Die Rechte und Pflichten bei einer Schwangerschaft

Benutzer102949 

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Angeregt durch den "Schwanger von ONS" möchte ich gerne eine Grundsatzdiskussion starten, wie eure Meinung zu diesem Thema ist.

Beispiel 1 (wie in diesem Thread): Es kommt zu einem ONS, sie wird schwanger und entscheidet sich für das Kind und der Vater muss die Konsequenzen tragen.

Beispiel 2: Ein frisches Pärchen wird ungewollt schwanger, er will das Kind nicht behalten, sie schon.

Laut der Gesetzteslage hat die werdende Mutter das letzte Wort und wenn sie sich für das Kind entscheidet muss der Vater zwangsläufig für die nächsten 18 Jahre Unterhalt zahlen. Automatisch hat er aber ebenso Rechte.

Die Frage ist nur, inwiefern findet ihr das für den Mann vertretbar, wenn er in die Vaterrolle reingewzungen wird? Inwiefern ist es richtig, den Vater zum Unterhalt zu zwingen, wenn er überhaupt kein Interesse am Kind hat, auch nicht, wenn es schon ein paar Jahre auf der Welt ist? Und inwiefern ist es richtig, der Mutter die Entscheidung alleine zu überlassen, ob Baby ja oder nein?

Meine Stellungnahme würde ich lieber erst später kundgeben, wenn sich schon ein paar von euch hierzu geäußert haben, wenn es Recht ist. Mich würde das wirklich interessieren, wie eure Meinung dazu aussieht, also tippt los. :grin:
 

Benutzer41942 

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ich finde es so oder so richtig und wichtig, dass väter zahlen! schließlich könnte er genauso gut auf gummis bestehen...(mal ausgenommen, in einer beziehung, wenn frau heimlich die pille absetzt und ihm nichts sagt und ihm somit ein kind unterschiebt.. aber das ist ja auch ein zweiseitiges blatt)

rechte sollte der vater haben, solange er mit dem kind gut umgeht (genauso die mutter, gibt ja genug fälle, bei denen die mutter schlechter umgang für das kind ist)

und ja, ICH finde es richtig, das frau allein entscheiden kann, ob sie das kind behält. schließlich ist das ihr körper, nicht seiner (aber dafür werden mich jetz wohl einige hassen^^ist nur meine subjektive meinung!)

aber man kann das schlecht verallgemeinern und immer den einzelfall anschauen...
 

Benutzer44823 

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Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz schlüssig.

Wo ich mir sicher bin: Wenn eine Frau böswillig ihrem (Sex-)Partner ein Kind unterjubelt, ihm also vormacht, die Pille regelmäßig zu nehmen, es aber nicht tut etc., um ihn an sich zu binden o.ä., dann sollte der Mann nicht auch noch dafür zahlen müssen, dass ihm ein Leben aufgezwungen werden sollte, das er nicht möchte.

Sollte ein Kind z.B. aus einem ONS heraus entstehen, wo beide nicht ordentlich verhütet haben, oder wenn ein ungeplantes Kind entsteht, das er zwar abtreiben, sie aber behalten möchte, finde ich, dass auch der Mann nicht nur rechtlich (das sowieso), sondern auch moralisch dazu verpflichtet ist, seinen (finanziellen) Teil zum Kind beizutragen.

Zu den Rechten: Meiner Meinung nach sollte nie einem Elternteil der Zugang zum Kind verwehrt werden - außer der Kontakt würde das Kind schädigen.
 

Benutzer90326 

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Sollte ein Kind z.B. aus einem ONS heraus entstehen, wo beide nicht ordentlich verhütet haben, oder wenn ein ungeplantes Kind entsteht, das er zwar abtreiben, sie aber behalten möchte, finde ich, dass auch der Mann nicht nur rechtlich (das sowieso), sondern auch moralisch dazu verpflichtet ist, seinen (finanziellen) Teil zum Kind beizutragen.

Also wenn die Mutter das Kind töten lassen würde, wäre das für dich moralisch vertretbar? Wenn sich dagegen der Mann nur weigert 300€ im Monat für das Kind zu bezahlen, findest du das moralisch nicht vertretbar?
 

