Den Ex vermissen - dem Partner sagen?

Benutzer91827 

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Hallo, liebe Mitinsassen

ich habe gerade echt ein Problem.
Mein Partner und ich wollen allmählich zusammen ziehen und das ganze wird auch irgendwie sonst recht "ernst" mit uns beiden. Ernster jedenfalls, als es bisher mit jemandem war.
Seit einigen Wochen beschleichen mich da die Zweifel, die ich immer habe sobald etwas irgendwie ernstere Züge annimmt. Ich fühle mich eigentlich am wohlsten, wenn ich einer Verbindung keinen Stempel aufdrücken muss. Ich lebe dann zwar auch monogam und interessiere mich nur mäßig für andere Männer, aber es ist für mich eben keine "volle" Beziehung weil ich mir meine ganze Freiheit behalten kann (nach dem Vereinstreffen doch noch auf ein, zwei, fünf Bier gehen und nicht gleich heim kommen, Wochenlang auf FB verzichten was momentan mein einziges Kommunikationsmedium ist so ganz ohne Handy, mein "Standard" an Sauberkeit und die Logik hinter der Art wie mein Geschirr sortiert ist, nur das kochen worauf ich Lust habe- auch wenn das mal Dosenthunfisch mit Brot ist) und ich meide den Begriff "mein Freund" wie der Teufel das Weihwasser, weil ich damit eine gewisse Erwartungshaltung verbinde.
Also kann man davon ausgehen, dass mein "Problem" nur der Schiss vor diesem Schritt ist, aber da muss ich wohl durch, immerhin will ich es ja auch... eigentlich. Und ich freue mich auch darauf, mit ihm zusammen zu ziehen.
Jedenfalls kam zusammen mit den Zweifeln auch die Sehnsucht nach meinem Ex. Geschenkt würde ich den nicht mehr haben wollen, ich weiß sehr wohl warum ich mich damals getrennt habe, aber das zieht mich irgendwie dennoch ziemlich runter, was mein Partner auch bemerkt.
Ich nehme an, dass ich die Unabhängigkeit schon vermisse bevor ich sie (in meinen Augen) ja verloren habe und ich diese Unabhängigkeit mit meinem Ex verbinde. Ich fange an nach den positiven Seiten meines Ex bei meinem Partner zu suchen und finde sie nicht.

Jetzt kann ich schlecht jedes mal, wenn er mich fragt, was denn los sei sagen "es ist nichts, ich hab nur schlecht geschlafen".
Daher meine Frage:
Soll ich ihm sagen, was mich umtreibt oder lieber versuchen, das alleine auf Kette zu bekommen?

Danke schon mal,
myrjanna

EDIT: sollte irgendwas davon zu wirr klingen, bitte einfach nachfragen. Ich bin gerade selbst ein bisschen verwirrt und weiß nicht, ob alles "wichtige" auch abgetippt wurde.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Ich nehme an, dass ich die Unabhängigkeit schon vermisse bevor ich sie (in meinen Augen) ja verloren habe und ich diese Unabhängigkeit mit meinem Ex verbinde.

Warum nimmst Du das an?

Jetzt kann ich schlecht jedes mal, wenn er mich fragt, was denn los sei sagen "es ist nichts, ich hab nur schlecht geschlafen".
Daher meine Frage:
Soll ich ihm sagen, was mich umtreibt oder lieber versuchen, das alleine auf Kette zu bekommen?

Wenn Du davon überzeugt bist, dass das eigentliche Problem die Angst vor dem Verlust Deiner Unabhängigkeit ist, dann würde ich auch in erster Linie das thematisieren und nicht die Sehnsucht nach einem Ex, den Du nicht einmal geschenkt zurückhaben wolltest.
 

Benutzer91827 

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Warum nimmst Du das an?
Meine Ex und ich wohnen ca 15 km auseinander und haben uns immer geweigert beieinander einzuziehen. Ich hab ihn als sein Studium losging und sein WG-Zimmer noch nicht frei war, für 2 Monate bei mir beherbergt und das war furchtbar. Das haben wir beide eingesehen. Wir haben immer darüber gescherzt, dass wir mal werden würden, wie Jürgen von der Lippe und seine Frau die in zwei Häusern in der selben Stadt wohnen.

