Bin unschlüssig, weil ich in der Friendzone bin, wir aber trotzdem sehr viel Zeit verbringen

Benutzer186350  (18)

Ist noch neu hier
Hallo, also ich habe das Problem, dass ich in einer Clique bin, in der eine sehr gute Freundin ist, für die ich starke Gefühle habe. Sie weiß auch, dass ich Gefühle für sie habe und sagte mir, dass sie momentan keine Gefühle aufbauen kann wegen ihrem Ex. So nun ist mein Problem, dass wir trotzdem auch viel Zeit zu zweit verbringen und sie immer diejenige ist, die mich fragt, ob ich Zeit habe und ich auch das Gefühl habe, dass sie mich öfter anlächelt usw. Ich bin deswegen momentan sehr verwirrt und weiß nicht, was ich machen soll. Ich gehe noch zur Schule und habe deshalb Ferien, in denen sie sich auch extra Urlaub genommen hat, damit wir noch mehr Zeit verbringen können. Sie ist auch 18 Jahre alt. Ich weiß echt nicht, was ich machen, wenn sie irgendwann einen Freund haben sollte, wird sie den bestimmt auch mal zu einem Treffen von der Clique mitnehmen, aber ich glaube ich könnte das überhaupt nicht haben. Habt ihr irgendwelche Ratschläge, was ich tun kann?
 

Benutzer65700 

Verbringt hier viel Zeit
Hey,

Ich hatte dieselbe Situation in der Schule, das ist einfach richtig scheiße. Im Unterschied zu dir wusste sie es aber nicht. Ich habe immer in der Hoffnung gelebt, es könnte doch noch klappen.

Erfahrungsgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr zusammenkommt sehr, sehr, sehr gering. Du bist von ihren Signalen klarerweise verwirrt. Gerade wenn man für einen Menschen Gefühle hat und dieser auch die Nähe sucht, dann kreisen die Gedanken ständig um diese Treffen. Stattfindende Worte, ein spezielles Lächeln, ein ruhiger Moment, in dem man sich sehr verbunden fühlt....und du denkst nur mehr darüber nach, dass es ja doch noch klappen könnte. Warum sonst hätte sie gesagt und geschrieben, was sie gesagt und geschrieben hat?

Aus den persönlichen Erfahrungen und den Beobachtungen in den Freundeskreisen bin ich der festen Überzeugung, dass das meistens nie etwas wird. Würde es passen, hätte es sich entwickelt - gerade weil sie Bescheid weiß. Aber: Natürlich könntest du auch einer der Fälle sein, bei denen es doch noch klappt. Gibt es ja immer wieder - wer weiß das schon?

Spekulationen bringen dich aber nicht weiter. Du hast aus meiner Sicht also zwei Optionen: Du kannst weiterhin auf den eher unwahrscheinlichen Fall hoffen, dass sich bei euch doch noch etwas entwickelt. Oder du versuchst von ihr wegzukommen. Letzteres halte ich für die gesündere Variante, die allerdings sehr schwer ist.

Bei mir sah die ganze Sache so aus: Ich konnte den Kontakt zu ihr nicht abbrechen. Erstens war sie in meiner Clique und zweitens wollte ich das auch garnicht. Ich hatte ja noch Gefühle für sie und die Hoffnung, es könnte noch klappen. Außerdem war sie eine langjährige, supertolle Freundin. Sie war einer der wichtigsten Menschen damals, mit dem ich sehr viel Schönes erlebt habe. So eine Person streicht man nicht einfach aus seinem Leben. Das ging einfach nicht. Allerdings war sie auch der Grund für sehr viel Leid und das habe ich irgendwann nicht mehr ausgehalten. Sie zu beobachten, wie sie beim Ausgehen mit anderen Typen flirtet und irgendwann küssend mit ihnen im Lokal steht - das hat mich einfach fertig gemacht. Hat sich angefühlt, wie eine rostige Nagelfeile, die sie in mein Herz bohrt. Irgendwann hat es dann einfach gereicht. Ich habe mich entschieden, von ihr wegzukommen. Es gelang mal besser, mal schlechter.