Benutzer111785  (34)

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Wo ich mir sicher bin: Wenn eine Frau böswillig ihrem (Sex-)Partner ein Kind unterjubelt, ihm also vormacht, die Pille regelmäßig zu nehmen, es aber nicht tut etc., um ihn an sich zu binden o.ä., dann sollte der Mann nicht auch noch dafür zahlen müssen, dass ihm ein Leben aufgezwungen werden sollte, das er nicht möchte.

Problem ist, das müßte man erstmal nachweisen, dass der Man nichts davon wußte.
 

Benutzer44823 

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Also wenn die Mutter das Kind töten lassen würde, wäre das für dich moralisch vertretbar? Wenn sich dagegen der Mann nur weigert 300€ im Monat für das Kind zu bezahlen, findest du das moralisch nicht vertretbar?

Kann man meine Aussage wirklich so verstehen?

Dass ich Abtreibung moralisch vertretbar finde, steht hier nirgends. Darüber möchte ich hier auch nicht diskutieren. (Ich bin übrigens eine sehr glückliche werdende Mutter mit einem sehr glücklichen werdenden Vater an ihrer Seite - von daher könnte ich die Abtreibungsproblematik wohl gar nicht objektiv diskutieren - ist hier ja auch nicht Thema).

Meine Aussage war (bzw. sollte sein): Wenn beide "schuld" an der Schwangerschaft sind und nicht einer dem anderen mutwillig eine ungewollte Elternschaft aufgezwungen hat, sollte auch der Mann immer zahlen müssen, auch wenn er im Gegensatz zu ihr für eine Abtreibung war. So etwas muss man sich eben vorher überlegen, bevor man leichtsinnig nicht verhütet o.ä.

---------- Beitrag hinzugefügt um 14:31 -----------

Problem ist, das müßte man erstmal nachweisen, dass der Man nichts davon wußte.

Das ist natürlich klar. Von daher werden wohl die meisten Frauen, die eine dermaßen danebene Aktion abziehen, damit wohl auch durchkommen - was aber nichts daran ändert, dass ich es alles andere als in Ordnung finde, nicht nur dem Vater, sondern auch dem armen Kind gegenüber, das darunter leiden muss. :schuettel:
 

Benutzer102949 

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Also erstmal vielen Dank für eure Beurteilung, finde das immer wieder sehr interessant. :smile:

So grundsätzlich finde ich dieses Thema ziemlich schwer zu beurteilen. Ich finde es z.B. völlig in Ordnung, dass die Mutter letztlich über das Baby entscheiden darf, denn eine Abtreibung ist für die Mutter schon etwas anderes als für den Vater.

Ganz grundsätzlich fände ich es aber besser, wenn sich der Vater entscheiden könnte: Entweder er nimmt an der Erziehung teil, zahlt Unterhalt usw. und darf dafür miterleben wie sein Kind groß wird oder aber er verzichtet auf all seine Rechte und muss auf der anderen Seite keine finanzielle Unterstützung leisten. Insbesondere falls ein Kind durch ein ONS entstanden ist, fände ich das so wesentlich gerechter.
Ich finde es nämlich nicht richtig, wenn eine Frau Fehler bei der Verhütung macht und dann die Hände hinhält, weil der Vater dafür zahlen soll. Es stimmt natürlich, dass man sich besonders bei ONS oder noch sehr frischen Beziehungen nicht zu 100% auf den anderen verlassen sollte, aber sowas kommt auch in langjährigen Beziehungen vor, die deshalb in die Brüche gehen.

Ich kenne da ein paar Fälle, in denen sie einen Einnahmefehler gemacht hat und daraus folgte dann ein Kind, was zum Teil gerichtlich geklärt werden musste.

Abtreibung sollte hier eigentlich nicht das Thema sein, aber da es legal ist, würde ich das hier zumindest als gegebene Möglichkeit betrachten, nicht mehr und nicht weniger.

Von solchen Fällen, in denen die Mutter dem Vater eins reinwürgen will, möchte ich gar nicht erst reden, das finde ich viel zu krass, um darüber ein Wort zu verlieren.

Was mich noch interessieren würde: Nehmen wir an, jemand hat Sex, das Kondom platzt und der Vater möchte, dass sie die PD nimmt, sie lehnt jedoch ab. Was soll man am Ende tun, wenn sie deshalb schwanger wird?
 

