Die Wunschkindfalle oder: Will ich/passt mir (jetzt) noch ein Kind?

Benutzer3336  (37)

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Liebe Schwangerschaft-, Geburt & Erziehungsgemeinde,

nach längerem Grübeln, ob dieses Thema hier herein gehört (Beziehung & Partnerschaft? Hmm, nicht ganz. Kummerkasten? Nur teilweise.), hab ich mich entschieden a) erstmals seit langem wieder einmal einen Thread zu eröffnen und b) ihn hier zu eröffnen.
Ich fürchte allerdings, dass es ein längerer Text werden könnte...

Meine Frau und ich überlegen uns gerade, ob wir unsere Familie um ein weiteres, ein drittes Kind erweitern wollen (sollen?) - und auch wenn niemand (auf Erden :engel:, hach, wie pathetisch) uns diese Entscheidung abnehmen kann (Gott sei Dank!!!) - möchte ich euch dennoch die Entscheidungsfaktoren mitteilen und wäre auf Feedback gespannt.

Zum grundsätzlichen: Meine Frau und ich haben gemeinsam zwei tolle Mädchen, fünfeinhalb und dreieinhalb Jahre alt.
Ich zweifle nicht im Geringsten an meinem Kinderwunsch. Ich wollte immer möglichst viele Kinder. Mir fehlt noch der Bub in der Sammlung und drei Mädels wären auch wunderbar. Ich verschmachte immer (und in letzter Zeit immer mehr) wenn ich Babies halten kann (gerade letzte Woche durfte ich wieder ein paar Mal :smile:). Kann mir einfach vorstellen, das mit eigenen Kindern nie mehr zu erleben. Ich liebte mein Karenzjahr. Das war einfach so ein Geschenk! Meine Frau wäre einem weiteren Kind durchaus auch nicht abgeneigt - sie liebte es, schwanger zu sein und zu stillen (ein nicht unwesentlicher Punkt). :zwinker: Außerdem hat sie nach dem Urlaub vergessen, ihren neuen Nuvaring einzulegen (er liegt noch im Kühlschrank meiner Tante in den Niederlanden). Ein Zeichen?

Das wäre einmal die "Pro-Baby Nr.3-Seite".

Es gibt aber auch die andere Seite...

Ich kann mich - bei aller sentimentaler Verklärung - durchaus auch noch an anstrengende, kurze Nächte mit unerklärbar schreiendem Baby im Arm erinnern. An stundenlanges Auf- und abspazieren mit dem Nicht-Schlafen-wollenden-Baby im Tragetuch. Und: Meine Töchter sind jetzt in einem Alter, in dem sie sich oft stundenlang alleine beschäftigen, in dem ich sie auch allein draußen spielen lassen kann, in dem sie im Haushalt auch schon ein bisschen mithelfen können. In dem man ihnen bei Langeweile ein Buch, ein Spiel oder einfach ein Blatt Papier und Stifte hingeben kann (ja, es funktionieren auch der Tiptoi, die alten, aber guten Bibi-Blocksberg-MCs meiner Frau oder im höchsten Notfall "Pippi Langstrumpf" auf DVD). Dass wir die Kinder problemlos einem Babysitter übergeben können, weil sich die Mädels mit denen ganz gut ausreden können, worauf sie Lust haben.

Und das mit dem Babysittern ist ein gar nicht so unwesentlicher Punkt. Meine Frau und ich sind beide sehr engagierte Menschen: In der Arbeit, aber auch in Vereinen (meine Frau ist Chorleiterin, ich Obmann eines 40-Personen-Chors, den meine Frau erst vergangenes Jahr übernahm, der 2019 70 Jahre alt wird - bis dahin sollte sie, sollten wir wieder Zeit für den Chor haben), ich leite den örtlichen Kirchenchor, bin bei der örtlichen Feuerwehr, im Pfarrgemeinderat und mache nebenberuflich eine Ausbildung (noch ein Ehrenamt), die noch bis Oktober 2018 dauert. Wir haben also recht ausgefüllte Terminkalender. Auch das können wir derzeit in diesem Umfang machen, weil unsere Kinder schon drei und fünf sind.

Dass ein drittes Kind auch unseren Fuhrpark (ich kriege keinesfalls drei Kindersitze UND meine Frau in den Opel Corsa) und unsere Zimmereinteilung durcheinanderwirbeln würde ist da fast schon nebensächlich (aber auch zu bedenken).

