Burnout mit 26 ?

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo allerseits,

ich bin seit letztem Mittwoch krank geschrieben.
Symptome:

Dauer-Müdigkeit (schlafe momentan 14 Stunden/Nacht)
Mattigkeit
Denk-Blockaden
gewaltiger Haarausfall
Schweißanfälle bei Anstrengung (wohne im 3. Stock, wenn ich oben angekommen bin, bin ich fix und fertig und nass geschwitzt)

Ich war beim Arzt, Ergebnis:
EKG okay,
Blutwerte (inkl. TSH und Eisen und so) okay,
Ultraschall der Organe unauffällig

Ich nehme Antidepressiva, Citalopram (SSRI) wegen einer vererbten Depression und L-Thyroxin (50mg) wegen Schilddrüsenunterfunktion (auch vererbt, aber von der anderen Familienlinie)
Vor 3 Monaten habe ich die Pille abgesetzt und verhüte nun mit der Gynefix (Kupferkette)

Bis Februar habe ich in einer Event-Firma gearbeitet, die echt ätzend war. Ich mochte die Arbeit, aber das Umfeld war mehr als doof! Ich habe eine Woche gefeiert, als ich da gekündigt wurde, aus wirtschaftlichen Gründen. Dann war ich 2 Monate arbeitslos und arbeite nun in einer anderen Firma, die nicht besser ist, im Gegenteil. Mein Überstundenpensum habe ich von 10/Woche runtergeschraubt auf maximal 2, weil ich gemerkt habe, dass es zu viel war und ich auch noch was anderes als arbeiten machen wollte. Aber ich gehe eben nicht gern dahin, obwohl ich mittlerweile eher Freunde da habe als Kollegen, wir gehen auch zusammen feiern. Aber das war es dann auch an Positivem über die Arbeit zu sagen. gottseidank ist das Projekt begrenzt bis Ende Oktober, so dass ich da schon wieder die Chance auf was Neues sehe, aber bis dahin?

Ist das ein Burn-Out? Oder vielleicht was anderes? Was mir natürlich wesentlich lieber wär...:confused:
 

Benutzer91926 

Benutzer gesperrt
Symptome:
Dauer-Müdigkeit (schlafe momentan 14 Stunden/Nacht)
Mattigkeit
Denk-Blockaden
gewaltiger Haarausfall
Schweißanfälle bei Anstrengung (wohne im 3. Stock, wenn ich oben angekommen bin, bin ich fix und fertig und nass geschwitzt)
Insgesammt höhrt sich das schon nach Burnout an. Wenn dein Hausartzt dir nicht helfen kann, wend dich damit an einen Spezialisten.
Unabhängig davon solltest du, auch wenn du krank geschrieben bist, nicht so viel Schlafen- das macht dich nur noch kaputter. Mit Sport als Therapieansatz wird dir aber auch ein Fachartzt helfen können.

ThirdKing
 

Benutzer98010 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also, vom Alter her gibt's da keine Begrenzung. Meine beste Freundin hatte Burnout mit 21...
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Dass Depressionen vererbbar sind, ist mir persönlich neu. :ratlos:

Inwiefern bist du denn wegen deiner Depression in Therapie?

Ich hab mir mal den BPZ von Citalopram angeschaut. Darin findet sich bei den Nebenwirkungen u.a. Schlaflosigkeit, Kraftlosigkeit, Benommenheit, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und und und.

Ich denke also, dass das die Ursache für deine PRobleme ist!
Die Liste der Nebenwirkungen ist unendlich lang. Vielleicht solltest du da mal ansetzen und sehen, inwieweit du ohne das AD auskommen kannst. Auf Dauer kann das ja sowieso keine Lösung sein, zumindest keine, mit der es dir wirklich gut gehen kann.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Burnoutsyndrom kann unabhängig vom Alter auftreten - du brauchst nur eine Stresssituation und evtl dann noch eine Veranlagung dazu. Das was du da schilderst hört sich schon nach Burnout (oder eben Depression) an.