Benutzer109783 

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Die Frage ist nur, inwiefern findet ihr das für den Mann vertretbar, wenn er in die Vaterrolle reingewzungen wird?

Reingezwungen ist nicht das richtige Wort, schließlich gehören zum Kinderzeugen immer zwei.
Der Mann, der also bei einem ONS der Frau bzgl. der Pilleneinnahme vertraut, hat eben mit den Konsequenzen zu leben, muss also zahlen.

(Da es in meinen Augen enorm viel Vertrauen abverlangt, sich darauf verlassen zu können, dass die Frau die Pille gewissenhaft nimmt, kann ich es absolut nicht nachvollziehen, dass es überhaupt Männer gibt, die ohne Kondom ONS haben.)

Sollte beim ONS aber das Kondom reißen o.Ä., würde ich darauf insistieren, dass sie die Pille danach nimmt und das wird sie auch machen, denn die wenigsten Frauen möchten ein Kind von irgendeinem ONS, es sei denn, der ONS war mit Justin Bieber oder Robbie Williams.

Ein frisches Pärchen wird ungewollt schwanger, er will das Kind nicht behalten, sie schon.

Diese folgenschwere Entscheidung, ob Baby oder nicht, sollte man gemeinsam besprechen, aber das letzte Wort hat natürlich die Frau, da es ihr Körper ist.

Würde meine Freundin schwanger werden, würde ich das Kind zum jetzigen Zeitpunkt nicht wollen, aber wenn eine Abortion für meine Freundin nicht infrage käme, würde ich das akzeptieren und natürlich für das Kind da sein und dementsprechend gerne Unterhalt zahlen.

Mir wäre es wichtig, dass mir der Kontakt zum Kind nicht verwehrt wird, sollte die Beziehung in die Brüche gehen. Ich fände es furchtbar zu zahlen, ohne mein Kind, für das ich zahle, sehen zu können.
 

Benutzer90326 

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Ich bin übrigens eine sehr glückliche werdende Mutter mit einem sehr glücklichen werdenden Vater an ihrer Seite

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute. :smile:

Meine Aussage war (bzw. sollte sein): Wenn beide "schuld" an der Schwangerschaft sind und nicht einer dem anderen mutwillig eine ungewollte Elternschaft aufgezwungen hat, sollte auch der Mann immer zahlen müssen, auch wenn er im Gegensatz zu ihr für eine Abtreibung war. So etwas muss man sich eben vorher überlegen, bevor man leichtsinnig nicht verhütet o.ä.

Da stimme ich Dir absolut zu. Allerdings muß dann konsequenterweise auch dasselbe Prinzip für die Mutter gelten. Wenn durch einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ein gemeinsames Kind gezeugt wird, dann haben beide dafür die volle Verantwortung zu übernehmen und sich nicht durch unmoralische Verhältensweisen auf Kosten des Kindes ihrer Verantwortung zu entziehen, sei es dir "Abtreibung", Zahlungsverweigerung oder sonstige unmenschliche Dinge.
 

Benutzer44823 

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So grundsätzlich finde ich dieses Thema ziemlich schwer zu beurteilen. Ich finde es z.B. völlig in Ordnung, dass die Mutter letztlich über das Baby entscheiden darf, denn eine Abtreibung ist für die Mutter schon etwas anderes als für den Vater.
:jaa: edit: Insbesondere, wenn sie sich gegen Abtreibung entscheidet. Sollte sie abtreiben wollen, wenn er das NICHT möchte, würde ich das nicht mehr so klar sagen. Generell sollte die Entscheidung aber nie im Alleingang getroffen werdne.

Ganz grundsätzlich fände ich es aber besser, wenn sich der Vater entscheiden könnte: Entweder er nimmt an der Erziehung teil, zahlt Unterhalt usw. und darf dafür miterleben wie sein Kind groß wird oder aber er verzichtet auf all seine Rechte und muss auf der anderen Seite keine finanzielle Unterstützung leisten. Insbesondere falls ein Kind durch ein ONS entstanden ist, fände ich das so wesentlich gerechter.
:jaa:

Was mich noch interessieren würde: Nehmen wir an, jemand hat Sex, das Kondom platzt und der Vater möchte, dass sie die PD nimmt, sie lehnt jedoch ab. Was soll man am Ende tun, wenn sie deshalb schwanger wird?
Puh. Gute Frage. Schwierige Situation. Kommt vmtl. auf die Gründe an, warum sie die PD nicht nimmt, ich kann mir aber kaum einen vorstellen, für den ich Verständnis hätte.