Der wichtigste Grund, der mich, der uns aber zurückschrecken lässt, ist die Gesundheit unserer älteren Tochter (das ist jetzt der Abschnitt, der auch in den Kummerkasten passen würde): Bei ihr wurde nach einigen leichten epileptischen Episoden und einem großen Krampfanfall im Jänner dieses Jahres ein (ich sage es vorweg: derzeit wohl sehr gutartiger) Gehirntumor festgestellt (Gangliogliom, WHO I). Im Jänner waren wir lange im Krankenhaus, der Tumor wurde damals auch biopsiert. Ihre Art von Tumor wächst und verändert sich sehr langsam und macht oft Jahre und Jahrzehnte lang keinen Ärger (und muss auch nicht rausgenommen werden). Aber, er ist da, er muss immer wieder kontrolliert werden. Es gab auch mehrere MRT, zuletzt Anfang Juni. Bislang alles ok...die Ärzte sprachen schon vom Absetzen der Epi-Medikamente, sollte das so bleiben.
Bis...vor zwei Wochen im Urlaub erstmals seit Jänner wieder zwei (sehr leichte) Episoden aufgetreten sind, die bei uns wieder alle Alarmglocken schrillen ließen und alle Ängste wieder hochkamen. Dazu kommt auch eine höhere Reizbarkeit bei ihr. Liegt das alles an der Unregelmäßigkeit des Urlaubs? Sehr gut möglich. Tut sich da wieder was im Kopf? Auch möglich. :cry:

Wir waren seither vorgestern wieder im Krankenhaus, werden Mitte September vorgezogen wieder ein MRT haben...und irgendwie kann ich mir wieder nicht vorstellen, noch ein Kind in die Welt zu setzen, während über der Gesundheit einer meiner anderen Töchter (und zwar meiner ERSTEN, jener, durch die ich Vater wurde) ein Fragezeichen hängt.
Andererseits wird aber über JAHRE und JAHRZEHNTE dieses Fragezeichen bleiben. Kann ich solange warten? Und ich erwischte mich auch schon bei absolut blöden Gedanken wie: "Wenn mit der Ältesten etwas ganz gewaltig schiefläuft, will ich nicht erst DANN ein neues Kind - das würde sich wie ein Ersatzkind anfühlen".

Hach, ich weiß ja auch nicht...

So, das war's. Ist wirklich ein längerer Text geworden (und frage die Moderation, ob er hier oder im Kummerkasten besser aufgehoben ist). Ich würde mich jedenfalls über Mutworte, Bestärkungen (in welche Richtung auch immer) und ähnliches, kurz, über eure Meinungen sehr freuen! :smile:
 
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Benutzer166598 

Öfters im Forum
Off-Topic:
Bei uns in Holland sind 3 Kinder das Idealbild einer Familie. Freunde von uns haben sich jetzt eine Nanny engagiert die alle 3 eigenen Kinder + Nachbarskind hütet und im Haushalt hilft (und sie sind echt keine Rockefellers).


Du kannst es doch auch anders herum drehen:

Die anstrengenden und sehr (sehr sehr sehr) kurzen und lauten! Nächte können dazu genutzt werden dir ein profundes Wissen über die momentanen Sternenkonstellationen und deren Effekte auf bestimmte Personen an zu eignen.

Deine Töchter sind schon recht eigenständig wodurch ihr die Beiden eher aus den Füßen habt wenn Nummer 3 die Aufmerksamkeit einfordert.

Das Engagement wird schwieriger: Wenn Ihr das Baby überall mit hinnehmt wird es sicher super sozial!
Zimmereinteilung ist eine kreative Herausforderung die jedem Hobbyarchitekten Spaß macht und IKEA guten Umsatz bringt.

Spaß bei Seite.

Die Krankheit Eurer Tochter ist sicher nicht einfach, für Euch alle. Die Kleine aber auch sicher für Mama und Papa die mit den Sorgen irgendwie umgehen müssen. Und dann noch die jetzt jüngste, die bei einem weiteren Nachwuchs als Sandwichkind gerne unter die Räder kommt wenn die große Schwester wieder zu den Untersuchungen muss und das Kleinste "nur" schreit und Ihren Platz streitig macht.
Sollte es zu einem 3. Kind kommen, kann es passieren, dass Ihr entweder eure Engagegments einschränken oder eine super Nanny suchen müsst.


