Studium nicht kübeln, sondern ein paar Gänge runterschalten. Diese unnötige Dramatisierung schadet ebenso wie der unnötige Druck, den Du Dir selbst machst.
 

Benutzer114596 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hat deine Freundin die Möglichkeit zu dir oder in deine Nähe zu ziehen?
Das ist zur Zeit ausgeschlossen, da sie selber noch im Studium steckt (allerdings auf den letzten Metern und kaum noch Anwesenheitspflichten).
Frühestens in zwei Jahren wäre das eine Möglichkeit. Dann bin ich voraussichtlich jedoch selber fertig.

Wenn aber dein Studium sehr arbeitsintensiv ist, muss deine Freundin zumindest zurückstecken können - auch wenn das schwer ist.
Naja, nicht nur sie muss zurück stecken. Ich muss es ja genauso, in Bezug auf die Beziehung. Nur weil ich ausgelastet bin, heisst das ja nicht, dass ich sie deswegen weniger vermisse.

Du willst in deinem Studium gut sein, brauchst aber das Vergnügen abends lieber fernzusehen (und zwar anscheinend jeden Abend) um dann am Wochenende zu pauken und lieber auf die gemeinsame Zeit mit der Freundin zu verzichten.
Also erstens sehe ich fast nie fern. Das ist eine für mich zeitverschwenderische Tätigkeit. Also bitte unterstelle mir nicht einfach irgendeine Sache. :zwinker:
Die Vorlesungen, die ich habe, sind insofern anstrengend, da der da vermittelte Stoff ziemlich kompliziert ist und ich am Abend so ziemlich mein Pulver verschossen habe und gerne mal einfach nicht viel denke. Manchmal mache ich gewisse Arbeiten die weniger denk-intensiv sind.

Aber die Thematik kann ich natürlich nicht einfach unter den Tisch wischen, da - wie du selbst schon angedeutet hast - meine Freundin auch schon den Vorschlag gemacht hat, ich solle unter der Woche das Arbeitstier raushängen um möglichst viele Wochenenden für sie freizuschaufeln. Das Problem dabei ist einerseits, dass ich mir sowas schlicht nicht gewohnt bin (ich bin eher faul, was das Lernen fürs Studium angeht, da ich wenigstens in der Zeit vor der Prüfung meist gut aufholen kann) und andererseits, dass ich den Stoff jeweils dann bearbeiten sollte, wenn er aktuell ist. Denn ne Woche später sollte ich schon das Folgewissen beherrschen. Ich kann also schlecht vor- und nachholen.

Ich will an meiner Selbstdisziplin arbeiten, denn da habe ich eine gewisse Schwäche (gebe ich zu). Dennoch: Bei Fächer, bei denen ich Projekte erledigen muss bin ich sehr fleissig, da erstens andere auf meine Arbeit angewiesen sind und zweitens es Deadlines unter dem Semester gibt. Ich brauche also einen gewissen Druck, um die volle Leistung erbringen zu können.

Ich hätte wirklich kaum noch Zeit für mich und meine wie auch immer gearteten privaten Tätigkeiten wenn ich ständig nur lernen würde um dann das Wochenende mit meiner Freundin verbringen zu können. Ausserdem wäre ich dann wohl eher kaputt und hätte keine Lust, grossartig mit ihr Dinge zu unternehmen.

Ich habe mir ja in deinem anderen Thread fast gedacht, dass es da doch noch auch ein anderes Problem gibt, vielleicht solltest du das hier auch nochmal miteinspielen lassen.
Naja, ich denke, die Qualität des Sex' spielt hier keine Rolle... :zwinker:

Diese unnötige Dramatisierung schadet ebenso wie der unnötige Druck, den Du Dir selbst machst.
Ich sollte etwas Druck von mir nehmen, das stimmt schon. Aber bei meiner Arbeitsleistung sollte ich eher anschrauben. Eine scheinbar paradoxe Ausgangslage.
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bezweifle irgendwie-da du ja sagst dass du sie sehr liebst-dass es dir nach einer Trennung besser gehen würde.Wenn du dann Liebeskummer hast,wird dir das Lernen sicher auch nicht leichter fallen,oder?Zudem würde sie eine so radikale entscheidung sicher auch nicht verstehen...

So wie sich das hier liest,wäre es sicher ganz gut,wenn du dir selber im Studium etwas weniger Druck machst.Ehrgeiz ist gut,aber auch nur in Maßen. So fleißig wie du scheinbar wirklich bist,wäre es doch keine Schande wenn du einen Gang runterschaltest und evtl. ein Semester mehr machst.So wird es dir vielleicht auch gelingen,beides unter einen Hut zu kriegen.
 

Benutzer18265  (33)

Meistens hier zu finden
Tut mir Leid, aber ich verstehe das Problem überhaupt nicht.
Du kannst doch nicht von morgens bis abends nur in Vorlesungen hocken und das ganze WE lernen?

Bei einem normalen Arbeitspensum unter der Woche und vlt mal ein paar Stündchen am WE (Dann beschäftigt sich deine Freundin Samstag halt mal 3 Stunden alleine) sollte das alles absolut machbar sein.
Ist es nicht machbar, liegt es wahrscheinlich an dir. Dann ist das Studium vlt zu schwer oder du hast deinen Stundenplan zu voll gepackt. Was spricht denn dagegen ein, zwei Semester länger zu studieren, wenn man dafür mehr Lebensqualität hat?
 

Benutzer26217 

Meistens hier zu finden
Wäre es nicht eine Option anstatt des Extrems "mit Freundin Schluss machen" einfach zu lernen, auch klarzukommen und glücklich zu sein, wenn du deine Freundin nur ein Mal im Monat siehst?

Mein persönliches Beispiel: Ich sehe meinen Freund alle 3 Monate (Fernbeziehung 5.000+ km), bin unter der Woche mindestens 50 Stunden mit meinem Job beschäftigt, und bin mit der Beziehung rundum glücklich. Natürlich geht das so nicht für immer, aber für ein paar Jahre ist das (für mich und meinen Freund) kein Problem.
 
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