Blaulichtunfälle - brauchen wir bessere Sondersignale?

Benutzer114808  (34)

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Du kannst ja mal einen Tag RTW fahren und dabei auf den entsprechenden Fahrten durchgehend das Horn anhaben. Viel Spaß, da bist du anschließend taub.
Das glaube ich dir sofort. Aber im Stadtverkehr, gerade jetzt im Herbst mit tief stehender, blendender Sonne und viel Krach ist es in meinen Augen fahrlässig ohne. Da braucht man sich dann nicht wundern, wenn der RTW nicht vorwärts kommt - er wird zu spät wahrgenommen.

Mit schreiendem Baby im Auto ist es auch kein Vergnügen zu fahren - da übersieht man "nur" Blaulicht noch schneller und in der Innenstadt geht dann nix mehr vor oder zurück.
 

Benutzer167164  (31)

Ist noch neu hier
Ich höre das Martinshorn, ja. Aber oftmals später, als es mir lieb wäre. Das Ortungsproblem habe ich ebenfalls.
Manche Sirenen klingen auch lauter als andere, das fiel mir auch schon auf. Gestern z.B. war ich in der Fußgängerzone unterwegs und ein Rettungswagen kam um die Ecke. Er fuhr direkt an mir vorbei und ich, sowie alle Passanten um mich herum, mussten sich nicht mal die Ohren bedecken, weil die Lautstärke echt nicht hoch war.
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich höre das Martinshorn, ja. Aber oftmals später, als es mir lieb wäre. Das Ortungsproblem habe ich ebenfalls.
Manche Sirenen klingen auch lauter als andere, das fiel mir auch schon auf. Gestern z.B. war ich in der Fußgängerzone unterwegs und ein Rettungswagen kam um die Ecke. Er fuhr direkt an mir vorbei und ich, sowie alle Passanten um mich herum, mussten sich nicht mal die Ohren bedecken, weil die Lautstärke echt nicht hoch war.
Ja das ist ja auch das Problem. Früher gab es da Normen, an Lautstärke und Tonhöhe. Heute hörst du selbst nicht mehr wer da an kommt. Oft sind das auch Bedienfehler da man enorm viel am Martinshorn herumstehen kann.
 

Benutzer93844 

Verbringt hier viel Zeit
Guten Morgen,

entsprechende Tests gab es in Deutschland, man hat allerdings festgestellt, dass auch solche SoSi-Anlagen nicht viel mehr Nutzen bringen. Die Umstellung wäre sehr kostengünstig gewesen, da bei den meisten Herstellern das jeweilige SoSi mit zweimaligen Drücken einer Taste umgestellt werden kann.


In Bayern werden die Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF), Rettungstransport- (RTW) und Notarztwagen (NAW) wieder mit Kompressorhörnern ausgestattet, was recht gut läuft. In unserem THW Ortsverband haben wir, nach Hamburger und Stuttgarter Vorbild, ein Bullhorn verbaut. Das hilft auch im größten Stau :grin:


Sind ja doch recht of sehr junge Leute (Zivi) die nicht entsprechende Fahrpraxis haben.
Das kommt drauf an, wo das Personal eingesetzt wird und vor allem durch wen. BuFDi werden z. B. in unserem Kreisverband nur im Krankentransport eingesetzt. Zum einen, weil sie während der Zeit, die sie bei uns verbringen nur maximal den Rettungssanitäter erlangen können, zum anderen, um solche Unfälle zu vermeiden.

