Schule Bore-Out - und irgendwie keine Lösung in Sicht

Benutzer20579  (37)

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Hallo,

ich durchbreche die Regel, dass Stammuser keine eigenen Threads mehr eröffnen, um mich mal ein bisschen auszuheulen und in der Hoffnung, den ein oder anderen Tipp zu bekommen. Es geht um meine berufliche Situation, die mich im Moment wirklich umtreibt.

Ich habe Ende 2015 die Abteilung gewechselt. Es ist damals schon komisch gewesen - überall im Haus haben die Einheiten zu wenig Leute, Arbeit bleibt liegen und es ist viel zu viel zu tun. So auch an meiner alten Stelle - ich hatte genug zu tun für 2 und fand das richtig toll. Dann wurden neue Kollegen eingestellt, die sich um meine Aufgaben gekloppt haben und meine Chefin wurde zunehmend fies - und da ich eh wechseln musste, habe ich die Gunst der Stunde genutzt, um in eine andere Abteilung zu gehen. Komplett neue Aufgaben, komplett neue Leute - also schon spannend. Außerdem lockte mich eine Kollegin, die in der Führungsriege sitzt, dass ich in ihren Bereich kommen soll. Ich hätte damals hellhörig werden sollen, als ich erfahren habe, dass die neue Stelle nur für mich geschaffen wurde und mein Chef immer betonte, dass wir meine Aufgaben schon "sehen werden, wenn ich dann da bin". Nie wieder wechsle ich irgendwo hin, bevor das feststeht. Die Vorgängerin in meinem Büro ist zügig weggewechselt, sie erzählte mir damals im Vertrauen, dass sie genau nichts zu tun hat. Da sie anders qualifiziert ist, als ich, dachte ich, dass mich dieses Schicksal wohl nicht treffen würde - falsch gedacht.

Mein Chef ist sehr alt und sehr konservativ. Man könnte über ihn und seine Marotten sicherlich satirische Bücher schreiben, aber nach meiner cholerischen Chefin kam es mir bei ihm ein bisschen wie Urlaub vor. Führungsstil hat er keinen, also er führt nicht. Er genehmigt alles, die Kollegen kommen und gehen, wie sie wollen - und er beklagt sich, ändert aber nichts. Seit Jahren weigert er sich, in Rente zu gehen, aber so wie es aussieht, geht er Ende diesen Jahres.

Mein Team ist klein, 2 alteingesessene Kollegen behandeln einen großen Themenbereich, ein dritter Kollege einen anderen großen Themenbereich. Dann gibt es noch eine Kollegin, die immer ein bisschen das macht, was über bleibt. Insgesamt ist es aber eine ziemlich faule und recht freizeitorientierte Truppe, wenn man das so sagen darf. Da der Chef keinen Druck ausübt, können sie sich das auch leisten. Über die Jahre hat das dazu geführt, dass viele spannende Aufgaben nun von anderen Organisationseinheiten gemacht werden. Meine Kollegen bleiben in ihrem "Kerngeschäft", was draußen Neues kommt, wird vom Chef abgeblockt, das machen dann andere.

Als ich damals dort angefangen habe, sollte ich erstmal "in Ruhe ankommen". Ich habe mich ordentlich gelangweilt, aber dachte mir, dass aller Anfang eben schwer ist und ich erstmal reinkommen muss. Mein einer Kollege hat mich ordentlich mitgezogen und manchmal gab es sogar auch mal spannende Aufgaben. Dann war ich schwanger und mein Chef war der Ansicht, ich solle mich "schonen". Ich habe oft betont, dass ich gerne in der Zeit, in der ich da bin, auch ausgelastet sein möchte, dass für mich nichts schlimmer ist, als nichts zu tun zu haben. Häufig heißt es dann: "Ja, ich habe da was, aber das soll der und der machen." Oder es hieß: "Ich hätte da was, aber dann warten wir, bis der wieder da ist!" Wenn ich dann gesagt habe: "Gib mir das doch schonmal, dass ich es mir anschauen kann!" hat er so getan, als ob er es mir bald geben würde, dann aber doch gewartet. Am Ende waren dann die Kollegen oft sauer, weil sie nach ihrer Abwesenheit auf einmal Berge von Zeug hatten, auch die Kollegen sind oft zum Chef gelaufen und haben ihn gefragt, warum er mir das nicht gegeben hätte. Darauf hat er keine Antwort. An meiner Leistung liegt es nicht - alles, was ich mache, ist gut und wird auch vom Abteilungsleiter gelobt. Mein Chef war auch oft stolz auf mich, weil der Abteilungsleiter mich gut findet. Sie sind sich einig darüber, dass ich überaus "tüchtig" bin.