Funktioniert hat bei mir folgendes:
- Ich habe den engsten männlichen Freunde aus meiner Clique erzählt, dass ich das nicht mehr aushalte und ihre Unterstützung brauche. Nicht allen, sondern nur den besten 2 Freunden, bei denen ich mir sicher war, dass das unter uns bleibt. Sie haben super positiv reagiert und gesagt, das sei die richtige Entscheidung.

- Wir waren dann zu zweit und zu dritt unterwegs, nur als Jungs, ohne die Mädels. Ab und zu haben die beiden auch ne "Männerrunde" der gesamten Clique organisiert. Da die Vorschläge von den anderen beiden ausgingen, war es für die Frauen in der Runde auch nicht "verdächtig". Für diese Treffen habe ich mich auch immer bei ihnen bedankt, damit sie wussten, wie sehr mir das geholfen hat.

- Ich habe eine ältere Freundschaft reaktiviert. Es war mein Nachbar, wir hatten uns etwas aus den Augen verloren. Ich wusste aber, dass er in einer große, lockeren und offenen Clique war. Er hat mich dann gleich unter seine Fittiche genommen, wodurch ich schnell in die Runde reingefunden habe. Die Unternehmungen mit ihnen gehören übrigens zu den schönsten Erinnerungen von damals. Die Leute waren super nett, es war super lustig und endlich war für mich ein Ausgehen mit einer Gruppe möglich, wo ich nicht ständig an die eine Freundin denken musste. Endlich wars mal unkompliziert.

- Ich hatte den Kontakt zu ihr reduziert. Das war das mit Abstand schwerste an dem Ganzen. Es war auch nur deshalb möglich, da ich Alternativprogramme hatte und auf diese Weise nicht mit meinem Liebeskummer alleine zu Hause rumsitzen musste.
Wichtig war es, ganz kleine Schritte zu machen. Zunächst habe ich versucht, die Zweisamkeit zu reduzieren. Wenn sie etwas unternehmen wollte, habe ich mich gefreut und etwas geschrieben wie: "Super! Ist noch wer dabei? Falls nicht: Ich glaub, Peter und Simon freuen sich sicher total, wenn wir sie mitnehmen." Da konnte sie selten etwas dagegen sagen. Mir hat es geholfen, da ich so die Momente der Zweisamkeit reduzieren konnte. Das war ja immer das schlimmste: Zu zweit etwas zu unternehmen, ein tiefes Gespräch zu führen, sich total verstanden fühlen .... und doch bleibt es nur bei der Freundschaft. Das wollte ich nicht mehr. Außerdem hatte ich ja immer sehr gerne meine Freunde um mich, d.h. es war immer lustig. Natürlich konnte ich dem Drang, sie alleine zu sehen, nicht immer widerstehen. Jedes mal war ich aber stolz, wenn ich es geschafft habe.

- Oft konnte ich den Kontakt reduzieren, indem ich die Unternehmungen mit den Jungs vorgeschoben habe. Zu sagen "nein, ich möchte heute mal nichts machen" war mir zunächst nicht möglich. Bei diesen Absagen hatte ich aber immer Schuldgefühle und musste gegen den Drang ankämpfen, sofort ein Gegenangebot zu machen, im Sinne: "Aber am nächsten Tag könnten wir was machen". Oft Genug habe ich das aber auch geschrieben:grin: Gott, war das schwer....ich war einfach so verliebt in diese Frau:love:

Allerdings war es einfach nicht mehr auszuhalten und die Kontaktreduktion war die beste Entscheidung. Die Freundschaft mit den Jungs in der Clique wurde besser und ich konnte in der anderen Gruppe neue Freunde finden.
Die Rechnung ging dann nach einem 3/4 Jahr auf: Ich hatte den Kopf frei und habe eine andere Frau kennengelernt. Du kannst dir garnicht vorstellen, wie schön es war, einen Menschen kennenzulernen, der die Gefühle erwidert:herz: Eine Frau, die mich genauso sehr wollte, wie ich sie wollte:love: Erst da habe ich bemerkt, wie sehr ich mich gedanklich und emotional habe einsperren lassen....und wie krass die Mixtur als Grübelei, Verletzung, schöner Momente und der ständigen Hoffnung eigentlich war.