Ich würde dir gerne irgendetwas raten, aber mir fehlen gerade die Worte. Ich denke, Du solltest deine Gedanken mit deiner Frau teilen (sofern das noch nicht geschehen ist). Aber eines kann ich dir wohl mitgeben: Irgendwie wird es sich schon fügen, wie auch immer Ihr Euch entscheidet.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Du hast das so schön und liebevoll geschrieben, dass ich schon vom Lesen ganz gerührt bin - auch wenn ich sonst gar nicht so bin. :ashamed:

Beim Lesen kam mir der Gedanke: "Wenn er solche Gedanken hat, ist er mit der Frage, ob er ein drittes Kind möchte, eigentlich schon fertig - er möchte eins." :grin: Immerhin fängst du innerlich schon an zu organisieren, schiebst Kinderzimmer und gedankliche Kindersitze durch die Gegend, denkst an die Dinge, die du aufgeben müsstest - das würdest du ja nicht, wenn du nicht innerlich nicht wirklich eins wolltest.

Die Krankheit deiner großen Tochter ist natürlich schlimm. Trotzdem solltest du versuchen, den Wunsch nach einem dritten Kind - den du in meinen Augen ja hast - davon ein bisschen zu abstrahieren. Es ist ja nun nicht so, als ob du ein "Ersatzkind" für das "defekte Kind" benötigst oder es "nochmal probieren" möchtest, um ein "heiles" Kind zu kriegen - oder was auch immer man sonst sich für alberne Gedanken machen kann, wenn man sich Sorgen um die Gesundheit eines Kindes macht und sich fragt, ob man vor dem Hintergrund an zusätzliche Kinder denken sollte oder nicht und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt man das darf. Indem man sich klar macht, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, kriegt man da in meinen Augen eher inneren Frieden - es ist ja nicht so, dass ihr eine begrenze Anzahl an "Kinder-Slots" zum Liebhaben habt, ihr überlegt ja vielmehr, ob noch eins dazu kann.

Off-Topic:
Nichtsdestotrotz kenne ich solche Gedanken. Unser Kind muss ja noch 3,5 Jahre nachts eine Fußorthese tragen. Zum Beispiel habe ich mich oft gefragt, ob wir überhaupt innerhalb von dieser Zeit ein zweites Kind kriegen dürfen. Was, wenn unsere begreift, dass das Geschwisterkind ohne so ein Gerät schlafen darf? Und dann habe ich gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit, noch ein Kind mit Fußfehlstellung zu kriegen, steigt, wenn das erste das hat. Wenn das zweite das jetzt auch hat, trägt es dann die alten Orthesenteile der großen Schwester auf? Und "können" wir dann nur Kinder mit Fußfehlstellungen?
Oder andere absurde Gedankenspiele: Wir sind ja z.B. direkt beim ersten Versuch schwanger geworden - und es war auch noch ein Quickie. Und dann ist unsere Tochter ja nicht ganz gesund. Da habe ich mich gefragt, ob es daran lag, dass wir nicht wie andere lange "gebastelt" haben, dass es quasi daran lag, dass wir uns zu wenig "Mühe" gegeben haben. :ichsagnichts: Was man so denkt, wenn im Wochenbett alles so neu ist, man Angst hat, sich Sorgen macht... und auf einmal eben diese immense Verantwortung für einen kleinen Menschen, der komplett von einem abhängig ist. Das ist einfach komplett wahnsinnig, was das mit einem anstellen kann.