Wenn Du davon überzeugt bist, dass das eigentliche Problem die Angst vor dem Verlust Deiner Unabhängigkeit ist, dann würde ich auch in erster Linie das thematisieren und nicht die Sehnsucht nach einem Ex, den Du nicht einmal geschenkt zurückhaben wolltest.
Dass ich irgendwie kalte Füße bekomme hab ich ihm schon gesagt.
Ich war bisher immer alleine- also das positive "keiner nervt mich, wenn ich meine Ruhe will mach ich meine Wohnungstür zu und niemand verlangt was von mir"-alleine. Er ebenfalls, also da verstehen wir uns ganz gut.
Wir leben jetzt seit einem Jahr "zusammen" mit der Option, dass ich ihn zurück in seine Wohnung schicken kann wenn ich meinen Platz brauche oder er einfach gehen kann, wenn er seine Zeit braucht. Haben bis seit über 6 Monaten nicht mehr gebraucht. Unsere gemeinsame Wohnung muss auch mindestens 3 Zimmer haben, damit der eine sich zurückziehen kann (oder der andere dahin "verbannt" werden kann).

Alles also top, hm?
Warum geht es mir trotzdem auf den Geist, dass er nicht so viel Ahnung von Geschichte oder der deutschen Kriegsführung im 2. Weltkrieg hat, wie mein Ex? Und dabei interessiert mich Geschichte jetzt nicht so sehr wie Literatur oder Kunst (und mein Partner ist Künstler)...
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Mein Ex und ich wohnen ca 15 km auseinander und haben uns immer geweigert beieinander einzuziehen. Ich hab ihn als sein Studium losging und sein WG-Zimmer noch nicht frei war, für 2 Monate bei mir beherbergt und das war furchtbar. Das haben wir beide eingesehen. Wir haben immer darüber gescherzt, dass wir mal werden würden, wie Jürgen von der Lippe und seine Frau die in zwei Häusern in der selben Stadt wohnen.

Ok, also mit Deinem Ex waren die Fronten bzgl. des Zusammenziehens geklärt, und ihr hattet euch darauf verständigt, dass das für euch nicht in Frage kommt.

Da frage ich mich jetzt natürlich: Ging denn die Entscheidung zusammenziehen zu wollen von Deinem neuen Freund oder von Dir aus. Wer von euch hat das Thema zuerst angesprochen? Hast Du Dich da irgendwie unter Druck gesetzt gefühlt?

Dass ich irgendwie kalte Füße bekomme hab ich ihm schon gesagt.

Und? Wie hat er darauf reagiert? Fühlst Du Dich diesbezüglich ernst genommen?

Warum geht es mir trotzdem auf den Geist, dass er nicht so viel Ahnung von Geschichte oder der deutschen Kriegsführung im 2. Weltkrieg hat, wie mein Ex? Und dabei interessiert mich Geschichte jetzt nicht so sehr wie Literatur oder Kunst (und mein Partner ist Künstler)...

Hat Dich das denn schon immer latent gestört, oder sind das jetzt völlig neue Gefühle seit es ernster wird?
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ja, liest sich wirr ...

Ex ist Ex - oder? Kann man also unter den Tisch fallen lassen ...

Du vermisst dann wohl eher das Lebensgefühl, dass Du bei Deinem Ex hattest?
Wahrscheinlich warst Du dann innerlich "freier", da keine konkreten Pläne anstanden - du warst jünger, unbedarfter? Hast Dir keinen Kopf gemacht, sondern einfach gelebt und geliebt?

Und nun ... steht so was wie eine Hochzeit vor der Tür ... Zusammenziehen - ist schon eine Hausnummer.

Muss ehrlich sagen, ich habe das in meinem Leben schon öfter gewagt ... kann man vorher gar nicht abschätzen, was das nun werden wird. Ich denke, dass Risiko sollte man eingehen, WENN man verliebt genug ist ... also, ich habs nie bereut, auch wenn die Beziehung dann irgendwann zu Ende ging. Bis auf meine aktuelle natürlich - da ist keine Trennung in Sicht - das passt.