Es hat allerdings sehr, sehr, sehr viel Leidensdruck benötigt, dass ich den Schritt zur Kontaktreduktion gehen konnte. Egal wie du dich entscheidest: Ich fühle mit dir und drück dir ganz fest die Daumen!:knuddel::thumbsup:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer186350  (18)

Ist noch neu hier
Hey,

Ich hatte dieselbe Situation in der Schule, das ist einfach richtig scheiße. Im Unterschied zu dir wusste sie es aber nicht. Ich habe immer in der Hoffnung gelebt, es könnte doch noch klappen.

Erfahrungsgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr zusammenkommt sehr, sehr, sehr gering. Du bist von ihren Signalen klarerweise verwirrt. Gerade wenn man für einen Menschen Gefühle hat und dieser auch die Nähe sucht, dann kreisen die Gedanken ständig um diese Treffen. Stattfindende Worte, ein spezielles Lächeln, ein ruhiger Moment, in dem man sich sehr verbunden fühlt....und du denkst nur mehr darüber nach, dass es ja doch noch klappen könnte. Warum sonst hätte sie gesagt und geschrieben, was sie gesagt und geschrieben hat?

Aus den persönlichen Erfahrungen und den Beobachtungen in den Freundeskreisen bin ich der festen Überzeugung, dass das meistens nie etwas wird. Würde es passen, hätte es sich entwickelt - gerade weil sie Bescheid weiß. Aber: Natürlich könntest du auch einer der Fälle sein, bei denen es doch noch klappt. Gibt es ja immer wieder - wer weiß das schon?

Spekulationen bringen dich aber nicht weiter. Du hast aus meiner Sicht also zwei Optionen: Du kannst weiterhin auf den eher unwahrscheinlichen Fall hoffen, dass sich bei euch doch noch etwas entwickelt. Oder du versuchst von ihr wegzukommen. Letzteres halte ich für die gesündere Variante, die allerdings sehr schwer ist.

Bei mir sah die ganze Sache so aus: Ich konnte den Kontakt zu ihr nicht abbrechen. Erstens war sie in meiner Clique und zweitens wollte ich das auch garnicht. Ich hatte ja noch Gefühle für sie und die Hoffnung, es könnte noch klappen. Außerdem war sie eine langjährige, supertolle Freundin. Sie war einer der wichtigsten Menschen damals, mit dem ich sehr viel Schönes erlebt habe. So eine Person streicht man nicht einfach aus seinem Leben. Das ging einfach nicht. Allerdings war sie auch der Grund für sehr viel Leid und das habe ich irgendwann nicht mehr ausgehalten. Sie zu beobachten, wie sie beim Ausgehen mit anderen Typen flirtet und irgendwann küssend mit ihnen im Lokal steht - das hat mich einfach fertig gemacht. Hat sich angefühlt, wie eine rostige Nagelfeile, die sie in mein Herz bohrt. Irgendwann hat es dann einfach gereicht. Ich habe mich entschieden, von ihr wegzukommen. Es gelang mal besser, mal schlechter.

Funktioniert hat bei mir folgendes:
- Ich habe den engsten männlichen Freunde aus meiner Clique erzählt, dass ich das nicht mehr aushalte und ihre Unterstützung brauche. Nicht allen, sondern nur den besten 2 Freunden, bei denen ich mir sicher war, dass das unter uns bleibt. Sie haben super positiv reagiert und gesagt, das sei die richtige Entscheidung.

- Wir waren dann zu zweit und zu dritt unterwegs, nur als Jungs, ohne die Mädels. Ab und zu haben die beiden auch ne "Männerrunde" der gesamten Clique organisiert. Da die Vorschläge von den anderen beiden ausgingen, war es für die Frauen in der Runde auch nicht "verdächtig". Für diese Treffen habe ich mich auch immer bei ihnen bedankt, damit sie wussten, wie sehr mir das geholfen hat.

- Ich habe eine ältere Freundschaft reaktiviert. Es war mein Nachbar, wir hatten uns etwas aus den Augen verloren. Ich wusste aber, dass er in einer große, lockeren und offenen Clique war. Er hat mich dann gleich unter seine Fittiche genommen, wodurch ich schnell in die Runde reingefunden habe. Die Unternehmungen mit ihnen gehören übrigens zu den schönsten Erinnerungen von damals. Die Leute waren super nett, es war super lustig und endlich war für mich ein Ausgehen mit einer Gruppe möglich, wo ich nicht ständig an die eine Freundin denken musste. Endlich wars mal unkompliziert.