Was ich mit dem OT sagen möchte: Ich kann es verstehen, dass man sich bei absurden Gedankenspielen wiederfindet, wenn man auf einmal in Angst und Sorge um ein Kind ist. Ich hätte früher auch nie gedacht, dass ich zu solchen Sorgen und Gedanken in der Lage bin. Ich glaube auch, dass die Krankheit von einem Kind in den Eltern sehr viel auslöst, mit Sicherheit gibt es bei bestimmten Diagnosen auch Parallelen zu Depressiven oder Traumatisierten. Da bin ich kein Experte, aber ich kann sagen, dass einen solche Arzttermine mit einer blöden Diagnose und der Erkenntnis: "Ist jetzt so, damit müssen wir leben - und im Übrigen soviel zu "Hauptsache gesund"" ganz schön mitnehmen können. Und dazu das Wissen, dass etwas in dieser Art jederzeit wieder kommen kann - es gibt keine Garantie, dass das Kind - oder ein Geschwister - nicht auch was hat, nicht was anderes hat, nicht was Schlimmeres hat. Mich hat damals die Erkenntnis gekriegt: "Nur weil sie jetzt krumme Füße hat, heißt das nicht dass sie nicht auch noch DAS, DAS oder DAS kriegen kann!" So ist es eben. Und die Erkenntnis ist eben unangenehm, weil man weiß, dass man diese kleinen Menschen so fürchterlich liebhaben wird, dass mit jeder kleinen oder großen gesundheitlichen Problematik das Elternherz echt mitbluten wird (und ja, das klingt auch pathetisch, aber so ist es.) Und natürlich gehört die Erkenntnis dazu, dass man sich Sorgen machen wird, bis man selbst den Löffel abgibt - auch diese Erkenntnis kriegt mich, ebenso wie die, dass mein eigenes Kind nicht unsterblich ist und gefährdet ist, weil es drumherum eben Krankheit und fiese Menschen und was weiß ich nicht gibt.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Ängste nicht bei allen Eltern gleich stark ausgeprägt sind, aber ich kann mir denken, dass Eltern mit kranken Kindern schon sehr früh mit diesen wirklich existentiellen Sorgen konfrontiert werden und sehr schnell merken, wie zerbrechlich diese Familienblase ist, in der sie sich befinden. Und wenn man eine 5-Jährige mit Gehirntumor hat, dann hat man natürlich eine Heidenangst davor, ein weiteres Kind zu bekommen! Wer hätte das nicht, auch Eltern ohne diese Erfahrung hätten Respekt vor der Entscheidung - aber so ist es natürlich noch heftiger. Ihr habt da sicherlich schon einige Ängste und Sorgen erfahren müssen und natürlich sitzt euch das im Nacken. Zumal es bei eurer Tochter eben nicht ausgestanden ist und die Angst immer mitfährt. Das muss schlimm sein, da ziehe ich meinen Hut vor.

Dennoch heißt es nicht, dass da kein Platz für ein drittes Kind ist. Ich habe das Gefühl, dass bei dir der Kinderwunsch noch ausgeprägt vorhanden ist und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es dich in Ruhe lassen wird. Davon ab bist du erst 33, da habe ich gerade erst mein Baby bekommen. :zwinker:

Ich bin kein gläubiger Mensch, aber eine Freundin von mir sagt immer, "zum Kinderkriegen gehört auch etwas Gottvertrauen dazu." Ich finde den Gedanken hilfreich, weil es ein bisschen die Unwägbarkeiten mit reinnimmt, die man vielleicht nicht immer sehen möchte. Wenn man gewohnt ist, sein Leben durchzuplanen und den Alltag von Montag bis Freitag schon am Wochenende zu kennen, dann lernt man beim Thema Kinder(wunsch) ganz zügig, die Kontrolle abzugeben. Aber eigentlich wisst ihr das ja schon - wenn man zwei Schwangerschaften, Geburten und Babys erlebt hat, dann weiß man ja, dass man da viel planen kann und hinterher alles anders kommt. Ja nicht nur zum Negativen, sondern auch zum Positiven. :smile:
 
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Benutzer150494 

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Ich kann meiner Vorrednerin nur zustimmen. Das hast du wirklich toll geschrieben und für mich klingt es so als ob dein Unterbewusstsein die Entscheidung schon getroffen hat. Du möchtest noch ein Kind. Im Prinzip hält dich nur der Gedanke an eure Kranke Tochter davon ab. Und das kann ich wie Dreizehn Dreizehn absolut nachvollziehen da auch unser Sohn eine Vorgeschichte hat die aber nicht zu vergleichen ist mit der Krankheit eurer Tochter. Aber die wahrscheinlichkeit das ein weiteres Kind von uns ebenfalls diese Problematik haben wird ist nicht gering. Auch wir müssen uns irgendwann die Frage stellen wollen wir das nochmal auf uns nehmen und ggf dem Kind und uns eine große nicht ungefährliche Op zumuten. Ich verstehe dein Gedankenspiele total uns finde es toll das du alles überdenkst aber ich glaube wie gesagt tief im inneren habt ihr euch bereits für die Nr 3 entschieden.

Ich drücke euch die Daumen das bei euer grossen alles gut verläuft.
 

Benutzer3336  (37)

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Ich danke euch sehr herzlich für die Antworten. Habe sie gerne und öfters durchgelesen, hatte nur bislang keine Zeit und Muße für Antworten.

Ja, ich denke, über meinen Kinderwunsch besteht kein Zweifel. Ich hätte gerne weitere Kinder, habe für mich im Scherz immer eine Obergrenze von sieben Kindern definiert (mehr geht nicht, weil ich höchstens sieben Kinder und meine Frau mit meinem Führerschein transportieren kann - für mehr, bräuchte ich einen Omnibusschein :tongue:).