---------- Beitrag hinzugefügt um 15:20 -----------

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute. :smile:
Dankeschön! :smile:


Da stimme ich Dir absolut zu. Allerdings muß dann konsequenterweise auch dasselbe Prinzip für die Mutter gelten. Wenn durch einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ein gemeinsames Kind gezeugt wird, dann haben beide dafür die volle Verantwortung zu übernehmen und sich nicht durch unmoralische Verhältensweisen auf Kosten des Kindes ihrer Verantwortung zu entziehen, sei es dir "Abtreibung", Zahlungsverweigerung oder sonstige unmenschliche Dinge.
Sehe ich prinzipiell auch so. Warum nur "prinzipiell" erläutere ich jetzt nicht, weil es wieder in die Frage reinginge, ob und bis zu welchem Stadium Abtreibung ok ist oder nicht.
 

Benutzer88899 

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Sollte beim ONS aber das Kondom reißen o.Ä., würde ich darauf insistieren, dass sie die Pille danach nimmt und das wird sie auch machen, denn die wenigsten Frauen möchten ein Kind von irgendeinem ONS, es sei denn, der ONS war mit Justin Bieber oder Robbie Williams.
Bei meinem Freund war das (vor unserer Zeit natürlich *g*) ganz ähnlich: Zwar kein ONS, aber eine sehr kurzlebige Beziehung. Verhütet wurde angeblich mit Pille und Kondom. das Kondom riss und mein Freund, der niemals Vater werden wollte (und schon gar nicht von einer Frau, die er noch nicht lange kannte), sprach die Pille danach an. Sie lehnte ab, weil sie ja die Pille nahm. Ein paar Wochen danach trennten sie sich im heftigen Streit, ca. 3-4 Monate später stand dsie schwanger von seiner Tür und für ihn war es ein Riesenschock. Tatsächlich hatte sie die Pille eben nicht regelmäßig genommen und es in Kauf genommen, von ihm schwanger zu werden, es zwar nicht darauf angelegt, aber sie ist bis heute arbeitslos und genügt sich in der Rolle als Mutter, zumal er seine Tochter eben ziemlich häufig bei sich hat und sie sich das Sorgerecht teilen. Für die Mutter war die Schwangerschaft also nicht katastrophal, obwohl mein Freund jetzt kein Millionär ist und er hatte nicht wirklich die Möglichkeit, ihr die Pille danach reinzuzwängen.
 

Benutzer102949 

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Ich glaube ja, das größte Problem ist hier die Sache mit der Verhütung. Ich wage mal zu behaupten, dass es die meisten Paare nicht notwendig finden doppelt zu verhüten (z.B. Pille + Kondom) und wenn es dann doch zu einer Schwangerschaft kommt, endet das häufig mal in Schuldzuweisungen anstatt ernsthaft darüber nachzudenken und das beste daraus zu machen.

Die andere Sache ist, dass wenn, dann wird nur SIE schwanger, nicht er. Wie schon erwähnt, finde ich es auch richtig, dass sie das letzte Wort hat, aber andererseits darf sie über den Vater entscheiden und wenn ich mich in die Situation hineinversetze, würde ich mir da auch ein wenig verarscht vorkommen.
Finde es immer wieder toll, wenn es Männer gibt, die die Entscheidung ihrer Partner akzeptieren, ganz egal wie sie ausgeht. Ich kann mich auch zu den Glücklichen zählen, die sojemanden als Partner haben. Aber das ist leider nicht selbstverständlich.

Ich finde es sowieso fraglich, inwiefern der Vater sich das Recht herausnehmen dürfte, ihr Vorwürfe zu machen, wenn sie einen Fehler in der Verhütung gemacht hat, wenn sie auch diejenige ist, die sich darum kümmert. Denn wenn er nichts macht, kann er schließlich auch nichts falsch machen. Aber ich meine trotzdem, dass man ruhig erwarten kann, dass sich derjenige gewissenhaft darum kümmert und wenn das nicht klappt, dann verhütet man besser doppelt oder der andere übernimmt die Aufgabe.