Mit der Schwangerschaft ist dann übrigens auch der Kontakt zu der Kollegin aus der Führungsriege abgebrochen. Ich vermute, dass ich für sich dadurch "uninteressant" geworden bin, da sie gerne kinderlose Karrierefrauen um sich schart.

Seit ich dort bin, vergleiche ich auch unwillkürlich mit meiner alten Abteilung. Die Diskrepanz ist enorm. Da war wirklich viel zu tun - für riesige Projekte gab es nur wenige Tage, es wurde unter Hochdruck gearbeitet. Dafür gab es dort keine Wertschätzung. Da konnte man 300 Seiten schreiben, die am Ende in der Tonne gelandet sind, weil das Thema doch keiner lesen wollte. In der neuen Abteilung bin ich tüchtig und gut, wenn ich eine halbe Seite Stichpunkte schreibe. :confused: Mancher würde sagen: "Freu dich drüber", aber für mich ist das die Höchststrafe. Die Kollegen sind auch insgesamt so zäh. Da wird dann über Wochen diskutiert, ob man eine kleine Änderung bis 2020 schaffen kann. Ich finde das so schwierig, wenn alles so langsam ist.

Nach 10 Monaten Mutterschutz und Elternzeit bin ich nun jetzt wieder eingestiegen. Ich bin extra früher wieder gekommen, da mein Chef ja nun bald in Rente geht und ich den Wechsel miterleben wollte - wenn ich nächstes Jahr erst wiedergekommen wäre, dann wäre er schon weggewesen und wer weiß, was mich dann dort erwartet hätte. Bisher ist mein Schreibtisch komplett leer. Es ist so ätzend, wenn man nichts zu tun hat und Zeit absitzen muss - und es hängt mir so zum Hals raus. Mit dem Chef habe ich schon geredet, er sagt, er habe im Moment nichts für mich, ich solle erstmal in Ruhe ankommen. Ich warte darauf, dass der Stellvertreter vom Chef aus dem Urlaub kommt, damit ich ihm das Problem nochmal schildern kann und er mir hoffentlich was geben kann.

Ich bin nun in einem echten Dilemma und weiß nicht, was ich machen soll:

Natürlich sagt ein Teil von mir, dass ich wechseln möchte. Allerdings mache ich im Moment nur Teilzeit und bin für interne Stellenausschreibungen nicht interessant. Wenn in den knapp besetzten Teams endlich jemand eine Stelle rausgeschlagen hat, wird der sich bedanken, wenn sich da eine Mutti in Teilzeit bewirbt. :zwinker:

Mein ursprünglicher Plan war es, Stunden aufstocken, sobald wir umgezogen sind. Das ginge aber nur beim alten Chef - ein neuer Chef müsste mir das erst genehmigen, wenn ich 6 Monate vor Ort normal gearbeitet habe und bewiesen habe, dass ich zuverlässig bin. Das geht aber nicht so gut, da meine Tochter ja erst 8 Monate alt ist und ich deshalb keine 30-40 Stunden im Büro arbeiten möchte.