Da du wegen deiner Depressionen sowieso in neurologischer/psychiatrischer Behandlung sein dürftest -das nehm ich zumindest an- wäre mein erster Schritt nach dem Hausarzt mit den EKG und Blutwerten eben diesen Neurologen/Psychiater zu konsultieren und mit ihm über die Symptome zu sprechen. Eventuell handelt es sich ja auch wieder um deine Depression und du musst neu medikamentös eingestellt werden. Das kann sich ja immer mal ändern.
Ich kenne von mir selbst auch Panikattacken mit Schweißausbrüchen und dieses "nicht denken können" (aka Depressionsdemenz) von depressiven Phasen.

Off-Topic:

Wegen dem Vererbbar: also bipolare Störungen und Depressionen sind vererbbar. Nicht insofern vererbbar, dass man das zwingend bekommen müsste nur weil ein Eltern- oder Großelternteil das hat. Aber es gibt eine bestimmte Sequenz, die die Veranlagung für diese Krankheit trägt. Hat man diese Sequenz eben vererbt bekommen dann hat man eine gewisse Veranlagung zu dieser Störung (die %-Zahl hab ich grad nicht im Kopf)

Ah, mal gegoogelt, weiß natürlich nicht ob das jetzt 100%ig stimmt

"Durch Studien an Zwillingen, Familien und Adoptionen kam man zu folgendem Ergebnis der Vererbung:

- ein erkranktes Elternteil = Vererbung 10% bei Depressionen, 20% bei bipolaren Störungen

- beide Elternteile erkrankt = Vererbung 50-60% an die Kinder

- eineiige Zwillinge 50% bei Depressionen, ca 80% bipolare Störung"
 

Benutzer41354 

Verbringt hier viel Zeit
Naja, ich studiere Wirtschaftspsychologie und Burnout ist da natürlich auch ein Thema. Aber, heutzutage wird die Diagnose Burnout viel zu schnell gestellt. Die paar Symptome lassen nicht im geringsten auf das Burnout-Syndrom schliessen. Wobei man das natürlich abklären müsste. Hast ja vielleicht noch mehr Symptome.
Es gibt gewisse Vorstufen, an denen man erkennen kann, ob man gefährdet ist. Und klar, eine Altersbegrenzung gibt es nicht, aber es ist schon eher unwahrscheinlich, dass man schon in so frühem Alter ein Burnout erleidet.

@m1991 Ich kenn den Fall natürlich nicht, aber mit 21? Schon sehr unwahrscheinlich.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Klingt psychosomatisch. Deine Seele will nicht zur Arbeit, also rebelliert dein Körper.
 

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Dass Depressionen vererbbar sind, ist mir persönlich neu. :ratlos:

Inwiefern bist du denn wegen deiner Depression in Therapie?

Ich hab mir mal den BPZ von Citalopram angeschaut. Darin findet sich bei den Nebenwirkungen u.a. Schlaflosigkeit, Kraftlosigkeit, Benommenheit, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und und und.

Ich denke also, dass das die Ursache für deine PRobleme ist!
Die Liste der Nebenwirkungen ist unendlich lang. Vielleicht solltest du da mal ansetzen und sehen, inwieweit du ohne das AD auskommen kannst. Auf Dauer kann das ja sowieso keine Lösung sein, zumindest keine, mit der es dir wirklich gut gehen kann.

Das ist defininitv vererbt. Eine Depression entsteht u.a. durch eine Stoffwechsel-Störung im Gehirn.
Meine Oma hat das, meine Cousine ist anorektisch und depressiv und ich hab das seit 4 Jahren. Ich hab das letzte Mal vor 2 Jahren versucht, das AD auszuschleichen, es ist total schief gelaufen und wir haben es wieder eingesetzt. Ich trau mich auch nicht mehr, es abzusetzen.
Bei dieser Form der Depression, die nicht auf Trauma, Lebenssituation, andere Probleme, zurückzuführen ist, kann man nur mit Medikamenten reagieren, das wird bei mir auch so bleiben!
Habe am Dienstag einen Termin bei meiner Psychiaterin, da werd ich das ansprechen. (Psychiater ist nicht gleich Psychologe!)
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Ich denke mit einem Besuch bei deinem Psychiater machst du das Sinnvollste. :smile:
Eventuell muss ja wirklich nur deine Medikation angepasst werden damit du dich wieder in Ordnung fühlst.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Sicher ist es nicht leicht, auf das AD zu verzichten.
Aber man muss eben Nutzen und Schaden sorgfältig abwägen. Evtl. hilft ja auch schon ein Präparatswechsel.