Außerdem nehmen sie, wie alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter regelmäßig an Fahrsicherheitstrainings teil. Kostet halt ordentlich Geld, das von Kassen nicht erstattet wird, erhöht aber dafür die Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter. Das hilft dir dann in solchen Situationen weiter, wo der Verkehrsteilnehmer mal dezent alle Verkehrsregeln missachtet:



Das liegt unter anderem auch daran, dass es einfach keine zuverlässige Technik ist. Die Hilfsorganisationen sparen bei jedem Fahrzeug so viel es geht, um den Haushalt einigermaßen gut zu halten. In einem Krankenwagen ist das aber eben leider fehl am platz.
Da kommt es darauf an, in welchem Bundesland du sitzt. Rettungsdienst ist Ländersache, daher sind die Regelungen unterschiedlich. In Bayern werden die öffentlich-rechtlichen Rettungsmittel zentral durch das BRK beschafft und von den Krankenkassen bezahlt.

Umsichtiges fahren der Besatzung ist meiner Meinung nach aber einfach viel effektiver bzw. sinnvoller, als da ein Horn draufzubasteln, das Scheiben splittern lässt.
Auch als umsichtiger Fahrer merkst du sehr schnell den Unterschied zwischen den bisher verbauten E-Horn und den neu verbauten, zusätzlichen Kompressorhörnern. Du wirst sehr viel schneller wahrgenommen. Unnötige Bremsvorgänge, weil dich Verkehrsteilnehmer nicht gehört haben, fallen weg.

Legal ist es eh nur, die erlaubte Geschwindigkeit mit Sondersignal (NUR Martinshorn und Blaulicht gelten da rechtlich!) um höchstens 15 km/h zu überschreiten. Ausgenommen Polizeifahrzeuge bei Verolgungen.
Da hat jemand bei der jährlichen Blaulichtunterweisung nicht zugehört :zwinker:

[Klugscheißmodus]Wir unterscheiden § 35 StVO, welche die Sonderrechte (überhöhte Geschwindigkeit, Fahren gegen die Einbahnstraße, etc.) und § 38 StVO Wegerecht.
Sonderrechte bedürfen keiner Kennzeichnung, die Inanspruchnahme von Wegerecht ist jedoch durch die Verwendung von blauen Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn anzuzeigen.

Beide Paragraphen unterliegen allerdings dem Vorbehalt, dass es um Leben und Tot oder schwerwiegende Gesundheitsschäden abzuwenden sind. Im Krankentransport also im Halteverbot stehen zu bleiben ist, formaljuristisch gesehen, also genauso eine Ordnungswidrigkeit, wie wenn du es mit deinem privaten Pkw machst.

Davon abgesehen gilt, das §§ 35 und 38 StVO nur unter der gebührenden Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Anspruch genommen werden dürfen. Eine gesetzlich festgelegtes Geschwindigkeitslimit gibt es nicht. Nur wegweisende Rechtsprechungen nach entsprechenden Unfällen.[/Klugscheißmodus]
:zwinker:

Ich kenne niemanden im Rettungsdienst, der durchgehend mit Signal fährt.
Ich kenne zwar die FoBi Risikomanagement Sondersignalfahrt von 2014, allerdings fahre ich selbst auch eher leise, auch weil es für die Patienten eine entsprechende, zusätzliche Belastung darstellt. Mein Horn geht 300 m vor Kreuzungen oder Fahrzeugen an, um dem klar zu machen, dass ich gerne mein Wegerecht in Anspruch nehmen würde. Auch Nachts, obwohl sich da einige beschweren. Der Dumme, wenn was passiert, bin nämlich ich und nicht der Protestler, der gerne schlafen würde.

Ich hätte da eine Idee für eine technische Lösung: Wenn Autoradios Bluetooth Technologie haben, und die Einsatzfahrzeuge auch, könnte man eine Schaltung in die Einatzfahrzeuge einbauen, die alle Autoradios im Umkreis von, sagen wir, 200 Metern stilllegen, wenn sie herannahen. Und dann werden die auch gehört.
Da gibt es schon ein paar Feldversuche, gerade im Rahmen von DAB+. Wie weit die inzwischen Marktreif sind...
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Mhm du kannst aber auch mit dem MZKW und deren Anlage ein Preslufthorn einspielen wieso habt ihr eins nachgerüstet?
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich finde die Signale sehr deutlich und bin etwas überrascht dass manche die leicht überhören.