Das "drumherum" (also Wohnsituation, Auto, soziales Umfeld) beschäftigt mich ja auch nicht wirklich so stark. Ich denke, das meiste davon ließe sich regeln und würden wir regeln, wenn wir müssten.

Das ist auch der Grund, warum ich diesen Thread "Die Wunschkindfalle" genannt habe - wenn uns ein Kind "passieren" würde (Verhütungs"panne" oder sowas), dann würden wir es ohne jeden Zweifel und liebend gerne annehmen und unser Leben halt darauf einstellen.

Aber ich habe halt ein bisschen das Gefühl, dass wir ein drittes Wunschkind, ja, rechtfertigen müssen. Vor dem Arbeitgeber, vor den Schwiegereltern (mit denen wir uns ein Haus - mit zwei getrennten Haushalten - teilen und die in der Kinderbetreuung schon öfters helfen), vor unserem Chor, vor dem Hirntumor meiner Tochter.... Also nicht rechtfertigen in dem Sinne, dass wir das wirklich erklären müssten oder dass die hier Mitsprache hätten. Aber irgendwie halt schon - lässt sich schwer in Worte fassen (sehe schon, ich drücke mich hier absolut stimmig und eloquent aus... :seenoevil:).

Und die Gesundheitsgeschichte meiner großen Kleinen ist halt derzeit das größte "ABER".
Nicht, weil ich fürchten würde, dass das dritte Kind auch krank wäre, das eigentlich gar nicht (höchstens die Befürchtung, dass das Herz bei einer Verdopplung der Sorge um mehrere Kinder einfach zerreißen könnte). Das sind Sorgen und Ängste, die ich nicht dem schlimmsten Feind wünschen würde.
Schwerer wiegt da schon die Befürchtung mit einer schwangeren Frau oder Baby nicht adäquat auf eine Verschlechterung der Situation und auf die Bedürfnisse der Großen (und der Schwangeren und des Babies und des dann Sandwichkindes) eingehen zu können. Wir hatten heuer schon einen langen Krankenhausaufenthalt, der ging so halbwegs. Mit einem Baby daheim wäre das noch schwerer gewesen... Das ist zugegebenermaßen "Kaffeesudleserei", da wir nicht wissen, ob und wann wieder solche Zeiten auf uns zukommen. Kann noch heuer sein, kann in drei Jahren sein, kann nie sein.

Und dann ist halt derzeit die höhere Reizbarkeit der Großen, die uns streckenweise wirklich sehr fordert. Da fragt man sich halt schon: Schaffe ich das auch noch mit Schlafmangel und vielleicht Quengelbaby? :ups:

Naja, meine Frau und ich haben derzeit sehr wenig Zeit für Gespräche in diese Richtung...das ist wohl das Hauptproblem. :hmm:
 

Benutzer72433 

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Schwerer wiegt da schon die Befürchtung mit einer schwangeren Frau oder Baby nicht adäquat auf eine Verschlechterung der Situation und auf die Bedürfnisse der Großen (und der Schwangeren und des Babies und des dann Sandwichkindes) eingehen zu können. Wir hatten heuer schon einen langen Krankenhausaufenthalt, der ging so halbwegs. Mit einem Baby daheim wäre das noch schwerer gewesen... Das ist zugegebenermaßen "Kaffeesudleserei", da wir nicht wissen, ob und wann wieder solche Zeiten auf uns zukommen. Kann noch heuer sein, kann in drei Jahren sein, kann nie sein.
was, auf der anderen seite, zu einem "unsere große tochter ist der grund, weshalb wir kein drittes kind haben" führen könnte - in der theorie, unterbewusst, wie auch immer. also, wenns ganz blöd läuft.

so, wie du das beschreibst, würde ich wetten, dass ihr früher oder später sowieso ein drittes kind habt, wenn die natur euch keinen streich spielt :zwinker: wobei letzteres natürlich mit steigendem alter eher wahrscheinlich wird.
anders formuliert: der wunsch scheint da zu sein, und wenn ich das richtig sehe nicht nur bei dir, sondern auch bei deiner frau. ihr seid ein erprobtes ehepaar, was schon zwei kinder erfolgreich auf die welt und durch die babyjahre begleitet hat, und das problem mit eurer großen tochter... auf der einen seite verstehe ich es. auf der anderen seite ist damit nur eine theoretische möglichkeit stärker ins blickfeld gerückt, denn es kann immer etwas passieren, nur kann mensch das normalerweise recht gekonnt verdrängen.