Das passt für mich deshalb, weil mein Mann mich die meiste Zeit nicht stört ... er geht mir in meinen individuellen Lebensgewohnheiten (gibt auch äußert schräge dabei) kaum auf den Wecker und macht selten Dinge, die mich echt total abnerven - umgekehrt genau so. Wir können uns gut ertragen und müssen uns nicht laufend zurücknehmen, Rücksicht nehmen, die Zähne zusammenbeißen usw. Wir fühlen uns sehr wohl zusammen - und das ist eigentlich für mich, als Modell Einzelkämpfer und sehr-gut-alleine-Zurechtkommer schon fast ein Wunder, dass ich dann doch endlich so einen Partner erwischt habe, der offenbar an meinen Macken nichts zu meckern hat.

Kein vernünftiger Mensch, der wirklich genau darüber nachdenkt, würde seine Unabhängigkeit aufgeben und mit einem eigentlich "völlig Fremden" sein "Castle" teilen ... gerade wegen dieser vielen kleinen Dinge die Du aufzählst. Gemeinsamer Alltag im gemeinsamen Heim fördert Dinge zutage, die man getrennt oder nur zweitweise zusammelebend überhaupt nicht mitbekommt.

Aaaaaaaber - es kann so vieles schöne an Gemeinsamkeit entstehen, dass Du alleine niemals haben kannst. Und das ist dann: HAMMER.
Das wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man persönliche Rituale und Lebensgewohnheiten nicht komplett aufgibt und in gewisser Weise auch verteidigt ... weil man sich dabei eben wohl fühlt.

Anfänglich muss man natürlich flexibel sein ... bis sich alles eingespielt hat - wenn man verliebt ist, sollte das kein Thema sein. Es macht sehr viel Freude, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden ... obwohl jeder für sich seine Ticks behalten darf ... das erfordert natürlich eine gewisse Toleranz in dem ein oder anderen Bereich ... in jüngeren Jahren waren weder meine Partner noch ich besonders gut darin ... dann hats auch oft gekracht. Dennoch, im Nachhinein betrachtet, sind das wertvolle Erfahrungen gewesen, die mich in meiner Entwicklung und der Fähigkeit zur Bindung und Toleranz weiter gebracht haben ...

Wenn Du allerdings wirklich "Bauchweh" hast, solltest Du auf Dein Bauchgefühl hören ...
 

Benutzer91827 

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Da frage ich mich jetzt natürlich: Ging denn die Entscheidung zusammenziehen zu wollen von Deinem neuen Freund oder von Dir aus. Wer von euch hat das Thema zuerst angesprochen? Hast Du Dich da irgendwie unter Druck gesetzt gefühlt?
Tendenziell sogar eher von mir aus bzw. meine Mutter kam mit der Idee an umzuziehen (da muss ich kurz einen Exkurs machen)
Off-Topic:
Meine Mama will mein Elternhaus verkaufen, was ich nicht will, da ich später dort einziehen will um ihr helfen zu können und ich finde, dass es keinen besseren Ort gibt, falls ich doch irgendwann selbst Mutter werden sollte- um mich also quasi zu "vertrösten" will sie mir eine größere Eigentumswohnung oder ein kleines Haus kaufen (quasi damit ich die nächsten 10 Jahre "festgesetzt" bin und nicht auf die Idee komme, das Haus haben zu wollen) was ich auch nachvollziehen kann, da sie mit dem Haus nicht unbedingt gute Erinnerungen verbindet und es ab einem gewissen Alter auch quasi unmöglich wird, das Haus und den Garten alleine zu Pflegen.
und mir erschien es nur logisch, dass man dann auch zusammenziehen könnte. Immerhin wohnt der Holde in einem begehbaren Wohnklo-Einbauschrank im Erdgeschoss mit Blick in eine dunkle Gasse und fühlt sich da auch sichtlich unwohl.

Und? Wie hat er darauf reagiert? Fühlst Du Dich diesbezüglich ernst genommen?
Ernst genommen ja, allerdings bin ich mir nicht unbedingt sicher, ob er das so ganz nachvollziehen/verstehen kann.
In meiner Familie leben alle Generationen vor mir alleine, in Scheidung oder mit einer Frau zusammen- ich kenne es ja quasi gar nicht anders und seine Eltern sind seit 31 Jahren glücklich zusammen seit sie 16 (und sie schwanger) war.

Hat Dich das denn schon immer latent gestört, oder sind das jetzt völlig neue Gefühle seit es ernster wird?
Mangelnde Bildung stört mich immer, aber wirklich themabezogenen musste die nie sein, also prüfe ich jetzt nicht jeden über sein Wissen über das dritte Reich ab, bevor er in die nähere Auswahl kommt.
Gebildet ist er schon auch.
 