Mein alter Chef würde mir die Homeoffice jetzt bewilligen. Ich finde es schon absurd, ein Formular ausfüllen zu müssen, in dem ich eintragen muss, was ich arbeite und was ich davon zu Hause machen könnte - da kann ich mich ja an dem orientieren, was ich laut meinem Chef angeblich mache. :rolleyes: Ich habe keine Ahnung, was ich dann in Homeoffice machen soll. Ich vermute, dass meine Kollegen Homeoffice als Urlaub nutzen - mit Rufbereitschaft, d.h., sie gehen ans Telefon, wenn mal was ist. Das ist natürlich völlig absurd und nicht mit dem vergleichbar, was ich aus meiner alten Abteilung kenne - da haben selbstverständlich die Homeoffice-Leute komplett normal gearbeitet, waren erreichbar, haben auf Mails reagiert... Mein Chef beklagt sich ja immer über die Kollegen in Homeoffice, weil die für ihn quasi "weg" sind. Ob krank, ob Urlaub oder Homeoffice - für ihn ist es irgendwie das Gleiche. Der :teufel: in mir sagt, dass ich nun einfach Homeoffice beantrage und ab der neuen Wohnung dann eben meine 20 Stunden von zu Hause aus mache - und wenn dann eben keiner anruft oder mir Aufgaben gibt, dann ist das eben deren Problem, aber dann muss ich mir eben den Hintern nicht im Büro plattsitzen. Ich könnte meine Familienplanung in den nächsten Jahren weiter betreiben - und wenn die Kinder dann im Kindergarten sind, orientiere ich mich neu und bewerbe mich auf eine neue Stelle.

Dazu kommt natürlich auch die Überlegung, dass bei uns in der Abteilung einige Umbrüche anstehen, spätestens, wenn mein Chef nun geht. Das Nachbarteam soll bei ihm schon angefragt haben, ob sie mich haben können, aber er hat abgeblockt. Mich fragt natürlich keiner, ob ich möchte, ich erfahre sowas erst Monate später hintenrum.

Was mich an dem Ganzen noch mehr kriegt, als die Frage, was ich nun eigentlich machen soll, ist die emotionale Seite. In meinem Freundeskreis kriegen die Leute weniger Geld für stressigere Jobs. Das Klischee des faulen Beamten, der nichts zu tun hat, gilt ja überall, da gibt es nur Spott und Häme. Wenn ich betone, dass in meiner alten Abteilung - wo auch alle Beamte sind - geschuftet wird und nachts noch Licht brennt, werde ich belächelt, als ob ich mir das ausdenke. :ashamed: Ich habe das Gefühl, mich nirgendwo auskotzen zu können, weil es niemand nachvollziehen kann. Jeder, dem ich versuche, zu erzählen, wie es mir geht, lacht und sagt: "Freu dich doch! Ich habe soviel zu tun, ich muss immer Überstunden machen!" Ich beneide diese Leute. Ich hatte das auch und ich habe es genossen. Da habe ich was geschafft, da habe ich mich sinnvoll gefühlt. Aber jetzt, dieses Gefühl, zu verdummen, nichts mehr zu können - ich habe richtig Angst, dass ich dort, wo man mehr von mir verlangt, schon gar nichts mehr könnte, weil ich keinen normalen Arbeitstag mehr gewohnt bin. Und das macht mir Angst.

Aber dann kriege ich das Ganze auch nicht damit vereint, dass ich nun eben auch ein Baby habe und auch bei ihr sein möchte - und natürlich ist dann ein Job, wo keiner was erwartet, wo ich Homeoffice quasi geschenkt kriegen würde, irgendwo ein 6er im Lotto.

Ich weiß nicht, ob jemand aus meinem unsystematischen Geschreibsel was machen kann, aber ich würde mich freuen, wenn jemand einen Tipp hat. Und bitte nicht lästern, dass ich mich beklage, wenig zu tun zu haben und mich darüber freuen soll - das tue ich nämlich wirklich nicht. :depri:
 
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Benutzer113006 

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Wenn die anderen Abteilungen so viel Arbeit haben, bist du mit deinen 15-20h doch vielleicht die Entlastung, die sie brauchen, weil Vollzeit wieder zu viel wäre. Eventuell wäre das eine Möglichkeit, aber dazu müsstest du erstmal wechseln können.

Ins Homeoffice und dort dann nichts tun, würde ich nicht machen. Vor Ort bist du unter Leuten und kannst auch Kontakt zu den wichtigen Leuten, also andere Abteilungsleiter, knüpfen. Zuhause bist du ein bisschen abgeschnitten und hast zudem nichts zu tun. Wer weiß, ob das nicht an irgendeiner Stelle mal blöd ankommt, wenn herauskommt, dass du im Homeoffice nichts zu tun hast. Vor Ort musst du zwar beschäftigt tun, aber meiner Meinung nach sind die Chancen höher, mal etwas mehr Arbeit zu bekommen (irgendein Sonderprojekt z.B.?).