- Ich hatte den Kontakt zu ihr reduziert. Das war das mit Abstand schwerste an dem Ganzen. Es war auch nur deshalb möglich, da ich Alternativprogramme hatte und auf diese Weise nicht mit meinem Liebeskummer alleine zu Hause rumsitzen musste.
Wichtig war es, ganz kleine Schritte zu machen. Zunächst habe ich versucht, die Zweisamkeit zu reduzieren. Wenn sie etwas unternehmen wollte, habe ich mich gefreut und etwas geschrieben wie: "Super! Ist noch wer dabei? Falls nicht: Ich glaub, Peter und Simon freuen sich sicher total, wenn wir sie mitnehmen." Da konnte sie selten etwas dagegen sagen. Mir hat es geholfen, da ich so die Momente der Zweisamkeit reduzieren konnte. Das war ja immer das schlimmste: Zu zweit etwas zu unternehmen, ein tiefes Gespräch zu führen, sich total verstanden fühlen .... und doch bleibt es nur bei der Freundschaft. Das wollte ich nicht mehr. Außerdem hatte ich ja immer sehr gerne meine Freunde um mich, d.h. es war immer lustig. Natürlich konnte ich dem Drang, sie alleine zu sehen, nicht immer widerstehen. Jedes mal war ich aber stolz, wenn ich es geschafft habe.

- Oft konnte ich den Kontakt reduzieren, indem ich die Unternehmungen mit den Jungs vorgeschoben habe. Zu sagen "nein, ich möchte heute mal nichts machen" war mir zunächst nicht möglich. Bei diesen Absagen hatte ich aber immer Schuldgefühle und musste gegen den Drang ankämpfen, sofort ein Gegenangebot zu machen, im Sinne: "Aber am nächsten Tag könnten wir was machen". Oft Genug habe ich das aber auch geschrieben:grin: Gott, war das schwer....ich war einfach so verliebt in diese Frau:love:

Allerdings war es einfach nicht mehr auszuhalten und die Kontaktreduktion war die beste Entscheidung. Die Freundschaft mit den Jungs in der Clique wurde besser und ich konnte in der anderen Gruppe neue Freunde finden.
Die Rechnung ging dann nach einem 3/4 Jahr auf: Ich hatte den Kopf frei und habe eine andere Frau kennengelernt. Du kannst dir garnicht vorstellen, wie schön es war, einen Menschen kennenzulernen, der die Gefühle erwidert:herz: Eine Frau, die mich genauso sehr wollte, wie ich sie wollte:love: Erst da habe ich bemerkt, wie sehr ich mich gedanklich und emotional habe einsperren lassen....und wie krass die Mixtur als Grübelei, Verletzung, schöner Momente und der ständigen Hoffnung eigentlich war.

Es hat allerdings sehr, sehr, sehr viel Leidensdruck benötigt, dass ich den Schritt zur Kontaktreduktion gehen konnte. Egal wie du dich entscheidest: Ich fühle mit dir und drück dir ganz fest die Daumen!:knuddel::thumbsup:
Ich bin in genau der selben Situation, wie du damals auch. Wir sind in der selben Clique und am Wochenende machen wir auch alle was zusammen. Unsere Clique ist aber nicht sonderlich groß, wir sind nur 6 Leute und Alternativen habe ich auch nicht wirklich. Ich versuche aber mein bestes und danke für deine Antwort.
 

Benutzer152906 

Meistens hier zu finden

Bin unschlüssig, weil ich in der Friendzone bin, wir aber trotzdem sehr viel Zeit verbringen​


das ist die Überschrift ... die ich mir aber irgendwie so gar nicht erklären kann. Du bist in der Friendzone ... das ist doch nicht gleichbedeutend mit "man verbringt wenig Zeit miteinander". Sondern natürlich trifft man sich viel mit den guten Freunden. Das Problem ist doch eher, das trotzdem nicht das dabei herauskommen wird, was Du Dir wünschen würdest.
 