Auf jeden Fall musst du zugeben, dass all die von dir beschriebenen Probleme als Nebenwirkung im BPZ von Citalopram stehen. Ich denke nicht, dass das Zufall ist.

Bist du also auch seit 4 Jahren in Behandlung? Hast du da keinerlei Fortschritte gemacht?
 

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Ja, ich bin seit 4 Jahren in Behandlung. Seit 4 Jahren mit Citalopram. Wenn ich das Zeug nehme, geht es mir gut. Ich hatte in der ganzen Zeit als einzige Nebenwirkung nur massive Gewichtzunahme.

Es geht hier nicht um "Fortschritte".
Ein Diabetiker macht mit Gabe von Insulin auch keine "Fortschritte".
Letztendlich fehlt mir ein Stoff im Körper, den ich nicht selbst produzieren kann, der von außen gereicht werden muss.
 

Benutzer41354 

Verbringt hier viel Zeit
Also wenn ich mich jetzt nicht total täusche, gibt es sehr viel verschiedene SSRI. Wenn die Nebenwirkungen bei diesem so krass sind, warum fragst du dann nicht deinen Arzt, damit ihr mal ein anderes ausprobiert?
 

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Das war die Intention als ich vor 2 Monaten den Termin gemacht habe...
Das der ausgerechnet jetzt ist, ist reiner Zufall...
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Ja, ich bin seit 4 Jahren in Behandlung. Seit 4 Jahren mit Citalopram. Wenn ich das Zeug nehme, geht es mir gut. Ich hatte in der ganzen Zeit als einzige Nebenwirkung nur massive Gewichtzunahme.

Nur?!
Ich kenne einige Leute mit Depressionen, die auch ADs nehmen und die leiden unter der GEwichtsznahme letztlich mindestens genauso sehr als unter der Depression selbst bzw. die GEwichtszunahme verstärkt die Depression eher.
Gut für dich, wenn es dir nichts ausmacht, aber eigentlich schwer zu glauben, denn es klingt nicht so als sprächest du hier von 2-3 Kilo.

Und ansonsten im Klartext: Du wirst dein Leben lang Antidepressiva nehmen müssen?! Das ist das, was dir dein Neurologe sagt?! :eek:
Tut mir leid, wenn ich so blöd frag, aber ich kann mir das einfach nicht vorstellen.
Meine Oma litt über 30 Jahre an Depressionen, mit Medikamenten gings ihr auch vermeintlich gut, aber nie lange. Dann musste wieder was neu eingestellt werden, die Dosis verändert oder oder oder. Sie hat unzählige Therapien probiert, teilweise durchgezogen, teilweise abgebrochen.
Und wie sie schließlich aus dem Leben geschieden ist, das spar ich mir jetzt.
Ich will nur 2 Dinge sagen: Depressionen sind heilbar! Nicht immer, aber sehr oft.
Und das zweite... Antidepressiva wirken nie ewig, also sollte man sich da nicht täuschen und denken, dass einem mit den Medikamenten nichts passieren kann.
Ich kenn leider viel zu viele depressive Menschen und sehr viele von ihnen verlassen sich einfach auf ihre Tablettchen, schlucken die brav und gehen sonst ganz normal durchs Leben. Und vergessen, dass sie krank sind!!

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber du fragst hier nach Burn-Out. Das ist kein eindeutiges Krankheitsbild mit nicht eindeutigen Symptomen. Burn-Out ist fast schon eine Volkskrankheit geworden, genau wie Depressionen.
Und mE hängt immer beides zusammen. Psychisch stabile Menschen fallen auch nicht ins Burnout, aber mit einer angeschlagenen Psyche fällt man eben sehr leicht zusammen und fühlt sich dem Leben nicht mehr gewachsen.
 

Benutzer505 

Team-Alumni
krava, es gibt verschiedene Gründe für Depressionen. Wenn Aeldrans bisherige Diagnose stimmt, wovon ich mal ausgehe, ist der Grund der Depression vermutlich ein Hormonungleichgewicht durch eine "Fehlfunktion" im Hirn. Kannst du dir vorstellen wie wenn die Schilddrüse fehlt: Ohne Hormone von außen kann der Körper nicht richtig arbeiten. Hier ist es eben das Hirn, das einen bestimmten Stoff nicht selbst produzieren kann - also muss er von außen zugeführt werden.