Ich kann dich verstehen. In meinen Jobs genieße ich es total, wenn viel los ist. Die Zeit vergeht schnell und ich mache die Überstunde dann auch gern, weil ich weiß, dass die Aufgabe abgeschlossen und fertig ist. Leider geht's mir oftmals so wie dir und ewiges Daumendrehen ist ziemlich blöd.
 

Benutzer20579  (37)

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Wenn die anderen Abteilungen so viel Arbeit haben, bist du mit deinen 15-20h doch vielleicht die Entlastung, die sie brauchen, weil Vollzeit wieder zu viel wäre. Eventuell wäre das eine Möglichkeit, aber dazu müsstest du erstmal wechseln können.

Ins Homeoffice und dort dann nichts tun, würde ich nicht machen. Vor Ort bist du unter Leuten und kannst auch Kontakt zu den wichtigen Leuten, also andere Abteilungsleiter, knüpfen. Zuhause bist du ein bisschen abgeschnitten und hast zudem nichts zu tun.

Das Problem ist, dass ich die aufgestockten Stunden und das Homeoffice finanziell brauchen werde, wenn wir in der neuen Wohnung sind. Deswegen fühle ich mich auch so eingekerkert, weil ich im Moment keine Wahl sehe. Durch meine 10monatige Pause sind auch viele Kontakte eingeschlafen. Ich werde meine Fühler ausstrecken und fange wieder an, Verabredungen fürs Mittagessen zu machen, um mich umzuhören. Dennoch ist es nun auch nicht so, als ob ich morgen wechseln könnte. Das dauert alles ein paar Monate. Bis dahin möchte ich auf jeden Fall Homeoffice machen, alleine schon, damit ich genug Stunden haben, falls wir ein zweites Kind planen und ich auch Elterngeld beantragen möchte. Mit meinen derzeitigen 15 Stunden komme ich da einfach nicht weit genug.

Wer weiß, ob das nicht an irgendeiner Stelle mal blöd ankommt, wenn herauskommt, dass du im Homeoffice nichts zu tun hast. Vor Ort musst du zwar beschäftigt tun, aber meiner Meinung nach sind die Chancen höher, mal etwas mehr Arbeit zu bekommen (irgendein Sonderprojekt z.B.?).
Abgeschnitten bin ich dort, wo ich jetzt bin, leider auch. Wir sind mit den paar Leuten alleine auf einer Etage, die Türen sind zu. Ich muss betonen - das klingt oben vielleicht blöd - dass ich selbstverständlich vorhabe, in Home Office zu arbeiten! Nicht, dass das einer falsch versteht. Aber es ist eben doch ein Unterschied, ob ich für Arbeit von 2 Stunden 8 Stunden im Büro sitzen muss und mich für die Wege noch in den Berufsverkehr stellen kann - oder ob ich damit in mein eigenes Arbeitszimmer gehen kann. Es macht mich im Moment sehr mürbe, vor einem leeren Schreibtisch zu sitzen und zu wissen, dass meine Tochter zu Hause ist. Wenn ich wüsste, dass ich dort was Sinnvolles tue, wäre das anders - aber so fühlt es sich wirklich total überflüssig an.

Im Übrigen weiß jeder, dass mir der Chef keine Aufgaben gibt. Ich halte damit auch nicht hinterm Berg. Meine Kollegen finden es genauso kacke wie ich, die gehen auch regelmäßig zu ihm und sagen ihm, dass sie das nicht machen und dass er mir das geben soll. Beschäftigt habe ich am Anfang mal getan, aber das habe ich mir abgewöhnt - warum auch? Ich muss ja nicht um meinen Job bangen und ich muss auch nicht so tun, als ob. Wenn mich einer fragt, ob ich dies und jenes machen möchte, sage ich sofort zu und erledige die Dinge auch sofort.

Es tut mir leid das so sagen zu müssen, aber ich bin teilweise auch erschrocken, wie abgefuckt ich mittlerweile bin. Letztes Jahr kam mein Chef mal mit einer Aufgabe rein und meinte zu mir: "Er wüsste ja nicht, ob ich noch was anderes zu tun hätte, aber er hätte da was...." Und ich meinte nur: "Nee, woher soll ich was zu tun haben?" Tat mir hinterher leid, dass ich das gesagt habe, zumal er echt blöd geguckt hat. Aber er bunkert die Sachen, blockt alles ab, reagiert nicht - und dann wundert er sich, wenn Themen woanders landen oder wenn er zu Besprechungen nicht eingeladen wird.