Benutzer163957 

Öfters im Forum
Ich hab ihn als sein Studium losging und sein WG-Zimmer noch nicht frei war, für 2 Monate bei mir beherbergt und das war furchtbar.
Meine beste Freundin hat mal für knapp 2 1/2 Monate bei mir im früheren Studentenappartment gewohnt, weil sie für ein Praktikum in der Stadt war. Es war die Hölle (für mich), ich habe mich und meine Freiräume absolut nicht respektiert gesehen. Trotzdem planen wir demnächst zusammen zu ziehen. Wieso? Weil das damals eine Ausnahmesituation war. Es war eben meine Wohnung, ich hatte für alles eine konkrete Ordnung, die sie natürlich durcheinander gebracht hat, sie wiederum war in einem Spannungsverhältnis zwischen "eigentlich bin ich hier ja Gast" und "aber ich wohne gerade auch hier!". Rückwirkend sehen war das eben als Feldversuch, was wir beide nicht wollen - und können darauf schließen wie es funktionieren kann: Jeder braucht auf jedenfall ein eigenes Reich, Ordnung/Sortierung werden von Anfang an gemeinsam ausgehandelt, jeder von uns hat eine Liste mit Punkten, was für ihn wichtig ist (ich hasse es wenn benutztes Geschirr in der Spüle liegt, oder noch vieel schlimmer, wenn ein feuchter Spüllappen drin liegen bleibt, ich kann es auch nicht leiden, wenn jemand in meinen Schubladen wühlt oder sich ohne zu fragen Dinge von mir ausleiht; meine Freundin nervt es tierisch, wenn im Bad zu viele Pflegeprodukte liegen oder ich sie wegen jedem Pulli frage, den ich mir von ihr leihe; mit dem Unterlassen solcher Verhaltensweisen können wir beide Leben). Dafür malen wir uns schon voller Vorfreude aus, wie wir die Küche gestalten, wie wir unsere Lebensmittel aufbewahren, welche Bastel- und Nähaktionen und zu welchen Filmabende und Kaffe-und-Kuchen-Sessions wir Freunde einladen :smile:

Was bedeutet für dich den Freiraum? Was ist dir absolut wichtig und mit welchen Dingen kannst du dich arrangieren? Man kann auch vorher schon klare Grenzen abstecken oder hypothetische Dinge durchspielen (positive wie negative!) - wie es letzten Endes in der Realität sein wird, kann man aber nur durch die Umsetzung erfahren.

Was sind den Dinge in eurer Beziehung, abgesehen von
und mir erschien es nur logisch, dass man dann auch zusammenziehen könnte
auf die du dich freuen kannst, wenn du mit deinem Partner zusammenziehst?
 
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Benutzer91827 

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Ja, liest sich wirr ...
Sorry :frown: ich bin selbst gerade etwas wirrer als sonst.

Ex ist Ex - oder? Kann man also unter den Tisch fallen lassen ...
Ich habe eigentlich immer ein freundschaftliches Verhältnis mit den Expartnern, es scheiterte in dem Fall nicht am Menschlichen an sich sondern daran, dass er in Beziehungsdingen mit mir nicht zwingen kompatibel war.

Du vermisst dann wohl eher das Lebensgefühl, dass Du bei Deinem Ex hattest?
Wahrscheinlich warst Du dann innerlich "freier", da keine konkreten Pläne anstanden - du warst jünger, unbedarfter? Hast Dir keinen Kopf gemacht, sondern einfach gelebt und geliebt?
Ich wäre geneigt "ja" zu sagen, weil es vermutlich wirklich daher rührt, aber eben nicht so zu Tage tritt- ich vermisse das, was quasi "unser" Ding war- die Sachen über die wir fachsimpeln konnten. Es ist nicht so, als hätten mein Partner und ich nicht auch "unsere" Themen, aber das sind andere.
Unsere "Familientradition" (das Alleinsein) wollte ich immer durchbrechen, also "einfach so" in den Tag hinein geliebt habe ich da nie, zumindest nicht seit ich volljährig bin.

Das passt für mich deshalb, weil mein Mann mich die meiste Zeit nicht stört ...
Das tut er ja auch nicht. Wir gehen uns die meiste Zeit liebevoll aus dem Weg, weil wir beide wirklich VIEL Zeit für uns brauchen. Quality-time kommt dennoch nicht zu kurz.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Leider hast Du meinen Beitrag nicht kapiert - oder ich hab mich mies ausgedrückt.