@Aeldran
Burn Out - kann sein, muss aber nicht. Sprich mit deinem Psychiater, vielleicht muss deine Medikamenteneinstellung angepasst werden, vielleicht diagnostiziert er ein Burn-Out. Aber Diagnosen übers Forum sind natürlich ein absoluter Schuss ins Himmelblaue. Zu den Symptomen passt sogar eine Schwangerschaft :zwinker:
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
krava, es gibt verschiedene Gründe für Depressionen. Wenn Aeldrans bisherige Diagnose stimmt, wovon ich mal ausgehe, ist der Grund der Depression ein Hormonungleichgewicht durch eine "Fehlfunktion" im Hirn. Kannst du dir vorstellen wie wenn die Schilddrüse fehlt: Ohne Hormone von außen kann der Körper nicht richtig arbeiten. Hier ist es eben das Hirn, das einen bestimmten Stoff nicht selbst produzieren kann - also muss er von außen zugeführt werden.

Ja versteh ich. :zwinker:
Aber Citalopram ist doch kein Hormonpräparat. :hmm:
 

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Nein, aber es gibt auch Stoffe, die keine Hormone sind, die der Körper braucht, aber nicht allein produzieren kann, oder nicht mehr kann...
Ich denke mal, die Hormone waren jetzt das Beispiel für die Schilddrüse.
Insulin bei Diabetikern, z.B. ist auch kein Hormon.

Du glaubst gar nicht, wie lang es gedauert hat, bis ich die Medikamente akzeptiert habe, weil ich ja eben keinen Schlüssel dazu hatte, warum... Deswegen bin ich auch unheimlich dankbar für den Vergleich mit dem Diabetiker, dem man sein Insulin nicht wegnehmen darf! Den Vergleich gab mir mein Arzt, der ist nicht einfach aus der Luft gegriffen!
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Ich denke das kann man schlecht pauschalisieren, Krava.
Das ist genauso wie mit der Pille. Einige Leute nehmen sie und haben keine Nebenwirkungen und sie erfüllt super ihren Zweck, bei anderen Menschen sieht es anders aus.
Jeder kennt irgendwen, der mit Medikamenten negative Erfahrungen gemacht hat. Menschen und vor allem ihre Psyche sind eben verschieden.

Ich nehme zwar kein Antidepressivum, aber einen Stimmungsstabilisierer. Die Tabletten nehm ich seit etwa einem halben Jahr, sie wurden vorsichtig eingeschlichen und aufdosiert und ich muss sagen mir gehts damit sehr viel besser als ohne oder mit einer unpassenden Menge. Die einzige Nebenwirkung, die ich habe, sind manchmal Kreislaufprobleme, selten morgens ein trockener Mund und deshalb bin ich morgens beim aufstehen manchmal etwas matschig.
Das ist jedoch tausendmal besser als (tw. mehrmals am Tag im Wechsel) ohne Grund in ein tiefes Loch zu fallen und Panikattacken sowie Selbstmordgedanken zu haben oder alternativ dazu so hyperaktiv, euphorisch, und hibbelig zu sein, dass man deshalb Nachts nicht schlafen kann (gern auch 2-3 Nächte am Stück mit maximal 3 Stunden Schlaf) und sich körperlich total verausgabt. In meinem Körper herrscht eben ein Ungleichgewicht bei Serotonin und Dopamin und das stellen die Medikamente ab. Nehme ich meine Medikamente, dann kann ich meinen Gedanken und Gefühlen trauen und habe normale Stimmungsschwankungen, wie jeder andere auch.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Klar kann man auch solche Medikamente gut bzw. relativ gut vertragen, aber bei der TS scheint das ja nicht der Fall zu sein.
 

Benutzer67011 

Verbringt hier viel Zeit
Doch, eigentlich schon! Seit 4 Jahren... Und wenn man so etwas nimmt und "nur" eine der Nebenwirkungen spürt, dann ist das eine echt sehr gute Quote!
Und nein, wir reden hier in der Tat nicht von 2.3 Kilo sondern von 15 :frown:

eigentlich habe ich die AD auch nur erwähnt um ein umfassendes Bild abzugeben...
 
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