Ich glaube einfach, dass der Chef mich eben nett findet und es toll findet, wenn er bei mir im Büro einen Kaffee kriegen kann - und ansonsten helfe ich eben zuverlässig bei jedem PC-Problem. Aber das ändert nichts daran, dass ich das Gefühl habe, mein Gehirn stirbt. :frown:

Mein ursprünglicher Plan war eben, erstmal die Füße stillzuhalten und abzuwarten, was sein Ruhestand mir bringt. Wer weiß, was dann mit dem Team passiert - da sitzen dann noch 3 Männlein und zwei Teilzeitkräfte, ich bin gespannt, was dann wird. Ich habe darauf spekuliert, dass der Stellvertreter mir dann was gibt, weil dann der Chef eben nichts mehr bunkern und abblocken kann. Ich habe einfach die Hoffnung, dass dann eben auch Leute gebraucht werden, die was machen wollen, weil sich dann keiner mehr hinter ihm und seiner Lethargie verstecken kann - und vielleicht kommt ja auch ein neuer Chef, der den Laden aufmischt und sich freut, wenn jemand da ist, der was machen möchte.
 
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Benutzer65998 

Meistens hier zu finden
Wenn dir niemand etwas zu tun gibt, kannst du möglicherweise selbst aktiv werden? Wie wäre es mit einem Personalgespräch unter vier Augen mit deinem Chef, bei dem du möglicherweise selbst Vorschläge für Projekte oder Aufgaben, die du entwickeln und bearbeiten kannst, mitbringst. Oder du bittest darum, mindestens einmal wöchentlich Abteilungstreffen zu realisieren, bei denen transparent aufgezeigt wird, wer mit was gerade beschäftigt ist und wo auch Hilfebedarf und ähnliches kommuniziert wird. Dann läuft das nicht alles nur über den Chef, sondern kannst auch bei deinen Kollegen direkt mal 'hier' rufen. Ähnliche Sache, wenn regelmäßige großrundige Meetings aus welchen Gründen auch immer nicht erwünscht sind: Kannst du einfach bei deinen Kollegen, die ja konkrete Aufgaben haben, mal anklopfen und dich umhören, ob sie an deiner aktiveren Mitarbeit interessiert sind? Wenn ohnehin alle um die seltsame Arbeitsatmosphäre wissen, dann sollte das ja nicht einmal für große Überraschungen sorgen.

Falls das alles nichts fruchtet, kannst du dir nicht quasi private Weiterbildungsmaßnahmen suchen? Sei es, dass du dich in deiner Bürozeit, in der du faktisch nichts zu tun hast, eigenverantwortlich in neue Bereiche einarbeitest, die dich interessieren und die dich weiter qualifizieren würden. Oder wenn du gar noch einen zusätzlichen Fernstudiumsmaster oder gar eine Promotion in Angriff nähmst - unter der Voraussetzung natürlich, dass das für dich dort praktikabel ist?

Vielleicht bringt ein neuer Vorgesetzter ja tatsächlich neuen Wind in die Bude. Weißt du schon, wer der Nachfolger wird? Bis Ende des Jahres ist es ja tatsächlich nicht mehr so lange, aber doch immerhin lang genug, dass ich dies nicht ganz verstehe:
Mein ursprünglicher Plan war es, Stunden aufstocken, sobald wir umgezogen sind. Das ginge aber nur beim alten Chef - ein neuer Chef müsste mir das erst genehmigen, wenn ich 6 Monate vor Ort normal gearbeitet habe und bewiesen habe, dass ich zuverlässig bin. Das geht aber nicht so gut, da meine Tochter ja erst 8 Monate alt ist und ich deshalb keine 30-40 Stunden im Büro arbeiten möchte.
Bis die Nachfolge etabliert ist, hast du doch schon bis Ende des Jahres mindestens 4 1/2 Monate wieder gearbeitet. Bist du sicher, dass du dich bei jemand Neuem tatsächlich quasi von null auf neu beweisen müsstest, obgleich du ja bereits mehrere Jahre dort arbeitest?