@ Kathinka:
Wow ... von genau so einem Beispiel habe ich vorhin gesprochen. Das ist ja wirklich hart und ich kann deinen Freund echt verstehen. Ich hätte an seiner Stelle sicher auch nicht anders gehandelt als er.
Es ist wirklich traurig, dass es Mütter gibt, die solche Situationen zu ihrem Vorteil ausnutzen.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ich finde das sehr grenzwertig.
Vor allem den Fall, dass sie das Kind nicht möchte, er aber schon.
Im Grunde kann man natürlich nicht der Frau das Recht absprechen, zu entscheiden, ob sie abtreibt oder nicht. Andererseits versteh ich jeden Mann, der davon angepisst ist, weil da mitunter sein Kind einfach so weggemacht wird, bloß weil die Frau das so will. Er kann da ja im Grunde wirklich nichts machen und hat keinerlei Mitspracherecht. Das finde ich schon sehr unschön.

Den anderen Fall, dass durch einen ONS ein Kind entsteht und der Vater dann zahlen muss, finde ich völlig in Ordnung. Er wusste schließlich worauf er sich einlässt (ich geh nicht davon aus, dass er vergewaltigt wurde).
Und ich halte rein gar nichts von Männern, die sagen "Ich zahl nicht, weil ich kann ja nichts dafür, dass du mit der Pille geschlampt hast".
 

Benutzer102949 

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Ich finde das sehr grenzwertig.
Vor allem den Fall, dass sie das Kind nicht möchte, er aber schon.
Im Grunde kann man natürlich nicht der Frau das Recht absprechen, zu entscheiden, ob sie abtreibt oder nicht. Andererseits versteh ich jeden Mann, der davon angepisst ist, weil da mitunter sein Kind einfach so weggemacht wird, bloß weil die Frau das so will. Er kann da ja im Grunde wirklich nichts machen und hat keinerlei Mitspracherecht. Das finde ich schon sehr unschön.

Das sehe ich genauso. Das ist ein Konflikt, wenn einer will und der andere nicht, denn es gibt keinen Kompromiss, womit beide zufrieden wären.
Irgendwie ist es doch auch widersprüchig, wenn man sagt, dass zwei Menschen für ein Kind verantwortlich sind, wenn auf der anderen Seite die Mutter alleine darüber entscheiden darf, ob sie es austrägt.

Den anderen Fall, dass durch einen ONS ein Kind entsteht und der Vater dann zahlen muss, finde ich völlig in Ordnung. Er wusste schließlich worauf er sich einlässt (ich geh nicht davon aus, dass er vergewaltigt wurde).
Und ich halte rein gar nichts von Männern, die sagen "Ich zahl nicht, weil ich kann ja nichts dafür, dass du mit der Pille geschlampt hast".

Ich finde das auch absolut naiv, wenn man sich auf eine wildfremde Person verlässt, was die Verhütung betrifft und dann noch gerne auf den Schutz vor Geschlechtskrankheiten verzichtet. Wenn es dann zu einer Schwangerschaft kommt ist man mMn auch selbst dran Schuld und Mitleid habe ich da keines.

Trotzdem. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte ein ONS und wegen meiner Unachtsamkeit wäre ich schwanger geworden, hui, da hätte ich aber ein ganz übles Gewissen dabei, weil er dann letztlich für meinen Fehler büßen muss. Und es ist da mMn auch egal, dass immer zwei dazugehören, faktisch habe ich den Fehler gemacht und er darf es ausbaden.
 

Benutzer29410 

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Ganz grundsätzlich fände ich es aber besser, wenn sich der Vater entscheiden könnte: Entweder er nimmt an der Erziehung teil, zahlt Unterhalt usw. und darf dafür miterleben wie sein Kind groß wird oder aber er verzichtet auf all seine Rechte und muss auf der anderen Seite keine finanzielle Unterstützung leisten.

Also ich habe als Steuerzahler keine Lust, dafür zu bezahlen dass manche Leute nicht ordentlich verhüten können. Denn wo bekommt denn die derart alleinstehende Frau denn ansonsten Geld für das Kind her, wenn der Mann sein eigen Fleisch und Blut nicht ernähren möchte und die Frau es alleine nicht schafft - genau, vom Staat!

Wer vögelt, zahlt dann bitte auch. Ob er sein Kind sehen möchte oder nicht, ist seine Entscheidung, aber ein Kind muss auch etwas essen.
 