G

Benutzer

Gast
Sie will mit dir nur befreundet sein, das musst du akzeptieren.
Ich weiß echt nicht, was ich machen, wenn sie irgendwann einen Freund haben sollte, wird sie den bestimmt auch mal zu einem Treffen von der Clique mitnehmen, aber ich glaube ich könnte das überhaupt nicht haben.
Verbieten kannst du es ihr schlecht. Sie kann sich als Freund aussuchen, wenn sie will (wenn er den will). Das musst du akzeptieren.

Habt ihr irgendwelche Ratschläge, was ich tun kann?
Suche dir eine Mädchen, die auch deine Partnerin sein will, gibt so viele Mädchen um dich herum, da wird es welche geben, die auf mehr als Freundschaft Lust haben.
 
2 Woche(n) später

Benutzer186567  (20)

Ist noch neu hier
Hey,

Ich hatte dieselbe Situation in der Schule, das ist einfach richtig scheiße. Im Unterschied zu dir wusste sie es aber nicht. Ich habe immer in der Hoffnung gelebt, es könnte doch noch klappen.

Erfahrungsgemäß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr zusammenkommt sehr, sehr, sehr gering. Du bist von ihren Signalen klarerweise verwirrt. Gerade wenn man für einen Menschen Gefühle hat und dieser auch die Nähe sucht, dann kreisen die Gedanken ständig um diese Treffen. Stattfindende Worte, ein spezielles Lächeln, ein ruhiger Moment, in dem man sich sehr verbunden fühlt....und du denkst nur mehr darüber nach, dass es ja doch noch klappen könnte. Warum sonst hätte sie gesagt und geschrieben, was sie gesagt und geschrieben hat?

Aus den persönlichen Erfahrungen und den Beobachtungen in den Freundeskreisen bin ich der festen Überzeugung, dass das meistens nie etwas wird. Würde es passen, hätte es sich entwickelt - gerade weil sie Bescheid weiß. Aber: Natürlich könntest du auch einer der Fälle sein, bei denen es doch noch klappt. Gibt es ja immer wieder - wer weiß das schon?

Spekulationen bringen dich aber nicht weiter. Du hast aus meiner Sicht also zwei Optionen: Du kannst weiterhin auf den eher unwahrscheinlichen Fall hoffen, dass sich bei euch doch noch etwas entwickelt. Oder du versuchst von ihr wegzukommen. Letzteres halte ich für die gesündere Variante, die allerdings sehr schwer ist.

Bei mir sah die ganze Sache so aus: Ich konnte den Kontakt zu ihr nicht abbrechen. Erstens war sie in meiner Clique und zweitens wollte ich das auch garnicht. Ich hatte ja noch Gefühle für sie und die Hoffnung, es könnte noch klappen. Außerdem war sie eine langjährige, supertolle Freundin. Sie war einer der wichtigsten Menschen damals, mit dem ich sehr viel Schönes erlebt habe. So eine Person streicht man nicht einfach aus seinem Leben. Das ging einfach nicht. Allerdings war sie auch der Grund für sehr viel Leid und das habe ich irgendwann nicht mehr ausgehalten. Sie zu beobachten, wie sie beim Ausgehen mit anderen Typen flirtet und irgendwann küssend mit ihnen im Lokal steht - das hat mich einfach fertig gemacht. Hat sich angefühlt, wie eine rostige Nagelfeile, die sie in mein Herz bohrt. Irgendwann hat es dann einfach gereicht. Ich habe mich entschieden, von ihr wegzukommen. Es gelang mal besser, mal schlechter.

Funktioniert hat bei mir folgendes:
- Ich habe den engsten männlichen Freunde aus meiner Clique erzählt, dass ich das nicht mehr aushalte und ihre Unterstützung brauche. Nicht allen, sondern nur den besten 2 Freunden, bei denen ich mir sicher war, dass das unter uns bleibt. Sie haben super positiv reagiert und gesagt, das sei die richtige Entscheidung.

- Wir waren dann zu zweit und zu dritt unterwegs, nur als Jungs, ohne die Mädels. Ab und zu haben die beiden auch ne "Männerrunde" der gesamten Clique organisiert. Da die Vorschläge von den anderen beiden ausgingen, war es für die Frauen in der Runde auch nicht "verdächtig". Für diese Treffen habe ich mich auch immer bei ihnen bedankt, damit sie wussten, wie sehr mir das geholfen hat.