Allerdings sind viele in Deutschland so oder so zu doof, eine Rettungsgasse zu bilden. Bei Stau soll man ja automatisch eine bilden, auch wenn weder Polizei, noch Rettungswagen oder Feuerwehr im Anmarsch ist. Schnallt auch fast keiner, da würden auch keine lauteren Sirenen helfen.
Meist reicht es aus, wenn ein oder zwei Autos anfangen, dann ziehen bald alle anderen nach. Obwohl leider auch nicht immer, ich habe da schon ziemliche Idioten erlebt. :rolleyes:
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich fahre in der Regel ohne Musik im Auto. Da reicht es, sich im Stadtverkehr normal zu unterhalten um es erst viel zu spät zu hören. Hier empfinde ich das Martinshorn tatsächlich als viel zu leise. Vor allem die RTWs überhört man schnell mal. Mag in ländlicher Gegend reichen, aber nicht hier in der Stadt im lauten Feierabendverkehr.
Obwohl ich täglich im Stuttgarter Berufsverkehr unterwegs bin, hatte ich noch nie ein Problem damit, Sondersignale früh genug zu hören und zu sehen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass mein Auto nicht perfekt geräuschgedämmt ist.

Ich hätte da eine Idee fuer eine technische Lösung: Wenn Autoradios Bluetooth Technologie haben, und die Einsatzfahrzeuge auch, könnte man eine Schaltung in die Einatzfahrzeuge einbauen, die alle Autoradios im Umkreis von, sagen wir, 200 Metern stillegen, wenn sie herannahen. Und dann werden die auch gehört.
Für so eine Funktion müsste man schon auf andere Funk-Techniken setzen. Die Reichweite von Bluetooth ist dafür nicht ausreichend.
 

Benutzer114808  (34)

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Obwohl ich täglich im Stuttgarter Berufsverkehr unterwegs bin, hatte ich noch nie ein Problem damit, Sondersignale früh genug zu hören und zu sehen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass mein Auto nicht perfekt geräuschgedämmt ist.
Ist meines weit entfernt davon - und ich höre nicht mal Musik. Aber die Reaktionszeit ist halt gleich Null, wenn das Martinshorn erst ganz kurz vor der Kreuzung angeht bzw. auch manchmal überhaupt nicht. Wenn es dann kracht oder man einen großen Knäul hat, ist halt auch keinem geholfen.
Off-Topic:
Und in der Baustelle rund um die Wilhelma geht ja ganz oft gar nix mehr - mit Rettungskräften und Blaulicht/Martinshorn ist das Chaos perfekt. Wenn man das nicht früh genug mitbekommt, möchte ich nicht der Fahrer sein der da durch muss...
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Gibt es nicht in manchen städten schon das,automatische umschalten auf rot von allen Ampeln, wenn ein Martinshorn in die Nähe kommt? Ich meine soetwas gelesen zu haben.
 

Benutzer102346 

Meistens hier zu finden
Ja, das gibt es, das wäre wirklich sinnvoll, das flächendeckend einzusetzen. Leider ist in meiner Stadt der Verkehr so wunderbar geregelt, dass zum Feierabend hin quasi die ganze Stadt steht und sich durch die verschiedenen beschissen (sorry) geschalteten Ampeln quält. Soll zur Verkehrsberuhigung dienen und die Autofahrer so erziehen, aufs Rad umzusteigen. Typisch grün geführte Stadt...
 

Benutzer93844 

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Mhm du kannst aber auch mit dem MZKW und deren Anlage ein Preslufthorn einspielen wieso habt ihr eins nachgerüstet?
E-Pressluft ist auch bei den Rettern bis vor kurzem Standard in Bayern gewesen - es überzeutgt nicht wirklich, weshalb wir dann die Kompressorhörner nachgerüstet haben.
 
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