persönlich würde ich also wohl das mrt mitte september nochmal abwarten, aber wenn da alles gut ist (was ich sehr hoffe!) schon in nächster zeit nochmal das gespräch mit deiner frau suchen und zumindest ihre akute meinung dazu anhören. ist und bleibt ja schliesslich eine gemeinsame entscheidung... :smile:
 

Benutzer68557  (30)

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Lieber TS,

was ein rührender Text :herz:

Ich möchte dir nur erzählen, wie es meinem Vater heute so geht. Ich habe eine ältere Schwester, wäre es nach meiner Mutter gegangen, hätte ich noch ein kleines Geschwisterchen. Aber mein Vater wollte das nicht. Er hatte - genau wie du teilweise - einfach zu große Angst, wenn auch aus anderen Gründen.
Kurz bevor mein Mutter mit mir schwanger war, verlor sie (nacheinander - also 2 Ausschabungen) Zwillinge. Ich bin sogar der tatsächliche Ersatz, denn wären die Zwillinge im März 1990 auf die Welt gekommen, wäre ich nicht im Oktober 1990 auf die Welt gekommen (creepy Vorstellung - ja!).
Meine Geburt war so kompliziert, dass aus einem geplanten Kaiserschnitt eine Ruckzuck natürliche Entbindung werden musste. Es war viel Glück dabei, dass ich keine Hirnschäden davongetragen habe und meine Mama nur an einigen Stellen genäht werden musste und Knochen gebrochen hatte. Er stand daneben und hatte Todesangst um uns beide. Eine schreckliche Vorstellung.

Dann wurde ich krank. Auch epileptische Anfälle. Mit etwa 14. Auch meine Schwester war nicht immer fit.

Heute sagt mein Vater, es wäre schön, noch ein Kind zu haben :love:
Er "bereut" seine Entscheidung nicht im engeren Sinne, aber rückblickend sagt er schon, dass er sich einen zu großen Kopf gemacht hat und mehr auf seine Gefühle hätte hören sollen.
 
3 Woche(n) später

Benutzer3336  (37)

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Also, mal ein Update zum Stand der Dinge:

Hatte gestern ein längeres Gespräch mit unserer Frau. Das Resultat: Sie möchte auch ein Kind :love::love: (derzeit sehr stark, ist aber auch gerade "eispringend" :tongue:). Jetzt gilt es noch den Zeitpunkt zu wählen - sofern möglich.

Den Gesundheitszustand unserer Großen lassen wir jetzt einfach mal außer Acht. Wir hatten letzte Woche eine MRT-Kontrolle, haben noch keine Infos erhalten. Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass sich nichts in die negative Richtung verändert hat. :confused:

Meine Frau hat am 9. Oktober und dann bei Gelegenheit noch mal zwei Weisheitszahn-OPs, bei denen sie idealerweise noch nicht schwanger ist. Also können wir wohl ab Ende Oktober zu basteln beginnen.

Das letzte Problem ist das Zeitfenster. Ich habe am 13. Oktober 2018 ein sehr, sehr wichtiges Lebensereignis vor mir, bei dem ich meine Frau sehr, sehr gerne und unbedingt an meiner Seite haben will. Es wäre also relativ blöd, wenn sie dort ein absolut Neugeborenes hätte, noch blöder, wenn sie stattdessen in den Kreißsaal müsste (und ich natürlich mit ihr). Der errechnete Geburtstermin sollte also idealerweise entweder vor Mitte September oder nach Ende Oktober sein. Das heißt entweder gelingt es bis Mitte Dezember mit Kind Nr. 3 oder wir warten dann einfach bis Feber mit dem Weiterbasteln. :jaa:

Wobei wir gestern beide gemeint haben, dass es diesmal, "mit Kalender im Kopf" sicher nicht so einfach gehen wird - bei unseren beiden Kindern hatten wir jeweils höchstens zwei Mal unverhütet Sex... :hmpf::tongue:
 

Benutzer150494 

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Schön das ihr euch so entschieden habt. Alles gute für dich und deine Familie
 

Benutzer155480 

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Alles Gute für Euch. Ich bin sicher, daß Ihr großartige Eltern seid und Mittel und Wege findet, auf die Bedürfnisse aller Eurer Kinder einzugehen.
 
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