- Ich habe eine ältere Freundschaft reaktiviert. Es war mein Nachbar, wir hatten uns etwas aus den Augen verloren. Ich wusste aber, dass er in einer große, lockeren und offenen Clique war. Er hat mich dann gleich unter seine Fittiche genommen, wodurch ich schnell in die Runde reingefunden habe. Die Unternehmungen mit ihnen gehören übrigens zu den schönsten Erinnerungen von damals. Die Leute waren super nett, es war super lustig und endlich war für mich ein Ausgehen mit einer Gruppe möglich, wo ich nicht ständig an die eine Freundin denken musste. Endlich wars mal unkompliziert.

- Ich hatte den Kontakt zu ihr reduziert. Das war das mit Abstand schwerste an dem Ganzen. Es war auch nur deshalb möglich, da ich Alternativprogramme hatte und auf diese Weise nicht mit meinem Liebeskummer alleine zu Hause rumsitzen musste.
Wichtig war es, ganz kleine Schritte zu machen. Zunächst habe ich versucht, die Zweisamkeit zu reduzieren. Wenn sie etwas unternehmen wollte, habe ich mich gefreut und etwas geschrieben wie: "Super! Ist noch wer dabei? Falls nicht: Ich glaub, Peter und Simon freuen sich sicher total, wenn wir sie mitnehmen." Da konnte sie selten etwas dagegen sagen. Mir hat es geholfen, da ich so die Momente der Zweisamkeit reduzieren konnte. Das war ja immer das schlimmste: Zu zweit etwas zu unternehmen, ein tiefes Gespräch zu führen, sich total verstanden fühlen .... und doch bleibt es nur bei der Freundschaft. Das wollte ich nicht mehr. Außerdem hatte ich ja immer sehr gerne meine Freunde um mich, d.h. es war immer lustig. Natürlich konnte ich dem Drang, sie alleine zu sehen, nicht immer widerstehen. Jedes mal war ich aber stolz, wenn ich es geschafft habe.

- Oft konnte ich den Kontakt reduzieren, indem ich die Unternehmungen mit den Jungs vorgeschoben habe. Zu sagen "nein, ich möchte heute mal nichts machen" war mir zunächst nicht möglich. Bei diesen Absagen hatte ich aber immer Schuldgefühle und musste gegen den Drang ankämpfen, sofort ein Gegenangebot zu machen, im Sinne: "Aber am nächsten Tag könnten wir was machen". Oft Genug habe ich das aber auch geschrieben:grin: Gott, war das schwer....ich war einfach so verliebt in diese Frau:love:

Allerdings war es einfach nicht mehr auszuhalten und die Kontaktreduktion war die beste Entscheidung. Die Freundschaft mit den Jungs in der Clique wurde besser und ich konnte in der anderen Gruppe neue Freunde finden.
Die Rechnung ging dann nach einem 3/4 Jahr auf: Ich hatte den Kopf frei und habe eine andere Frau kennengelernt. Du kannst dir garnicht vorstellen, wie schön es war, einen Menschen kennenzulernen, der die Gefühle erwidert:herz: Eine Frau, die mich genauso sehr wollte, wie ich sie wollte:love: Erst da habe ich bemerkt, wie sehr ich mich gedanklich und emotional habe einsperren lassen....und wie krass die Mixtur als Grübelei, Verletzung, schöner Momente und der ständigen Hoffnung eigentlich war.

Es hat allerdings sehr, sehr, sehr viel Leidensdruck benötigt, dass ich den Schritt zur Kontaktreduktion gehen konnte. Egal wie du dich entscheidest: Ich fühle mit dir und drück dir ganz fest die Daumen!:knuddel::thumbsup:
Ich bin ganz überwältigt von deiner langen ausführlichen Antwort und muss an der Stelle einfach mal danke zu sagen

Ich wollte hier zwar nur drüberlesen, aber auch hier konnte ich ein paar lehrreiche Dinge mitnehmen und auch mich selbst in ein paar Aspekten wiedererkennen

Und für den Autor der Frage hier: Ich schließe mich seiner Meinung voll und ganz an
 
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