Benutzer102949 

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Also ich habe als Steuerzahler keine Lust, dafür zu bezahlen dass manche Leute nicht ordentlich verhüten können. Denn wo bekommt denn die derart alleinstehende Frau denn ansonsten Geld für das Kind her, wenn der Mann sein eigen Fleisch und Blut nicht ernähren möchte und die Frau es alleine nicht schafft - genau, vom Staat!

Nein, natürlich nicht!
Aber ab dem Moment wäre das keine Entscheidung mehr, die die Mutter alleine treffen würde. Wenn sie weiß, dass sich der Vater weder an den Finanzen noch an der Erziehung beteiligen möchte, hat sie die Wahl ihr Kind alleine durchzufüttern oder es eben zu lassen. Schließlich will SIE das Kind, nicht der Staat.
 

Benutzer29410 

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Das passt dann aber nicht zum Grundgesetz, das ja auch das Kind schützt. Das Kind hat selber Rechte auf ein Leben in Würde. Und wenn der Vater sich da ganz legal von der Unterhaltspflicht entbinden lassen kann, kann sich die Mutter noch so viel "entscheiden", der Staat hätte - bei derzeitiger Rechtslage - für das Kind aufzukommen. Was ja auch richtig ist, denn der Wurm soll ja auch nicht verhungern müssen, er kann ja nichts dafür. Aber es ist die Aufgabe der Eltern, ihren Nachwuchs zu versorgen, nicht die anderer Leute.

Ich denke auch, dass das Unterhaltsrecht für viele Männer noch ein Anreiz ist, selber sich an der Verhütung zu beteiligen. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn Hein Blöd sich beim Vögeln denkt: "Ach, wenn was passiert kann ich ja einfach von allen Rechten und Pflichten zurücktreten, super!"
 

Benutzer102949 

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Aber das Kind bekommt ja staatliche Unterstützung, wie Kindergeld/Elterngeld bis min. zum 18. Lebensjahr. Es ist doch nicht so als würde sich der Staat aus allem raushalten.
Es hätte aber wenigstens den Anreiz, dass die Mutter nach dem 1. Jahr selber Geld verdienen muss (Unterstützung gibt es da vom Jugendamt eigentlich genug, andernfalls können solche Fälle für einen Platz in der Krabbelstube bevorzugt werden usw.), um das Kind unterhalten zu können. Und das ist eben eine Entscheidung, die nur sie alleine treffen kann, ob sie das auch schafft.

Jeder, der mit dem Argument die Verhütung vernachlässigen würde, wäre geistig noch gar nicht bereit Sex zu haben. Man kann ja auch nicht nach 5 Jahren wieder ankommen und sagen "Ach, ich hätte jetzt doch wieder Lust mich um mein Kind zu kümmern und zahle auch Unterhalt." Was einmal entschieden ist, darf mMn auch nicht mehr geändert werden.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Trotzdem. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte ein ONS und wegen meiner Unachtsamkeit wäre ich schwanger geworden, hui, da hätte ich aber ein ganz übles Gewissen dabei, weil er dann letztlich für meinen Fehler büßen muss. Und es ist da mMn auch egal, dass immer zwei dazugehören, faktisch habe ich den Fehler gemacht und er darf es ausbaden.

Ein schlechtes Gewissen hätte ich in erster Linie dem Kind gegenüber. Ich würde mich wahnsinnig vor dem Tag fürchten, an dem mein Kind alt genug ist, um Fragen zu stellen.
 

Benutzer102949 

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Ein schlechtes Gewissen hätte ich in erster Linie dem Kind gegenüber. Ich würde mich wahnsinnig vor dem Tag fürchten, an dem mein Kind alt genug ist, um Fragen zu stellen.

Beziehst du das nun darauf, dass es ein "Unfallkind" ist? Falls ja, sowas passiert doch verdammt häufig und es ist wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Menschheit geplant. :hmm:
Falls du das auf den ONS beziehst ... da hätte ich auch ein schlechtes Gewissen. Ich wüsste nämlich nicht wie ich das meinem Kind beibringen soll, dass es beispielsweise bei einem flotten Vergnügungsakt mit Herrn Unbekannt nach einer durchgetanzten Disconacht entstanden ist ...
 
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