Zum Thema Homeoffice wollte ich nur noch kurz sagen: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das aktuell verlockend ist, allerdings würdest du dich, konsequent verfolgt, damit natürlich auch ein Stück weit um die Möglichkeit bringen, wieder rauszukommen, unter Kollegen und in deiner fachlichen Umgebung zu sein. Ich würde mir das Wahrnehmen von Homeoffice-Tagen wohl flexibel offen halten und weder zuhause noch im Büro allzu feste Rhythmen ankündigen - denn dann hast du weder im Büro montags (oder wann auch immer) quasi Dauerurlaub und wirst von vornherein ausgeplant, noch gerätst du selbst in Versuchung, diesen festen Tag doch irgendwie hauptberuflich Mutter zu sein. Verstehst du, wie ich es meine?

Ansonsten musst du dich für dein Problem wahrlich nicht schämen: Mir würde es exakt genauso gehen und ich wäre kreuzunglücklich. Ich würde auch sehr ernsthaft mit dem Gedanken spielen, mich extern nach neuen Aufgaben umzusehen - aber wenn ich dich richtig verstanden habe, möchtest du das aufgrund deiner Verbeamtung offenbar nicht.
 

Benutzer20579  (37)

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Wenn dir niemand etwas zu tun gibt, kannst du möglicherweise selbst aktiv werden? Wie wäre es mit einem Personalgespräch unter vier Augen mit deinem Chef, bei dem du möglicherweise selbst Vorschläge für Projekte oder Aufgaben, die du entwickeln und bearbeiten kannst, mitbringst. Oder du bittest darum, mindestens einmal wöchentlich Abteilungstreffen zu realisieren, bei denen transparent aufgezeigt wird, wer mit was gerade beschäftigt ist und wo auch Hilfebedarf und ähnliches kommuniziert wird. Dann läuft das nicht alles nur über den Chef, sondern kannst auch bei deinen Kollegen direkt mal 'hier' rufen. Ähnliche Sache, wenn regelmäßige großrundige Meetings aus welchen Gründen auch immer nicht erwünscht sind: Kannst du einfach bei deinen Kollegen, die ja konkrete Aufgaben haben, mal anklopfen und dich umhören, ob sie an deiner aktiveren Mitarbeit interessiert sind? Wenn ohnehin alle um die seltsame Arbeitsatmosphäre wissen, dann sollte das ja nicht einmal für große Überraschungen sorgen.
Das mache ich ja und das sind ja auch die Male gewesen, wo ich Aufgaben hatte. Die Kollegen wissen auch Bescheid und kommen zu mir. Allerdings haben die oft auch nicht viel oder soviel, dass sie noch teilen möchten - und sind auch froh drum, wenn keiner zu laut "hier" ruft. Die sind mit ihrer Lage ja zufrieden.

Falls das alles nichts fruchtet, kannst du dir nicht quasi private Weiterbildungsmaßnahmen suchen? Sei es, dass du dich in deiner Bürozeit, in der du faktisch nichts zu tun hast, eigenverantwortlich in neue Bereiche einarbeitest, die dich interessieren und die dich weiter qualifizieren würden. Oder wenn du gar noch einen zusätzlichen Fernstudiumsmaster oder gar eine Promotion in Angriff nähmst - unter der Voraussetzung natürlich, dass das für dich dort praktikabel ist?
Also Fortbildungen stehen auf dem Programm, ebenso wie Englischkurse. Einen Master oder eine Promotion schließe ich aus - bringt mir nichts längerfristig.

Vielleicht bringt ein neuer Vorgesetzter ja tatsächlich neuen Wind in die Bude. Weißt du schon, wer der Nachfolger wird? Bis Ende des Jahres ist es ja tatsächlich nicht mehr so lange, aber doch immerhin lang genug, dass ich dies nicht ganz verstehe:

Bis die Nachfolge etabliert ist, hast du doch schon bis Ende des Jahres mindestens 4 1/2 Monate wieder gearbeitet. Bist du sicher, dass du dich bei jemand Neuem tatsächlich quasi von null auf neu beweisen müsstest, obgleich du ja bereits mehrere Jahre dort arbeitest?
Tja, ich muss für sowas weit ausholen, weil das sonst echt kein Mensch rafft. Ich kann meine Home-Office jetzt noch beim alten Chef beantragen, dass müssen dann neue Chefs hinnehmen und das wäre dann auch so. Wenn ich allerdings die Abteilung wechsle, dann müsste ich erstmal 6 Monate bei diesem Chef arbeiten, bevor ich einen Antrag stellen darf. Daher ist für mich im Moment ein Abteilungswechsel nicht möglich, organisatorisch und finanziell.