Sags ihm nicht. Zweifel dieser Art werden Dich Dein Leben lang begleiten. Die musst Du mit Dir selbst ausmachen.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Ich wäre geneigt "ja" zu sagen, weil es vermutlich wirklich daher rührt, aber eben nicht so zu Tage tritt- ich vermisse das, was quasi "unser" Ding war- die Sachen über die wir fachsimpeln konnten. Es ist nicht so, als hätten mein Partner und ich nicht auch "unsere" Themen, aber das sind andere.
Unsere "Familientradition" (das Alleinsein) wollte ich immer durchbrechen, also "einfach so" in den Tag hinein geliebt habe ich da nie, zumindest nicht seit ich volljährig bin.

Dieses Zusammenziehen scheint ja mental wirklich ein ziemlich großes Ding für Dich zu sein. Ein richtiger neuer Lebensabschnitt quasi. Ich kann das nicht so 100% nachempfinden, weil ich es damals nicht als so drastischen Einschnitt empfunden habe, als wir zusammengezogen sind.

Kurz vor dem Abschluss meines Studiums hatte ich aber auch mal dieses ganz intensive Gefühl, dass jetzt ein Lebensabschnitt unwiederbringlich endet. Damals war es so, dass ich plötzlich Ereignisse und Begegnungen im Geiste erneut durchlebt habe, die schon länger zurücklagen und mit denen ich eigentlich längst abgeschlossen hatte.

Kann es vielleicht sein, dass es in Deinem Fall auch eher darum geht, dass Du die Zeit mit Deinem Ex im Geiste erneut durchlebst, und weniger darum, dass Du ihn wirklich als Partner zurückhaben möchtest?
 
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Benutzer91827 

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Weil das damals eine Ausnahmesituation war. Es war eben meine Wohnung (mit nur einem Zimmer!), wir sind uns ständig auf der Pelle gehockt, ich hatte für alles eine konkrete Ordnung, die sie natürlich durcheinander gebracht hat, sie wiederum war in einem Spannungsverhältnis zwischen "eigentlich bin ich hier ja Gast" und "aber ich wohne gerade auch hier!".
Meine Wohnung ist eigentlich für zwei Leute groß genug, wir haben uns damals auch nicht kurzfristig dafür entscheiden müssen- er ist quasi erst eingezogen und hat dann angefangen zu suchen und das hatten wir Monate zuvor schon festgelegt, da er mit seinem Studium in seiner Stadt nicht glücklich war und Freunde an meinem Uni-Ort hatte, die in einer großen WG wohnten.
Was du beschriebst kenne ich aber auch, als ich mal ganz kurzfristig eine Kommilitonin aufgenommen habe, die aus ihrer Wohnung geflogen ist. Da konnte ich dann mein Wohnzimmer nicht mehr, oder nur noch tagsüber, nutzen und musste mit meinem Besuch sonst in meine Küche auswandern (in mein Schlafzimmer kommt niemand!)

Was bedeutet für dich den Freiraum? Was ist dir absolut wichtig und mit welchen Dingen kannst du dich arrangieren?
Alles wohl. Mein Elternhaus ist eine große "geschiedene Frauen - getrennt lebende Frauen - lesbische Frauen-WG" in der jeder sein Ding macht und sonntags trifft man sich bei Oma zum Abendessen. Wann wer wohin mit wem geht wird zwar mitgeteilt und man kümmert und sorgt sich um die Anderen, aber man ist weitestgehend autark. In jeder Wohnung hat jeder seine Ordnung und da "rein zu reden" ist bei uns schlechter Ton.

Was sind den Dinge in eurer Beziehung, abgesehen von
[...]
auf die du dich freuen kannst, wenn du mit deinem Partner zusammenziehst?
Ich wohne ja schon mit ihm zusammen. Es ist angenehm. Es ist schön, jemanden "da" zu haben, wenn man heim kommt, für jemanden kochen (oder sich be-kochen lassen) zu können, am Abend noch zu reden, bevor man wegdämmert, aber gleichzeitig weiß ich eben nicht, ob ich das immer so haben will. Jeden Abend kochen, kuscheln, Klo putzen.
Ich reg' mich ja schon auf, wenn er mal von "meinem" Saft trinkt.