Der neue Chef wird nicht zum Ende des Jahres kommen, es ist sogar möglich, dass die Stelle jahrelang unbesetzt bleibt. Deswegen muss ich mein Home-Office jetzt noch beantragen, weil ich nicht weiß, was danach kommt.

Zum Thema Homeoffice wollte ich nur noch kurz sagen: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das aktuell verlockend ist, allerdings würdest du dich, konsequent verfolgt, damit natürlich auch ein Stück weit um die Möglichkeit bringen, wieder rauszukommen, unter Kollegen und in deiner fachlichen Umgebung zu sein. Ich würde mir das Wahrnehmen von Homeoffice-Tagen wohl flexibel offen halten und weder zuhause noch im Büro allzu feste Rhythmen ankündigen - denn dann hast du weder im Büro montags (oder wann auch immer) quasi Dauerurlaub und wirst von vornherein ausgeplant, noch gerätst du selbst in Versuchung, diesen festen Tag doch irgendwie hauptberuflich Mutter zu sein. Verstehst du, wie ich es meine?
Ich verstehe, was du meinst, aber genauso läuft es bei uns. Ich muss feste Stunden und feste Zeiten beantragen, für bestimmte Tage. Und die habe ich dann auch. Das ist für das Team und den Chef natürlich auch ein Stück Planungssicherheit.
An der Möglichkeit, vor der Tür zu sein, ändert es nichts, weil ich ja die Aufstockung mit Homeoffice verbinden würde. D.h. 15 oder 20 Stunden vor Ort wäre ich sowieso. Aber 30 Stunden vor Ort, das kriege ich mit Baby nicht hin.

Den Arbeitgeber möchte ich nicht wechseln. Unabhängig von der Verbeamtung, die könnte ich ja mitnehmen, je nach Job. Aber mein Arbeitgeber ist super und wir haben so viele Aufgabenbereiche, da gibt es keinen Grund. Ich weiß nicht, wie viele andere Teams es im Haus gibt, es sind sicherlich über 100. Da wird schon auf lange Sicht irgendwo eins sein, wo ich hinkann. :zwinker:

edit: Rory Rory und Noir Désir Noir Désir : Danke für euren Arschtritt, dennoch am Ball zu bleiben. Ihr habt ja völlig recht. Mit Resignation komme ich auch nicht weiter. Ich fühle mich jetzt schon wieder deutlich motivierter.
 
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Benutzer28811  (32)

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Liebe Dreizehn,

ich verstehe dich so gut. Das Problem mit dem "zu wenig" haben glaube ich verdammt viele Leute, aber keiner redet drüber. Bei mir ist das ähnlich. Ich habe Stoßzeiten da hab ich "normal" zu tun und dann über den Sommer tagelange / wochenlang nichts. Und mit nichts meine ich nichts. Irgendwann hat man alles aufgeräumt, neu sortiert, strukturiert etc. Bei uns heißt es immer "Das ist halt das Sommerloch"...5 Monat im Jahr? und wenn nicht "Sommerloch" ist, dann ist es eben grade mal "ruhig".

Ich komme wie du aus einer Abteilung / Unternehmen mit enormem Stress/Druck. Ich mochte das auch und hab mich da auch selbst wieder gefunden. Mein jetziger Job ist (wenn ich mal was zu tun habe) auch durchaus spannend und ziemlich nah an dem dran was ich toll finde. Aber eben zu wenig.. ich verstehe dich also sehr gut.

Ich habe auch schon Gespräche geführt um mehr Verantwortung gebeten Weiterbildungen angesprochen etc. Aber in unserem Unternehmen will man das alles eben auch nicht hören. Ich frage mich durchaus wie viel Gewinn diese Firma wirklich machen würde, wenn die Kapazitäten voll ausgeschöpft würden. Ich bin hier nämlich nicht die einzige die zu wenig zu tun hat.