Kann es vielleicht sein, dass es in Deinem Fall auch eher darum geht, dass Du die Zeit mit Deinem Ex im Geiste erneut durchlebst, und weniger darum, dass Du ihn wirklich als Partner zurückhaben möchtest?
Ich glaube, das kommt dem recht nahe. Es ist weniger ein "Oh, das wäre wieder so schön!" als ein "Oh, das war so schön!"
 

Benutzer164526 

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Ich glaube, das kommt dem recht nahe. Es ist weniger ein "Oh, das wäre wieder so schön!" als ein "Oh, das war so schön!"

Das ist glaube ich eine ganz normale psychische Reaktion auf einen (empfundenen) Verlust. Sieh es als eine Art Trauerarbeit an. Du schließt geistig mit Deinem bisherigen Lebensabschnitt ab und lässt dabei noch mal besonders denkwürdige Ereignisse Revue passieren.

Ich würde das an Deiner Stelle gar nicht auf Deinen jetzigen Partner beziehen. Es ist eher eine Sache zwischen Dir und Deiner Vergangenheit. Wie @Trouserbond schon sagte: Das solltest Du mit Dir selbst ausmachen. Deinen Partner würde das eher verwirren, wenn Du ihn da zu sehr miteinbeziehst.
 

Benutzer157222 

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Mir erschließt sich noch nicht konkret warum ihr zusammenziehen wollt wenn du deinen Freiraum so sehr vermissen würdest.
Wäre es denn keine Option alles beim aktuellen Stand zu belassen?
 

Benutzer164526 

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Mir erschließt sich noch nicht konkret warum ihr zusammenziehen wollt wenn du deinen Freiraum so sehr vermissen würdest.

Es ist ja nicht so selten, dass man gemischte oder gar widersprüchliche Gefühle hat, also zum Beispiel einerseits für längere Zeit ins Ausland möchte, aber es gleichzeitig bedauert, die Freunde lange nicht zu sehen, etc. pp.

Der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen. Wenn man immer nur das macht, wodurch man sich in keinerlei Hinsicht herausgefordert fühlt, dann bleibt man stehen udn entwickelt sich nicht weiter. So sehe ich das jedenfalls.
 

Benutzer157222 

Benutzer gesperrt
Es ist ja nicht so selten, dass man gemischte oder gar widersprüchliche Gefühle hat, also zum Beispiel einerseits für längere Zeit ins Ausland möchte, aber es gleichzeitig bedauert, die Freunde lange nicht zu sehen, etc. pp.

Der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen. Wenn man immer nur das macht, wodurch man sich in keinerlei Hinsicht herausgefordert fühlt, dann bleibt man stehen udn entwickelt sich nicht weiter. So sehe ich das jedenfalls.

Das mag sein, jedoch scheint es ihr vollkommen zu widerstreben.
Bisher wirkt es auf mich als wären es lediglich die Umstände und nicht der Wunsch oder zumindest die "Herausforderung" welche sie dazu bewegen.
Um mit dem Partner zusammen zu ziehen sollte doch mehr als dieser Beweggrund vorhanden sein, oder?
Herausforderungen und neue Lebensetappen sind eine Sache.
Ein gemeinsamer Wohnraum auf welchen beide nicht unbedingt Lust haben und der schlimmstenfalls die Beziehung und das individuelle Wohlbefinden beider negativ beeinflusst eine andere.
Warum muss man denn zwanghaft etwas ändern wenn alles gut ist wie es ist?

Mein Eindruck kann mich aber auch täuschen.
 
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Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Ein gemeinsamer Wohnraum auf welchen beide nicht unbedingt Lust haben und der schlimmstenfalls die Beziehung und das individuelle Wohlbefinden beider negativ beeinflusst eine andere.