Letztendlich bleibt nur übrig zu wechseln irgendwie und irgendwann. Gibt es denn auf dem Markt Stellen für Teilzeitkräfte die für dich interessant sind? Wäre das eine Option?

Da wir versuchen schwanger zu werden, versuche ich einfach das beste draus zu machen weil ein Wechsel im Moment auch einem neuen Arbeitgeber gegenüber unfair wäre. Aber danach werde ich vermutlich nicht wieder hier her zurück kommen.


Ich kann dir also nicht wirklich helfen, aber dir sagen, dass ich dich total verstehe. Man hört immer nur von der vielen Arbeit die andere haben und wie toll es wäre mal weniger zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Es ist auch immer eine Gradwanderung in der Arbeit laut zu tönen, wie wenig man zu tun hat. Ich versuche es auch immer wieder subtil zum Ausdruck zu bringen, dass ich noch Kapazitäten aber mein Chef tut das auch immer mit "genieß es doch" ab. Das macht es nicht leichter.

Danke für deine Offenheit!
 

Benutzer65998 

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Der neue Chef wird nicht zum Ende des Jahres kommen, es ist sogar möglich, dass die Stelle jahrelang unbesetzt bleibt. Deswegen muss ich mein Home-Office jetzt noch beantragen, weil ich nicht weiß, was danach kommt.
Ah okay, jetzt verstehe ich es besser. :smile:
An der Möglichkeit, vor der Tür zu sein, ändert es nichts, weil ich ja die Aufstockung mit Homeoffice verbinden würde. D.h. 15 oder 20 Stunden vor Ort wäre ich sowieso. Aber 30 Stunden vor Ort, das kriege ich mit Baby nicht hin.
Und auch dies ist mir jetzt klarer, ich hatte den entscheidenden Absatz falsch gelesen/verstanden und gedacht, dass du dich schon gegen die Aufstockung entschieden hättest und von den bisherigen 15 Stunden oder was einen Tag Homeoffice machen wolltest. Aber so, wie du das jetzt planst, wäre das doch vielleicht wirklich ein guter, lebbarer Mittelweg. Hilft natürlich nichts an dem Gefühl sich zu fragen, warum man da eigentlich regelmäßig hingeht, wenn einen sowieso nur ein leerer Schreibtisch erwartet... Aber vielleicht kannst du ja immerhin ein bisschen Kontaktpflege betreiben, so wie du es ja auch vor hast, konsequent Kaffeepausen und Lunchdates mit Leuten aus anderen Abteilungen haben und subtil Hüte in den Ring werfen. Und abgesehen davon langweilt es sich in Gesellschaft besser als alleine. :grin: Frustrierend, klar, aber immerhin siehst du Perspektiven, auch wenn die noch nicht in greifbarer Nähe sind.
 

Benutzer123446 

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Vorweg: Ich kenne die Situation nicht wirklich. Ich arbeite im sozialen Bereich und hab eigentlich immer was zu tun, und ich arbeite auch gerne - nix zu tun zu haben würde mich nerven.
Was ich kenne, ist das Gefühl, dass mein Gehirn einrostet... und da wollte ich nochmal einhaken: Auch wenn du sagst, dass dir ein Studium nix bringt - vielleicht gibt es in deinem Bereich auch Weiterbildungen, die dir entweder wirklich helfen oder die wenigstens Spaß machen? Ich hab für ein Jahr jetzt sowas gemacht, knapp 10 Wochenenden (man konnte aber immer nach Hause fahren, falls du dir Gedanken machst wegen deinem Kind) - und alle, mit denen ich da so geredet habe, waren ganz klar der Überzeugung: Das tut so gut! Es tut einfach gut, raus aus der Alltagssuppe zu kommen, neuen Input zu kriegen, wie "damals" im Studium kontrovers zu diskutieren.
Wenn sich also aktuell keine sinnvollen anderen Möglichkeiten anbieten sollten (da hab ich in allen Bereichen außerhalb des sozialen keinen Einblick) wäre das vielleicht eine Überlegung wert.
 
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