Da sie bereits seit einem halben Jahr faktisch zusammenleben, wäre es doch wohl aufgefallen, wenn es überhaupt nicht passt.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
myrjanna myrjanna : Meiner Meinung nach musst du für dich eine Entscheidung treffen, ob du dir ein Zusammenwohnen mit deinem Freund vorstellen kannst. Wenn du es dir vorstellen kannst, musst du einfach ein bisschen loslassen. :smile: Als ich mit meinem Freund zusammengezogen bin, war mir ein wenig unwohl ob der Tatsache, dass gar kein Rückzugsmöglichkeit mehr gibt und wie es wird, wenn man sich mal streitet. Letzteres kam in der Form noch nicht vor und ich kann auch drauf verzichten, nichtsdestotrotz ist Zusammenwohnen auch sehr schön und die meisten Sorgen und Zweifel stellten sich bisher als unbegründet heraus. :zwinker:
 

Benutzer91827 

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Erst mal danke für die ganzen Antworten!
Heute hab ich mich wieder ein bisschen beruhigt-das kommt scheinbar in Schüben...

Mir erschließt sich noch nicht konkret warum ihr zusammenziehen wollt wenn du deinen Freiraum so sehr vermissen würdest.
Wäre es denn keine Option alles beim aktuellen Stand zu belassen?
Es gibt zum einen ganz rationale Gründe- die Immobilienpreise sind gerade noch relativ niedrig bei uns, steigen aber derzeit wieder an. Also wenn nicht jetzt, dann erst sehr viel später (zur Miete wohnen ist für mich keine Option) und auf dauer auf 50m2 zu zweit "eingepfercht" sein ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Er verdient gerade genug, um seine Wohnung+Nebenkosten und Fixkosten zu halten, zögen wir zusammen wäre das für ihn eine Erleichterung von ca 400€, für mich ca 130€, er käme knapp ne Stunde früher heim weil er nicht erst noch seine Post holen muss und wir kämen mal dazu, vor 21:00 Uhr zu kochen.
Zum anderen gibt es natürlich auch weniger rationale Gründe. Ich hab ihn gern hier, es erleichtert mir einiges und wir funktionieren gut zusammen. Ich hab mich inzwischen so dran gewöhnt, dass er hier mitwohnt, dass ich es mir eigentlich gar nicht anders vorstellen kann.
Allerdings glaube ich, dass ich mich schon ein bisschen zwingen muss. Ich weiß ja nicht, wie das so ist mit dem Zusammenwohnen, hab ich in meinem Leben noch nie erlebt (also auch nicht bei meinen Eltern, außer Oma und ihre Frau, aber die leben auch nicht "zusammen" sondern eher friedlich nebeneinander) und ich denke, wenn ich irgendwelche Beispiele hätte, wäre ich auch nicht so ängstlich.

Ich mach' mir auch ein bisschen Sorgen, dass wenn diese "und wenn du mir gerade nicht passt (oder ich mal alleine sein will) dann kannst du in deine Wohnung gehen, ich muss dich also nicht wirklich rausschmeißen" - Option weg fällt, dass ich dann unruhig werde, wenn ich nicht ein Zimmer mehr habe in das ich mich dann verziehen kann (und ich verziehe mich oft stundenlang, gerade geht das noch weil er erst viel später heim kommt, als ich).

Der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen. Wenn man immer nur das macht, wodurch man sich in keinerlei Hinsicht herausgefordert fühlt, dann bleibt man stehen udn entwickelt sich nicht weiter. So sehe ich das jedenfalls.
Das ist es, wie gesagt, ich glaube schon, dass ich mich da quasi zwingen muss, weil ich es sonst wohl nie machen würde.

Aufgefallen ist aber anscheinend, dass noch Bedenken vorhanden sind.
Aber warten wir erst einmal ab, wie sich die TE äußert.
Bedenken ja, aber die haben wenig mit ihm als Person zu tun, sondern eher damit, dass ich nicht der Typ bin, mit dem man zusammenwohnen kann/soll/will/sollte...
 

Benutzer164330 

Sehr bekannt hier
muss dich also nicht wirklich rausschmeißen"
Hattest du nicht erwähnt, dass es euch beiden so geht?
Ihr müsstest also eigentlich gegenseitig Verständnis dafür haben, wenn man mal rausgeschmissen wird. Oder ihr vereinbart zusammen, dass halt der genervte raus muss.
Man kann dann ja in ein Café gehen oder ins Kino, wenn man wirklich alleine in der Wohnung sein will kann der Rausgeschmissene diese Optionen ja auch wahrnehmen.

wenn ich nicht ein Zimmer mehr habe in das ich mich dann verziehen kann
Naja dann habt ihr ja schon mal eine wichtige Anforderung an dir Wohnung, ist doch gut?
Dann wissen ihr wenigstens, wonach ihr suchen müsst.
 
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